1894 / 303 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Adolph Ernst-Theater.

: Der Novität, welhe Direktor Adolf Ernst seinem Publikum als Lones am ersten Weihnachtsfeiertage vorführte, liegt eine von

Fones

runde, die jedoch Eduard. Jacobson und worden ist, daß sie an keiner läyt. Unter dem Titel „Ein fideles

ausgestattete

Abwechfelung

Abtheilung, wo in bunter i ausgeführte

¿undende Kuplets und gut

den Mangel an

Direktor

jedo nicht wieder erreiht wurde.

Schlüter und Fischer, sowie des troffen. Herr Weiß gefiel, wie zündenden Kupletvortrag, Herr

Humor.

und auch reichlich mit Beifall bedacht wurde.

Im Königlichen Opernhause geht Wagners „Tannhäuser* (Pariser Einrichtun Beseßung der Hauptrollen in Scene:

Bulß, dirigiert.

Landgraf : err Mödlinger.

_Im Königlichen Schauspielhause wird morgen das Lust- spiel „Halali* (Damen: Poppe, Schramm, von Mayburg; Herren: Klein, Purschian, Herßer, Keßler, Grube) gegeben. chwank „Die stille Wache“, (Gefreiter Berg- Herr Herter, Konsul Farnsteiner: Herr Oberländer, dessen Heckenstedt :

Nichard Skowronnek's mann : Tochter: Fräulein von Mayburg, Keßler, Baranski: Herr Hartmann).

Lieutenant

Der fünfte Symphonie-Abend der Königlichen Kapelle findet unter

P

Kapellmeister Weingartner's Leitung am 7. Januar 1895 im König- lihen Opernhause statt. Auf dem Programm stehen: Ouvertüre Symphonie Es-dur von Borodin (neu), Ouvertüre zu „Egmont“ von Beethoven, Symphonie

zu „Dimitri Donskoi* von NRubinftein,

C-dur von Schumann.

Das Programm für den morgen im Konzerthause stattfinden- den vierten „Wagner-Abend* enthält u. a. das Vorspiel zum 11[. Aft und den Tanz der Lehrbuben aus dem Musikdrama „Die Meister- E von Nürnberg“, das Vorspiel zu „Lohengrin“, den ,Char-

: aus „Siegfried", Zrauermarsch qus der „Götterdämmerung“ und die Ballet-Mufsik aus

eitagszauber“. aus - „Parsival“, „Waldweben“

„Rienzi“.

Fräulein Margarete Oehme wird in ihrem hiesigen Lieder- abend (Saal Bechstein) am Sonnabend Lieder von Schubert, Schumann, A. Rubinstein, Wagner, Brahms, H. Riedel, W. Berger und Ehlert zum Vortrag bringen; die instrumentale Mitwirkung | der genannte Architekt, der zugleich Besißer des Grundstücks ist, übernimmt der Violinvirtuose Herr Joseph Hösl aus München. die P

Sidney verfaßte englishe Posse „A Caiety Girl“ zu von den deutschen Bearbeitern , den ean Kren, so geshickt umgestaltet telle ihren englishen Ursprung erkennen i Korps“ tummeln \sih auf der Bühne Personen der verschiedensten Gesellschaftsklassen, deren einziger Zweck zu sein scheint, sih und anderen Vergnügen zu bereiten. Der be- währten Regiekunst des Herrn Adolf Ernst ift es gelungen, diesen Wirrwarr geschmackvoll zu ordnen und eine mit E Aufführung herzustellen. Besonders gut geglückt war die erste, in cinem Waldrestaurant in der Nähe Berlins s\pielende wizige t Tänze so auf einander folgen, daß der Zuschauer gar keine Zeit behält, über l ndlung nahzudenken, und gezwungen wird, in die allge- meine Heiterkeit und den widerspruchslosen Beifall einzustimmen, der nah Ea diefer Abtheilung unzählige Mal mit den Darstellern l ichter und Komponisten auf die Bühne nöthigte. In der zweiten Abtheilung werten die Zuschauèr in ein Seebad an der Rivicra verseßt, wo die blendende Pracht der Kostüme, die Kunst der Tänzerinnen und namentli zwei hübshe Gesangsvorträge verdienten Beifall fande die durchschlagende Wirkung, wie in der ersten Abtheilung, : Die gesanglichen Darbietungen an dieser Bühne überragen . bekanntli weit dasjenige, was man sonst an einem Possen-Theater zu hören gewöhnt ist. Auch bei dieser Vor- stellung wurden die Erwartungen dur die Leistungen der Damen Herrn Klein noch immer, denden _ Tielscher Fräulein Seemann durh den trocknen und doch gemüthvollen Zur Ausführung der einen größeren Naum als sonst ein- nehmenden Tänze war neben zwei hiesigen Tänzerinnen eine Künstlerin von außergewöhnliher Geschicklichkeit vom Prince of Wales-Theater in London, Fräulein Rosa Batcheler mit herangezogen, die durch ihre Leistungen niht unwesentlich zum Erfolg der Aufführung beitrug

) mit folgender er: Herr Sylya, Elifabeth: Fräulein De l Venus: Frau Sucher, Wolfram: Herr

Kapellmeister Weingartner

Tannhäu

einen durds{chlagenden Erfolg. Herren

fit t erhaster Prach des 17. Januar 1895 geschlossen.

Gespräche, schnell

bewilligt.

reis Italien verwüstet. über- durch seinen ebenso wie

Richard

morgen

bereit, Gelder entgegenzunehmen. Berlin, im Dezember 1894. Das Unterstüßungs - Comité :

Hierauf folgt | Wilbelm Herz,

stellvertretende Vorsitzende;

Herr | (Behrenstraße 48):

gesichert.

läne bereits bergestellt hat.

und Gretel* in englischer Sprache durch dic Carl Rofa-Gesellschast

Die voraestrige erste Aufführung von Humperdinck?s erli el im Daly-Theater zu London erzielte, wie „W. T. B.“

JFagd.

BekanntmaMGung, betreffend Len Shluß der kleinen Jagd.

Für den Regierungsbezirk Potsdam wird die Jagd auf Hasen, Auer-, Birk-, Fasanenhennen, Haselwild und Wachteln mit Ablauf

Potsdam, den 19. Dezember 1894. : Der Bezirksausschuß. von Meusfe k.

Mannigfaltiges.

Seine Majestät der Kaiser und König haben, wie „W. T. B.* erfährt, für die dur das Erdbeben in Sizilien und Kalabrien Verunglückten und Beschädigten die Sumrmne von 10009 (4

Das Unterstüßungs-Comité für die Nothleidenden in Sizilien und Kalabrien veröffentlicht folgenden Auf ruf:

Ein furhtbares Schicksal hat einen blühenden Distrikt des König- Wiederholte gewaltige Erdershütterungen haben zahlreihe Städte und Dörfer in Trümmer gelegt. leben find vernichtet, unermeßlihe Werthe zu Grunde gegangen. Gegen 60 000 Menschen sind ohne Obdach, ohne Habe und ohne Nahrung. In Jtalien haben der König, die Regierung und die Be- völkerung zur Unterstüßung der Nothleidenden die größten Opfer gebracht. Das Mitleid der ganzen zivilisierten Welt ist dieser Katajtrovhe zuge- wendet. Deutschland wird mit der thätigen Kundgebung seines Mitgefühls nicht zurückhalten wollen einem Lande gegenüber, mit dem es in ununter- brochener engster Freundschaft lebt und für dessen Herrsherhaus und Volk es die wärmsten Sympathien hegt. Die Unterzeichneten sind zu einem Unterstüßungs-Comité zusammengetreten und richten an ihre deutshen Mitbürger die Bitte, mit rascher werkthätiger Hilfe den Zaufenden von nothleidenden in Sizilien und Kalabrien beizustehen. Es wird ersucht, Beiträge an das Bankhaus Nobert Warschauer u. Co., Behrenstr. 48, cinzusenden. Auch ist jeder der Unterzeichneten

von Leveßow, Wirklicher Geheimer Nath, Präsident des Reichstags (Potsdamerstraße 118), Vorsitzender ; Zelle, Ober-Bürgermeister der Stadt Berlin (Michaelkirhstraße 16), / Geheimer Kommerzien-Rath, Vize-Präsident des Aeltesten-Kollegiums der aa (Dorotheenstraße 1), obert Dr. Magnus, Regierungs-Rath a. D., der Nationalbank für Deutschland (Voßstraße 34a) ; Dr. jur. Esser (Schiffbauerdamm 6/7), Schriftführer.

Für die bevorstehende Sylvesternaht erläßt das Polizei- Präsidium die üblihe Warnung vor Verübung von Unfug jeder Art und fügt hinzu, daß Ruhestörer nicht in Polizeistrafe genommen, sondern der Staatsanwaltschaft überwiesen werden sollen. Sylvesternaht 1893/94 sind 103 Personen zu Geldstrafen, im Einzel- falle bis zu 30 oder 15 Tagen Haft, und 23 Personen zu Haft- strafen, im Einzelfalle bis zu 16 Tagen verurthcilt worden.

Der Bau der Urania-Filiale in der Taubenstraße ist nun- mehr dur) Vertragsabshluß mit dem Baumeister Walter Hentschel Auf dem nah Abbruch der alten Gebäude Nr. 48 und 49 gegenwärtig freiliegenden Terrain gegenüber dem Pfarrhause, nahe der Kanonierstraßen-Eke, soll ein neues Gebäude erstehen, für welches

S

etwa 800 Per

ihtet, criteh e are:

werden.

in der

herbeigeführte

gestoßen.

Menschen-

zu beklagen.

Warschauer, Shaßmeister

ireTtor

Aus der

gesellschaft

Das nach allen Regeln modernster

einmal fo s

Hanfstholm Morgen scheiterte bei „Stanley “. Zwölf Personen ertranken, nahdem sie sih 24 Stunden bei dem stürmishen Wetter in einem Boot aufgehalten hatten. Eine Person rettete sich durch Schwimmen.

Milazzo, 24. Dezember. U gangenen Nacht wurden hier mehrere E r d st ö ß e verspürt : der leute

Erdstoß erfolgte um 7 Uhr Morgens.

Kopenhagen, 27. Dezember. in Kopenhagen ihr Dampfer „Alexander Ill.“ Sonntag Vormittag in der Nordsee gänzlich verunglückt ift. gerettet. Das Schicksal der übrigen 16 oder 17 Personen, die sich an Bord befanden, ift unbekannt.

# #

Baukunst zu errichtende - wissenschaftliche Theater jo nahezu noh werden wie der Raum in dem Moa

onen fassen. Die sich zu beiden Seiten anschließenden werden gleichfalls alten erhalten und sollen auch in ihrem Inhalt bedeutend erweitert In dem alten Institut so verbleiben und die Bühne speziell zu Experimental-Vorträgen, für welche im allgemeinen der alte Zuschauerraum fih als ausreichend erwiesen hat, besonders umgestaltet werden. Das alte Justitut roûrde also die von den wissenschaftlichen ‘Mitarbeitern bisher selbst ge- haltenen, auf einer etwas Vorträge in noch vollkommenerer Weise als bisher entwieln, während aubenstraße der dekorativ ausgestattete Vortrag herrschen und noch wefentlich reizvoller und belebter gestaltet werden foll. Man hofft bereits im Institut eröffnen zu können.

iter Institut und etwa den doppelten Umfang dex

die Sternwarte nah wie vor

)öheren Stufe der Belehrung stehenden

Herbst oder Winter des nächsten Jahres das neue

Ueber durch Sturm und Unwetter (vergl. Nr. 302 d. Bl.) Unglücksfälle und Meldungen eingegangen : Bremen, 24. Dezember. ist dem „W. T. B.“ zufolge während des leßten Sturmes auf der Insel Schiermonnik-Dog in der Nordsee gestrandet. Wie „Bösmann's Telegraphisches Bureau“ erfährt, ist der gesanmten Flotte des Nord- deutschen Lloyd während des leßten Sturmes keinerlei Schaden zu-

Schäden sind folgende weiteren

Der deutshe Oampfer „Lahneck*

Bremerhaven, 24. Dezember. Der vorgestrige und gestrige Sturm hat an den hiesigen Hafenerweiterungsbauten mebr- fahen Schaden angerihtet. Besonders haben der Fangdamm, der vollkommen durchbrohen wurde, sowie die Rammarbeiten, die zun größten Theil zerstört wurden, gelitten. Verluft an Menschenleben ist niht zu beklagen. Beschädigungen erlitten. Leute der Bemannung, von zwei Dampfern je ein Mann.

Amsterdam, 24. Dezember. Schaden wird laut Meldung der .W Gulden geschäßt. verloren und 90 \{chwer beschädigt; der entstandene Schaden beträgt 200 000 Gulden. Die nah England gehenden Telegraphenkabel in Zand- voort, welche gewöhnlich 2 m tief unter dem Sande liegen, sind gänzlich blofigelegt. Jn der Gegend von Brielle ist eine große Men Vieh’ ertrunken. - ständig überschwemmt. Infolge eines Dammbruchs an der Y\sel bei Haastreht stürzte die Lokomotive einer Dampf-Tramway mit dem Maschinisten und dem Heizer in den Fluß ; beide wurden mit {weren Brandwunden nah dem Krankenhaujse gebracht. Von der Bemannung der deutshen Bark „Caroline“, welche bei Egmond scheiterte, find 10 Personen ertrunken. Im ganzen Lande sind die Wasser- schäden sehr beträhtlih, jedo sind wenig Verluste an Menschenleben

Verschiedene kleinere Fahrzeuge haben ftarte Von einem Lootsenshooner ertranken vier

Der in Notterdam angerictete

L „W. T. B.* auf eine halbe Million Von 135 Schiffen in Scheveningen sind 25

) G L ge Die Insel Marken in der Zuider-See ist voll-

Sonnabend-

auf ÎIütland, 24, Dezember. Am ] Dampfer

Bovbjerg der norwegische

„W. T. B.* meldet: Ja der ver-

Die Vereinigte Dampfschiff- erhielt beute ein Telegramm, wonach

Der Kapitän und fünf Mann sind

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Wetterbericht vom 27. Dezember, Uhr Morgens.

009

Stattonen. Wind. Wetter.

Bar. auf 0 Gr. Temperatur in 2 Gelfius

59C. =409R,

u. d. Meeres'p. red. in Millim

789 |NW 775 |NW 749 [WNW 763 |[WNW

halb bed. wolkig Schnee wolfenlos wolkenlos heiter wolkenlos Negen! )

Belmullet. . Aberdeen .. GHßristiansund Kopenhagen . Stockholm . | 749 |W aranda . | 731 ftil t. Petersbg.| 744 |W

Moskau ..…. | 751 |WSW NNW

Sork,Queens-

On ¿s 785 Gberbourg. . | 777 |NNO E ul (A4 N R E 767 |NW

Hamburg . . | 769 |[W Szoinemünde | 765 |WNW t eewalier 760 |WSW emel ... | 756 |NW O1 T4 |NW Münster... | 771 |WNW Karlsruhe . . | 773 |SW Wiesbaden . | 771 | fti München . . | 772 |NW Chemniß .. | 770 |W Berlin... 766. |W

Wien... | 770 |W Breslau . .. | 767 |WNW

== N ck O V D

f A H Ov

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beiter wolkig wolkenlos wolkig Lee alb bed. wolkig roolfig

bededt halb bed. Regen bededt bedett Schnee bededt bededckt bedeckt

|

bo A o D DPIIIINYU bi a O U D E Us US A I EN

|

bededckt wolkig wolkig

Fle d'Aix .… | 775 [NNO Ftizza .... | 768 {O Triest 109.12) 1) Gestern Schnee. f Uebersicht der Witterung.

Das barometrische Minimum, welches gestern bei den Lofoten lag, is ostwärts nach Lappland fort- age und verursacht über Skandinavien und der Dítsee vielfah stürmische nördlihe bis westliche Winde. Ein außerordentlichß hohes barometrishes Maximum über 785 mm liegt auf dem Ozean s von Irländ. Bei an der Küste starken, im - Binnenlande s{chwahen südwestlihen bis nordwestlihen Winden i das Wetter in Deutschland oan trübe und außer in den südlichen Gebietstkteilen, wo leiter Frost herrscht, mild, meist ist etwas Niederschla gefallen. Das barometrishe Maximum scheint fd ostwärts aus- zubreiten und daher dürfte demnächst windiges Tälteres Wetter für Deutschland zu erwarten sein.

Deutsche Seewarte.

bri bi O i O5 S S o 1M T)

Theater-Anzeigen,

Königliche Schauspiele. Freitag: Opern- haus. 278. Vorstellung. Taunhäuser und der Säugerkrieg auf Wartburg. Romantische Oper in 3 Akten von Richard Wagner. Ballet von Emil Graeb. In Scene geseßt vom Ober- Regisseur Teßlaff. Dekorative Ginrihtung vom Ober-Infspektor Brandt. Dirigent: Kapellmeister Weingartner. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 291. Vorstellung. Halali. Lust- spiel in 4 Aufzügen von Richard Skowronnek. In Scene gesezt vom Ober-Regisseur Max Grube. Die stille Wache. Schwank in 1 Aufzug von Richard Skowronnek. Jn Scene geseßt vom Re- gisseur Plashke. Anfang 7} Uhr.

Sonnabend: Opernhaus. 279. Vorstellung. Häusel und Gretel. Märchenspiel in 3 Bildern von Engelbert Humperdinck. Text von Adelheid Wette. Die Puppeufee. Pantomimisches Ballet- Divertissement von Haßreiter und Gaul. Musik von Josef Bayer. Anfang 7F Uhr.

Schauspielhaus. 292. Vorstellung. Wie die Alten sungen. Lustspiel in 4 Aufzügen von Karl Niemann. Anfang 7ck Uhr.

Derntsches Theater. Freitag (16. Abonnements- Vorstellung): Die Katakomben. Anfang 7& Uhr.

Sonnabend: Die Weber.

Sonntag, 24 Uhr: Die Weber. 71 Uhr: Die Katakomben.

Berliner Theater. Freitag (17. Abonnements- Vorstellung): Der Kompaguon. Anfang 72 Uhr.

Sonnabend: Madame Sans-Gêne.

Sonntag, 24 Uhr: Madame Saus-Gêne. 74 Uhr: Der Kompaguon.

Lessing-Theater. Freitag: Ghismouda. Anfang 7ck Uhr.

Sonnabend: Ein Erfolg.

Sonntag: Ghismonda.

Residenz - Theater. Direktion: Sigmund Lautenburg. Freitag: Zum 93. Male: Der Unterpräfekt. Schwank in 3 Äkten von Leon Gaudillot. Deutsh von Max Schönau. Vorher : Villa Vielliebhen. Lustspiel in 1 Akt von Benno Jacobson. Anfang 7ck Uhr. Sonnabend und folgende Tage: Der Unterpräfckt. Villa Vielliebchen.

Sonntag, Nachmittags s Uhr: Zu halben Kassen- pen Demimoude. Schauspiel in 5 Akten von

. Dumas.

Blumenstraße Nr. 9.

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a./5.

Freitag: Der kleine Manu. Schwank in 4 Akten von C. Karlweis. In Scene geseßt von Sigmund Lautenburg. Anfang 7F Uhr.

Sonnabend und folgende Tage: Der kleine Mann.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Volksthümliche Aufführung zu gänzlih ermäßigten Preisen: Dorf und Stadt.

Friedrih - Wilhelmßstädtisches Theater. Chausseestraße 25/26.

Freitag: Mit vollständig neuer Ausstattung an Dekorationen, Kostümen und Nequisiten: Orpheus. Große Ausstattungsoperette in 12 Bildern von Jacques Offenbach. Anfang 74 Uhr.

Sonnabend und folgende Tage: Orpheus.

Theater Unterden Linden. Behrenstr. 55/57.

Direktion: Julius Frißsche. Freitag: Neu einstudiert: Boccaccio. Komische Operette in 3 Akten von F. Zell und Nich. Genée. Musik von Franz von Suppé. Regie: Ober:Negisseux Epstein. N: Herr Kapell:neister Federmann. Anfang d V

Sonnabend und folgende Tage: Boccaccio.

BDentral-Theater. Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulß. E Emil Thomas a. G. Anna Bâckers. Josefine Dora. um 119. Male: O, diese Berliner! Große offe mit Gesang und Tanz in 6 Bildern (nach alingró’'s „Reise durch Berlin“) von Julius e, Musik von Julius Einödshofer. Anfang r

Sonnabend: O, diese Berliner !

Adolph Ernst-Theater. Freitag: Zum 4. Male: Ein fideles Corps. Große Gesangs- posse mit Tanz. Nah dem englischen „A Gaiety Girl“ von Jonas Sidney frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Anfang 7ck Uhr

Sonnabend: Dieselbe Vorstellung.

Konzerte.

Konzert-Yaus. Freitag: Konzert. LV. Wagner-Abend.

Karl Meyder-

Sing-Akademie. Freitag, Anfang 74 Uhr: L. Quartett-Abend. Joachim, Kruse, Wirth, Hansmaun.

Virkus Ronz (Karlstraße). Freitag: Große auferordentliche Vorstellung. Besonders hervor- zuheben: Ein hippolog. Potpourri von 32 Freiheité- pferden, P equestrisches Arrangement, vorgef. v. Herr Nob. Renz. Das Schulpferd Beautiful, ger. v. Frau Nenz-Star?. Liberator, oftpr. Nappbengst, in der hohen Schule ger. von Herrn Rob. Renz. Mr. Keller, unerreihbarer Handeguilibrist. Major Burk, amerikanische Original - Militär - Ererzitien. Mr. Clark, Jockey, und Mr. Lavater Lee, Gebr. Villaud x. Zum Schluß: Tjo Ni En. (Beim Jahreswechsel in Peking.) Neue Musikeinlagen. Poa ma, (gr. Ponyspringen). Anfang 7# Uhr.

Sonnabend und folg. Tage: Tjo Ni En.

Sonntag: 2 Vorstellungen, Nachmittags 4 Uhr (ermäßigte Preise siehe Plakate): Die lustigen Heidelberger. Abends 74 Uhr: Tjo Ni En.

Familien-Nachrichten.

Verlobt: Frl. Marie Feegener mit Hrn. Predigt- amts-Kandidaten Paul Thilo (Iasenig i. Pom.— Werder bei Treptow a. a: E éFrl. Hedwig Guse mit Hrn. Rittergutsbesißer Karl Guse (Workallen bei Liebstadt, Ostpr.—Strekentin). Frl. Mariehen Schmidt-Hederich mit Hrn. August von Ahlefeld-Olpeniß (Büstorff bei Rieseby— Olpenitz). Frl. R Graebsh mit Hrn. Militär- Intendantur-Assessor Alfred Steinberg (Breslau —Straßburg i. E.) Frl. Marie Schmidt mil Hrn. Regierungs-Assessor Dr. Georg Werner (Neu- markt i. Schl.). Frl. Helene Hanisch mit Hrn. Gewerbe-In|pektor Bernhard Tschorn (Münster- berg—Berlin), h : M

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Eric von Wiß- leken (Medrow). Hrn. Intendantur - Rath Clausen (Breslau). Eine Tochter: Hrn. D S Alexander von der Decken (Hörne b. B a. L Elbe). Hrn. Regierungs-Rath von

ehend (Berlin). :

Gestorben: Hr. Ober - Staatsanwalt Carl Koch (Braunschweig). Frl. Valerie von Gnckevort (Berlin). Fr. Regierungs - Präsident Bertha Stüve, geb. Pagensteher (Osnabrück). Hr. Louis von Versen - aus dem Hause Crampe (Köslin).

Verantwortlicher Redakteur:

J. V.: Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition (Scholz) in Berlta, Druck der NorddeutsGen Buchdruckerei und Verlagf- “Anftalt, “g Wilhelmstraße Nx. -32.- Sechs Beilagen (einshließli4 Börsen-Beilage).

2 B03

Entscheidungen des Reichsgerichts.

__ Ein nah Vereinbarung mit dem Absender auf einem offenen Eisenbahnwagen transportierter Möbeltransportwagen ist, nah einem Urtheil des Reichsgerichts, 1. Zivilsenats, vom 10. November 1894, als ein Eisenbahn-Frachtgut, welches nah Vereinbarung mit dem Absender in unbedeckten Wagen transpertiert wird, im Sinne des Art. 424 des Handelegeseßbuhs und des § 77 der Ver- kehrsordnung für die Eisenbahnen Deutschlands vom 15. November 1892 zu erachten. Die Eisenbahn haftet daher nicht für denSchaden, welher aus der mit diefer Transportart verbundenen Gefahr entstanden if, bezw. nah den Umständen des Falls, bis zum Nachweis des Gegentheils, aus dieser Gefahr ent- standen sein kann; daran ändert auß nihts der Umstand, daß der Möbeltransportwagen speziell für die Beförderung mit der Eisenbahn gebaut und ebenso feuersiher fonstruiert ist wie jeder ge- deckte Eisenbahnwagen. Der Möbelfuhrherr S. in O. (Schlesien) übergab im Mai 1893 der preußischen Staatsbahnverwaltung zu O. einen verschlossenen Möbeltransportwagen, außer Umzugsgut eine ihm gehörige wasserdihte Decke enthaltend, zum Transport auf einem un- bedeckten Eisenbahnwagen nah Cassel. Während des Transports gerieth der auf dem Eisenbahnwagen stehende Möbeltranêvortwagen auf dem Bahnhof in Halle a. S. vermuthlich durch Funkenflug aus der Lokomotive, ohne daß sih jedoch dem Eisenbahnpersonal eine Vernachlässigung der gebotenen Sorgfalt nachweisen ließ in Brand und wurde, ebenso wie die darin befindlihe Decke, durch das Feuer großentheils zerstört. S. forderte flagend vom Cisenbahnfiskus Ersay des Werths des Wagens und der Decke auf Grund der unbeschränkten Haftung der Eisenbahn als Frachtführers, indem er behauptete, daß der verbrannte Wagen speziell für die Beförderung mit der Eisenbahn

ebaut und ebenso feuersicher konstruiert gewesen sei, wie jeder gedeckte Visenbabnwagch, und daß er deshalb gleih einem bedeckten Eisenbahn- wagen anzusehen und hiernah auch die Haftpfliht der Eisenbahn zu beurtheilen sei. Die Klage wurde in beiden Instanzen abgewiesen und die Revision des Klägers wurde vom Reichsgericht zurückgewiesen, in- dem es begründend ausführte: „Allerdings is der Möbel- transportwagen des Klägers an sich ein Transportmittel, nämlich ein Mittel zur Ausführung der vom Kläger Dritten gegenüber übernommenen Transporte, aber för die Eifenbahn dient er niht als folhes, denn die Eisenbahn bedient sich seiner niht, um mit seiner Hilfe den Transport der darin befindlichen Güter zu bewirken, sondern sie übernimmt den Möbelwagen mit seinem Inhalt als Frachtgut, in gleicher Weise, wie jedes andere zur Aufnahme von Gütern dienende Behältniß (Kiste, Faß oder dergl.). Käme der Möbelwagen des Klägers für die Eisenbahn als Transport- mittel in Betracht, etwa in der Art, daß der auf einem offenen Eisen- bahnwagen stehende Möbelwagen gleih einem bedeckten Eisenbahn- wagen anzufehen und hiernah auch die Haftpflicht der Eisenbahn zu beurtheilen wäre, so müßte nothwendig der Eisenbahn die Befugniß eingeräumt werden, den Möbelwagen vor seiner Uebernahme zur Beförderung auf die Sicherheit feiner Bauait und seine Beschaffenheit zu untersuhen. Da die Verkehrs- ordnung weder nah dieter noch nach anderer Richtung Vorschriften über den Transport von Möbelwagen enthält, so muß angenommen werden, daß diefelbe Möbelwagen lediglih als Frachtgüter behandelt. Wie das Nechtéverhältniß der Parteien in dem durch die Verkehrs- ordnung ebenfalls nicht geregelten Falle zu beurtheilen sein würde, wenn der Möbelwagen mit seinen eigenen Rädern auf die Schienen gestellt und gleich den Wagen der Eisenbahn unmittelbar dur die Zugkraft der Lokomotive fortbewegt worden wäre, kann dahingestellt bleiben, da dieser Fall nicht vorliegt. Es ist auch unrichtig, aus der angeblich den bedeckten Eisenbahnwagen hinsichtlih der Feuersicherheit gleich- kommenden Bauart des Möbelwagens herleiten zu wollen, daß der Tranéport desselben auf offenem Wagen eine Erhöhung der Feuers- gefahr nicht zur Folge gehabt habe, weil die ebenso gebauten bedeckten Eisenbahnwagen dieser Gefahr in gleihem Grade ausgeseßt seien. Dabei wird übersehen, daß, wenn auch möglicherweise die Feuersgefahr für einen bedeckten Eisenbahnwagen dieselbe sein mag, wie für den auf offenem Eisenbahnwagen beförderten Möbelwagen, sich hieraus bedecktem Eisen-

nit ergiebt, daß die Gefahr für einen in bahnwagen beförderten Möbelwagen dieselbe sein müßte. In leßterem Falle würde der Schuß durch den umshließenden Eisenbahnwagen hinzutreten, dessen Inbrandseßung vorausgehen muß, bevor der in seinem Innern befindlihe Möbelwagen in Feuersgefahr gerathen kann. Daß Möbelwagen wegen ihres Umfangs und ihrer Gestalt von dem Transport in bedeckten Eisenbahnwagen ausgeschlossen find und nur auf offenen (Fisenbahnwagen befördert werden können, führt nur dahin, daß die Absender von Möbelwagen die mit letzterer Transportart verbundene Gefahr auf sih nehmen müssen und deshalb veranlaßt sind, dieser Gefahr ihrerseits soweit als möglich zu be- gegnen.* (236/94.)

Entscheidungen des Ober-Verwaltungsgerichts.

Vinsichtlich der aus dem Einkommen aus Grundbesitz zu zahlenden Steuer dürfen, nach einem Urtheil des Ober-Verwaltungs- gerichts, 11. Senats, vom 27. Februar 1894, wenn der Grundbesitz mit einer Amortisations-Hypothek belastet ist, außer den Hypothekenzinsen auch die an das Hypotheken- Institut zu entrichtenden Verwaltungékosten von dem steuerpflihtigen Einkommen in Abzug gebracht werden. „Kläger hat für das Pfandbrief-Darlehn von 90 600 4 tährlih 59/6 Zinfen mit 4530 4 an die Landschaft zu entrihten, wovon #% auf Pfandbriefzinsen = 3624 M, 29% auf Tilgungsbeitrag = 679,50 4, 2% auf Ver- waltungófoften .= 226,50 A entfielen. Wenn Beklagter be- bauptet, daß die als abzugsfähig ® erahteten 226,50 AM um deshalb, weil sie lediglich im Zusammenhang mit der Amortisation stünden, niht abzugsfähig seien, sondern von ihnen dasselbe gelte, wie von dem eigentlichen Amortisationsbeitrag, so fehlt es an jeder näheren Begründung für diese Auffassung, und es hätte deren umfomehr be- durft, als die Behauptung, daß die Verwaltungskosten lediglich der Amortisation wegen entstünden, in dieser Allgemeinheit jedenfalls un- zutreffend ist. Cs mag sein, daß etwaige Ersparnisse bei den Ver- waltungskosten dem Pfandbriefdarlehnsshuldner unter Umständen zu gute kommen, indem sie wie außerordentlihe Zuschüsse für die Amortisation Verwendung finden. Daraus aber würde nur die Nicht- abzugsfähigkeit dieser Theilbeträge folgen, für deren etwaige Höhe es jedo an allem Aahalt fehlt." (11. 322.)

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

In Essen a. d. Ruhr wurde gestern der Deutsche Berg- arbeiter-Kongreß eröffnet, zu dem, wie das „D. B. H.“ meldet, 150 Delegirte erschienen waren. Jn der Vormittags-Sißung wurde die Tagesordnung festgeseßt und die Wahl des Bureaus _ yor- genommen. Bergmann Schröder sprah über die bisherige Bewe- gung. In der Nachmittags-Siyzung waren 87 Delegirte anwesend ;

Meyer- Bochum berichtete über den ersten Punkt der Tagesordnung,

Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Slaats-Anzeiger.

Berlin, Donnerstag, den 27, Dezember

der die adtstündige Schicht. Verbot der Frauen- und. Kinderarbeit und Abschaffung der Accordarbeit umfaßte. (Vergl. Nr. 300 d. Bl.) Der erste Verhandlungstag endete ohne nennenswerthes Ergebniß.

In Velbert (Regierungsbezirk Düsseldorf) haben die Arbeiter der Firma Wellenstein U. Heitmann, wie der „Vorwärts“ be- richtet, wegen Lohnabzugs die Arbeit gekündigt.

In Leipzig hat der „Lpz. Ztg.“ zufolge eine Versammlung der Dachdeckergehilfen beschlossen, den Ende dieses Jahres in Wür z- bach abzuhaltenden Gautag der sähsish-thüringishen Dachdecker- gehilfen zu besien. : j

Hier in Berlin hat am Montag wieder eine Konferenz wegen der Aufhebung des von den Sozialdemokraten über den Verein der Brauereien Berlins und der V:ngegend verhängten B oykotts statt- gefunden. Es kam, wie die Zeitungen berihten, auf der Grundlage eines von dem Verein der Brauereien ins Leben zu rufenden Arbeits- nachweises ein Abkommen zu stande, das am 1. Januar 1895 in Kraft tritt, wenn es bis dahin von den fozialdemokratischen Versammlungen genehmigt sein wird. In einer Versammlung der Schneider und Scchneiderinnen, die am 16. Dezember tagte, wurde, wie im „Vorwärts“ mitgetheilt wird, beschlossen, die Lohnkommission zu be- auftragen, die geeigneten Vorbereitungen zu treffen, um für einen Lohnkampf in der Konfektion gerüstet zu sein. Der ausgearbeitete Lohntarif foll der nächsten Versammlung unterbreitet werden.

Aus Roanne (Dep. Loire) wird der „Voff. Ztg." zum Weber- ausstand (vgl. Nr. 301 d. Bl.) geschrieben: Die sozialistischen Ab- geordneten Guesde und Chauvin kommen hierher, um die Leitung des Ausstands zu übernehmen. Die Ausständigen fordern, daß die Fabrikanten einen vom Syndikat der Arbeitsbörse für die Weber auf- gestellten allgemeinen Lohntarif anerkennen.

Im Haag wurde am Dienstag, wie „W. T. B.“ meldet, der ahte Kongreß der „crevolutionären" Sozialistenpartei abgehalten. Der Kongreß erklärte die Sozialistenliga für aufgelöst, nachdem sie durch Urtheil des Kassationshofs als dur das nieder- ländische Gesetz verboten bezeichnet worden sei. Dem Beschluß, eine neue Liga zu gründen, stimmten 52 Sektionen zu. Ferner wurde be- {lossen, in Zukunft die Kongresse öffentlih abzuhalten. i

Ina Grammont kam es gestern, wie dem „H. T. B.“ mit- getbeilt wird, zwischen ausständigen Zündholzarbeitern und lolchen Arbeitern, die sib dem Ausstande (vgl. Nr. 301 d. Bl.) nicht angeschlossen haben, zu blutigen Zusammenstößen. Die Polizei sah sih genöthigt, einzuschreiten.

Literatur.

LExtl0.

Bon der neuen, fünften Auflage von Meyers Konversations- Lexikon (Leipzig, Bibliogravhishes Institut) erschien soeben der VIT. Band (,„Gain“ bis „Großkophta"). Er enthält u. a. die werthvollen geographish-geshichtlihen Artikel „Griehenland“ (Alt- und Neu-), „Großbritannien“ (mit den neuesten statistischen Angaben) und „Grönland“ (der bis auf die neuesten Fors{hungsergebnisse aus- gedehnt worden ist). Aus der Literaturgeschichte verdient der Artikel „Goethe“ hervorgehoben zu werden, der eine reihhaltige Uebersicht der Goethe-Literatur enthält. Nach den neuesten Quellen bearbeitet ist auch der Aufsay über „Griechische Literatur*. Eine Reihe rechts- und s\taatswissenschaftlihèr Abhandlungen von aftuellem Interesse wie „Geld“, „Genossenschaften“ (mit vielen statistishen An- gaben), „Gewetbegefeßgebung“, „Gewerkvereine“, „Gefängnißwesen“ kennzeihnen haupt\ählih den gegenwärtigen Band. Die neue Hand- habung der öffentlihen Gesundheitspflege und der Gewerbehygiene hat darin im Rahmen einer gemeinverständlihen Darstellung Platz ge- funden. Auf durhaus modernem Standyunkt stehen die physiologischen Arbeiten über das Gehirn (mit neuen Abbildungen), das Gehör, den Geruch und das Gesicht. Das Gebièt der Naturwifsenschaften ist her- vorragend vertreten durch die Abhandlung über die Gletscher, mit Abbildungen der interessantesten Gletshervhänomene und den Karten einiger berühmter Gletscher in verschiedenen Ländern. Größeren geologischen Auffäßen von allgemeinem Interesse (sämmtli sehr gut illustriert) begegnen wir ferner unter den Stichwörtern: „Gang“ (mit einer Farbendrucktafel der Erzlagerstätten), „Gebirgsbildung“ (mit Tafel), „Gesteine“ (mit farbiger Wiedergabe mikroskopisher Dünn- {liffe). Erwähunt seien schließlich noch die der Bedeutung der techno- logishen und verwandten Wissenschaften für die Gegenwart ent- \vrehend angepaßten Artikel über Gase, Gewebe (mit Abbildungen), Gold, Getreide (Bau, Produktion, Preise), sowie ein orientierender Veberblick übec die graphishen Künste. Die Illustrations- beilagen, unter denen auh diesmal die technologishen durch Neichhaltigkeit und zröeckmäßige Ausführung hervortagen, weisen größtentheils neue Abbildungen auf und sind, neben ca. 300 Text- illustrationen, durch eine anjehnlihe Reihe neuer Tafeln vermehrt, die den vorliegenden Band deshalb besonders interessant machen. Außer den bereits genannten Abbildungen verdienen threr prachtvollen Ausführung wegen Erwähnung die Tafeln in Farbendruck „Sinter- terrasse des Mammuthgeisers im Yellowstone-Park*, „Giftpflanzen“ 1/11, „Glasfunftindustrie“ sowie die Schwarzdrucktafeln „Gartenkunst“ T/111 (Entwickelung der G=rtenstile), „Geschirr“ und die Tafel mit kunst- bistorish interessanten Grabmälern.

Soziales.

Von den im Verlage von Dunker u. Humblot in Leipzig er- \{einenden „Schriften des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit“ enthält das ahtzehnte Heft ein Referat des Bürger- meisters Brinkmann (Königsberg i. Pr.) und ein Korreferat des Beigeordneten Zimmermann (Köln a. Nh.) über die „Ehren- amtliche und berufsamtlihe Thätigkeit in der städtischen Armenpflege“. Der Referent behandelt setnen Gegenstand an der Hand der praktishen Erfahrung, sodaß der ganze Umfang der Armenfürsorge und die im einzelnen hervortretenden Schwierigkeiten zur Erörterung gelangen, und kommt zu dem Schluß, daß die Ziele der städtishen Armenpflege am fördersamsten und gründlichsten dur) die alleinige ehrenamtlihe Thätigkeit erreiht werden; berufs- amtli&e Thätigkeit neben oder in Verbindung nit der ehrenamtlichen hält er für {chädlich und störend, weil sie leiht Anlaß zu NReibungen und Unfrieden geben würde. Wo Berufsbeamte sich in besonderen Fällen niht entbehren lassen, follen sie den ehrenamtlih Thätigen untergeordnet sein. Dex Verfasser stützt seine Ausführungen darauf, daß nur derjenige, der im Ehrenamt fi freiwillig der Armenpflege widmet, wirklichen fürsorgenden Sinn mit Fleiß und Sorg- falt in der Erforshung der Umstände verbinden werde, die das Eingreifen der Armenverwaltung nöthig machen; dabei verlangt er aber aich eine rihtige Auswahl der mit der ehrenamtlihßen Armenpflege zu betrauenden Personen. Jm wesentlichen gelangt der Korreferent in seinen Untersuchungen, die von den Anforderungen ausgehen, welche an die Armenverwaltungen gestellt werden, zu gleichen Ergebnissen. Eine tabellarishe Uebersicht, die über die Stellung einer Reibe größerer deutscher Städte zu der behan- delten Frage Auskunft giebt, ist dem Korreferat erläuternd eingefügt. Das neunzehnte Heft dieser Schriften enthält an erster Stelle eiw Referat des Magistrats-Assessors C un o (Berlin} und ein Korreferat des Landesraths von Dehn-Notfelser in Cassel über „Grun d- säße über Urk und Hohe der Unterstüßungen? Der Referent führt aus einer großen Zahl deutscher Städte die Bestimmungen und Grundsäße an, nach denen dort die Unterftügungen

1894.

nach Maßgabe der bestehenden landesgeseßlihen Vorschriften festgestellt werden, und knüpft daran sowie an die in der öfonomischen Literatur vorhandenen Untersuhungen über das Existenzminimum seine Schluß- folgerungen. Das Korreferat behande& die rage in besonderen mit Nücksicht auf die ländlihen Verhältnisse. Ferner enthält das neun- zehnte Heft cin Referat tes Städtältesten Eb erty in Berlin und ein Korreferat ‘des Bürgermeisters Künzer in Posen über „die Bestrebungen der Privatwohlthätigkeit und ihre Zu- sammenfassung“.

Land- und Forstwirth\chaft.

__ Der Jahresbericht über die Beobachtungs-Ergeb- nijse der von den forstlihen Versuchsanstalten des K nig- reis Preußen, des Herzogthums Braunschweig, der Reichslande und dem Landes-Direktorium der Provinz Hannover eingerichteten for st - lich-meteorologishen Stationen, herausgegeben von Dr. A. Müttrich, Professor an der Königlichen Forst-Akademie zu Ebexrs- walde und Dirigenten der meteorologishen Abtheilung des forstlihen Versuhswesens in Preußen, für das Jahr 1893 (Verlag von Julius" Springer-Berlin) enthält auf elf Tafeln die Resultate der während des Jahres 1893 angestellten Beobachtungen über Luftdruck, Lufttemperatur, Temperatur des Grdbodens, Feuchtigkeitsgehalt der Luft, Verdunstung und Niederschlag, Zahl der Tage mit mehr als 0,2 mm Niederschlag, mit Schnee, Graupeln, Hagel, Gewitter, Nebel, Sturm, sowie Zahl der Eistage, Frosttage und ae, Bewölkung, Winde, Frost- und Schneegrenzen, vieljähcige Mittel, Höhe der Schneedecke. Auf zwet weiteren Tafeln sind die Beobachtungen verzeihnet, welche zu Eberswalde über zweistündlihe Werthe der Lufttemperatur auf der Feld- und Waldstation an zwei Registrierthermometern von Richard Frères gemaht worden sind, und die Beobachtungen über die Sonnen- [heindauer zu Gberêwalde. Im Anhang wird eine Uebersicht über die En gEp E ane in den einzelnen Monaten des Jahres 1893 gegeben.

; Gesundheitswe}en.

Des Kindes Sprache und Sprachfehler, Gesundheits- lehre der Sprache für Eltern, Erzieher und Aerzte von Dr. H. Gut- mann, Spezialarzt für Sprachstörungen. Verlag von J. F. Weber in Leipzig. Preis 3 4, in Original-Leinenband 4 (A Das im allgemeinen für Eltern, Erzieher und Aerzte geschriebene Buch, welches sih im besonderen namentli an die Mütter wendet, handelt im ersten Abschnitt von der stufenweise erfolgenden Entwickelung der Sprache, die, zuerst als Sprachvorübung in dem Hervorbringen von Tönen und Lauten bestehend, später mit der bei der Sprache eine wichtige Rolle spielenden Nachahmung si vereinigt, bis die Sprache {ließlich zum Gedankenaustaush des Kindes wird. In anschauliher Weise seßt der Verfasser die Physiologie der Sprache, fowie die Eintheilung und Art der Sprachfehler auseinander. Im zweiten, von der Ueber- wachung und Leitung der Sprachentwickelung sowie von der allge- meinen Gesundheitspflege der Sprache handelnden Abschnitt wird nachgewiesen, wie außerordentlih wichtig für die sprahlihße Erziehung des Kindes das gute sprachlihe Vorbild der Mutter ist. Klar und dem mütterlichen Verständniß angepaßt wird hier die Pflege der Muskelgeschicklichkeit und der Sprechlust erörtert. Die Syrach- fehler, welhe ihre Ursache in der Sprachentwickelung haben, wie die auf einer Hemmung des Bewegungézentrums der Sprache beruhende Hörstummheit, das Stammeln und das Stottern, ihre plöulihe Gntstehung durch unwillkürlihe Muskelkrämpfe und ihre Beseitigung durch Stärkung der die Muskel in Thätigkeit seßenden Nerven, werden in dem dritten Abschnitt erläutert. Im vierten Abschnitt werden die Sprachfehler erklärt, die ihre Sue in organischen Veränderungen der Sprahwerkzeuge dur Gehirn- krankfheiten haben, und weiterhin die Fehler in den Organen der Artikulation, der Stimme und Athmung. Ueber die zweckmäßige sprahliche Erziehung geistig zurückgebliebener Kinder werden treffliche Rathschläge im letzten Abschnitt ertheilt. Das Buch ist bis auf einige nur dem wissenschaftlih gebildeten Arzt verständliche Kapitel populär gehalten, bildet mit seinen zahlreihen Beispielen aus dem praktischen Leben eine anregende und unterhaltende Lektüre und wird sicherlich ein nüßliher Rathgeber der sorgsamen Mütter zur Beseitigung be- ginnender Sprachstörungen bei ihren Kindern sein.

Unterhaltung.

In einem besonderen Heft der im Verlage von Philipy Reclam jun. in Lipzig erscheinenden „Universal - Bibliothek" hät Alfred Friedmann zwei kleine Novellen veröffentlicht: „NRussishe Nache“ und „Der neue Aktäon “. Der Verfasser ist als interessanter Erzähler von dichterisher Begabung aus einer Neihe früherer Arbeiten bekannt und béwährt in den beiden Novellen fein Vermögen verschiedenartiger Charakteristik. Die Novelle „Russische Rache“ spielt natürlih in Rußland und trifft ges{hickt das Lokal- kolorit. Die Stimmung der Novelle ist etwas schwermüthig, wie ihr Ende tragish. „Der neue Aktäon“ spielt in England, und das englische Wesen erscheint dem Verfasser fast noch vertrauter als das russische, wie ihm auch die Schilderung englischer Landschaften besonders glückt. Aller- dings hat das Schicksal des neuea Aktäon mit dem des mythishen nur wenige Berührungspunkte, denn der neue Aktäon heirathet seine „Diana“. Jun beiden Novellen erscheint die Sprache glatt und fast zu glänzend und die Betonung des finnlichen Elements häufig zu beabsichtigt : troßdem schreitet die Erzählung schnell vorwärts und die Handlung gewinnt das Interesse des Lefers.

Verschiedenes. :

Von dem illustrierten Werk „Das Leben des Meeres“, herausgegeben von Dr. Conrad Keller, Professor der Zoologie am Schweizerischen Polytehnikum zu Zürich, mit botanischen Beiträgen von den Professoren Carl Cramer und Hans Schinz (Verlag von J. G. Weigel - Leipzig) sind soeben die Lieferungen acht bis zehn erschienen. Darin wird der erste Theil des Werks abbeshlossen, der zweite vollständig gegeben und der dritte bes gonnen. Im zweiten, den Wirbeltbieren dee Meeres gewid- meten Theil behandelt der Verfasser die Meersäugethicre, die matine Vogelwelt, die Neptilien und die Fishfauma des Meeres. Der dritte Theil bringt eine Schilderung der Lebensweise der Wirbel- * losen des Meeres. Von diesen kommen in den vorliegenden Liefe- rungen die Krebse, Tintenfishe und übrigen Weichthiere zur Dar- stellung. Ganz befonders interessant ist das Kapitel über die Tinten-

fische, die auch in drei eigenthümlichen Arten in vortrefflihem Farben» #

druck veranschauliht worden sind. Das ebenso unterhaltende wie be- lehrende Werk wird mit 15 Lieferungen vollständig sein.

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Der Gesundheitsstand in Berlin war in der Woche vom 9, bis 15. Dez:mber ein günstiger und die Sterblichkeit eine niedrige. Ins besondere kamen akute Entzündungen der Athmungs organe wohl noch häufig zum Vorschein, do war der Verlauf vielfa ein milderer und die Zahl der durch fie bedingten Sterbefälle eine erheblih fleinere. Erkrankungen an Grippe wurden A noch hâufig beobachtet, doch war au bei dieser Krankheitsform der Verlauf im allgemeinen ein milder; immerhin clan 3 Todesfälle infolge von Grippe zur Anzeige, Jn beschräntte Zahl kamen akute Darmkrankheiten zum Vorschein, auch blieb

die Zahl der Sterbefälle daran eine kleize. Die Theilnahme des