1913 / 281 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Nr. 39 des „Eisenbabhnverordnungsblatts", herausgegeben im Ministerium der öffentlihen Arbeiten, vom 25. November, hal folgenden Inhali: Vertrag zwishen dem Deutschen Neich, Italien und der Schweiz, betreffend die Regelung der gegenseitigen Be- ziehungen aus Anlaß der Verstaatlihung der Gotthardbahn durch die | Schweizerishe Gidgenossens>ast nebst Shlußprotokoll. Vom 13. Ok- tober 1909, Nachrichten.

Theater und Musik.

Im Königlichen Opernhause findet morgen, Sonnabend, eine Wiederholung von „Mignon“ statt, in den Hauptrollen durch die Damen Dux, Andrjewa-Skilondz, wie dur< die Herren Philipp, Bachmann, Habich, Böttcher und Krasa besezt. Die musikalische Leitung hat der Kapellmeister Laugs.

Im Ksöniglihen Schauspielhause wird morgen nach längerer Pause Sillers „Don Carlos“ in der neuen Bühnen- einrihtung des Herrn Dr. Bru> gegeben. Die Titelrolle spielt Herr Geisendörfer, den Marquis Posa Herr Mühlhofer, den Philipp Herr Sommerstorff. Die anderen männlichen Hauptrollen werden von den Herren von Ledebur, Mannstädt und Eggeling dargestellt, die Damenrollen von Frau Poppe, Frau Ressel und Fräulein Abich.

Das Schillertheater bringt am morgigen Sonnabend in seinen beiden Häusern Neueinstudierungen, und zwar geht im Schiller- theater O. (Wallnertheater) ‘ÄAnzenzrubers Weihnachts\tü>k „Heim- a’funden“, im Sthillertheater Charlottenburg „Hedda Gabler“ von Henrik Ibsen in Szene.

Das „Marionettentheater Münchner Künstler" be- {ließt sein diesjähriges Gasispiel (bei Keller u. Reiner, Potsdamer Straße 118 þ) am Sonntag, den 30. November. Es wird bis dahin täglich, Abends 84 Uhr, morgen und am Sonntag au<h Nachmittags 41 Uhr, Aufführungen des alten deutschen Puppensptiels vom „Doktor Faust“ bringen.

Der Königliche Opernchor gibt zu Ehren des Herrn General- musikdirektors Dr. Richard Strauß am 2. Dezember in der Ph il- harmonie einen „Richard Strauß- Abend“, an dem als Hauptwerk die Uraufführung der „Deutschen Motette" na<h Worten von Friedri<h Rückert für 16 jtimmigen gemis{<ten Chor und vier Solostimmen a cappella unter der Leitung von Professor Rüdel stattfindet, Die Solisten des Abends sind: Fiau Andrejewa- Skilondz, Fräulein Hertha Dehmlow, der Königlide Opernsänger Herr Henke und Herr Bruno Bergmann. Der Komponist wird bei seiner Tondichtung „Tod und Verklärung“ das Philharmonische Orchester selbst leiten. Außerdem verspricht das Programm noch die 16 stimmige Hymne, zwet Männerhöre und zwei Leder mit Orchester, leßtere gesungen von Frau Andrejewa.

Der Konzertberiht befindet sih in der Zweiten Beilage.

Mannigfaltiges

Berlin, 28. November 1913.

In der gestrigen Sihung der Stadtverordneten stand zunächst die Berichterstattung des Aueschusses zur Vorberatung der Vorlage, betr. die Regelung der Angestelltenver- siherung der im Wege des Privatdienstvertrages beschäftigten städtishen Angestellten, auf der Tagetordunuvg. Hierzu machte der Vorsteher Michelet die Mitteiluna, daß der Magistrat in cinem Schreiben die Vorlage, betr. die Angestelltenversicherung, zurü>gezogen hat. Es folgte der Bericht des vorberatenden Aus- \husses über die Vorlage, betreffend die Anlage cines Unter-

grundbahnhofes in der Neuen Friedrichstraße an der Stra- lauer Straße sowie ten Erwerb von Straßenland von den fiskalischen Grundßücen Neue Friedristraße 5—11 zur Verbreiterung der Neuen Friedrichstraße und Durchlegung der Voltairestraße. Die An- nahme der Vorlage erfolgte nah den Vorschlägen des Ausschusses. Zu erregten Auseinanderseßzungen führte ein von den Stadtvv. Arons und Genossen gestellter Antrag: „Die Versammlung wolle be- \{ließen, den Magistrat zu ersuchen, ihr in einer Vorlage zur Kenntnis- nahme genaue Unterlagen über die bisherigen Ergebnisse und Wirkungen der Lustbarketitssteuer vom 8. März 1913 mit- zuteilen.“ Der Antrag wurde \{lteßli< in namentliher Abstimmung mit 60 gegen 51 Stimmen abgelehnt. Auf die öffentliche folgte eine geheime Stßung.

Tegel, 28. November. (W. T. B.) Das hiesige Uhrwaren- ge\<häft von Erih Sturm wurde gestern abend gegen 11 Uhr dur< eine Gaßserplosion vollständig zerstört. Als die Familie am Abend nah Hause zurü>kehrte, bemerkte sie einen starken Gasgeru<h. Der Geschäftsinhaber sowie seine beiden Gehilfen Frömming und NRösper leuchteten die Leitung ab. Plöulih erfolgte eine heftige Detonation, wodur< die Fenster- scheiben zertrümmeit und die Wände eingedrü>t wurden. -Im Augenbli> stand die Werkstätte in Flammen und, als die Feuerwehr erschien, fand sie Sturm und seine beiden Gehilfen, zum Teil verkohlt, tot auf. Die Familie des. Sturm, die sih in einem Neben- raum befand, ist wunderbarerweise unversehrt geblieben.

Wittenberg, 28. November. (W. T. B.) In den Sprenag- stoffwerken der Westfälisch-Anhaltinishen Sprengstoff- Aktiengesell- haft bei Reinsdorf ereignete sh gestern nahmittag eine Exploston, wobet zwei Tro>kenhäuser in die Luft gesprengt wurden. Die Ursache konnte no< nicht festgestellt werden. Zwei Arbeiter

wurden getötet.

Hannover, 27. November. (W. T. B.) Die Jubelfeier des 100 jährigen Bestehens des (1. Hannoverschen) In- fanterieregiments Nr. 74, vormaligen Königlih Hannoverschen 3. Infanterieregiments, zu dem si< mehr als zehntausend chemalige Angehörige des Regiments eingefunden haben, fand ihren Höhepunkt heute mittag in der Uebergabe der von Seiner Majestät dem Kaiser und König gestifteten hannoverschen Jubiläums- denkmünze an die früheren Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des chemaligen Königlih Hannoverschen 3. Infanterieregiments und einer Neihe von Auszeihnungen an ehemalige Angehörige des Regiments dur) den MNegimentskommandeur, Seine Durchlaucht ten Prinzen Friedri<h Wilhelm zur Lippe. Hieran {loß si< eine Parade auf dem Welfenplate, an der aub die Tausende von chemaligen Ange- hörigen des Negiments bei ihren alten Kompagnien tetlnahmen, die von früheren Offizieren geführt wurden. Als Vertreter Seiner Majeslät des Kaisers und Königs war der kommandierende General des XX. Armeekorys von Emmich erschienen.

Königstein i. T.,, 28. November. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Heute morgen gegen 6 Uhr 45 Minuten stieß der Personenzug, der von Höchst am Main abgegangen war, auf eine im Hauptgeleise der Station Niederhofheim-ODbernieder- bach slevende Nangierabtetlung, wodur zwet Güterwagen und die Maschine des Personenzuges Schaden erlitten. Nach etwa ztoei- stündiger Betriebs\stôörung ging der Betrieb wieder glatt von statten. Durch den Zusgmmenstoß haben einige . Reisende gering- fügige VerleßÜngen erlitten. Der Sachschaden ist unbedeutend.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Frei-

Straßburg i. E, 27. November. (W. T. B) Die Ayugz- \<hreibungen für#ten Prinz Heinrich - Flug 1914 find fertig, gestellt. Sie werden am Sonntag, den 30. November, in der nah Frankfurt einberufenen Siyung des Acrcbeitsausshusses beraten werden. Zu dieser Sitzung find Vertreter der Südwest- und Nordwestgruppen des eutshen Laftfahrerverbandes urrd deg Cölner Klubs für Luftfahrt eingeladen worden. Der Fertigstellung der Ausschreibungen gingen längere Verbandlung-:n mt der Kon- vention der Flugzeugindustrtellen voraus. Dem Wunsche der Industrie folgend, ließen die Beranstalter ihre ursprünglihe Absicht, leichte Ein- sißerfahrzeuge zuzulassen, fallen. Die Ausschretbungen werden die Mitnahme eines Fluggastes (Beobachters) vorscbreiben. Der Flug soll, die Genehmigung vorausgeseßt, vom 17. bis 25, Mai 1914 von- statten gehen.

Graz, 27. November. (W. T. B) Nachdem italienis<e Studenten, welhe die Errichtung einer italienis<hen Fakultit wünschen, in den leßten Tagen wiederholt lärmende Kund- gebungen veranstaltet hatten, wobei die Wache hatte ein- \chreiten müssen, kam es heute auf der Universitätsrampe zwishen deutshen und fslavishen Studenten einer- seits und italienishen Studenten andererseits, die von ersteren am Eintriit in die Universität gehindert wurden, zu einem Zusammenstoß. Diesem wurde durch ein starkes Polizei: aufgebot ras< ein Ende gema<t. Acht Deutsche wurden durch Stodchiebe am Kopfe verleßt; ein Neichsdeutscher erlitt eine bis auf den Men reichende Wunde. Die Ftaliener zogen mit ihren Ver- eßten ab.

Paris, 27. November. (W. T. B.) Die bei Epernay ver- unglü>ten Militärflieger sind der Artillerteleutnant Briault und der Chauffeur Brouillart. Die beiden waren gestern vormittag vom Flugfelde Mont St. Cyr aufgestiegen, um nach dem Lager Mailly zu fliegen (vgl. Nr. 280 d. Bl.).

Paris, 28. November. (W. T. B.) Bet Epernon (Dey. Gure-et-Loire) sollte auf einem Hügel eine kinematographis<he Aufnahme vorgenommen werden, die eine Tigerjagd darstellen follte. 3 Tiger waren in 2 Käfigen in ein umfriedetes Eelände ge- bracht worden. Als ein Käfig geöffnet wurde, sprang einer der Tiger über das Gitter und vers<hwand, von den Kugeln der Jäger verfolgt, in einem nahen Wald. Die jofort ver- anstaltete Streifjagd blieb erfolglos. Unter der Bevölkerung herrscht großer Schre>en, obgleih der Tiger, der wahrscheinlih verwundet ist, bisher feinea Schaden angerichtet hat.

Helsingfors, 27. November. (W. T. B.) Auf einer’ hiesigen Schiffswerft brah auf cinem Dampfer während ter Arbeit F Fünf Arbeiter sind in d Fl umge- Feuer aus. unf Arbeiter sind in den Flammen umge kommen, zwei erhielten s<were Brandwunden. Das Feuer wude bald gelöscht.

Madrid, 28, November. (W. T B.) In Marin wurde das Fischerviertel durch eine Feuersbrunst zerstört. Mehrere Kinder verbrannten.

Barcelona, 27. November. (W. T. B) Die Studenten haben mit einer Mehrheit von 600 Stimmen beschlossen, die Vor- lesungen niht zu besuchen.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Lustspielhaus. (Friedrihstraße 236.) | Zirkus Bchumaunn. Sonnab., Abends

Theater. Königliche Schauspiele. Sonn-

abend: Opernhaus. 238. Abc nnementsvor-

stellung. Miguon. Oper in drei Akten

von Ambroise Thomas. Text mit Be-

Uung des Goetheshen Romans „Wil-

helm Meisters Lehrjahre“

Carró und Jules Barbier, deuts< von erdinand Gumbert. Musikalische Leitung : err Kapellmeister Laugs. Negie: Herr egisseur Bachmann. Ballett: Herr

Ballettmeister Graeb. Chöre: Herr Pro-

fessor Nüdel. Anfang 75 Uhr.

Schauspielhaus. 233. Abonnementsvor- stellung. Dou Carlos, Jafant von Spanien. Ein dramatisGes Gedibt in fünf Aufzügen von Friedrih von Schiller. In Szene geseßt von Herrn Regisseur Dr. Bru>. Anfang 7 Uhr.

Sonntag: Opernhaus. 239. Abonne- mentsvorstellut« (Gewöhnliche Preise.) Dienst- und e *ipläße sind aufgehoben. Der fliegend&PYolländer. Nomantische Oper in drei Aïten von Nichard Wagner. Anfang 72 Uhr.

Schauspielhaus. 234. Abonnementsvor- stellung. Dienst- und Freivläte find auf- gehoben. Die Neuvermählten. Schau- spiel in zwet Aufzügen von Björnfstierne Björnson. Deuts< von Julius Elias, Text der großen Gesamtausgabe. Die zürtlihen Verwandten. Lustspiel in drei Aufzügen von Noderih Benetix. An- fang 73 Uhr.

Neues Operntheater. (Kro). Sonntag, Nachmittags 24 Uhr: Auf Allerhöchsten Befehl: Erste Vor- \stelluug für die Becliner Arbeiter- schaft: Bing Friedrich von Hom- burg. Schauspiel in 5 Aufzügen von Heinrich von Kleist. (Die Eintrittskarten werden dur< die Zentralstelle für Volks- wohlfahrt nur an Arbeitervereine, Fabriken usw. abgegeben. Ein Verkauf an cinzelne Personen findet nicht statt.)

Deutsches Theater. (Direktion: Max Reinhardt.) Sonnabend, Abends 73 Uhr: Shakespeare - Zyklus: Viel Lärm um Nichts.

Sonntag: Der lebeudve Leichnam.

Montag: Hamlet.

# « Kammerspiele.

Sóönnabend, Abends $ Uhr: Dex ver- loreve Sohn.

Sonntag: Anudroklus und dex Löwe.

Montag: Schöne Frauen.

von Michel | M

Berliner Theater. Sonnabend, Nahh- mittags 34 Uhr: Eiu Volksfeind. Schau- spiel in 5 Akten von H. Ibsen. Abends 8 Uhr: Wie einst im Mai. Posse mit Gesang und Tanz in vier Bildern von Bernauer und Schanzer.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: VBummel- ftudenten. Abends: Wie eiust im

ai. Montag und folgende Tage: Wie eins im Mai.

Theater in der Königgrüäßer

Straße. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Die Kronbraut. Ein Märchensptel in fe<s Bildern von August Strindberg. Mußk von August Enna.

Sonntag: Die Kroubraut.

Montag: Brand.

Komödienhaus. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Sinter Mauern. Schauspiel in vier Akten von Henri Nathansen.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Film- zauber. Abends: Hinter Mauern.

Montag und folgende Tage: Hinter Mauera.

Deutsches Künstlertheater (So- zietät). (Nürnbergerstr. 70/71, gegenüber dem Zoologishen Garten.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Der zerbrodeue Krug. Vorher: Hanneles Dimmelfahrt.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Das Prinzip. Abends: Die Afffäre.

Lessingtheater. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Pygmalion. Lustspiel in fünf Akten von Bernard Shaw.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Pro- fessor Bernhardi. Abends: Pyg- malionu.

Montag: Peer Gynt.

Deutsches Schauspielhaus. (Direk- tion: Adolf Lanz. NW. 7, Friedrich- straße 104—104a.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Die heitere Resfideuz. Lust- spiel in drei Akten von Georg Engel.

Sonntag, Nachmittaas 3} Uhr: Dedda Gabler. Abends: Die heitere Refideuz.

Montag und folgende Die heitere Residenz.

Schillertheater. ©. (Wallner- theater.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Heimg’funden. Weihnachtsfomödie in se<s Bildern von ‘Ludwig Anzengruber.

Tage:

wild. Abends: Die goldene Ritter-

zeit. Montag: Heimg"funden.

Charlottenburg. Sonnabend, Nach- mittags 5 Uhr: Zopf und Schwert. Lustspiel in fünf Aufzügen von Karl Gußkow. Abends 8 Uhr: Hedda Gabier. Schausptel in vier Aïten von Henrik Ibsen.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der BVfarrer” von Kirchfe!ld. Abends: Die Jungfrau von Orleans.

Montag: Die goldene Ritterzeit.

Deutsches Opernhaus. (Char- lottenburg, Bismark - Straße 34—37. Direktion: Georg Hartmann.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Die Jüdin. Große Oper in fünf Akten von I. F. Halévy.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der Freischüß. Abends: Undine.

Montag: Zum ersten Male: Manon Leêcaut.

Montis Operettentheater.(Früher: Neues Theater.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Gastspiel Fcigzi Massary, Julius Spielmann: Die ideale Gattin. Operette in drei Akten von J. Bramer und A. Grünwald. Mußik von Franz Lehär.

Sonntag und folgende Die ideale Gattin.

Tage :

Theater des Westens. (Station: ZoologisGer Garten. Kantstraße 12.) Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr: Zum ersten Male: Das tapfere Schneider- lein. Abends 8 Uhr: Poleublut. Operette in drei Akten von Oskar Nedbal.

Sonntag, Nachmittags 34 Ubr: Dec liebe Augustin. Abends 8 Uhr: Polenblut. ige und folgende Tage: Polen-

ut.

Theater am VNollendorfplaß.

Sonnabend, Nachmittags 4 Uhr: Frau Holle. Weihnachtskomödie von Nobert Sachs. Abends 8 Uhr: Dex Mikado. Burleske Operette in zwei Akten von Arthur Sullivan.

Sonntag, Nachmittags 3 Ubr: Die schöne Helena. Abends 8 Uhr: Der Mikado.

Montag

und folgende Tage: De Mikado.

Sonnabend, Abends 8 Uhr: Die spanische Fliege. Schwank in drei Akten von Franz und Ernst Bach. Sonntag. Nachmittags 3 Uhr: 777: LO. Abends: Die spanische Fliege. Montag und folgende Tage: Die spanische Fliege.

Residenziheater. Sönnabend, Abends 8 Uhr: Hoheit der Franz! Musi- falishe Groteske in drei Lten von Artur Landéberger und Willi Wolff. Mußk von Nobert Winterberg.

Sonntag, Nachmtttags 3 Uhr: Die Frau Prâäfidentin. Abents: Hoheit der Franz!

Montag und folgende Tage: Hoheit der Franz!

Thaliatheater. (Direktion: Kren und S<{önfeld.) Sonnabend, Naczmittags 4 Uhr : Kindervorstelung: Aschenbrödel. Abends 8 Uhr: Die Tangoprinzesfin. Posse mit Gesang und Tanz in dret Akten von Jean Kren und Curt Kraaß.

Sonntag und folgende Tage: Die Tanugoprinuzessin.

Triauontheater. (Georgenstr., nahe Bahnhof Friedrichstr.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Seine Geliebte.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Die Liebe wacht. Abends: Seine Ge- liebte.

Montag und folgende Tage: Seine Geliebte.

Konzerte.

Singakademie. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Klavierabend von Else Burger.

Kechstein-Vaal. Sonnabend, Abends 71 Vhr: Konzert von Margrct Bletzer (Gesang) unter Mitroirkung von Marie Vergweiu (Klavier).

Beethoven-Baal. Sonnab., Abends 8 Uhr: Konzert von Theophil Deme- tries8cu (Klavier) mit dem Philhar- monischen Orchester. Dirigent: Camillo Hildebrand. S

Choralion-Saal. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Klaviergbeubd von Kurt Paur.

77 Uhr: Grsße Galavorftellung. Vorzügliches Programm. Zum S@&luß: Taugo vor Gericht. Cine Pantomimenburleske mit Gesang und Tanz in drei Akten.

Sonntag, Nachmittags 35 Uhr und Abends 75 Uhr: ® große Gslavor- stellungen. In beiden Borstellungen: das große Spezialitätenprogramm. Abends: Zum Schluß: Tango vor Gericht.

Zirkus Busth. Sonnabend, Abends 77 Uhr: Große Galavorstellung. Auftreten sämtli<hexr Spezialits ten. Zum SGluß: Die große Prunk- pantomime: Pompeji. i

Sonntag, Nachmittags 35 Uhr und Abends 73 Uhr: 2 großte Vorstellungen.

Familiennachricßten.

Verlobt: Frl. Charlotte Wilke mit Hrn, Oberarzt Dr. med. Friedrich Kirschner (Berlin). Frl. Jrene Stiege mik Hrn. Gustav Wrede (Berlin-Wilmers- dorf— Rittergut Schöneiche). Verw. Fr. Frieda von Einem, geb. von Sydow, mit Hrn. Paul von Zepelin-Trostfelde (Neustreliß—Trostfelde bei Treptow, Tollensfe). ; ; 0

Vereheliht: Hr. Negierunysafse}or Le Mad>ensen von Astfeld mit

rl. Stephanie von Renvers (Düssel-

ors). S

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Frhrn, von der Golg-Rogzow (Dresden). Hrn. Amtsassessor Hans yon Bülow (Warin). Eine Tochter: Hmn. Nittmeister Siegfried von Alten (Haun- nover). :

Gestorben: Hr. Pfarrer Johannes Zürn (Bellshwis). Anna Freifr. von Pealtzahn, geb. von Rohrscheidt (Güly i. Pomm.), = Fil. Miranda von Dewiß

(Kreuzburg, Ober schle|.).

n

Verantwortlicher Redakteur : Direktor Dr. Tyrol inCharlottenburs. Verlag der O (Heidri<) in Berlin.

Dru der Norddeutschen Buchdru>erei und Berlagsanstalt, Berlin, Wilhelmstraße Neun Beilagen

(einshließli< Börsenbellage und Waren zeihenbeilage Nr. 94A u. 94B)-

Erste Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.

Verichte

1913

Berlin, Freitag, den 28. November

von deutschen Getreidebörsen und Fruchtmärkten.

E L S O R S C E E R T Cs D E R N E S R I E S R S S P S

Hauptsächlih gezahlte Preise für 1 t (1000 kg) in Mark

November Tag

Weizen

Noggen Hafer

Gerste

mittel gut

do E

Königsberg |. Pr. Datizia y P Berlin . Stettin .

Boten R reslau Magdeburg Dortmund

Mannheim . oil E

Berlin, den 28. November

E S a 0+. e a2. S O..>: Q: 00>. e

e e 062+ E S

181

185 184—186

180 182 —184 184 —186 184—186 183,50—188 E 197—200 165 e « 190—192

159 146—147 154,50 162 155,90 159—161

153 157

146—148 152—155 153—155 148—150 155—157 166—169 154—158 156 —163

154—156 161—163

Kaiserliches Statistishes Amt. Delbrüd>.

E 140

148—150 L 160 165 144 154

142—145 157—160

165—169 171—175

pk pak N I Dd2 00

1

Verichte von anderen deutschen Fruchtmärkten.

Qualität

gering

mittel gut | Verkaufte

November Marktorte

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

Menge

Tag niedrigster

ad

böister

niedrigster | hö<ster | niedrigster | höchster E “h b d

Doppelzentner

Außerdem wurden am Markttage biet nah über Shäbung verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

Am vorigen Markttage

Durch- \<nitts- A é

Verkaufs-

d

H

| Neubrandenburg | Neubrandenburg .

| Neubrandenburg . 13,00 |

R C S e

15,20 Neubrandenburg

13,50

Bemerkungen.

Die verkaufte Menge wtrd auf volle Doppelzentner und der Verkauf8wert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt.

W eizen. 1600| O |

Roggen. [1500 Gerste. 15,00 | 16,50

Hafer. 19/02 G LDGO 15,00 | 1600 |

16,00 17,50

15,00

13,00 15,00 16,90

15,20

1562 13,50 |

1500 |

15,60 10 16,00 30

C20 |/ 1814.

15,00 14,70 | 18. 11.

75 19/00. f 1600| 18.

155 15,49 450 15,00

15,28 | 15,00 |

20.11. 10544.

Der Durchschnittspreis wtrd aus den unabgerundeten Zahlen bere<net.

Ein liegender Strich (—) in den Spalten für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende P:eis niht vorgekommen ist, ein Punkt ( .) in den legten se<3 Spalten, daß entsprehznder Bericht fehlt.

Berlin, den 28. November 1913.

Kaiferlihes StatistisGßes Amt. Delbrüd>.

Deutscher Reichstag. 176. Sißung vom 27. November 1913, Nachmittags 1 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphischhem Bureau.)

Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste und event. zweite Beratung des Entwurfs eines Gesetzes, betreffend Aenderung der Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige.

Nach dem Abg. Dr. Cohn- Nordhausen (Soz.), dessen Rede in der gestrigen Nummer d. Bl. mitgeteilt worden ist, ergreift das Wort der ___ Abg. Dr. Werr (Zentr.) : Seit Erlaß des . Geseßes . vom 30. Juni 1878 - haben - sich. die wirtschaftlichen Verhältnisse derartig geandert, - daß die bisherigen Gebühren der Zeugen und Sachver- ständigen nicht mehr ausreichen. Der Meichstag hat - denn auch be- reits 1908 eine Revision der Gebührenordnung verlangt, -und zwar eine ‘angemessene Erhöhung. Meine politischèn Freunde .bêgrüßen in der „Vorlage der. verbündeten ¿Regierungen -wenigstens eine - teilweise Grfüllung. ihrer Wünsche. Wir s<{ließen Uns * dem Antrage auf Kommisstonsberatung an und geben der Hoffnung Ausdru>/-- daß es in den Kommissionsberatungen gelingen werde, die noch bestehenden Unzuträglichkeiten zu beseitigen. Wir glauben, daß in bezug auf die Entschädigung für Sachverständige die Vorlage zu sehr den Bedürf- nissen der großen Städte, nicht denen der kleinen, angepaßt ist. An einer Erhohung der Zeugengebühren haben besonders die Kaufleute und ‘Gastwirte. ein besonderes Interesse. Die bestehende Lücke muß ausgefüllt. werden. Hoffentlich leiht die Regierung diesem Wunsche Gehör; - ihre - etwaigen finanziellen Bedenken dürfen niht durch- 1a sein. :

Abg. L1 -Eßlingen (nl.): Der Cntwurf entspriht durchaus nicht demjenigen, was der“ Neichstag in früheren Jahren von einer Revision der Zeugen- und Sachvérständigengebühren » erwartkte. Auch * dier MRedner meiner Fráktion- hatte damals nicht bloß eine’ Erhöhung der Gebühren der Sáthverständigen, - sondern auch- eine ‘Erhöhung : der Zeugengebühren verlangt. Der Entwurf bringt: eine: Erhöhung : dieser Gebühren nicht, wohl:aber einige Vêrbesserungèn. - Wir begrüßen es, daß bei der Bemessung der Entschädigung das frèie Erméssen - des Gerichts einen größeren Spielraüm* haben joll. Ebenso“ begrüßen wir die Erhöhung der Uuftvahdöentschädigung für den Aufenthalt außerhalb des Wohnorts. atürlih werden wir an der Frage der Grhöhung der Zeugengebühren den Entwurf nicht scheitern lassen, hoffen aber, daß diese Erhöhung nur aufgeschoben, nicht aufgehoben ist. Was die Sachverständigen betrifft, so sind wir der Ansicht, daß das Instrument der Sachverständigen ein überaus wichtiges ist, und daß für eine gute Rechtspflege möglichst gute Sachverständige unseren Gerichten zur Verfügung sein müssen. Im Interesse des rehtsuchen- den Publikums müssen wir der Erhöhung der Gebühren unbedingt zu- stimmen. Die Sn wie sie heute sind, fel en geradezu eine Prämie auf die Mittelmäßigkeit dar. Es fraat sih nun, soll es belassen werden bei dem bisherigen Munosas der Tarifierung der Sachverständigengebühren oder soll die Bemessung des Honorars eines Sachveïständigen : in das : freie Ermessen des Gerichts gestellt werden? .Méine- politischen Ader Ba sind dem Gedanken einer freien Festseßung. durch : das: Gericht, dütrchaus nicht abgeneigt. Es ist sehr wohl mögli, einen Mittelweg zwischen den beiden Grundsäßen der Tarifierung ‘uns -Lêr® freien Bemessung zu finden. Jedenfalls wird diese Frage in der Kommission eingehend geprüft werden müssen. Gegen die Bestimmung des Entwurfs, nah der die Parteien eine freie Vereinbarung mit den Sachverständigen über das Honorar

treffen Tönnen, haben meine Freunde an si<h nihts einzuwenden, aber da immerhin eine Partei vielleicht dabet \{le<t wegkommen fkann, so erscbeint es uns bedenklich, diese Vereinbarung lediglih in die Hande der Parteien ohne Mitwirkung des Gerichts zu legen. Ferner haben wir große Bedenken dagegen, ob der Höchstsaß von 2 M für jede angefangene Stunde für die Sachverständigenvergütung den heutigen Verhältnissen no< entspricht; es sollte au< den Sach- verstandigen überlassen sein, ihre Arbeit felbst zu bewerten, und dem Gericht dann die Entscheidung anheimgestellt werden. Bei besonders \>{<wierigen Leistungen foll ausnahmsweise die Vergütung bis auf 6 M erhoht werden können. Diese Bestimmung hat zwei Vor- auéseßungen, einmal muß die Leistung besonders schwierig sein, und dann soll. die Erhöhung nicht allgemein, sondern nur ausnahmsweise eintreten. Jch glaube, daß davon nur selten Gebrauch gemacht werden wird. : Bei den Bestimmungen über die Entschädigung ver Beamten ist eine {were ‘Beeinträchtigung der Gemeindebeamten zu befürchten, da. sie eine Entschädigung nur insoweit bekommen sollen, als die oberste NVerwaltungsbehörde Bestimmungen über die Höhe der ihnen den Gerichten gegenüber zustehenden Tagegelder und Reisekosten erlassen hat. Alle diese Fragen müssen in der Kommission no< eingehend erwogen werden, Mit diesem Geseßentwurf wird im ganzen zweifel- los‘ eine Verbesserung der Rechtspflege verbunden sein, aber au< eine weitere Belastung niht nur der Staatskasse, sondern auch der Prozeßparteien. * Die Gerichte sollten vor allein vorsichtig in der Ladung der Zeugen verfahren. - Ih gehe nicht darauf ein, ob nicht in manchen Fällen ein zu großer Zeugenapparat vorhanden ist, aber die Zeugen sollten nicht alle zusammen geladen werden, damit sie niht zu lange zu warten brauchen. Es muß auf die Interessen der Zeugen Nuücksiht genommen werden. Im ganzen aber begrüßen wir den Entwürf als eine Verbesserung.

Abg. Dr. Haas - Baden: (fortschr. Volksp.): Die Bestimmungen der Vorlage scheinen- im allgemeinen gut zu sein. Jch bin allerdings der: Meinung, daß zu erwägen wäre, ob : mt bei- den Gebühren fur Sachverständige etne Erhöhung . des Saßes : von 2 Æ ins“ Auge zu fassèn ist, oder: ob nicht die Höhe. der* Vergütung demn freien Ermessen des Gerichts überlassen bleiben sdll. Schwere Bedenken habe ih aber undzähnlich-hak sih ja au< der Vorredner ausgesprochen gegen die Bestimmung,, wonach: in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten die. Hohe der Vergütung. zwischen - den Parteien und den Sachverständigen bvér- einbart werden kann. Da sollte vielmehr das Gericht mitwirken. Ich denke dabei an Falle, wo nur ein einziger Sachverständiger zur Berfügung steht, wie bei \{<wierigen technishen oder chemischen Fragen. În welche hwierige Lage können da die Parteien kommen? Da liegt die Gefahr einer captatio benevolenatiae des Sah- verständigen nur zu nahe, indem seitens der einen oder der anderen Partei bei der Festseßung eine Erhöhung der Entschädigung vorge- \{<lagen wird. Dann entsteht sehr \<nell die Befürchtung, daß die Unparteilichkeit des Sachverständigen nicht ganz intakt sei. Wenn bei Bemessung der Gebühren für Zeugen erklärt wird, es fei eine Bürgerpflicht, vor Gericht zu erscheinen und Zeugnis abzulegen, deshalb solle die Gebühr entsprehend niedriger gehalten werden, so scheint mir dieser Saß wohl nur ein fiskalishes Interesse zu deken. Wenn nun zwei Leute prozessieren, so muß der ecinfahe Bürger, der die betreffende Angelegenheit vielleicht gesehen hat, seine Bürger- pflicht erfüllen und vor Gericht ersheinen. Wenn diese beiden dann von ihrem Bürgerrecht Gebraub machen, einander möglichst hohe Kosten zu verursachen und die Angelegenheit dur< alle Jnsktanzen hindur treiben, so muß der harmlose Bürger, der das Pech hatte, Augenzeuge zu_ sein, immer wieder vor den Gerichts\hranken er- {einen und Stunde auf Stunde versäumen. Da ist es nur billig,

f wenn man darauf kommt, eine wirklih entsprehende Entschädigung festzuseßen. Es gibt Fälle, wo die Praxis besonders hart ist, so z. B. bei Aerzten oder auch bei Gastwirten. Da stellt sih das Gericht auf den Standpunkt, die Gastwirtschaft geht weiter, au<h wenn der Gast- wirt im Gerichtsgebäude weilt. Es liegt also feine Erwerbs- versäaumnis vor. Solche Härten müssen beseitigt werden. Sehr {were Bedenken habe ih gegen $ 8 der Vorlage, wonach die Ge- bühren für vereidigte Sachverständige dur<h Tarife festgeseßt werden konnen. Jch weiß nicht re<t, welchen Wert eine folde Bestimmung haben soll, die beobachtet werden fann, aber ni<ht beobachtet werden muß. Da ist es besser, man streiht die Bestimmung und stellt die Festseßung in das Ermessen des Richters. Im übrigen stehe ih auf dem Standpunkt, daß, wenn wir das Geseß no< so sehr verbessern, doch mancherlei berehtigte Klagen der Bevölkerung nicht verstummen werden. Dabei denke ih vor allem an eine verständigere Festsetzung der Tagesordnung. Da werden Parteien auf 10 Uhr geladen, obwohl man ganz genau weiß, daß die Sachen von 9 Uhr noch lange nit erledigt fein können, und dann müssen die Parteien \stundenlang warten. Das geschieht nur aus Angst, es könnte dur< das Ausfallen einer Sache vielleicht einmal eine kleine Pause entstehen. Mit ein bißchen Ueberlegung ließe sih da manches bessern. Gestern erhielt i selbst eine Zustellung, wonach ih auf den 9. November vor Gericht ge- laden werde; auf der Rückseite der Vorladung steht aber, daß ih am 9. no< nit zu erscheinen brauche, daß ih aber vom 10. ab für das Gericht erreichbar sein foll; und dabei wird die Dauer des Prozesses auf etwa 4 Wochen verans<lagt. Das bedeutet in praxi einfa Stubenarrest auf 4 Wochen. Im übrigen bin ih dafür, die Vorlage einer Kommission von 14 Mitgliedern zu überweisen.

_ Abg. Dr. Giese (dkons.): Auch meine politishen Freunde sind erfreut darüber, daß man dem Wunsche des Reichstages entsprochen hat. Wir erkennen gern an, was diese Vorlage bringt; aber wir würden noch mehr erfreut Cin, wenn sie no< etwas mehr enthalten würde. Die Regierung begründet die in der Vorlage vorgesehene Entschädigung für die Zeitversäumnis der Zeugen, daß die Zeugnisablegung eine \taatsbürgerliche Pflicht ist. Aber man muß do< au< no< andere Dinge berücksichtigen, so, daß sih gegen früher der Wert des Geldes sehr verändert hat. Es entspriht auch einer gewissen Billigkeit, wenn man- die Zeugen besserstellt. Zudem 1} es au<h kein Vergnügen, als Zeuge vor Gericht zu erscheinen. Die meisten empfinden es sogar als eine Tortur. Man braucht ssti< nur zu vergegenwärtigen, wie lange die Zeugen oft in den unzulänglihen Gerichtsräumen warten müssen, che fie ihr Zeugnis ablegen können. Bezüglich der “Entschädigung der Sachverständigen müssen ja ganz andere Gründe Plaß greifen. Das erkennt au< mit vollem Recht die Begründung an. Die Pflicht, ein Sachverständigengutachten abzugeben, ist nur unter ganz gewissen Vorausseßungen gegeben. Der Zeuge referiert nur kurz die Tatfachen, während der Sachverständige oft eine sehr hervorragende Geistes- tätigkeit entwickelt. Deshalb muß er besser entschädigt werden, und zwar so, als ob er seine Tätigkeit außerhalb des Gerichtes ausgeübt hätte. Die vorgebrachten Gründe gegen das Privatabkommèén zwischen den Parteien und Sachverständigen wird man in der Kommission na» zupruüfen haben. Es wird si<h auch empfehlen, daß die besonderen Umstände genauer festgelegt werden, wann die Erhöhung der Gebühr auf 6 M zu erfolgen hat. Wir sind mit Ueberweisung an die Kont mission einverstanden.

Abg. Werner - Hersfeld (d. Reformp.): Die Art, wie die Zeit- versäumnis den Zeugen entsGädigt wird, muß ‘geändert werden. Hier darf dem freien Ermessen des Richters ein m<t zu (rener Spiel- raum gewährt werden. Notwendig ist es auch, daß die Gastwirte nah

denselben Gesichtspunkten wie andere Leute entschädigt werden. Die