1914 / 3 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Bekanntmachung.

Der Fernsprechverkehr is eröffnet worden zwischen Berlin und den deutshen Orten Waldsee (Württ.) ge- wöhnlihe Gesprähsgebühr 1,50 #& —, Noldau, Ortenburg, Plattling, Salder und Vilshofen (Niederbayern) je 1 M —.

Berlin C. 2, den 3. Januar 1914.

Kaiserliche Oberpostdirektion. Vorbe.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : den Geheimen Regierungsrat Melchers in Breslau zum Oberregierungsrat zu. ernennen und den nachgenannten Be- amten die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienjte zu erteilen, und zwar

dem Wirklichen Geheimen Oberbaurat Shwering, bisher Präsident der Eisenbahndirektion in Saarbrücken, dem Wirk-

lichen Geheimen Oberregierungsrat Schulze-Nickel, bisher Präsident der Eisenbahndirektion in Posen, dem Geheimen Regierungsrat Dr. phil. Mertens, bisher Mitglied der Eisen- bahndireftion in Bromberg, den Geheimen Bauräten Rüter, bisher Mitglied der Eisenbahndirekiion in Erfurt, und Georg Simon, bisher Mitglied der Eisenbahndirektion in Hannover, fowie dem Eisenbahnverkehrsinspektor Rohde, bisher Vorstand des Eisenbahnverkehrsamts in Nordhausen, leßterem unter Ver- leihung des Charafters als Eisenbahndirektor mit dem per}on-

lihen Range eines Rats vierter Klasse.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst gerußt :

den Regierungsrat Tiebel in Breslau zum Ober- regierungsrat zu ernennen und s : infolge der von der Stadtverordnetenversammlung in

Bonn getroffenen Wahl den Baurat Nudolf Schultze daselbst

als besoldeten Beigeordneten der Stadt Bonn auf fernere zwölf Jahre zu bestätigen.

Des Königs Majestät haben Allergnädigst geruht:

den Provinziallandtag der Provinz Ostpreußen zum 3. März 1914 nach der Stadt Königsberg, den Provinzial- landtag der Provinz Westpreußen zum 10. März 1914 nah der Stadt Danzig, den Provinziallandtag der Provinz Brandenburg zum 22. Februar 1914 nach der Stadt Berlin, den Provinziallandtag der Provinz Pom mern zum 11. März 1914 nah der Stadt Stettin, den Provinziallandtag der Provinz Sachsen zum 1. März 1914 nach der Stadt Merse- burg, den Provinziallandtag der Provinz Schleswig - Holstein zum 15. März 1914 nach der Stadt Kiel, den Provinziallandtag der Provinz Hannover zum 25. Februar 1914 nach der Stadt Hannover, den Provinziallandtag der Provinz Westfalen zum 8. März 1914 nach der Stadt Münster, den Provinziallandtag der Rheinprovinz zum 8. Februar 1914 nah der Stadt Düsseldorf, den Kommunallandtag des Regierungsbezirfs Cafsel zum 2. März 1914 nach der Stadt Cajjel, den Kom- munallandtag des Regierungsbezirks Wies baden zum 20. April 1914 nach - der Stadt W®s W166 nd den Kommunallandta( det Sohenzollern\cheows 2400 sum 29.. März, 1914 na 7 Bztadt Sigmaringen #0 13,006° / - iede * have Setne “Diojostät den Königlichen Regierungspräfidenten Dr. von Meijter in Wiésbaden zum Stellvertreter des Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau in seiner Eigenschaft als Königlicher Kommissar für den Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden zu er- nennen gecuht.

Ministerium der öffentlihen Arbeiten.

Versetzt sind: der Regierungs- und Baurat H oese, bisher in Oppeln, als Vorstand des Eisenbahnbetriebsamts 1 nach Halle (Saale), die Regierungsbaumeister des Eisenbahnbaufachs Günther Sievert, bisher in Harburg, als Mitglied (auftrw.) der Eisen- bahndirektion nah Breslau, Hammann, bisher in Saarbrücen, als Vorstand (auftrw.) des Eisenbahnbetriebsamts 1 nach Oppeln, E gert, bisher in Neuß, zur Eisenbahndirektion nach Erfurt und Brückmann, bisher in Glogau, zur Eisenbahn- bauabteilung nah Osnabrück, der Regierungsbaumeister des Maschinenbaufahs Dr.-Jng. Gustav Wagner, bisher in Dortmund, nah Duisburg als Vorstand des neu errichteten Eisenbahnwerkstättenamts Wedau, sowie der Regierungsbau- meister des Hochbaufahs Röttcher, bisher in Cöln-Deug, zur Eisenbahndirektion nah Cassel.

Verseßt sind ferner: die Regierungs- und Bauräte Rad- loff von Shleswig nah Düsseldorf und Harms von Düjjel- dorf nah Merseburg, der Baurat Müller, Oskar, von Celle an die Weichselstrombauverwaltung und die Regierungsbau- meister Zimmermann, Walther, von Naumburg ‘a. S. an die Regierung in Marienwerder, Krecer von Pr. Stargard nach Berlin (im Bereich der Ministerialbaukommission), Gährs von Rendsburg als Vorstand des Bauamts für die Aller- fanalisierung in Celle, Moumalle von Cöln nach Bonn, Rudolph, Michael, von Kempen nah Halle a. S. zum Hoch- bauamt II und Harling von Berlin als Vorstand des Hoch- bauamis in Braunsberg.

Dem Eisenbahningenieur Georg Brandt in Hoyerswerda ist die Stelle des Vorstandes des Eisenbahnwerkstättennebenamts daselbst verliehen.

Die Geheimen Bauräte Beißner in Merseburg Graßmann in Berlin sind in den Ruhestand getreten.

und

Ministerium des Innern. Der Oberregierungsrat Tiebel ist dem Oberpräsidenten der Provinz Schlesien zugeteilt worden.

___ Der Kreisassistenzarzt Dr. Otto Schulz aus Otterndorf ist zum Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung des Kreis- arztbezirks Kreis Worbis beauftragt worden.

Das Tetanusantitoxin mit der Kontrollnummer 84, geschrieben: „Vierundachtzig“, aus dem Behringwerk in Mar- burg ist wegen Abschwächung zur Einziehung bestimmt.

Finanzministerium. Königliche Generallotteriedirektion.

Bekannimachung.

Die Ziehung der 1. Klasse der 4. Preußish-Süd- deutschen (230. Königlich Preußischen) Klassenlotterie wird nah planmäßiger Bestimmung am 12. Januar d. J., früh 81/2 Uhr, ihren Anfang nehmen. Das Einschütten der 214000 Stammlosnummeröllhen der 4. (230.) Lotterie und der 5000 Gewinnröllhen der 1. Klasse dieser Lotterie wird hon am 10. Januar d. J., Nachmittags 11/5 Uhr, durch die Königlichen Ziehungskommissare öffentlih im Ziehungssaal des Lotterie- gebäudes vorgenommen werden.

Berlin, den 2. Januar 1914.

Königlich Preußische Generallotteriedirektion. Strauß. Gramms. Dr. Däumling.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

Belanntma Qu s. Am 831. Dezember 1913 waren im Preußischen Staatsschuld buche eingetragen 80 566 Konten im Gesamtbetrage von 3 568 806 300 f. 3erlin, den 3. Januar 1914. Hauptverwaltung der Staatsschulden. von Bischoffs hausen.

BYéelanntmacGQGUnü:

Die ‘im Jahre 1894 geborenen und d ie älteren jungen Männer, über deren Militärverhältnis noch feine endgültige Entscheidung getroffen iit, haben fih zur Aufnahme in die Rekrutierungsstammrolle in der Zeit vom 2. bis 15. Ja- nuar 1914 von Vormittags 8 bis Nachmittags 7 Uhr (Sonn- tags nur Vormittags) im Geschäftsraum ihres Polizeireviers persönlih zu melden und ihre Geburts- oder Losungsscheine usw. mitzubringen. Vorübergehend abwesende Militärpflichtige sind von ihren Eltern, Vormündern, Lehr-, Brot- oder Fabrifherren anzumelden. Wer die Anmeldung versäumt, wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 # oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft.

Anträge auf Zurückstellung oder Befreiung von der Aus- hebung sind vor dem Musterungsgeschäft, spätestens aber im Musterungstermin anzubringen.

Berlin, den 20. Dezember 1913.

Die Ersazkommissionen der Aushebungsbezirke Berlin. Frommel.

Nicjtamltlicßes. Deutsches Reich. Preußen. Berlin, 5. Januar 1914.

Seine Majestät der Kaiser und König ist, wie „W. T. B.“ meldet, heute morgen auf dem Potsdamer Bahn- hof von Sigmaringen wieder eingetroffen und hat sich nah dem Königlichen Schlosse begeben. Jhre Majestät die Kaiserin und Königin war furz vorher hier eingetroffen.

Fhre Majestäz die Kazzerin und Königin empfingen heute ' im hiesigen Königlich: Schlosse die Gesandten von Guatemala und Cle sowie den fiamesishen Gesandten in Audienz.

Der Königlih spanishe Botschafter Polo de Bernabé

ist nah Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Botschaft wieder übernommen.

Der Präsident des Oberverwaltungsgerichts, Wirklicher Geheimer Rat Dr. von Bitter ist am 4. d. M. in Berlin nach kurzem Leiden verschieden.

Geboren am 8. Januar 1846 zu Merseburg als Sohn des Wirklichen Geheimen Rats und Präsidenten der Seehandlung von Bitter, trat der Verewigte im Jahre 1866 als Aus- fultator in den Staatsdienst, wurde, nachdem er inzwischen an den Feldzügen von 1866 und 1870/71 teilgenommen und sich das Éiserne Kreuz II. Klasse erworben hatte, zum Gerichts- assessor ernannt und 1873 als Regierungsassessor in die allge-

meine Staatsverwaltung übernommen. Zunächy bei der Regierung und dem Oberpräfidium zu Posen beschäftigt, wurde er 1875 zum Landrat des Kreises Waldenburg

i. Schl. und 1882 zum Geheimen Regierungsrat und vor- tragenden Rat im Ministerium des Jnnern ernannt, dem er bis zum Jahre 1888 angehörte. Von 1879 bis 1888 war er Mitglied des Abgeordnetenhauses als Vertreter des Wahl- kreises Waldenburg-Reichenbah. Jm August 1888 erfolgte seine Berufung zum Präsidenten der Regierung in Oppeln, die er 10 Jahre hindurch geleitet hat. Jm Januar 1898 wurde ‘er zum Ministerialdireftor im Ministerium des Jnnern und im September 1899 zum Oberpräsidenten der Provinz Posen ernannt. Nachdem er in dieser Stellung im Jahre 1902 mit dem Charakter als Wirklicher Geheimer Rat begnadet war, schied er im Jahre darauf vorübergehend aus dem Staatsdienste aus.

Im November 1905 übernahm er zunächst die Stellung als Direktor der Hauptverwaltung der Staatsschulden, aus der er Ende 1907 infolge seiner Ernennung zum Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts schied. Jm Oktober 1910 wurde er aus Allerhöchstem Vertrauen in das Herrenhaus unter gleih- zeitiger Ernennung zum Kronsyndikus berufen.

In dem Entschlafenen verliert die preußishe Verwaltung einen Beamten von ungewöhnlichen Gaben, großer Tatkraft und vorbildlichem Pflichteifer. Wie er in allen seinen Aemtern dem Staate wertvolle Dienste geleistet hat, so befähigten ihn sein scharfer juristischer Verstand, seine umfassende Kenntnis des Ver- waltungsrechts und seine große praftische Erfahrung vor allem auch für die zulezt von ihm bekleidete Stellung als Leiter des obersten preußishen Verwaltungsgerihtshofs. Bei Bildung der Immediatkommission für die Reform der inneren Verwaltung durch Allerhöchstes Vertrauen zu ihrem Mitgliede berufen, hat er mit der ihm eigenen vollen Hingabe an jede neue Aufgabe auch an den Arbeiten dieser Kommission hervorragenden Anteil genommen. :

Seine Verdienste sind von seinem Könige durch zahlreiche höchste Auszeichnungen, zulegt durch die Verleihung des Noten Adlerordens 1. Klasse mit Eichenlaub, gewürdigt worden.

Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. S. „Lu chs“ am 31. Dezember in Pafhoi, S. M. S. „Kaiser“ mit dem Chef der detacierten Division und S. M. S. „Straßburg“ am 2. Januar in Victoria (Kamerun), S. M. S. „Dresden“ am 2. Januar in Funchal (Madeira), S. M. S. „Vineta“ am 2. Januar in St. Thomas (Westindien) und S. M. S. „Victoria Louise“ am 3. Januar ia Alexandrien ein- getroffen.

Bayern. 2

Jhre Majestäten der König und die Königin haben vorgestern mittag, wie „W. T. B.“ meldet, in der Residenz in Gegenwart des Staatsministers Freiherrn von Hertling das am hiesigen Hofe beglaubigte diplomatishe Korps empfangen, das zum Jahreswehsel und zum Geburtstage Seiner Majestät des Königs die Glückwünsche darbrachte. An den Empfang {loß ih Hoftafel im Hofballsaal der Residenz, an der die Damen und Herren des diplomatischen Korps, die obersten Hofchargen, der Staatsminister Freiherr von Hertling, der Staatsrat von Dandl sowie der Hofdienst teilnabmen. Bei der Tafel brachte Seine Majestät der König einen Trinkspruch auf die am hiesigen Hofe diplomatish vertretenen Staatsober- häupter aus.

Gestern vormittag hat Seine Majestät der König die Staatsminister Freiherrn von Hertling, Freiherrn von Soden- Fraunhofen, von Thelemann, von Breunig und den Kriegs- minister Freiherrn von Kreß sowie die ersten Präsidenten der beiden Kammern des Landtags in Audienz empfangen, um ihnen - hierbei die aus Anlaß des Allerhöhsten Ge- burtstags verliehenen Auszeichnungen bekannt zu geben. Der erste Präsident der Kammer der Reichsräte Karl Ernst Graf Fugger von Glött wurde in den erb- lihen Fürstenstand, der Vorsitzende des Ministerrats Dr. Freiherr von Hertling in den erblichen Grafenstand et- hoben. Der Staatsminister Dr. von Soden-Fraunhofen erhielt das Großfreuz des St. Michael-Verdienstordens, der Kriegsminister Freiherr von Kreß das Großkreuz des Ver- dienstordens der bayerischen Krone. Der Justizminister von Thelemann und der Finanzminister von Breunig wurden in den erblichen Adelsstand erhoben. Der Präsident der Kammer der Abgeordneten Dr. von Orterer erhielt den Titel und Rang eines Geheimen Rates und das Prädikat Erzellenz.

Sachsen.

Der sächsische Gesandte an den süddeutshen Höfen, Wirk- liher Geheimer Rat Freiherr von Friesen tritt, wie „W. T. B.“ meldet, am 1. April in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger is der gegenwärtige Gesandte an den thüringischen Höfen von Stiegliß bestimmt.

Oesterreich-Ungarn.

Wie die „Wiener Politische Korrespondenz“ erfährt, hat der Präsident der vorläufigen Regierung Albaniens Js8mail Kemal Bei an den Minister des Aeußern Grafen Berchtold folgendes Telegramm gerichtet:

Ih shäâge mit glüdlih, die ersten Wünsche des albanesishen Staats für das neue Jahr durch Eure Exzellenz der Kaiserlichen und Königlichen Negterung zu übermitteln. Ich benußze diese Gelegen- beit, um Eurer Exzellenz die tiefe Dankbarkeit des albanesischen Rolkes sowie meine Erkenntlichkeit für Ihre wohlwollende Unter- stüßung auszudrüden, dank welcher Albanien seine Unabhängigkeit er langt hat.

Graf Berchtold antwortete:

¿

Jch beeiie 1th, Eurer Exzellenz den aufrihtigsten Dank der Regierung auszudrücken für die freundlihen Wünsche anläßlih des

neuen Jahres. Ich bitte Sie, die wärmsten Wünsche zu empfangen, die die Regierung für das Glück und dié Wohlfahrt der tapferen lbanesishen Nation hegt.

Die Sonderkommission des

österreichischen

Herrenhauses für die Steuervorlagen hat ihre Be-

ratungen vorgestern beendet und nach einer Meldung des „W. T. B.“ beschlossen, die Einseßung einer aus Mitgliedern

beider Häuser zusammengeseßten Konferenz auf Grund des § 11 * Danach wählen, wenn

der Geschäftsordnung zu beantragen. bei Beratung einer dringenden Vorlage die Uebereinstimmung beider Häuser nicht zu erzielen ist, beide Häuser die gleiche

Anzahl von Mitgliedern für eine Konferenz, die gemeinschaft-

lichen Bericht erstattet. Fraukreich. Nach einer vom „W. T. B.“ verbreiteten offiziösen Mit-

teilung ist die französische Regierung von der türkischen ersucht worden, ihr weitere fünf Offiziere zur Leitung der Gendarmerie

in Kleinasien zur Verfügung zu stellen, deren Befehlshaber der französishe General Baumann isft.|

Nuß:land.

Der Kaiser hat gestern mittag den Präsidenten der

Reichsduma in Audienz empfangen, der über die Arbeiten der Reichsduma eingehend Bericht erstattete.

Türkei.

Der russishe Botschafter von Giers und der deutsche

Geschäftsträger von Mutius hatten vorgestern mit dem

Großwesir Said Halein Pascha Besprehungen über die

Wie „W

Frage der Reformen für Ostanatolien.

A D D

meldet, ist vor allem noch das Problem zu lösen, wer etwaige Meinungsverschiedenheiten zwischen den Generalinspektoren und

dem Zentraldepartement entscheiden wird. Der serbische Gesandte Pawlowitsch und Reschid

Bei haben vorgestern die Beratung über den türki}\ch- serbishen Friedensvertragsentwurf wieder auf- genommen.

Durch ein Jrade wird der Oberst Enver Bei zum? Kriegsminister unter gleichzeitiger Beförderung zum Brigade- general ernannt. Bei in Audienz empfangen, wobei Enver den Amtseid leistete.

Griechenland.

Die Regierung hat der Kammer einen Gesetzentwurf, betreffend die Aufnahme einer Anleihe im Betrage von 500 Millionen Drachmen, unterbreitet. Wie „W. T. B.“ meldet, ist die Anleihe binnen fünfzig Jahren zurückzuzahlen ; der Zinsfuß beträgt fünf Prozent, die halbjährlich zu entrichten sind. Der Emissionskurs wird mindestens 8732/4 sein, die Kommissionsgebühr 1/4 Prozent betragen. Der Finanzminister wird ermächtigt, als Deckung die Ueberschüsse

Der Sultan hat vorgestern abend Enver

er Einkünfte

aus der Tabakzusaßsteuer und gewissen Zolleinnahmen abzu-

treten. Sollten diese Quellen nicht ausreichen, so wird das

Siaatsbudget für die Deckung des Restes vorsorgen. Der Finanzminister ‘hat einen Geseßerttwurf unterbreitet,“ dur * den ein Konventionaltarif eingeführt wird, der die Eingangszölle für verschiedene Produkte, wie Zucker, Kaffee, ‘Tee, Reis, Konserven, Benzin und andere, um mehr als die Hälfte herabsest. :

Nach einer Meldung des Wiener „K. K. Telegraphen- Korrespondenz-Bureaus“ haben fich zahlreihe griech1is\che Freiwillige, die sih in Kawalla aufhielten, als Freiwillige für Epirus gemeldet. Außer den Jerolochiten, d. \. heilige Bataillone, die ungefähr 30 000 Mann stellen, werden 30 000 Mann aus Griechenland und aus allen Ländern, wo Griechen leben, nah Epirus geshickt. Von allen Seiten gehen Waffen und Munition dahin ab. Am 31. Januar, dem Tage, der für die Räumung des albanischen Epirus seitens der Griechen fest- geseßt ist, wird der Gouverneur von Epirus Zografos demissionieren und fih an die Spiße der Freiwilligen stellen.

Rumänien.

Die Abgeordnetenkammer hat vorgestern die Ant- wortadresse auf die Thronrede mit 115 gegen 5 Stimmen angenommen. ;

Fn der Debatte über die Adresse zur Thronrede stellte der Ministerpräsident Majorescs, in Erwiderung auf die von mehreren Nednern geübte Kritik, die Uebereinstimmung in - den Anschauungen innerhalb der Megierung und thr Zusammenarbeiten în allen Fragen der auswärtigen Politik fest. „Die Regierung“, führte der Ministerpräsident aus, „durfte nach dem Bukarester Frieden nidt, wie Bratianu verlangt hat, zurücktreten, da sie die ganze Verantwortung auf sich genommen und um das Vertrauen des Parlaments gebeten hatte. Sie mußte über thre Aktion Rechenschaft abl-gzn und über die am Grünbuh geübte Kritik Nede stehen.“ Die Behauptung von der“ politisben Abhängigkeit Rumäniens von O-fterreih- Ungarn erklärte der Ministervräßident für unrichtig. Er führte als Beweis dessen ein an den rumänischen Gesandten in London gerihtetes Telegramm an, worin dieser aufgefordert wird, einzig und allein die Interessen Rumäniens zu wahren und \ich von Feiner Mat ins Schlepptau nebmen zu lassen. „Man hat“, erklärte der Minister präsident, „von uns verlangt, mit Serbien gegen Bulgarien zusammenzugeben. Aber im September vorigen ahres wußten wir, daß ein serbis{.bulgarisches Bündnis mit einer feirdlihen Tendenz sowohl gegen Rumänien wie gegen Oesterreich- Ungarn bestehe. Wir hatten somit dieselben Interessen wie Oester- reid-Ungarn und gingen den gleichen Weg. Es ist unrichtig, daß Oesterreich-Ungarn niht Rumäniens Freund war und Bulgarien be- günstigt bat. Im Gegenteil, Graf Berhtold hat Bulgarien den Nat erteilt, ih mit uns zu verständigen. Als O: sterreih-Ungarn in die Lage vérseßt wurde, ih in der zwishen Rumänien und Bulgarten \chwebenden Frage auszusprecken, bat es sich für Rumänien aus- gesprochen.“ Der Ministerpräsident kritisieite sodann die Angriffe

eirer gewissen Presse gegen Desterteich - Ungarn und betonte, daß die Regierung diese Haltung in_ aller Form mißbilligt habe. E3 sei natürlich gewesen, daß Oesterreih-Ungarn für dte

Revision des Bukarester Vertrages eingetreten set, was übrigens auch Nußland getan habe. Der Staatssekretär Grey habe ebenfalls erklärt, daß die Mächte ein Necht hätten, den Bukarester Vertrag zu prüfen, denn diefer berühre auch das Gebiet der europäischen Türkei und sei somit ein europäisches Interesse. Daher habe die Einbeziehung tückishen Gebiets in den Bukarester Vertrag vermkteden werden müssen. Rumänien habe somit die Forterung der Türkei, an den Bukarester Verhandlungen teilzunehmen, zurückgewiesen im Hinblick darauf, daß es sich nur um Gebietsveränderungen zwischen den christ- lien Staaten und nicht um solhe in ihren Beziehungen zur Türkei handelte. Auf diese Weise sei die Nevision vermieden worden.

Serbien.

Der König hat einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge die Demission des Kabinetts nicht angenommen in der Er- wägung, daß kein Grund hierfür vorliege. Die Krise kann als beigelegt gelten.

Der russishe General Holmsen is in Belgrad ein getroffen und vom König fowie vom Ministerpräsidenten Raschitsch in Audienz empfangen worden. Er wird sich zur Schlichtung des serbish-bulgarishen Grenzstreites, der auf mangelhafte Karten zurückzuführen ist, an die Grenze be- geben.

Die Skupschtina hat obiger Quelle zufolge mit 88 gegen eine Stimme in leßter Lesung das Budgetprov1-

sorium für Januar und Februar angenommen und sich darauf bis zum 4. Februar vertagt. Die Oppohition war aud) gestern der Sißung ferngeblieben.

Bulgarien.

Bei Beginn der vorgestrigen Sißzung der Sobranje kündigte der Ministerpräsident Radoslawow die Demission des Kabinetts an. Die Sobranje vertagte sich darauf bis zur Bildung des neuen Kabinetts.

Der König hat gestern den Präsidenten der Sobranje, Waischew in Audienz empfangen, um mit ihm über die Lösung der Kabinettskrise zu beraten. Wie „W. T. B.“ meldet, wurde auf Empfehlung Watshews Radoslawow mit der Neubildung des Kabinetts betraut. Bis heute Nach- miitag muß das Kabinett konstituiert sein, um sich der Sobranje vorzustellen, die nah der heutigen Sißzung in die Weihnachts- ferien geht.

Amerika.

Nach einer Erklärung des Präsidenten Wilson hat seine Besprehung mit dem Sondergesandten Lind, wie „W. T. B.“ theldet, keinen Wechsel in der Politik der Regierung gegen über Meriko zur Folge gehabt. Auch ist kein neuer Plan oder Schritt in der gegenwärtigen Lage beschlossen worden.

Das Staatsdepartement in Washington hat die Amerikaner, die Mexiko verlassen haben, wegen der wirtschaft- lichen und politischen Zustände in Meriko davor gewarnt, dorthin zurückzukehren.

Nach Depeschen des

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„W. T. B.“ aus Presidio hat der Kampf bei Ojinaga vier Tage gedauert. Die Aufständischen haben fich am Freitagabend zurücgezogen und erwarten Munition aus Chihuahua. Die Verluste der Aufständischen waren größer als die der Bundestruppen, die etwa hundert Mann verloren. Zweitausend Mexikaner, darunter halb ver- ungerte Frauen und Kinder sowie einige Bundessoldaten, haben sich, um den Gefahren der Schlacht bei Ojinaga zu entgehen, über den Rio Grande auf amerikanisches Gebiet geflüchtet. i

Der Angriff der mexikanischen Jnsurgenten auf Nuevo Laredo ist vorläufig aufgegeben worden. Die Jnsurgenten geben zu, daß sie einen hartnäckigeren Widerstand gefunden haben als sie erwartet hatten. Sie erklären, daß sie in zwei Tagen mit Verstärkungen zurückkehren würden.

Der argentinishe Senat hat das Budget für 1914 angenommen.

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S tatistik und Volkswirtschaft. Der Viebsiand Bayerns am 1. Dezember 1913,

__ Die nah Bundesratsbes{luß am 1. Dezember 1913 vorgenommene Viehzählung, die sih in Bayern auf Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen erstreckte, bat nach den vorläufigen Zusammenstellungen des baverisden Statistischen Landeëamts ein ‘im allgemeinen günsttges Ergebnis geliefert. Der Viebstand Bayerns und seine Entwicklung Ee E Viebzählung vom 2. Dezember 1912 stelit fch danach, wie foigl :

Zunahme bezw. Abnahme (—) Bestand E E E 1913 1913 1913 gegen 1912 gegen 1907 um Stück v. H. [um Stück v. H.

Rindvieh: Kälber bis zu drei

Monaten . . 330 236 31397} 10,5 21 418 6,9 Iungvieh von drei

Monaten bis zu

Da e. l 050 936 9129 O0,s— 30373 2s 2 JSahre alte und |

ältere Bullen,

Stiere u. Ochsen | 425 815 57 9851 158 |— 6182— 14 2 Jahre: alte und

ältere Kübe . .. 11889318 37 071 920 I— 13988 0,7 Rindvieh ins-

gesamt .… « 13 696305} ‘139982 3,8 |—- 29 1259 0,8, Schweine:

Ner F Far. . « « 1292410 Z200.001). 240 124 496 10,7 a S 602 725 38 606 6,8 I— 37195 d, 1 Jahr alte u. âltere

Schweine . . 206 439— 1390— 0,7 |— 41 888 16,9 Schweine ins-

Geiamt ... 210160 280217) 158 45 413 2,2,

Schafe insgesamt | 490389 147288 3,1 [— 244 724i— 33,3, Ziegen insgesamt] 322835 Ha 2A 14 685 48.

Im RNindvtebstapel, der während der leßten Jahre infolge von Futternot und Viebseuchen stark vermindert wurde, find die Ver- luste der leßten Jahre wieder ausgeglichen, wenn au der bohe Stand des Jahres 1907 noch nit ganz erreicht ist. Geht man auf die Unterabteilungen ein, fo ist die besonders große Zahl an Kälbern bemerkenswert, die au die des Jahres 1907 übersteigt.

_ Auch die für die Volksernährung besonders wiGtigen Schw eine - bestände, die im Vorjabre einen außergewöhnlichen Tiefstand aufwiesen, wurden wteder ergänzt, wobei insbefondere der Bestand an ZJungshweinen unter } Jahr sich fast um ein Viertel vermehrt hat. Die Zunahme ift \o beträchtlih, daß der für das Jahr 1907 fest- gestellte Shweinestapel noch übertroffen wird.

Der seit Jahrzehnten andauernde Rückgang der Schafzucht wurde in der Zeit von 1912 auf 1913 durch eine Zunahme unter- brochen, die jedoch ähnlich wie im Jahre 1907 wobl nur eine vor- übergehende sein wird.

Die Ziegen, deren Zahl sich seit längerer Zeit ununterbrochen vermehrt, zeigen wiederum ein Anwachsen ihres Bestandes.

Zur Arbeiterbewegung.

Die Genter Terxtilindustriellen haben ,W. T. B.* zufolge am 3. d. M. beschlossen, die Betriebseinshränkung, welche die Ge- \chäftslage jüngst notwendig machte, für die Monate Januar und Februar aufredtzuerbhalten.

Aus Johannesburg wird dem „W. T. B.“ telegraphiert: Da zwishen den Bergleuten von Natal und den Gruben- besizern keine Einigung erzielt wurde, haben die Führer der Syn- dikaliiten vorgeschlagen, am 7. Januar in den allgemeinen Aus stand zu treten, falls nicht vorher eine Lösung gefunden wird.

Wohlfahrtspflege.

Erfüllung der Wartezeit für Altersrentner nach der Neichs8versicherungsordnung.

Altersrentenanwärter, die im Laufe des Jahres 1914 ibr 70. Lebensjahr vollenden, haben an Beitragswochen nachzuweisen, wenn sie nah Eintritt in die Versicherung beschäftigt waren :

a. als Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Dienstboten, Handlungs-

gehilfen, Betriebsbeamte . . . . 920—960 Beitragswocen, b. als Haus8gewerbetreibendeder Tabak- fabrikation . E E

c. als Hausgewerbetreib»nde der Tertil- industrie mit Versiherungspflicht vom Jahre 1894

d. als Hau8gewerbetreibende der Tertil- industrie mit Versicherungspflicht vom Jahre 1896 P

e. als Lebrer, Lehrerinnen, Erziehe rinnen, Gesellshafterinnen, fonsttge Angestellte, ‘deren dienstlihe Be- [Gequag ibren Hauptberuf bildet, u. dgl. 4 .

880 920 774—814 l

720—760 Z

( 560—600 4

Gehilfen und

l e Lehrlinge in a E

004100 Ï s

Kunst und Wissenschaft.

Das hiesige Seminar für orientalishe Sprachen hat in diesem Fahre mit der Herausgabe eines großen Werks begonnen, eines japanish-deutshen Wörterbuchs, das sämtliche in der japa- nischen Sprache gebrauhten Schriftzeichen selbst, die verschiedene Art der Ausfprahe urd alle möglichen Bedeutungen zusammenstellt. Der Verfaffer ist Geheimrat Rudolf Lange, der als Lehrer des Fapanischen an dem Seminar beschäftigt ist. Die Herausgabe des Werks, dessen vorliegender erster Band bereits 666 doppelsvaltige Seiten umfaßt, ist durch Schenkungen Seiner Majestät des Kaisers und Königs und der preußishen Akademie der Wissenschaften er- mögliht worden.

Ein internationaler M eteorologenkongreß foll im nächsten Sevtember auf Einladung der italienishen Meteorologischen Gesellshaft in Venedig abgehaltén werden. Nah dem vorläufig festgestellten Programm wird die Erörterung der Fragen, die mit der Erforschung der höheren Luftshihten verknüpft find, den Hauptteil der Verhandlungen bilden. Eigene Abteilungen sind für Klimatologie, Rerologie, reine Meteorologie und Meteorologte des Meeres bestimmt. Den Besuchern des Kongresses werden besondere Erleichterungen für die Reise nah Venedig zuae'agt. Die Vorbereitungen hat der Di- rektor des Patriarchalischen Obsecvatoriums in Venedig Dr. O'Carrel übernommen.

Der Professor - Boni hat, wie ,W. T. B." aus Rom meldet, dem italienishen Unterrichtsminister mitgeteilt, daß er auf dem Palatin im Mittelpunkte des ältesten Rom ein dem Pluto und der Proserpina geweihtes Heiligtum gefunden habe.

Die Lebensdauer im alten Rom. Wenn man an die alten Patriarchen in der Bibel denkt, könnte man den S{hluß ziehen, daß die Menschhéit in den leßten zwei oder drei Jahrtausenden furi- lebiger geworden ist. An sich läßt sih auch nichts Bestimmtes aus- sagen, wie #sti% die Entwicklung des Menschen in dieser Hinsicht voU- zogen bat. Sicher ist eigentlih nur, daß die mittlere Ledenédauer infolge der Fortschritte der ärztlichen Kunst und der Gesundheitspflege gestiegen ist. Man weiß aber garnihts darüber, ob etwa der vor- geihihtlihe Mensh eine größere oder geringere Lebensdauer batte als seine Nachkommen in der Gegenwart. Die unwahrsheinlich bohen Lebensangaben für die Patriarchen, unter denen es namentsid Methufalem zu etner sprihwörtliden Berühmtheit gebracht hat, find wobl mebr als Svymbole aufzufassen, zumal sich ähnliche Ueberliefe- rungen im Altertum auch andrer Völker finden. Auch den ältesten dinesischen Kaisern z. B. werden fabelhafte Negterung8zeiten zuge- \chrieben, die oft etn Jahrhundert merflid überschreiten. Diese Be- rihte werden wobl niemals aufgeklärt werden, dagegen follte es nit \chwer sein, die mittlere Lebensdauer für die bedeutendsten Völker des kflaïsishen Altertums zu bestimmen, da in Griechenland und besonders im rômishen Reih doch schon ziemli genaue „standezamtlihe“ Auf-

zeihnungen gemaht wurden und . auch in vielen Fällen überliefert worden sind. Vorzüclih würde es sich verlobnen, durch ver- gleihende Untersubungen zu ermitteln, ob hi {hon damals

ein Gegen’atz zwischen städtishem und ländlihem Leben mit Bezug auf Gesundbeit und Lebensdauer herausgebildet hatte. Großsiädte nah dem beutigen Begriff gab es damals freilich schr wenige, im Abendlande mit Ausnabme von Nom wobl überhaupt keine etnzige. Für Rom selbst läßt si die Frage ziemlich gut beantworten. Auch rômishe Schriftsteller fkennzeibnen die ung?sunde nervenaufreibende Lebensweise der Grofstädte. Virgil in roch milden Worten, aber SFuvenal mit \charfen Geißelhieben. Es verdient Beachtung, daß damals \{chon der Straßenstaub als einer der s{limmsten Gesundheitsfeinde pgebrandmarft wurde. Dr. Muacdonell bat jeßt in den „Biometrika" versucht, aus lateinishen JIns- schriften eine weitere Belehrung über die mittlere Lebenédauer im alten Rom zu gewinnen, und bat daraus eine Bestätigung der un- gesunden Einflüsse des Stadtlebens gezogen. Er beshränkt sih aber nicht auf die Stadt Nom, fondern bat au viele Inschriften zu Nate gezogen, die fi auf die Provinzen beziehen, und zwar auf Spanien, Lusitanien und Afrika. Ec unterscheidet dabei zwischen der bürger- lihen Bevölkerung und ten in Garnison stehenden Soldaten. Daß man in Nom mit einer weit geringeren YLebenédauer rechnete als beute, läßt fich {Gon aus der Tatsahe folgern, daß Cicero in seiner Schrift über das Greisenalter dieses hon vom 46. Lebensjahr rechnet. Heute spricht man von diesem Lebenëabschnitt gewöhnlich als den „besten Jahren“, und noch Leute von 60 Ithren würden eine grimmige Miene aufseßzen, wenn sie mit dem Ehrentitel eines Greises bedachbt werden würden. Die mittlere Lebensdauer in der Stadt Rom soll nur 23 Jahre betragen haben, während fie jeßt

auf ungefähr 50 zu veranschlagen ist. Wer erst das 20. Jahr erreit bat, fann fogar darauf rechnen, im Durbschnitt 60 Jahre

alt zu werden. Erst in den Jahrzehnten zwishen 50 und 60 cheinen die Lebentauësihten im Altertum gleihe gewesen zu fein wie beute, und ein Römer, der erst die Sechzig überschritten hatte, konnte sogar ein noch längeres Leben erbofen als der Kulturmens{ der Gegenwart in derfelben Log?-. Das erklärt fich wohl daraus, daß durch eine bobe Jugendsterblichteit eine fehr starke Auslese fch vollzog. Die Soldaten in den Provinzgarnisonen standen noch \{lechter da als die rômishen Bürger, wäbrend andrerseits auf dem Lande sehr günstige Bedingungen geche:rs{cht haben müssen. Es find auch glaubwürdige Fälle verzeichnet, in denen ein Alter bis zu 125 Jahren erreicht wurde.

Literatur.

S em von Hans Kraemer in Verbindung mit zahlreichen L

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et n heraus8gegebenen, rei illustrierten Lieferung8werk „Der D DIE GIDE \25

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Mensch un Zweite Gruvpe; Verlag von Bong u- Co. in Berlin, Leipzig und Stuttgart; 120 Ueferungen zu je 60 F) liegen die Lieferungen 186—191 vor. Sie enthalten u. a. Aufsäye von dem Konteradmiral z. D! Glagel-Berlin über das Meer als

Mittel des Völkerverkehrs und als Kamvffeld, von Dr. Henning-Berlin über die Binnenwasserstraßen und von dem Konservator Ed. Krause- Berlin über die Entwickiung der Fischerei.

Das Januarbeft der „,Deut)chen Nundschau“ bringt zu dem bundertsten Geburtstag des Philoscvhen Eduard Zeller einen Aufsatz des Berliner Gelehrten Hermann Diels. Die Ausführungen über Richard Wagners religiöse Botschaft in feinem Parsifal von Freiberrn von Soden dürften besondere Aufmerksamkeit verdienen. Hans von Müller veröffentliht neu aufgefundene Tagebücher von E. T. A. Hoffmann. Eine Studie des Vizeadmirals Hoffmann bes@äftigt sich mit dem Panamakanal, über den neuesten Stand des Militärluft- fahrwesens bei den Armeen des Dretbundes und des Dreiverbandes berichtet ein Anonymus. Eine Charakteristik des preußischen Staats- mannes Friedrih von Mog knüpft an an die soeben ers{tenene um- fangreihe Bicgraphie von H. von Petersdorf. Die Belletristik ist vertreten durch eine Erzählung „Der Hackbretiler" des \{weizer Dichters Johannes JIegerlehner und die Fortseßung des Romans „Rohr im Winde“ von Grazia Deledda. Bücherbesprehungen [ließen das Heft.

Nr. 1 des „Zentralblatts für das Deutsche Reih“, herausgegeben im Heihsamt des Innern, vom 2. Januar 1914 hat folgenden Inhalt: Konsulatwesen : Ernennungen; Ermächtigungen zur Vornahme von Zivilstandshandlungen. Zoll- und Steuerwesen: Zu- lassung eines zolifreien Veredelungsverkebrs mit ausländishem rohem eindrähtigem fowie zwei- oder mehrträhtigem, einmal gezwirntem Baumwollgarne. Desgleichen mit ausländischen getrockneten Pflaumen. Fortfall der für Honig angegebenen Beschränkung auf gewisse Er- zeugungsländer in dem Verzeicnis der zum Tranfsitlager ohne Mit-

verschluß der Zollbehörde abzulassenden Gegenstände. Polizeiwesen : Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiete. Theater und Musik. Im Königlihen Opernhause findet morgen, Diens-

tag, die crste Wiederholung des ,Parsifal“ statt, für welche die andere Besetzung der Hauptrollen bestimmt ist; sie lautet: Kundry: Frau Hafgren-Waag; Parsifal: Herr Berger; Gurnemanz: Herr Bischoff ; Amfortas: Herr Bronsgeest; Klingsor: Herr Wiedemann; Titurel:

Herr van de Sande: Stimme aus der Höhe: Frau Goege. Die Vorstellung beginnt um 7 Uhr. Der französishe Vianist Raoul Pugno (geboren am 23. Juni

1852 in Montrouge, Isle de France) ist, wie die Blätter melden, an 32 d. M., auf einer Konzertreise begriffen, in Moskau plöglich ver- storben. Der Künstler stand au in Berlin, wo er erst vor kurzem wieder aufgetreten war, seit vielen Jahren in hohem Ansehen.

Manuigfaltiges. Berlin, 5. Januar 1913.

Laut der von „W. T. B.“ übermittelten endgültigen amt- lichen Meldung sind bei dem Eisen bahnunfall tn Woippy (vgl. Nr. 2 d. Bl.) getôtet sieben, s{chwer verleßt drei und leihter verleut vier Personen. Getötet find die Musketiere Kikers, Reinbard und Paaß der 9. Kompagnie Infanterieregiments

Nr. 173, Wilke 8. Kompagnie Infanterieregiments Nr. 145, Lobmeier und Wullner 10. Kompagnie JInfanterieregiments Nr. 67 und Gefreiter Dahblhoff 2. Kompagnie Infanterie- regiments Nr. 145. Schwer verleßt sind die Musfkettere

Kramer 10. Kompagnie Infanterieregiments Nr. 67, Wedding und Körver 9, Kompagnie JInfanterieregiments Ir. 173, Leichier verlegt die