1914 / 78 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 17 des Reich sgeseßblatts enthält unter

Nr. 4355 das Gesetz, betreffend die Feststellung eines Nach-

trags zum Haushaltsetat für die Schußgebiete auf das Recnungs-

jahr 1913, vom 30. März 1914, unter

Nr. 4356 eine Bekannimachung über den Beitritt der Republik Liberia zu zehn auf der Zweiten Haager Friedens- fonferenz abgeschlossenen Abkommen vom 18. Oktober 1907 vom 19. März 1914, und unter i _ __ Nr. 4357 eine Bekanntmachung, betreffend den Schuß von Erfindungen, Mustern und Warenzeichen auf der Deutschen Ausstellung „Das Gas“ in München 1914, vom 24. März 1914.

Berlin W. 9, den 31. März 1914.

Kaiserliches Postzeitungsamt. Krüer.

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

__ den Unterstaatssekretär im Ministerium des Jnnern, Wirk- lihen Geheimen Oberregierungsrat Holt unter Verleihung des Charafters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz zum Chefpräsidenten der Oberrechnungskammer,

den Regierungspräsidenten Dr. Drews in Köslin zum Unterstaatsfekretär im Ministerium des Jnnern, Den vortragenden Rat im Ministerium des Jnnern, Wirk- lichen Geheimen Oberregierungsrat Dr. von Herrmann zum Präsidenten des Oberverwaltungsgerihts und

den Geheimen Oberregierungsrat und vortragenden Nat im Ministerium des Jnnern Freiherrn von Zedlig und Neukirch zum Präfidenten der Regierung in Köslin zu er- nennen fowie

dem Regierungsrat Prinzen Ferdinand von Schönaich- Carolath in Wiesbaden aus Anlaß seines Uebertritts in iee S den Charafter als Geheimer Regierungsrat zu verleihen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

den Bergrevierbeamten, Bergrat Schaper in Dortmund zum Oberbergrat zu ernennen und

dem Gymnasialdirektor a. D. Dr. Ernst Sommerbrodt

in Lauban den Charakter als Geheimer Studienrat zu verleihen.

__ Seine Majestät haben ferner Allergnädigst geruht, bei ihrem Uebertritt in den Ruhestand zu verleihen:

dem Regierungs- und Schulrat Dr. Schürmann in- Arnsberg den Charafter als Geheimer Regierungsrat,

dem Gewerberat Kubaneck in Eschwege den Charakter als Geheimer Gewerberat,

dem Oberlehrer am Gymnasium in Wiesbaden, Professor Dr. Ludwig Adam, dem Oberlehrer am Matthias-Gym- nasium in Breslau, Professor Max Hein isch, dem Oberlehrer am Gymnatium nebst Oberrealshule in Hameln, Professor Ernst Görges, dem Oberlehrer am Gymnasium in Wies- baden, Professor Julius Bücheler, dem Oberlehrer am Gymnasium in Paderborn, Professor Anton Balkenhol, dem Oberlehrer am Realgymnasium in Rathenow, Professor Ernst Mönch, dem Oberlehrer am Friedrich Wilhelms Gymnasium in Coitbus, Professor Dr. Karl Sch liack und dem Oberlehrer an der König Wilhelms-Schule (Realgymnasium) in Reichen- bah i. Schl., Professor Dr. Otto Handel den Charakter als (Beheimer Studienrat fowie den Eisenbahnobersefretären Merle in Cöln, Enderlein in Altona, Koßney in Köslin, Kriegsmann und Wegner in Borlin, Ernst in Erfurt, Hunger in Cassel und Blümel und Burgund in Breslau, dem technishen Eisenbahnober-

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sekretär Knüpfer in Magdeburg, dem Oberbahnhofsvorsteher | ) Eisenbahnoberkasjen- |

Menzhausen in Nordstemmen, dem steher Fox in Mülheim (Rhein) und dem Eisenbahn- tenvorsteher Hilsen in Danzig-Langfuhr und dem : r in Hagen i. W. den Charakter als

Ministerium für Handel und Gewerbe.

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Der LVberbergrat Josef Hoechst ist von Dortmund an das Oberbergamt in Bonn verseßt worden.

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E pa R + - _ P al e _._ Dem Oberbergrat Schaper ist die Stelle eines tehnishen 4 Ee ae Cho C 4 pr

Viitgileds bei dem Oberbergamt in Dortmund übertragen

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C Di C s - o 4 ÄUrbeiten ind der Ge- F of ih 211 (Bohot ¿Fel 10 Zum Deeimen 11 h # Sn r Cr ; 5 ; c nungsrevitoren Friedrih Ca r- bersefretär Heinrich M uw ur Libert Schnugq zu 9 f Kalkulatore L i { Ap

worden: der Re- Marienwerder nah t: der Gewerberat

die Gewerbeassefssoren Ziegler von Posen nach Krotoschin, Wittgen __von Hannover nah Jtehoe, Dr. Maué von Königsberg T nah Osterode (Harz), Dr. - Jng. Siemonsen von Frankfurt a. M.-Land nah Harburg (Elbe), Walter von Jserlohn nah Bromberg unter Ernennung zu Gewerbeinspektoren ; die Gewerbeassessoren Bollmeyer von Schweidniß nah Emden und Ritter von Liegniß nah Allen- stein zur kommissarishen Verwaltung der Gewerbeinspektionen in Emden und Allenstein: die Gewerbeassessoren Sal m von Kiel nah Königsberg 1, Lüschow von Münster nach Kiel, Schirmer von Potsdam nah Münster, Sauer von Altona nah Posen, Schulte von Düsseldorf-Stadt nah Hannover [, Heidecker von Berlin SW. nah Düsseldorf-Stadt, Fischer von Linden bei Hannover nah Berlin C., Goeldner von Vohwinkel nah Schweidniß, Rohde (Wilhelm) von Reichenbach . Sl. nah Vohwinkel, Simroth von Teltow-Wesit in Berlin- Lichterfelde- West nah Reichenbah i. Schl, Gebhardt von Cassel nah Teltow-West, Winterhager von Merseburg nach | Cassel, Dr. Hantelmann von Kattowiß nah Merseburg, Pasch von Duisburg nah Kattowiz, Szczepanski von Wiesbaden nah Duisburg, Hockelmann von Niederbarnim- Nordwest in Berlin nah Wiesbaden, Dr. Beyer von Bochum na Niederbarnim-Nordwest, Ahrens von Berlin N. nach | Bochum, Loch von Essen (Nuhr) nah Berlin N,, Wasmuht | von Berlin C. nah Essen (Ruhr), Emmel von Dortmund nah Frankfurt a. M. - Land, Reuter von Halberstadt nah Dortmund, Schwarz von Flensburg nah Zserlohn, Schil- ling von Osnabrück nach Flensburg, Dr. Utsch von Görliß 1 nah Osnabrück, Brinkmann von Herford nach Görliß 1, Uthemann von Neisse nah Herford, Spannagel von Saarbrücken - Land nah Barmen, Stiller von Gleiwiß nah Saarbrücken-Land, Schalk von Hildesheim nach Gleiwit, Möbius von Breslau-Ost nach Hildesheim, Blaudszun von Aurich nah Hannover 1], Bäumler von Mülheim (Ruhr) nah Natibor, Niemann von Frankfurt a. M.-Süd nach Mülheim (Ruhr), Perko von M. - Gladbah nach Frank- surt a. M.- Süd, Herwig von Tilsit nah M. - Gladbach in der bisherigen Amtseigenschaft. Fräulein Schalkan, Frl. Risemann, Frl. Werner

und Frl. Plage sind den Gewerbeinspektionen Berlin - Luisen- stadt, Barmen, Herford und Frankfurt a. M. - Nord als

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n, i ore | Johannes Keyser in Säo Joâo da Reserva, Picada Moinho,

Assistentinnen überwiesen worden.

Ministerium der geistlihen und Unterrichts3- angelegenheiten.

Der bisherige Gymnasialoberlehrer Franz Branden- e f aus Wongrowiß ist zum Kreis\chulinspektor in Crone a: Br.

__ der bisherige Oberlehrer am Realgymnasium in Striegau Dr. Josef Wolko ist zum Kreis\schulinspektor in Königshütte und _ der bisherige Oberlehrer an den Königlichen Erziehungs- und Bildungsanstalten in Droyßig Dr. Hans Stabenow zum Kreis\chulinspektor in Swinemünde ernannt worden.

Dem Oberlehrer an dem Realgymnasium in Duisburg- derih Rudolf Steinmeister ist der Charakter als Pro-

M ssor verliehen worden.

fesso Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

__ Jm Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten sind ernannt worden: der Regierungssekretär Ga ß aus Posen zum Geheimen expedierenden Sekretär und Kalkulator und der Negietrungssekretär Schäfer aus Marienwerder zum Ge- heimen Registrator. :

_Die Oberförsterstelle Lanskerofen im Regierungs- bezir Allenstein ist zum 1. Mai 1914 zu besezen und müßen Bewerbungen bis zum 10. April eingehen. 5

__ Die Oberförsterstelle Bleckede im Regierungsbezirk Lüneburg ist zum 1. Oftober 1914 zu beseßen. Bewerbungen müsen bis zum 1. Mai 1914 eingehen.

Finanzministerium.

erseßt find:’die Katasterkontrolleure Busse von Nodheim nah Burgwedel, Steuerinspektor Dierks von Velbert nach Vohwinkel, Steuerinspektor Kropp von Barmen nach Mayen, Lindenau von Pleschen nah Marienburg, Schmidt von Burgwedel nah Velbert, Schroeder von Rheydt uach Barmen, Steuerin)pettor Schu lz von Kaukehmen nach Striegau, Steuer- inspeftor Sypli von Strehlen nah Zoppot, Muermann von Gammertingen als Regierungslandmesser nach Arnsberg und der Rentmeister und Katasterkontrolleur Bühner von Dannen-

berg als Katasterkontrolleur nah Burgdorf.

__ Bestellt sind: die Katasterlandmesser Friß Brandt, Ernst Friedri, Gerster, Neifeind, Rintelen und Sange zu Katasterkontrolleuren in Rodheim bezw. Strehlen, Kaukehmen, Rheydt, Gammertingen und Pleschen.

Vers

Evangelischer Oberkirchenrat.

e Zum Pfarrer der deutschen evangelishen Gemeinde der Mühlenpikade (Rio Grande do Sul, Brasilien) ist der Pastor

bestätigt worden.

BéetäuutmasGnaga Felix Mendelssobn-Bartholdy - Staats- ltipendien für Musiker.

: kommen zwei Stipendien der Felix yshen Stiftung für befähigte und \trebsame ung. Jedes derselben beträgt 1500 . en, das andere für ausübende Ton- eien Zeit erfolgt die Verteilung

rwandten des Generalmusikfdireltors i den Herren Geheimen Kom- ésohn-Bartholdy und den Bankiers delssohn zum Andenken an die ckes Dr. Felix Mendelssohn-Barthboldy Á#Æ und die Bewilligung von Unter- ingetretener Ersparnisse der Stiftung. und Unterstüzungen geschieht an vom Staate fsubventionierten

ite, ohne Unterschied des Alters, de Geschlechts,

rjenige, welher mindestens ein halbes nnten -Snititute gemacht hat. Aus-

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Bedingungen erfüllen, ein Stipendium oder eine Unterstützung empfangen, wenn das Kuratorium für die Verwaltung der Stipendien auf Grund eigener Prüfung ihrer Befäkigung sie dazu für geeignet eractet.

Jahresfrist zu weiterer Ausbildung (auf Reifen, durch Besuch aus- wärtiger Institute usw.) zu verleihen. ( Beihilfen und Unterstüßungen erfolgt nur an Schüler der in Deutsch- land vom Staate subventionierten Ausbildungsinstitute, oder an solche, welhe Schüler cines dieser Institute gewesen sind, ohne Unterschied des Alters, des Geshlehts, der Religion und der Nationalität nach dem freien Ermessen des Kuratoriums.

__ Sämtliche Bewerbungen nebst den Nachweisen über die Er- füllung der obigen Bedingungen und einem kurzen, selbstgeshriebenen Lebenslauf, in welhem besonders der Studiengang bervorgeboben wird, sind nebsi einer Bescheinigung der Reife zur Kon- kurrenz durch den bisherigen Lehrer oder dem Abgangszeugnis von der zuleßt besuchten Anstalt bis ein\ch{ließlich den 30. Juni d. I. an das Kuratorium der Felix Mendelsfobn- Bartholdy-Stipendien, Charlottenburg 2, Fasanenstraße

Nr. 1, einzureichen. Gesuche niht berüdck-

Später eingehende sichtigt werden.

__ Den Bewerbungen um das Stipendium sowie um Unterstützungen für Komponisten sind eigene Kompositionen nah freier Wahl, unter etdesstattlicher Versicherung, daß die Arbeit ohne fremde Beihilfe auêgeführt worden ist, beizufügen.

Die Verleihung des Stipendiums und der Unterstüßungen für ausübende Tonfünstler erfolgt auf Grund einer Ende September d. F. in Charlottenburg durch das' Kuratorium abzuhaltenden Prüfung.

Charlottenburg, den 1. April 1914.

Der Vorsitzende des Kuratoriums.

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Dr. Krebßshmar.

können

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 8 der Preußischen Geseßzsammlung enthält unter

Nr. 11 340 eine Verfügung des Ministers der öffentlichen Arbeiten, betreffend die Verlegung des Grenzpunkts zwischen den Verwaltungsbezirken der Königlichen Eisenbahndirektionen in Bromberg und Posen auf der Strecke Posen—Kreuz, vom 23. März 1914.

Berlin W. 9, den 31. März 1914.

Königliches Geseßsammlungsamt. Krüer.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 9 der Preußischen Geseßzsamm lung enthält unter : Nr. 11 341 das Gesetz, betreffend Ausdehnung des Moor- schußgeseßzes vom 4. März 1913 auf die Provinzen Pommern und Schleswig-Holstein, vom 30. März 1914.

Bexlit W. 9, den 31, März 1914.

Königliches Geseßsammlungsamt. Krüer.

Abgereist: | Seine Exzellenz der Staatsminister und Minister dor öffent-

lichen Arbeiten von Breitenbach mit Urlaub rach Ober- italien. ;

Nichtamkliches.

Deutsches Neich, Preußen. Berlin, 1. April 1914.

Seine Majestät der Kaiser und König nahmen vorgestern, wie „W. T. B.“ meldet, im Achilleion auf Corfu den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amts, Gesandten von Treutler entgegen.

Die vereinigten Ausschüsse des Bundesrats für Zoll- und Steuerwesen, für Justizwesen und für Rechnungswesen, die vereinigten Ausschüsse für Zoll: und Steuerwesen und für Handel und Verkehr sowie die vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen hielten beute Sitzungen.

Der Königlich sächsishe Gesandte hat Berlin verlassen. Legationsrat Gesandtschaft.

M! at Freiherr von Salza ‘las Während seiner Abwesenheit führt der öreiherr von Bieoermann die Geschäfte der

Die eisenbahnfahwissenshaftlihen Vorlesungen finden im Sommerhalbjahr 1914 in folgender Weise statt: _JIn Berlin in der Universität Vorlesungen über den Be- trieb der Eisenbahnen sowie über preußisches Eisenbahnrecht. Das Nähere, namentlich auch über die Anmeldung zu den Vorlesungen, ist aus dem Anschlag in der Universität er- E

__Jn Breslau im Sizungssaal des Empfangsgebäudes auf dem Hauptbahnhof vom Dienstag, den Dl. April D, Do ab Dienstag und Freitag, von 81/9 bis 10 Uhr Vormittags, über die Verwaltung der preußischen Staatseisenbahnen; vom Donnerstag, den 16. April d. J., ab Montag und Donnerstag, von 81/5 bis 10 Uhr Vormittags, über Eisenbahnreht und vom Donnerstag, den 30. April d. J, ab Montag, Donnerstag und Freitag von 5 bis 7 Uhr Nachmittags, über technische Geologie.

Fil Cöln im Vortragssaal des Verwaltungsgebäudes der dortigen Königlichen Eisenbahndirektion Kaiser Friedrich- Ufer Nr. 1, Unterhaus vom Dienstag, den 14. April d. Fe ab Dienstag und Freitag, von Vormittags 11 bis 121/, Uhr, über Eisenbahnbetriebslehre. ,

_ Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M.S. „Kaiser“ mit dem Chef der detachierten Division am 29. März in Talcahuano, S. M. S. „Loreley“ am 30. März in Smyrna und S. M. S. „Hohenzollern“ am 31. März in Venedig

C Cd t A 2 C Zijhe Staatsangehörige, ohne daß sie diese

eingetroffen.

_ Die Stipendien werden zur Fortbildung auf einem der be- treffenden, vom Staate subrentionierten Institute erteilt, das Kura- F torium ist aber berechtigt, hervorragend begabten Bewerbern nagh| Vollendung ihrer Studien auf dem Institute ein Stipendium fürl

Auch die Gewährung von |

Braunschweig.

Fhre Majestät die Kaiserin und Königin ist, wie „W. T. B.“ meldet, heute vormitiag von Braunschweig nah Cassel abgereist. Seine Königliche Hoheit der Herzog gab der Kaiserin das Geleit zum Bahnhof.

Váyern.

Der Finanzaus\chuß der Kamme.r der Abgeord- neten hat gestern die Regierungsvorlage, betreffend den Ausbau der Walchenseekräfte, angenommen. Wie „W. T. B.“ meldet, sollen hierfür fechs Millionen als erste Rate in den außerordentlichen Etat, 165 000 M für Verzinsung und Tilgung in den ordentlichen Etat eingestellt werden.

Sachsen - Meiningen.

Seine Hoheit der Herzog Georg vollendet morgen sein 88. Lebensjahr.

Hessen.

Die Erste Kammer nahm gestern vormittag, wie „W. T. B.“ meldet, die Regierungsvorlagen, betreffend den Voranschlag der Staatseinnahmen und -ausgaben und den Entwurf eines Finanzageseßzes für das Etats- jahr 1914 an, ferner in Uebereinstimmung mit der Zweiten Kammer einen Antrag, in dem die Regierung ersucht wird, den Landständen eine Geseßvorlage zugehen zu lassen, durch die die Geseße vom 29. April 1875 und vom 1. Juni 1895, betreffend die religiösen Orden und ordensähnl ichen Kongregationen, insofern gemildert werden, als ihnen eine freiere Tätigkeit in religiöser, haritativer und sozialer Richtung ermöglicht wird. Darauf vertagte sih die Erste Kammer auf unbestimmte Zeit. !

Die Zweite Kammer hat sih bis Ende Mai vertagt.

Großbritannien und JFrlandD.

Das Oberhaus hat gestern das Etat sgeseß in dritter Lesung mit 329 gegen 251 Stimmen angenommen. Darauf \sprah Lord Curzon über den Widerspruch in den Dar- stellungen, die Morley und Churchill über das Verhalten der Regierung bei der Herausgabe der Denkschrift an den General Gough gegeben haben.

No dem Bericbt des ,„W. T. B.“ meinte Lord Curzon, die Denkschrift stelle die Politik der Regierung dar, und nur, als unter den Ministeriellen ein Aufruhr ausgebrochen sei, wären die beiden Para- graphen über Bord geworfen worden und der Kriegsminister Seely hätte zurücktreten müssen. Der Redner gab der Hoffnung AuSdruck, daß Morley bleibe. Er billigte das Verhalten Asquiths bet der Ueber- nahme des Kriegêministeriums und sagte, das set ein offener und Éühner Schritt des Premierministers. Die Uebernahme des Kriegsministeriums durch Asguith würde vorteilbaft für den Staat setn, weil er der Atmosphäre des Gebeimntêvollen und der Nänke ein Ende machen würde, die jüngst dort geherrsht habe. Der Viécount Morley legte darauf dar, warum er nicht demissionie:t habe. Er führte aus, daß die erste Demission Seelys deswegen erfolgt sei, weil er der Denkschrift zwei Paragraphen zugefügt habe, und daß er selbst (Morley) an der Ver- antworturg Seelys, da er ibm dabei Beistand geleistet hätte, Anteil habe. Wenn die erste Demission Seelys von Asguith angenommen worden wäre, so würde seine (Morlcys) Demission gefolgt sein, oa er an diesen Unregelmäßigkeiten einen Anteil gehabt habe. Seely babe nun zum zweiten Male seine Demission eingckreicht, damit es nicht siene, als ob irgend ein Minister der Krone fich in einen Handel eingelafsen hâtte. Die wesentlihe Tatsache set die, daß cr (Morley), als er die beiden Paragraphen gesehen habe, ntcht den Brief des Generals Wough gesehen hätte und durchaus niht davon unterrihtet gewesen wäre, daß darin irgend ein Versuch gemacht worden fei, der Regierung BVe- dingungen vorzuschreiben. Seely \svrehe ihn ausdrückih von der Tetinahme daran frei, daß das Dokument als Antwort auf WGoughbs Ersuchen abgesandt worden sei.

Im Unterhause wurde in der gestrigen Sizung die Beratung über die Homerulebill fortgeseßt.

Der Staat!ésekretär des Auswärtigen Amts Grey erklärte obiger Quelle zufolge auf etne Anfrage, ob tie vorläufige Negierung tatsächlich im Begriff gewesen sei, die Verwaltung von Ulster zu übernehmen, daß dies nicht etne Herausforderung gegen das Parlament in Dublin, fondern eine fole gegen das Reichsparlament gewesen wäre und daß dann Gewalt hätte angewendet werden müfsen. Er regte an, daß die Verhandlungen mit den Parteifübrern wieder auf- genommen würden, um zu fehen, ob eine Verständigung auf der Grundlage eines Köderativiyslems vor Ablauf von sechs Jahren, vom 9. März ab gerechnet, erreiht werden könne.

In der Nachmittagssizung entstand hinsichilih der Denk- schrift an den General Gough ein neuer Zwiespalt. Vorgestern hatte der Erste Lord der Admiralität Churchill erklärt, diese Denkschrift sei niht dem Kabinett, sondern nur dem Premierminister Asquith unterbreitet worden, der unter Berücksichtigung der Ansichten des Kabinetts das Dokument ab- geändert habe. Gestern berichtigte Churchill seine Erklärung dahin, daß die Denkschrift dem Kabinett unterbreitet worden sei, das sofort damit nicht einverstanden gewesen sei. Churchill erklärte, er sei häufig während der Beratung des Kabinetts aus dem Sißungszimmer herausgerufen worden. Schließlih habe er gesehen, wie Asquith einige Paragraphen ausgestrihen und das so abgeänderte Dokument dem Kriegsminister Seely aus- gehändigt habe.

Die Einnahmen für das mit dem 31. v. M. abge- laufene Rechnungsjahr betragen 198 242 897 Pfd. Sterl. ; das R Si gegen das Vorjahr eine Zunahme von 9440 898

. Steri. y

Frankreich.

__ Das Amtsblatt veröffentlicht heute einen Erlaß über die für den 26. April anberaumten allgemeinen Kam mer- wahlen und den für den 10. Mai festgeseßten zweiten Wahl- gang. Mehrere regierungsfeindlihe Blätter weisen bei Dieser Gelegenheit nochmals darauf hin, daß die Kammerwahlen statt- finden werden, bevor noch das Parlament das Budget für das [aufende Jahr erledigt hat.

- Der Senat hat gestern die Vorlage über die außer- ordentlichen Ergänzun gsfkredite für Marokko einstimmig angenommen.

Jn der Deputiertenkammer forderte gestern Ceccaldi die ‘Dringlichkeit für einen Antrag, der eine Ab- änderung des Artikels des Strafgeseßbuchs anstrebt, der die Verjährung in Kriminal- und Zuchtpolizeigerichts- sah en betrifft, um die Verjährung durch Verhaftung des Ver- urteilten zu unterbrehen sowie durch jede Art behördlichen Vorgehens, das die Strafvollstreckung zum Ziele hat.

Wie ,W. T. B." meldet, segte Ceccaldi ausetnander, taß es ih darum handle, einen Hoch‘tapler Dan zu hindern, nah einem Aufent- halt von fünf Jahren im Auslande nah Frankreich zurückzuke hren und seinen zweifelhaften Beruf weiter auszuüben. Die Person, auf welche dieser Antrag ziele, sei Nochette.

Die Dringlichkeit wurde von der Regierung nicht bekämpft und von der Kammer mit 324 gegen 10 Stimmen angenommen. Mit Zustimmung Ceccaldis wurde der Antrag darauf an eine Kommission verwiesen.

Hierauf seßte der Finanzminister Rénoult die genaue Tragweite des Geseßentwurfes über die Ergänzungssteuer auseinander und betonte, daß die Ergänzungssteuer eine Folge

der Entlastung des Bodens und der Steuer auf die beweglichen !

Werte sei, wie sie kürzlich vom Parlament angenommen worden seien.

Der Deputierte Modeste Leroy brachte einen Antrag ein, in dem die Kammer aufgefordert wird, die Beratung über das Budget sofort zu beenden, und der Deputierte Dubois bean- tragte, die Beratung über die Steuervorlage bis nah der Ab- stimmung über das Finanzgesez zu vertagen. Der Anirag Dubois, der vom Finanzminister Rénoult bekämpft wurde, wurde mit 340 gegen 155 Stimmen abgelehnt. Der Minister- präfident Doumergue bekämpfte den Antrag Modeste Leroy und erflärte, die Kammer habe die Möglichkeit, die Steuerreform durchzuführen. Die Regierung werde die Verantwortung nicht übernehmen zuzusehen, daß die Kammer hierauf verzichte. Als- dann rourde die von der Regierung verlangte Aufrechterhaltung der Tagesordnung mit 334 gegen 159 Stimmen angenomtnen und die Sißzung darauf geschlossen.

In der gestrigen Sißung des Rochetteaus\chusses der Kammer setzten es die sozialistischen Mitglieder obiger Quelle zufolge durch, daß der vorgestern entsprehend dem Vor- schlage Jaurès' angenommene Absaß der Schlußfolgerungen, in dem auf den von Monis und Caillaux ausgeübten bedauer- lihen und mißbräuchlichen Einfluß hingewiesen wird, einer neuer- lihen Erörterung unterzogen werde. Nach lebhafter Debatte sprach sih der Ausschuß mit 11 gegen 8 Stimmen für die Strei- chung dieser Stelle aus. Jaurès erklärte darauf, daß er unter diesen Umständen den Vorsitz niht weiter führen könne, und gab seine Demission. Dieser Entschluß verursachte eine leb- hafte Erregung. Die radikal-sozialistishe Mehrheit des Aus- schusses erklärte sich darauf bereit, das abgegebene Votum zurück- zuziehen, und genehmigte sodann den die Rolle der ehemaligen Minister Monis und Caillaux kennzeihnenden Absaß. Jaurès ließ sich darauf herbei, von neuem den Präsidentensitz einzu-

nehmen. Nuß lanD.

Jn der gestrigen Sißung der Reihsduma wurde über die Zulassung einer Jnterpellation über die Untätigkeit der Fabrikinspektion gegenüber der Verwaltung der Fabrik von

Zrovodnik in Riga verhandelt.

Wie „W. T. B.* berichtet, verbreitete sich der Direktor des íöIndustriedepartements Falinsky des längeren über die amtlichen Ergebnisse, betreffend die geheimnisvolle Epidemie unter den Arbeiterschaft in Riga. Die kritische Ueberprüfung losse der S(luß auf d18 Vorhandensein von zwei Srubppen unter den aus- {ließli weiblihen Kranken zu, deren erste Vergiftung vermuten lasse und deren zweite nach dem Gutaßten von Spezialär;ten un- streitig auf einen Fall von epidemisher Hysterie hinweise. Falinsfky gab der Ansicht Auëdruck, daß die Epidemie durch die sehr übertriebenen Darstellungen, die von der Presse verbreitet worden feien, an Aus- breitung gewonnen babe. Nach heftigen Neden mehrerer Sozialisten ergriff Falinéky nochmals das Wort, um im Namen der Negterung zu erklären, daß oteje, wie auch immer der Ausgang der Sache fein möge, energisch in der Aufklärung der Angelegenheit fortfahren werde. Die Behörde habe fh bereits mit thr befaßt, und die Resultate würden der Duma vorgelegt werden.

Die Reichsduma verschob die Debatte bis nach Eingang der endgültigen Antwort des Ministeriums.

Dänemark.

_ Der Reichstag hat endgültig den vom Minister des Aeußern eingebrachten Geseßentwurf über die Diplo- matie angenommen, durch den u. a. eine dänische

Gesandtschaft in Konstantinopel errihtet wird. Vie W T V meldet soll dieser Posten mil

einem Geschäftsträger beseßt werden, der zugleih als Generalkonsul und Konsularrichter in der europäischen und asiatischen Türkei tätig sein soll. Der Gesandtschaft wird vor- läufig auf drei Jahre ein Handelsattaché zugeteilt, der die Mög- lichkeiten für einen Absaß dänischer Produkte in der Türkei unter- suchen und fördern soll. Seit 1866 sind die dänischen Jnier- essen in der Türkei durch die shwedishe Gesandtschaft in Kon- stantinopel wahrgenommen worden.

Griechenland.

Der Minister des Aeußern Streit hat den Mächten, einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge, mitgeteilt, daß die griechische Regierung bereits seit einigen Tagen ihren Truppen den Befehl erteilt habe, sih zu konzentrieren und ih zur Räumung der umstrittenen Gebiete von Epirus innerhalb der festgeseßten Zeit bereit zu halten. Da diese Frist bald abgelaufen sei, würde die griechishe Regierung im Jnteresse der Aufrechterhaltung der Ordnung in den obencenannten Ge- bieten und zur Beruhigung der griechishen Bevölkerungsteile gerne die Ansichten der Mächte kennen lernen über die Zwe- mäßigkeit, den griechishen Truppen sofort den Befehl zum Rückzuge zu geben, bevor noh eine Antwort auf die griechische Note vom 8./21. Februar erfolgt sei, und solange noch die Verhandlungen zwischen der albanesishen Regierung und dem Präsidenten der epirotischen Republik Zographos \hwebten.

Serbien.

In der Skupschtina stand gestern die Spezialberatung des Budgets des Aeußern auf der Tag#ordnung. Jn Beantwortung verschiedener Anfragen führte der Minister- präsident Paschit\h laut Bericht des „W. T. B.“ aus:

Zwischen Serbien, Montenegro und Griechenland sei ein Bündnis abges{hlossen worden. Die Verträge über den Bukarester und Konstantinopler Frieden würden der Skupschtina in der nächsten Zeit unterbreitet werden. Das Verhältnis Serbiens zu Numänten sei das gleih2 wie das Griechenlands zu Rumänien. Das

usamment1effen des Ministerpräfidenten mit Venizelos in

t. Petersburg sei ein zufälliges gcwesen und habe einen will- kommenen Anlaß zu einem eingehenden Gedankenauêttausch geboten. Der Antrag auf Abtretung von Istip und Kotschana an Bulgarien sei auf ein fremdes Manöver zurückzuführen; er sei weder von Nußland noch von Serbien ausgegangen. Serbien werde übrigens niemals einem derartigen P!an beistimmen. Das mit Rumänien über den Bau der Donaubrücke erzielte Einvernehmen werte zur Entwicklung gegenseitiger Handelsbeziehungen beitragen. In der Orientbahn- frage habe Serbien dem französischen Vorschlag im Grundsatz zugestimmt. Während Serbten die Ablösung aller auf serbishem Territorium hefindlichen Eisenbahnen anstrebe, würden seitens Oesterreih-Ungarns andere Wünsche geäußert. Wenn eine Eintgung gegenwärtig nit erzielt werden sollte, wü1de man eine anderweitige LWsung suchen müssen. Das von Europa geschaffene Albanien set noch lange nit konfelidiert. Des neuen albanischen Fürsten harre

Bezüglich des lezten Interviews

in dieser Hinsicht eine große Aufgabe. i n des serbishen Gesandten in St. Petersburg Spalaikowitsh erklärte

die Regierung bierüber bisher nur aus Blättern

Es sei jedoch Tatsache, daß sh Serbien über die Schaffung Aibantens nicht freuen könne. Serbien verfolge eine Politik des Friedens und des Gleihgewichts am Balkan, und könne hier- bei stets auf Unterstüßung der verbündeten Staaten fowie vieler Groß- mächte rechnen. Um jedoch den Frieden erbalten zu können, sei es notwendig, die Armee zu bewaffnen. Die Skupschtina möge deshalb die Erledigung des Budgets beshleunigen. Die Skupschtina babe noch derart dringliche, wihtiige Fragen zu [êfen, daß die unverzügliche Bornahme ter Revision der Verfassung nicht zeitgemäß erscheine. Bezüglich der ferbishen Kriegägefangenen erklärte der Ministerpräsident, daß die leßten Kriegëgefangenen aus Bulgarien bereits entlaffen worden seien. Die griechi\{:serbishe Schulfrage fei derart gelöft, daß jedem Staate das Vorgehen in den Schulangelegenheiten nah eigenem Ermessen überlaffen bleibe.

Im Departement Prizrend im Bezirk Podrima sind die Ortschaften von den albanesishen Banden gesäubert. Die Ordnung ist wieder hergestellt, und die Gendarmerie sucht diejenigen, die sih noch in den Wäldern und Weilern verbergen, wo auch Waffen untergebracht find.

Paschitsch, daß

Kenntnis befiße.

Bulgarien.

Der Ministerrat hat nah einer Meldung des „W.T.B.“ das diesjährige Budget mit 245 Millionen Francs fest- geseßt, also um 55 Millionen höher als das vorjährige Budget. Auf das Kriegsministerium entfallen davon 54 Millionen.

Der Ministerpräsident Dr. Radoslawow hat an die Präfekten ein Rundschreiben erlassen, in dem er ihnen zur Pflicht macht, der Bevölkerung zu versichern, daß die Regierung keinerlei friegerishe Pläne hege, und fie auffordert, alle jene zu verhaften und vor Gericht zu stellen, die Kriegs8gerüchte verbreiten, um die leihtgläubige Bevölkerung auszubeuten und zur Auswanderung nah Amerika zu verlocken.

Albanien.

Gestern traf in Durazzo eine Abordnung von 300 Al- banesen aus der Landschaft Mati ein, um dem Fürsten zu huldigen. Die Abordnung wurde vom Fürsten und der Fürstin empfangen.

Der Ministerrat hat, der „Albanischen Korrespondenz“ zufolge, beschlossen, von den Regierungen Oesterreich-Ungarns und Jtaliens die Entsendung je eines Beirats für die Ministerien der Post und Telegraphen, der öffentlichen Arbeiten und der Finanzen zu erbitten.

Amerika.

Das amerikanische Repräsentantenhaus hat in der gestrigen Sizung die Vorlage, betreffend die Aufhebung der Zollklausel für die Schiffahrt im Panama fanal, mit 248 gegen 162 Stimmen angenommen. Wie „W. T. B.“ meldet, hielt der Sprecher Clark eine leiden- \chaftlich bewegte Rede gegen die Aufhebung der Zollklausel, in der er darauf hinwies, daß es zunächst besser sein würde, die unterschiedlihe Behandlung für die Dauer von zwei Jahren aufzuheben, und ferner betonte, daß die Aufhebung praktis das Aufgeben der Monroedoktrin bedeuten würde.

Die „Associated Preß“ meldei aus El Paso, daß offiziell bekannt gegeben werde, daß Torreon in die Hände der Rebellen gefallen ift.

Asien.

Die persische Regierung hat dem britishen Syndikat für den Bau der Bahn Mohammeran—Khoromabad, wie das „Reutershe Bureau“ meldet, eine Ausdehnung seiner Konzession auf weitere achtzehn Monate bewilligt von dem Zeit- punkte ab, wo die Zustände im Lande die Wiederaufnahme der Vermessungsarbeiten gestatten. Die perfishe Regierung erklärte sich auch bereit, mit dem Syndikat über den Bau der ersten Hälfte der Linie Mohammeran—Dizful zu verhandeln, wo die Vermessungsarbeiten vervollständigt werden müssen, die infolge der drohenden Haltung der Stämme abgebrochen worden waren.

- Die chinesishe Regierung hat der British and Chinese Corporation limited die Genehmigung zum Bau von rund 600 Meilen Eisenbahn von Nanking nach Nanchang und Pingsiang erteilt, wo sie mit der Ping siang—Tschanagtscha und der Hankau—Kantonbahn zusammen-

trifft. Wie „W. T. B.“ meldet, wird die Eisenbahn dur ein sehr reihes Land führen, in dem sih keine besonderen

Schwierigkeiten für den Bau der Linie, die über Ningkwofu und Hweichow gehen wird, ergeben dürften. Es sollen Vorkehrungen getroffen werden, um eine Verbindung entweder mit Hangchow oder mit Schanghai herzustellen. Die Eisenbahn wird ebenfalls die Gebiete von Wanchang und Wuchang berühren, wodurch sih eine Gesamtlänge von 1000 Meilen ergeben wird. Zur Bestreitung der Baukosten wird eine fünfprozentige Anleihe in Höhe von acht Millionen Pfund Sterling benötigt werden, die in 45 Jahren zu tilgen ist. Als Sicherheit für diese Anleihe wird eine Hypothek auf die Bahn und deren Einkommen auf: genommen werden, die seitens der chinesishen Staatsregierung aarantiert wird. Laut Vereinbarung sollen als Chefingenieur, Verwalter und als Verkehrsdirektor Engländer bestimmt werden ; ebenso wird das Bahnbaumaterial aus England bezogen werden.

Das Mitglied des japanischen Oberhauses Vicomte Fiyoura hat den Auftrag, ein neues Kabinett zu bilden, an- genommen.

Afrika.

Der südafrikanishe Minister für Bergbau und Jndustrie F. S. Malan hat nah einer Meldung des „W. T. B.“ die Einbringung einer Geseßesvorlage angekündigt zur Ver hinderung von Streiks und Aussperrungen, zur Schlichtung von industriellen Zwistigkeiten durch Schiedsämter, ferner zur Regelung des Gewerkschaftswesens und zur Einrichtung von Arbeitsnachweisen.

WohlfahrtsþÞpflege.

Eine 6. Konferenz für Trinkerfürsorge wird von der Zentrale für Trinkerfürsorge (Deutscher Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke), Berlin W. 15, am 16. und 17. April im Landes- haus der Provinz Brandenburg in Berlin veranstaltet. Dabei werden u. a. folgende Gegenstände von sahkundigen Vortragenden aus Berlin und dem Reiche behandelt werden: Entmündigung und Vormund- \haftêwesen; die Trinkerfürsorge in Kleinstädten und auf dem Lande ; Bekämpfung des Trunksuchtsmittels{windels; welche Aufgaben er- wachsen den Trinkerfürsorgestellen aus der Trinkerbewährung (Pollard-

system)?; Fürsorge für alkoholgefährdete Familien; Zusammen -