1914 / 90 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Grfahrung in Wahrheit wert- und wirkungslos, wie nach dem richtig erkannten Wesen der Trunksuht als Krankheit und Laster zugleih nicht anders zu erwarten war. Nur geistige

Einwirkung (Aufklärung, Erziehung, Willenëtstärkung mit dem Ziel der Abstinenz) kann, im Bunde mit geeigneten äußeren Mafß- nabmen. dem Alfobolfranfen Rettung bringen. Das Entscheidende ist die vêllige Enthaltsamfeit von allen geistigen Getränken. Dies ift auch der Standpunkt des Kaiserlichen Gesundbeitéamts. Dabei find jene wertlosen Präparate (und Bücher) meist sehr teuer ; große Summen, die außerdem no& großenteils ins Ausland fließen, werden dur diesen Schwindel den Taschen meist armer Leute entzogen. Neben der unverantwortlihen materiellen Ausbeutung be- deutet jenes Unwesen zugleich eine große gesundbeitlihe und moralishe Schädigung, sofern dadurch die Beteiligten vom Auf- suchen der einzig wirkfiamen Hilfe abgelenkt und abgehalten werden. Welche geseglihen und verwaltungsmäßigen Handhaben bieten si zur Bekämpfung? 1) Das bestehende reihsgeseglihe Verbot einer An- zahl Präparate (Gebeimmittelliste). 2) Bekämpfung durch behördlide Erlasse und Warnungen und auf Grund von solhen. 3) Verfolgurg als Betrug. Daneben Appell an die Presse und die Verlage und allgemeine Aufklärung und Beratung. Al das bat sich jedoh als noch nicht zureihend erwiesen. Zu fordern sei daber im Interesse der armen Trinker und ibrer Familien Erweiterung der Gebeimmittelliste, und zwar niht nur die Aufnahme der feit 1907 aufgekommenen Präparate, sondern ein grundsätliches, allgemeines reidégeseßlihes Verbot mit genügend bohen Strafsäßen und energishe Durfübrung unter Wahrung der Tätigkeit und Bekanntmachungen der organisierten Trinkerfürsorge. Bis dabin fei die nachdrüdckliste bebördlide, veretnlihe und private Bekämpfung mit den bislang zu Gebote stekenden Mitteln erforderli.

Qunft und Wissenschaft.

Die Königliche Akademie der Wissenschaften hielt am 2. April eine Gesamtsizung unter dem Vorsig ibres Sekretars Herrn Diels. Herr Hellmann las über die Be- wegung der Luft in den untersten Shichten der Atmo- \vbäâre. Bet der Telefunkenstation nördlich von Nauen wurde vom KönigliGen Meteorologishen Institut ein Anemometerversuchsfeld eingerichtet, aus defsen eriten einjährigen Regiitrierungen der Berfafser die Zunabme der Windgeshwindigkeit mit der Höhe und die Aenderungen in der täglihen Periode der Geshwindigkeit ableitete. Als Normal- wert für die Windgeschwindigkeit in 30 m über dem ebenen Boden ergibt ih 5,6 mps. Die Scheidung der Untersuung nah i{wachen und starken Winden führte zu der Annahme, daß die täglibe Periode der Windgeshwindigkeit in den böberen Luftschichten dur die MWärme- welle erzeugt wied, die in 24 Stunden die Erde umkreist und eine Hebung der Flächen gleihen Drudes hervorruft. Herr

Hellmann las ferner über die Blütezeit der Astro- meteorologie in Deutshland. Eingehend erôrterte er die Prognose des Tübinger Astronomen I. Stöffler für

das Jakbr 1524, in dem wegen der Konjunktion von 20 Planeten im Tierkreiszeichen der Fische eine Sintflut entsteben sollte. In dem darüber entbrannten literarishen Streit haben 56 Autoren 133 Druck- ichriften veröfentliht. Herr Lüders legte vor: Epigraphische Beiträge Iv. Zu den Felsen- und Säulenedikten des Náoka. Es werden neue Deutungen für den S&{luß des dritten Felsenedikts und eine Reihe von anderen \chwierigen Stellen in den Inschriften vorges{lagen.

Vorgelegt wurden ferner ein Band des unter den Ausfpizien der Affscciation von den Akademien zu Berlin, Kovenhagen und Leivzig in Angriff genommenen Corpus medicorum Graecorum:

V 9, 1. Galeni in Hippocratis de natura hominis, in Hippo- de victu acutorum, de diaeta Hippocratis in morbis

utis brêg. von J. Mewaldt, G. Helmreih und I. Westenberger ipsiae et Berolini 1914), das von der Afademie unterstüßte Werk P. V. Neugebauer, Tafeln zur astronomishen Chron ologie. 11 (Lipzig 1914) und von Herrn Erman das Lebensbild von Fean Pierre Erman, verfaßt von W. Erman (Berlin 1914).

n, p

Theater und Musik,

In der morgigen Aufführung von „Parsifal®“ im Königlichen Overnbause finat den Amfortas Herr Bronsgeest, den Titurel Herr SHwegler, den Gurnemanz Herr Knüpfer, den Parfifal Herr Kirhhoff, den Klingsor Herr Wiedemann und die Kundry Frgu Hafgcen-Waag. Die musikalische Leitung hat der Kapellmeister Dr. Bes.

Im Könitiglihen Schauspielhause geht Sonnabend Ibsens „Peer Gynt“, mit Herrn Clewing in der Titelrolle, in Szene. Außer-

dem wiifen in größeren Rollen die Damen Thbimig, Mayburg, Schönfeld, Heisler und die Herren Pobl, Zimmerer, Vallentin

und Leffler mit. Die MNegie

(Conrad, von von Ledebur,

führt Herr

Dr. Bru, die musikalische Leitung hat Herr Shmalstich.

Im Bürgersaal des Berliner Rathauses

bält Fräulein

Dorothea Kaufmann morgen, Abends 8 Uhr, einen Vortrag zur Einführurg in Richard Wagners Bühnenweibfest\piel , Parfifal“. Die musikalishen Erläuterungen am Flügel fübrt Fräulein Johanna

Lent aus. l bandlung von Bote u. Bock und im Warenbaus Werth

Karten zu 3, 2, 1 und § 4 find in der Hofmufikalien-

eim zu baben.

Der Ertrag der Veranstaltung fällt dem Lessingmuseum zu.

Mannigfaltiges. Berlin, 17. April 1914.

A. F. Die „Brandenburgia“, Gesellschaft für

Heimatkunde,

wurde in ihrer jüngsten Sizung im Märkishen Museum, die mit der Ernennung des Bürgermeisters Dr. Reicke zum Ghrenmitglied begann, durb den Maler Bruno Bielefeld mit einer Sammlung von

Kunsidrucken nach Originalen von Bildern

malerischer

Bauten aus Hohenzollernstädten bekaunt gema§i, die viel

Interesse erneckten. Mehrere dieser Bilder aus Berlin, Nürnberg sind von Frit Gurlitt verlegt und zu verbältnis Preisen erbältli. B

deutscher Städte und Landschaften allmählih auch das Auélandes erwacht. nach Enaland. Ihre graphische Vollendung bilft zu diefe

Potsdam und mäßig billigen

emerfentwert ist, daß für die Schönheiten

äöInterefse des

Fnébesondere gehen Tausende dieser Kunstdrucke

m erfreulihen

Ergebnis. Dr. Kiekebusch stellte ein nab sein:n Beobachtungen

in Buch

etwa 80 cm Länge und 30 cm Breite vor:

angefertiates vorgeschichtliches Haus8modeiïil von ein Blodckhaus, bei

dem die wagereht gelagerten , die Wände bildenden Holzstämme

mit Weidenruten an senkrechten Pfosten befestigt sind.

An der Längs-

seite des Hauses befindet fih ein schmaler, etwa als A?beits- oder Lagerraum benußter Gang, vom Dah geichüßt, das mit Stroh oder

Robr eingedeckt ift. Ein größeres Loh in einer der

Siebelwände

zeigt, wie sih vorfindende Löher und Oeffnungen verschiedener Art

\pärlißen uns erbaltenen Hausresten

Bau- und

in den T | haltepunkte für de

Formen, selbs für das Schicksal geben Tönnen betreffende Haus erfahren hat. Von den

ist der Aufschluß über die Bauweise selbstverständ

Benugungsweise ,

gewisse An- Maße, , das das Pfostenlöhern ih; weniger

leiht ersihtlich sind Deutungen je nah der Geftalt der gefundenen Lebmpagen, die als Bruchstücke des zum Dichten benußten Wand-

bewurfes bet einem dur Feuer zerstörten Hause sich infolge

des Brennens

in den Formen erhielten, die ibnen zur Bedeckung der Stellen gegeben

worden waren, die fe sckchüßen sollten, alfo u. a. einer zum Hineinlafsen raube Jahreszett în etwa durch einen allgemeinen i diese Lehmsti#e auf. Au8sarabungen dtch Anweisung Weise ermöglicht. gedebntesten vorgeshichilihen Stedlung bei Buch

18. Mai ab im Hörsaal des Märkishen Museums Wogen ausgestellt und der Besichtiaung zugängig Kiekebusch i

dieser Art \{chüßte. War Dorfbrand

reiWer Mittel in

von Licht und Luft, die man

j zerstört, fo Die Stadt Berlin bat die Fortseßung der

MWandöffnung agegen die das Haus [ôften

dankentwerter

Mehrere Modelle von der wichtigsten und au®-

werden vom für mehrere sein. Dr.

legte alédann einen zwiefah gedrehten, wobl 3000

Jahre alten bronzenen Halsring vor, gefunden in Werder a. d. H. und dem Märkischen Museum vom dortigen Grubenbefitzer Schilling

zum Geschenk gemat. schritte, Moden erfabren, die ihre wenigstens die relaiive ODatierung, älteren Bronzezeit benußte man ungedrehte, in der mittleren einfah gedrehte und wie der vorliegente, abwedselnd nah gewunden sind.

gestatten.

sväter

lite

verschiedenen Die gleiche Eigenart zeigte ein im Moor bei Febr-

Auch diese Technik hat Veränderungen, Fort- Datierung, mit

Sicherheit C S n DET

Halsringe, folde, die, Nichtungen

bellin gefundener und daher nit patinierter Halsring. Der Werdersche

Ring gibt Aufklärung über die Technik fciner Herstellung. D

Man

fönnte .Guß“ vermuten, aber die deutli erkfennbaren An}aßfstellen einer Zange erweisen, wieman das Rohmaterial, einen vierkantigen Bronze-

stab, erfafte, drehte und, die Drebrichtung obne Mühe wech!elnd, auszog.

Als dritter Vortragender \vrah der Dozent Paul Merbach über

das Thema: „Deutshe Bübne und Berlin

von 1890 bis 1900”.

Theater. |

Königliche Schauspiele. Sonnad.: | Dae. Opernhaus. 151. Kartenreservesaß. Das | d Rtten

Ahonnernent, die ständigen Reservate fowie | a die Dicust- und Freipläze find aufgehoben. | Varold wen. Parfifal. Ein Bühnenweihfestipiel in | drei Aufzügen von Richard Wagner. Anfang 7 Ubr. Schauspielhaus. stellung. eboben.

(In zehn Bildern.) In agung für die staltet von Dietrich Eckart. Edward Grieg. In Szene geseut von | Herrn Regiffeur Dr. Reinhard Brudck. | mufik. Mustkalishe Leitung: Herr Kapellmeister | Laugs. Anfang 7 Uhr. |

102. Abonnementsvor- |

a

freier Ueber-| Sonntag,

tp

Musik von | mufik.

Sonntag: Opernhaus. 75. Abonne- mentsbvorstellung. Die ständigen Refervate | zietät). sowie aufzeboben. Parfifal. Ein Bübnen- | Abends §8 Ubr: weibfestspiel in drei Aufzügen von Nichard | Sabinerinnenu. Wagner. Anfang 7 Uhr. von Schönthan.

_ Scauspielhaus. 103. Abonnementsvor- stellung. gehoben. Die Venus mit dem Papagei. | Liebe. Keine erotishe Komödie in drei Akten von Lothar S{midt und Emil Schäffer. | riunen.

Anfang 7# Uhr. | -

Reinhardt.) Sonnabend, Abends 75 Uhr : | Strindberg. Shakespeare-Zyklus: Was ihr wollt.

Theater in der Königgräßer

Sonnabend, Abends 8 Uhr: theater.)

Komödienhqus. Sonnabend, Abends Dienst- und Freipläge sind auf- | 8 Ubr: Kammermusfik. Lustspiel in drei Peer Gyut von Henrik Ibsen. | Akten von Hetnrih Ilgenstein. n î i | Nachmittags 3 Uhr: Die Wellen. i deutiße Bübne ge- | fünf Frankfurter. Abends: Kammer- von Franz Grillparzer.

Deutsches Künstlertheater (So- |tag. i (Nürnbergerstr. 70/71, gegenüber die Dienst- und Freipläße sind | dem Zoologischen Garten.) Sonnabend, Der Raub der

Sówank in vier Akten | lottenburg, 1 e : D ° j Direktion: Georg Hartmann.) Sonnabend, | in drei Akten von Richard

| Hetnrich Stobizer. Der | Willi Wolff und Arthur Lokesch. Musik | von Victor Hollaender.

| Sonntag, Nachmittags 3 Ubr: Gretchenu. Der Regimentspapa.

und folgende

Montis Operettentheater.(Früber: | Regimeutspapa. a. D. D. Braun

Thaliatheater. (Direktion: Kren und Schönfeld.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Wenn der Frühling kommt! mit Gesang und Tanz in drei Akten von Jean Kren und Georg Okonkowsky. Ge- sangsterte von Alfred Schönfeld. Musik von Jean Gilbert.

(hau r r-| Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der Abends s Uhr: Tieflaud. Dienst- und Freipläge sind auf- | Biberpelz. Abends: Erziehung zur

Montag: Der Raub der Sabinue-

a : Lessingtheater. Sonnabend, Abends Deutsches Theater. (Direktion: Mar | 73 Ubr: Nah Damaskus. Von August

Sonntag, Nahmittags 3 Uhr:

Schillertheater. 0. (Wallner-

Englis - hinesishes Spiel Zum ersten Male: Seiligenwald. Lust- on H. M. Vernon und

viel in drei Akten von Alfred Halm und Nobert Saudek. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Se-

| ligenwald. : Montag: Das große Licht.

Charlottenburg. Sonnabend, Abends 8 Ubr: Des Meeres und der Liebe Trauerspiel in fünf Aufzügen

Sonntag, Nachmittags 3 Ubr: Roseu-

Montag und folgende Tage: Kammer- | moutag. Abends: Die Maschiuen-

bauer.

Liebe. Nacbber: Lottchens Geburts-

(Char-

Deutshes Opernhaus.

Biêmarck - Straße

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Freischütz. Abends: Parfifal. Montag: Das Rheingold.

Neues Theater.) Sonnabend, Abends 8 Ubr: Jung England. Operette in

Welisch. Musik von Leo Fall.

So 5 7: | i. 8 1 S& ; 9 S und Montag: Was r E E Abends 8 Uhr: |" Sonntag, Nachmittags 3 Ubr: Die Kammerspiele. Montag: Nach Damaskus. Sedan ans, Abends 8 Uhr: Jung Sonnabend, Abends 8 Ubr : Der Suob. | L vab fgribe Tage: nig Sonntag: Die gelbe Jae. Englaud.

Montag: Der Snob.

On E Brücke.

Kerliner Theater. Sonnab., Abends | Der müde Theodor. 8 Uhr: Wie einst im Mai. Gesang und Tanz in vier Bildern von | (Henry Bender als Gast.) Bernauer und Schanzer. |

Sonntag, Nahmittags 3 Uhr: Große | Preise) und NRofinen. Abends § Uhr: Wie ceiust | müde Theodor. im Mai. | Gast.)

Montag und folgende Tage: Wie | Montag und einst im Mai. | müde Theodor.

Abends

Theater an der Weidendammer Sonnabend, Abends 8i Uhr:

EUERO Schwank in drei Posse mit | Akten von Max Neal und Max Ferner. Zoologischer

Garten. Kantstraße 12.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Polenblut.

Sonntag, Nachmittags 3 ae E Operette in drei Akten von Oskar Nedbal. 87 s er (Henry Bender als | liebe Augustin. Abends

Sonntag, Nachmittags Ubr: Der 8 Ubr:

| Polenblut.

folgende Tage : Des und folgende Tage: Poleu- | blut.

Pro- drei Akten von Rud. Bernauer und Ernft ;

Theater des Westens. (Station: |

er Theater

«New York

Das Militär - luftichiff „Z 5“, das beute morgen zu einer Uebungéfahrt auf-

Fohannisthal, 16. April. (W. T. B.) gestiegen war, hatte auf dem Flugplaß eine ziemli ihwierige Landung. Infolge des ungünstigen Wetters stieß das Lufts{iff mit der Spize auf den Erdboden auf, wobei der vordere Laufgang eingedrückt wurde. Das Luftschiff befindet sih jest wieder in der Halle.

Flen2burg, 16. April. (W. T. B.) Ein Militärdoppel- deder, der Mittags unter dèr Führung des Oberleutnants Pfeiffer in Johannisthal aufgestiegen war und nach Son- derburg fliegen woilte, mußte sech3s Uhr Abends bei Obrfeld in Angeln wegen Motorschadens landen. Der Apparat wurde bei der Landung erheblihh beshädizt. Die Offiziere blieben unverles f. München, 17. April. (W. T. B.) Die Eisenbahndirektion München teilt mit: Der Durchgangs8güterzug 1737 ist ¡wischen Steinach und Ermetzhofen auf der Linie Treuchtlingen— Würzburg mit der Lokomotive und etwa ¿ebn Wagen ent- gleift. Der zu gleicher Zeit auf dem Nachbargleis im Gefäll entgegenkommende Durchgangsgüterzug 1752 wurde dadur mit der Lokomotive und etwa zehn Wagen gleichfalls zur Entgleisung gebraht. Die beiden Lokomotivführer und ein Heizer wurden {wer verbrüht, zwei Zugführer leicht verlegt. Der andere Heizer wurde auf der Lokomotive ein- geklemmt und ist wahrscheinlich tot. Beide Gleise find ge- sperrt. Der Materialshaden ist bedeutend. Die Ursache des Unglücks tit noch nit festgestellt.

Hamburg, 16. April. (W. T. B.) Der Leutnant von Kessel vom 4. Garderegiment z. F-, der beute nochmittag um 2 Ubr auf dem Flugvlagz Döberig mit dem L. V. G Dovppeldecker „B 259* zum Fluge nach Hamburg aufgestiegen war, landete um 4 Uhr 50 Minuten in Fublsbüttel. Sein Begleiter war der Oberleutnant Schettler vom Infanterieregiment Nr. 48.

Prag, 16. April. (W. T. B) Der Flieger Reitterer aus Berlin, der heute früh in Johannisthal zum Fernflug nach Wien aufgestiegean war, erlitt infolge Shneesturmes in der Gegend von Schluckenau bei Königswalde einen Motorschaden und mußte niederceh:n. Er ist um 34 Uhr wieder aufgestiegen und gegen 42 Uhr auf der Kuchelbader Rennbahn bei Prag gelandet, wo ibn der Ausshuß für den Schibtflug mit dem Fürsten Lobkowiß an der Spiße begrüßte und beglückwünsckte.

Paris, 16. April. (W. T. B.) Der Gouverneur von Madagaskar hat dem Kolonialministerium mitgeteilt, daß ein beftiger, örtlih begrenzter Orkan auf der Insel Mayotte am 11. April {weren Schaden an Gebäuden, Straßen und Dämmen verursacht bat. Einige Eingeborene sind ertrunken.

Brüssel, 16. April. (W. T. B.) Heute vormittag brah auf der Grube „Trieu Kaisin“ in Gilly bei Charleroi nach dem Einfahren der Morgenschicht Feuer aus, das erst gegen mittag ge- [ôscht wurde. Der Maschinensaal und die elektris@e Zentrale sind zerstört. Der Schaden wird auf etne Million geshägt. 250 Gruben- arbeiter konnten fi durch einen Verbindungëgang nah einer bena- barten Grube retten, zwei Arbetter find verbrannt.

New York, 17. April. (W. T. B.) Eine Meldung der : Tribune“ aus Meriko berichtet, daß das große Handelshaus Palacia de Hierro niedergebrannt ift. Der Schaden wird auf fieben Millionen Pesos geshäßt. Die Hälfte davon is durch Versiberungen gedeckt, die größtenteils bei englishen Gesellshaften abges{lofsen find. Die Zeitung „World“ meldet aus Mexiko, daß viele Nord amerifkfaner in der Richtung nah Veracruz abreisen.

Bombay, 16. April. (W. T. B.) Ju den leßten 24 Stunden haben si hier vier weitere Baumwollbrände ereignet. Der Schaden ist unerbeblich.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Theater

| baron.

| Hermann Haller. Gesangétexte von Willi | fang: | Musik von Walter Kollo.

Wolf.

am Nollendorfplaß. | Zirkus Schumann. Sonnab., Abends

Sonnabend, Abends 8 Ubr : | Sonnabend, Abends 8 Uhr: Der Jugx- | 74 Uhr: Große Galavorsftellung. Posse von Pordes- Milo und | Vorzügliches Programm. Zu An-

Das Ausstattungëstück: „Tipp““,

der Derby-Favorit 19146. Zum

| | Sonntag, Na&mittags 3 Uhr: Orvheus | S{bluß: Großer Ringerwettstreit.

Sonntag und folgende Tage: Mr. Wu. schäft ist Geschäft. Abends: Ger 1 der L Abends 8 Uhr: | Der Juxbaron.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr und Abends 75 Ubr: 2 große Galavor-

| Montag und folgende Tage: Der | stellungen. In beiden Borftellungen : | Juxbaronu. das große Spezialitätenprogramm | lo „Tipþp““, der Derby -Favorit | Lustspielhqus. (Friedrichstraße 236.) : | Sonnabend, Abends 8 Uhr: Die spanische | a | Fliege. OaS zu drei Aften von

Franz und Grntît Bach. 5 s ; i | Sonntag, Nachmittags Ubr: Unsere Familiennachrichten,

| Montag

j

| Abends:

| Montag

j

Sonntag Notbrücke.

Notbvrücke.

| Residenztheater. Sonnabend, Abends 34—37. | § Ubr: Der Regimentspapa. Vaudeville

| Sonntag und folgende Tage: Wenn | der Frühling kommt!

Trianontheater. (Georgenstr., nabe in B Babnhof Friedrichstr.) Sonnabend, Abends 8 Ubr: Die Notbrücke. Lustspiel in drei Akten von F. Grésac und F. Croifset. und folgende

Montag: Waun wir altern. Hierauf: | Käte. Abends: Die spanische Fliege. | Verlobt: Frl. Emmi Lange mit Hen. und folgende i: ' spauische Fliege.

Tage: Die | Gerichtéassessor Karl Wever (Berlin).

Verebeliht: Hr. Leutnant Fricdrih- Georg Frhr. von Rechenberg mit Fel. Brigitte Meyßner (Dessau). Hr. Walter Westphal Wedderstedt mit Frl.

Keßler und Fda Kiep (Ballennedt, Harz). *

Gesangstexte von | Geboren: Ein Sohn: Hrn. Wilhelm von Arnim-Lütlow (z. Zt. Berlin, Am Karlsbad 28 11). Hrn. Haupt- mann Rahn (Graudenz).

Tage: Der | Gestorben: Hr. Generalsuperintendent (Berlin-Dablem). Hr. Geheimer Oberjustizrat a. D. Wilbelm von Richter (Meran). Fr. Agnes von Bornstaedt, geb. von Gröling (Haynau). Frl. Helene von Lüden a. d. H. Zahrenétorff (Lauenburg a. Elbe).

Pofse

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol inCharlottenburg. Verlag der Expedition (Heidrick)

erlin. Druck der Norddeutshen Buchdruderei und Verlagsanstalt, Berlin, Wilhelmstraße 32.

Tage: Die Neun Beilagen

Sonntag, Nathmittags 3 Uhr: Die |(eins{ließlich Börsenbeilage und Waren-

¡eichenbeilage Nr. 35A u. 35 B).

Erfte Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staatsanzeiger.

„A2 90.

Berlin, Freitag, den 17. April

Hauptsächlich gezablte Preise für 1 t (1000 kg) in Mark

Berichte von deutschen Getreidebörsen und Fruchtmärkten.

1914,

1914 April Markitorte / j | E Tag Weizen j Noggen i Hafer j - Geríiie j à j mittel | gut fein f j j | 16. ne P e aa ooo 185 j 154 Ï 150 f | e E C 192 ! 154 q 161 j 145 | | - Berlin * - . . . * . . . . * . 188—190 q 156—156,50 1 157—159 8 149—150 j m j Li Í a ate o e P eh 180 j 152 J 147 | de ; A | B L bef e S S 185—188 j 147—150 i 148—150 1 142 | 152 | 160 T E 179—181 j 148 —150 hl 142—144 i 133—135 | 152—155 _— 4 A a iei oi ie 186 —188 1 151—153 J 162—165 j S | 2 - s E o o ea 8 185—191 J 154—158,50 4 160 —166 | amin eiti f t 4 s S0 Si 202,50—207,50 5 i 172,50 | | S —— ! aa 194 —196 ) 155—158 j 157—160 j & | s L 1914 Weizen Roggen Hafer Braugerste Futtergerste Avril Bayerishe Marktorte Tag gut mittel gering gut mittel gering gut mittel | gering gut mittel gering gut | gering 16, Noi S r o e 196 192 O W | 12 W158 1 156 144

Berlin, den 17. April 191

Kaiserliches Statistishes Amt. Delbrü.

Ansftellungönachrichten.

Ein Bild des deutschen Handwerks.

Unter dieser Ueberschrift wird in der „Sozialkorrespondenz“, dem T ego des Zentralvereins für das Wohl der arbeitenden Klassen, aus- gefübrt:

„Seit langen Jahren wird dem Handwerk der Untergang Þro- vbezeit. Aber die Totgesagten leben nach dem Volkéglauben lange, und fo stebt au das deutshe Handwerk heute in voller Lebensfraft. Der starke Baum grünt und blüht. Nur einzelne Zweige sterben ab: aber an anderen Stellen treibt der Stamm neue Reiser. So ift es immer in unserem Wirtschaftsleben gewe}en. Zablreiche Hand- werkêzweige sind im Lauf einer langen Kulturentwidlung durch ver- änderte Wberégewohnhbeiten, Sitten, andere Bedürfnisse und Teniken überflüssig geworden und verdorrt An ibre Stelle traten andere Handwerke, ni&t minder tüchtig, wihtig und lebensfräftig und auf die Befriediaung der Ansprüche unserer Zeit berechnet. Avch die Statistik lehrt, daß zwar einzelne Zweige des Handwerks zurückgingen, nicht aber diefes als Ganzes. Au in der sogenannten Blütezeit des Handwerks, die man etwa um das Jahr 1500 antetzen fann, batte der Meister zu kämpfen. Die Sorgen waren anderer Art als beute, aber immerbin waren sie da, und fie drückten sier den einz-Tnen ebenso wer, aïs es bei den Nöôten von heute der Fall ift. Doch das Ungemach des fernen Alltags ift längst vergessen. Gerade bei der Beurteilung des deutshen Handwerks haben wir uns, ober- T5GliGer GeihiMtädarstellung folgend, daran gewöhnt, den Auêëgang des Mittelalters als eine Phâäakenzeit für das bürgerliche Gewerbe zu b-tracten. Viele fennen es nur aus Darstellungen aus der Dans- ba Zeit, wo der Handwerksmeister im pelzverbrämten Kleide hinterm Becher sit, ewige Festtagsstimmung im Gesicht.

Die Geaenwart bat einen Vergleid mit der Vergangenbeit nicht zu sheuen. Unser Handwerk tft niht nur wirtschaftlih stark, sondern aud seine Fäbigfeit, der Kunst zu dienen, Eigenartiges mit Geihmadck und Einst zu leisten und doch moderne An!prücbe an der Seite der Grofindustrie zu befriedigen, ift in den [eßten Jahren immer mebr auêgebiltet. Diese Entrickiung in ihrem Zu!fammenhange muß fowobl für ten Volkêwirt wie für den Sozialpolitifker und au für den &uïtur- und Kunsthistoriker ein Bild von großem Reize fein. Die Getegenheit, ein solches Bild des deutscken Handwerks der Gegenwart

-y m)

ennen zu lernen, wird im nä&sten Jahr in Dresden dur die in

-m Umfange geplante Ausstellung „Das deutshe Hand- werft“ gegeben sein. Sie wird auf dem Gelände der Hygiene-Aus- stellung stattfinden und eine Fläche von gleider Größe in Anspruch nebmen. Alle Kreise des deutshen Handwerks, Reichs- und Buntes- regierungen, die meisten Kzrverschaften und aroßen Vereinigungen des Handwerks bringen ihr starkes Interesse entgegen. Das ist erflärlich. Die Ausstelung will nach ibrem Plan der Allgemeinbeit einen um- faNenden UeberbliZ über die Tätigkeit und Leistungen des Handwerks, über den Untershied zwisWen guter und \{lechter Arbeit, Über Wert und Preis der Handwerkéerzeugnisse geben. Im Programm des bedeuts- iamen Unternebmens beißt es: Es soll gezeigt werden, was Tur Nob- toff arbeitet werden, in welGer Weise dies geshieht und wele Sr f Dabei wird man ersihtlich machen, inwieweit Handarbeit allein zweckmäßtg ist, in welcher Weise Handarbeit durch die Maschine unterstüßt werden kann und wo ih ledigli Mascinenarbeit auch im Handwerksbetriebe empfiehlt. Der Wissen- Haft, Behörden und gesetzgebenden Körperschaften soll die Auéftellung die Möalichkeit zur Kenntnis des Handwerks in seiner geshitlihen Extwifsung und na seinem gegenwärtiaen Stande gewähren und damit im Zusammenhange Ricilinien für die Anwentung der be- stehenden und für den Grlaß fürftiger Gesege bieten. Dem Hand- werter soll die Ausstellung in reihem Maße Belehrung und Anregung vermitteln. Die Darstellung der Verwendung von Nobstoffen und Mascinen, der Arbeltsweise und Kurstformen vergangener Zeiten und verschiedener Gegenden, der neuesten tehniïchen Errungenschaften usw. soll dem Handwerker fruhtbare Anregungen dazu geben, seinen Er- findungsgeist beleben und setnen Geshmack läutern. Er soll be- sonders auch unterrihtet werden über die zweckmäßige Gestaltung dcs Betriebes.

Die Ausstellung soll also umfassen : Robsioffe und Halbzeuge für die Handwerker, Arbcitsbehelfe aller Art, Werkzeuge, Maschinen und namentli die Leistungen des Handwerks selbft in möglist vollendeter Form. Alle Zweige des Handwerks sollen in geschlossenen Gruppen und, wie sämilite Maschinen, na Möglichkeit im Betriebe vor- geführt werden; auf das legtere wird ein Hauptgewit gelegt. Man hofft, daß ein MWerkstattbvetrieb fch hei etwa dreißig Handwerks- aruppen einrihten läßt, so z¿. B. Fleischer, Kleinbrauer, Bäder, Barbiere, Gold- und Silbershwmiede, Sattler, Eerber, Schubmacher, Drecbsler, Uhrmacher, Töpfer. Tischler, Glaser und ondere. Vielfach werden GSemeinschaftsausftellungen dargeboten, deren Unternehmer Frnungsavss{üfe, Innungsverbände oder auch einzzlne Innungen änd. An die Hauptausstellungsgruppen werden fi vier große Sonderabteilungen ans&ließen. In ihnen sollen die Entwicklung des Handwerks, seire Organisation, Sitten und Gebräuche dargestellt werden, weiter die dem Handwerker zur Verfügung stehenden Bildunas-

rnnN U 75

mittel, die Maßnakbitzn zur staatlihen Förderung des Handwerks, die Berufekrankbeiten des Handwerks und deren Verbütung, Erzeugnisse des Hauéfleißes, Jugendarbeit und eine wichtige Aufgabe die Sugenderziehung im Handwerk.

Sebr interessant versprict auch die geschichtlide Abteilung zu werden, die unter der Leitung des Hofrats, Professors Seyfert stehen wird. Er bat die Absicht, in ihr ein ans{auli%es Bild von der Entstebung des deutshen Handwerks zu geben. Es foll seine mittelalterlide Blütezeit, das Zunftwesen und aus der neueren Zeit bis zur Gegenwart das Zeitalter der Erfindungen und Maschinen vor- geführt werden. Man wird Handwerkésitten von der Wiege bis zum Grabe,

Lehrzeit, Lossprehung, Wanderzett, Gesellen- und Meiftertum veranschau- |

lichen. Diese gesbichtlihe Abteilung soll zeigen, wie fich unfer heutiges Können sabgemäß aus früberen Zelten entwidelte. Der lebendige Geist wie Kch Professor Serfert in einer Sißung des Auestellungs- aussdufes für: ausdrüdte —, der uns mit früheren Jabrbunderten verbindet, soll bier atmen, nicht der Geist einer verstaubten Antiken- sammlung oder einer trocknen Gelebrtenstube. Gruppen über Hand- werféorganisationen und soziale Fürsorge werden é ansdließen. Hier finden ic Handwerks- und Gewerbekammern und Genessens{aften, Innungêwesen, Handwerker- und Gewerbevereine und Schulwesen. Es soll uns dat alles in seiner Wechselwirkung zu dem vielgesialtigen praktischen Leten entgegentreten. Die Fürsorge für L-hrlinge und Gesellen, Unfallstatistk und Unfallverhütang, Gewerbehygiene, die Sozial- rersicerung und die Heilstätten und Erholunesbeime werden ein Bild der Riesenarbeit auf diesem Gebiet der deutshen Sozialpolitik geben. Auch eine foloniale Gruppe wird die Autstellung enthalten. In thr soll der Handwerksbetrieb in unserea Kolonien, die dort erforderliche Körv:r- und Sesundhbeitspflege gezeigt werden.

So bietet ih im näthsten Iabre in Dreéden ein anshaulihes und v: llkemmenes Bild des deuten Handwerks. Um es nah großen Gesicht‘ punkten zu gestalten, ist viel Arbeit und viel Geld erforderli. Seit lärger als einem Jahre sind zablreihe im Ausstellungëéwefen erfabrene Männer unter Beratung durch hervorragende Fachleute aus den Gebieten der cirzelnen Gruppen an der Vorbereitung des Unter- nebmens tätig. Die Kosten find auf 2100000 # veranscklagt. Von ibnen entfallen mebr als die Hälfte auf Bauten, die von der 250 000 Ge- viertmeter betrager.den Auéstellungéflä&e nach den Plären ven Professor Erlwein etwa 50 900 einneomen werd?n. Zur Sicherstellung der Ausstellung baben der Staat Sa@&sen und die Stadt Dreéden je

900 000 6 für den Garantiefcnds gewährt, der auf 1 000 000 M ge- bradt werden soll. Arch zahlreie Irnungen und andere Hand- werfertercinigungen baben zu diesem Fonds erbeblide Beträge ge-

se zeihnet. Für Autstelluncêgüter gewähren die Bahnen Beförterunrgs8- erleihterungen: für minderbemitteite Auéstellungébesucer ist ein eigen- artiges Spar ystem eingerichtet. Um diesen Besuchern zu ermLg- lien, in wêdentl:hen Beiträgen fich das Reisegeld nach Dresden zu ersparen, bat die Auéstcllungtleitung jenes sih über tas ganze Reich erstreZente Srarsvystem gesbafen, dessen Träger die Handwerks- und

Gemerbefammern und Innungévert ände find. Es werden Sparmarfen geliefert, die in ein Sparbuch geklebt we den. So ift für alles geforg Eine große Bedeutung der Aus-

1 sie Handwerkerkreise aus in gemeins{haftliden Veranf

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L. stellung liegt auch tain, da schiedenen Gebieten des Reiches zusammenführen wird. Es wird sich dabei während der zahlr reits beute angemeldeten Tagurgen von Körperschaften und Ver- einigungen Gelegenbeit bieten, die Mängel des beutigen Handwerks einmal auf dem bedeutenden und wirkungévollen Hintergrunde einer eindringli zum Fortschreiten mabnenden großen Berufsauéstellung zu erörtern. So wird diese vorauésiLtlich au in foler Hinficht zur Erziehung und Kräftigung des deutshen Handwerks beitragen.“

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Gesundheitêöwesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Gefundbeitsstand und Gang der Volkskrankbeiten.

(Nah den „Veröffentlihungen des Kaiserlißen Gesundheit2amts“", Nr. 15 vom 16. April 1914.)

Pet.

Aegypten. Vom 21. bis 27. März erkrankten in Mansfsura und Tanta je 1 Perfon. fest Mario In Fedala wurde am 25. März 1 neuer Pestfall estgeltellt.

Niederländisch Indien. Vom 11. bis 24 März wurden folgende Erfrankungen (und Todesfälle) gemeldet: aus dem Bezirke Malang 307 (277), aus Kediri 49 (47), aus Paree 42 (40), aus Madioen 34 (32), aus Soerabaja 25 (21), aus Magetan 18 (17), aus Pasoeroean 10 (7), aus Pamekasan 4 (3), ferner aus Toeloengagoeng 5 Todesfälle, aus Bangil 4 und aus Berbek 2. Für die Zeit vom 25. Februar bis 10 März find naclhiräglich aus Paree noch 3 Erkrankungen und 2 Todesfälle und aus Kediri 2 Todesfälle mitgeteilt worden. _ z

Hongkong. Vom 1. bis 7. März 29 Erkrankangen (davon 20 in der Stadt Viktoria) und 24 Todesfälle.

British Ostafrika. In Kisumu im Januar 2 Pesifälle, davon 1 mit tôdlihem Verlaufe.

Poden.

DeutsGes Reih. In der Woe vom 5. bis 11. April wurden 2 Erfrankungen (bei Ausländern) festgestellt, und zwar je 1 in Illowo (Kreis Neidenburg, Reg.-Bez. Allenstein) und in Pohbnstorf (Mecklenburg-S{hwerin).

Oesterrei ch. Vom 22. bis 23. März in Böhmen 12 Er- krankungen, in Krain 4, in Niederösterrei, Vorarlberg und Galizien je 1.

Hongkong. Vem 1. bis 7. März in der Stadt Viktoria 3 Erkrankungen und 1 Todesfall.

Fledfieber.

Oesterreich. Vom 22. bis 28. März in Galizien 83 Er-

frankungen, in der Bukowina 8. Genidstarre.

Preußen. In der Wohe vom 29. März bis 4. April find 5 Erfcanfkungen (und 1 Todesfall) in folgenden Regierungs®- bezirken [und Kreisen] gemeldet worden: Düffeldorf 3 [M.-Glad- bach Stadt 1, Mörs 2], Oppeln 1 (1) [Beuthen Land 11], Trier 1 [Saarbrückcn Land]. :

Oesterrei. Vom 15. bis 21. März in Mähren 3 Er- krankungen, in Galizien 1.

British Ostafrika. Vom 3. Januar bis 7. Februar er- Freies (und ftarben) in Nairobi 14 (9) Personen, in Kisumu 5 (4).

Spinale Kinderläbhmung.

Preußen. In der Wehe vom 29. März bis 4. April sind 2 Erkrankungen (und 1 Todesfall) in folgenden Regterungs8- bezirken [und Kreisen] angezeigt worden: Arnsberg 1 (1) [Bochum Land (1), Hörde Land 1], Hannover 1 [Hannover Stadt].

Oesterreich. Vom 15. bis 21. März im Küstenland 8 Er- frankungen, in Kärnten 1.

Verschiedene Kranktheiten in der Wodhe vom 29. März bis 4. April 1914.

Pocken: Konstantinovel (22. bis 28. März), Moskau je 1, St. Petersburg 3, Warschau 4 Todeéfälle; Odefsa 1, St. Petersburg 4, Mars{au (Krankenbäuser) 9 Erkrankungen; Varizellen: Nürn-

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berg 27, Budavest 44, New York 200, St. Petersburg 37 Er- krankungen; Fleckfieber: Odessa, St. Petersburg je 1 Er- franfung: Rückfallfieber: Moskau 1 Todesfall : Odeffa

3 Erfranfungen; Milzbrand: Reg.-Bez. Düsseldorf 1 Todetfall- Reg. Bezirke Düsseldorf, Marienwerder, Merseburg, Wien je 1 Er; franfung: Tollwut: Moskau 1 Todesfall; Influenza: Berlin 6, Amsterdam 2, Antwerpen 1, Budapest, Edinburg je 2, Londen 20, Moftfau 8, New York 29, Paris 7, St. Petersburg 2, Wien 1 Todes- falle: Nürnberg 2l, Kopenhagen 63, Odessa 124 Erkrankungen; Geni&ckstarre: Kovenhagen, London, Moskau je 1, New York 4 Todeéfâlle: Christiania, Kopenhagen je 1, New York 3, Wien 4 Erfranfungen: Körnerfranfheit: Reg.-Bez. Posen 107, Medcklen- burzg-Schwerin 104 Erkrankungen. Mebr als ein Zehntel aller Gestorbenen ist an Scharlach (Duichihnitt aller deutschen Be- ribisorte (1895/1904: 1,04 9/9) gestorben in Altenessen, Buer Erkrankungen wurden gemeldet im Landespolizeibezirke Berlin 174 (Stadt Berlin 120), in den Reg.-Bezirken Arnsberg 138, Düf eldorf 147, Potédam 109, in Stuttgart 29, Hamburg 41, Amsterdam (1. bis 7. April) 29, Budapest 67, Christiania 32. Edinburg 46, London (Krankenbäuser) 400, New York 339, Odessa 66, Paris 128, St. Peteréburg 102, Warschau (Krankenbäuser) 80, Wien 64; an Masern und Röteln (1895/1904: 1,100°/6) gestorben in Gladbeck, Mann- heim, Oberhaus:n Erkrankungen wurden angezeigt in Hamburg 33, Budapest 288, Kopenhagen 201, London (Kra: ktenbäuser) 27, New Nork 663, Odeffa 110, Paris 211, St. Petersburg 115; an Diphtherie und Krub y (1895/1904: 1,62 9/0) gestorben in Bohum, Bottrop Erfrankungen famen zur Meldung im Landespolizeibezirke Berlin 177 (Stadt Berlin 108), in den Reg.-Bezirken Arnsberg 147, Düsseldorf 130, tin Hamburg 71, Amsterdam (1. bis 7. April) 25, Budareit 52, London (Krankenhäuser) 150, New York 327, Ddefsa 93, Paris 59, St. Petersburz 109, Prag, Stockholm je 26, Wien 58: ferner wurden Erkrankungen gemeldet an: Keuchhuiten in Budaveit 32, London (Krankenhäuser) 28, New York 44, Odessa 65. Typhus in Paris 36, St. Petersburg 96.

Land: und Forftwirtschaft.

Stand der Saaten und Rebstöcke sowie Lage des Wein marktes in Südfrankreic.

Die Witterung in Südfrankceih war in der ersten Hälfte März verbältniémäßig günstig, in der zweiten Hälfte dagegen falt und regnerisch. Die Vegetation ist im allgemeinen um etwa 3 Wochen gegen den Dur{hschnitt zurück. Die Getreide haben wenig unter dem Minterfrost gelitten und stehen gut. Dagegen ist die Frübjahr8ausfaat dur die ungünstige Witterung verzögert worden und noch nickcht aufgegangen. Mit dem Legen von Kartoffeln und Rüben ift begonnen worden. Die natürlichen und künsiliden Wiesen haben sich bei der feuchten Witterung ras und günstig entwick-lt. Die Gemüsekulturen haben fih von den Frostihäden erholt und stehen recht gut. Die Obstbäume steben in voller Blüte. - In den Weinbergen is der Schnitt der Reben fast überall beendet ; die Frübjahrêsäsbeiten sind im allgemeinen erledigt, soweit sie niht wegen des \{lehten Wetters baben eingestellt werden müssen.

Das Wein geschäft war im vorigen Monat ziemlich fill. Nur zu Ente März wurde es etwas lebendiger. Auf dem Weinmarkt in Montpellier- vom 31. März waren viele Käufer erschienen; es wurden