1914 / 105 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Ganten waren und ih babe Immer anerkannt, baß an eïner Reibe bon Schulen das Ertemporale in durchaus angemessener und ver- ständiger Weise behandelt würde —, da ist in der Tat durch den Erlaß etwas wesentli Neues nit herbeigeführt worden.

Derselbe Herr Abgeordnete hat dann bemerkt, daß es wesentlich Können und Pflichteifer des Lehrers abhänge, ob dieszr Erlaß in dem von ihm beabsichtigten Sinne zur Ausführung ge- bracht wilibe: Auch das ist zutreffend. An das Können und die Wirksamkeit der Lehrer stellt er in der Tat höhere Anforderungen.

Jh babe aber bei seiner Herausgabe Vertrauen in die Lehrerschaft gehabt: der Erlaß enthält geradezu eine Vertrauenskundgebung von mir für die Oberlehrer. Ich habe dies Vertrauen no< heute, und ih bin überzeugt, p ich es auch in Zukunft haben kann.

Dann ist der Vorrourf, ‘von dem ih soeben sprach, damit be- gründet worden, daß auf eine Verfügung hingewiesen wurde, die kürzlich von dem biesigen Provinzialschulkollegtum ergangen ist. Ich habe {on in der Kommission gesagt, daß ih es lieber gesehen hätte, wenn das Provinzialschulkollegium seine Verfügung mi iht an ein bestimmtes Vorkommnis angeknüpft hätte.

In der Sache selbst ob eine MNangordnung in den einzelnen Klassen angemessen ist oder niht hat die Unterrichts8verwaltung nit Stellung genommen. Es wird in dieser Beziehung verschieden und die Meinungéèn der Pädagogen über diese Maßregel Das hat ja: au die gegenwärtige Debatte ge- wenn das Befinden darübec

von dem

verfabren, gehen auseinander. ¿eigt. Deshalb ist es wohl das richtigste, den Schulen überlassen wird. (Sehr gut!) Das ist auch bisher hier in Borlin und in Brandenburg der Fall gewesen; denn {hon vor dem Erlaß des Provinzialschulkollegiuums war hier an einzelnen Schulen die NRangordnung beseitigt. Beseitigt ist sie, foviel ich weiß, -durch- gebhends im Westen. Ich lege, wie Sie aus meinen Ausführungen entnebmen fönnen, auf diese Frage überhaupt kein großes Gewicht, und bin, wie gesagt, der Ansicht, daß man es den Schulen überlaffen foll, wie sie die Angelegenheit regeln wollen,

Dann ift getadelt worden, daß auf unseren höheren Schulen leihte Verseßungen stattfänden. Meine Herren, wir wollen feine leicht ten und auch keine strengen taa My wollen gerechte Verseßungen (Sehr gut!), und gere<t wird eine Prediger dann fein, wenn die über die Verseßung befindende Ste e sih die Frage vorlegt, daß der Schüler die Reife gewonnen E, um der Aufgabe, dèr nächstfolgenden Klasse gestellt wird, gerecht zu werden.

s ist der einzige Gesichtspunkt für die Verseßung: nur der Schüler soll verseßt werden, der die Reife besißt, um die in der folgenden Klasse gestellten Aufgaben zu erfüllen. Wird ein Schüler ohne diese Neife verseßt, so wird ihm ein s{<le<ter Dienst geleistet; denn er wird cben der Aufgabe in der folgenden Klasse nicht gere<ht werden können, und das wird dann für seine spätere Entwicklung nur von

Nachteil sein. Demgemäß find auch die Vorschriften über die Ver Sinne sind ste B bA

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seßung gehalten, und in dem auszulegen. Die Ent- {eidung i} neuerdings ‘in die Hand de s Lehrerkollegiums unter der Leitung des Direktors gelegt, wid das ist wohl -auh die richtige Stelle für diese Entscheidung. ‘Das Léhrerkollegium muß die Ver- antwortung tragen, und i< zweifle nicht, daß die Lehrerkollegien sich der großen Verantwortung voll bewußt sind, die thnen damit zu: gewiesen ist, und daß sie diese Frage mit Ernst erledigen werden, ivorauf allerdings im Interesse unserer Schulen der größte Wert zu feaen ift.

Meine Herren, wenn wir unseren Schulen so hohe Ziele ste>en müssen, wie es geschieht, dann können diese Ziele nur reibt, es fann ibnen nur dann wenigstens immer näher gekommen wenn wir uns auf eine ihren Aufgaben in vollem Umfange Lehrerschaft stüßen können. Auch von der Tribüne dieses zu meiner Freude ausdrü>li<h anerkannt worden, daß in

lebten Jahren für die äußere Stellung der Oberlehrer viel ge-

beben fei, und daß das au< in ihren Kreisen anerkannt und danf- ufgenommen worden sei. Immerhin sind hier no< einige Bünsche geltend gemacht worden,

Nun haben die Herren Oberlehrer j Grkenntnis wegen der pielerwähnten Zwoölfstundenklausel erstritten, und wir sind augenblid>- ti dabei, die Konsequenzen aus diesem Erkenntnis zu ziehen. (Bravo!) Verhandlungen, die ih-mit dem Herrn Finanz- eingeleitet babe, zu einer befriedigenden Lösung

und ste>en werden, e wachsen e

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ja das

Jch hoffe, daß die

minister ‘daruber fuhren werden.

Dann ift wieder

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ob die Ober unmittelbare

von der Frage die Rede gewejen, böberen Schulen mittelbare oder Jch habe mich früber schon einmal dahin aus- | Bedeutung micht beizu berleh TEL feine

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mit. der Oberlehrerschaft, fn Sonberheit mit ihrer Delegierkenkonfe? renz. Wenn ih mich hierbei selbstverständlich vornehmlich stüßen werde auf die mir zur Seite stehenden hervorragenden und erprobten Schulmänner, so habe ih doch die Absicht, den vorläufigen Entrourf, der jeßt nah eingehender Prüfung fertiggestellt ist, no< an die Provinzialschulkollegien hinauszugeben und an einzelne mit diesen Dingen wohl vertrauten Herern mit der Bitte, sih gutachtlih zu diesem Entwurf zu äußern. Alsdann wird eine erneute Prüfung na allen Richtungen hin eintreten, und nur dann würde ih mi zum Erlaß einer Neuordnung entschließen, wenn ih die Ueberzeugung ge- winne, daß durh sie wirkli<h etwas Besseres an die Stelle des Bestehenden gestellt werden foll.

Dabei das möchte ih do< noch hinzufügen wird ein wesent- licher Gesichtspunkt sein die praktische Einführung der jungen Schul- amtsfandidaten in ihren Beruf, daß sie was auch in der Debatte hervorgetreten ist angeleitet werden zu der erzieherischen Tätigkeit, die sie in der Schule zu entwickeln haben.

Nun, ist von den Hindernissen die Nede gewesen, Da ift vor allen

meine Herren, die einem erfolgreichen Schulbetrieb entgegenstehen. Dingen die Ueberfüllung der Klassen, die Ueberfüllung der Schulen überhaupt, und damit au die der Universitäten hervorgehoben worden. Meine Herren, das ist völlig zutreffend. Unter dieser Ueberfüllung leidet der Schulbetrieb ganz außerordentlich, dur< diese Ueberfüllung wird er in seiner vollen Entfaltung sehr erhebli<h gehemmt. Aber die Schulverwaltung ist außerstande, auf diese Erscheinung einen aus\{lag- gebenden Einfluß auszuüben. Diese Erscheinung ist nicht auf Maß- nahmen der Schulverwaltung, sondern auf ganz andere Dinge zurüd- zuführen, die außerhalb des Einwirkungsgebietes der Schule liegen. Nehmen Sie doch die ganze Entwiklung unserer Verhältnisse, die gerade die Eltern dazu treiben, ihre Kinder, thr Söhne in die höheren Schulen zu schi>en! Heutzutage wollen alle Beamter werde hr richtig! und Nufe: Leider!) Jeder Vater denkt für seinen Sobit an ein E Amt, wo er in Nuhe und Behaglichkeit ein gesichertes Leben und Alter findet. (Sehr richtig! und Nufe: Leider!) Darin Régt eine große Gefahr für unsere allgemeine Entwi>klung, und der Vaterlandsfreund kann dieser Entwi>klung nur mit großer Besorgnis gegenüberstehen. (Sehr richtig!) Dabei ist nun wieder das Bestreben in allen Berufen, die Anforderungen an die Ausbildung der Bewerber zu steigern. Wer früher mit der Bescheinigung, eine Sekunda besucht zu haben, angenommen wurde, muß heute das Primanerzeugnis vor- legen, und wer früher ein Primanerzeugnis vorlegen mußte, muß heute das Abiturienteneramen bestanden haben. Das sind Maßnahmen, die die einzelnen Stellen und nicht nur die einzelnen Behörden im Privotleben ist es gerade so (Sehr richtig!), anwenden, um si bo der Flut der Bewerber zu rchüt zen, um aus thnen die Auswahl seidhter treffen zu können. Daß für viele Stellen ein solches Zeugnis nicht der geeignete Gradmesser für die Beurteilung der Frage ist, ob der Be treffende fich für eine Stelle eignet, is wohl unbestreitbar. Da kommen andere Eigenschaften in Betracht, die für viele Berufs\stellungen be- stine: id find (Sehr ricbtig!), nicht aber die Frage, ob der Bewerber Sekundaner oder _Primaner Feen it. Aber, wie gesagt, meine Herren, das sind Dinge, auf die die Unterrichtsverwaltung keine Gin- wirkung hat. Soweit mir die Möglichkeit gegeben is, mi bei den Behörden gegen ein solhes Steigern der Anforderungen zu wenden, habe ih. {hon von ihr Gebrau gemacht, und. ih werde davon Gebrauh machen. (Sehr gut!) Aber einen dur<s{lagenden Er- folg kann das nicht haben. Es müssen si unsere allgemeinen Verhält- nisse verändern, wenn hier wirklih eine Besserung der Dinge eintreten soll. Das aber möchte ih no< einmal hervorheben: es ist einfah un möglich, daß von der Unterrichtsverwaltung innerhalb des Schulbe- triebes Maßnahmen getroffen werden, die den übertriebenen den hoheren Schulen einzudammen vermogen.

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worden, daß man Mittelschulen von der Unterrichtswver-

eine Herren,

(s 1st hervorgehoben gründen sollte. Das ift ein Mittel, das au< waltung ergriffen worden ist. Sie werden si erinnern, m daß im Jahre 1910 neue Bestimmungen über die Mittel mir erlassen worden sind. h Volksschule und die höhere Leben, für Eltern zu L dit dung geben woollen, als sie die B Sohn nicht in die abers Schule, sondern in eine für das praktische Leben zugeschnittene Schule schi>en wollen. ist die Aufgabe der Mittelshule, und namentlich da, wo sie in ihrer Nei s wird sie diesen Zweck auch erfül i namentlich diejenigen Std

Nun aber haben wir, Stadten bei der Aufstellung der ( eine Konzession machen müssen. In den kleineren Städten, die sich keine höhere Schule leisten ennen besteht doch nigstens für die unteren Klassen eine Möglichkeit Z>chüler zu haben, um diese mt son Fremde sciden zu Pläne der DULG ) sie die

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zur Unterweis im jüngsten Alter an eine bohere Schule in der müßen ist di nzession gemacht worden, Mittelf dGule aub so eingerichtet werden fonnen, f vermittelt Schule stattfinden

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eben dazu führen, de Also soweit die bermaß des Besuches ie

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I; Hs! 4 - Q q Mittelschule no< nußbarer und ry T Lr gerilte

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no< weiter

geworden, die ic früher {on hier vorgetragen Habe. Insonkerhes ist bestimmt worden, daß die Mittelschüler na< Absolvierung diese; Schulen alébald das Einjährigeneramen vor der Kommisston können. Die Erfolge biermit sind verschieden; an der einen waren sie gut, an der anderen schr s{le<t, im Du

man fagen, daß etwa 50 % der zur Prüfung gekom \chüler das Eramen bestanden haber. (

waren, liegt vielleitt daran, daß die Anforderungen, die in den Examen für das Einjährigenzeugnis gestellt werden, sich nitht mit dem Lehrplan der Mittelshulen in Einklang befinden. Ich bin jet am Werke, da einen gewissen Einklang herbeizuführe aß, wenn das erreiht wird, woran ih nicht zu zweifeln brau

r<s<nitt

nenen

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D d Nesultate der Prüfungen, die vow den Mittelschüler

ann au i die vor der Cinjà thrigenkommission abge werden, sich bessern. (Brat bet der forischri ittli

Das führt

ichen Volkspartei.) zu der alljährlich hier berührter Mrtttelschullehrer

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mich

“l L i E c E Sai D R Ler Ela LLQUNA DET

hkoron T alanu con tli d, hoheren S <ulen. S glaube eIGgentiic,

über diese Frage ist ers<hopft; es

S Debatte

worden, was gesagt werden kann, und Sie werden b

gege ben babe, über A

klärungen, die i< hier n, daß wir <ullehrer an den hoher

wiederholt a gewonnen hab nicht daran denken, in fange Mittel sondern in fehr Kommission mitgeteilt, Mittelschullehrer gegenüber den akademish gebilde

Schulen vershwindend klein. f

wir zurzeit die Stellen, die für Meittelsc Schulen vorgesehen find, micht dur ole

,

N L, - spricht auch

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L 5 beschränktem Maße.

und danach 1 in

Lehrern

hoheren nicht der Sachlage, daß versehen werden. Aber ine Tugend

erfreulidæe Zu er Hilfélehrer gegenüber

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daß ich Katholiken

‘Pe rfönlichke

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fagen, wenn

insbesondere O ache ja uberhaupt dieser Eigenschaft es

wie wir es gebracht hal

doch auch nicht zu kurz

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mich immer eigenti

sere Schulverhältnisse

sein heimatlihes Schulwesen und Zurückhaltung er von spriht. Wir beißender Schärfe über unsere so wentg wie möglich gutes. : daß in der Oeffentlichkeit neben sabliher Kritik auch unserer Schule etwas mehr verbreitet wird!

ib doch sagen zu können auch

f richtig!), und wir brauchen Freude

wL}|ensv

W0orgen Qt

breite Lichtseiten, über können (Sehr Schulverwaltung. dafür! Dann au< dafür forgen, daß die Berufsfreudigkeit unserer Pflichterfüllung threr A : gestärkt, und daß damit auch

_— —. L Í R Znrar 0 P orgen Ie è

(Fortseßung in der Zweiten Beilage.)

Daß die Erfolge nit bessc; F

n, und ih M

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die Entstehung der Bhaben wir

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Grziehungs8werte, die im

fdie erstere, um einen zu lernen, die

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Bei dem Unterricht im vai S5 das aus

| | po n Kaise! r und

Watsachen aus der Geschichte der Fürsten gelehrt. In d

Wondern eine Erziehung zum Chauvinismus und zum :

E hen Neichsanzeiger und

Zweite Veilage

Berlin, Dienstag, den 5. Mai

öóniglih Preußischen

Staalsanzeiger. 1914.

(Fortseßung aus der Ersten Beilage.)

Abg. Hän i f < (Soz.): Die Sozialdemokratie hat ihr Aude nmerk auf die Zustände in unserem Bolks\culwesen zu richten; sie steht aber einem höheren Schulwesen niht etwa gleichg ültig gegenüber. Die Arbeit der Wissenschaft ist au< die

ache der Arbeiter; auch die Sozialdemokratie hat auf dem Gebiete

g höheren Schulwefens il ihr Programm. Wie Dilmt es, daß der Nolk oe der Maus: zu den höheren Schulen in so überaus hohem Maße ers<hwert wird? Damit begeht man ni<t nur ein großes Unrecht gegen die unteren Volksklassen, sondern der Staat be- raubt si< au selbst eines Teiles der geistigen Kräfte, deren er Lia igend bedarf, Up damit begeht er ein Verbrechen gegen fich felbst.

Besuch der höheren Schulen ist heute für den Schüler ab bén von dem Geldbeutel des Papas ; daher das ganz ae Bete gu glivelen. Nur auf dem Wege der Einheitsshule kann (Gerecht igkeit gegen alle Volksklassen geübt werden. Der Volfss \hülec muß {on mit 14 Jahren hinaus in die Fabrik, in das Berg- werk, in die Werkstatt. Die Anschauung des Herrn von Kessel, den Kreis der zu den böheren Schulen Zugelafsenen möglichst eng zu ztehen, müssen wir daher auf das energishste zurückweisen. Nach dem Muster von Württemberg müssen die Schulgelder ganz bedeutend herabgesetzt werden. Preußen ats an Schulgeld das Doppelte

Acttfole als die anderen deutshen Bundesstaaten. Ich

ganz eine an das A gelangte Petition, die Unentgeltlihkeit des Unterrichts eintritt, ni<t nur Volksschulen, sondern auh für die höheren Schulen. Ferneu fordern wir eine größere Einheitlichkeit der Schulbücher ; es muß von Negierungs wegen - auf eine Verbilligung der Schulbücher jingewirkt werden. Unhaltbare Zustände entttehen au<, wenn im f eines Provinzialschulkollegiums eine neue Ausgabe verwendet rd, die von den benachbarten Provinzialschulkollegien für un- brauchbar erklärt wird. (Es sind uns zahlreihe Beschwerden über cine zu lange ununterbrochene Su ge zugegangen. Eine acht- bis neunstündige Arbeitszeit für Schulzwece ist viel zu viel; das geht über die kindliche Nervenkraft. er Saß Mens sana li corpore sano gilt natürli au für die & E (Fin NRaubbau Nervenkrast der Schüler darf nicht werden. Ste alle, wie sehr die Nervenkraft \ eine f stündige Verhandlung hier verbraucht wird. Ich mit der Aufs hebung der Nangordnung durchaus R aber die Ÿtang- ordnung ist nicht allein die Ursache der Schülerselbstmorde. Der wunde Punkt ist der, daß zu hohe Anforderungen innerbalb und außer- alb der Schule gestellt werden, denen das findliche Nervensystem er li iegen muß, sodaß es irgendeinem Schid>sals schlage nicht mehr standhalten fann. Wir treten deshalb dafür ein, daß in den Schulen neben der Pflege des Geistes die Pflege des Köipers nicht vernachlässigt wird. An dem Fall Mierus möchte ih niht vorübergehen. Yan hat die Hedwig Mierus, die Tochter eincs Oberlehrers in Dortmund, nicht in das Lyzeum 11 aufgenommen, weil sie ni<t geimps\t war; in die Volksshule nahm man fie aber anstandslos auf. Ich möchte den Minister fragen, auf Grund welcher geseßlichen Be- stimmungen wegen des Nichtimpfens die Hedwig Mierus von der böberen Schule verwiesen wurde. Wir S auch dafür, daß die Schüler der oberen Klasse in höheren Anstalten in das Wesen und Yteltgton8geschidte eingeflibel werden; dagegen nicht das Mindeste einzuwenden. Es dürfen aber nicht Sachen in das fkindlie Gehirn hine ingepfropst werden, es nit verstehen kann. Die Nechte betrachtet uns gewisser- moderne Babaren weil nir e Kulturroerte, dte durch das humanistis<he Gymnasium vermittelt werden er itôren wollten. Wir sind die legten, “e die Kultur El asl {hen Altertum liegen, ennen. aa in Gegenteil, wic find dafür, daß Kulturshäßz( ganzen Volke ershlofsen“ werden. find alfo 1 L Das Aen hi vmanistischen n (Gymnasiums, nete 1 aber, daß im i manistische Gymnasium nicht mehr setne Worm tellung "dot anderen Zweigen der hs heren Lehranstalten ge f Wir eg en auf die Beschäftigung mit den Naturwissen 1atishen Wiss E NiL n nicht wentger Wert. eshalb lebte ! Vest der Borrechte des human isti| hen Gy ymnasi ums beseitigt werden. Auf den höheren Lehranstc en wir ferner den Schülern IGelegenheit geben, die polnische die russische Eee zu erlernen großen il unseres Volkes besser kennen weil inde mehr Mam unjer öft dejjen Cs rade U tennen Tur diefe eutung it Gs wäre au. fein l Bolkes die Werke ler en würde. Auch

erl das hu

jasten und mathe muß auch

leßtere, leute în \tachbarreih von größter wenn ein größerer Tei unseres Tolstoi tn ibrer Urspra Unterricht in Stenographie auf fafultativer Gri indlage tft erwünscht. Deutschen muß ich darauf hinweisen, wie dem Unterricht ausgemerzt wird, was irgendwie einen tümlichen oder freibeitliden Charafter trägt. So ist das Gedicht vom Abt, wo der Schäfer klügcer war als der Kai]er jetzt aus allen Lehrbüchern vers<hwunden, wahrscheinli da der Kaiser sich von einem Schäfer in der reizendsten 1 Weise In der Nationalhymne ist der zweite Vers aus soweit ih die Lehrbücher kenne. Dort - heißt es: icht Neisige sichern die steile Hoh’, wo Fürsten stehn ; Vaterlands, Liebe des freien Manns gründen den Herrscher- wie Fels im Meer. Den freien Mann will man selbst Nationalhymne ni<t gelten lassen. (Zuruf des Abg. von “trifft ja gar nicht zu!) Das trifft wohl zu, i< ven auf das Lehrbu<h von Kühne und Vorwerk Seite 220, Strophe weggelassen ist. Es ift , einfach etn grober nfug, was alles mit unseren schönen deutihen Gedichten und Liedern emacht wird. An die Stelle dieses aizgemerztén >toffes tommt yzantinisher Stoff, besonders Hohenzollernanekdoten. In einem ehrbuh für Sexta find ni<ht weniger als 32 Hohenzollern iekdoten in Gediht und Prosa enthalten, darunter sogar Jolle von dem jeßigen Kronprinzen. Auch in den früheren Lehr- üchern war vieles enthalten, was uns Sozialdemokraten nicht gefiel. ver im allgemeinen war das byzantinishe Element so gut wie gar iht vertreten. Die Bet onung des Bolkst ¡ümlinationalen und der

he fennen l

diese

Mationalen Kultur ist zu einem nationaltstishen Chauvinismus der

<limmsten und verwerflihsten Art geworden. Die Geschichte sollte ie Kinder Linführen in die Geschichte der mens<li<hen Arbeit, in die Seschihte der Entde>tungen, in die Geschichte der Unterwerfung der Rate unter die Macht des Menschen ; die Kinder sollten Mirtschafts- El ichte lernen, sie follten lernen, wie die Naturalwirtschaft dur di

SBeldwirtf t[chaft abgelöst wurde, fie follten die Umwälzungen verstehen ernen, die durch die Dampfmaschine hervorgerufen worden find, fie sollten rfahren, daß die Gründung des deutschen Zollvereins für die Einigung Deutschlands viel wichtiger war als die Kaiserkrönung in Versailles. Statt dessen werden in den verschiedenen geitabschnitten nux cintge den Tabellen, die as Nückgrat für den Geschichtsunterricht darstellen ¡Aen findet ih nichts jon tulturgeschihtlicher Bedeutung. Das ist kein Geschich \töunterriht, 5 Byzantinismus. Fie Unterrihtsverwaltung sollte sih endlih dazu entschließen, den 4 eshi<tsunterriht fulturell und dkonomis< zu vertiefen. Der Wnterricht läuft jeßt darauf hinaus, die Sache so darzustellen, als

in erster Linie

fei alles Gute und Große nur ein Verdienst Der ¿Fürsten im all gemeinen und der Hohenzollern im besonderen. Jh muß namens meiner Partei auf das entschiedenste dagegen prote/stieren, B in den ge|<l<tliden Lehrbüchern so ungeheuerlihe und Meinungen über Ote Ne aN dhe Partei gelehrt Der Redner verliest eine e aus einem Laliebus, j L, er Arbeiter di dle Soztaldemokratie ge] proch

l n, befonders z1 dem Attentat

Solche Behauptungen

weile 6 x sozialdemoktratischen

tun, er war at istischer Ac gitator. (Lebhafte Zwisc

Mir sind allerdings eine internationale Partei, aber wir - find im Grunde doch etne váterxlandéfreundlichere Partei als Sie. Auch der staatsbü?gerlihe Unterriht ist durhaus chhauvinistis<. T | es in den Lehrbüchern so dargestellt, a!s ob einzig und allei Kaiser Tag und Nacht und ohne Unterlaß des deutschen Bolkes kümmert. Dies Unterrichts wirkt darauf hin, daß die werden, daß das Mißverstehen der wird. Auch in den höheren Klassen ist von einem wirkl ichen staats bürgerlihen Unterricht keine ede. Die Sekundaner und Primaner wisien in der Verfassung Griechenlands und Noms besser Bescheid als in der des Deutschen Ne eiches, und sie kenne n die Nefo ormges | Solon beffer als die deuts<hen Geseße Befugnisse zwischen ( nélstäaten und Uke

ijer Bundesrat

teid/stag, zwishst-n j ihnen e

k-ine Ahnung Ki iegt eines Gt

Sinne der 3 le damit etnverstanden, daß au

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e Art des aatébi bürgerlichen Taten des Bolkes verounkelt einzelnen Klassen verschlimmert

Auch wir sind Schulwesens eine g 0 zur Erstarrung werd Nach Schulgemeinde sollten auch in Bolks|\chulen, Ucht- und rung dex Torpérlidten , lung Der Tugend. N Hs vielen bed Berechtigung8we!(

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uns seren 1 S: hulen,

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zu erreichen. Der unerträgliche ibi durch sein heutiges Schulsystem der

eitigt werden.

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Abg. Dr. Krau s e- Lauenburg (konf.) n vi¿len Fragen des böberen Schulwesens ist bei den MNednern aller bürgerlichen Parteien eine efreuliche e zu Lügen namentli<h in dem Wunsch, daß auf dem Gebiete des 8 höheren Schuluaterrichis eine gewife Nuhe eintr.ten möge. Wir stehen R: dem Standpunkt, O eel ung in den untezen Klafsen und bei dem Uebergange na< Prima ‘strenger gehandhabt E In ns Sexta und Quinta muß bereits beurteilt werden, ob Schüler ! s zum Einjähriger kommen kann, es nicht { besser, ist, den S hüli r in eine Mi itl C hule zu bringe er eine für das praftishe Leben ¿wed>inäß Bildun ng, erhà ilt Wer nur mit : di äb f T1 4 O nit M besuche1 E ficher f daf machen mit Y gegen das T n mancher Behörden, und wir

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forderunge darin mit uns ist natüclich die sittliche

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Klassen alle bestimmte enomme Schuler mußte vischenrd er eine « l'G ( fonnte. Ift es denn nm<t im Lebe lae, sd vitae mt nur discimus, Joncern aud) : Im philologl\chen Staats ramen wnd auc) etne Klausurc neuerdings [leisten Ieder

umen vbermwetlen 1

leisiet, unî beim JLTerenbdarerame! Dal mal erti Klausvrarbeit eingeführt di do< aud tempore zu it. Im praktishen Leben i a jeder Geschäftsöbrtef Bortrag usw. eire Arbeit ex tempore, und deshalb Jol Schule schon daran Das häufig jolhe Arbeit macht, und der (Sharakterbildung durch die Lehrer hat {o R in gefunden. Die Gltern wußten früber G \chetd, wie es mit dem Zungen in der Schule steht, jeßt sagt der Schüler einfa, wenn er gefragt wird, wie warst din der Schule, hast du alles gekonnt ? Fa i habe alles gekonnWoder ih bin nicht range tfommen. Der weiß nit, was er alles bätte antworten

Funge ist Optimist, er Strafe. Gltern ntîch

sollen, oder er sagt die Unwahrheit aus Furd, DoI von n Leistungen der Schi

viertel- oder halbjährige Zeugn!is reti [DIe aus, fi ein flares Bild

Gang zum Lehrer treten viele Eltern Gt über jeden, der zu uns Tommt.

zu machen. Und den an, Leider, denn wir fieuen uns l lechs Moe Erxtemporale zumal de Termin vorher

Nab dem Erlaß sollen nur alle vier bis

1 De e den. » Ms TT T v4 5f \ « ertung DICIer

Fahren nicht mebr

L ef@rioben werden, das ist cine Ershwerung, r niht angekündigt werden soll. Dann kommt die Ueberraschung und darunter lcidet gerade der gute Schüler, und er schreibt daneben Cine sehr bedenkliche Bestimmung is nach meinen Erfahrungen aus der Praxis, daß von der Zensierung der sämtlichen Arbeiten ab- ¡¿usehen ist, wenn ein erbebliher Teil, etwa ein Viertel der Arbeiten, zu gering ausgefallen is. Diese Be stimmung, durch die eine möglichste Freiheit gelassen werden soll, wird in , der Praxis zu einer Einschränkung führen. Es kann z. B. be stimmt werden, daß, wenn eine Arbeit ni<ht zenfiert wird dann kurz hernach eine neue geschrieben werden muß. Dagegen find doch große Bedenken zu erheben. Der Lehrer wird dadurch geradezu gezwungen, dafür zu sorgen, daß etne Arbeit genügt, denn er wird E nicht durch die Wie bee olung dem Borwurf aussetzen, daß er die Arbeit nit zensieren kann, daß er also die Schüler nicht genügend gefördert hat. Auf alle Fälle wird dadurh die Leistung des Schülers herabgedrüdt. leber die Uebungssätze Zee der Erlaß, daß möglihst in jeder Unterrichts\t und die für grämmatisce und tilistische lebungen in den Sprachen angeseut ist, von dem Schüler cinige Säße zu übersegen oder \riftlich

zu formen find. - zu diesen Ueb ungsfäßen kommen : 2

Es wird mindestens Unterrichtsstunde mit den Uebungssäßen ver-

loren gehen. Wenn man anders benußt, fördert man den | weiter. fra fommt die Neueinrichtung der Kurzjiunde.

Beim lateinifd> terricht vi erlier man infolge der Kurzstunde in

der Woche beim Giuiechischen. Die o

rungen sollen

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erlaß sollte man früheren und dem jeßigen Zustand, De Wochen ist doch bl. Viel leiht doh wieder vermehren.

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r angeführten Punk i l heit über und A S Et. aber de Schüle Leben keine w

qemai Ht. so werden (Fortschr. ¿1).) Pan G 4 Tati 60a d 9 1 114

, dann brauc<t 1ina1 nicht 10 igentlih beute nur

T ron No X Vel

eIDer Vir C ctmnt Der Gesichtspunkt der durchaus verseh \{lägt der gewollte Av. häufig in sein Gegenteil um ; Professoren haben das deutlich au8gesprohen. Es ist eine der tigsten Forderungen, daß man die Mädchen zu größerer Selbstzucbt eds Nur dadur kann die Prostitution am wirfsan ¡sten bekämpft

verden : Polizeimaßregeln nügen bier gar nichts. Unsere Pädagogen issen immer mehr zu Zerualpädagogen werden GANREE N Ee und Leistunasfähigkeit der M änner sind die stärksten Kräfte des ganzen preußischen StaMslebens. ieses Ziel 1st es, dem wir gemei nsam nachzustreben haben.

Cassel

A Ti, N j Derlin. “V. ormtSNorn erwidern ,

immer

»! ror 1 1G) ul rern

Mittels<u! terriht3- K pi

lernen !

>chulformen gewahrt lich miteinander darauf htnwirken,

reichen 1î, aus diesen

gymnasium interefssie ( miütigkeit nicht gekommen tit. Woran 18 aben eleg 12 amit hat fich der Minister nicht <äftigt, obwohl dat elleidt eine gewisse erzieherishe Wirkung hätte haben Tönnen. An den Cölner Katholiken Ri es nicht fondern der Streit ift durch das Cölner vrotestantishe Presbyteriuum entfa<t worden. Wir diese Dinge nicht so einfa mit Stillshweigen übergehen. Wir müssen darauf hinweisen, wie sehr geneigt die Katholiken Cölns zum Frieden waren, daß aber auf der anderen Seite diese Geneigtheit ni<t vorhanden war. (Zuruf links: Duisburg!) Ich weiß nicht, was Sie damit meinen. De r Minister hat sih auf eine ángese hene kfatholis<e Seite bezogen. Ich muß darauf hinweisen, daß diese an- gesehene katholische ite {hon häufig Aeußerungen von sih gegehen hat, auf die wir uns volitis< nit einlassen konnten. Wir tund damit einverstanten, wenn der Minister den Grundsaß ausspricht, daß in der Schule nit ein falsher FIntellektualismus die Charafkterbildung verdrängen darf. Die Grundsäße des Peinisters fönnen wir meistens untershreiben, aber die Ueberführung diefer Grundsäte in die Praxis läßt man<mal sehr zu wünschen übrig. Jh kann mi<h bis jeßt ni<ht mit der bloßen Eristenz_. des Ertemporaleerlasses beruhigen. Beruhigend is für die Vber- lehrer, daß nun die Zwölfstundenklausel endgültig fort- fällt, aber ih bin der Meinung, daß es m<t erst zu dem Neichsgerichtsurteil hätte kommen dürfen. Es ist er- freulih, daß der Minister in diesem Jahr in bezug auf die Unmittelbarkeit der f\tädtishen Oberlehrer enligegen- kommender gewesen i. Weniger befriedigend war das

gelegen,

Eon LONNen