1914 / 108 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

schränken, damit sie niht etwa zu einem fremden Beruf übergehen, sondern der Volksschule erhalten bleiben. Meine Herren, was habe i denn wesentlih anderes eingerichtet? Jch habe bestimmte Kurse mit bestimmtem Jnhalt an Universitäten und an der Akademie in Posen eingerichtet, in denen ein hochs{ulmäßiger Unterricht erteilt wird, um die an dem Kursus teilnehmenden Lehrer in den Fächern weiter fort- zubilden, die sie für ihren Beruf, namentlih als Seminarlehrer, be- dürfen, und ihnen Gelegenheit zu geben, in diesen Fächern wissenschaft- liche Arbeit zu treiben. Das ist doch das, was, wie Herr von Campe auch wünscht, die Volks\chullehrer auf der Universität lernen sollen. Insofern ist der Unterschied nicht sehr groß. Wenn er \o freundlich war, meine Bemühungen auf diesem Gebiete hervorzuheben, die darauf gerichtet sind, die Fortbildung unserer Lehrerschaft zu stüßen, zu fördern, ihnen die Möglichkeit zu verschaffen, au eine weitere Lauf- bahn sih zu eröffnen, vorwärts zu kommen, so hat er dabei die von mir eingerichteten Kurse doch wohl zu kurz behandelt; ih gewann den Eindruck, als wenn sie ihm persönli überhaupt nit bekannt seien. (Heiterkeit.) Sie sind, wie Sie wissen, in Berlin, in Münster und in

Posen eingerichtet. Gewiß ist es richtig, was der Herr von der fort» *

\chrittlihen Volkspartei sagte: das ist nihts Neues, der Gedanke sei alt, es haben auch früher in Berlin {hon Kurse stattgefunden. Aber mit der inneren Einrichtung, die sie jeßt haben, bestanden sie bisher eben nicht. Zuerst wurde von mir in Posen ein solcher neuer Kursus einge- richtet, dann wurde in Berlin der frühere Kursus völlig reorganisiert, und es folgte ihm der in Münster. Erfahrungen über diese Kurse sind erst seit drei Jahren da. Und diese Kurse haben mit gewissen Schwie-

inspektor, als Seminarlehrer usw. kommen, au wenn er keinen dieser Fortbildungskurse besuht hat. Jh will also nicht ein Monopol schaffen für die Kursisten, sondern die Kurse sollen den Lehrern nur eine- Hilfe geben, um si fortzubilden. Natürlih wird aber bei der Beseßung von solhen gehobenen Stellen auf die Kur- sisten ganz besonders zurückgegriffen werden. Denn einmal suchen wir uns schon bei Aufnahme der Lehrer in die Kurse die geeigneten Per- sönlihkeiten aus, und dann haben wir doch auch durch die Abschluß- prüfung die Gewähr, daß sih diese Herren vier Semester lang wissenshaftlih mit Erfolg beschäftigt haben. Jh möchte nur, wenn ich das ausführe, hervorheben, daß nun nit etwa nur diejenigen, die einen Kursus durhgemacht haben, eine Karriere als Lehrer machen können; das würde ih nit für richtig halten.

Im übrigen sind auch jeßt {hon in die gehobenen Stellen, von denen ih sprach, vielfah Seminariker berufen worden, wie Sie wissen ih habe das ja wiederholt hier hervorgehoben —, und es sind unter diesen beförderten Seminarikern eine ganze Reihe, die einen derartigen Kursus nicht durhgemacht, die si selbst fortgebildet und dur ihre praktishe Tätigkeit gezeigt haben, daß sie tüchtige Lehrer sind, die sih zum Eintritt in eine gehobene Stellung eignen. Das wird, wie gesagt, au in Zukunft der Fall sein.

Uebrigens sind die Zahlen, die in dieser Beziehung hier mitgeteilt worden sind, nicht zutreffend; namentlich treffen au die Zahlen nicht zu, die über - die Seminariker unter den Seminaroberlehrern ange- führt worden sind. Allein im lehten Jahre sind etwa 32 Seminariker von mir in Seminaroberlehrerstellen berufen worden. Auch in die

der Tat alle Mühe geben, auf diesem Gebiete vorwärts zu kommen, unserer Lehrerschaft die Mittel an die Hand zu geben, um sich fortzu: bilden. Jh weiß sehr wohl, wie stark das Streben nah Sortbildung und Fortentwicklung ihres Wissens in der Lehrerschaft ist, und ih bin durchaus bereit, ihnen weiter auf diesem Wege zu helfen und ihnen auch darin zu helfen, daß sie immer mehr in gehobene Stellungen dey Schulverwaltung gelangen können. (Bravo! rechts und im Zentrum.)

Abg. E idckhoff (fortschr. Volksp.) : Ich beantrage, \ämtli Anträge der Unterrihtskommission zu überweisen. Der Abg. la effe war neulih darüber erstaunt, daß ih so warm für die Einheit, shule gesprod)en babe; denn dte Einheits\{hule sei kein fester Begriff sie sei eine Gefahr für die Volkéshule , und diese habe hon Aufgaben genug zu erfüllen. Eine organische Verbindung der ver, schiedenen Schularten kann unter anderem au dadurch erreiht werden daß der Beginn des fremdsprachlichen Unterrichts von der Sexta nad) der Quinta verlegt wird. Fn anderen Ländern, z. B. Frankreich {s dies {on lange gesehen. Man sollte tn den unteren Klassen dafür mehr Wert auf den deutschen Unterriht legen, denn dieser wird guf unseren höheren Lehranstalten noch recht stiefmütterlich behandelt. Bisher ist es in den seltensten Fällen mögli, den Durchschnittsshüler in drei Jahren in der Volks\chule so vorzubereiten, daß er mit Erfolg in die Serta eintreten kann. Dieses Ziel muß aber erreiht werden, denn unsere Jungens fißen ohnehin schon zu lange auf der Schulbank. Die Meinung über den Begriff Einheits\{ule ift selbst innerhalb der einzelnen Parteien noch vielfa geteilt. Die Einheits\{ule ist eine Zukunftss{ule, {on aus dem Grunde, weil tatjächlih die Verhältnisse sich noch nit so entwidckelt haben, daß man gegenwärtig an eine solhe Einheits\{hule denken kann. Troßdem wünschen wir, daß wir der Verwirklichung der Einheits\{hule zustreben und dieses

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zum. Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staalsanzeiger.

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Problem recht bald gelöst

werden möge.

Abg. Het ns (Wirts. Vgg.) : wir einen berechtigten Kern an. Das Bestreben der Lehrer, \ih | in möglichst vollkommener Art für ihren verantwortlichen Beruf weiter zu bilden, is hocherfreuli. Wir wollen die Wege ebnen F Berlin helfen, um den Lehrern eine gediegene, für ihren Beruf ff} Bremen praktishe Vorbildung zu ermöglichen. Gegen die vor: | Breslau liegenden Anträge haben wir jedoch einige Bedenken. Die |ff Bromberg sächsislhe Regierung hat unter gewissen Bedingungen den [f Lehrern den Besuch der Universität geslaitet. Sie können vier | bis fünf Semester Pädagogik studieren. Diese Studenten der Pädagogik erwerben sih durch eine Art S{lußprüfung die Bereckti- gung, als Lehrer an Seminaren oder als Kreisschulin]pektoren oder, wie man sie in Sachsen nennt, Bezirksinspektoren tätig zu sein. Diese [f Einrichtungen sind aber nit ohne weiteres mit unseren preußischen zu vergleihen. Wir haben auch heute {on eine ganze Anzahl Lehrer, f

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Kreisschulinspektionen habe ih zahlreihe Seminariker berufen und werde das auch in Zukunft tun. Es wird das ja um so leichter sein, wenn ih noch mehr durch diese Kurse vorgebildete Anwärter dazu haben werde. :

Wenn hierbei hervorgehoben worden ist, daß eine so große Zahl von Theologen in die hauptamtlichen Kreis\chulinspektionen berufen worden sei, so müssen Sie doch bedenken, daß unter den nebenamt- lichen Kreis\hulinspektoren sih eine große Zahl von Theologen be- findet, von denen sih viele in diesem Amte in jahrelanger Praris bewährt haben; da liegt es doch sehr nahe, daß man aus ihrer Zahl auch jeßt manchen entnimmt, um die hauptamtlichen Kreisschulinspek- tionen zu beseßen. Da kann man, glaube ih, mit Necht nicht be- haupten, daß das keine fachverständigen Männer wären; denn es ist von allen Seiten, auch von fortschrittlicher Seite, immer anerkannt worden, daß unter den nebenamtlih als Kreis\chulinspektoren fungie- renden Geistlichen auch außerordentlih tüchtige Schulmänner : vor- handen seien. Also es handelt si, glaube ih, um einen ganz natür- lichen Vorgang, an dem man eine abfällige Kritik niht zu üben braucht.

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rigkeiten zu kämpfen gehabt; denn diejenigen, die auf ihre Fahne ge- schrieben haben: für die Volksschullehrershaft die Oeffnung der Uni- versitäten! sind natürlih keine Freunde von diesen Kursen, weil fie fürchten, daß damit das Ziel ihnen verstellt wird. Also die Kurse haben eine gewisse Gegnerschaft gehabt. Troßdem kann ich sagen, daß, soweit man nach 3 Jahren urteilen kann, die Kurse voll befriedigt haben. Ich habe ihnen eine besondere Pflege angedeihen lassen, und habe jeßt kürzlich, als die Abshlußprüfung in Münster stattfand, meinen MRe- ferenten dorthin gesandt, um sih von dem, was dort gearbeitet worden ist, zu überzeugen und mir darüber zu berihten. Nun, meine Herren, das Ergebnis ist im hohen Grade befriedigend.

Vor mir liegt ein Verzeichnis der Prüfungsarbeiten, welche von den Teilnehmern der Kurse in Münster in diesem Jahre angefertigt und von den zuständigen Professoren eingehend beurteilt worden sind. Die Themen sind aus den Gebieten der Pädagogik, der deutschen Literatur, der Geschichte, der Erdkunde, der Naturkunde usw. genom- men und sind so gestellt, daß sie eine wissenschaftliche Bearbeitung verlangen. Die eingehend begründeten Urteile der Professoren sind durchweg sehr anerkennend und zeigen, daß die Teilnehmer am Kursus

In beiden Anträgen erkennen

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die fich durch eine Prüfung an einem Gymnasium die Berechtigung f Düsseldorf L (10) F Be T 120 zum Universitätstesub erworben haben. Die akademische Bildung wird M Elberfeld 9 081 s Ae 9 A vielfach übershägt. Auch aus Vo!ks\chullehrerkreisen kommen außer- M Essen 2 8289| N 1750 ortentlih tüchtige und anerkannte Männer hervor. J erinnere nur Frankfurt U 9 946] i R LRA an den Crfinder des Telephons und an einige Herren aus diesem Hause. F Hamburg 9 346] 9909| 950|

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Wir halten eine gute Fachausbildung der Lehrer für besser als eine M Hannover 1 393 L 643) akademische Ausbildung. Wir sind aber bereit, besonders befähigten Husum D |

jungen Lehrern das Universitätsstudium zu ermöglichen. Die Seminare l Karlsruhe j O | D) 940 8 | A si j Kiel (4 | 200 0244|

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tatsächlich wissenschaftlih zu arbeiten gelernt haben.

Die Professoren der Universität, die jeßt zwei Jahre an dem dortigen Kursus tätig gewesen sind, haben sih einstimmig dahin geäußert;

1) daß durch Kurse wie in Münster das Ziel, Seminariker zur wissenschaftlichen Bearbeitung der für das Seminar in Frage kommenden Stoffe zu befähigen, durchaus erreichbar sei,

2) daß dieser von der Unterrichtsverwaltung eingeschlagene Weg zurzeit der einzige sei, der zu dem erstrebten Ziele führe.

Also, meine Herren, ih glaube, in der ‘Tat, man tut recht, wie es der Antrag Iderhoff wünscht, an diesen Kursen festzuhalten, sie weiter zu pflegen und auszubauen, was durchaus in der Absicht der Unterrichtsverwaltung liegt, aber davon abzusehen, nun wieder andere Vorschläge zu machen und andere Einrichtungen zu treffen, die hier nur \{chädlich wirken können, indem, wie ih glaube, auf diesem Ge- biete wirklich das zurzeit Notwendige geschaffen worden ist. Man sollte do nun erst einmal abwarten, ob sih das nun weiter bewährt. Ich wiederhole: soweit unsere Erfahrungen bisher reichen, sind sie günstig, und das alles spricht dafür, diesen Weg weiter zu beschreiten.

Nun, meine Herren, ist es aber bei diesen Einrichtungen keines- wegs meine Absicht, den sogenannten Assessorismus, wie Herr Abg. Dr. Heß sih ausdrückte, auch in die Lehrerschaft hineinzutragen. Jch will mich durch die getroffenen Einrichtungen keineswegs binden, daß ih nur die Lehrer in eine gehobenere Stellung befördere, die durch diese Kurse gegangen sind. Das ist durchaus nicht die Absicht, sondern die Absicht dieser Kurse und aller der Einrichtungen, die ih nach dieser Richtung getroffen habe, ist, die Fortbildung der Lehrer zu fördern, ihre Kenntnisse, ihr wissenshaftlihes Verständnis zu heben und ihnen bei der Arbeit, die viele von ihnen, wie ih weiß, an sih selbst dauernd mit Fleiß fortseßen, behilflich zu sein. Wenn aber ein Lehrer in der Praxis Tüchtiges leistet, sih selbständig fortbildet, so kann er schr wohl au in eine höhere Stellung als Kreisschul-

Ich glaube, daß ih mich hier auf diese Ausführungen beschränken kann. Jh will aber noch sagen, daß ih von meinem Standpunkt aus gegen die Annahme des Antrages Iderhoff, wenn es demnächst in der Kommission dazu kommen sollte, nihts einzuwenden hätte. Er gibt das wieder, was die Unterrichtsverwaltung tatsächlich unternimmt, und bestärkt sie darin, auf dem Wege, den sie einzuschlagen begonnen hat, fortzuschreiten.

Was den Zusaßantrag des Herrn Abg. Dr. Heß anlangt, so habe ih gegen ihn an und für sich auch nichts wesentliches einzuwenden. Er würde auh niht mit den bestehenden Grundsäßen, die von der Unterrihtsverwaltung angeführt worden sind, im Widerspruch stehen, er würde sie aber einigermaßen einengen. Wenn im allgemeinen verlangt wird, daß die Kursisten die Mittelshullehrerprüfung ab- gelegt haben sollen, so hat das seinen Grund darin, daß wir wünschen, daß diese Kursisten sih vorher {hon wissenschaftlich beschäftigt haben, um an dem Kursus mit um so größerem Erfolg teilnehmen zu fönnen. ist der innere Grund, warum das verlangt wird. Aber es gilt nicht als \hroffe Regel mit dem Erfolg, daß nie- mand in den Kursus aufgenommen werden darf, der nit das Mittel- shullehrerexamen gemacht hat. Auch jeßt sind schon Volks\cullehrer ohne Mittelschullehrereramen, die sich sonst ausgezeichnet hatten, namentlih auch durch Bewährung im praktischen Beruf, in diese Kurse aufgenommen worden. Also die Verwaltung hat nicht einmal das Examensprädikat „Gut“ verlangt, wie es in dem Antrage Heß vor- gesehen ist, sodaß vielleiht der Antrag eine andere Form bekommen könnte, um das festzulegen, was die Ünterrichtsverwaltung jeßt {on tut. Bei einer derartigen Modifikation würde von der Ünterrichts- verwaltung um so weniger gegen das Amendement des Herrn Abg. Heß zu sagen sein.

Im übrigen, meine Herren, wird die Unterrichtsverwaltung Ihnen jede weitere Auskunft in der Kommission geben, und ih hoffe, daß Sie sich in der Kommission davon überzeugen werden, daß wir uns in

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aber dürfen nicht auf das Unive:sitätsstudium zugeschnitten werden, sie müssen das, was sie sein soll-n, nämlich Fachanstalten bleiben. Meine Freunde stehen auf dew Boden des Antrags der Unterrichts- kommission, der die Negierung chrsucht, die akademischen Kurse so aus- zubauen, daß die Lehrer Gelegenheit haben, fih zu den höheren Stellungen und für ihren Beruf besser vorzubereiten. der Abgg. Dr. Iderhoff, Dr. vcn Campe und Dr. Heß scheinen mir überflüssig zu sein. Ich halte eine Zusammenlegung von Seminaren nicht für troünshenswert, sondern glaube, der Geldbeutel für die ehrerbildung lieber etwas weiter auf- getan werden fönnte. Nachdruck auf die Vermittlung von Wissen gelegt werden, aber es kommt auch, auf die Aushildung von sittlih starken und religiösen Persönlichkeiten an. Wer auf unseren Religionsunterricht los\chlägt, der kann mir troy aller fonstigen Qualifikation doch geetgnet erscheinen, unsere Lehrer heranzubilden. Aus Gründen des religiösen Friedens trete ih entschieden ein für die konfessionellen Schulen. Wir wollen auf unseren Lehrerbildungsanstalten treu- deutsche Männer heranbilden und wir handeln nach dem Wort: Nückwärts nimmer, vorwärts immer! und zuglei auch aufwärts. Mit der Ueberweisung der Auträge an die Untexrichtskommission sind wir einverstanden.

Abg. Dr. von C c-mpe, (nl.): Der Minister hat geglaubt, in H

Ich will nur fest habe, ganz

meiner Rede Witerspcüche finden zu sollen. stellen, daß das, was ich ausgesprochen dasfelbe ist, was vir immer vertreten haben. Wir die Anträge vou neuem stellen, weil die Anträge im vorigen Jahre beim Schluß rer Session liegen geblieben waren, und weil uns die Sache selbjst am Herzen liegt. Weil ich eine sachliche und ruhige Auseinandersezung wünsche, wird tas Haus mich verstehen, wenn ich erkläre, daß ih gegen den Abg. Heß nichts zu sagen habe.

Abg. Dr. Heß (Zentr.): Da der Abg. von Campe nichts gegen mich sagt, kann ih verzichten.

Damit ließt die Besprechung. Sämtliche Anträge werden der Unterrichtskommission über- wiesen. Um 51/, Uhr vertagt das Haus die weitere Beratung des Kultusetats auf Freitag 11 Uhr.

Verichte von

deutschen Getreidebörsen und Fruchtmärkten.

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Hauptsächlih gezahlte Preise für 1 t (1000 kg) in Mark

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Kaiserlihes Statistishes Amt. Delbrü.

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Nürnberg

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Summe April 1914 Dagegen tim März é Februar i Januar e 115 998)

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') Außer Schlachtvieh gegebenenfalls au Nutvte Berlin, den 8. Mai 1914.

Land- und Forftwirtschaft.

Der Antwerpener Getreidemarkt im April 1914. Im Laufe des Monats April war das Geschäft in Brotfrüchten zunächst ret flau, da die Mühlen in ihren Käufen sehr zurückhaltend blieben, gegen Ende des Monats aber belebte sich das Geschäft und cs fam zu niht unbeträhtlihen Käufen. Preise, die zunähst nah- gegeben hatten, erreichten Ende des Monats ungefähr die Höhe der Preise von Ende März. f Mais erlitt infolge dringenden La Plata-Angebots eine Preis- cinbuße. Gerste und. Roggen blieben leblos. Am Ende des Monats wurden die Vorräte am Antwerpener Markt wie folgt ges{häßt : j 215 000 Sack (von 100 kg) Weizen, 105000 ,„ Ó Mais, 100000 ¿ Gerste, 500000 , Roggen. (Bericht des Kaiserlihen Generalkonsulats in Antwerpen vom 4. Maîi 1914.)

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92 076! 662| 8326| 867 495 1 243

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Seequarantäneanfstalten) :

Davon aus dem Auslande (auch aus

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509

Kaiserliches Statistishes Amt. Delbrüd.

Widerstandsfähtgkeit der Insek ten gegen Kälte. Was sowobl Raupen als 'SVtactierinte an _ Kälte vertragen können, lehrt eine Mitteilung die in der leßten Sißung der französischen Nationalgesellschaft für Landwirtschaft gemacht wurde. In den Monaten Oktober und November wurde in einem Bezirk ein ver- spätetes Auftreten von Naupen des Kohlweißlings beobachtet. Die Naupen erschienen in solhen Mengen, daß sie fogar in die Häuser eindrangen. Noch in den ersten Tagen des Januar konnte man einige Nachzügl er an den Mauern umherkriehen sehen, obgleich der Winter eine ungewöhnlich strenge Herrschaft eröffnet hatte. Die Raupen verpuppten sich dort ohne jeden Schuß, Es folgte die außer- ordentli lange Frostzeit, die sich im leßten Winter in ganz Miktel- europa eingestellt bat, und zwar schwankte die Temperatur in jener Gegend ahtzehn Tage lang zwischen 6 und 16 Grad unter dem Ge- frierpunkt. Der Boden war an den nach Süden gelegeuen Seiten bis 22 cm, in nôrdlichen Lagen bis 26 cm lief gefroren. Man hätte nun glauben sollen, daß “die Puppen des Kohlweißlings, die der Kälte an der nackten Mauer ohne Gnade preisgegeben waren, durch den Frost getötet worden wären Das war aber durchaus nit der Fall, obgleich durch das Thermo- meter längs der Mauer der Nachweis erbraht worden war, daß mehrere Nächte nacheinander die Temperatux niemals über

19 391!

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h. ?) Halbe und vtertel Tiere sind, in ganze Tiere umgerechnet, in den nachstehenden Zahlen mit enthalten.

10° gestiegen und bis 17° gefallen war. An diefer nach Norden gelegenen Mauer fanden fich Ende Januar, nachdem die Kälte nah- gelassen hatte, die Puppen des Kohlweißlings in etnèm Meter Höhe über dem Boden ebenso lebensfähtg wie zuvor, Db noch strengere Kälte, wie sie weiter im Inneren des Grdteils geherrs{t hat, Erfolge gegen die Insekten herbeizuführen imstande gewesen ist, könnte noch zweifelhaft scheinen. Daß aber weder ein gewöhnlicher Winter, noch gar der: Nachtfrost im Frühling der Insekltenplage einen erheblichen Abbruch zu tun vermag, muß nach diefen Beobachtungen als sicher

erscheinen.

Washington, 7. Mai. (W. T. B,) Der allgemeine Durh- bett von Winterweizen betrug nah dem heute veröffentlichten Berichte des Ackerbaubureaus am 1, Mat 95,90% gegen 95 6 % am 1. April und 91,9 % im Vo1jahre. Die Anbaufläche umfaßt nah Abzug der aufgeaebenen Flächen 35 387 000 Acres gegen 30 938 000 Acres im Vorjahre. Der Ertrag für den Acre wird mit 17,8 Bushels gegen 16,6 Bushels im Vorjahre angegeben. Der allgemeine Durchschnittsstand von Winterroggen betrug 93,4 9% gegen 91,3 % am 1. April und 91,0 9% im Vorjahre. Der Ertrag yon

Roggen wird auf 44 Millionen Bushels geshägt,