1914 / 113 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

lien Charakter des durMfors{ten Dochgebirges bekannt (die Reise dahin war von Moskau aus über Samarkand mit der tranékaspishen Bahn gemaht worden). Besondere Aufmerksam- keit wurde der hohalpinen Zone des Pamir-Randes am Thianschan gewidmet. Ihre Gebirgsketten sind von sehr verschiedener Formation. Sie gehören dem Devon, dem Silur, der älteren Trias-, der Kreide- und der Juraformation an: eine Entstehungsmannigfaltigkeit, die es fehr wünschenswert erscheinen licß, alle zu ersteigen. Es war indessen nur bei einem Teil mögli, der Reiseplan gestattete niht mehr: vor allem wurde die sich bis 5600 m über Meeresspiegel erhebende , Kette Peters des Großen“ erflommen. Sie wurde als aus 2 Ketten bestehend er- kannt. Es gelang au, die geographische Grenze zwischen Pamir und Thianschan zu bestimmen. Neben den Kirgisen wohnen die indogermanifch) - mongolisch gemishten Sarten und die Tatschiken in diesem Gebiet. Die leßteren besißen weniger mongolisches Blut. Ste sind für Bergbesteigungen besonders gut brauchbar. Bis zu 2100 m Meereshöhe gedeiht die Rebe, Melonen bis zu 2000 m, Baumwolle bis zu 1700 m; tn 2800 m gedeiht noch ter Weizen und reifen noch Aepfel, 3100 m ist die obere Grenze des Gerstenbaues, Der Firn liegt im Westen auf 3500 bis 3800 m Seehöhe; im Osten, besonders in der „Kette Peters des Großen“, wurde die Schneegrenze an der nördlihen Seite bei 4000 m, an der südlichen in 5000 m Seehöhe gefunden. Bisweilen recht be- deutend sind die Schwankungen der Lufttemperatur. Von Tuptschek aus konnten Ausflüge zur „Nomanow. Kette“ und zur „Kette Katharina der Großen“ unternommen, auch die Täler des oberen Amu Darja besuht werden. Auf einem Absteher zum „Kleinen Pamir“ und in das 3200 m hoch gelegene Sagrantal wurde die Be- obachtung bestätigt, daß die meisten Gletsher dieses Hochgebirges im Rükgange begriffen sind. Nichtsdestoweniger gelang es, einen neuen Gletscher zu entdecken, den „Finsterwalder Gletscher“. Als das Er- ebnis der im ganzen 7 Monate erfordernden Expedition darf zu- jammenfassend gesagt werden, daß es geglückt ist, cines der großartig- sten Gebirge Zentralasiens geologisch und teopographisch so zu er- schließen, wie es bisher noch bei keiner anderen zentralasiatischen Gebirgs- kette zu erreihen gewesen ift.

Dem Direktor des Museums für Meereskunde und ordentlichen Professor an der Universität Berlin, Geheimen Regierungsrat Dr. Albrecht Penck ist durch den amerikanishen Botschafter Gerard die Große Goldene Medaille der Amerikanischen Geographischen Gesellschaft in New Vork für seine Verdienste um die Erforshung der Veretnigten Staaten von Nordamerika über- reiht worden. i

Das Nordpolargebiet am Sternenhimmel. Mit den Sternen um den Nordpol des Himmels beschäftigte fh ein Vortrag, den ein Mitglied der altberühmten Sternwarte in Greenwich vor der Royal Institution gehalten hat. Vor etwa mehr als 50 Fahren wurde ein Katalog dieser Sterne angelegt und zu Beginn des neuen Jahrhunderts an diefer Sternwarte revidiert. Dabei mußte man vor allem den Zweck verfolgen, die Eigenbewegungen dieser Himmelskörper festzustellen, soweit fie sich aus Veränderungen der Stellung berechnen ließen. Die Zeit, in der die Fixsterne als Fixsterne galten, ist längst überwunden, und man weiß jeßt, daß es'am Ftrmament ebensowenig wie irgend wo sonst einen Stillstand gibt. Diese Sterne sind nur mit Ausnahme der Sonne so ungeheuer weit entfernt, daß ih ihre Bewezung, auch wenn sie mit unvorstellbarer Geschwindigkeit vor sich geht, nur nach längerer Frist und au dann nur dur die sorgfältigsten Messungen feststellen läßt. Auch die Eigenbewegung der Sterne um den Nordpol is für die Wahrnehmung der Erd- bewohner äußerst gering. Der \cheinbar \chnellste unter allen Sternen würde zwei Jahrhunderte brauchen, um seine Lage um einen Abstand zu verändern, der dem scheinbaren Durhmesser der Sonne oder des Mondes gleihkäme. Von den Sternen um den Nordpol aber hat keiner eine Bewegung gezeigt, die auch nur ein Zehntel von dieser Ge- s{chwindigkeit besäße. Es ist klar, daß die Unterschiede in dieser scheinbaren Bewegung der Fixsterne von zwei NRüsichten abhangen fönnen : einmal von der tatsählihen Geschwindiakeit und dann von der Entfernung der Sterne. An einem einzelnen Stern ist es unmögli zu entsheiden, ob seine s{hnellere Bewegung dur seine rößere Nähe oder durch seine größere Geshwindigkeit bedingt wird. Für gewisse Sterngruppen aber kann man zu einer Schäßung ge- angen und deéhalb auch die mittlere Entfernung von der Erde oder, was in dieser Hinsicht dasselbe bedeutet, vom Sonnensystem berechnen. Dabei liegt die Erkenntnis zugrunde, daß sich das Sonnensystem selbst in einer Sekunde etwa 19x km in einer bestimmten Richtung bewegt. Die neuesten astronomishen Arbeiten haben vun gezeigt, da unter den Sternen zwei hauptsällihe Strömungen bestehen. Die eine ist auf einen Punkt im nördlichen Teil des Orion, die andere in entgegengeseßter Richtung auf das Sternbild der S(hlange festgelegt. Die Schlüsse, die aus der Unter-

Königliche stürmische Kundgebungen dargebracht.

| fuhung der Sierne in der Umgebung des Nordpols gezogen worden

find, haben wahrschetnlih auch eine allgemeine Gültigkeit. Von den helleren Sternen find vermutlich die gelben, die in ihren physika- lischen Verhältnissen der Sonne aleihen, die nächsten an unserem Sonnensystem. Diese Sterngruppe liegt in einer verhältniémäßig {malen Zone. Für die Messung folher Entfernungen wird jeßt bon den Astronomen eine Einheit benutbt, die etwa 200 000 mal größer ist als der Abstand der Grde von der Sonne. Etwa vier Fünftel der gelben Sterne liegen {hon zwischen 100 und 500 solcher Ein- heiten, etwa ein Zehntel näher und das leßte Zehntel weiter entfernt. Dann folgen die blauen Sterne, dann die von orange- farbenem Licht und endlich die roten Sterne. Die Helligkeit ist sehr vershieden. Die roten Sterne {einen eine besonders große Leucht- kraft zu besißen und im Durchschnitt 100 mal heller zu sein als die Sonne. Die Sonne. ist überhaupt weitaus nit einer der belleren Sterne im Weltall, sondern nah den bishertgen Schäßungen sind 90—95 v. H. aller Sterne heller als sie. Wenn der Sternenhimmel vom irdishen Standpunkt betrachtet wird, so ist, wie jeder weiß, die Zahl der s{chwach leuchtenden Sterne viel größer als die der stark glänzenden, denn in den großen Entfernunygen wird das Licht vershluckt. Alle Schlüsse deuten überhaupt darauf hin, \fich das von Sternen er- füllte Weltall in einer Begrenzung vorzustellen, und weitaus die meisten Sterne sind in einen Raum eingeschlossen, dessen äußerste Entfernung etwa 1000 jener astronomischen Einheiten beträgt. Ohne Zweifel gibt es auch Sterne von weit größerer Entfernung, aber die Astronomen zweifeln heute nicht mehr daran, daß \sih das Sonnen- system nahezu in der Mitte einer begrenzten Gruppe von Sternen befindet, die wir unser Weltall nennen könnten, unter dem Borbehalt, daß es vielleiht ncch mehrere oder viele solher ungeheuren Haufen bon Weltkörpern in der Ewigkeit des Raumes geben könnte. Man hat vermutet, daß manche Nebel nihts anderes bedeuten als ein folches Weltall aus unermeßliher Entfernung, aber ein Beweis dafür läßt ih niht erbringen.

Theater und Musik.

__ Im Königlichen Opernhause geht morgen, Freitag, eLohengrin“ in Szene Die Elsa singt Frau Denera, Frau Arndt- Ober nimmt mit der Nolle der Ortrud thre Tätigkeit im Verband der Königlichen Oper wieder auf. Die Titelrolle singt gastweise Herr P. Unkel vom Stadttheater in Aachen, den Telramund: Herr Hoff- mann, den König: Herr van de Sande, den Heerrufer: Herr Habich. Dirigent ist der Kapellmeister Laugs. (Anfang 7 Uhr.)

Im Köntglihen Schauspielhause geht morgen „Peer Gynt", und zwar mit Herrn Bruck in der Titelrolle, in Szene. Ferner wirken in den- Hauptrollen mit : die Damen Heieler, Thimig, Conrad, von Mayburg und Schönfeld sowte die Herren Pohl, von Ledebur, Kraußneck, Eggeling und Zimmerer. Die Regie führt Dr. Bru, die musikalische Leitung hat der Kapellmeister Dr. Besl.

In Wiesbaden begannen gestern abend auf Allerhöchsten Befehl die Festvorstellungen der Königlihen Schauspiele mit (ustav Freytags Lustsptel „Die Journalisten“. Den Konrad Bolz gab Karl Clewing aus Berlin. Das Haus war mit roten Girlanden geschmüdckt und von einer glänzenden Gesell schaft gefüllt. Unter der Führung des Intendanten von Mußten- becher erschien in der großen Hofloge Seine Majestät der Kaiser und König, den das Publikum mit Hochrufen empfing. Neben Seiner Majestät nahmen Play der Kriegsmintster von Falkenhayn und der Generaloberst von Sholl. In der Pause empfing Seine Majestät einige Damen der dortigen Gesellshaft und nah S@hluß der Vorstellung den Schauspieler Clewing und die Vertreter der andern Rollen, denen gegenüber er sih über die Vorstellung äußerst befriedigt auêsprac. Bei der Nückkehr Seiner Majestät in das Schloß Allerhöchstdemselben

wurden vom Publikum

Mannigfaltiges. Berlin, 14. Mai 1914. Amtlich wird gemeldet: Die auf der Strecke Barth—

Prerow dur die Sturmflut im W inter verursachte Betriebs- störung ist beseitigt und der Betrieb wird vom 15. d. M. ab in

vollem Umfange wieder aufgenommen.

Ueber die Wasserstandsverhältnisse der norddeutschen Strôme im Monat April 1914 berichtet die Landetanstalt für Gewässerkunde im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten : Die Wasserstände haben namentlich tin der zweiten Hälfte des Monats stark abgenommen. An der Oder lagen sie zuleßt erheblih unter Meittelwasser. Um geringere Beträge ist dieses am Ende des Monats auch an der Memel, Elbe und Weser unter- \hritten worden, ebenso am Niederrhein. Weichsel, Ober- und

Meittelrhein hatten dagegen bis zulegt Wasserstände über Mittelroas\er. Die ungünstige Gestaltung der Mad erdaiitie der Oder zeigt ch auch darin, daß sie im Vergleih mit dem V onatsdurch\{nit aus 1896/1910 einen großen Fehlbetrag aufweist. Geringer sind die Fehlbeträge an der Memel und Elbe. An der Weser liegt das Monatsmittel ziemlih gleih hoch wie im Dur(\chnitt aus 1896/1910 an der Weichsel und am Rhein erheblih darüber, Niederrhein. Strom . . . . Memel Wethsel Oder Elbe Weser Rhein Dea. Tilsit Thorn Steinau Barby Minden Kaub Mittelwafser April 1914, .: 394 310 239 326 Unterschted gegen Mittelwasser April 1896/1910 39

155 337 cm

4-63 53

87

Schönholz-NReinickendorf, 14. Mai. wird gemeldet: Am 14. d. M., um 2 Uhr 13 Minuten Vormittags,

überfuhr der Lokomotivführer des Güterzuges 9401 vom Pankower E Verschtebebahnhof das auf Halt stehende Einfahrtssignal des Bahn, hofs Schönholz-NRetnickendorf und stieß mit dem aus dem Bahnhof F

| Getötet wurde der F Beide Lokomotiven und fünf Wagen wurden beshädigt, fünf andere Wagen entgleisten und wurden eben, L : Die Betriebsstörung wurde um §8 Uhr Vormittags E

ausfahrenden Güterzug 8606 zusammen. Schaffner Tes aus Pankow.

falls beshädigt: beseitigt. Die Untersuchung ist eingeleitet.

Hannover, 14. Mai. (W. T. B.) Heute morgen gegen 10 Uhr ist auf der Umgehungsbahn an der Leinebrüdcke der Güterzug Nr. 5009 mit der Maschine und etner ganzen Rethe von Wagen entgleist. Der Zugführer ist tot, ein Schaffner wurd- \{chwer verlegt. Der Lokomotivführer und der Heizer konnten id dur Abspringen retten. J

Dresden, 13. Mai. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet:

Heute bormittag kurz vor 8 Uhr ist auf dem Bahnhof Seifers-

dorf beim Nangieren der Shlußwagen des Hainsberg-Kipsdorfer ! Güterzuges Nr. 10254 infolge Beschädigung und Versagens der |

Heberleinbremse entlau fen, zwishen Spehtriß und Nabenau en t- gleist und in die Weißerig gestürzt. Verleßt wurde dabci niemand. Auch Betriebsstörungen sind dadurch nicht eingetreten.

London, 13, Mal (V 2 B) Fräulein Ansel, die gestern das Herkomerbild in der Königlichen Akademie be- [chädigt hat, ist heute zu sechs Monaten G efängnks verurteilt worden. (Val. Nr. 112 d. Bl.)

London, 14. Mai. (W.T. B.) Gestern begann in Sunder- land unter dem Vorsiß von Dr. Harms die Tagung der Deut: schen Kirchen in Großbritannien, die alle zwei Jahre statt- findet. Etwa 60 Vertreter waren aus verschtedenen Teilen des Landes erschienen und ebenso ‘waren Vertreter aus Deutschland anwesend. Die Versammlung wurde von Vertretern der Städteverwaltungen sowie der englischen Staatskirhe und der englishen Freikirchen begrüßt.

Paris, 14. Mai. (W. T. B.) Auf dem Flugfelde von Neimé stürzte der Flieger Le Hugeure mit seinem Eindecker ab und erlitt lebens8gefährlihe Verlezungen.

Catania, 13. Mai. (W. T. B.) Der Direktor des (20s dynamischen Instituts teilt mit, daß heute vormittag in Lingua- glossa, Nandazzo und Minec zwei Erdstöße des fünften unt lechsten Stärkegrades stattgefunden haben. Die Bevölkerung war aufs äußerste erschreckt, doch ist kein Schaden angerichtet worden. Der Hauptkrater des Aetna stößt weiter viel Nauh und Asche aus.

Ogden (Utah), 13. Mai. (W. T. B.) Ein Erdstoß ricf hier große Aufregung unter der Bevölkerung hervor. Bei mehreren Wolkenkraßern im Geschäftsviertel der Stadt gingen die Fenster: scheiben in Trümmer.

(Fortseßung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Theater.

Königliche Schauspiele. Freitag: Opernhaus. 101. Abonnementsvorstellung. Lohengrin. Nomantishe Oper in drei Akten von Richard Wagner. Musikalische Lettung : Herr Kapellmeister Laugs. Regie: Herr Oberregisseur Droesher. Chöre: Herr Professor Nüdel. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 129. Abonnementsvor-. stellung. Peer Gyut von Henrik öIbsen. (In zehn Bildern.) In freier Ueber- Wu gus A e Le Dent ge- E

altet von Dietrih Eckart. Mußfik von 5 Edward Grieg. In Szene geseßt von Komsdienhaus. Herrn Regiffeur Dr. NRetnhard Bruck. Musßikalische Leitung: Herr Kapellmeister Laugs. Anfang 7 Uhr.

Sonnabend: Opernhaus. 102. Abonne- mentsvorstellung. (Gewöhnliche Preise.) Die Fledermaus. Komische Operette mit Tanz in drei Akten von Meilhac und Halévy. Bearbeitet von C. Haffner und Nichard Genée. Musik von Johann Strauß. Anfang 74 Uhr.

__ Schauspielhaus. 130. Abonnementsyor- stellung. Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrih Sch{iller. Anfang | 74 Uhr. |

cin im Mai.

Rofinen.

Straße. Mr. Wu.

Freitag,

Harold Owen.

mufik. Sonntag, Nachmittags fünf Frankfurter.

zietät). dem Zoologischen Abends 8 Uhr: Sabinerinnen. von Schönthan. A Sonnabend: | Sonntag, Deutsches Theater. (Direktion: Max | iberpelz. Meinhardt.) Freitag, Abends 74 Uhr: | Wibbel. Shakespeare-Zyklus: Was ihr wollt, | S E Lärm s Nichts, | onntag: Ein Sommernacbtätraum. | „, z : Montag: Neu einstudiert: Othello. |F Uhr: Pygmalion. Kammerspiele. Freitag, Abends 8 Uhr: haufen. Sonnabend: Der Snob. Sonntag: Wetterleuchten. Montag: Der Snob.

Der

Scheiter-

fessor Beruhardi, malion,.

s E E Z3oologisher Garten. Berliner Theater. Freitag, Abends Boa § Uhr: Wie eiust im Mai. Posse mit Gesang und Tanz in vier Bildern von

Bernauer und Schanzer.

blut.

Sonnabend und folgende Tage: Wie

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Große

Theater in der Königgräbßer Abends

| Englisch - chinesishes Spiel in drei Akten von H. M. Vernon und

Sonnabend und folgende Tage: Mr.

Freitag, 87 Uhr: Kammermufik. Lustspiel in dret Akten von Heinrih Ilgenstein.

Sonnab. und folgende Tage: Kammer-

3 Uhr:

Dentsches Künfstlertheater (So- (Nürnbergerstr. 70/71, gegenüber Garten.) Raub der Schwank tn vier Akten

: Schneider Wibbel, Nachmittags 3 Uhr: Abends:

Lessingtheater. Freltag, Abends Lustspiel in fünf Akten von Bernard Shaw.

Sonnabend: Pygmalion.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Pro- Abend3: Pyg-

Theater des Westens, (Station Kantstraße Abends 8 Uhr: Operette tn drei Akten von Oskar Nedhbal.

Sonnabend und folgende Tage: Poleu-

P S D E C

Theater Freitag, baron.

Theater an der Weidendammer

Brüche. Freitag, Abends 81 Uhr: Der müde Theovor. Schwank în drei Akten von Max Neal und Max Ferner. (Henry Bender als Gast.)

Sonnabend und folgende Tage: Der müde Theodor. (Henry Bender als Gaít.)

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Der müde Theodor.

Schillertheater. 0. (Wallner- theater.) Freitag, Abends 8 Uhr: Heiligeuwald. Lustspiel in drei Akten von Alfred Halm und Nobert Saudek.

Sonnabend: Das große. Licht.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Ge- schäft ist Geschäft. Abends: Die Maschinenbauer.

Charlottenburg. Freitag, Abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft. 1. Teil. Schauspiel in zwei Akten von Björnsljerne Bjöôörnson. 4

Sonnabend: Klein Eva.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Rosen- montag. Abends: Klein Eva.

4 Deutsches Opernhaus. (Char- Elcicider lottenburg , F E 34—37. Direktion: Georg Hartmann.) Freitag, e Abends 8 Uhr: Das Rheingold. Sonnabend: Parfifal. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Figaros Hochzeit. Abends: Das Rheingold. Montag: Die Meisterfinger vou Nüruberg.

Montis Operettentheater.(Früher: Neues Theater.) Freitag, Abends §8 Uhr: Jung England. Operette in dret Akten von Nud. Bernauer und Ernst Welish, Musik von Leo Fall.

Sonnabend und folgende Tage: Jung England.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus.

8 Ube: Juxbavron.

Abends Fliege.

Die

Freitag, Sonntag,

Schönfeld.)

12.) Polenblut. Notbrüce.

Notbrücke.

Abends 8 Uhr: Posse von Pordes-Milo und Hermann Haller. Gesangsterte von Willi Wolff. Musfik von Walter Kollo. Sonnabend und folgende Tage: Der

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Orpheus in der Untertwoelt.

Lustlspielhaus. (Friedrichstraße 236.) Freitag, Abends 8 Uhr: Die spanische Schwank in drei Akten von Franz Arnold und Ernst Bach.

Sonnabend und folgende Tage: Die

spanische Fliege.

Residenztheater. Freitag, Abends 87 Uhr: Ein Walzer von Chopin. Schwank in dret Akten von Henri Kéroul und Albert Barré.

Sonnabend und folgende Tage: Ein Walzer von Chopin. Nachmittags Frau Präfidentin.

Thaliatheater. (Direktion: Kren und Freitag, Wenn der Frühling kommt! mit Gesang und Tanz in drei Akten von Jean Kren und Georg Okonkowsky. Ge- sangstexte von Alfred Schönfeld. Musik von Jean Gilbert.

Sonnabend und folgende Tage: Wenu der Frühling kommt!

Trianontheater. (Georgenstr., nahe

Bahnhof Friedrichstr.) Freitag, Abends

8 Vbr: Die Notbrüeke.

drei Akten von F. Grssac und F. Croisset. Sonnabend und folgende Tage :

Sonntag, Nachmittags 3

Pirkus Bush. Freitag, Abends 8 Uhr: Gastspiel des „Deutschen Theaters" : Das Mirakel.

Sonnabend und folgende Tage: Das

Mirakel.

am Nollendorfplaß. Der Jux-

Familiennachrichten.

Verlobt: Verw. Fr. Lotte Wiskott, geb. Gräser, mit Hrn. Hofbvchdr» cker und BVerlagsbuchhändler Joachim Tro- wißsch (Stettin—Frankfuxt a. O., z. Zt. Züllichau)

Berebelicht: Hr. werd von Hertberg mit Frl. Lisel Dennig (Stettin). Hr. Leutnant Frhr. Krafft von dem Knesebeck-Milen- donck mit Editha Gräfin Finck von Finckenstein (Frankfurt a. O.). Hr. Leutnant Fris von Krenzki mit Frl. Dorothea Marshmer (Hildetheim— Dresden). Hr. Bürgermeister Fri- dri Meyer mit Frl. Elisabeth von Rhaden (Weimar).

Geboren: Eine TogßPter: Hrno Negierungsassessor Herbert von Bismark (Frankenstein t. Schles).

Gestorben: Hr. Oberstleutnant Paul von Schelling (Berlin). Hr. Gehetmer Baurat a. D. Waldemar Zickler (Wa1m- brunn).

Hauptmann Sieg-

3 Uhr: Die

Abends 8 Uhr: Pofse

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg.

Verlag der Expedition (Heid ri ch) in Berlin.

Druck der Norddeutschen Buchdrukerei und Verlagsanstalt, Berlin, Wilhelmstraße 32.

Neun Beilagen (einshließlich Börsenbeilage).

Lustsptel in Die

Uhr: Die

und zwar au ay

(W. T. B.) Amilig |

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußischen Staalsanzeiger.

M 1103.

Erste Beilage

Berlin, Donnerstag, den 14. Mai

Amtliches.

Deutsches Reich.

Branntweinerzeugung und Branntweinverbrauch im Monat April 1914.

Direktivbezirke

Nach den Angaben der Direktivbehörden.

erzeugt

1

|

April 1914 sind Branntweinsteuer- vergütungs\eine ausgefertigt über ausgeführte oder in Ausfuhrlager (Bfr. O. § 58) aufgenommene Mengen von

Branntwein- fabrikaten (Bfr. O. §48 unter b bis t)

Im Kalendermonat

zur steuerfreien Verwendung abgelassen

darunter rohem und | vollständig go | vergällt ranntwein |

im

Hektoliter Alkohol

Am Schlusse des Kalender- monats April 1914 find în den Lagern und Reinigungs8- anstalten unter amtlicher Ueberwachung verblieben

Im Rechnungs- monat April 1914 find nah Versteuerung

in den freien Berkehr gesetzt

Ostpreußen Seen Brandenburg -

bojen

Dien

chlesien

Sachsen. .

Schleswig-Holstet

S R a ae A alau E Bela a d

Preußen

Bayern . Se Württemberg . Baden

Besen b edlenburg Thüringen . Oldenburg - - Braunschweig - Aa Lübedck Bremen . amburg

16 607 383:299 62 545 D003 69 724 62 016 18 361

3042

8 542 18 010

T 10 761

360 727

20 769 20 603 5 094 G 107 2592 0.200 395 866

1 846 3 665 149 158

1 276 D393

|

2 869 2018 41D 4 7

E

dD ps D s DO Do Co

924 7 054 3 (82 3 292 24 2 972 Doe

999 D 450

112 926

1 l 1 3 1

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01

1519 || é 18 O 99

57 799 118 856 223 875 209 050 226 080 214 099 155 645

8 754 17 855 19 492

6 523

37 275 1: 295:303

65 561 84 179 13 046 27 081 3 839 25 900 7 298 O12

628

393 626

31 460 1 397

6 938 6 035 15 268 7 885 7 297 19 682 10 321 3 319 7456 14 545 3 852

15 300 117 898

5 768 G 893 2 404 1 569 2200 1 879 1001

919 1 024

259

471

919 4 261 2 289

lsaß-Lothringen. . . Branntweinsteuergebiet

430 569 394 018

390 933

117 3856

142 544 131 618

160 726

1557 223

1383 872

*) 150 306 157 506

Dagegen im April 1913

Fn der Zeit vom : Oktober 1913 bis April 1914*) . f 3 Oktober 1912 bis April 1913 . «1 3

*) Nachrichtlih : Darunter 815 h1, deren Steuerertrag **) Einschließlih folgender Berichtigungen:

Von ter steuerfrei abgelassenen

a. „im ganzen“ 507 h1l (November þ. „darunter voliständig vergällt“ 3

Berlin, den 14. Mai 1914.

366 190 167 162

6 925 6 486

1 184 507 | 987 682 2 649

1 130 752

254 | 603 |

10516601 | 98944741 | 3 382

Alkoholmenge sind abgeseßt worden :

Deutscher Reichstag.

956. Sißung vom 13. Mai 1914, Nachmitlags 2 Ur (Bericht von Wolffs Telegraphischem Bureau.) Auf der Tagesordnung steht die Fortseßung der zweiten Beratung des Entwurfs eines Gesehes,

s Haushaltsetats für die Schußgebiete e es Menu ais und zwar des Etats für de

auf das Rechnungsjahr 1914, das Schußgebiet Kamerun.

Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt M E Abg. Dr. Liebknecht (Soz.): Der Abg. Erzberger hak 11

Berichterstatter und ohne mich vorher davon zu es des „Lokal-Anzeigers er- Tär f die Staatsanwaltschaft zweimal erklärt hat, gegen die Firma B n Ab L en Fh habe in meiner Nede am Pèon: m n, daß tatsächlich

gestrigen Sißung als | : benachrichtigen, auf Grund des Bericht

Goerz nicht einschreiten zu können. tag dies ausdrüdcklich erwähnt. ein Verfahren gegen die Firma noch \hweb gestüßt auf eidliche Aussagen.

Ab

a4 A i R L ie _Erzberger (Zentr.): Ih habe nur konstatiert, daß die i Saa. 2 : l hat, einzuschreiten,

Hi

Berliner Staatsanwaltschaft es zweimal abgelehnt

{4 î F r) 5 Ï ior 5 I hat nachdem sie die betreffenden Zeugen darüber vernommen hat. i | i Goerz wegen Urkundenvernichtung,

Jch habe meiner

abgelehnt worden, gegen die Firma

Beamtenbestehung und Betruges vorzugehen.

gestrigen Bemerkung nichts hinzuzufügen. Hierauf

Schußgebiet Kamerun bei

sprechung zum „Gehalt des (Souverneurs“ f

Der

betreffend die Fe st-

Jch muß weiter erkläre | Jch habe meine Angrisfe

wird die Spezialberatung des Etats für das allgemeinen ortge)eßt.

Abg, Freiherr von Rechenberg (Zentr.): gelegenheit hat überall großes Aufsehen erregt.

welche Gründe für die Enteignung vorgelegen haben.

politishe Gründe waren es nicht.

Natur. Die Grundlage dazu bot ein Besch

Umsiedlung eines Teils der D

tären polizeilihen Ansprüchen genügen.

(Fs w

Schuß nicht soweit gehen, daß verboten wird, a

Kinder geboren werden dürfen. [e nach der Ansicht der Aerzte. dürfte um die Häuser herum keine L

sagte, shön, wir wollen das machen. bewohnen; er ist nicht wiedergeko

wohl etwas von der Malaria gesehen, aber ich weiß_ nicht, wie bekämpfen ist. Entscheidet man sich dafür, daß die Häuser der anitár \chädlich sind, dann muß eine Trennung stattfinden. Das ganze Bi spielte sich bis jeßt am 5 rf ab. Die neue Siedlung muß einen

bekommen. Der

Schiffahrtswe e edeutet eine ganze

werden. Das

falls diese den san1-

luß muß aber erst schiffbar gemacht ua der wirtschaftlichen Ver-

Man fragte sich, | : s Soviel steht fest, aren Gründe hygienischer luß des Reichstags, für die uala eine bestimmte Summe auszu- werfen. Die hygienishen Verhältnisse in Duala waren wirklich a bedenklih. Daß die Eingeborenen Uber die Gnteignung O Ee waren, ist fe en s a daß die Cin- ‘ene f den Gr ? Aben fönnen, h

geborenen auf den Grundstücken bleibe A Es in den Hütten keine Die Medizin ist O wie jede Wisse Ft So ist die Bekämpfung der Malaria verschieden gewesen Wissenschaft. So ist die Bekä1 Pre sind natürli au R ven

jektivem Empfinde i. Gin Arzt behauptete einmal zu mir, es ubjektivem Empfinden frei. Ein Co ale Babe S Sie sollen dann eines der Häuser mmen. Ich bin kein Mediziner, habe

1913: 468 hl; Januar 1914: 26 hl; Februar 1914: 396 hl (November 1913: 446 hl; März 1914: + 50 11).

Kaiserliches Statistishes Amt. Delbrück.

gonnen. geben werden.

warten sollen, bis dieser Schiffahrt

und Stelle zu en

für Weiße noch für Gin; hat gemeint, etwas mu} hätten, dann müßte doch w Neichstags war zedenfalls zu entschädigen. wendet sich nun dagegen, Man verlangt da von

wirklih eiñe Seltenheit. felten erwarten? 2 n qgedeckt werden. (Fs ift Kosten bei wie alle Steuerzahler 1n

partizipieren wollen. Be- | gewesen. Man soll also darau (Fs ist Die Duala-An-

geschla um lnne der

der Eingeborenen gegen die ( / diese Formen annimmt, durh die

agitation entgegengetreten wird, auch etngedämmt wepden müßte.

die S

ganzen Ko gereichen.

le au

teger be 4 G Von Neichs wegen ist gerade für

den Bau von Eisenbahnen.

fahrtswege abgeschnitten, bis dieser hergestellt ist.

Z E , B Ks J)

im Interesse des wirtschaftlichen E Pen ugeno | ffen. Auf dem Schubstreifen von m dürfen Wohn chaffen. Auf dem SchuB\trel]| / e en / (ingeborene gebaut werden. Der Rechtsanwalt Halpe rt isse geschehen; wenn die Guropäer nicht mehr Naum wieder weiter enteignet werden. Absicht des 3 die Eingeborenen bei der na Le Yan

Deutschland wird doch bei Bahnbauten usw. die Wert ing as rücfsichtigt. Opferwillige, die auf die Wertsteigerung verzichten, sind ‘ei : Wie kommen wir dazu, von den Dualas leuten fehr

Millionen bringen die Eingeborenen auf;

i ie Kommission hat ferner vorgeschlagen, daß wird. Die Kommission h e E ien wird, sobald die i E ees

ird. X Ö ¿u bemerken, daß, wenn dieser Eingeborenen- ReD, O Es Mau 0E Nervosität mancher GCuropäer Die telegraphishen Mitteilungen über das Honorar, das der Rechtsanwalt Hälpert bekommen hat, sind doch für Sanierung von Duala ganz und gar überflüssig. Die Auswande-

- 58 hl; März 1914: + 45 h1),

ich für die E äer eigne [hes für die Neger ¿h für die Europäer eignet und welches für ( , is nur an D! 0 t\cheiden. Jedenfalls müssen wir den ingeborenen

zum ¿Flusse ver- häuser weder

Der Grund- und Bodenwert hat sich gesteigert.

daß die Dualas Spekulation betrieben haben. den Negern etwas Unmögliches. Bei uns in steigerung mit bde-

r [sj î +0 Sto î ck70 L eine Opferwilligkeit zu erwarten, die wir von unseren Lands | Ae Die Anleihe soll durch Einnahmen des Schußzgebiets

ich ind es ift deshalb verständlich, daß sie auch an den O Mögen a auch e Een E

ifizierte Frehheit usw., so 1 das bisher fein Gnteignungsgrun ae e l tébem daß die Leute entschädigt werden. begreiflih, daß sie möglichst viel herauszushlagen suchen. Um unbegründeten Spefkulationen vorzubeugen, hat die Kommission Hor: gen, daß das durch die Enteignung vom Fiskus erworbene Land i Landordnung von Kiautschou verwaltet und verwertet der Agitation

G

1 140 082.

(101 638 4 Verbrauchsabgabe) noch für das Nechnungsjahr 1913 zu verrechnen tst.

hältnisse. Mit der Uebersiedlung der (Fingeborenen wird nun E Der Schiffahrtsweg kann aber erst |pater dem Verkehr ü ers Die Leute sind daher mindestens solange vom Schi] s- Man hätte aljo sweg fertig 1st. Welches Gebiet Y ist nur an Ort

Zu den Ginnahmen gehören die Steuern. Ueber drei ° also die Neger tragen zu den Deutschland. Mehr können sie Borteilen

rung ist verboten; aber wenn einer nur das Land verlassen will, um zu betreiben, daß er im Lande bleiben darf, so ist das doch etwas anderes. Jch habe zu dem Kolonialamt das feste Vertrauen, daß es hier das Nichtige finden wird; für jeßt bitte ih, die Kommissionsbeschlüsse an- zunehmen. Verstehen würde 1h allenfalls den Antrag, zunächst nur die Kosten für Vorarbeiten zu bewilligen; aber die Ablehnung würde der Folonie, den Europäern wie den Eingeborenen, zum Nachteil

bg. Keinath (nl.): Das Schußgebiet Kamerun hat sich erfreu-

[ich ntgdelt; es besißt au ere Entwicklungsmöglichkeiten. ‘i ieses Be O wenig

2 n, es wurde recht stiefmütterlih behandelt, zumal in bezug auf S Jn ‘der nächsten Zukunft sollen aber größere Fortschritte gemaht werden; allmählih beginnt man einen

1914.

großzügigen Plan festzulegen für den weiteren Ausbau des Eisenbahns wesens, eine Mittellandbahn soll die Basis für weitere Linien nah dem Südosten und dem Norden und anderseits nah Adamaua, nach dem Tschadseegebiet bilden. Die Fortführung der Manengubabahn muß auch in Aussicht genommen werden. Diesen Plänen steben aber große Schwierigkeiten entgegen, denn fo erfreulich die wirtschaftlihe und finanzielle Entwicklung Kameruns in der Vergangenheit gewesen ist, jo trübe sind die Aus/chten für die nächste Zukunft. Schon der vor= liegende Etat ist recht optimistish aufgestellt; vielfah wird befürchtet, daß die vorgesehenen Einnahmen nicht aufkommen werden. Es muß gerechnet werden mit der großen Kautschukkrisis, die auh die Kaufkraft der Eingeborenen {chwächt. Das Neukamerungebiet bringt noch keine Einnahmen, die großen Lasten dafür aber soi Altkamerun mit tragen. Besonders wird die Bekämpfung der Schlaskrankheit noch große Vpser fordern. Es wird also hier die Aufbringung für die Eisenbahnbauten aus den Mitteln des Schußgebiets nicht tunlich sein, vielmehr wird man ausnahmsweise eine Neichsanleihe dafür ins Auge zu fassen haben. Mit der Uebernahme von Neukamerun müssen wir auch alles tun, um der Schlafkrankheit Herr zu werden; eine erfolgreiche Bekämpfung ist aber unmöglich ohne Vereinbarung mit den Nachbarstaaten zum Zwecke einer gemeinsamen systematischen Bekämpfung; es muß also mit dem Kongostaat, mit Frankreich zu solchen Vereinbarungen ge}chritten wer- den. Auch die Mittel zur wissenschaftlichen Erforschung des Charakters der Krankheit müssen verstärkt werden. Die Eisenbahnneßpläne haben zur Grundlage Duala, den einzigen guten, wirklich brauchbaren Yafen der Kolonie. Verfehlt wäre es, die Frage der Sanierung und der Ent- eignung immer nur für sich allein zu betrachten, es 1|t eine Frage des Schutzgebiets im ganzen, und danach handelt es sich hier um eine Staatsnotwendigkeit. Die große Erregung, die die Enteignung bei den Beteiligten heraufbeshworen hat, kann man verstehen. Man bedenke aber, daß wir in Deutschland jeden Tag Enteignungen, jeden Monat Enteignungen großen Stils vornehmen, wir dürfen also dieser hier geplanten Enteignung fühl gegenüberstehen. Es müssen sanitär erträgliche Zustände, und es muß Plaß geschaffen werden. Beides 11 einstweilen unmögli. Die Duala haben ihr Landmonopol bisher aufs rüdcksichtsloseste ausgenußt. Cine gründliche Santerung Dualas ist un möglich ohne die gründliche Trennung von Schwarz und Weiß. Bieses Verfahren is auch bei anderen Kolonialvölkern zur Anwendung ge- kommen. Wenn auch die Ergebnisse der Wissenschaft wandelbar sind, so entbindet uns dies doh nicht von der Pflicht, uns ihre jeweiligen Erfahrungen zu nuße zu machen. Das hat ja auch der Abg. von Nechenberg bei der Sanierung der osftafrikanischen Hafenstädte getan. Weil die Weißen die Schwarzen als Diener brauchen, deshalb braucht man von der Trennung zwischen Schwarz und Weiß nicht abzusehen. Es kommt darauf an, die Eingeborenenfamilien von den Weißen zu sondern, da bekanntlich die eingeborenen Kinder am meisten unter der Malaria zu leiden haben. Eine solche Trennung ist ohne Enteignung leider niht durchführbar. Wenn wir nun einmal zu einer folhen Maß- nahme greifen müssen, dann muß es auch ganz geschehen, zumal wir das ganze Land später noch gebrauchen. Es ist interessant, daß 1ch hier gerade die Sozialdemokratie gegen die Gntieignung wendet. Be}e Uk doch immer dafür, wenn es sich um die Verstaatlichung des Bergbaue und Beseitigung der Bergregale handelt, die beute noch 1n 12 von Privaten sind. (Zuruf bei den Sozialdemokr h gar feine Ahnung! und Unsinn!) Diese n b durch Staatsverträge verbürgt.

Präsident Dr. Kaempf: Es ist eben der Zuruf: Unsinn! ge fallen. Jch kann nicht feststellen, wer es war. (Zuruf des Abg. Henke: Ich war es!) Dann rufe ih den Abg. Henke zur Drdnung.

Abg. Keinath (nl.) fortfahrend: Jch kann nicht zugeben, daß die Durbführung der Enteignung rigoros gewesen ist. (s ift ununter- brochen mit den Eingeborenen verhandelt worden, aber diese wollten sich gutwillig nicht fügen. Deshalb mußte die Verwaltung s{chließlich energish werden. Zustimmen kann man dem Wunsche, daß den Ein- geborenen der Zugang zum Flusse nicht erschwert wird, damit he ihre bisherige Lebensgewohnheit aufrechterhalten können. Auch teilen wir den Wunsch, daß die Eingeborenen wirtschaftlih nicht Schaden leiden. Auf jeden Fall muß der heutige Wert der Grundstücke bei der Cnt- eignung zugrunde gelegt werden. Wir unterstüßen den Antrag der Kommission, daß das enteignete Land nicht den Weißen als Spekula- tionsobjekt überlassen wird. Bei der Durchführung der (5nteignung muß nach den Grundsäßen der Billigkeit verfahren werden. Do darf nicht aus dem Auge verloren werden, daß es 1ch um eine Maß- nahme handelt, Duala zum Mittelpunkt des Handels und des Schuß gebietes zu machen.

Abg. B raba nd (fortshr. Volksp.): In der Kommission wurde vdn einem rehtsstehenden Mitgliede behauptet, die Megierung hâtte bei dieser Enteignung alle Ungeschiklichkeiten begangen, die gemacht werden fönnen. Diese Vorwürfe treffen den Staatssekretar und die Zentralverwaltung am allergeringsten, sondern nur die Verwaltung des Schubzgebietes. Zu den Ungeschiklichkeiten rechne ich die T atsache des Vorgehens gegen den Nechtsanwalt Halpert, der 1n jetner Denk chrift zur Sprache gebracht hat, daß die Eingeborenen die Ausseßung der Beratungen in der Kommission als einen Sieg über die Regierung durch Trinkgelage gefeiert hätten. Es wurde auch auf das Honorar von 5000 S hingewiesen, das der Rechtsanwalt Halpert erhalten hat, und daß er noch 3000 M weiter verlangt habe. WVêan hätte es vermeiden müssen, einem Rechtsanwalt den Vorwurf zu machen, daß er sih habe von Eingeborenen zum Sachverwalter bestellen lassen. Ebenso zurückzuweisen sind auch die Bemerkungen des „Vorwärts in dieser Angelegenheit, der es eine geradezu tolle Choje nennt. (&s wird dabei darauf hingewiesen, daß die Kolonialverwaltung sich mt entblöde, dem Rechtsvertreter der Duala nackte Gewinnsucht vorzu werfen. Dann wird auch das Reichstagsprästdiuum als Handlanger dieser „vornehmen Kolonialverwaltung“ hingestellt, weil es die Gul gegnung des Dr. Halpert zurückgewiesen hat. Dinzugefügt wird, daß auch die Fortschrittliche Volkspartei diesen unerhörten Akt billige. Bon bürgerlicher Seite ist niemals der Hinweis der Kolonialverwal! tung auf das Honorar des Rechtsanwalts gebtlligt worden. em Schreiber des Ärtikels, der behauptet hat, die moralishe Fäulnis stinke gen Himmel, möchte ih erwidern: Wer es zuer]ï gerochen, der hat es verbrohen. Den Schwarzen darf man allerdings nicht das Nechk nehmen, sih an den Neichstag zu wenden. Me Verwaltung hat die Beschlagnahme des Telegramms gemißbilligt. Das hâtte fte auch offen auéssprehen müssen. Die Frage ist auch, ob man das Verfahren gegen Manga Bell rehtfertigen darf. Man darf sih da nicht au!

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den Standpunkt stellen, als ob den Schwarzen gegenüber einfach alles erlaubt ist. Unsere materielle Behandlung der Sache kann, aber p diesen Bedenken nicht abhängig gemacht werden. Die nteignung il notwendig und fie muß durgeführt werden. Unter len L muß von der Regierung verlangt werden, daß au für [olche wirt- schaftlichen Schäden die Gingeborenen angemessen éntschädtgt hie 8 auf ein paar hunderttausend Mark darf es dabei nicht ankommen. s Resolution wegen der Bekämpfung der Agitation möchte e der Je gierung warm ans Herz legen, 1 spreche hier allerdings nicht name der Fraktion. Der „Vorwärts sucht auseinanderzuseBen, dap L e hier um ein Theaterstück handele. Immer heißt es, dies haben e gemacht, so war es auch beim Kaiser Friedrichdenkmal. fa e denn auch hier, daß bezahlte Spißel Joja und Bell aufgeputf zt haben. Die Herren müßten doch etwas d Gag «e mit solchen „De ein. Der Abg. Wels hat gesagt, die Enteignung dürfe nicht E ie Form des Zwanges übergeführt werden. Ganz ohne Zwang ist hier nichts auszurihten. Die Sanierung Dualas ist für uns Deutsche von

der größten Wichtigkeit, weil wir in der Kolonie einen wertvollen Bez

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