1914 / 153 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

den Abschied aus d. aktiven Heere m. d. willigen: dem Oblt. Shubertb d. 8. Inf. Regts. Großherzog riedrih IT. von Badea unter Ueberführung zu d. Offizieren d. ndw. Inf. 1. Aufgeb. und unter Verleihung d.. Aussicht auf An- stellung im Zivildienite, dem Lt. v. Bomh ard d. Inf. Leib-Negts., ohne Gehalt beurl., unter Ueberführung zu d. Nes. Offizieren s n S d Fort h d den ied unter Fortgewährung d. Penf. zu bewilligen: dem Mai. z. D. Schaller, Bez. Offiz. b. Bez. Komdo. Dillingen, m. d. Grlaubn. z. Tr. d. Unif. d. 2. Pion. Bats. m. d. für Verab- schiedete vorgeshriebenen Abzeichen; zu entheben: von d. Verwendung im Kr. Min. den Obersten ¿. D. Nehm, von d. Verwendung b. Gen. Komdo. 111. A. K. den Oberstlt. z. D. Barz, letteren unter Verleihung d. Charakters als Oberst, beide m. d. Erlaubn. z. Forttragen d. bish. Unif. m. d. be- stimmungsmäß. Abzeichen ; ¿u ernennen: zum St. Offiz. b. Bez. Komdo. Nürnberg den Mai. z. D. Prosinger, zum Bats. Kom. im 3. Fußart. R. den Maj. Köl \ch b. Stabe d. 2. Fußart. Regts., zum Bez. Offiz. b. Bez. Komdo. Dillingen den Hauptm. Mattenheimer, Pl. Maj. in Germersheim, unter Stellung z. Disp. m. d. geseßl.“ Penf., zum Pl. Maj. in Germersheim den Hauptm. Mark, Battr. Clef im 3. Fußart. NR., zum Esk. Chef im 2. Schweren Reiter -RN. Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreih-Este den Nittm. Grafen v. Pocci b. Stabe dieses Negts., B Battr. Chefs die Oblts : Zeilets d. 2. Fußart. Negts. in diesem egt. unter Belassung im Komdo. als Aufsichts.Offiz. und Lehrer an d. Art. und Ing. Schule bis zum Schlusse d. Ünterrichtsjahres, Bielke d. 2. Fußart. Regts. im 3. Fußart. N., beide unter Be- E zu B ttnbi e ris Mil. F1 zu vbeaustragen: m. d. Führ. d. Mil. Fliegerschule d. Flieger- Bats. den Oblt. Christenn dieses Bats. ; iris zu berufen: z. Dienstl. im Kr. Min. den Oberstlt. z. D. Klee- mann, zugeteilt d. Gen. Komdo. I. A. K; zuzuteilen: dem Gen. Komdo. I. A. K. den Obersten z. D. Gloß, dem Gen. Komdo. III. A. K. den Oberstlt. z. D Pau- shinger, St. Offiz. b. Bez. Komdo. Nürnberg, m. d. Unif. d. 14. Inf. Regts. Hartmann, der Zentralstelle d. Gen. Stabes den Hauptm. Sh midt d. 11. Inf. Regts. von der Tann unter Be- lassung im Komdo. z. Eisenb. Abt. d. K. P. Gr. Gen. Stabes ; zu fommandieren: den Oblt. Majer, Reats. Adj. im 3. Fußart. N., zum 1. Oktober 1914 als Aufsichtsoffiz. und Lehrer ¿- Art. und Ing. Schule ; zu verseßen: die Hauptleute: Petri, Chef d. Mil. Flieger- schule d. Flieger-Bats., als St. Hauptm. zum 2. Inf. N. Kronprinz, Salb bei d. Insp. d. Ten. Inst. zum Stabe d. 3. Fußart. Regts., Ho ß, Battr. Chef im 2. Fußart. N., zur Insp. d. Len. JInst., den Rittm. Nosenbush, Esfk. Chef im 2. S4weren Reiter-N. Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreih-Este, zum Stabe dieses Negts. unter Beförderung zum Maj. ohne Patent, den Oblt. Frhrn. Kreß v. Kressenstein d. 1. S{bweren Reiter-Regts. Prinz Karl von Bayern zum Stabe dieses Regts. unter Beförderung zum Nittm. ohne Patent und unter Belassung im Komdo. z. Kr. Akad., die Lts.: Demmel vom Flieger-B. zum 13. Inf. N. Franz Joseph Ls Kaiser von Oesterreich und Apostolisher König von Ungarn, Behl[l d. 9, Inf. Regts. Wrede, Schnell d. 17. Inf. Regts. Orff, beide zum Flieger-B. ; zu befördern : zum Maj. ohne Patent den Hauptin. Weippert, Art. Offiz. v. Pl. in Ingolstadt, zum Hauptm. ohne Patent und überzähl. den Oblt. Lang d. 3. Fußart. Negts. unter Belassung im Komdo. z. Kr. Akad., zu Fähnriden die Fahnenjunker, Unter- offiziere usw.: Sailer, März, Mever d. 21. Inf. Negts. Groß- herzog Friedri Franz IV. von Meklenburg - Schwerin, diese mit Patent vom 25. Mai d. J., Wö'1cher d. 9. Feldart. Negts., Aman, Cnater d. 1. Jäg. Bats. König, Schrot t des 4. Chev. Negts. König, Breith d. 5. Feldart. Negts. König Alfons XIII. von Spanien, Kaiser d. 18. Inf. Regts. Prinz Ludwig Ferdinand, Wendler d. 5. Chev. Regts. Erzherzog Friedrich von Oesterreich, Nuederer, Weissenberger d. 12. Inf. Regts. Prinz Arnulf, v. Raumer d. 19. Jaf. Regts. König Viktor Emanuel II[. von Italien, Döpping, Kuh d. 14. Inf. Negts. Hartmann, Fürst d. 19. Inf. Regts. König Viktor Emanuel 111. von Italten, Nanft d. 14. Inf. Negts. Hartmann, Wachter d. 1. Pion. Bats., Pirner d. 19, Inf. Regts. König Viktor Emanuel 111. von Italien, Sertorius, Hohenner d. 3. Inf. Negts. Prinz Karl von Bayern, Vogg d. 19. Inf. Negts. König Viktor Emanuel [11. von Italien, Lell d. 6. Inf. Negts. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, Wohlsecker d. 2. Jäg. Bats, Niedermaver d. 3. Train- Abt., Grafen Bopp zu Oberstadt, Frhrn. v. Seefrtied auf Buttenheim d. 1. Ulan. Negts. Kaiser Wilhelm 11, König von Preußen, Wißmath d. 3. Fußart. Negts., Ne ck d. 2. Fußart. Negts., Glas, Kleyla d. 1. Fußart. Negts. vakant Bothmer, Briztel - mayr_ d. 16. Inf. Negts. Großherzog Ferdinand von Toskana, Ritt d. 2. Schweren Reitec-Regts. Erzherzog Franz Fer dinand vun Oester- reih-Gste, König d. 12 Feldart.Negts., Schnellenbachd. 2. Iäg.Bats., Mayer d. 2. Fußart. Negts., Na ithel d. 1. Fußart. Negts. vakant Bothmer, Pfeiffer d. 2. Feldart. Regis. Horn, Frhrn. v. Küns- berg d. 1. Ulan. Regts. Katser Wilhelm 11., König von Preußen, Angermund d. 6. Inf. Negts. Kaiser Wilhelm, König von Preußen, Münch, Bauer d. 8. Inf. Regts. Großherzog Friedri 11. von Baden, Rüger d. 3. Fußart. Regts., Harder d. 12. Feldart. Negts., Wolff d. 8. Inf. Negts. Großherzog Friedrich [1I. von Baden, Mesme r d. 3. Fußart. Regts., Donderer d. 3. Inf. Negts. Prinz Karl von Bayern, Dofstert d. 2. Trainabt., Manz, Frhrn. v. Selendorf d. 4. Feldart. Negts. König, Frhrn. v. Sartor auf Gansheim d. 2. Schweren Meiterregts. Erzherzog Franz Ferdinand von Oester- eih-Este, Nie derreiler, Nasberger d. 3. Pion. Bats., Reiner, Meise d. 4. Pton. Bats, Wel cker d. 6. Feldart. Negts. Prinz Ferdinand von Bourbon, Herzog von Calabrien ; zur Disposition zu stellen: den Oberstlt. a. D. del Moro, den Feuerw. Hauptm. a. D. Engelhardt;

b. bei den Sanitätsoffizieren :

am 26. d. Mts. zu verseßen: den Ob. Arzt Dr. Kobl vom 2. Ghev. R. Taxis zum 11. Juf. N. von der Tann, den Assist. Arzt Dr. Hütt ner vom 5. Feldart. R. König Alfons X11]. von Spanten zum 2. Chev. N. Taxis;

zu befördern: zu Oberärzten die Assistenzärzte: Dr. Mezger d. 19. Inf. Regts. Kövig Viktor Emanuel 111. von Italien, Dr. Zoellner d. 1. Inf. Negts. König, zum Assist. Arzt den Unt. Arzt Dr. Full d. 16. Inf. Regts. Großherzog Ferdinand von Toskana ;

den Abschied unter Fortgewährung d. Pens. zu bewilligen; dem Ob. St. Arzt z. D. Dr. Ntiegel m. d. Erlaubn. z. Foritragen d. bish. Unif. m. d. für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen ;

c. bet den Veterinäroffizieren :

am 26. d. M. den Abschied m. d. geseßl. Pens. zu bewilligen: dem K. St. Veter. Schwarz, K. Veter. d. II11. A. K, m. d. Erlaubn. z. Forttragen d. bish. Unif. m. d. für Verabs&iedete vor- e Abzeichen unter Verleihung d. Ranges als charakteris. erstlt.; zu ernennen: zum K. Veter. d. Ill. A. K. den Ob. St. Veter. Zix, Regts. Veter. d. 7. Feldart. Regts. Prinz-Regent Luitpold, unter Beförderung zum K. St. Veter.,, zum Negts. Veter. d. 7. Feldart. Regts. Prinz-Regent Luitpold den St. Veter. Jäger, Abt. Veter. d. 1. Train-Abt., zum Abt. Veter. d. 1. Train-Äbt. den St. Veter. Dr. Stark d. Mil. Neitsule; zu verseßen: die Stabsveterinäre: Magerl vom 1. Feldart. R. Prinz-Regent Luitpold zur Mil. Reitschule, Lindner von d. 1. Train» abt. zum 1. Feldart. R. Prinz-Regent Luitpold unter Belassung im Komdo. zum Kaiserl. Gesundheitsamt bis 31. August 1914; E D j den a naue s E d. 1. Schweren erregis. Prinz Karl von Bayern, bisher ohne Gehalt beurl., in dieses Regt. zum 1. Juli 1914. h /

gesebl. Pens. zu be-

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst gérußt:

den Pfarrer und Dechanten Bernhard Piey in Rheine zum Ehrendomherrn bei der Kathedralkirhe in Münster und

den Konsistorialrat Karl Wagenmann in Hannover zum außerordentlichen Mitgliede des Landeskonsistoriums ebenda zu ernennen fowie

dem Landesbaumeister, Baurat Karl Wolff in Fulda den Charakter als Geheimer Baurat und

dem Oberlehrer am Paulinishen Gymnasium in Münster, Professor Dr. Joseph Rinke anläßlih seines Uebertritts in M ¿Mens den Charafter als Geheimer Studienrat zu verleihen.

Auf JZhren Bericht vom 9. Juni d. J. will Jch der Stadt Uerdingen im Regierungsbezirk Düsseldorf, welche die Genehmigung zum Bau und Betriebe einer Jndustriebahn er- halten hat, das Enteignungsrecht zur Entziehung und zur dauernden Beschränkung des Grundeigentums für diejenigen Grundstücke verleihen, deren sie für die Anlage der Bahn und ferner zur Schaffung eines in Verbindung mit ihr geplanten Jndustriegebietes im Nordwesten der Stadt in dem auf dem beiliegenden Stadtplan ersichtlih gemachten Umfange bedarf. Die eingereichten Pläne sind wieder beigefügt.

Neues Palais, den 18. Zuni 1914.

WilhelmR. von Breitenbach. von Loebell.

An die Minister der öffentlichen Arbeiten und des Jnnern.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

_ An Stelle des in den Ruhestand tretenden Ministerial- direktors im Ministerium für Handel und Gewerbe, Wirklichen Geheimen Rats Dr. Neuhaus ist der Ministerialdirektor in demselben Ministerium, Wirkliche Geheime Oberregierungsrat von Meyeren zum Vorsißenden des Prüfungsamts für Gewerbeaufsichtsbeamte ($ 17 der Vorbildungs- und Prüfungs- ordnung für die Gewerbeaufsichtsbeamten vom 7. September 1897, „M.-Bl. f. d. i. V.“ 1898 S; 29 f.) ernannt. worden.

Finanzministerium.

Der Landrentmeister Giesemann aus Allenstein ist zum Negierungskasseninspektor bei der Regierung in Bromberg ernannt worden.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Es sind verseßt worden: der Forstmeister Claßen in Magdeburgerforth nah Gammertingen, der Oberförster Ehr- lih in Kullik nah Nienover, der E Müller in Jmmichenhain nah Gerolstein und der Oberförster Ran g in Gammertingen nach Wolfgang.

Dem Oberförster Ernst in Bromberg “ist die Oberförster-

stelle Magdeburgerforth, dem Oberförster Mittweg in Hermes-

‘Teil die Oberförsterstglle; Jmmichen

D Ol ch ‘in Chorin die Oberförsterstelle Kullik übertragen en.

___ Zu Oberförstern, zunächst ohne Uebertragung eines Reviers, ind ernannt worden: der Forstassessor Eigenbrodt (Alexander) in Berlin, der Forstassessor und Oberleutnant im Reitenden Feldjägerkorps Frese in Driesen und der Forstassessor und Oberleutnant im Reitenden Feldjägerkorps Müller (Richard) in Liebemühl.

Dem Förster Gerlach in Wanda ist bei seinem Uebertri:t in “a Ruhestand der Charakter als Hegemeister verliehen worden. |

Oberrehchnungskammer.

Der bisherige Regierungssekretär Brandt aus Magde- burg ist zum Geheimen Registrator bei der Königlichen Ober- rechnungskammer ernannt worden. :

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 21 der Preußischen Geseßsammlung enthält unter

Nr. 11 360 das Geseg zur Abänderung der Besoldungs- ordnung, vom 29. Juni 1914.

Berlin W. 9, den 2. Juli 1914.

Königliches Geseßzsammlungsamt. Krüer.

Abgereist:

Seine Exzellenz der Präsident des Reichsmilitärgerihts, General der Jnfanterie Graf von Kirchbach mit Urlaub nah Bad Blankenburg in Thüringen.

Nichlamfkliches.

Deutsches Nei.

Preußen. Berlin, 2. Juli 1914.

Seine Majestät der Kaiser und König nahmen

heute vormittag im Neuen Palais bei Potsdam den Vortrag

E Kriegsministers, Generalleutnants von Falkenhayn ent- n.

Der Staatssekretär des Jnnern, Staatsminister Dr.

Delbrück hat einen Erholungsurlaub angetreten; während

feiner Abwesenheit leitet der Unterstaatssefkretär, Wirkliche

e Dr. Richter die Dienstgeschäfte des Reihsamts nern.

Der Präsident des Reichsversiherungsamts, Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. Kaufmann is zu einer Dienstreise nah Thüringen und einem anschließenden Er-

holungsurlaub abgereist.

ain und dem Oberförster

g Der Vizepräfident der Oberrehnungskammer, Wirkliche alte Oberregierungsrat Hommelsheim ist mit Urlaub abgereist.

_ Der Präsident des Bezirksaus\{husses und der Ministerial- Militär- und Baukommission Siber hat nach Ablauf seines Urlaubs seine Dienstgeschäfte wieder übernommen.

__ Der württembergishe Gesandte Freiherr von Varn- büler hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit un der württembergishe Militärbevollmächtigte, General- eutnant von Graeveniß die Geschäfte der Gesandtschaft.

Der türkische Botschafter Mahmud Mukÿtar Pascha hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der Botschaftsrat Edhem Bey die Geschäfte der Botschaft.

Der norwegische Gesandte von Ditten ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder übernommen.

__Der portugiesishe Gesandte Paes hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der Legationssekretär de Quevedo die Geschäfte der Gesandtschaft.

Der chinesishe Gesandte Y en ist nah Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der Gesandtschaft wieder übernommen. '

Jm Monat Mai 1914 haben 4486 S iffe (gegen 4872 Schiffe im Mai 1913) mit einem Nettoroue acalie ot 856 415 Registertons (1913: 865558 R.-T.) den Kaiser Wilhelm-Kanal benußt und, nah Abzug des auf die Kanalabgabe in Anrechnung zu bringenden Elblotsgeldes, an Gebühren 375 388 6 (1913: 370 194 46) entrichtet.

Laut Meldung des „W. T. B.“ sind S. M. S. „Goeben“ am 30. Juni in Famagusta und S. M. S. „Geier“ am 1. Juli in Colombo eingetroffen.

Bayern.

Das Verkehrsministerium hat der Kammer der Ab- geordneten den abgeänderten Eisenbahnñetat vorgelegt, wonach in dem zu Beginn der Session vorgelegten Eisenbahn- etat die veranschlagten Ueberschüsse um 2 260 900 niedriger angeseßt werden. Wie „W. T. B.“ meldet, wird die Herab- seßung der Ueberschüsse mit der noch ungünstigen wirtschaftlichen Lage begründet.

Hessen. .

Die Erste Kammer erledigte in ihrer gestrigen Sißzung

den Geseßentwurf, betreffend die religiösen Orden und ordensähnlihen Gesellschaften. „_ Wie „W. T. B.* meldet, beantragte der Berichterstatter aus Zw eckmäßigkeitsgründen, dem Gesegzentwurf, so wie er von der Zweiten Kammer angenommen worden ist, zuzustimmen. Der Vertreter der evangelischen Geistlichkeit, Prälat Dr. Flöring, erklärte, zu seinem Bedauern auch in der vorliegenden Fassung nicht für den Entwurf stimmen zu können. Der Vertreter der tatholishen Geistlichkeit, Domkapitular Or. Bendix, gab eine längere Grklärung zur Begründung seiner Zustimmung zu dem Gesetzentwurf ab. In der Erklärung heißt es zum Schluß: „Wenn wir troß unserer Bedenken für diese Vorlaae stimmen, so haben wtr uns dazu ents{lofsen, weil wir die Dringlichkeit des Bedürfnisses kennen und zur Negierung, deren sahlihe, dem konfessionellen Frieden dienende Stellungnahme wir sehr dankbar anerkennen, das Vertrauen hegen, daß sie in Erkenntnis dieser Dringlichkeit eine baldige Anwendung des Gesetzes ermöglichen werde.“ Die Erklärung wurde von sämtlichen katholischen Mitgliedern des Hauses und einem evangelischen Mitglied mit unterschrieben.

\ Die Vorlage wurde darauf in der Fassung der Zweiten Kammer gegen die Stimme des Prälaten Flöring angenommen. Das Haus vertagte sih darauf bis Mittwoch, den 8. Juli.

Oefterreich-Ungarn.

Gestern abend ist das Schlachtschiff „Viribus Unitis“ mit den sterblichen Ueberresten des Erzherzogs Franz Ferdinand und der Herzogin von Hohenberg in Triest eingetroffen. Die heute morgen erfolgte Ueberführung der Leichen von dem Schiffe nah dem Südbahnhof gestaltete sih unter Teilnahme aller Schichten der Bevölkerung zu einer imposanten Trauerkundgebung. Schon in den frühen Morgenstunden beseßte ein vieltausendköpfiges Publikum das Ufer sowie sämtlihe Fahrzeuge im Hafen. Auf der Niva San Carlo wurde ein großer Play freigehalten, in dessen Mitte zwei in Gold und Schwarz drapierte Katafalke errichtet worden waren. Links von den Katafalken stellten sih die Generalität, die Admiralität und das Offizierkorps mit dem Marinekommandanten Haus an der Spitze auf, rechts Statthalter Prinz zu Hohenlohe, die Spißen der staat- lichen Behörden, der Bürgermeister mit dem Gemeinde- rat und die übrigen hohen Zivilbeamten mit der gesamten Staatsbeamtenschaft und der Handelskammer. Zu beiden Seiten der Riva hatten Korporationen, Vereine, Ab- ordnungen der Jndustrie, der Schiffahrt, der Handels- und ey Aufstellung genommen. Hinter den Katafalken tand die gesamte katholishe Geistlichkeit der Stadt sowie die Geistlichkeit der “anderen in Triest vertretenen Kon- fessionen mit den Bischöfen von Triest und Parenzo an der Spitze; dahinter die Marineehrenkompagnie. Den ganzen Plaß umrahmten Studenten und Schüler. Um 8 Uhr früh wurden die in die Kriegsflagge eingehüllten Särge von dem Schlachtschiff auf einen shwarzverhängten Kahn gebracht, der, von einem Schlepper gezogen, sich gegen die Riva in Be- wegung seßte. Unter dem Geschüßsalut der Kriegsschiffe, dem Geläute ‘der Kirchenglocken und dem tiefen Schweigen der Trauergäste brachten die Marineoffiziere die beiden Särge ans Land, wo sie auf die Katafalke gehoben wurden. Die Gefolge der Verblichenen traten an die Katafalke heran, und die Ehrenkompagnie sowie die übrigen Truppen präsen- tierten. Dann wurde unter erneutem Geschüßsalut vom Bischof Karlin unter großer Assistenz die Einsegnung vorgenommen. Darauf formierte sich der lange Zug. Die Särge wurden auf zwei sehs\pännige Galaleichenwagen gehoben. Voran schritt die gesamte Geistlichkeit. Es folgte der Leichenwagen mit dem Sarge der Herzogin, dann. der Leichenwagen mit dem des Erzherzogs. Dahinter schritten die Mitglieder des Gefolges der Verblichenen, der Statthalter, der Marinekommandant, der Podesta, die Admirale und Generale, die übrigen Trauergäste, die Kor-

porationen und shließlih zwei Kompagnien. Der Trauerkondutt

Ka

“en,

die Särge in

B erfährt, hat der französi

} zum Parlament, sondern au zum Lande spreche.

te sich durch die dihten Menschenreihen, die si ron dem Ster der JInfanterie- und Marinemannschaften, der inanz, Sicherheits- und Munizipalwahe und der Feuer- wehren in allen Straßen drängten und in lautloser Ergriffenheit eatblößten Hauptes den Zug passieren ließen. Vor dem shwarzdrapierten Südbahnhofe angelangt, wurden die Särge von Marineunteroffizieren auf den Bahnsteig gebracht, während die Ehrenkompagnie des Bosnisch-Herzegowinischen Regiments die Ehrenbezeigungen leistete. Darauf wurden

den zu einer Kapelle umgewandelien Waggon ehoben und auf Katafalke gestellt, worauf dor Bischof Peder- zolli die Leichen neuerlih einsegnete. Nachdem die Verschluß- tiren des Waggons plombiert waren, seßte sich der Zug in Bewegung.

Die Beteiligung ausländischer Offiziersabord- nungen d&æjenigen Regimenter, deren Chef der Erz- herzog Franz Ferdinand gewesen ist, an der Leichenfeier in Mien ist dankend abgelehnt worden.

Nachdem sich in Dolna Tuzla, in Maglaj und anderen Orten ähnlihe Ausschreitungen wie in Serajewo wiederholt haben und in Gabella im Bezirk Stolac gestern die dortige serbische Kirche von einem Haufen katholisher und muselmani- her Bauern gestürmt und verwüstet worden ist, hat der Undeschef, wie „W. T. B.“ meldet, die Verhängung des

g

N Standrehts über ganz Bosnien und die Herzego-

wina verfügt. Auh in Agram haben vorgestern Kund-

gebungen gegen die Serben stattgefunden und bis in die

Morgenstunden angedauert. Zwischen den Demonstranten und

der Polizei kam es wiederholt zu Zusammenstößen, bei denen

die Polizei von der blanken Waffe Gebrauh machen mußte und viele Personen verhaftete.

Wie die „Neue Freie Presse“ von diplomatischer Seite

he Botschafter Dumain e vor einigen

Tagen dem Grasen Ber chtold mitgeteilt, daß die französische

Regierung grundsäßlih mit dem Vorschlag einverstanden sei,

N daß der Kommandant der internationalen Truppenabteilung

in Skutari, Oberst Philipps mit Hilfe der in Skutari an- wesenden fremden Offiziere ein Korps von dreitausend Mann bildet, das aus Albanesen rekrutiert und von europäischen Offizieren ausgebildet werden soll.

Großbritannien und JFrland.

Im Oberhause begann gestern die Beratung über die Zusaßvorlage zur Homerulebill. Nach dem Bericht des „V. T. B.“ stimmte Lord Lansdowne der zroeiten Lesung zu, erflärte aber, die Zusaßvorlage würde ihren Zweck, einen Bürgerkrieg in Jrland zu verhüten, nicht erfüllen. Die Opposition würde das Geseß derart abändern, daß ein wirk- samer Ausschluß Ulsters ohne Zeitbegrenzung gewährleistet sei.

Frankreich.

Die Heereskommission der Deputiertenkammer wählte gestern, wie „W. T. B.“ meldet, zu ihrem Vorsizenden den General Pédoya im zweiten Wahlgang mit 22 gegen 21 Stimmen, die der Deputierte Armez erhielt. Jm ersten Wahlgang hatten Delcassé und Pédoya beide 22 Stimmen auf sich vereinigt; Delcassé hatte darauf seine Kandidatur zurückgezogen. Außer dem General Pédoya wurden in das Präsidium der Heeres- fommission die Deputierten Girod, Treignier, Méquillet und Pasqual gewählt. Méquillet ist der einzige überzeugte Anhänger des Dreijahrsgeseßes im Präsidium, die Übrigen Vizepräsidenten und der Präsident sind Gegner des Geseßes oder wenigstens Anhänger einer stufenmäßigen Rückkehr zur zweijährigen Dienstzeit.

Zum Vorsißenden der Marinekommmission wurde Painlevé gewählt.

Nuß land.

Der Kaiser empfing heute den Präsidenten der Reichs- duma No dzianko in anderthalbstündiger Audienz, in der er dessen ausführlichen Bericht über die Arbeiten der Duma in der leßten Session entgegennahm.

Der Reichsrat hat gestern, einer Meldung des „W.T.B.“ zufolge, den Geseßentwurf über die freie Einfuhr von aus- ländishem Gußeisen sowie die Kredite zum Zwecke einer wirk- sameren Zollkontrole in dem Küstengebiet angenommen. Ferner wurden die Mittel zur Einführung eines Land- lommissariats in Uriankai und für den Bau einer Bahn von Werchne Udinsk nach Kiachta bewilligt.

Italien. In der Deputiertenkammer wurde gestern vormittag die Finanzdebatte fortgeseßt. Nachdem von mehreren soztaltstischen Abgeordneten Zusaßanträge eingebraht und namentlihe Abfuimmung gefordert worden war, nahm

h der Ministerpiäsident Salandra das Wort und sagte, die Forderung

auf namentliche Abstimmung habe sihtlich den Zweck, die Kammer zu ermüden. Er wolle aber die Aufmerksamkeit des Parlaments und des Landes auf die ernste Loge lenken, die man damit zu schaffen sich bemühe. Eine kleine Minderheit wolle die Arbeit des Parlaments und damit jedes Leben des Staates lähmen und thren Willen der Mehrheit der Kammer und dem Lande auf- zwingen. Das bedeute eine Zerstörung des parlamentarischen Systems und sei ein anarchistisher Zug, der allen Bürgerklassen großen Schaden bringe. Die Regierung könne in dieser Frage nicht nahgeben, weil es fich weniger darum handele, für die Finanzlage Nat zu schaffen denn die Verhältnisse des Staats\hayes seien derartig, daß er auf lange A und ohne Schaden au ohne die zur Beratung stehenden Maßnahmen allen Bedürfnissen gerecht werden fônne als darum, nicht dem Ruin der parlamentarischen Ein-

Úhtungen zuzustimmen. Salandra \{chloß, er habe geglaubt, diese

rélärung abgeben zu müssen, weil man von der Tribüne nicht nur ! Alle Abgeordneten mit Ausnahme der Partei der äußersten Linken zollten den Aus- führungen des Ministerpräsidenten warmen und anhaltenden Beifall. Der Sozialist Calda jührte aus, wenn das Land vor den

ablen über die Finanzlage offen unterrihtet worden wäre, so wäre die Regierung zu threr heutigen Fragestellung berechtigt gewesen. Aber das Land sei im Ungewissen gehalten worden über die Kosten des libyshen Unternehmens und über die Opfer, die es auf sih nehmen sollte, Das Land sei getäusht worden. Der frühere Minister der öffentlihen Arbeiten im Kabinett Giolitti Saccht erklärte, daß die Finanzlage dem Lande von dem Kabinett Giolitti mit aller Offenheit largelegt worden sei, und fragte, warum die Sozialisten, anstatt heute elne Taktik zu beobachten, die eine Verneinung des Parlamentarismus sei, sich niht dem lybishen Krieg widerseßt hätten, als er geführt worden sei. Als darauf der Abg. Sam oggia (Soz.) einen gegen Sachi gerichtecn Zwischenruf machte, erhob #fch auf allen

ünken lebhafter Widerspruch. Samoggia erklärte darauf, vom Präsidenten nach der Bedeutung seines Zwischenrufs gefragt, daß er Sachi ate und \{chäge. Der Sozialist Calda bestand daraut, daß der Gefegentwurf bis zum November aufgeshoben werde. Oie.

egierung könne dem ohne Verringerung thres Ansehens zustimmen Den Appell des Ministerpräfidenten könne er nicht annehmen. Er uad seine Freunde würden fortfahren, ihren Weg zu verfolgen. Der

Abg. Eugenio Chiesa erklärte, er und séine republikänischen Freunde |

unterstüßten das Vorgehen und die Haltung der Sozialisten. Der Ministerpräsident Salandra betonte, wenn es der Minderheit gelänge, dem Parlament ihren Willen aufzuzwingen, würden die parlamentarischen Einrichtungen etnen tödlihen Stoß erhalten. Dem Abg. Chiesa erwiderte er, daß Minister und Mehrheit getreu ihrem Eide entschlossen seien, diese Institutionen zu verteidigen.

Im weiteren Verlaufe der Sißung, die bis nach 10 Uhr Abends dauerte, wurden zehn Abänderungsanträge der R zum Finanzgesez mit überwältigender Mehrheit abgelehnt.

Inzwischen bemühten sich in den Gängen hervorragende Parlamentarier aller Parteien einschließlich der äußersten Linken um ein Uebereinkommen, das der Obstruktion ein Ende machen sollte, und kraft dessen die im Gefeßentwurf vor- geschlagenen Finanzmaßregeln für die E bis zum 30. Juni 1915 in Kraft gesezt werden sollten; die Regierung solle eine große Steuerreform vorbereiten und der Kammer bei ihrem Wieder- zusammentritt. vorlegen.

Spanien.

Die Deputiertenkammer hat gestern endgültig einem Gesezentwurf zugestimmt, der den Einfuhzoll auf aus- ländischen Zucker von 80 auf 60 Pesetas herabsetßt.

Portugal.

Das Parlament hat gestern seine ordentlihe Session geschlossen, wird aber am 15. Juli, wie „W. T. B.“ meldet, zu einer außerordentlichen Session zur Beratung des Wahl- geseßzes wieder zusammentreten.

Türkei.

Das Amtsblatt veröffentliht das durch ein Kaiserliches Jrade sanktionierte Geseg, durch das der türkish-deutsche Handelsvertrag vom 26. August 1890 und das Zusaßtz- protokoll vom 2. April 1907, die am 25. Juni abgelaufen sind, auf ein Jahr verlängert werden.

Griechenland.

Die Gesandten der Großmächte in Athen haben gestern, wie W. T. B.“ meldet, dem Minister des Aeußern Streit folgende gemeinsame Note überreicht :

Die Unterzeichneten haben die Ehre, dem Minister des U davon Kenntnis zu geben, daß die Regierungen Deutschlands, Oester- reich-Ungarns, Frankreihs, Englands, Italiens und- Nußlands der in Korfu dur die Internationale Kommission und die Delegierten von Epirus geschlossenen Ubereinkunft, betreffend die zukünftige Ver- fassung von Epirus, zugestimmt haben.

Albanien.

Der „Agenzia Stefani“ zufolge hat Prenk Bibdoda seine Truppen entlassen und sih nah Alessio zurückgezogen.

Jn Durazzo wurde die Aufstellung einer Frem den- legion beschlossen. Die Aufnahme in die Legion findet aus- \hließlich in Durazzo statt.

Gestern früh wurden die sterblihen Ueberreste des Obersten Thomson durch albanesishe Gendarmen zum Hafen gebracht; die . holländishen Offiziere, Vertreter der Kontrollkommission und die Minister gaben dem Zuge das Geleit; beim Konak {loß sich ihm auch der Fürst an. Haupt- mann Thomson, der Bruder des Gefallenen, \prah seinen Dank für diese Ehrenbezeugungen aus.

Amerika,

Die Absicht, die Vermittluaugskonferenz in Niagara Falls auf unbestimmte Zeit zu vertagen, ist infolge von Vor- stellungen der Regierung der Vereinigten Staaten wieder ins Wanken geraten. Wie „W. T. B.“ meldet, deutete die amerikanishe Regierung an, daß eine solche Vertagung als Abbruch der Verhandlungen ausgelegt werden könnte. Diese Anschauung der Regierung in Washington wurde den süd- amerikanischen Delegierten mitgeteilt, die daraufhin erklärten, ihre Abreise bis heute verschieben zu wollen.

Eine Fraktionssißung der demokratishen Mitglieder des amerikanischen Senats hat einen Beschluß bekanntgegeben, daß der Kongreß sih nicht eher vertagen werde, bis er zum Antitrustprogramm der Regierung Stellung genommen habe.

Nach einer Meldung des Kapitäns des Kreuzers „Washington“ is der Führer der haitianishen Re- volutionäre Senator Davilmar Theodore mit fünfzig Anhängern in einem Gefeht an der dominikanischen Grenze gefallen. Kap Haitien befindet sich im Besiß der Regierung. Puerto Plata, das von den Rebellen in Besiß genommen

ist, wird von den Regierungstruppen des Präsidenten Bordas

DeLGgerl

Die brasilianische Regierung hat der Kammer den Budgetentwurf für 1915 vorgelegt. In dem Ent- wurf werden, obiger Quelle zufolge, die Einnahmen auf 112 000 Contos Gold und 334 648 Contos Papier, die Aus- gaben auf 88 440 Contos Gold und 388 543 Contos Silber veranschlagt. Jn der Begründung erklärte der Finanz- minister:

Mit Rücksicht auf die gegenwärtige Krisis könne er annehmen, daß die Einnahmen um 62 000 Contos hinter denen von 1914 zurüd- bleiben würden. Er fordere die Bundesregierung auf ein Beispiel von Sparsamkeit zu geben. Noch einmal, fügte der Minister hinzu, werde die Regierung den auswärtigen Kredit in Anspruch nehmen, aber wenn man nicht endgültig Ordnung in die Finanzen bringe, werde niemand mehr den Versprehungen glauben. Der Kongreß werde das Defizit durch eine Anleihe decken können, wenn er zu Ber- waltungsreformen schreite, vershiedene Dienstzweige, die augenblicklich doppelt besegt seten, konzentriere und unnüße Ausgaben beseitige. Sollten sih diese Maßregeln als ungenügend erweisen, so könne man Alkohol-, Textil- und Luxussteuern einführen und die Tabaksteuer aus- gestalten. Man dürfe nihts unterlassen, um die Finanzen des Landes wteder in Ordnung zu bringen.

Afrika.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Benghasi ist der General Cantore mit seiner Kolonne am 29. Juni von Suani el Abbar gegen das Lager der Senussi bei Suani Elgda und Arggelat vorgerückt. Nach einem Marsch von acht Kilometern traf er den Feind etwa 1400 Mann stark und warf ihn nach einstündigem Kampf mit erheblichen Verlusten zurück. Auf Seiten der Jtaliener, die das feindlihe Lager atefidtten und Arggelat, Temmeir und Cavalette beseßten, wurden vier eingeborene Soldaten getötet, vier italienishe und zwölf ein- geborene Soldaten verwundet. Bei der weiteren Ver- Prgung wurden zahlreiche Gruppen berittener Beduinen zer- treut. Bei der Verfolgung verloren die Jtaliener noch einen Unteroffizier, drei eingeborene Soldaten wurden verwundet. Am 30. Juni kehrte die Kolonne nah Suani el Abbar zurück.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

In Solingen wurden in den gn Tagen die Vers handlungen zur Beilegung des Kampfes tin der Waffen- industrie (vergl. Nr. 141 d. Bl.) fortgesetzt, aber noch nickt zu Ende geführt. Die meisten Schwierigkeiten verursaht, wie die „Nhn. Westf. Ztg.“ mitteilt, die Forderung der Fachvereine der Schwerthärter, Schwertscbleifer und Waffenpolierer bezüglich dor Wiederherstellung der alten Verträge, wonach die Fabrikanten als Sleifer, Härter und Polierer nur Mitglieder diefer Fachverrinte, beschäftigen dürfen. Man fam daher überein, diese Froge zunächst in einem engeren Aus\{huß zu verhandeln und die übrigen Forderungen vorläufig zurückzustellen.

Wohlfahrtspflege.

Der im Jahre 1880 begründete Deutsche Verein für Armenpflege und Wohltätigkeit wird seine 34. Jahres- versammlung am 15. und 16. September 1914 in Münster i. W. abhalten. Der Zentralaus\{Guß ist {hon für den 14. September zu einer Sißung im Rathxus einberufen, und Abends foll fich unmittelbar an diese Sizung eine Begrüßung der _aus- wärtigen Teilnehmer im großen Rathautsaale anschließen. Am ersten Hauvpttage, 15. September, sollen die Beratungen 9 Uhr Morgens im Nathause beginnen mit der Tagesordnung: 1) Geschäft- lihe Mitteilungen und 2) Die Aufsicht über die öffentliche Armenpflege und ih re Regelung im Reichsarmengesetz (Berichterstatter: Direktor Dr. Blaum, Straßburg i. El\., und Stadtrat Kaftan, Flensburg). Am zweiten Haupttage, 16. September, soll von 9 Uhr Morgens an im Rathaussaal verhandelt werden über die Wohlfahrtspflege, ihre einheitlihe Organisation und ihr Verhältnis zur Armenpflege (Berichterstatter : Beigeordneter Dr. Greven, Cöln, und Fräulein Dr. Baum, Düsseldorf). Am 17. September soll ein gemeins{aftliher Aus- flug nach der Georgsmarienhütte bei Osnabrück stattfinden. Während der Kongreßtage können an den Na®Ghmwittagen Besichtigungen folgender Einrichtungen f\tatifinden: Säuglings- heim und Söuaglingskrankenhaus, orthopädishe Heilanstalt, Hüfferstiftung, Wöchnerinnenheim, Mathildensftift, Landesmuseum, Domwschaß. Alle Kongreßmitglieder werden gebeten, ihre Beteiligung an der von der Stadt angebotenen Begrüßungsfeter bis spätestens 9. September dem BVorsißenden des Ortsaus\chusses, Stadtsyndikus Darius, mitzuteilen.

Die deutsche Gesellschaft für Kaufmannserholungs- heime (Sty Wiesbaden) hat bes{lossen, ein neues Heim in Bad Lande ck zu errichten, wo die Gemeinde einen Bauplaß am Waldesrände zur Verfügung gestellt hat. Mit dem Bau wird unverzüglih begonnen werden, sodaß das Heim schon im Frühjahr nächsten Jahres dem Betrieb übergeben werden kann. Da Bad Landeck von Berlin leicht zu erreichen ist, wird das neue Heim auch den Angebörigen der Kauf- mannschaft und Industrie Berlins von besonderem Nutzen sein. Der Pensionspreis wird, wie tin den übrigen Heimen der Gesellschaft, nur 280 A täglih betragen, wofür außer einem behaglihen Zimmer voll- ständige autbürgerlihe Verpflegung gewährt wird. Den Gästen des Heimes ist außerdem Kurtaxbefreiung und Ermäßigung der Preise für die Bäder und sonstige Kurmittel auf die Hälfte zugesichert.

Kunst und Wissenschaft.

Ausgrabungen in Mesopotamien. Durch die von der deutschen Orientgesellshaft unternommenen Ausgrabungen in Mesopo- tamien sind die Arbeiten auf der Rutnenstätte von Warka nunmehr abgeschlossen worden, nahdem der parthis - hellenistische Tempel, der in dem bedeutendsten der dortigen Schutthügel begraben lag, freigelegt und die übrigen Ruinen tin anscheinend ge- nügendem Maße untersuGt worden waren. Die Grabüngen mußten aus persönlihen Gründen, wie die „Orientalistis{he Literaturzeitung“ \{reibt, dann vorläufig eingestellt werden, und die Naubg1abungen der Araber beginnen nun von neuem die europätschen und amerikanischen Museen zu füllen. In Babylon ist an mehreren Stellen gegraben worden. Eines der wichtigsten und zugleich inter- essantesten Ergebnisse war, wie {hon kurz mitgeteilt wurde, die Fest- stellung des Grundrifses des „Turmes von Babel“; hier wurde eine sehr monumentale, dreigliedrige Freitreppe aufgedeckt, die zur Höhe des ersten Stcckwerkes hinaufführte. Von der Stadtmauer Nabopolafsars sind die vier Ecken und bisher im aanzen vier große Tore ausgegraben und damit der Umfang der Stadt festgelegt, den sie hatte, ehe Nebukadnezar mit seinen ewaltigen Neubauten einseßte. Bei der weiteren Erforschung der Hrozessionsfräsie und der Festung?werke auf der Königsbura wurde außer zablreihen Bruchstücken glasierter Ziegelemaillereliefs das Bruchstück eines großen Basaltlöwen gefunden. Man hofft jeßt, die Ausgrabungen in Babylon bis 1917 beenden zu können. Gaetnüber der alten assyrischen Hauptstadt Affur baben Andrae und Bachmann die Stadt Kar-Tufkulti-Ninib freigelegt. Der Palast Tukulti- Ninibs 1, mehrere Tempel und die Stadtmauer konnten bereits ere forst werden. Besonders wichtig find zahlreihe Freskomalereien.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Schweden. Nach einer Bekanntmahung des Königlih Schwedischen Kom=- merzkollegiums vom 19. Juni d. I. ist die Insel Chios als pest- verseucht erklärt worden.

Griechenland.

Nah einer Mitteilung der Griechischen Regierung vom 16. Funk d. I. ist die für Herkünfte von den Dardanellen angeordnete ärztlihe Untersuchung wieder aufgehoben worden.

Indten.

Die wegen der Pest in Lin gah angeordneten Q uarant än e- maßregeln in den Häfen von Ori ssa sind laut Mitteilung der Regierung von Bihar und Orissa aufgehoben worden. (Vergl. «R.-Anz.“ vom 13. Mat d. I., Nr. 112.)

Konstantinopel, 1. Juli. (W. T. B.) In den Provinzen sind mehrere Fälle von Bubonenpest vorgekommen. In Bafssora verliefen von fünf Fällen vier tödlich. Im Jemen sind ebenfalls etnige Todesfälle vorgekommen, in Beirut zwei Todesfälle und eine Grkrankung, in Jaffa vier Todesfälle.

Theater und Musik.

Sghillertheater O. (Wallnertheater).

Die Sachse-Oper, deren Sommervorstellungen im veraanaenen Jahr in Berlin vielen Anklang fanden, hat im ehemaligen Wallners- theater gestern ein neues Gastspiel eröffnet. Man wird billigerweise an ein folhes Unternehmen feine zu bohen Kunfstforderungen stellen und ihm eine Berechtigung zusprehen, wenn es wertvolle Opernwerke in einer in der Hauptsache einwandfreien Form weiteren Volkskreisen zugänglich macht, die nicht in der Lage sind, die großen Opernbühnen öfter zu besuhen. Die Sachse-Oper hat im vergangenen Sommer diesen Anforderungen durchaus genügt. Sie hatte {nell ein dankbares Publikum herangezogen und daß dieses ihr treu zu bleiben gedenkt, zeigte das gestern t der hochsommerlichen Hitze ausverkaufte Haus. Der Direktor Sachse hatte sih gleich zum Beginn setnes Gastspiels mit der Wiedergabe von Richard Wagners „Tannhäuser“ an eine

ret shwiezige Aufgabe gemacht und sie, wenn man von dem etwas