1914 / 194 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 62 des Reichsgese blatts enthält unter » ; Nr. 4470 eine Verordnung über die Strafrechispflege bei den Kaiserlihen Schußtruppen in Kriegszeiten und über das außerordentliche friegsrehtlihe Verfahren gegen Ausländer und die Ausübung der Strafgerichtsbarkeit gegen Kriegs- gefangene, vom 14. August 1914, und unter / : Nr. 4471 eine Verordnung über den Ausnahmezustand in den Schußgebieten Afrikas und der Südsee, vom 1. August 1914. Berlin W. 9, den 19. August 1914. Kaiserliches Postzeitungsamt. : rüer.

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 63 des Reichsgeseßblatts enthält unter _ : Nr. 4472 eine Bekanntmachung über die Folgen der nicht rechtzeitigen Zahlung einer Geldforderung, vom 18. August 1914. Berlin W. 9, den 19. August 1914. Kaiserliches Postzeitungsamt. Krüer.

Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee.

Berlin, 3. August. Graf v. Spone ck, Hauptm. und persönl. Adj. Sr. Königl. Hoheit d. Prinzen Friedrich Wilhelm von Pieußen, als Komp. Chef in das Kaiser Alexander Garde-Gren. N. Nr. 1

verseßt.

Gas Katholische Militärgeistliche. A Den 16. August. Simon (Iakob), bisher. Mil. Hilfêgei er,

zum kath. Div. Pfarrer unter Belassung bei dèr 33. Div. in Mey

ernannt. Königlich Bayerische Armee.

München, 15. August. Seine Majestät der König haben Sich mit Allerhöchster Entschließung vom 13. d. M. bewogen befunden, nachstehende Personalveränderungen Allergnädtgst zu verfügen:

zu ernennen: zu Fähnrichen die Zöglinge der bish. 5. Klasse d. Kad. Korps Kaiser im 5. Feldart. N. König Alfons XII1. von Spanien, Borttscheller im 1. Fvßart. R. vakant Bothmer, Förderreuther im 7. Feldart. R. Prinz-Regent Luitpold, Muß- bah im 1. Telegr. B., Reuther, Stöckl im 1. Fußart. N. pakant Bothmer, Müller im 11. Feldart. N.,, John, Sam- haber im 1. Inf. R. König, Jodl im 4. Feldart. R. König, Veith im 3. Inf. N. Prinz Karl von Bavérn, Huber im 11. Feldart. N., Corbacher im 3. Fußart. N, Schmid im 8. Feldart. N. Prinz Heinrich von Preußen, Humann im 2 Fußart. R, Ritter Stettner v. Grabenhosen im Inf. Leib N, Bauer im 2. Feldart. R. Horn, Sensburg in d. 1. Train-Abr, Heder im 4. Feldart. R. König, v. Herigoyen im Inf. Leib-R., Köhl im 2. Fußart. R, Grünwald im 2. Inf. N. Kronprinz, Saradeth im 6. Feldart. N. Prinz Ferdinand von Bourbon, Herzog von Calabxien, Dittmar im 14. Inf. R. Hartmann, Hadelich im 21. Inf. R. Großherzog Friedrih Franz 1V. von Medcklenburg- Schwerin, Frhrn. Vogt v. Hunoltstein gen. Stein-Kallen- fels im 1. Jäg. B. König, Böhm im 2. Feldart. N. Horn, Mur - mann im 1. Feldart. R. Prinz-Regent Luitpcld, Hubbauer im 16. Inf. N. Großherzog Ferdinand von Toskana, Meinel im 7. Inf. N. Prinz Leopold, Donner im _ 2. Telegr. B., Aigner in d. 1. Train-Abt.; zu befördern: zu Fähnrichen die Fühnenjunker, Unterossiziere Hartmann, Haban d. 22. Inf. Negts. F

XILIL. (Königlich Württembergisches) Armeekorps.

Im aktiven Heere.

Stuttgart, 2. August. Unter Beförderung zu Hauptleuten in d. Komdo. nah Preußen belassen die z. Dienstl. b, Gen. Stabe komdt. Oblts.: Geyer im Gren, N. Königin Olga Nr. 119 behufs Verwendung im Gen. Stabe d. Gouv. Cöln, Berrer im Inf. N. Alt-Württemberg Nr. 121 bebufs Verwendung im stellvertretenden Gen. Stabe, Bruckmann im Feldart. R. König Karl Nr. 13 behufs Verwendung im Gen. Stabe d. XVIII. A. K. :

Stuttgart, 4. August. Unter Vorbehalt späterer _Patent- regelung befördert: Moser v. Filseck, Fähnr. im Ulan. N. König Wilhelm 1. Nr. 20, zum Lt., Birzer, Unteroff. im Inf. R. Kaiser Wilhelm, König von Preußen Nr. 120, zum Fähnrich.

Als Lts., vorläufig ohne Patent, im. A. K. angestellt, und zwar : Joseph Erwin Erbgraf zu Königsegg-Aulendorf, Karl Seyfried Graf zu Königsegg-Aulendorf im Ulan. N. König Wilhesm I. Nr. 20, Franz Erbgraf v. Waldburg zu Wolfegg u. Waldsee im Drâg. N. König Nr. 26.

Unter Vorbehalt späterer Patentregelung zu Feuerw, Lts. be- fördert: die Oberfeuerwerker: Käuffert, Bley biim Art. Dep. in Ludwigsburg, Bähnsch beim Art. Dep. in Ulm.

Im Beurlaubtenstande.

Unter Vorbehalt späterer Patentregelung befördert: zu Haupt- leuten : die Oberleutnanis: Frhr. v. Neurath (11 Stuttgart) d. Nef. d. Gren. Negts. Königin Olga Nr. 119, Hartmann (Walter) (Ulm) d. Landw. Feldart. 2. Aufgebots; zu Oberleutnants: die Leutnants: Obermiller (11 Stuttgart) d. Nes. d. Inf. Negts. Alt-Württemberg Nr. 121, Müller (l Stuttgart) d. Res. d. Inf. Regts. Kaiser Friedrih, König von Preußen Nr. 125, Neue (Heil-

bronn) d. Landw. Inf. 1. Aufgebots; zu Lts. d. Res.: die Vize- feldwebel bzw. Vizewachtm.: Frhr. Varnbüler v, u. zu Hemmingen (11 Stuttgart), Werner (Eßlingen) d. Inf. Regts. Alt-Württemberg Nr. 121, Henßler (1 Stuttgart) d. Inf. Negts. Kaser Friedri, König von Preußen Mr: 120, Amer (1 Stuttgarl). d. 9, Inf. Vüeats, Nr. 127, Brenner (1 Stuttgart) d. Feldart. Regts. König Karl Nr. 13, Weber (Calw) d. 4. Feldart. Negts. Nr. 65; zum Leutnant der Landw. Inf. 1. Aufgebots: der Vizefeldwebel: Ingelfinger (I Stuttgart). Der Abschied bewilligt: dem Leutnant Tertor (IT Stuttgart) d. Landw. Feldart. 1. Aufgeb.

Im Sanitätskorps.

Prof. Dr. Perthes, Ob. St. Arzt d. Landw. 2. Aufgeb., unter Vorbehalt späterer Feutregelung zum Gen. Ob, Arzt befördert und zum beratenden Chirurgen b. Gen. Kombdo. d. A. K. ernannt.

Unter Vorbéhalt späterer Patentregelung befördert: zu Ober- {tabsärzten: die Stabtärzte: Dr. Baur (Gmünd), Dr. Zengerle (Ravensburg), Dr. Leber (Il Stuttgart) d. Ländw. 1. AÄufgeb., Dr. Jäger (l Skuttgärt) d. Landw. 2. Aufgeb, Dr. Fiserius (1 Stuttgart) d. Landw. 1. Aufgeb., Dr. v. Kapff (Hall) d Landw. 2. Aufgeb.,, Dr. Hafner (Ravensburg) d. Landw. 1. Aufgeb., Dr. Alber (Leonberg) d. Landw. 2. Aufgeb., Dr. Weise (Ludwigs- burg), Dr. Nees (Ulm) d. Landw. 1. Aufgeb., Dr. Saubéer- \chwarz (Nottweil), Dr. Sick (Paul) (ll Stuttgart), Dr. Raiser (11 Stuttgart), Dr. Koester N d. Landw. 2. Aufgeb. ; zum Oberarzt: Dr V ogel T Assist. Arzt d. Landw. 1. Aufgeb. ; zu Assistenzärzten : Dr. Beck (Gmünd), Krieg (Il Stuttgatt), Unt. Aerzte d. Res., Dr. Jooß (Hall), Unt. Arzt d. Landw, 1. Aufgeb.

Auf Kriegödauer wiederangestellt und unter Vorbehalt späterer Patentregelung befördert: zu Obersfkabsärzten: die Stabsärzte a. D.: Dr. Shwandner (11 Stuttaart), Dr. Helber (Heilbronn); die Stabsärzte der Landwehr a. D.: Dr. Gros (Ulm), Prof. Dr. Müller (Ernst) (1 Stuttgart), Dr. Gmelin (L-onberg), Dr. P a- radeis (Reutlingen), Dr. Bayha (1 Stuttgart), Dr. Butter\ack (Heilbronn), Dr. Roecker (Navensburg), Dr. Müller (Marx)

(T Rae, Dr. Landerèr (1 Stuttgart), Dr. Becker (Ell- wangen), Dr. Schleicher (11 Stuttgart), Dr. Abegg (Neutlingen), Dr. Huß (Gmünd), Dr. Weigel (Ludwigsburg), Dr. Römer (Calw), Dr. Mann (1 Stultgart); zu Stabsäczten die Oberärzte der Landw. a. D.: Dr. Haasis (Leonberg), Dr. Nömheld (Heil- bronn), Dr. Sailer, Dr. Steinhauser (Hall).

Im Veterinärkorps.

Unter Ernennung zu Veter. Offizieren und unter Vorbehalt späterer Patentregelung auf Kriegsdauer wiederangestellt: Feuerstein, Ob. Veter. d. Landw. a. D. (Ulm), als Ob. Veéter., Nagel, ehemal. Unter. Veter. (Leonberg), als Veteér. * ¿ è

Stuttgart, 6. August. Zu Leutnants, vorläufig ohne Patent, befö:dert: die Fähnrihe: v. Haldenwang im Gren. N. Königin Olga Nr. 119, Sto ck im Füs. N. Kaiser Franz Joseph von Dester- rei, König von Ungarn Nr. 122, Botsch im Inf. R. König Wilbelm 1. Nr. 124, Blank, Hager im 10. Inf. R. Nr. 180, y. Ranyau im Drag. R. König Nr. 26, Trick im Feldart. R. Köntg Karl Nr. 13, Knöringer in d. Tratnabt. Nr. 13. h

Stuttaart, 7. August. v. Kapff, Lt. im Gren. N. König Karl Nr. 123, komdt. z. Diénstl. b. Ulan. R. König Karl Nr. 19, in dieses Negt. verseßt. A

Zu Leutnants, vorläufig ohne Patent, befördert: die Fähnriche: v. Alberti, Frhr. v. D eGm ann, Smidt im Gren. R. Königin Olga Nr. 119, Aichele, Bâumler, Friedel, Kißling, Peco- roni im Inf. R. Kaiser Wilhelm, A Le Preußen Nr. 120, Bracher, Enk, Heckel, Kauffmann, Kübler, Kunz, Läng, Mayer im Inf. R. Alt Württemberg Nr. 121, Frank, Rud, Wirtble im Füs. R. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich, König ven Ungarn Nr, 122 Bechtle, Heudorfer, äger, Schweitzer, Speidel, Stahl im Gren. R. E Karl Nr. 123, Buhle, Fischer, Kothmüller, Wurster im Inf. N. König Wilhelm 1. Nr. 124, Boleg, Osterberg, Shumm, Zech im Inf. R. Kaiser Friedrich, König von Preußen Nr. 125, Wieden - hôfer im 8, Inf. N. Nr. 126 Großherzog Friedrih von Baden, Förg im 9. Inf. N. Nr. 127, Ballreich, Druffner im 10. Inf. N. Nr. 180, Frhr. v. Lupin im Ulan. R. Köntg Wilbelm I. Nr. 20,

rhr. v. Mühlen, v. Peyer im Feldart. N. König Karl Nr. 13,

mmon im 2. Feldart. R. Nr. 29 Prinz-Regent Luitpold von Bayern, Beißwänger, Scholl im 3. Feldart. N. Nr. 49, Körb - ling, Kurz im Pion. B. Nr. 13. A

Stuttgart, 10. August. Zu Leutnants, vorläufig ohne Patent, befördert: die Fähnrihe: Schenk im Inf. N. König Wilhelm 1. Nr. 124, Thies im 8. Inf. N. Nr. 126 Großherzog Friedtih von Baden, Herrlinger im 3. Feldart. R. Nr. 49.

Stuttgart, 14. August. Die nachstehenden aus d. Haupt- Kad. Anstalt ausscheidenden Kadetten im A. K. angest., und zwar: als Leutnants mit Patent vom 22, Junt 1913: die Abiturtenten, Portepee-Unteroffiziere: Kreus er im Jnf. N. Kaiser Friedrich, König von Preußen Nr. 125, Kirn im 9 Inf. N. Nr. 127, Beisbarth im Úlan. N. König Karl Nr. 19, Kurt im Pion. B. Nr. 13; a!s Leutnants, vorläufig ohne Patent: die Selektaner, Poiteèpeé- Unteroffiziere: Tuttmann im 8. Inf. R. Nr. 126 Groß- herzog Friedrih von Baden, Eberhard im Pion. B. Nr. 13; als Fähnriche: die Unterprimaner, Untérofsiziere: Ketdel im Gren. R. König Karl Nr. 123, Schwarz im Inf. N. Kaiser Friedri, Köônig von Preußen Nr. 125, Niemann im 2. Feldart. R. Nr. 29, Prinz-Negent Luitpold von Bayern, Holzmann im Pion. B. Nr. 13; der Unterprimaner, Gefreiter Wiedemann im 10. Inf. R. Nr. 180; die Obersekuudaner, Kadetten: Frhr. v. Schellerer im Gren. Negt. Königin Olga Nr. 119, Glöflen im Inf. R. Kaiser Wilhelm, König von Preußen Nr. 120, Schmidt im Füs. N. Katser Franz Joseph von Oesterrei, König von Ungarn Nr. 122, Werner im Inf. R. König Wilhelm I. Nr. 124, May im 8. Jaf. N. Nr. 126 Großherzog Friedrich von Baden, Welcker, Breuling inm 9. Inf. R. Nt. 127, Pfander | im 4. Feldaxt. R. Nr. 6%, Neef ¿n Wi: B, Nr. 13; als Unter- offizier der Untersekundaner, Kadetr" Fr „Cotta v. C im Drag. N. König Nr. 26. B 0

Zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert: der Fähnrich Graf v. Reischach im Ulan. R. König Wilhélm 1. Nr. 20.

Beamte der Militärverwaltung.

Sch{loß Friedrihshafen, 31. Juli. Kircher, Ob. Mil. Bausekr. b. Mil. Bauamt 1 Ulm, seinem Antrag entsprechend, m. d. esell. Pens, unter Verleihung des Titels Rechn. N. in d. Nuhe- ats verseßt.

Stuttgart, 1. August. Unterapotheker der Reserve :

Zu Oberapothéekern ernannt: die Hardegg (Ludwigsburg), Genal (11 Stuttgart).

Stuttgart, 4. August. Befördert: zum St. Apoth. der Ob. Apoth. d. Landw. 1. Aufgeb. Dr. Mézger (1 Stuttgart), zu Ober- apothekern die Unterapotheker d. Res.: Dr. Nenz (Ludwtgsburg), Dr. Hartmann (l Stuttgart).

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht : den Konsistorialrat Dr. Froiherrn von Heinge in Kiel zum Oberkonsistorialrat mit dem Range eines Oberregierungs- rats und den Konsistorialrat Starke in Kiel, unter Verleihung des Charakters als Geheimer Konsistorialrat, zum ordentlichen Mitgliede des Landeskonsistoriums in Hannover zu ernennen.

BéEklanntma hung.

Nachdem durch Allerhöchste Verordnung Seiner Majestät des Kaisers und Königs in Verfolg des Geseßes, betreffend Aenderungen der Wehrpfliht vom 11. Februar 1888 (8 25) die Aufbietung des Landsturms zum Schuße unseres bedrohten Vaterlandes befohlen worden ist, werden sämtlihe unaus- gebildete Landsturmpflichtige des 1. Aufgebots, welche sich in Berlin aufhalten, mit Ausnahme der in den Jahren 1895, 1896 und 1897 geborenen Wehrpflichtigen, hierdurch an- gewiesen, sich während der Stunden von Vormittags 8 bis Nachmittags 7 Uhr im Geschäftsraume dés L ihre Wohnung zuständigen Polizeireviers pte önlich zu melden und die Militärpapiere, soweit sie solche in Händen haben, mit zur Stelle zu bringen.

Die Meldung hat zu erfolgen :

von den in den Jahren 1890—1894 geborenen Mannschaften am 21. August d. J. 18895—1889 geborenen Mannschaften am 22. August d. J. 1879—1884 geborenen Mannschaften am 23. August d. J. 1876—1878 geborenen Mannschaften am 24. August d. J.

Es werden von dieser Bestimmung betroffen:

1) Alle Wehrpflichtigen des Deutschen Reichs der vor- stehend aufgeführten Jahrgänge, welhe bei einem Ersatz- geschäft dem Landsturm mit oder ohne Waffe überwiesen sind und einen Landsturmschein erhalten haben.

2) Alle Wehrpflichtigen des Deutschen Reichs der vor- stehend aufgeführten Jahrgänge, welhé der Ersaßreserve über- wiesen, niht geübt haben und nah abgéleistetèr Dienstpflicht in derselben zum Landsturm 1. Aufgebots übergeführt sind und einen mit einem bezüglichen Vermérk versehenen Ersaßzreserve-

paß besißen.

ottendorf }

3) Alle Wehrpflichtigen des Deutschen Reichs, welche vom Militärdienst ausgeschlossen sind, weil sie zur R ee verurteilt oder durh Straferkenntnis aus dem Heere und der Marine AEE oder zurzeit mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft sind oder sonst unter der Wirkung von § 37.W.-O. stehen, vergl. die Bemerkungen auf dem Ausschließungs\chein.

Die im militärpflihtigen Alter stehenden Per- sonen, welche eine endgültige Entscheidung der Ersaßbehörden noch nicht “erhaltën haben, bleiben der Pflicht der Gestellung vor den Ersaßzbehörden unterworfen, werden dagegen von dieser Anweisung nicht berührt. N ;

Die von dem Aufruf betroffenen Landsturmpflichtigen, welche sih im Auslande aufhalten, und von der Befolgung des Aufrufs nicht ausdrücklich befreit sind, haben sofort in das Jn- land zurückzukehren und sih bei dem Zivilvorsißenden der Ersaßkommission ihres Wohnsißes, in: Ermangelung des leßteren aber bei demjenigen Zivilvorsißenden zu melden, dessen Bezirk sie bei der Rückkehr nah Deutschland zuerst erreichen.

Die aufgerufenen Landsturmpflichtigen sind den für die Landwehr Cp geltenden Vorschriften, insbesondere den Militärstrafgeseßen und der Disziplinarstrafordnung unterworfen.

Wer die vorgeschriebene Meldung unterläßt, hat seine Bestrafung im Sinne der gedachten Vorschriften zu gewärtigen.

Gesuche um Zurückstellung wegen dringender häuslicher und gewerblicher Verhältnisse sind sofort dem betreffenden Polizeireviervorstande einzureichen. :

Die Beorderung der Landsturmpflichtigen zur Musterung wird durch Postkarté erfolgen.

Berlin, den 16. August 1914.

Die Königlichen Ersaßkommissionen der Aushebungsbezirke Berlin. Dr. Frommel, Geheimer Regierungsrat.

Nichkamlliches.

Deutsches Nei.

Preußen. Berlin, 20. August 1914.

Der hiesige japanische Geschäftsträger hat gestern, einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge, im Auftrage seiner Regierung dem Auswärtigen Amte eine Note übermittelt, in der unter Berufung auf das englisch-japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesishen Gewässern oder die Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. Sep- tember die bedingungslose Uebergabe des gesamten Pachtgebiets von Kiautschou an die japanischen Behörden und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 283. d. M. verlangt wird.

Das „Wolffsche Telegraphenbureau“ verbreitet folgende

Depesche aus Kiautschou in Bestätigung der Mitteilung des japanischen Ultimatums: A

Lr

Einstéhe für Pflichterfüllun’g bis axs äußerste.

Gouverneur.

Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ veröffentlicht als amtliche englishe Mitteilung folgendes :

Die englische und die japanische Regierung sind über die notwendigen Maßregeln zum Schuy ihrer Interessen im fernen Osten sowie auh betreffs der Integrität des chinesishen Neichs übereingekommen. Japans Tätigkeit soll sih nicht über das Chinesische Meer hinaus erstrecken, außer wenn der Sa der japanischen Schiffahrt dies erfordert; auch nicht auf die asiatischen Gewässer westlich des Chinesischen. Meeres, und zu Lande e kein anderes als das von Deutschland besegte Gebiet in Ost- asien.

Der österreichisch - ungarische Botschafter Gottfried Prinz zu Hohenlohe ist, wie „W. T. B.“ meldet, gestern nachmittag hier eingetroffen.

__ Der Unterstaatssekretär im Justizministeriuum, Wirkliche Geheime Oberjustizrat Dr. Mügel ist zum. Präsidenten des Paas für die nichtrihterlihen Beamten ernannt worden.

Der Minister für Handel und Gewerbe hat einer Mel- dung des „W. T. B.“ zufolge aus vielfachen Beschwerden ersehen, daß zahlreihe Gewerbetreibende ihren Abnehmern mit- geteilt haben, sie könnten jeßt Lieferungen nur noch gegen Barzahlung ausführen. Die Forderung der Barzahlung im Verkehr zwischen Kaufleuten kann unter Umständen dur den Zwang der Verhältnisse - gerechtfertigt sein; sie darf aber nicht ohne dringende Not zum allgemeinen geschäftlichen Grundsaß erhoben werden, da hierdurch das gesamte Wirt- schaftsleben s{hwer gefährdet wird. Die nachdrückliche Mahnung, die der Deutsche Handelstag soeben an seine Mitglieder gerichtet hat, weist mit Recht darauf hin, daß, wer durch sein unnötig rigoroses Verhalten die Jnteressen der Allgemeinheit verleßt, Gefahr läuft, daß ihm selbst von den Banken, insbesondere der Reichs- bank, der Kredit entzogen oder beshränkt wird. Der Minister erwartet, daß Mahnung nachdrücklih unterstüßen. Daß an die Einsicht der Beteiligten niht. umsonst appelliert wird, zeigt übrigens ein Rundschreiben von angesehenen Qs des Berliner Eisen- warenhandels, die unter Aufgabe des anfangs eingenommenen \hroffen Standpunkts die Frage der Kreditgewährung der Vereinbarung im Einzelfall vorbehalten wollen.

Durch die Bundesratsbekanntmahung vom 7. August ist Schuldnérn, die dur den Krieg niht mehr in der Lage sind, ihre Verpflihtungen in gewohnter Weise zu erfüllen, die Möglichkêit gegeben, im gerichtlihen Verfahren einen Zahlung aan IBuh zu erlangen. Da dieses Verfahren von vielen Handwerkern gescheut wird, hat nah einer Meldung des „W. T. B.“ das Handwerksamt in Frankfurt am Main es übernommen, auf Ansuchen der Handwerker, sowohl als Gläubiger wie als Schuldner, auf eine außer- gerichtlihe Bewilligung annehmbarer Zahlungsfristen für die Schuldner hinzuwirken. Der Minister für Handel und Ge-

alle berufenen Stellen diese

werbe hat Anlaß genommen, auch die übrigen Handwerks- fammern auf diesen beachten8werten Versuch aufmerksam zu

machen. E

Der Oberbefehlshaber in den Marken erläßt, wie „W. T. B.“ meldet, folgende Bekanntmachung:

Nachdem die Mobilmachung dur®geführt und die dur fie be- dingte Störung des Eisenbhahnverkehrs im wesentlihen beendet ist, bestimme ih hiermit:

Das von mir am 1. August d. J. erlassene Verbot. der Ausfuhr von Mehl, Getreide, Schlachtvieh und frishem Fleisch aus dem Gebiet des Zweckverbandes Groß Berlin tritt für alle ge- nannten Gegenstände mit Ausnahme von Roggen und M oaa rate Weizen und Weizenmehl also insbesondere für Hafer, Gerste, Vieh und Fleisch sofort außer Kraft.

Für Noggen und Noggenmehl tritt das Ausfuhrverbot mit Ablauf des Sonntag, den 23. August, außer Kraft.

Für Wetzen und Weizenmehl tritt das Ausfuhrverbot mit Ablauf des Freitag, den 28. August, außer Kraft.

Unter Berücksichtigung der veränderten Verhaltnisse seße ih ferner von heute ab die von mir am 2. August d. I. für das Gebiet des Zwecktverbandes Groß-Berlin bestimmten Höchstpreise für den Ver- fauf von Mehl und Salz in gewerbltchen Verkaufsstellen folgender- maßen herab:

für ein Pfund Roggenmehl von 27 L auf 20 4,

für ein Pfund Weizenmehl von 30 F auf 24 s,

für ein Pfund Salz von 20 S auf 16

Das stellvertretende Generalkommando des dritten Armeekorps erläßt folgende Bekanntmachung:

Die dem ausgebildeten Landsturm angehörenden Unteroffiziere und Mannschaften werden davor gewarnt, ihre Berufe vor- zeitig aufzugeben, da sih noch nicht überseben läßt, welche R ¿zur Etnziehung gelangen. Voraussichtlih zunächst nur die jüngste.

Eine deutsche Zentrale für Kriegslieferung von Tabakfabrikaten ist in Minden in Verfolg von Verhand- lungen, die im Reichsamt des Jnnern zwischen den beteiligten Dienststellen und den Jnteressenten abgehalten sind, unter dem Vorsiß des Handelskammersyndikus Hindenberg gebildet worden. Wie „W. T. B.“ meldet, will die Zentrale eine möglichst gleihmäßige Beschäftigung der KZigarrenfabriken in allen Teilen Deutschlands. im Interesse der be- shäftigten Arbeiter wie der Betriebsinhaber während des Krieges herbeiführen und zugleih dafür sorgen, daß Mann- schaften und Offiziere im Felde gute und preiswerte Zigarren erhalten. Die Zentrale will die ihr von den beteiligten Stellen zugewiesenen Aufträge nah einem vereinbarten Schlüssel auf die 5 deutschen Tabalkfabrikationsbezirke verteilen. Jnnerhalb der Bezirke werden sie auf die einzelnen Fabriken nah der Zahl der bei der Tabakberufsgenossenschaft angemeldeten Voll- arbeiter im Zigarrenfabrikationsbetrieb unter Hinzurehnung der Hausarbeiter unterverteilt.

Die Zigarren sollen in vier Preislagen hergestellt werden und nah Beschaffenheit und Arbeit den Normalfriedenspreisen durhaus entsprehen. Rippeneinlagen dürfen nicht verwendet werden. Für ansprechende einheitlihe Verpackung wird Sorge etragen. Die: Zahlungen erfolgen durch die Zentrale. Die

L Kriegslieferungen von Rauch-, Kau- und Schnupftabak sollen in

ähtiliher Weije einheitlih organisiert werden.

Jn der Ersten Beilage zur heutigen Nummer des „Reichs- und Staatsanzeigers“ wird die Verlustliste 1 der Kaiserlichen, Marine veröffentlicht.

Die Verlustlisten sind für je 10 „Z, bezw. einschließlich der Versandgebühr für je 13 Z, in der Expedition des „Reichs- und Staatsanzeigers“ zu haben.

Schwarzburg-Rudolstadt. Seine Durchlaucht der Fürst Günther vollendet morgen. sein 62. Lebensjahr.

Oefterreih-Ungarn.

Gestern fand unter dem Vorsitz des Kaisers eine Ministerberatung statt, an der der Minister des Aeußern Graf Berchtold, der gemeinsame Finanzminister von Bilinski, der Kriegsminister von Krobatin und die Ministerpräsidenten Graf Stürgkh und Graf Tisza teil- nahmen.

- Der rumänische Bischof-von Karansebes, Miron Cristea, gab anläßlich des vorgestrigen Geburtstags des Königs ein Festmahl, das. sich zu einer politish bedeutungsvollen Kund- gebung gestaltete. Der Bischof sagte laut Meldung des

M TF9 4 u. a L 6 .

Das Numänentum \tehe an dem heutigen {weren Tage in treuer Brüderlichkeit neben dem Ungartum, was nicht nur den rumänishen Gefühlen, sondern auch deren Interessen am besten entsprete. Etne Niederlage der Monarchie würde die Vernichtung des gesamten Rumänentums, niht nur Ungarns, bedeuten. Er bitte, seine Seelsorger möhten mit ganzem Streben danach trachten, die Vaterlandsliebe der rumänish \prehenden Bevölkerung zu verkünden und zu pflegen sowie in unentwegter Treue gegen den Staat brüderlih zusammenhalten.

___ Die Nede des Bischofs wurde von den anwesenden kirch- lichen, zivilen und militärischen Würdenträgern mit stürmischem Beifall aufgenommen, worauf von sämtlichen Anwesenden die ungarische Nationalhymne und das rumänische Nationallied ge-

sungen wurden. Ftalien.

_ Papst Pius R. ist in der verflossenen Nacht verstorben. Wie „W. T. B.“ meldet, trat in dem Befinden des Papstes, der vor kurzem an Bronchitis erkrankt war, gestern vormittag eine Verschlimmerung - ein, die daher rührte, daß die Ver- breitung der Bronchitis im linken unteren Lungenlappen {nell vorschritt. Um 10 Uhr 30 Minuten traten Zeichen von Herz- {hwäche so bedrohlicher Art auf, daß man an unmittelbare Lebensgefahr glaubte. Jnfolge des schnellen Eingreifens der Aerzte, die dur Einsprizungen befriédigendén Auswurf hervor- riefen, trat gegen 11/, Uhr leichte Besserung ein. Am Abend war der Auswurf wieder s{hwieriger geworden; hinzu kam ein Nierenleiden. Um 1 Uhr 20 Minuten trat der Tod ein.

Pius X., vother Guiseppe Sarto, am 2. Juni 1835 in Riese, einem kleinen Städten in der Provinz Trevifo, geboren, f\tudierte Theologie an den bis{öflichen Seminaren in Treviso und Padua, wurde 1858 zum Priester geweiht und, nahdem er in verschiedenen kleinen Orten Venettens als Pfarrer gewirkt hatte, 1875 zum Dom-

herrn und Supertior des Priesterseminars in Treviso ernannt. Im Jahre 1884 zum Bischof von Mantua erhoben, wurde er 1893 zum Kardinal und Patriarhen von Venedig ernannt und nach dem Tode Leos XtITk. am 4. August 1903 zum Papste gewählt.

Sobald der Papst gestorben war, traf der Ministerpräsident Salandra, wie die „Agenzia Stefani“ mitteilt, genaue An- ordnungen, damit die volle Freiheit des provisorischen Kirchen- regiments und der Beratungen des Heiligen Kollegiums ge- sichert sind.

Blättermeldungen zufolge ist der Jesuitengeneral, Pater Franz Xaver Wernz heute nacht in Nom gestorben.

Niederlande.

Der französische Gesandte im Haag - ist gestern nah Paris abgereist. Der bisherige Gesandte in München Allizé ijt mit der Geschäftsführung der Gesandtschaft beauftragt worden.

Norwegen. __ Der Storthing hat gestern, wie „W. T. B.“ meldet, einstimmig die Annahme des Vorschlages des kombinierten ver- stärkten Budget- und Militärkomitees , betreffend die Be- willigung von 15 Millionen Kronen, beschlossen. Die von der Regierung mit Rücksicht auf die Lage getroffenen Maß- nahmen wurden einstimmig gutgeheißen.

Türkei.

Nach einer der Wiener „Politischen Korrespondenz“ zu- gehenden Meldung werden in Konstantinopel in allen Moscheen Gebete für den Sieg der österreihishen und der deutshen Armee veranstaltet. Das sei, bemerkt die genannte Korrespondenz, ein höchst bedeutsamer Vorgang ; denn es ereigne sich zum ersten Male in der Geschichte des Ottomanischen Reichs, daß Muselmanen in ihren Gotteshäusern für den Sieg christliher Völker beten.

Bulgarien. __ Der türkische Minister des Jnnern Talaat und der Prä- sident der türkischen Kammer Halil die auf der Neisé nah Bukarest in Sofia eingetroffen sind, sind vom König in Audienz empfangen worden.

Asien.

Der Aufstand im Kaukasus gegen Rußland ge- winnt, wie der „Jkdam“ erfährt, an Ausdehnung. Die Aufständischen sprengten eine Brücke über den Araxesfluß an der einzigen Eisenbahnlinie, die Nußland mit Persien verbindet. Die russishen Truppen fliehen mit Waffen und Gepäck an die türkische Grenze. Am 17. d. M. überschritt eine große Zahl Soldaten die Grenze, um sih auf türkishes Gebiet zu flüchten. Die Preise für Lebensmittel im Kaukasus sind auf das Vier- fache gestiegen. Es wird immer schwieriger, den Aufstand zu unterdrücken.

Kriegsnahhrihhten.

Westlicher Kriegs\c{hauplat. _ _Verlin, 19. August. (W. T. B.) Die französische süufte_ Kavalleriedivision wurde heute unter s{chweren Verlusten bei „Perwez nördlich Namur von unserer Kavallerie zurückgeworfen.

Verlin, 20. August. (W. T. B.) Unsere Truvpen eroberten bei Tirlemont eine Feldbatterie, cine schwere Vatterie, eine Fahne und machten fünfhundert Ge- fangene. Unsere Kavallerie nahm dem Feinde bei Perwez zwei Geschüße und zwei Maschinengewehre weg.

___ Verlin, 19. August. (W. T. B.) Bayerische und badische Truppen schlugen die bis Weiler, fünfzehn Kilometer nordwestlich Schlettstadt , vorgedrungene französische 55. Fufanteriebrigade, brachten ihr große Verluste bei und warfen sie über die Vogesen zurück.

Südlicher Kriegsschauplat. Wien, 20. August. (W..T. B.) aus Semlin meldet, verbreitete sich dort am Dienstag, Nach- mittags um drei Uhr, die Nachricht, daß die österreichischen T ruppen bei Progar, 23 km westlich von Semlin, die Save überschritten hätten und in serbisches Gebiet eingedrungen seien. Um fünf Uhr Nachmittags wurde in Semlin bekannt, daß die österreichishen Truppen die serbishe Stadt O breno- watsh eingenommen haben. Gestern naht wollte eine serbische Komitatschibande bei der Jusel- Ciganlija unterhalb Semlin bei dem Dorfe Bezanija auf das ungarische Ufer ge- langen, wurde jedo von unseren Truppen zurückgewiesen und erlitt shwere Verluste.

Der Krieg zur See.

__ Berlin, 20. August. (W. T. B.) Die beiden Kleinen Kreuzer „Straßburg“ und „Stralsund“ haben in den lezten Tagen einen Vorstoß nah der südlichen Nordsee ausgeführt. Hierbei sichtete „Straßburg“ unter der englischen Küste zwei feindlihe Unterseeboote, von denen sie eines auf größere Entfernung mit wenigen Schuß zum Sinken brachte. „Stralsund“ kam in ein Feuergefecht mit mehreren Torpedobootszerstörern auf größere Ent- fernungen. Zwei Zerstörer erlitten Beschädigungen.

Bei dieser Gelegenheit konnte ebenso wie bei der Er- kundungsfahrt eines Luftschiffes bis zum Skagerrak erneut festgestellt werden, daß die deutsche Küste und ihre Gewässer frei von Feinden sind und die neutrale Schiff- fahrt unbehindert passieren kann. -

Berlin, 19. August. (W. T. B.). Die Engländer haben, wie bereits gemeldet, den Dampfer „Hermann Wissmann“ auf dem Niassasee, dem südwestlichen Grenzsee des ostafrikanishen Schußgebietes, gekapert und seinen „Kapi- tän“ gefangen genommen. Man muß dié dortigen Verhältnisse kennen und den kleinen baufälligen Kahn gesehen haben, um den tatsächlihen Vorteil; den die Engländer mit ihrer Krieastat geivonnen haben, richtig zu beurteilen. Sie spielen durch diesen Unfug anders kann man ein solches Vorgehen nicht be- zeichnen nur mit der für alle Europäer und nicht in leßter Linie für die Engländer bestehenden Gefahr, nämli der Er- hèbung der Eingeborenen gegen die weiße Rasse.

t: 2 4 4 z - i Wie die „Reichspost“ Junern nicht unwesentlihe Unterlagen für jene einheitli@ße Ausge-

Das Schiff „Hermann Wissmann“ ist ein alter, kleiner Schraubendampfer mit 18 Tonnen Tragfähigkeit, der An- schaffungswert hat ungefähr 35 000 {6 betragen. Der Dampfer ist gegen Ende des vorigen Jahrhunderts von dem damaligen Neichskommifssar von Wissmann in zerlegtem Zustande über Land nach dem See transportiert worden. Kanonen hat er niht an Bord, wie er denn überhaupt nicht für Kriegszwee eingerichtet ist. An europäischer Besaßung hatte das kleine Schiff einen Steuermann und einen Maschinisten, sonst bestand die Besazung aus wenigen {chwarzen Matrosen.

Im deutschen Schußzgebiet ist mit der Wegnahme des Dampfers weder ein Handelsweg noch ein Verbindungsweg militärisher Stügpunkte oder Verwaltungsstellen gestört. Der alte Handels- und Reiseweg auf dem Zambesi- und Schirefluß über den Niassa zu den Hinterländecn ist hon seit Jahren, besonders nach Vollendung der Tanganyikabahn, verödet.

__ So hatte denn auch in den leßten Jahren der Dampfer feine nennenswerten Frachten zur Beförderung gehabt, er diente vielmehr nur noch zu Dienstfahrten der wenigen Beamten, die in den Gebieten unm den See stationiert sind. Seine Außerdienststellung is daher {on mehrfach erwogen worden, umsomehr, als sein Betrieb für das, was das alte Schiff leisten konnte, zu teuer war.

Woßhlfahrtspfiege.

Der Vorstand der Gesellschaft für Kinder eilkund in Berlin veröffentliht das folgende Makunwort re Hilfe für die Kinder unserer im Felde stehenden Krieger: Der gute und große Wille, fh zu betätigen und allerorten zu helfen, ist erwaht und auf das Freudigste zu begrüßen; nit nur unferen im Felde stehenden Brüdern, au ibren Famtllien, Frauen und Kindern ist man bereit zu Hilfe „zu kommen. Allerorten tun \ih die Hände auf, Kinderpflegestellen, Kinderkrippen, Kinder- bhorte usw. zu eröffnen, um die Kinder unterzubringen und zu ver- forgen. So \chäßen8wert diefer Drang zur Betätigung ist, so darf der- selbe do nit in falschen Bahnen si bewegen. Kinderansamms- lungen ohne forgiame bygientshe Organisation und Ueberwahung sind für die Kinder gefährlich, weil ste zur Verbreitung von \chweren und ge- fährliden anstedenden Krankheiten der Kinder (wie Diphtherie, Keuchhusten, Scharlaw, Masern usw.) führen. Die wirkliche Aufgabe, die zu erfüllen ist, ist die, die Frauen unserer im Felde stehenden Brüder mit Mitteln so zu unterstüßen, daß sie ihre Kinder unter eigener Obhut behalten können. Auf diejes Ziel hin sind zunächst alle Bestrebungen zu richten. Nur soweit dies unmögli wird, soll mit öffentlihen Einrichtungen zu Hilfe gekommen werden. Diese müssen aber dann unter sforgsamster ärztlicher Ueberwahung und Leitung vor ih gehen und stehen. Der Botrstand dér (Gez sellshaft für Kinderheilkunde in Berlin ist er- bôtig, hier die notwendige ärztlide Urterstößung zu leisten. Geheimer Medizinalrat, Professor Dr. Adolf Baaginsky (1. Vor- fißender), Professor _Dr. H. Finkelstein (11. Vorsitzender), Professor Dr. Erich Müller (Schriftjührer) und Geheimer Sanitätsrat, Pro- fessor Dr. - J, Cassel sind bereit, Personen, Vereinen, Köryer- schaften usw., welhe öffentlihe Einrichtungen für Kinder zu schaffen Mate, As aas E T E stehen. Es wird gebeten,

nsragen und Meidungen an den Schriftführer Professor Dr. Eri Müller, Bayreuther Straße 5, zu De G

An die Berufsvormünder des Deutschen Reis sowie an alle Vormundschaftsrichter und allé, die mit Vor- mundschaft zu tun haben, richtet der ständige Ausschuß des „Archivs deutsher Berufsvormünder* (e. V.,, Vor- sißender Professor Klumker). die folgende Aufforderung: „Das Archiv deutsher Berufsvormünder hat es mit Hilfe befreundeter NReichstagsabgeor dneter erreicht, daß die Unterstüßung für die Familien der Kriegsteilnehmer jeßt auch den unehelichen Kindern zuteil werden soll. Dieser wesentliche For! schritt in der Behandlung des unehelichen Kindes wird zweifellos bei der praktishen Durch- führung bet den Behörden eine ganze Reihe Schwierigkeiten ver- ursachen, da er bei uns noch nit wie in Oesterreih-Ungarn praktis{ erprobt worden ist. Um eine mêg!ichst einheitliche und entgegenktommende Auslegung dieser Bestimmung im Deutschen Reiche durdzuführen, bitten wir alle, die mit diesen Dingen zn tun haben, uns so ras wie möglih jede eins{chlägige Sache mitzuteilen. Es wird ih dabei um s{wierige Einzelfälle, allgemeine Anweisungen von Behörden, Formulare und dergl. handeln können. Wenn dieses Material s{hon. sofort nah seiner Entstehung bei uns eingeht und sachverständig ver- arbeitet werden kann, so werden wir damit dem Netchtamt des

staltung liefern und dabet das Wohl des unehelichen Kindes waÿhr- nehmen können. Je s{neller dies geschieht, um so besser wird es für den Schuß dieser Aermsten sein. Jede, auch die kleinste Mit- teilung kann dabei von Wert sein. Je eingehender die Mitteilungen lind, um fo besser ist es für die Sache. Alle Mitteilungen für das Archiv deutsher Berufêvormünder bitten wir während des Krieges zu senden an Professor Klumker, Wilhelmsbad bei Hanau.“

Die „Neue Fcéeie Presse“ erfährt, daß die Räume des Parla- mentsgebäudes in Wien für Zwecke der militärtschen Sanitätspflege zur Verfügung gestellt werden. Die erforderlichen Verrthtungsarbeiten werden in den nächsten Tagen in Angriff ge- nommen werden. i

Aus Budapest wird dem „,W. T. B.“ berichtet : Die von der Erzherzogin A ugusta unter der Devise „Gold gab ich für Eisen“ eingcleitete Aktion hatte großen Erfolg. Am ersten Tage wurden Shmulzegenskände gespendet, die 1,462 ke geschmolzenes Gold und 1,410 ke ges{inolzenes Silber ergaben. Der Erlôs des zweiten Tages betrug 3,096 ke Gold und 4434 kg Stlber. Der Zudrang der Spender ist noch tmmer sehr groß.

Kunft und Wissenschaft.

Nach dem großen Lesesaal ist nun au® dor neue Zeit riftens faal der Berliner Königlichen Bibliothek Leue eee Nach dem unzulänglichen Provisorium in den Räumen an ver Dorotheenstraße ist den Zeitschriftenbenußern nun rechter Hand vom Aufgange zum Lésesaale ein heller und großer, prachtvoll ausgestatteter Saal zugänglich gemacht, in dem an den Wänden tn 19 Fach- abteilungen etwa 2000 Zeltschiiften legen. Die Ordnung ist sehr praktisch derart getroffen, daß dem Benußer die Zeitschriften mit ihrem Titel selbst ganz fihtbar gemacht find. Das wutdë dadur erreiht, daß die unteren Fächer wagerecht Sd die oberen dagegen ansteigend, sodaß man ben ganzen Schrank mit seinem geaen Inhalt überblicken kann. Auch die nichtausgelegten Zeitschriften können auf [Bestellung in furzer Zeit zugänglih gemacht werden. Ein Katalog wurde herausgegeben, der die Titel und Standorte sämtlicher ausgelegten Zeitschriften enthält. Fer fehlt von den neuen Räumen in der Bibliothek uur noch der kleine Raum, der die Parlanientsöberithte enthalten soll an ihm wird zwischen Zeitschriftensaal und großem Lesesaal zurzeit gearbeitet und der Ausstellungssaal mit den Kostbarkeiten der ibliothek.