1914 / 241 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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E D A R E

Damköhler, Fähnr. d. Neserve (Göttingen) d. Feldart. Regts. Nr. 26, die Vizewachtmeister: Seiffert (11 Hannover), Dinglinger (Bernburg), d. Feldait VYtegte. Nr. 26, Agena (Aurich), Lamve (11 Hannover), Dannehl (Sangerhau]en), Bremer (11 - Braunschweig), d. Train-Abt. Nx. 10; Frhr. v. Matllot de la Treille, Oblt d. Landw Feldart. 2. Aufgeb. (Mannheim), jeßt im Feldart. Regt. Ne. 50, zum Hauptm ; die Leutnants der Reserve: Rummel d. Feldart. Negts Nr. 14 (Vaunstadt), jeßt in diesem NRegt., Bassermann (Friy) d. Feldatt. Regts Nr. 50 (Mannheim), jeyt in diesem Reat, zu Oblts., Lienhardt, Vizewachtm. d. Res. bei d. Fuhrparkkolonne Nr.-3 d. XIV. A. K. zum Lt. d. Res. ; zu Leutnants, vorläufig ohne Patent: die Fähnriche: Hasse im Füi. N Nr 86, Klug im Füs. N. Nr. 90, Baade, charakt. Fähnr. im Füs. R. Nr. 86, diejer unter gletch- zeitiger Verleihung eines Fähnrihspatents; zum Fähnrih: Graf v.Schwerin, Unteroff im Felda:t. N. Nr. 60; zu Rittmeistern : die Ober- Teutnauts: Dubois deLuchet d. Res. d. Hus. g1s. Nr.15 (Wiesbaden), Hansen d. Nes. d. Train-Abt. Nr. 9 (Il Altona), Heimken bd. Landw. Trains 1. Aufgeb. (1 Bremen), Goldenberg d. Landw. Trains 2. Aufgeb. (1 Hamburg), Helbing der Lantw. a. D., zulttt des Landw. Trains 2. Aufgeb. (l. Hamburg); zu Oberleutnants: die Leutnañts: Lemcke (Georg) (Wismar), Lem cke (Otto) (Waren) d. Res. d. Drag. Regts. Nr. 16, Viereck d. Res. d. Feldart. Negts. Nr. 60 (Waren), Bosjelmann der Landw. Kav. 2. Aufgebots (Nostock), jeßt beim Füsllierregiment Nr. 90, Schäfer d. Nes. d. Train-Abt. Ne. 9 (Bäumen); zu Leutnanl1s der Neserve: die Vizefeldwebel: Aliers (Waren), Voß (Friedrich), Kaptng, Möller, Kracht (Nostok), Burchard, Stroppel, Schramm (Wismar), Schmidt (Heidelberz), d. Füs. WYegts. Nr. 90, die Vizewachtmeistec: Schütte, Kulenkampff-Pauli (1 Bremen), v. La1fert, Jesje (Schwerin), Jeße (Lüb: ck), Hoffmann (Waren), d. Feldart. Regis, Nr. 60; zu Lts. der Landw. Kapallerie 1. Aufgebots: die Vizewachtmeistcr: VBockhahn (NRottock) b. Füs. N. Nr. 90, Shlubach (11 Hamburg), Meyer (l Bremen) b. Gen. Komdo. d. A U O) Um LE d, Landw. Trains 2. Aufgeb. : Wiedemann, Vizewahtm. (Schle6wig), Bagagefühner b. Füs: Reg. Nr. 86; Zapp, Lr. d. Nes. d. Hus. Regts. Nr. 7 (11 Düsseldorf), zum Oblt ; zu Leutnants der Reserve: die Bizefeldwebel: Ntebuhr im 3. Garde-Ersaß-B., Peters im 9. Garde-Grsag-B.; Marquardt, Vizewachtm. (Stettin), zua Lt. d. Neserve.

Großes Hauptquartier, 5. Oktober. Göring, Hauptm. a. D., zuleßt in d. Schußtr. für Deutsch Ostafrika, jeyt im Erfaz-B. d. Inf. N: gts. Nr. 87, fur die Dauer d. mobilen Verhältnisses unter Stellung z. Disp. z.. Diensti. in einer etatmäßigen Stelle d. Komdos. d. Schutztr. im Reichs, Kol. Amt kommdtert.

Königreich Preußen.

Der Stadtgemeinde Duisburg wird auf Grund des Geseßes vom 11. Juni 1874 (Geseßsamml. S. 221) hiermit das Recht verliehen, das Grundeigentum, welches zu der geplanten Erweiterung ihres Wasserwerks in der Gemarkung Bockum, Bürgermeisterei Kaiserswerth, Landkreis Düsseldorf, erforderlih und in den anliegenden Lageplänen mit roter Farbe umrändert und in dem gleichfalls beiliegenden Uebersichtsplan mit roter Farbe angelegt ist, im Wege der Enteignung zu erwerben oder, foweit dies ausreicht, mit einer dauernden Beschränkung zu belásten.

Berlin, den 8. Oktober 1914.

Auf Grund Allerhöchster Ermächtigung Seiner Majestät des Königs. Das Staatsministerium.

von Breitenba ch. Freiherr von Schorlemer.

von Loebell.

Der Königliche Hof legt heute für Seine Majestät den König von Rumänien die Trauer auf drei Wochen bis einshließlich den 1. November d. J. an.

Berlin, den 12. Oktober 1914.

Der Oberzeremonienmeister: Freiherr von Reisch ach.

Ministerium der geistlihen und Unterrichts3- angelegenheiten.

Die wissenschaftlichen Mitglieder des Königlichen Jnstituts für experimentelle Therapie in Frankfurt a. M., Professor Dr. Apolant und Professor Dr. Sachs sind zu außerordent- lihen Honorarprofessoren in der medizinishen Fakultät der dortigen Universität ernannt worden.

Nichtamtliches.

Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 13. Oktober 1914.

__ Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Plenar- sizung ; vorher hielten die vereinigten Aus\chüsse für Handel und Verkehr und für Justizwesen Sißzungen.

Das Finanzministerium hat durch den am 11. d. Mts. unerwartet infolge eines Herzschlags eingetretenen Tod des vortragenden Rats, 9Rirflichen Geheimen Oberfinanzrats Dr. Felix Lewald einen s{chmerzlichen Verlust erlitten. Ge- rihtsassessor vom Jahre 1885, war Lewald im Jahre 1890 als Justitiar in die allgemeine Verwaltung übernommen und der Regierung in Posen zur Beschäftigung überwiesen worden. Jm Jahre 1894 trat er als Hilfs- arbeiter in das Finanzministerium, und zwar in die Abteilung für die Vértvaltind der direkten Steuern, ein und wurde dort 1896 vortragender Rat und Geheimer arat, 1900 Geheimer Oberfinanzrat und 1910 Wirklicher

eheimer Oberfinanzrat. Durch Allerhöchste Bestallung vom 14. Juli 1911 wurde er nebenamtlich zum Präsidenten der Königlichen Lotteriedirektion ernannt. Jn dieser Stellung nahm er hervorragenden Anteil an dem

Abschlusse und der Durchführung der die Lotteriegemeinschaft mit den süddeutschen Staaten herbeiführenden Staatsverträge. Seine amtlichen Verdienste, insbesondere um das Lotterie- wesen, sind durch hohe Ordensauszeihnungen nicht nur von Preußen und dêéutschen, sondern auch von außer- deutshen Staaten anerkannt worden, Ermöglichten durch- dringender Verstand, reihes Wissen und weitshauender praftisher Blickd dem Verblichenen, seine amtlihen Auf- - gaben in mustergültiger Weise zu erfüllen, so sichern ihm seine

vornehme, lautere Gesinnung und stets sih gleih bleibende Freundlichkeit bei allen, die mit ihm in amtlihe Berührung getomnien sind, ein treues Gedenken über das Grab hinaus.

Der Bruch der belgischen Neutralität dur ch England und Belgien.

Durch die eigenen Erklärungen Sir Edward Greys ist die Behauptung der englischen Regierung bereits als unhaltbar erwiesen, daß die Verlegung der belgischen Neutralität durch Deuischland das Eingreifen Englands in den gegenwärtigen Krieg veranlaßt hat. Das Pathos fittliher Entrüstung, mit dem der deutsche Einmarsch in Beluien von englischer Seite zur Stimmungsmache gegen Deutschland bei den Neutralen verwertet worden ist, findet nah der „Norddeutschen Allge- meinen Zeitung“ eine neue und eigenartige Beleuchtung durch gewisse Dokumente, die die deutshe Heeresverwaltung in den Archiven des belgischen Generalstabs in Brüssel aufgefunden hat.

Aus dem JZnhalt einer Mappe, die die Aufschrift trägt „Intervention anglaise en Belgique“ geht hbervor; daß schon im Jahre 1906 die Entsendung eines englischen Expeditionsforps nah Belgien sür den Fall eines deut\ch- französischen Krieges in Aussiht genommen war. Nach einem vorgefundenen Schreiben an den belgischen Kriegs- minister vom -10. April 1906 hat der Chef des belgischen Generalstabs mit dem damaligen englishen Militärattaché in Brüssel, Oberstleutnant Barnardiston, auf dessen Anregung in wiederholten Beratungen einen eingehenden Plan für gemeinsame Operationen eines englishen Expeditionsforps von 100 000 Mann mit der belgischen Armee aegen Deutsch- land ausgearbeitet. Der Plan fand die Billigung des Chefs des englischen Generalstabs, Generalmajors Grierson. Dem belgischen Generalstab wurden alle Angaben über Stärke und Gliederung der englishen Truppenteile, über die Zusammensezung des Erpeditionskorps, die Aus- \chiffungspunkte, eine genaue Zeitberechnung für den Abtrans- port u. dergl. geliefert. Auf Grund dieser Nachrichten hat der belgische Generalstab den Transport der englischen Truppen in das belgishe Aufmarschgebiet, ihre Unterbringung und Er- nährung dort eingehend vorbereitet. Bis in alle Einzelheiten ist das Zusammenwirken sorgfältig ausgearbeitet worden. So sollten der englischen Armee eine große Anzahl Dolmetscher und belgische Gendarmen zur Verfügung gestellt und die nötigen Karten geliefert werden. Selbst an die Versorgung englischer Verwundeter war bereits gedaht worden.

Dünkirchen, Calais und Boulogne waren als Aus\chiffungs- punkte für die englishen Truppen vorgesehen. Von hier aus sollten sie mit belgishem Eisenbahnmaterial in das Aufmarsch- gebiet gebraht werden. Die beabsichtigte Ausladung in fran- zösischen Häfen und der Transport durh französisches Gebiet beweist, daß den englisch-belgischen Vereinbarungen solche mit dem französischen Generalsiab vorausgegangen waren. Die drei Mächte haben die Pläne für ein Zusammenarbeiten der „verbündeten Armeen“, wie es im Schriftstück heißt, genau festgelegt. Dafür spricht auh, daß in den Geheimakten eine Karte des franzöfischen Aufmarsches vorgefunden worden ist.

Das erwähnte Schreiben enthält einige Bemerkungen von besonderem Junteresse. Es heißt dort an einer Stelle, Oberst- leutnant Barnardiston habe bemerkt, daß man zurzeit auf die Unterstüßung Hollands nicht rehnen könne. Er habe ferner vertraulich mitgeteilt, daß die englishe Regierung die Absicht habe, die Basis für den engli\hen Verpflegungsnachshub nach Antwerpen zu verlegen, fobald die Nordsee von allen deutschen Kriegsschiffen gesäubert sei. Des weiteren regte der englische Militärattaché die Einrichtung eines belgischen Spionagedienstes in der Rheinprovinz an.

Das vorgefundene militärishe Material erfährt eine weri- volle Ergänzung durch einen ebenfalls bei den Geheim papieren befindlichen Bericht . des langjährigen belgischen Gesandten in Berlin Barons Greindl an den belgischen Mi- nister des Aeußern, in dem mit großem Scharfsinn die dem englischen Angebot zu Grunde liegenden Hintergedanken ent- hüllt werden und in dem. der Gesandte auf das Bedenkliche der Lage: hinweist, in die sih Belgien durch eine ein- seitige Parteinahme zugunsten der Ententemächte begeben habe. Jn dem sehr ausführlichen Bericht, der vom 23. De- zember 1911 datiert ist und dessen vollständige Veröffentlichung vorbehalten bleibt, führt Varon Greindl aus, der ihm mitge- teilte Plan des belgischen Generalstabs für die Verteidigung der belgischen Neutralität in einem deutsch:-französischen Kriege beschäftigte fsih nur mit der Frage, was für militärishe Maß- nahmen für den Fall zu ergreifen seien, daß Deutschland die belgische Neutralität verleße. Die Hypothese eines französischen Angriffs auf Deutschland durch Belgien habe aber gerade soviel Wahrscheinlichkeit für sich. Der Gesandte führt dann wörtlich folgendes aus :

„Bon der französishen Seite ber droht die Gefahr nicht nur im Süden von Luxemburg. Sie bedroht uns auf unserer ganzen gemein!amen Grenze. Für diese Behauptung sind wir niht nur auf Muimaßungen angerciesen, Wir haben dafür positive Anhalts- punlkte.

Der Gedanke einer Umfafsungsbewegung von Norden her gehört zweifellos zu den Kombinationen der Entente cordiale, Wern das niht der Fall wäre, so bätte der Plan, Vlissingen zu befestigen, nicht etn sfoldes Geschrei ia Paris und London hervorgerufen. Man hat dort den Grund gar nicht verheimliht, aus dem man wünsdte, daß die Selde ohne Berteidigung bliebe. Man verfolgte dabei den Zweck, unbe- hindert eine englishe Garnijon nah Antwerpen überführen zu können, alio den Zweck, sich bei uns etne Orecrationsbasis für etne Offensive in der Nichtung | auf den Niederrhein und Westfalen zu {afen und vns dann mit fortzureißzen, was nit {wer gewesen wäre. Denn nah Preisgabe unseres nationalen Zufluchtsortes hätten wir durch unsere eigene Schuld uns jeder PVWèdg- lichkeit begeben, den Forderungen unserer zweifelhaften Be- shüßer Wideistand zu leisten, nahdem wir #0 unklug gewesen wären, sie dort zuzulassen. Die ebenso perfiden wie naiven Eröffnuygen des Ober|ten Barnardiston zur Zeit des Abschlusses der Entente cordiale haben uns deutlich gezeigt, um was es ih handelte. Als es #ich herausstellte, daß; wir uns durch die angeblih drohende Gefahr eincr Schucßung der Schelde nicht einshüchtern ließen, wurde der Plan zwar ntcht aufgegeben, aber dahin abgeändert, daß die engli)he Hilfsarmee niht an der belgishen Küste, sondern in den nädhstliegenden französischen Häfen gelandet werden sollte. Hierjsür zeugen auch die Enthüllungen des Kapitäns Faber, die ebensowenig dementie.t worden find, wie die Nachrichten der Zeitungen, durch die sie be- \stäligt oder in einzelnen Punkten ergänzt worden sind. Diese in Calais und Dünkirchen gelantete englishe Armee würde nicht an unserer Grenze entlang vach Longny marschieren, um Deutschland zu eireihen. Sie würde fofort bet uns von Nordwesten her eindringen. Das würde thr den Vorteil verschaffen, fofort in Aktion treten zu können, die belgische

Armee in ‘einer Gegend zu treffen, tn der wir uns auf keine Festung

stützen köunen, falls wir eine Sh!kaëÆt wagen wollen. Es würde ihr trmnögliher# an Hilfsmitteln aller Art reihe Provinzen zu be- seßen, auf alle Fälle aber unsere Mobilmachung zu behindern oder fie nur zuzulassen, nachdem wir uns formell verpflihtet hätten, die Mobilmachung nur zum Vorteil Englands und jeines Bundeegenofsen durchzuführen.

Es ift dringend geboten, im voraus einen SchlaMhtplan für die belgishe Armee auch für diese Möglichkeit aufzustellen Das ge- bietet sowohl das Interesse an unserer militôrishen Vertetdigung als auch die Fübrung unserer auswärtigen Politik m FalUe eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich.“

Diese Ausführungen von vorurteilsfreier Seite stellen in üiberzeugender Weise die Tatsache fest, daß dasselbe England, das sih jeßt als Schirmherr der belgischen Neutralität ge- bärdet, Belgien zu einer einseitigen Parteinahme zugunsten der Ententemächte bestimmt und daß es zu einem SBeitpunfte sogar an eine Verlegung der holländischen Neutralität ae- dacht hat. Des weiteren erhellt daraus, daß die belgische Regierung, indem fie den englischen Einflüsterungen Gehör schenkte, ih eine s{chwere Verlegung der ihr als neutraler Macht obliegenden Pflichten hat zu Schulden kommen lassen. Die Erfüllung dieser Pflichten hätte es erheischt, daß die belgische Negierung in ihren Verteidigungsplänen auch die Ver- legung der belgischen Neutralität durch Frankreich vorgesehen und daß fie für diesen Fall ähnliche Vereinbarungen mit Deutschland getroffen hätte wie mit Frankreih und England. Die aufgefundenen Schriftstückle bilden einen urkundlihen Beweis für die den maßgebenden deutschen Stellen lange vor Kriegsausbruh bekannte Tatsache der belgischen Rücksiht auf die Ententemächte. Sie dienen als eine Rechtfertigung für unser militärishes Vorgehen und als eine Bestätigung der der deutschen Heeresleitung zugegangenen Nachrichten über die französishen Absichten. * Sie mögen dem belgischen Volke die Augen darüber öffnen, wem es die Katastrophe zu verdanken hat, die jegt über das unglückliche. Land hereingebrochen ist.

Jn einer hiesigen Zeitung ist unter der Ueberschrift „Kriegs- ausftunftsstelle für Berlin“ bemerkt, daß über Deutsche im Ausland das Auswärtige Amt Auskunft gibt, Diese Be- merkung ist irreführend.

Fur die Erteilung von Auskünften im feindlihen Ausland ist als Zentralstelle, wie in der Nr. 205 des „Deutschen Reichs- anzeigers“, Seite 2, bekanntgegeben wurde, die Zentralaus- kunftsstelle für Auswanderer, Berlin W. 35, am Karls- bad 9/10, eingerichtet worden.

Zur Auskunft über Deutsche im übrigen Ausland sind nach wie vor die deutschen Konsulate berufen, in deren Bezirk sich unsere Angehörigen aufhalten oder zuleßt aufgehalten haben. Schon zu wiederholten Malen ist in den Zeitungen darauf hin- gewiesen worden, daß Anfragen dieser Art unmittelbar an die Konsulate zu richten sind.

Steht fest, daß der Vermißte auf einem feindlicherseits angehaltenen Schiffe gefahren ist, so bieten die in der Tages- presse veröffentlichten Listen der auf solhen Schiffen fest- genommenen Perfonen den nächsten Anhaltspunkt (veral. die Listen in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ vom 8., 9., 13., 16., 20., 29. September und 2. Oktober). . Nach: Ermitt lung des Gesuchten in einer dieser List-n wird die Tätig- keit der vorerwähnten Zentralausfkunftsstelle in Anspruch zu nehmen sein.

Der heutigen Nummer des „Reihs- und Staatsanzeigers“ sind die Ausgaven 98, 99, 100 und 101 der Deutschen Ver- luftlisten beigelegt. Sie enthalten die 49. Verlustliste der preußischen Armee, die 25. Verlustliste der bayerischen Armee und die 28. Verlustliste der sächsischen Armee.

Königsberg i. Pr., 12. Oktober. Der Oberpräsident von Batocki eröffnete heute nachmittag die ersie Sißzung der KriegsS8hilfsfommmission der Provinz Ostpreußen mit einer einleitenden Ansprache, in der er laut Meldung des „W. T: B.“ u. a. ausführte: : :

„Wir dürfen und wollen hoffen, daß die Gefahr einer neuen \chweren Invasion durch den Feind dank der unvergleichlihen Tapfer- keit unserer Armee abgewendet werden wird, und daß der Feind auch aus den kleinen Grenzbeztrken, dite er zurzeit noch besegt hat, bald mit Hilfe dieser Armee wird vertrieben werden.

Der Oberpräsident danfte alsdann den tapferen Truppen in Ostpreußen und ihrem Führer, deren Taten von keiner anderen Tat unserer gesamten Heeresmacht verdunkelt würden, und fuhr fort:

„Echt preußisch war es, daß; dicht hinter dem abziehenden Fetnd die Minister nah Ostpreußen kamen, um sich ver)önlih von dem Zu- stande zu überzeugen und jofort die Maßnahmen anzuordnen, die zum Wohle der Provinz dienen konnten. Die s{weste Arbeit, die uns im Oiten obliegt, wird nah unserem endgültigen Steae darin gipfeln, daß wir unjere Bevölkerung wieder stärken und festigea, denn nur wenn das gelingt, kann Ostpreußen seine Aufgabe. ein Hort des Deutschtums zu setn, erfüllen Bet allen unseren wirischaftlichen Maß- nahmen müssen wir als erste Aufgabe im Auge behalten das Ziel, auch die Menschen aller Stände und aller Berufe als treue Deut1che, als treue Ostprerßea un)\erer Provinz * zu erhalten und, soweit fe hinausziehen mußten, sobäld als möglih in die Provinz zurück- zuführen. Wir wollen den Kopf klac, die Nuhe im Herzen und den Mut behalten, der dicht hinter dem abziehenden Feinde \chon den Pflug auf das Feld führen und den Hammer auf den Amboß schlagen läßt. Wenn wir dos erreichen, wtrden wir mit Gott.83 Hilfe und der Unterstüßung des Staats, die uns, wie ih j-t [hon sagen darf, in grofzügtger, weitherztger Weise zuteil werden soll, auch aus den jetzigen Schroterigkeiten wieder zu einer {önen Zukunft gelangen.“

Oesterreich-Ungarn.

Die österreichish-ungarishe Regierung hat den Regierungen Deutschlands und der neutralen Staaten, wie „W. T. B.“ meldet, folgende Verbalnote zukommen lassen:

Die Sanitätsambulanzen der 14 österreihi|ch-ungarischen Ge=- birgsbrigade wurden, so oft sie in Tätigkeit traten, von den Monte negrtnern beschossen. Obgleich die Ambulanzen die Fahne mit dem Genfer Kreuz auf hohen Stangen angebroht hatten, b:s{ossen die Montenegriner die Verbandplätze, und zwar am 13. Nugust denjenicen am Lissac und am 18. August den in Cerovopolje in. Montenegro mit Schrapnells und am 2 September den Verbandplaß in Grohovo in Montenegro mit Jufanteriegeshossen. Jn Cerovopolje wurde die Errichtung des Verbandplates gänzli verhindert, da die monte- negrinishe Artillerte sofort, nahdem das Note Kreuz aufaepflanzt war, ihr Feuer darauf rihtete. Die öôsterreichish-ungarishe Negterung erz hebt in aller Form Einspruch gegen diese Verlezungen derx Genfer Konvention,

Die „Wiener Zeitung“ veröffentliht eine Kaiserliche Verordnung über eine Teilnovelle zum allgemeinen bürgerlichen Geseyzbuch, deren Bestimmungen fih auf das Personen-, Familien: und geseßliche Erbrecht beziehen, ferner eine Verordnung, betreffend Wuchergeschäfte.

Frankreich.

Der Finanzminister Ribot hat, wie „W. T. B“ meldet,

im Ministerrate mitgeteilt, daß in dem Zeitraum vom 15. September bis zum 5. Oktober für 217 752 100 Franfen Schazscheine für die Landesverteidigung ausgegeben worden seien. Während des Zeitraumes vom 1. bis 5. Oktober wurden von den Staatskassen, Postämtern und Steuererhebern allein für 6 341 300 Franken ausgegeben. Die Nachfrage be- fonders nah Schaßscheinen, die in einem Jahr oder in sechs Monaten rüc{zahlbar seien, sei ständig im Wachsen begriffen. Um dem drohenden Mangel an Zucker in Frank- reich zu steuern, hat die Handelskammer in Bayonne die Regie- rung aufgefordert, den Einfuhrzoll auf Zucker aus Spanien

aufzuheben. zud Rußland.

Ein Kaiserlicher Ukas ordnet an, unabhängig von den geltenden Gejeßen, betreffend die. Rechte fremder Untertanen und den Erwerb von Grundeigentum in Rußland, den Untertanen feindliher Staaten bis zum Erlaß eines neuen Ukases alle Dransaktionen zu untersagen, dié den Erwerb von unbeweglihem Eigentum sowie dessen Genuß und Verwaltung zum Gegenstand haben. Der Uîas ist gegeben am 1./14. August 1914.

Die rufsishe Flotte im Schwarzen Meer hat der „Times“ zufolge Constanza passiert und ist südwärts weiter

gefahren. Niederlande. Nach einer vom „W. T. B.“ verbreiteten offiziösen Meldung wird die Gesamtzahl der auf holländisches Gebiet Übergetrelenen entwaffneten belgishen und englischen Soldaten auf 22000 Mann geschäßt.

Velgien.

Die Aufforderung des deutshen Kommandanten von Antwerpen, die Bevölkerung möge nah Antwerpen zurückkehren, wird dem Blatte „Telegraph“ zufolge noch wenig befolgt. Die wehrfähigen Männer fürchten, in deutschen Dienst treten zu müssen, um an den Verteidigungswerken zu arbeiten.

Starke deutsche Abteilungen streifen an der holländischen Grenze, um versprengte bekgishe Truppen gefangen zu nehmen oder zum Betreten holländishen Gebiets zu zwingen.

Dänemark. Der Finanzminister hat gestern dem Folkething eine Geseßesvorlage über eine inländishe Staatsanleihe zu vier Prozent in Höhe von sechzig Millionen Kronen vorgelegt. Wie „W. T. B.“ meldet, soll die Anleihe zu 92 Prozent abgeschlossen werden und ist rückzahlbar in vierzig Jahren. Zur Uebernahme der ganzen Anleihe ift ein Ueber- einfommen zwischen den verschiedenen inländischen Gesellschaften und Institutionen geschlossen worden. :

Rumänien.

(estern vormittag fand im Schlosse Pelesh in Sinaia ein Gottesdienst statt, dem das Königspaaxr, * die königliche Familie, die Minister sowie Vertreter der Behörden und der Armee beiwohnten. Die Leiche des Königs Cärol tbutde sodann auf einer bei Plewna eroberten Geshüßlafette nah dem Bahnhofe und mittels Sonderzuges nah Bukarest über- geführt. Auf allen Bahnhöfen erwiesen die Vertreter der Vehörden und der Armee sowie die Geistlichkeit der Leiche die leßten Ehren und beim Passieren der Forts Chitila und Mogosaia gaben die Geschüße der Forts 101 Kanonenschüsse ab. Bei der Ankunft des Zuges auf der Station Mogosaia erwarteten die Präsi denten der Kammer und des Senats, die ehemaligen Minister und Generale, höhere Richter sowie das diplomatische Korps den Leichenzug. Der Sarg, der mit einer rumänischen Flagge bedeckt war, wurde auf eine von ses Pferden gezogene Ge- shüßlafette gesezt, worauf sich der Leichenzug, den eine un- geheure Menschenmenge ehrfurchtsvoll begrüßte, inmitten eines LZruppenspaliers über die Chaussee Chisilif dur die Stadt zum Königlichen Palais bewegte. Vor dem Sarge schritt eine Abordnung der Königlichen Leibgarde, fodann die Vete- ranen aus dem Jahre 1878, Geistlihe, Vertreter aller Regi- menter mit Fahnen und ein Divisionsgeneral, der den Säbel und die Eiserne Krone des Königs trug. Zu beiden Seiten schritten die Präsidenten der Kammer und des Senats, der Ministerpräsident und der Präsident des Obersten Kassagtions- hofes. Hinter dem Sarge wurde das Leibpferd des verblichenen Königs geführt. Es folgten der König Ferdinand, die Prinzen Karol und Nikolaus, die Minister und Zivilwürdenträger, das diplomatische Korps, das Offizierkorps, die Vertreter sämtlicher staatlichen Institute, Abordnungen aus dem Lande u. a. Die Leiche wurde im Thronsaale aufgebahrt, wo das Publikum Dienstag und Mittwoch zugelassen wird. Die Königin-Witwe und die Königin Marie trafen Nachmittags von Sinagia in Bukarest ein. : :

C Das eigenhändig geschriebene Testament des Königs

arol ist vom 26. Februar 1899 datiert und mit einem Zusatz vom 27. Dezember 1911 verschen. Wie „W. T. B.“ meldet, bemerkt der König darin einleitend, daß er, nahezu sechzig Zahre alt, die Pflicht fühle, seine leßten Verfügungen zu treffen. Sein Leben sei so eng mit dem geliebten Lande verknüpft, daß er wünsche, daß es auch nah seinem Tode Beweise seiner Liebe erfahre. Es heißt dann weiter:

Trog aller Vinderniffe, die sih mir entgegengestellt, troy aller heftigen Angriffe gegen mi ging ih obne Furt auf dem Wege des Nechtes vorwärts, vertrauend auf Gott und die Treue meines Volkes. Es aelang mir, an der Mündung der Donau und dem Schwarzen Meer einen Staat mit einer guten Armee und mit allen Mitteln aufzurichten, die ibn befähigen, seine \chöne Stellung zu bewahren und dereinst seine hohen Bestrebungen zu verwirklichen.

Seinem Nachfolger empfiehlt der König seinen Wahlspruch : „Alles fürs Land, nichts für mih!“ Der König dankt sodann allen von Herzen, die mit ihm gearbeitet haben, verzeiht allen, die gegen ihn geschrieben und gesprochen haben, indem he ihn verleumdeten oder versuchten, Zweifel an seinen guten Absirhten zu erween. Er sendet allen seine leßten Grüße voller Liebe und biltet, daß auch zukünftige Generationen sich desjenigen von Zeit zu Zeit erinnern, der sih mit ganzer Seele dem geliebten Volke widmete, in dessen Mitte er

für das Leichenbegängnis, das der König einfah wüns{cht. Der König wünscht in Curtea Argesch beigeseßt zu werden, nur wenn die Hauptstadt wolle, daß er inmitten der geliebten Bukarester bleibe, solle die Beiseßzung in Curtea bis zum Bau eines Mausoleums vorläufig erfolgen. Das Testament sezt den zukünftigen König als Universalerben ein und segt Legate für die Königin-Witwe und dié Mitglieder des Königshauses fest, die im Zusaz des Testaments erhöht werden. Weiter werden 12 Millionen Lei für wohltätige Zwee bestimmt, 600 000 Lei für die nationale Kirche und je 400 000 Lei für die katholische und protestantische Kirche. Endlich wird verfügt, daß alle Würdenträger, die dem Könige Dienste erwiesen, Kunstgegenstände als Andenken erhalten.

Albanien.

Nach Meldungen der „Agence d’Athènes“ ist Essad

Pascha zum Präsidenten der Regierung von Albanien und zum Oberbefehlshaber ernannt worden. Er hat die Auf- merksamkeit der Regierung des autonomen Epirus auf die vorläufige Beseßung von Berat durch einige Epiroten gelenkt, um in der Zukunft ähnlichen Bewegungen vorzubeugen. Karapanos, der Minister des Aeußern von Epirus, antwortete telegraphish, daß ein epirotishes Korps in der Tat die Grenze überschritten habe, nachdem es von albanischer Seite vorher angegriffen worden war. Es sei ihm sofort Weisung erteilt worden, in seine Stellung zurüczukehren. Karapanos sagte ferner: ,_ Unglücflicherweise artete ein neuer Angriff von albanisher Seite in einen Angriff gegen die fuiedlihe Bevöiferung aus und führte zu einer Feue1sbrunst in Berat und in etnigen christliden Nachbar- döôrfern. Jch zweifle nit daran, daß Sie denjentgen, der fih solcher Verwüftungen \chuldig gemacht hat, züchtigen werden, um gefährliche Vergeitungsmaßtregeln zu vermeiden. Wegen der gutnachbarlihen Be- ziehungen, die wir zu erha'ten wünschen, werden wir inzwischen alle Piaßnahmen ergreifen, damit die eptirotiichen Truppen auf thre frühere Stellung zurückgaezogen werden und keinen Vocwand zu einent# Zu- sammens\toß bieten. Wtr vertrauen, daß Sie gern ähnlite An- weisungen ‘ecteilen werben. :

Kriegsnahhrihten.

We stlicher Kriegs schaupla §.

_ Großes Hauptquartier, 13. Oktober, Vormittags. (W. T. B.) Vom westlichen Kriegs\hauplaß liegen Nachrichten von Bedeutung nicht vor. Heftige Angriffe des Feindes östlihSoissons sind abgewiesen worden. Im Argonner Wald finden andauernd erbitterte Kämpfe stait. Unsere Truppen arbeiten sich in dichtem Unterholz und äußerst shwierigem Gelände mit allen Mitleln des Festungskrieges Schritt für Schritt vorwärts. Die Franzosen leisten hartnäckigsten Wider- stand, schießen von den Bäumen und mit Maschinengewehren von Baumfanzeln und haben neben etagenweise angelegten Schüßengräben jtarke festungsartige Stüzpunfte eingerichtet. Die von der franzöfischen Nachtichten über Erfolge ebene find unwahr; nah Truppen mitgeteilt worden, die * Deutschen und mehrere Forts vor Meß bereits gefallen. haben unsere dort fechtenden Truppen an feiner Stelle Gelände verloren, Etain ist nah wie vor in unserem Besiz. Die jezigen französischen Angriffe gegen unsere Stellung bei St. Mihiel sind sämtlich abgewiesen worden.

Unsere Kriegsbeute von Antwerpen läßt sich auch heute noch nit übersehen. Die Zahl der ‘in Holland Ent- waffneten ist auf annähernd 28 000 Mann - gestiegen. Nach

ich hierbei auch 2000 Engländer.

begeben. ilt gering. Die Schleusen- und Fährenanlagen \ind vom

nh 4 englische, 2 belgishe, 1 französisches, Segelschiffe. find, scheinen die Kessel unbrauchbar gemacht worden zu sein. Oberste Heeresleitung.

Oestlicher Kriegs\chauplaßg.

Großes Hauptquartier, 13. Oktober, Vorm. (W. T. V. Auf dem ostpreußishen Kriegs\hauplaßz verlief der 11. Okto im allgemeinen ruhig. Am 12. Oktober wurde ein neuter Umfassungsversuch der Russen bei windt abgewiesen, sie verloren dabei 1500 Gefangene und | 20 Geschüße. B Jn Südpolen wurden die russischen Vortrupven | südlih von Warschau durch unsere Truppen zurückgeworfen. | Ein Uebergangsversuch der Russen über die Weichsel südlih Jwangorod wurde unter Verlusten für die Rußsen ver- | hindert. Oberste Heeresleitunqg. |

Wien, 12. Oktober, Mittags. (W. T. B.) Amtktlich wird mitgeteilt: Unsere Offensive hat unter vielfachen, für | unsere Truppen durchweg siegreihen Kämpfen den San | erreiht. Der Entsaß der Festung Przemysl ist vollzogen. | Nördlih und südlih der Festung werden die Reste der feind- | lichen Einschließungsarmee angeariffen. Jaroslau und | Lezajsf sind in unserem Besiz. Von Sieniawa geht ein starker Feind zurück. Oestlih Chryrow schreitet unser An- griff gleichfalls fort. Jn Russish-Polen wurden alle Ver- | juche starker russisher Streitkräfte, die Weichsel aus und | südlih von Jwangorod zu überschreiten, abgeschlagen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs:

von Höfer, Generalmajor.

_—

Der Krieg zur See. |

Verlin, 13. Oktober. | Panzerkreuzer der Bajanklasse ist am 11. Oktober vor ! dem Finnischen Meerbusen durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht worden. : | Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. | Vehncke. j

_ Berlin, 13. Oktober. (W. T. B.) Nach uns vorliegenden Telegrammen verbreitet die rusfische amtliche Telegraphen- agentur zu dem amtlih gemeldeten Untergang des russischen

Panzerkreuzers folgende Nachricht: Am 11. Oktober, 2 Uhr Nach

glüctlih war, Das Testament enthält sodann Anordnungen

mittags (russischer Zeit), griffen feindliche Unterseeboote von neuem

Heeresleitung. verbreiteten | ihrer Truppen in der Woevre- | Gefangenenaussagen ist den | seien geschlagen | Tatsächlich |

amtlichen Londoner und niederländishen Nachrichten befinden | Scheinbar haben fich viele | belgishe Soldaten in Zivilkleidung nah ihren Heimatsorten | Der “Gebäude- und Materialschaden “in Antwerpen |

Feinde unbrauchbar gemacht worden. Im Hafen befinden | ] 1 dänisches, | 32 deutsche und 2 österreihishe Dampfer sowie 2 deuische | Soweit deutsche Schiffe bisher untersucht worden /

(W. T. B.) Ein russischer | 9,

unsere Kreuzer „Bajan“ und „Pallada“, die in der Osisee duf Vorpostea waren, an. Obgleich die Kreuzer sofort ein starkes Artilleriefeuer eröffneten, gelang es gleichwohl einem Unterseeboot, L Po gegen die „Pallada“ zu schießen. Auf dieser entstand eine Explosion und der Kreuzer versanfk mit feiner ganzen Besaßung senkrecht in die Tiefe.

Kolonialer Kriegs\chauplaß.

E Dem jeßt nach Berlin gelangten australischen Blatt „The British-Australasian“ vom 17. und 24. September entnimmt die „Norddeutsche Allgemeine Zeituna“ nachstehende Mitteilungen über das Vorgehen der Engländer auf Samoa und Neu Guinea. Es handelt sih dabei fast aus\scließlih um Reutermeldungen.

N.cch dem Bericht eines nach Australien zurückgekehrten Truppen- transportschiffes lief ein englisches Kriegschifff, das die weiße Flagge führte, gleichzeitig mit dem Trantp:rttkpfer in den Hafen von Apia ein. Der Gouverneur war nit anwesend; sein Stellvertreter ver- weigerte troß der numeri\chen U-berlcgenheit der Angreifer die Ueber- gabe. Der Gouverneur befand sih näbrend dies¿r Zeit im Gebäude der drähtlosen Telegravhen|staiton. Die FrittiGen Truppen wurden an Land gebraht und besegten die Siadt Apia, von den Eingeborenen angebli freundlich begrüßt.

Nach einem weiteren Berit wär den Soldaten der Er- peditioneabteilung bri threr Abfahrt über das Ziel ibhrec Fahrt nichts bekannt; lediglich bie Anwesenheit verschiedener ehemaliger Samoa- bewohner lteß sie tarauf s{chließzn, daß es nach Samoa aing. n Noumea (Neu Kaledonien) wurden am 21. August begeisterte Be- grußzungen mit den dort ansäisigen Franzosen auszetauscht, die der Expedition ein-n wahrhaft „königlihen“ Empfang bereiteten. Am Sonntag darauf landete man in Apia und am 30. Augvst erfolgte die feierliche Proklamation der B-siyerareifung Samoos durch die Eng- länder in Geaenwart des Seeoffizierskorps der Land- und Seemacht, der Eingeborenenhäuptlinge urd der Residenten Zum Gouv zrneur wurde Colonel Logan ernannt. Der Gc uverneur Dr Schult, sein Sekretär, ein Beam'!er der Telegrapkteastation und ein deut! er Kaufmann wurden nah Auckland gebraht. Ste wourden in guten Quartieren in _uarantine Island untergebracht. Währerd ihrer Reise wurden ibnen keinerlei Beshränkungen auferlegt. Gouverneur Schultz erwartete, auf Ehrenwort freigelaffen zu werben; do wurde ihm eröffnet, daß êr seinen Wchnsit auf der genannten Insel zu nehmen babe.

: Ueber die Besitzerzreifung der Station Nauru (Marschallinseln) durch eine fiarke Ubt-ilung australisher Strei1kcäfte wird unterm 21. September folgendes berichtet: Der Gouverneur (gemeint ift der Stattionschef) leistete keinen Widerstand; es wurde au kein Versuch zur Verteidiaung der drabtlosen Station urkternommen. Dtiese wurde zerstört. Zwei deutsche Zivilbeamte wurden nah Spdney gebracht. Mit der Zerstörung der drahtlosen Station auf den Karolinentnseln baben di- Deut!hen nunmehr ihren leßten Telegraphenstütyunkt im Stillen O-;ean v rloren. ? | Nicht ganz so leihteë# Spiel hatten nach derselben Quelle die | Dperationen gegen Neu Guinea. Zwar follte nach einer Reuter- | meldung vom 12. September Herbert&böbe von dem australischen | Erpeditiouskorps obne Kamvr besetzt worden iein. Hiermit steht | Jedoch eine wettere Reut rmeldung vom gleichen Tage in Widerspruch, wonach das Kampife1d bei Herdertsgöbe fih über ein Gebiet von 6 englischen Veilen erstreZte. Die Station für drahilote Telegraphbie wurde bon dem Landungsforps zerstört und die britische Flagge auf Derbertsböh2 gehißt. Die Erstüimung von Simvfonhafen wurde für den nalhsten Tag vorbereitet. Eine Abteilung Marine- truppen, die an Land ging, in ter Absicht, die Telecrphenstation zu zerflôören, roar auf kräftigen Widerstand gestoßen. Bei Tagetanbruch rüdte tas Landungskorps vor, und es entw cke:te si nun auf einem Gefecht felde in der Austehnung von 4 englischen Meilen ein er- bitterter Buschkrieg. Die Wege waren t-ilweise wit Minen besetzt und die Station war durch St(anzgräben gesichert. Nah der Reuter- | meldung ergab #ch der befeblahabende deutihe Offiter der ersten Ver- teidigungslinie 500 Yards seewärts von der Station bedingungs- | lcs Die Engländer begannen darauf die R-kognotzierung der | deutschen Streitkräfte und brahten 12.vfündige G s\{ükze an Land, | um die deuts{hen SteNunaen unter Fezer zu nebmen, falis fie cs nit vorziehen jollten, die Uebergabe zu wählen. Ueber das Eraebnis der Kämpfe [äßt sih der Bericht nicht aus. sle der Engländer sind nah Reuter: tot 2 O'fiziere, 1 Arzt und sen der Marinereserve :

dabeitica dane de A C à 5 G Ÿ : verwundet: 1 Leutnant und 3 e Verluste der Deutschen

l Yeitroten. Di te sollen an Toten 20 bis 30 Mann, an Gefangenen 2 Offiziere ein- \chließ!ih des Kommandanten, 15 Unteroffiziere 56 einaeborene Polizisten beiragen baben. Die australishe Negterun ihre beldenhaften Offiziere zu diesem ersten aroßen E 1ischen Waffen ih wird auch bier die Lüge aufge Geschofssen ae?

Daß mit de rechnen war, if kräfte obne weiter

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sionen zubolen. Di LULTL/ E S: L tckn 1 ibledt bebant 4 & 44 L L A D & L L A TI L: AIOS N E R E Ba 4 N einem Proteît der engliihen Bevsiferung in 2 E ie as C d, der Leiter der Furk-nfiation. tf iri hat H idi donpo SD Tz +5 I 1 y rich dat ber)ckctedene Maschinenteile der Anlage rerttedckt,

thm mit Erichießen ge als er die feblenden

berausgäbe ; ferner follen ibr e Sumznen für die Herausgabe an geboten worden tein. “Er ha er ein Deuticher set urid dak auf Herausgabe nit u amilicbe Fabrzeuge und Meotorboote sind beschiagna e Pferde im Umfkr-ife von ¿ebn Metlen um Apia reguiriert C Besayvngstruppen de= iteben durchweg aus jungen, angemusterten Burschen. Am Strande find 8 Kanon orden. Der Souverneur

Kat aden 25 WLDA c C Î Hat gegen die Desegung Samoas Einspruch erboben.

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von Seiner Majeftà

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und Obrenichüyern, gegeshenk? erhalten.

, Der National stiftung für die Hinterbliebenen der im i e Gefallenen (Berlin NW. 40, Alienstraße 11) find an weiteren Spenden u. a üderw esen worden von den « Deutschen W-ffen- uyd Muritionsfabriken“ 25000 , von dem «Zentralverein deut}der Kautihukwarenfabriken* 10000 4, aus der Sammlung des Verloges Ulistein u. Co. in Berlin 2000. 4, vom Itraelktischen Waisenunterftügungéverein in Wiesbaden 1000 #, von den Offuteren und Vderbeamten des Kriegsbefleidungsamts des 1X. Acmeekorrys ¿Vi „Æ, von der Besaßung von S. M. Torpedcboot T 60, Hafens flottille in Kiel, 80 „6. :