1914 / 250 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

körper der Strelh:-r U-vergkleihliGßes leistete. Der Abend bot einen hberrliden Genuß, der a!s Verheißkung für die fol- genden Symphonlekonzerte gelten durfte. Dur die dankens- werte Mitwirkung von zwei Mitgliedern unserer Königlichen Oper: der Frau Claire Dux und des Herrn Cornelis Brons- geest, hatte das 3. Sonntagskonzert des Blüthner- Orchesters im Blüthnersaal an demselben Abend eine besondere Anziehungskraft gewonnen. Den ausgezeihnet aufgelegten Künstlern wurde etn überaus herzliher Beifall feltens der zahlrei ershienenen Zuhörer zuteil. _Das Programm wies nur die Komponistennamen Wagner und Richard Strauß auf und b:achte eine auserlesene Fülle aus dem Born dieser \äöpferishen Geister. Die Leitung des Orhesters hatte Herr Karl Alwin übernommen. Der no<h ziemli<h unbekannte junge Stabführer is wohl no< Anfänger auf diesein Gebiete; unter diesem Gesichtspunkte gelana ihm manches re<t gut, sodaß er bei weiterem ernsten Streben wohl no< ein tüdhtigec Karellmeister zu werden verspricht. Seiner äußeren Haltung müßte er allerdings au< no<h einige Auf- merksamkeit widmen. Im Beethovensaal hatte am Tage vorher das Grumbacher Vokalquartett: Jeannette Grumbacher, Therese Schnabel, Georg A. Walter und Arthur van Eweyk, ein Konzert veranstaltet, das etnen volikfommenen musikalischen Genuß bot. Der Zusammenklang der Stimmen hatte dadur<, daß der Tenorist Herr Walter sür den in Feindesland in Haft genommenen Paul Reimer neu in tas Quartett eirgetreten ist, ketne Einbuße er- litten; Reinheit tes Tons, Schönheit des Klangs und ausdru>svoller Vort1ag find der Veretnigung au<h in der neuen Zusammenseßung nadzurühmen. Schubert, Brahms und Sc<umann standen auf dem forg]am zusammengestellten Programm. Nicht zu vergessen is au< Artur Schnabel, der am Klavier feinsinnig seines Amtes als Be- gleiter waltete.

Die Symph ontekonzerte, die Siegmund vonHausegger mit dem Blüthner-Orchester veranstaltet, gehören zu den musikalischen Darbktetungen der Neichshauptstadt, die sih einen immer größeren Zuhörerkreis hafen. Als bester Beweis für die wachsende Bellebthett dieser Orchesterkonzerte kann der Unstand gelten, daß für diefen Winter aht Synphonteabende gegen \e><s im Vorjahre geplant find. Das erste Konzert fand am Montag im Blüthner- fjaal unter starker Teilnahme einer anteilvollen Zuhsörer- {aft statt. Siegmund von Hausegzer ist ein trefflicher musikalis<her Bildner, dec das Blüthner- Orchester in bezug auf KlangsGönheit sowte auf rtythmishe Sicherheit und Lebendigkeit einer höheren Stufe künstleris{er Vervollkommnung zugeführt hat. Wenn troßdem bei der Bewältigung te<nisher Schwierigkeiten no< nt<t immer etne völlige Reinheit der Intonatton, besonders bei den Bläsern, erzielt wurde, so empfindet man diese kleinen Unzulänglich- keiten der Auefübrung dem positiven Gesam'eindru> gegenüber nur no< wenig störend. Hausegger ist als Dirigent eine dur<aus eigen- aritae Persönlichkeit, die all: Au'gaben mit starkem, tnnerlihem Leben erfüllt, obhze d:n Komponisten in thren Absichten zu nahe zu treten. Er vecsteht es, sowohl den Umriß einer Tondichtung sicher und fest in ihren großen Linien vor dem Hörer aufwahh!en zu lassen, als au< allen kleinen Zügen der Partitur, ibren klanglihen und soßte<hnischen Fetnheiten, ibrer motivishen Kletnarbeit und fkontrapunktiscen Themenbchandlung, sorgsam na<zuspüren. So gewährte die Auf- führuna der Ouvertüre zur aulishen Iphigenie von Glu>, der D-Dur-Symphonie von Mozart (aus dem Jahr 1786) und der „Eroica* von Beethoven, die das Programm am Montaa ausmachten, reichen künstlerisWen Genuß. Das keitere Tovsptiel der Mozartshen Symphonte gab Hausegger mit sprühender Belebiheit und klanglicher Zartheit wieder. Es soll ibm besonders dafür gedankt sein, daß er ni<t in die bei vielen Mozartdirigenten üblihe Prestostetgerung der Allegrosätze verfiel, die die rhythmishen und harmonts{en S&önheiten der Mozarts>ken Instrumentalwerke so oft dur<h Unklarheiten gefährden. Die Wieder- gabe der „ECroica“ Symphonie bildete, au< in der Ausführung, den Höhepunkt des Abends. “Bet dieser Gipfel bes<reitenden und Ab- grüëde durhmessenden, heldenhaften Kunst unseres größten Sym- phonikers empfindet man es, so oft sie au< in diesen Tagen dar- aeboten wurde, wte sehr wir heute nah Beethovens Musik verlangen und wte tief wir dur< sie befriedigt werden.

Mannigfaltiges, Berlin, den 23. Oktober 1914.

e Majestät die Kaiserin und Königin begab si,

,W. T. B.® berichtet, gestern na<hmittag zu ihrem Lazarett

er Orangerie in Potsdam, wo UAllerhö(stdieselbe

von den Mannschaften mit dem Choral: „Lobe den Herren, den mä<ctigen König der Ehren!“ empfangen wurde. Hteran loß fi die Ucbergabe wohlgelungener Bilder von den Lazaretträumen und das von den Mannschatten gesungene „Schleswig- Holstein, meerums{lungen“ und \{<ließli< „Heil Dir im Sieger- franz“. Nach Brrlin zurü>gekehrt, nahm Jhre Majestät im Plenarsißzungésaal des Abgeordnetenhauses an der Versamm- [lung teil, zu wel<er der Krieg8auss<uß für warme Unter- Fleidung dur den Herzog zu Traci enberg eingeladen hatte und der die Staatêminister Dr. von Studt, von Moitke, Dr. Freiherr von Rheinbaben und andere hohe Beamte aus Reih und Staat, der Bürzermetster Dr. Neide, Damen der Ges:llshaft, Parlamentarier, führende Männer aus Industrie und Handel, aus Kunst und Wissenschaft beiwoh! ten. Zwe> der Versannnlung war Aussprache zu halten „Ueber die ergänzende frziwillige Liebestätigkeit dur<h s(leuniges, kraftvolles und planmäßiges Eintreten" aller Kreile der Bevölkerung des ganzen Neictes. Als gegen 6# Uhr Ihre Majestät die Kaiserin und Königin, begleitet von dèr Oberhofmeiste:in Gräfin von Breckdorf und geleitet von dem Grafen und der Gräfin von Schwerin. Löwit, die Hofloge betrat, erhob si<h die Versammlung ehrfur<tsvoll von ihren Sitßen, und

der Hx»rzog zu TraFenberg brah'e Ihrer Majestät die innigsten Wüns>e der Vecsammlung zu Allerhöchitihbrem Ge- burtstage in Treue und Dankbarkeit dar. Nachdem er Ihre Majestät als die deuts<e Frau gefeiert batte, auf deren Anregung der Kriegsauss<huß irs Leben gerufen worden war, erteilte er zunähst dem Geheimen Sanitätsrat, Professor Dr. Pann - wig das Wort, der ein überwältigendes Bild der freien Liebestätig- keit gab. An jedem Donnerstag geht jegt ein Zug näch dem östlichen oder westlichen Kriegs\{auplaß ab, und gestern, am Geburtstage Ihrer Majestät, verlteß ein Transport die Mauern Berlins, der Bekleidungs- mittel im Werte von etwa drei Millionen barg. Der Professor Dr. Kalischer schilderte die gewaltigen Kämpfe, die unsere braven Truppen zu führen hätten, und |<loß seine Ausführungen in der frohen Erwartung, daß unsere deut|<en Frauen auch fernerhin ihre fl-ißtigen Hände wie bisher unermüdli< regen werden. Der General von Steinae>er verglih de Kämpfe vor nunmehr 44 Jahren mit dem heutigen gewaltigen Ringen und zeigte, wie unsere Frauen gewaltig dazu beizutragen vermögen, unser Heer stark und unbesiegbar durch ihre Arbeit am häuslichen Herd zu maghen. Zum Schluß |prah der Wirkliche Geheime Rat, Professor Dr. Freiherr von Wilamowißz-Möllendorff, dessen warmherzige und humor- E Ausführungen ebenfalls mit cinem Appell an die deutshe Frau endeten.

Sammelstellen für Liebesgaben. Es scheint im Publikum no< ni<t genügend bekannt zu sein, daß für Liebesgaben, die den Truppen zugute kommen sollen, die einzige Sammel|telle des zurzeit im NReichstagsgebäude arbeitenden Zentralkomitees der Deutschen Veretne vom Noten Kreuz si<h am Karls- bad 9/10, Hof 11 (Afrikahaus) befindet. Wenn daneben auch ferner no< ausnahmsweise im Neichstag3gebäude ftleine’* Pakete entgegengenommen werden, so geschieht dies nur zur Vermeidung von Zurü>kweisungen, So dankenswert die Spendung von Liebesgaben ift und so gern alles, was den Truppen, insbesondere den in der Front kämpfenden, Nutzen gewährt, ange- nommen wird, so hat do< die Sammelstelle am Karlsbad für alte gebrauhte Gegenstände, wozu au Möbel gehören und alte Kleidungs- stü>e, s{<lehterdings keine Verwendung, weshalb es dringend erwünsht is, derartige, an den zahlreihen Fürsorgestellen sehr b-gehite Sachen niht an die Sammelstelle am Karlsbad, sondern an die „Fürsorgestellei“ gelangen zu lassen. In diesem Zusammen- bang sei auf die Bekleidungsstelle der Beratungsstelle des Noten Kreuzes für deuts<he Flüchtlinge, Dorotheensir. 38, binge- gewiesen. Die in den lezten Wochen dur Aufruf erbetenen Stô>e für Verwundete sind in solchen Mengen eingegangen, daß deren Unter- bringung son heute erhebli<en Schwierigkeiten begegnet und von weiterer Cinlieserung von Stö>ten abgeraten werden muß. Dagegen find sehr willkommen Wollwaren,, wie Unterzeug, Leibbinden, Str: ümp'e, Handschuhe, kurzum alles, was in der jeßt bhereinbrehenden kalten Jahreszeit die Mannschaften gegen Kälte s{üßt. Leicht ver- derblihe Waren eignen sich weniger für die Sammelstelle am Karls- bad und werden besser unmittelbar bei einem der vielen Berliner Lazarette abgeliefert. Zu den leihtverderblihen Waren sind au Kar- toffeln zu renen, die selbs vorübergehend hon mangels geeigneter Lagerräume in der Sammelkstelle am Karlsbad niht untergebracht werden fönnen, während fie bei den Fürsorgestellen und wohl auch bei den Lazaretten re<t gern Aufnahme finden. Kleine, für den etnzelnen Yann zusammengestellte und bestimmte Pakete, aber ohne Adresse, sind hö<st willklommen. Bei- größeren Cin- lieferungen würde die Verteilung und Versendung der Liebesgaben außecordentli<h erleihtert werden, wenn die verschiedenen Arten von Gegenständen, z. B. Hemden, Strümpfe, Unterja>ken, Unter- beinkleider, Schokolade usw., für s< in Sonderyaketen mit Aufschrift der Stückzahl und des Inhalts versehen an die Sammels stelle gelangten. Bet Einkäufen empfiehlt es si< mehr, eine größere Anzahl von Waren der nämlichen Gattung, z. B. ein Duyend Strümpfe, zu wählen, statt vershiedenartige Gegenstände oder Waren in geringer Zahl einzukaufen und zu einem Paket zu formieren. Es liegt auf der Hand, daß ersteren Falls die für den Versand erforderlihe, na< Warengattungen geordnete einst- weilige Aufstapelung der ctnlxzufenden Liebesgaben wesentlih vereinfacht wird, wetl ni<t dur< Auspa>en und Sortieren des Paketinhalts Zeit und Mühe nußlos ver: oren geht. Schließlich wird noch darauf hingewiesen, daß Liebesgaben, die bei der Sammelstelle am Karlsbad abgeliefert werden, für die Truppen im allgemeinen bestimmt sein sollen. Die Beförderung von Paketen mit Adressen an einzelne Persönlichkeiten begegnet nach wie vor den größten Schwierigkeiten. Ihre Bestellung ist auch nah den neuesten Erfahrungen höchit zweifelhaft, wenn niht unmöglih. Die Spender solher Pakete sollten mindesiens ausdrü>kli<h darauf vermerken, daß fie cintretendenfalls au< mit anderweiter Verwendung einverstanden sind. Es wäre sebr dankenswert, wenn diese auf den bei der Sammel- stelle gemahten Erfahrungen beruhenden Winke bei Spendung von Liebe8gaben freundlichst bea<tet würden.

In einem „Gedenket der Garde“ übershriebenen Aufruf um Liebesgaben, den eine Reibe bohgesteüter Persönlichkeiten, an der Spitze der General der Infanterie, Generaladjutant und stellver- tretende kommandierende General des Gardeforps von Loewenfeld und der General der Infanterie à la suite der Armee, General- intendant der Köntglihen Gärten Freiherr von Lyn>cr, erlassen haben, beißt es: „Dank wa1mherziger Opferwilligkeit sind den im Felde stehenden Truppenteilen aller Armeekorps aus großen Sammlungen in den beteiligten Previnzen reiche Spenden an Nahrun,( switteln, Vekleidungs- und Gebrauchsgegen- ständen zugeführt worden. Las Gartekorps, das fi< aus der ganzen Monarchie rekruttiert und daher ni<t den Vorteil provinzieller Zu- gehörigkeit und provinztellen Interesses genießt, entbehrt bither, wenn au schon einzelnen Truppcntetlen in dankenswerter Weise Liebes-

gaben überwiesen worden find, einer glei<hen einheitlichen Fürsorae, die allen seinen Truprenteilen gleihermaßen zugute kommt. Es ist beabsichtigt, für die dem Gardeforps und dem Gardereservekorps an- geiragen Truppenteile nah Ost und Weft Eisenbahntransporte mit iebesgaben bis zum Kriegss{hauplaßze zu leiten und die Gaiben alsdann dur Kraftwagen den einzelnen Truppenteilen zuzuführen. Besonders erwünscht sind: Schokolade, Kakao, Tee, Zu>ker, Dauer- würste, Zigarren, Zigaretten, Tabak, Streichhölzer, Kerzen, Arrak, Rum, Kognak, Rotwein, Löffel, Gabeln, Klappmesser, elektrische Taschenlampen mit Reservebatterien, Seife, Fette zur Hautbehandlung in Tuben, Wollsachen, Strümpfe, aber ni<t in Schlauchform, sondern mit Ferse, bunte Taschentücher, kleine Servietten, breite Leibbinden, die Nierenshuß gewähren (35 cm). An Alle, die der Garde warmes Interesse, Anhänglichkeit und Dankbarkeit für die in den {weren und verlustreihen Kämpfen bewiesene Tapferkeit bezeigen wollen, ergeht die Aufforderung, dur freundliche Svenden an Gaben und an Geld die baldige Durführung des Vorhabêns zu ermöglichen. Gaben werden angenommen: werktägli<h 11 bis 3 Uhr bei der Liebesgabenstelle des Gardekorps, Ererzierhaus Ostkaserne des Kaiser Alexander - Garde - Geenabterreaiments, Prinz Friedri<h Karl.Str. * Nr. 1. Geldspenden wolle man an das Bankhaus Mendelssohn u. Co., Berlin W., Jägerstr. 50, auf Konto „Liebesgaben Gardekorps“ einzahlen.“ Z Personen, die Auskunft über Kriegsgefangene wünschen, wenden si<, „W. T. B.“ zufolge, zwe>mäßig mit Postkarie an folgende Adresse: .

An das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (Eimittelungsbureau für Krieg8gefangene) - Genf (S<<we iz). Die Nükseite der Postkarte {i na< folgendem Muster aus zufüllen : Name des Militärs: Vornamen : Nang: Truppengattung (Inkorporatton) : Nummer: Datum und Ort, wo zuletzt gesehen, gefangen oder | veiletßt (so genau wie 9

= a Lo]

Cre

möglich): ‘ame und Adresse des Absenders :

Der Befehlshaber der Belagerungstruppen von Antwerpen, General der Infanterie von Beseler, erhielt, wie B! meldet, folgendes Telegramm: „Ein tausendfahes treudeutsches Heil dem verbündeten Bezwinger Antwerpens. Für die deutiche UArbeiterpartei Oesterreths: Pulz. Liesing.“ Der General von Beseler antwortete: „Herzlihen Dank für freundlichen Glückwunsh und deutshen Gruß. Ih bin stolz auf die erfolg- A Mitwirkung tapferer österreihti|<er Krieger beim Kampf um

ntrwoerPpen.“

Zu beantwortende Fra

__IÎn der Uranta wird die Reihe der vaterländischen Vor- träge mit nachstehenden Vorträgen fortgeseßt werden: Freitag, den 23. Oktober: Dr. Traub, Direktor des Protestantenbundes und Land- tagsabgeordneter: „Wie e:leben wir den Krieg? “; Montag, den 26. Oktober: Geheimer Nat, Professor Mar>s aus München: „Wo stehen wir? Die polittschen, sittl: hen und kulturellen Ursprünge und Ziele des deutshen Krieges"; Mittwoch, den 4. November: Or. Johannes Müller: „Der Krieg als Schiksal und Erlebnis*. Weitere Borträge baben die Herren Professor Otto Hoeßsh, Professor Lamprecht, Geheimer Justizrat, Professor Franz von Liszt und Pro- fessor Hinze zugesagt.

London, 21 Oktober. (W. T. B.) Der Professor Nay Lank ester hat eine Zuschrift an die „Times“ gerichtet, in der er gegen die Einschränkung der Stadtbeleuhtung Verwahrung einlegr. Diese Maßregel sei ni<t von der militäri:-hen, sondern von der Zivilbehörde angeordnet worden. Es erscheine hô<sstt zweifelhaft, daß durch sie die Gefahr eines erfolgre <en Angziffs verringert werde, dagegen besteye die Gefahr, daß tnfolge dieser Maßregel die Straßenunfälle zunähmen; außerdem werde in den Vorstädten geratezu eine Straflosigkeit für Verbrecher geschaffen. Weit \{<limmer sei aber, daß dur< die Einshränkung der Beleuhtung eine feelische Niedergedrüctheit in der dur< die Schrecken des Krieges an sich schon einer starken Nervenfpannung unterworfenen Bevölkerung erzeugt werde. Ein feindliher Flieger könne sicher sein, in dem weiten Stadt- gebiet Londons dur<h Bomben Schaden anzurichten, ganz gleih, ob dieses Gebiet beleuchtet sei oder ni<t. Die ,Ttmes" befürwortet eine Geseßgebung, nah der die Naturalisierung verdächtiger Fremder für die Dauer des Krieges aufgehoben werden könne.

Batavia, 21. Oktober. (W. T. B.) Ein gewaltiges Feuer verwüstet laut Meldung des „Neuters>en Bureaus* weite Gebiete im Westen von Borneo. Dichte Nauchwolken verhindern die Schiffahrt zwishen Java und Singapore, da sie die Leuhttürme in der Nachbar'haft ursihtbar mahen. Der zwischen Java, China und JIarxan verkehrende Dampfer „Djemahi“ ist jeit einigen Tagen überfälltig; man befürchtet, daß er in der Banlstraße ver= loren gegangen ist, weil die Nauchwolken den Ausblii> ver- hindert baben.

(Fortseßung des Amtlichen und Nichtamtlichen in der Ersten und Zweiten Beilage.)

Theater. Königliche Schauspiele. Sonn-

abend: Opernhaus. 151. Abonnementsvor- stellung. Der Roseukavalier. Komödie fur Vtusik in drei Akten von Hugo von E: Musik von Richard Strauß.

usifalis<e Leitung: Herr Kapellmeister von Strauß. Negie: Herr Oberregisseur Droescher. Arfang 73 Ubr.

Schauspielhaus. 182. Abonnementsvor- fiellung. 193. Kartenceservesayß (ODpern- haus). Wilhelm Tell, Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrih Schiller. Negte: Herr Eggeling. Anfang 7F Uhr.

Sonntag: Opernhaus. 152. Abonnez- mentsvyorstellung. (Gewöhnliche Preise.) Dienst- und Kreipläge sind aufgehoben. Die Meisterfinger von Nücnuberg. Oper in drei Akten von Richard Wagner. Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 183. Abonnementsvor- fiellung. 194. Kartenreservesay (Opern- haus). Dienst- und Freipläße sind auf-

ehoben. Wie die Alten sungen. Lust- piel in vier Aufzügen von Karl Niemann. Ynfang 74 Uhr.

Montag: Schauspielhaus. 123. Karten- reservesay. Das Abonnement, die ständigen Reservate sowie die Dienst- und Freipläge find gen: Bunter Abend zum Besten der notleidenden Bühnenkünstler.

Anfang 8 Uhr.

Denisches Theater. (Direktion: Marx Reinhardt.) Sonnabend, Abends 7}F Uhr: Romeo und Julia.

Sonntag: Walleusteins Hierauf: Die Piccolomini.

Montag: Faust, L. Teil.

Kammerspiele.

Sonnabend, Abends 8 Uhr: Wetter- leuchten.

Sonntag: Das alte Spiel von Jedermann.

Montag: Gawän.

Lager.

Berliner Theater. Sonnab., Abends 74 Uhr: Zum ersten Male: Extra- blätter! Heitere Bilder aus ernster Zeit.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Wie einff im Mai. Abends: Extra- blätter!

Montag und folgende Tage: Extra- blätter!

Komösdienhaus. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Das Heiratsnest. Militärlust- spiel in 3 Aufzügen von Gustav Davis.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Hinter Mauern. Abends: Das Heiratsnest.

Montag und folgende Tage: Das Seiratsnest,

Theater an der Weidendammer Brüme. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Unfaug gut Alles gut!

Sonntag, Nachmittags 34 Uhr: Heimat. Abends: Anfang gut Alles gut!

Montag und folgende Tage: Anfaug gut Alles gut!

Sthillertheater. @. (Wallner- theater.) Sonnabend, Abends 8 Uhr: Vrinz Friedri<h vou Homburg. Schausptel in fünf Akten von Heinrich von Kleist.

Sonntag: Johannisfeuer.

Montag: Klein Eva.

Charlottenburg. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Johaunnisfeuer. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann.

Sonntag, Mittags 12 Uhr: Kammer- mufik, Nachmittags 3 Uhr: Weh?! dem, der lügt. Abends: An der Spree und am Rhein.

Montag: Krieg im Frieden.

Deutsches Opernhaus, (Char- lottenburg, Bismar> - Straße 34—37. Direktion: Georg Hartmann.) Sonnabend,

Ï

Abends 8 Uhr: Die Marketeuderin. Ein deutshes Singspiel in 2 Aufzügen von Robert Misch. Musik von Engelbert Humperdin>k. Hierauf: Zigeunertauz. Musik von G. Verdi.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Marta oder Der Markt zu Nichmoud. Abends: Der Feldprediger.

Montag: Fidelio.

Dienstag: Der Ziaeunerbarou.

Mittwoch: Die Meistersinger von Nürnberg.

Theater am Nollendorfplaß. Sonnabend, Abends 8 Uhr: Juumer feste druff!

Sonntag und folgende Tage: Jmmer feste druff!

Sonntag, Nachmittags 3} Uhr: Immer feste druff!

Lustspielhaus. (Friedrihstraße 236.) Sonnabend, Abends 8} Uhr: Graf Pepi. Lustspiel in drei Akten aus dem Jahre 1866 von Nobert Saudek und Alfred Halm.

Sonntag und folgende Tage: Graf Pepi.

Thaliatheater. (Direktion : Kren und Schönfeld.) Sonnabend, Abends 8 Uhr : Kam’rad Männe. Volksposse in drei Akten mit Gesang und Tanz von Jean Kren und Georg Okonkowski. Musik von Max Winterfeld (Iean Gilbert). Ge- fangstexte von Alfred Schönfeld.

Sonntag, Nachmittags 34 Uhr: Königite Luise. Abends: Kam’rad Mänue.

Montag und folgende Tage: KFam’rad Männe.

Familienvachrichten.

Geboren: Eine Tochter: Hrn. Otko von Gellhorn (Berlin).

Verantwortlicher Redakteur: Direktor Dr. Tyrol in Charlottenburg. Verlag der Expedition (K o y e) in Berlin.

Dru> der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagsanstalt, Berlin, Wilhelmstraße 32.

Sechs Beilagen

(eins<ließli< Warenzeichenbeilage Nr. 94),

sowie die 134., 135., 136. und

137, Ausgabe f deuischeu Verlust- ten.

M—IDNT R Lo

4 Dr. Rindfleish in Zwi>kau

Spender

Gustav Hillel in Berlin

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Nichard Wille in Wronke E VIngenieur Theodor Abelmann in Wien Oberpostassistent Lupus in Cöln

Großwäschereibesiger August Scholl in Nürnberg

Summe A

Heinri<h Schwier, Lehrer a. D. in Oven- städt, Kreis Minden Westfälisch - Anhaltishe Sprengstoff- Akttiengesells<haft in Berlin

Friedri<h Bayer & Co., Farbenfabriken in Leverkusen/Cöln

Berliner Lokalanzeiger

M. Kempinski & Co, Wein-Großhand- lung in Berlin

Matheus Müller in Eltville

Daheim- Expedition in Leipzig

Siemens Erben, Kal. Mineralbrunnen in Berlin

Dieselben, ebenda

Werkmeister H. Enkel in Keudenih, Reg.-Bez. Cöln 4

Edmund Meyer, Buchhändler und Anti-

quar in Berlin Alexander in Bad

Sanitätsrat Dr. Reichenhall : Heinrih Schweißer Chemische Fabrik in Kl. Flottbe> b. L Gustav Mö>el in Berlin-Stegliß Jugendheim E. V. d. H. Stelzner in Charlottenburg Franz Fritshe & Co., Hamburg Üngenannt in Berlin, dur< Warenhaus Wertheim übersandt | Thüringishe Kartonnagen- 2c. Fabrik O. Georges in Eisenach August Lohmann in Berlin Frau Krause in Berlin E. Mer> Chemische Fabrik in Darmstadt Chemische Fabrik auf Aktien (vorm. E. Schering) in Berlin : Gesellshaft für <emis<he Industrie Basel in Berlin Hugo Haevedker in Charlottenburg Firma Asbah & Co. Kognak-Brennerei in Rüdesheim a. Rh. Maurer & Bracht Weingroßhandlung in Berlin Georg Scherer & Co. b. Frankfurt a. M. Biosonwerke Bensheim in Frankfurt a. M. Ungenannt Gebrüder Weil in Frankfurta. M. Gebr. Lauterbach in Berlin i L. Jacobius & Söhne Nachfolger in

Berlin i Direktion der Kaiser-Keller Aktiengesell- schaft in Berlin Gebrüder Durlacher in Hamburg Scholl & Hildebrand in Nüdesheim a. Nh.

Rheinberg & Co. in Geisenheim, Rheingau Gebr. Stollwer> tn Cöln A d es Kaviar- Importhaus Waßily N. Schischin in Berlin | Vereinigte Berliner Lesehallen in Berlin Prof. Dr. F. Karewski in Berlin

Otto Dietrich in Freyburg a. U. rl. Wartenberg in Beeskow r. M. Barsikow in Halensee Vial & Uhlmann in Frankfurt a. M. Moselweinkellerei von T. Schloß Witwe G& Co. in Trier Tryphon in Berlin

in Langen

; : Fleischermeister C. Sarre in Berlin

Erste Beilage zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußishen Staalsanzeiger.

BezeiGnu n 0 d ex Spenden

Amtliches.

Königreich Preußen. Bekanntmachung. ; schen Kriegsministerium im Monat September 1914 an freiwilligen Spenden und Anerbieten eingegangen :

Anerbieten

Bemerkungen

A. Für hervorragende Waffentaten.

1000,— 100,— 200,— d

200 Kronen, etwa 172,— 4

200,—

300,—

100 Kronen, etwa 86,— 1 goldene Uhr

1) Ein Kästchen, enthaltend 3 Goldstüde zu 100 Kr. österr. Währung, Kurs-

wert 295,— #6 2) Ein Käsichen, enthaltend:

3 Goldstüde zu 100 Fr.

2 desgl. O 1 U s

der französishen MNepublik, Kurs- wert 285,— M 3) Ein Kästchen mit 20 Zehnmarkstü>ken mit Bildnis Seiner Majestät Kaiser Friedrichs IIL., grupptert um ein Jubi- läumsfünfmarkstü> mit den Bildnissen JFhrer Majestäten König Friedrich I. und Kaiser Wilhelm 11., im Gesamt- wert von 205,— M. Alle 3 Käslchen sehr ges{<ma>voll und

mit großer Sorgfalt ausgestattet.

2803,—

*

Zugunsten der zuerst in St. Petersburg einrü>enden Truppen. Den Eroberern des ersten a Geschüyes. ; Zur Unterstüßung eines in besonders heldenmütigem Kampfe \{<wer verwundeten Soldaten. j ; Für einen deutschen Krieger, der ih im Kriege gegen England dur< besondere Tapferkeit auszeichnet. i ür Eroberung von feindlihen Feldzeichen, ür die erste in England landende Truppenabteilung. ür einen Flieger, der über London kommen sollte. Chrenpreis für den ersten und erfolgreihsten Bombenwerfer tines deutschen e E ein englishes Kriegsfchiff möglichst stark bes<ädigt oder no< ejjer vernichtet. B L Für Kriegsteilnehmer, arius welhen Ranges und welhem Bundesstaate an- gehörend, die s< dur besondere Tapferkeit auegezeihnet haben, und jwar: Nr. 1 für einen solchen, der in Dflpreußen gegen die Russen, Nr. 2/3 für je einen fol<hen, der auf dem westlihen Kriegsshauplaßze gegen die Franzosen und Engländer Hervorragendes leistete.

B. Für bessere Pflege der Verwundeten und Kranken.

100,— 50 000,— 20 000 Stü>k Afridolseife

Tägliche unentgeltli<he Lieferung der Zeitung an Neserve- und Vereins- usw. Lazarette 10 000/2 Flaschen Wein

5000/2 Flaschen Sekt Daheim-Nummern für Kranke und Verwundete

10 000 1 1 Krüge Kgl. Selters

21 600 Flaschen Kgl. Fachingen Tragbahren und Transportvorrihtungen

9000—10 000 Bände Bücher zur Unterhaltung der Kranken Kostenlose Lieferung von Campher-Digitalis Trastomae-Kapseln 1000 Fl. Eubiose

Lesestoff für Verwundete Tageszeitungen für Verwundete

Kostenlose Ueferung von Dinotol 182 Stü>kd Schwämme

2% Stü> Notarmschienen

10 000 Paar Protos - Fußschoner 16 Paar Pulswärmer Kostenlose Lieferung von Perhydrit 500 Fl. zu 20 cem Nechormonol

Kostenlose Ueberweisung von Arzneimitteln 100 1

Portwein 5000/2 Fl. Deutschen Kognak

1000 Fl. Wein

2000/2 Fl. Deutschen Kognak, 2000 Fl Apfelwein 1000 Pakete Bioson Lesestoff, Dame- u. Schachspiel 2500 Nothilfskarten 42 Marla-Spiritus-Hängelampen 10 000 Paar Einlegesohlen

5000 Fl. Bordeaur

3300 1 Notwvein 800/2 Fl. Rheingauer Stärkungswein, 400/2 Fl. Rotwein 1000/4 Fl. Rhetnsberg Sekt 5000 Probedosen Eichelkakao 100 Pfd. Mallossol - Kaviar

50 Fl. Freyburger Wein 2 Spazierstöcke 200 Büchsen Hefepräparats Novafacx 20 Fl. tonis<Wer Wein 500 Fl. Mofel-, ; 500 Fl. Bordeaux-Wein 10 000 Zigarettén L Eine Seite Spe> und mehrere Würste

Unentgeltl. Lesestoffff 1000 Verpflegungstage in 10 Offizierbetten