1896 / 86 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

richtung, sondern überwiegend zum Bereich der inneren Aus- e tung der Wohnungs- und Geschäftsräume gehört, auch die

rbeiter mit den Gefahren der eigentlihen Bauarbeiten nicht in Berührung bringt (1501).

Aus dem Gebiete der Jnvaliditäts- und Alters- versiherung sind mitgetheilt: vom Reichs-Versicherungsamt enchmigte Bestimmungen der Jnvaliditäts- und Altersver- A erancganfialt Rheinprovinz über die Berechnung des von den Fabrikanten 2. den mit Bandwirkerei und Weberei beschäftigten Hausgewerbetreibenden zu erstattenden Betrages, ferner folgende Revisions- Entscheidungen: i ;

Musiker, welche si< zum Ausfspielen bei Tanzfesten, zur Begleitung von Aufzügen, zur Aufführung von Wirthshaus- mujsik und ähnlichen Leistungen ohne hoheres künstlerisches Interesse na< Gelegenheit vereinigen, ohne eine stän- dige Kapelle zu bilden, stehen einander im wesent- lihen gleichberehtigt gegenüber; daher wird derjenige unler ihnen, der die musikalische Leitung der Aufführung übernimmt oder die finanzielle Seite des Unternehmens besorgt, dadur nicht der Arbeit- geber der übrigen Mitwirkenden, sie nicht seine Ge- bilfen, selbst wenn jener in Anbetracht seiner Mühewaltung übrigen Theil-

eine höhere Vergütung bezicht, als die

nehmer (492). i

Die Postillone von Privat-Posthaltereien be- sigen zwar bei Ausübung ihrer postdienstlihen Obliegenheiten Beamteneigenschaft, stehen aber im übrigen zu den Posthaltern als ihren Arbeitgebern in einem rein privatrehtlihen Dienst- verhältniß und sind daher regelmäßig als versiherungs- pflichtig anzusehen (493). : E

Die Jnvalidenrente hat nah $ 9 Abs. 2 des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgeseßes au<h in denjenigen Zeiten wegzufallen, in denen der Rentenberechtigte die Unfallrente deshalb nicht beziehen konnte, weil ihm nah den Bestimmungen der Reichsgeseße über Unfallversiherung an Stelle Dev= selben zum Zwed> des Heilverfahrens freie Kur und Verpflegung in einem Krankenhause gewährt worden ist (8 7 des Unfallversicherungsgeseßes, 8 8 des landwirthschaftlichen Unfallversiherungsgeseßes) (494).

Solche Leiden, welche bereits vor einem Betriebsunfall bestanden haben, deren Berücksihtigung aber bei der Unfall- rentenentshädignng in gebührender Weise erfolgt ist, können nah Z$ 9 Abs. 2 in Verbindung mit $ 34 Ziffer 1 des Jnva- liditäts- und Altersversicherungsgeseßes nicht noh ein- mal als selbständige Momente bei Beurthei- lung des Jnvalidenrentenansp ru<s in Betracht fommen, da nur diejenigen Umstände als neben den Unfall- folgen mitwirkende Ursachen der die Jnvalidität bedingenden Erwerbsunfähigkeit anzusehen sind, welche nah Vorschrift des Geseßes oder weil außer aller Verbindung mit der Unfall- entshädigung stehend bei dieser unberü>sichtigt geblieben sind (495). 4)

Die Erneuerung eines wegen vorzeitigen Ein- tritts der Jnvalidität abgewiescnen Anspruchs ist dann zulässig, wenn der Versicherte zu behaupten vermag, daß er, nachdem seine dauernde Invalidität angenommen worden, die Erwerbsfähigkeit wieder erlangt und gearbeitet habe, neuerdings aber wieder erwerbsunfähig ge- worden sei (496). j

Die theils in die Zeit vor, theils in die Zeit nah dem Inkrafttreten des Jnvaliditäts- und Altersversihherungsgeseßes fallende Woche vom 29. Dezember 1890 bis 4. Fa - nuar 1891 kann bei der Rentenfestseßung doppelt in Anrehnung kommen, wenn der Rentenbewerber sich sowohl in der Zeit vom 29. bis 31. Dezember 1890, wie auch in der Zeit vom 1. bis 4. Januar 1891 in versicherungs- pflihtiger Stellung befunden hat (497).

Bei den auf Grund des $ 31 des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgeseßes erhobenen Ansprüchen sind auf die Ta gela ee, von deren Erfüllung die Erlangung des Anspruchs auf Beitragserstattung abhängig gemacht wird, Krankheiten gemäß 8 17 Absag 2 a. a. O. anzu- re<hnen (498). i

Die Kalenderwoche im Sinne des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesezcs beginnt mit dem Montag, niht mit demSonntag; daher kann in Beitragserstattungs- sahen diejenige Woche, in welcher dcr Versicherte gestorben ist, als Krankheitswohe nur dann in Anrechnung kommen, wenn der Tod erst am leßten Tage der Woche, dem Sonntage, eingetreten, die Woche somit voll erlebt ist (499).

Bayern.

Dem Landtag i} ein Nachtrag zum Etat zu- gegangen, worin für Reformen im Sicherheitsdienst bei der Polizei-Direktion in München 62728 M verlangt werden.

Reuß á. L,

Seine Durchlaucht der Ag ist gestern aufenthalt von Greiz nah Pallanza abgereist.

zum Kur-

Oesterreich-Ungarn.

Der Minister-Präsident Graf Badeni, der Finanz- Minister Dr. von Bilinski, der andels-Minister Freiherr Glanz von Eicha und der >erbau - Minister Graf Ledebur haben sich gestern Abend zur Fortsezung der Au s- gleihsverhandlungen von Wien nah Budapest begeben und werden drei Tage dort bleiben. Wie das „Ungarische Kor- respondenzbureau“ meldet, werden die Konferenzen über das gemeinsame Budget wegen Erkrankung des Kriegs- Ministers niht in Budapest, sondern in Wien, in der Privat- wohnung des Kriegs-Ministers stattfinden und am 13. d. M. beginnen.

G Die „Politishe Korrespondenz“ berichtet über den Stand der Ausgleihsverhandlungen aus Budapest gegenüber der Meldung, daß die Konferenzen beider Regierungen bis- her kein belangreiches positives Resultat ergeben hätten: die Angelegenheiten des Augsgleihs seien, abgeschen von der Quotenfrage und der Bankfrage, theils erledigt, theils näherten sie sich dem Stadium der befriedigenden Erledigung.

Die Wahl des Bürgermeisters von Wien ist auf den 18. d. M. anberaumt worden.

Der Gesegentwurf, betreffend die Jnartikulierung des Andenkens an das tau Ed IAAr gs Bestehen Ungarns, hat, dem „W. T. B.“ zufolge, folgenden Jnhalt :

$ 1. Die Meng der Länder der heiligen ungarischen Krone dankt mit religiöser Andacht der göttlichen orsehung dafür, daß sie das von Arpad und seinen tapferen Kriegsschaaren begründete Vaterland in ihren Schuß genommen, seine Fürsten mit Weisheit, sein Volk mit Kraft und selbstaufopfernder Vaterlandsliebe gesegnet und, dem Lande in guten wie bösen Geschi>ken beistehend, den Bestand desselben ein Jahrtausend hindur< inmitten vieler Gefahren und Schilsalsshläge aufre t erhalten hat. $ 2. Bei dieser feierlichen Gelegenheit erscheinen beide Häuser des Reichstages mit tiefster

zdigung vor Seiner Kaiserlihen und Apostolishen Königlichen - ‘Majest

ât Franz Joseph 1, unter dessen glorreiher Regierung die V MOC E R AetiReit und ungestörte Entwi>kelung des Landes gesichert ist. Der Apostolishe König von M und dessen Nebenländern giebt seinerseits sein unverbrühlihes Ver- trauen zur Treue seines geliebten Volkes kund. $ 3. Mit diesen Kundgebungen der Pietät und der Huldigung und der Königlichen Gewogenheit inartikuliert die Gesetzgebung das Andenken an den tausendjährigen Bestand des ungarischen Staats für ewige Zeiten in die Gelee, $ 4 dieses Gesezes tritt am 8. Juni 1896, als am Tage der Jahreéwende der ruhmvollen Krönung Seiner Kaiserlien und Apostolishen Königlihen Majestät, in Kraft. An demselben Tage ist es fowohl in der gemeinsamen Sißung beider Häuser des Reichstags zu verlesen, als au< in allcn Gemeinden der Länder der ungarischen Krone zu veröffentlihen und in Stein gegraben im Neichstagëgebäude zu verewtgen. Die Landes-Kommission für die Millenniums- S hielt gestern unter dem Vorsiß Koloman zell’s eine Sißung, in welcher seitens der Regierung der Minister-Präsident Baron Banff y anwesend war. Der Präsident legte eine Zuschrift des Minister-Präsidenten vor, worin mitgetheilt wird, daß derselbe alle Vorbereitungen für die Feierlichkeiten getroffen habe, und daß es nunmehr als gesichert angenommen werden könne, daß sich die Feierlichkeiten in einer des Königs und der Nation gleich würdigen Weise vollziehen würden. Die Zuschrift führt alsdann endgültig die festgestellte Folge der Feierlichkeiten an, an denen sowohl der König wie die beiden Häuser des Reichsraths theilnehmen werden. Am 2. Mai wird die Landes-Ausstellung eröffnet und am Abend dieses Tages im Opernhause eine Fest- vorstellung stattfinden. Am 3. Mai ist ein feierlihes Tedeum in der Matthiaskirhe in der Ofener Festung ; am 18. Mai Festvorstellung im National - Theater. Am s. Juni werden die heilige Krone und die Kron- insignien feierli<h in die Krönungskirhe übergeführt. Am 6. Juni findet die Grundsteinlegung des Königlichen Schlosses statt. Am 8. Juni wird das oben erwähnte Gesetz in einer gemeinsamen Sißung beider Häuser des Reichstags verlesen. Darauf begiebt sich der Reichstag in das Königliche Schloß, um dem König zu huldigen, und geleitet die heilige Krone dorthin, nachdem dieselbe vorher für die Dauer der gemeinsamen Sißzung in den Sizungssaal des Reichstags gebraht worden ist. Am 27. Juni wird in Puszta- Szerer das daselbst errichtete Denkmal eingeweiht, an welcher Feierlichkeit der Reichstag theilnehmen wird. Neben den im Laufe der Monate Juli und August in der Haupt- und Residenzstadt sowie in der Provinz abzuhaltenden gesellschaft- lihen Feierlichkeiten und Festen zur Einweihung der Denk- mäler, ‘namentli<h des Maria Theresia - Denkmals in Preßburg, welhes am 13. September in Anwesenheit des Königs eingeweiht wird, hat eine größere, weil internationale Bedeutung die Feicr des 27. September, an welchem Tage das Eiserne Thor in Anwesenheit der benach- barten Herrsher dem Verkehr übergeben wird. Am 4. Of- tober wird die Donau-Brücfe am 3ollamtsplaß, am 11. Ok- tober das Kunstgewerbe-Museum eröffnet, und am 31. Oktober finden die Millenniums-Feierlichkeiten mit der Schließung der Ausstellung ihren Abschluß. Sämmtliche in der Zuschrift des Minister - Präsidenten enthaltenen Anträge nahm die Kom- mission an.

Großbritaunien und Frland.

Zn der gestrigen Sißung des Unterhauses crklärte der Parlaments - Sekretär des Auswärtigen Curzon, die Regierung sei keiner fremden Macht gegenüber die Ver- pflihtung eingegangen, dafür einzustehen, daß die egyptischen ie d niht über Dongola hinaus im Sudan vordringen würden.

Frankreich,

Der Ministerrath beschäftigte sih, wie „W. T. B.“ berichtet, gestern mit den Madagaskar-Angelegenheiten. Der Geseßentwurf, betreffend die Konzession von N auf der Jnsel, soll demnächst veröffentliht werden. AÄus einigen Gegenden Madagaskars würden Unruhen gemeldet, doch hoffe der General - Resident Laroche, daß in Zukunft unter den Fremden und den Eingeborenen das Gefühl völliger Sicherheit plaßgreifen werde.

Nach dem amtlihen Ausweis ergaben die Ein nahmen aus den indirekten Steuern im Monat März gegenüber dem Voranschlag einen Minderertrag von 1 191 700 Fr. und einen Mehrertrag von 6 973 400 Fr. gegen die Einnahmen im März 1895.

Italien.

Der König und die Königin reisen, wie „W. T. B.“ berihtet, hzute von Rom ab und werden morgen Abend in Begleitung des Minister-Präsidenten di Rudini in Venedig eintreffen. Jn Florenz wird si<h der Kronprinz Allerhöchst- denselben anschließen. Die Deutschen Majestäten werden Sonnabend Nachmittag an Bord der Yacht „Hohen- ati begleitet von dem Kreuzer „Kaiserin Augusta“, in

enedig eintreffen. Die Junta municipale von Venedig be- \{hloß, der „Hohenzollern“ auf kleinen Dampfern bis Malamocco entgegenzufahren, woselbst si< au<h die Behörden und die Vertreter der Presse an Bord begeben werden. Von dort sollen aht mit Flaggen P entgegen gesandt werden. Das parlamentari che Comité für die Kundgebung der in der Provinz Venedig wohnhaften Senatoren und Deputirten zu Ehren des Deutschen Kaisers hat die Senatoren und Deputirten eingeladen, sih am Sonnabend in Venedig einzufinden. Ein kleiner Dampfer wird ihnen und ihren Damen von der Gemeindebehörde zur Verfügung gestellt werden.

Der Minister des Auswärtigen Herzog von Sermoneta und der Marine-Minister Brin haben ih gestern von Nom nach Venedig begeben.

Der König der Belgier ist mit der Prinzessin Clementine gestern Nachmittag in Genua angekommen und begab sih von dort über Mailand nach Stresa, wo die Ankunft heute früh erfolgen sollte.

Türkei,

Gestern Vormittag fand, wie „W. T. B.“ aus Kon- stantinopel meldet, bei dem deutschen 1 es Freiherrn von Saurma-Jelts< zu Ehren des Fürsten Ferdinand von Bulgarien ein Dejeuner statt, an welhem 24 Per- sonen theilnahmen, darunter der Minister des Aeußern Tewfik Pascha sowie die bulgarishen Minister Stoilow und Petrow, der bulgarische diplomatishe Agent in Konstantinopel Dimitrow, das türkishe und das bulgarische aae des Fürsten, die in türkishen Diensten stehenden deutschen Offiziere und Beamten, der deutsche General-Konsul, Legations- Rath Stemrich, der Kommandant des deutshen Stations- {his „Loreley“, der General-Direktor der anatolishen Bahn und die Mitglieder der Botschaft.

Am Ostersonntag riefen, wie aus Fs, berichtet wird, in der orthodoxen Kirche von Uesküb cinmge eingewanderte Griechen, die den slavishen Gesang, den das ökfumenische Patriarchat angeordnet hatte, nit dulden wollten, Unruhen hervor. Auf das Verlangen dcs Metropoliten schritt die Polizei ein und verhaftete sieben Ruhestörer. Der Metropolit sperrte hierauf die Kirhe und stellte an den Wali das Ver- langen, für die Zukunft ähnliche Ausschreitungen zu ver- hindern. Das Patriarhat und die Pforte sind von dem Vorfall verständigt worden. Der Bulgare Pandurow, der präsumtive Gehilfe des Wali, ist in Uesküb angekommen. Unter der Bevölkerung herrscht deshalb große Mißstimmung.

Griechenland,

Bei dem gestrigen Diner im Königlichen Schlosse zu Athen toastete der König Georg auf die Gesundheit des Königs Alexander von Serbien, welcher den Trinkspruch mit einem Toast auf die griehis<e Köni sfamilie erwiderte. Die Königin und die Kronprinzesfin Sophie konnten dem Gala- Festmahl wegen Jndisposition niht beiwohnen. Der König Alexander unterhielt sich lange Zeit mit dem Minister-Präsidenten Delyannis.

Afrika.

Aus Kairo von gestern erfährt das „Reuter’she Bureau“, daß alle sechs Mitglieder der Verwaltung der Kasse der öffentlihen Schul d zum Montag vor den gemischten Gerichtshof als Beklagte in dem Prozeß geladen seien, welchen die französishen Jnhaber von Schuldverschreibungen angestrengt haben. Die Vorladungen seien gestern für die vorgenannten Kläger den Kommissaren zugestellt worden.

Dasselbe Bureau berichtet aus Suakin, daß Osman Digma am Mittwoh befreundete Eingeborene bei dem Brunnen von Erkowit angegriffen habe. Die befreundeten Araber hätten si<h auf die Hügel zurückgezogen, von wo sie das Feuer gegen die Feinde eröffnet hätten, von denen 14 getödtet und eine größere Zahl verwundet worden seien. Die Derwische hätten sih darauf zurückgezogen.

Ueber Perim sind Nachrichten aus Massowah vom 7. d. M. eingetroffen. Danach habe der Oberst Stevani telegraphiert, daß die Derwische, die, infolge der in den Kämpfen am 2. und 3. d. M. erlittenen Verluste und der si daran anschließenden fortdauernden Belästigungen seitens der Garnison Kafsalas, demoralisiert seien, Tukruf aufgegeben und sih nah Osobri zurückgezogen hätten. Der General Val d issera habe darauf dem Obersten Stevani befohlen, diese Nachricht sicher festzustellen und zu diesem Zwecke mit äußerster Vorsicht vorzugehen. Der Oberst Stevani habe nun die Flucht der Derwische von Tukruf über Abbara hinaus bis Osobri bestätigt. Die- selben hätten ihre Verwundeten, sowie Maulesel und eine große Menge Getreide preisgegeben. Nach Meldungen, die Beachtung verdienten, habe Menel ik einen Abgesandten nah Bergameder geschi>kt, um über eine Vereinbaru ng mit den Derwischen zu verhandeln und ihnen Geschenke und cine große Menge Kaffee zu bringen.

Aus Kimberley von gestern meldet das „Reuter'she Bureau“, der Direktor der Debeers-Compagnie Gardner Williams werde unter der Anklage vor Gericht gestellt werden, ungeseßliher Weise Waffen in die Südafrikanische Republik eingeführt zu haben. Der Angeklagte habe cine Vertheidigungsschrift eingereiht, worin er erkläre, die Waffen und die Munition seien in Kimberley in Empfang genommcn und von der Chartered Company zur Aufbewahrung in der Niederlage bestimmt worden. Ein Beamter der Chartered Company habe später den Befehl ertheilt, einen Theil der Waffen und der Munition aus der Niederlage zu entnehmen.

Der Volksraad des Oranje-Freistaates ist am 8. d. M. eröffnet worden. Der Präsident Steyn erwähnte in seiner Eröffnungsrede, daß die Staatseinnahmen einen Uebershuß von 46 000 Pfd. Sterl. aufwiesen. Er sei dafür, die Eisenbahnen zu verstaatlihen. Sollte die Frage neuer Hollverträge auf die Tagesordnung kommen, so sei die Zeit da, die Farmer gegen die Konkurrenz des Auslandes zu schüßen. Auch ein beschränktes Referendum empfehle \ih für die Bedürfnisse des Staats. Was den engeren An- {luß an Transvaal betreffe, so werde bald eine Konferenz zu diesem Zweck stattfinden. Bei der Besprechung der neulichen Krisis erwähnte Präsident Steyn, daß Schritte getroffen worden seien, um Ueberfälle der britischen sübafrikaniscen Gesellschaft in Zukunft zu verhindern. Hoffentlich werde cine unparteiishe Untersuhung alle Einzelheiten der Vershwörung gegen die Südafrikanische Republik und mittelbar gegen den Oranje-Freistaat feststellen.

Nr. 13 des „Gisenbahn-Verordnungsblatts*“, heraus- gegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 8. April 1896, hat folgenden Inhalt: Allerhöchstes Privilegium wegen Aus- gabe von 6 000 000 A dreieinhalbprozentiger Anleihescheine der Dort- mund - Gronau - Enscheder Eisenbahn-Gesellschaft, Ausgabe von 1896, vom 29. Februar 1896. Allerhöchster Sal vom 16. März 1896, betr. anderweite Abgrenzung mehrerer Eisenbahn-Direktionsbezirke. Grlaffe des Ministers der öffentlihen Arbeiten: vom 25. März 1896, betr. anderweite Feststellung der Grenzpunkte zwishen mehreren Eisenbahn-Direktionsbezirken; vom 25. März 1896, betr. Untersuchung des Farbenuntersheidungs- und Hörvermögens der Eisenbahn- bediensteten; vom 27. März 1896, beir. Aenderungen in der Besetzung der auf Grund der Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherungs- geseße im Staatseisenbahnbereih errichteten Schiedsgerichte; vom 31. März 1896, betr. Stempelsteuergeseß vom 31. Juli 1895 nebft Ausführungsbestimmungen ; vom 1. April 1896, betr. Reisekosten- vergütungen der Inspektionsvorstände; vom 1. April 1896, betr. Reisekostenvergütungen der Betriebskontroleure. Nachrichten.

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Statistik und Volkswirthschaft.

Die Todesursachen der 1894 in Preußen Gestorbenen.

(Stat. Korr.) Bezüglich der Häufigkeit einzelner wichtiger Todes-

ursaen in Preußen sind für das Jahr 1894 unter den 679 793 Ge- storbenen 77 Todesfälle an Po>en hervorzuheben; davon betrafen 37 das männliche und 40 das weiblihe Geshleht. Unter diesen Gestorbenen waren 28 Knaben und 31 Mädchen weniger als 15 Jahre alt; die übrigen Todesfälle an Po>ken kamen ver- einzelt in den höheren Altersklassen vor. Der Cholera asiatica fielen im Berichtsjahre 478 (256 männliche uud 222 weibliche) Per- sonen zum Opfer; darunter befanden \sih 82 Knaben und 90 Mädchen im Alter bis 15 Jahre, 35 männliche und 36 weibliche ersonen über 15 bis 30 Jahre, 117 männliche und 80 weiblihe Personen über 30 bis 60 aths und 22 männlihe und 16 weibliche Personen über 0 Jahre alt. \ T starben 1894 ferner von 10000 Einwohnern an Scharlach 2,17, an den Masern und Rötheln 3,11, an Diphtherie und Croup 14,73, an Keuchhusten 4,72, an Typhus, 1,51, an Ruhr 0,35, an ein- heimishem Bre{durchfall 5,58, an Diarrhsöe der Kinder 5,73, an akutem Gelenkrheumatismus 0,51, an den Skropheln und an der englishen Krankheit 0,94, an Tuberkulose 23,89, an Krebs 5,27, an Luftröhrenentzündung und Lungenkatarrh 6,82, an Lungen- und Brust- fellentzündung 15,08, infolge Selbstmordes 2,12 und dur Verun- glü>ung 3,72.

Endlich ist das Auftreten der Influenza zu erwähnen. Nach- dem diese Krankheit in den beiden lezten Monaten des Jahres 1889 na den Angaben der Standeöbeamten 314, im Jahre 1890 9576 —= 3,20, im Jahre 1891 8050 = 2,68, im Jahre 1892 sogar 15 911 = 5,23 und 1893 10403 Personen = 3,37 von 10 000 Einwroohnern dahingerafft hat. sind ibr im Jahre 1894 7336 Personen = 2,25 er- legen. Von diesen Todetfällen sind jährli zwishen 13 und 18 9% in 98 Orten mit mehr als 20000 Einwohnern vorgekommen.

Produktion im Ober-Bergamtsbezirk Halle im Jahre 1895.

Im Ober-Bergamtsbezirk Halle (Provinzen Sachsen, Branden- burg und Pommern) betrug im Jahre 1895 die Anzahl der Kohlen- und Erzbergwerke 288, und deren Produktion im Ganzen 18 219 066 (+ 1 866 254) t. Der Werth diefer Produktion belief si auf 56 073732 (4+ 2921588) A Die Zahl der Arbeiter betrug 37 984 (+ 789) und die Zahl der von ihnen ernährten Familien- mitglieder 95 566 (4 2583). Bei weitem der gcovte Antheil an dieser Produktion entfällt auf Braunkohlen, we he auf 280 Werken gefördert wurden. Die Produktion belief sih auf 17 597 448 (+ 1822 697) t. Der Werth dieser Produktion betrug 40 977 848 (+ 3 697 221) A Die Zahl der Arbeiter war bei 24 905 Personen um 864 größer als im Vorjahr; die Zahl der von ibnen ernährten Familienmitglieder betrug 62040 (+ 2888). Ven Bedeutung ist außerdem nur die Produktion von Kup fererz en, die auf 3 Werken betrieben wurde. Gefördert wurden 565 830 (+ 44 571) t im Werthe von 14820583 (—776 478) A Die Zahl der Arbeiter betrug 12880 (— 78) und die Zahl der von diesen ernährten Familienmitglieder 82911 (— 417). Die Zahl ter Salz fördernden Werke betrug im Ganien 12: ibre Produktion belief d auf 19231102 (— 109730) t im Werthe von 16 320 942 (— 888 045) A Die Zahl der Arbeiter war bei 4570 um 207 kleiner als im Vorjahre; die Zahl der von diesen ernäbrten Familienmitglieder betrug 12 977 (— 1303). Auf 5 Steinsalzwerke entfielen von der Produktion 238 391 (— 31 697) t im Werthe von 1 003 191 (— 33 723) A Die Zahl der Arbeiter betrug hier 487 (— 130). Von dem Steinsalz wur*en ¡um Sieden aufcelöst 71450 (— 5978) t im Werthe von 131 376 (— 14724) A Kalisalze wurden auf 6 Werken gefördert ; die Produktion betrug 960 001 (—89 499) { im Werthe von 12 661 832 (— 782535) 4 Die Zahl der Arbeiter betrug 3423 (— 71). Auf 6 Werken wurden 104160 (— 3519) t Siedesalz erzeugt im Werthe von 2 787 295 (— 86511) A Die Zahl der Arbeiter betrug 660 (— 6). Der Kalksteinbru< zu der8dorf hatte eine Produktion von 261 207 (— 55 565) t im Werthe von 1064 159 (— 194391) 4 Die Zahl der Arbeiter betrug 900 (— 24) und die Zabl der von ibnen ernöhrten Familienmitglieder 2090 (— 59).

Invaliditäts- und Altersversicherung.

__ Vei der Versicherungsanstalt Baden sind im Monat März 1896 299 Rentengesuche (61 Alters- und 238 Invaliden- rentengesuche) eingereiht und 239 Renten (95 + 184) bewilligt worden. Es wurden 55 Gesuche (10 + 45) abgelehnt, 129 (35 + 94) blieben unerledigt. Außerdem wurden im \{iedsgerihtlihen Verfahren 4 Invalidenrenten zuerkannt. Bis Ende März sind im Ganzen 10805 Renten (5454 Alters- und 5351 Inbvaliden- renten) bewilligt, beziehungsweise zuerkannt worden. Davon kamen wieder in Wegfall 3339 (1602 + 1737), fodaß am 1. April 1896 7466 Rentenempfänger vorhanden waren (3852 Alters- und 3614 Invalidenrentner). Verglichen mit dem 1. März 1896, hat si<h die Zahl der Nentenempfänger vermehrt um 127 (6 Alters- und 121 Invalidenrentner). Die Rentenempfänger beziehen Renten im Gesammtjahresbetrage von 937 405 6 86 - (mebr seit 1. März 1896 16166 4 53 4). Der Jahre sbetrag für die im Monat März bewilligten 56 Älterérenten berehnet si auf 7293 4 40 A und für 188 Invalidenrenten auf 23 820 4, somit Durchschnitt sür eine Alterêrente 130 M 24 A, für eine Invalidenrente 126 M 00 4 $. (Für sämmtliche bis 1. Januar 1896 bewilligten Renten be- trug der durhshnittlihe Jahresbetrag einer Altersrente 129 46 88 N einer Invalidenrente 120 M 19 s.)

Zur Arbeiterbewegung.

Aus Mülhausen i. E. witd dem „W. T. B.* vom gestrigen Xage gemeldet: Die Anzahl der ausständigen Tertilarbeiter geht von Tag zu Tag zurü>k. Seit gestern haben etwa 100 Arbeiter die Arbeit wieder aufgenommen. Die Zahl der Auéständigen betrug heute Mittag no< 1073. Man erwartet in den ndsten Tagen einen rasteren Rückgang der Bewegung. Der „Frkf. Ztg.“ wird ata berihtet: Die Lohn- kommission der Texlilarbeiter besdloß, den Ausftändigen für den beutigen Freitaç die n abitie der Arbeit anzuempfehlen unter der Vedingung, daß keine Mafßregelungen erfolgen. Die Bewegung sei aussihtélos, da der Textilverband den Erwartungen in keiner Weise entsprochen habe. Es soll die Schaffung einer elsässishen Organisation der Textilarbeiter angestrebt werden.

j n Altona VEn selten Morgen, wie „W. T. B.“ meldet, über 500 Frauen und ädhen, Kaffeeverleserinnen bei der irma Stucken u. Andresen, die Arbeit eingestellt. Vormittags fanden ei den Geschäftsräumen dieser Firma tumultuarishe Scenen statt, weil die Ausständigen mehrere Arbeiterinnen von der Arbeit zurüd- hielten, Zwei Arbeiterinnen wurden verhaftet. Die Polizei ftellte die Ordnung wieder her.

In Wittst o> (in der Mark) haben einer Mittheilung des „Vorwärts“ zufolge sämmtliche Arbeiter der Grimm'’schen Bür sten - hölzer-Fabrik die Arbeit niedergelegt, weil der Fapritaue die rbeitszeit zu verlängern und den Lohn zu verkürzen ver uchte. Es be- finden sh 32 Männcr und 18 Frauen und Mädchen im Ausstande. 5; In Bielefeld sind Mittwoch früh sämmtlihe Arbeiter der Bielefelder Maschinenfabrik vorm. Dürkopp u. Co., etwa 2 Personen, in den Ausstand eingetreten, der in einer Versamm- lung am Dienstag beshlossen wurde. (Vgl. Nr. 84 d. Bl.)

A Hier in Berlin geht der Berliner „Volks-Ztg.“ zufolge der usstand der Schneider und Schneiderinnen der Kostüm- e ras seinem Ende entgegen. Die Verhandlungen, welche eitnehmer am Dienêtag und Mittwoch mit den Geschäfts- K u gepflogen haben, führten zu einer Einigun esentlichsten Punkten. Nur in einigen eere Werkstätten, in énen nihts bewilligt wurde, rubt noch die Arbeit, do< ist voraus- ¿usehen, daß auh hier die Streitpunkte bald beseitigt werden.

Die Zu eständnisse sind meist mündlich gegeben und de>en sich nit überall im vollen Umfange mit den aufgestellten Forderungen. Jn der Damenmäntelkonfektion besteht eine andauernde Spannung ¿wischen den Arbeiterinnen und Meistern einerseits, sowie andererseits zwischen den Meistern und Konfektionären. Die Former und Gießer der Firma A. Friedrih haben die Arbeit niedergelegt, des- gleihen die Mechaniker der Firma Liedke.

Aus Sosnowice wird dem „,W. T. B.“ gemeldet: Vierbundert Arbeiter der „Huta Bankowa* stehen aus. Russishes Militär hält die Ordnung aufrecht.

Kunft und Wissenschaft.

In der Norgigen 3. diesjährigen öffentlihen Sitzung des

Vereins für die Geschichte Berlins (im Bürgersaal des Rath-

hauses, Abends 7} Uhr) wird Herr Oberlehrer Dr. Joh. Bolte den

Vortrag halten. Das Thema lautet: „Ein berlinisher Geschichts-

Seit) in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts (Martin Friedrich eidel)*,

Ueber die Benußung der Roentgen’shen Strahlen zur direkten Betrachtung innerer Körpertheile theilt Dr. B. Schäfer-Charlottenburg in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ us ait: „Bei der Verwerthung der Roentgen’shen Strablen ür die Medizin hat si<h das Hauptinteresse bisher auf das Photo- graphieren der Objekte konzentriert, während man das direkte Be- obachten derselben vernahlässigt hat. Es lag dies wohl haupt\ächlih daran, daß es no< nit gelungen war, fluorescierende Schirme von solher Empfindlichkeit herzustellen, um die Schatten der dahinter liegenden Objekte klar und deutli zurPerzeptionzu bringen. Jn dem physi- kalishen Kabinet des Nealgymnasiums zu Charlottenbur ist es nun Verrn Professor Dr. Bu ka gelungen, einen folhen Schirm derart herzustellen, daß er die fluorescierende Substanz in einen flächenartigen Raum, begrenzt einerseits von einer Glasplatte, andererseits von einem Karton, bringt. Die Substanz bede>t demgemäß den Schirm gleihmäßig in gewünshter Stärke. Vorerst hat Herr Bulka mit Bariumplatincyanür gearbeitet; andere Substanzen (Kalium- platincyanür 2c.) sollen demnächst untersu<t werden. Der von uns demonstrierte S<irm leuhtet no< in mehreren Metern Entfernung von der Crookes’\hen Röhre hell auf. Als wir mit dem- selben am 2. d. M. experimentierten, waren wir überras<t, mehr zu sehen, als wir erwartet hatten. Wir sahen die Pravaz’sche Sprite im Etui, den Inhalt eines Portemonnaies, die hinter den Schirm gehalten wurden, mit absoluter Schärfe, ferner den deutlichen Schatten eines Bleikreuzes dur einen hölzernen Kloß von 20 cm Di>e. Die Knochen der Hand, der Handwurzel, des Unter- und Oberarms, des Fußes dur<h den Schuh hindur< waren mit überrashender Deut- lichkeit zu untersheiden. Was aber bisher, soweit uns bekannt, no< nit gesehen wurde, das waren die Rippen, das Schulterblatt und die Wirbelsäule, welhe von mir und den anderen anwesenden Kollegen sofort als folhe erkannt wurden. Schließlich konnten wir den Schatten eines Schlüssels dur< den Kopf eines zehnjährigen Knaben hindur< erkennen. Es liegt auf der Hand, daß diese Methode des direkten Sehens bedeutende Vortheile gegenüber dem photographis&en Verfahren hat. Einmal sind ja die Bilder, die wir seben, gewissermaßen Momentaufnahmen, und wir baben nicht nöthig, den betreffenden Kranken dur<h eine mehr oder weniger lange Expositionszeit zu belästigen. Außerdem können wir in kurzer Zeit große Gebiete untersuhen, was nawmentli< bei Fremdkörpern fehr wichtig ift, da diese doh das Bestreben zu wandern aben. Vor allem aber ift die Einfachheit des Verfahrens eine frappierende, während das Photographieren immer do< yo<h ret umsftändlich ist. Die fluorescierende Platte kann entweder von Mehreren zuglei<h beobachtet werden, wenn das Zimmer verdunkelt wird, oder bei Tageslicht von einem Einzelnen, wenn man dieselbe in etnen sterecsfopartigen Kasten (Kryptoskop) bringt.“

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten und Absperrungs- Maßregeln. Spanien.

Durch Königliche Verordnung vom 1. d. M. ist die für Her- künfte aus Alexandrien und Damiette angeordnete Quarantäne unter den üblichen Bedingungen aufgehoben worden. (Vergl. „N.-Anz.“ Nr. 7 vom 9. Januar d. F. und Nr. 26 vom 25, Oktober v. J.)

Cholera.

Oitindien. Kalkutta. Vom 23. bis 29. Februar starben 71 Personen an Cholera, 1 an Pod>en und 239 an Fiebern.

: Pe st. Hongkong. Einer Mittheilung vom 29. Februar zufolge wird

in den Gesundheitépässen vermerkt, „daß die Pest in gewissen Distrikten

der Stadt Viktoria herrshe". Vom 1. Januar bis 21. Februar

sollen 153 Chinesen in Hongkong an der Seuche gestorben fein. Gelbfieber.

Cuba. In den beiden Wochen vom 16. bis 99. Februar wurden, den „Public health reports“ zufolge, in Santiago 15 Todes- fälle festgestellt. Nach Argentinien it die Seuche nachweislih dur< einen aus Rio de Janeiro gekommenen Viehwärter eingeshleppt worden. Bis zum 1. März wurden 10 Erkrankungen gezählt, von denen 4 tôdtlih verlaufen sind. Vom 2. bis 4. Máârz wurden neue Fâlle nit verzeihnet. Auf dem italienishen Kriegs\hifff „Lom- bardia* sind von der Mannschaft, die, wie zu berichtigen ift, nit aus 280, sondern nur aus 253 Personen bestand, bis zum 9. März 117 gestorben und nur 12 von der Krankheit verschont geblieben.

Verschiedene Erkrankungen.

_ Pot>en: Odessa, St. Petersburg je 3 Todesfälle ; Budapest 4, London 2 (Krankenhäuser), Paris 6, St. Petersburg 18 Erkrankungen ; Fecktyphus: Edinburg 7, St. Petersburg 6 Erkrankungen; Rü>- fallfieber: St. Peteréburg 8 Todesfälle und 184 Erkrankungen ; Gent>starre: New-York 6 Todesfälle; Regierungsbezirk Posen 2_ Erkrankungen, außerder vcretnzelte Fâlle in den Regierungsbezirken Schleêwig, Arnsberg und in München; Keuchhusten: London 89 Todeúfälle; Wien 77 Erkrankungen; Influenza: Mehr als 2 Todesfälle in Berlin (7), Kopenhagen (6), London (12), Moskau (3), New-York (4); Frankfurt a. O. 29, Nürnberg 114, Kopenhagen 177, Sto>kholm 79 Erkrankungen. Mehr als ein Zehntel aller Gestorbenen starb an Masern (Durchschnitt aller deutshen Be- rihtéorte 1881/90: 1,30 0/0): in Darmstadt Erkrankungen kamen zur Anmeldung in Berlin 48, Breslau 92, in den Regterungsbezirken Arnsberg 299, Düsseldorf 132, Königsberg 442, in München 57,

amburg 129, Budapest 131, Edinburg 64, St. Peteróburg 252,

rag 34, Wien 327 desgl. an Scharla< in Berlin 98, Breslau 36, München 27, Edinburg 46, Kopenhagen 34, London 224 (Kranken- häuser), Paris 50, St. Liderahecn 137, Wien 115 an Diph- therie und Croup (1881/90: 4,49 0/5): in Mülhausen i. E. Erkrankungen kamen vor in Berlin 99, in den Regierungsbezirken Arnsberg 152, Düsseldorf 104, in München und Kopenhagen je 43, London 105 (Krankenhäuser), Paris 102, St. etersburg $80, Wien 99 desgl. an Unterleibstyphus in St. etersburg 158.

Handel und Gewerbe.

Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. April 1896 zeizt der gefammte Kassenbestand von 903 455 000 (1895 1 069 070 000) A der Vorwoche gegenüber eine Abnahme von 7 644 000 (1895 Abs- nahme 2 225 000) 46 ; der Metallbestand allein hat um 8 741 000 A abgenommen. Der Bestand an Wechseln hat si<h bei einem Betrage von 697 819 000 (1395 556225000) A um 34 505 000 (1895 Abnahme 16 266 000) M und der Bestand an Lombardforderungen mit 117 006 000 (1895 80 319 000) A um 149586000 (1895 Abnahme 12 848 000) « vermindert; auf diesen beiden Anlagekonten zusammen ist also ein Rü>kgang um 49 091 000 (1895 Abnahme 29 114 000) M eingetreten. Auf passiver

Seite hat der Betrag der umlaufenden Noten von 1 183 227 000 (1895 1 130 181 000) .46 einen Rückgang um 65 281 000 (1895 Ab- nahme 27 010 000) Á erfahren, während die sonstigen tägli fälligen Verbindlichkeiten (Giroguthaben) im Betrage von 428 562 000 (1895 A O é um 9672 000 (1895 Abnahme 3 038 000) M ange- wachsen sind.

Tägliche M egeugeh elung für Kohlen und Koks an der Ruhr und in Obers<hle sien. __An der Ruhr sind am 9. d. M. gestellt 11 550, niht re<tzeitig a Oh i lesi si d. M. gestell n er elten find am 8. d. M. gestellt 4687, nit ts ¡eitig geftellt keine Wagen. N n

Zwangs-Versteigerungen.

En Nbg gligen Amtsgeriht 1 Berlin standen am 9. April die nachbezeichneten Grundstü>e zur Versteigerung: Hoch- straße 38a, dem Gutsbesißer Emil Korn gBEng: ille 5,12 a; Nupzungéwerth 8830 #4; Meistbietender blieb der of-Väermeister

dwinning, Lüßowstraße 81, mit dem Gebot von 121 500 #& Theilung halber : Schönhauser Allee 52, der Frau Marie Falk u. Gen. gehörig; Fläche 7,8 a; Nußungswerth 4890 H; mit dem Gebot von 79 500 A blieb der Kaufmann Otto Hahn zu Dresden Meistbietender.

Beim Königlichen Amtsgericht zu Charlottenburg wurde das Verfahren der Zwangsversteigerung des im Grundbuche von der Stadt Fa, Baud 85 Blatt Nr. 3208 auf den Namen des Kaufmanns O. angenheim zu Charlottenburg ein- getragenen, zu Charlottenburg, angebli< Wallstraße 13, be- feinen Lrundsenas aufgehoben. Die Termine am 29. Mai De Wi allen fort.

Die gestrige Generalversammlung der „Kette“, Deutsche Elbschiffahrts-Gesellschaft, genehmigte die Anträge der Tages- ordnung. Die auf 41% festgeseßte Dividende gelangt sofort zur

Auszahlung.

Dreslau, 9. April. (W. T. B.) Getreide- und Produktenmarkt. Spiritus pr. 100 1 100% erkl. 50 A Ver- rau<sabgaben pr. April 50,50, do. do. 70 M Verbrauchsabgaben pr. April 30,80. :

Magdeburg, 9. April. (W. T. B.) Zud>erberi<t. Korn- zuer exkl., von 92% 13,35—13,50, Kornzu>er exkl. 88% Rendement 12,75— 13,00, Nachprodukte exkl. 75 9% Rendement 9,50—10,50. Fest. Brotraffinade I. 29,29. Brotraff. TI. 25,00. Gem. Naffinade mit Faß 24,90—25,25. Melis 1. mit Faß 24,25. Fest. Robzuder 1. Produft Transito f. a. B. Hamburg pr. April 12,627 bez., 12,65 Br., pr. Mai 12,723 bez., 12,75 Br,, pr. Juli 12,95 Gd., 13,00 E, pr. August 13,10 bez. und Br., pr. Oktober-Dezember 11,75 bez., 11,774 Br. Fest.

Frankfurt a. M., 9. April. (W. T. B.) Die Chemische S Diet, Kellner u. Co. in Griesheim am Main ist eute Nachmittag vollständig niedergebrannt. Der Schaden ist no< nicht festgestellt. 5

Leipzig, 9, Aptil (W_ T. B.) Kammzug - Termins. handel. La Plata. Grundmuster B. pr. April 3,375 , pr. Mai 3,40 4, pr. Juni 3,421 4, pr. Juli 3,45 A, pr. August 3,45 , pr. September 3,474 e, pr. Oktober 3,47è M, pr. November 3,50 M, pr. Dezember 3,50 Æ, pr. Januar 3,90 M, pr. Februar 3,925 M, pr. März 3,524 4, pr. April —. Umsaß: 40000 kg. Nuhia.

Bremen, 9. April. (W. T. B.) Börsen - Schluß - Bericht. Raffiniertes Petroleum. (Offizielle Notierung der Bremer Petroleum-Börfe.) Matt. Loko 9,65 Br. Russisches Petroleum. Loko 5,50 Br. S<hmalz. Ruhig. Wilcox 284 K, Armour shield 274 S, Cudahy 29 „4, Choice Grocery 29 4, White label 29 „t, Fairbanks 26 4. Spe>. Ruhig. Short clear middling loko 262 4 Reis ruhig. Kaffee unverändert. Baumwolle ruhig. Upland middl. loko 41} 4. Wolle. Umsaß: 153 Ballen. Taba. 34 Faß Kentu>y, 17 Faß Scrubs, 33 Faß Stengel.

Hamburg, 9. April. (W. T. B.) Getreidemarkt. Weizen loko rubig, holsteinisher loko neuer 154—158. Roggen loko rubig, hiesiger —, mc>lenburger loko neuer 134—138, russischer loko fest, 84—86. Hafer ruhig. Gerste ruhig. Rüböl (unverzollt) rubig, loko 47. Spiritus ruhig, per April-Mai 163 Br., pr. Mai-Juni 163 Br., pr. Juni-Juli 167 Br., per September-Oktober 178. Kaffee fest. Umfay 3000 Sa>. Petroleum ges<häftslos, Standard white

loko 5,75.

Kaffee. (Nachmittagsberiht.) Good average Santos pr. Mat 66}, pr. September 6212, pr. Dezember 58}, pr. März 57E, Behauptet. Zu>er markt. (Schlußbericht.) Rüben-Rohzu>er E Produkt Basis 88 % Rendement neue Üsance, frei an Bord Hamburg pr. April 12,624, pr. Mai 12,70, pr. Juli 12,974, pr. August 13,05, pr. Dezember 11,80, pr. März 12,05. Stetig.

- Sonvon, 9: Ave (W. T B.) 96% STFavazud>er 133 fest, Rüben-Rohzu>ker loko 128 fet. Chile-Kupfer 441/16, pr. 3 Monat 453.

Liverpool, 9. April. (W. T. B.) Baumwolle. Umsa 10 000 B., davon für Spekulation und Export 500 B. Steigend. Middl. amerikanische Lieferungen: Stetig. April-Mai 419/64 Verkäuferpreis, Mat-Junt 417/64 —49/33 Käuferpreis, Juni-Juli 415/64—4} do., Juli- August 47/323—41/64 Verkäuferpreis, Augusït-Sevtember 41/44 Käufer- preis, September - Oktober 43/64 Verkäuferpreis, Oktsber-November 389/34 do., November-Dezember 31/16 do., Dezember-Januar 315/16 d. do.

Elverpool, 9. April. (W. T: B) Offiztelle Notierungen. American good ordin. 43/16, do. low middling 45/16, do. middling 413/33, do. good middling 415/32 do. middling fair 42/32 Pernam fair 45, do. good fair 47, Ceara fair 4} do. good fair 43, Egyptian brown fair 58, do. do. good fair 6, do. do. good 64 Peru rough good fair 63/16, do. do. good 65/16, do. do. fine 67, do. moder. rough fair 94, do. do. good fair 51/16, do. do. good 6, do. smooth fair 49/16, do. do. good fair 411/16, M.G. Broach good 311/16, do. fine 42, Dhollerah good 3/16, do. fully good 311/16, do. fine 33, Oomra good 38, do. fully good 33, do. fine 315/16, Scinde good fair 29/16, do. good 213/16, Bencal fully good 21/16,

do. fine 33/16. j Bratford, 9. April. (W. T. B.) Wolle ruhig, Merino williger, englishe Croßbreds fest. Garne ruhig, aber fest; Stoffe unverändert. April. (W. T. B.) (S{hluß.) obguder Ls M, E

Paris, 9. fest, 880/06 loko 324 à 32}. Weißer Zu>er stramm, N

100 r pr. April 34, pr. Mai 34}, pr. August 346, pr. Ja- nuar 324.

Florenz, 9. April. (W. T. B.) Auf der italienischen Meridtonal-Eisenbahn betrug in der 9. Dekade vom 21. bis 31, März 1896 auf dem Hauptnetz die Einnahme 2 795 908 (+- 84 113) Lire. Seit 1. Januar 1896 20 781 560 (+ 1 649 892) Lire.

m Ergänzungsneß betrug die Einnahme seit 1. Januar 1896 1 627 702 (+ 236 856) Lire.

Verkehrs-Anstalten,

Bremen, 10. April. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer „Lahn“ ist am 8. April Abends in New- Vork angekommen. Der Postdampfer „München“ ist am 8. April Na(- mittags von Baltimore nach der Weser ab ungen. Der NReichs- Fostdampfer „Karlsruhe* hat am 8. April bends die Reife von

eapel nah Port Said fortgesezt. Der Schnelldampfer ,Ems*“ ist am 9. April Morgens in Neapel angekommen. Der Reichs- Postdampfer „Sachsen“ ist am 9. April TaC ags in Hong- kong angekommen. Der Reichs-Postdampfer „Olden urg* ift am 9, April Mittags in Antwerpen angekommen. Der Reis - Post- dampfer „Prinz Heinrich * ist am 9. April Mittags in Antwerpen

angekommen. London, 10. April. (W. T. g, Die „Times* meldet aus Kapstadt: der Vertrag, betreffend die Erweiterung der Beira=«

Eisenbahn ist unterzeihnet worden.