1896 / 110 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Abg. Ritter bemerkt, nur für den Wortlaut zu stimmen, ohne _ sih der Motivierung anzuschließen. : Der Antrag wird darauf von der M eit der Konser- vativen, den Freikonservativen und einem Theil der National- liberalen und des Zentrums E

Schluß 4 Uhr. Nächste Sißung: Freitag 12 Uhr. (Dritte Berathung des Richterbesoldungsgesezes und der Eisenbahn- kreditvorlage.)

Statistik und Volkswirthschaft.

Die Branntweinbrennerei und Branntweinbesteuerung, sowie der Branntweinverbrauch in den Betriebsjahren 1887/88 bis 1893/94.

Fn Nr. 4 des X11. Bandes der „Statistishen Mittheilungen über das Großherzogthum Baden“ sind in einer beahtenswerthen Arbeit über die Statistik der Branntweinbrennerei, -Besteuerung und des Branntweinverbrauhs in Baden die Ergebnisse des Betriebs8- ahres vom 1. Oktober 1893 bis 30. September 1894 veröffentlicht.

ir theilen im Folgenden einige derselben entnommene Er ebniß- ahlen mit und seßen zum Zweke des Vergleichs die entsprechenden

ngaben aus den sechs vorangegangenen Jahren und die entsprehenden Zahlen für das ganze Reich daneben. : (

Non den am Schluß des Betriebsjahres 1893/94 im Reichsgebiet vorhandenen 89 619 Branntweinbrennereien kamen 2 891 oder 98,89 9/0 auf Baden ; von ersteren waren 71 503 oder fast vier Fünftel, von den badishen 22712 oder nahezu neun Zehntel im Betrieb. Unter den im Betrieb gewesenen Brennereien stellten im Reich 48 103 oder 67,27 %, unter denen Badens 19 976 oder 87,95 9%/ [ährlih nur 50 1 reinen Alkohol oder weniger her, dagegen erzeugten 949 bezw. 11 (1,33 bezw. 0,05 9/6) Brennereien mehr als 100 000 O Res

olgende Uebersicht zeigt, in welhem Umfang die kleinen, die mitta und die großen Betriebe seit dem Betcriebsjahre 1. Oktober 1887/88 in Baden und im Reich vertreten waren.

Von den betriebenen Brennereien stellten her an reinem Alkohol

her über über ber

50—1000 1000 bis | 10000 bié 100 000

4 bis 50 Be 10 000 ! 100 000

triebs-

eo

iter

jahre

im Steuer gebiet im Steuergebiet im Steuergebiet im Steuergebiet Steuergebiet

13 464/ 35 570f 762| 6142| 20/2569 [3280 17 859| 45 521/1667 13 610| 27/2510 3408 12 595| 55 109] 975| 7 465] 27/2513 3170 16 957| 41 574/1137| 9 644] 38/2434 3388 17 204| 43 458/1355] 9995| 36/2253 3439 1892/93 117 883| 42 493/1633| 10 885] 47/2418 3430 1893/94 119 976| 48 10312663| 16 625] 55/2506 3320

Durch-

chnitt 16 563| 41 690/1447| 10 624] 37/2457 713348 2 785

1887/94 in 9% 91,70| 70,77/8,01| 18,04] 0,20| 4,17] 0,04| 5,69] 0,0 [1,33

Die Gesammtzahl der Branntweinbrennereien hat während der ersten fünf Jahre im gesammten Steuergebiet regelmäßig abge- nommen, dagegen war im Jahre 1892/93 eine kleine und im Be- rihtsjahre 1893/94 eine etwas größere Zunahme zu verzeihnen. In Baden sind die Veränderungen in den einzelnen Jahren nur un- bedeutend; auf eine allmählihe geringe Abnahme in den erften vier Jahren folgte eine ebenso regelmäßige Zunahme in den leßten drei; im Berichtöjahre is der Stand der Brennereien in Baden größer als 1887/88. Die Zahl der im Betriebe befindlihen Brennereien war in den erften Jahren recht erheblihen Sc&wankungen unter- worfen; doch hat in den drei leßten Jahren, alfo nah dem Inkrafttreten des Selehes vom 8. Juni 1891, eine immer stärkere Vermehrung derselben stattgefunden. Im Durdch- \chnitt der sieben Berichtsjahre betrug die Zahl der Branntwein- brennereien überhaupt îm ganzen Steuergebiet 89 392, in Baden 2% 572; davon waren im Betrieb 58 904 oder rund 65,89 9/9 bezw. 18 063 oder 70,25 %/o. j

Bezüglih der Menge des hergestellten Alkohols ergiebt sich aus vorstehender Tabelle, daß in Baden die kleinsten und kleinen Brennereien ganz erheblich überwiegen, weöhalb au troß der großen obl von Betrieben nur eine verhältnißmäßig geringe Menge

ranntwein erzeugt wird. Wie groß dieselbe im Verhältniß zu der im Steuergebiet hergestellten in den einzelnen Jahren der Be- rihtszeit war, erhellt aus folgender Uebersicht, in der auch der Steuerertrag nachgewiesen ist:

Gesammterzeugniß Gesammter Branntwein- an reinem Alkohol \steuerertrag

im Steuer- davon im Steuer- davon gebiet in Baden gebiet in Baden

hl bl 9% ÁM Áh 9%

1887/88 . . . . 3058025 36484 1,19 116498804 1131624 0,97 1888/89 . . . . 2727061 46056 1,69 139143985 2189606 1,57 1889/90 . . . . 3144801 44375 1,41 147309590 2069730 1,41 1890/91 .. . . 2969149 48525 1,63 145732721 2229420 1,53 1891/92 . . . . 2948244 54847 1,86 134185046 2132963 1,59 1892/93 . . . . 3028920 57672 1,90 141435216 2515933 1,78 1893/94 . . . . 3262685 65225 1,97 144739508 2640073 1,82 im Durchschnitt . . 3019841 50455 1,67 138434981 2129907 1,54

Hiernach hat die hergestellte Menge an reinem Alkohol in Baden im leßten Betriebéjahre nahezu das Doppelte der Produktion des ersten Betriebösjahres nah dem Inkrafttreten des jet gültigen Brannt- weinsteuergeseßes betragen und sih gegen das Vorjahr um 7553 h1 oder 13,1 9% gesteigert. Im ganzen Steuergebiet is gegen das Vor- jahr ebenfalls eine Zunahme der Produktion zu Ceratddiita.

Von der Gesammtprodufktion des Jahres 1893/94 an reinem Alkohol entfielen auf die 22694 kleinen abgefundenen Brennereien Badens 10 883 h1 (16,69 9/6), mithin auf eine kleine Brennerei durch- \chnittlich 48 1; dagegen erzeugten die 18 Großbetriebe ohne Abfindung 54,342 hl (83,31 9/60) oder jeder derselben durchschnittlich 301 900 1.

Die stärkste Produktionszunahme haben die kleinen abgefundenen Brennereien und unter diesen wieder diejenigen aufzuweisen, welche nicht Kartoffeln oder Getreide, sondern andere, nicht mehlige, matertalsteuerpflihtige Stoffe verarbeiten. Diese Méchrerzeugung ist bur die außerordentlih reiche Obst- und Weinernte des Jahres 1893 veranlaßt worden. Bei den größeren landwirthschaftlichen Brennereien que Abfindung haben die günstige Kartoffelernte und die niederen

etreidepreise zu vzrstärkter Produktion angeregt und auch die Gründung von drei neuen Betrieben dieser Art veranlaßt. Bei weitem die wichtigste Ursache der Mehrproduktion im allgemeinen is aber in der für Baden im Berichtsjahre besonders günstigen Vertheilung des zum De Verbrauchsabgabesay herstellbaren Jahreskontingents zu uchen. Die erhobenen Branntweinsteuerbeträge seßten sih nah den ver- schiedenen Steuers ägen in folgender Weise zusammen:

1887/88 1888/89 1889/90 1890/91 1891/92

Betriebsjahre, hegmangeo am 1. Oktober

1887/88 1393/ M Dura, d riba

in im in m n m I.Maischbot- Baden Steuer- Baden Steuer- Baden Steuer- tihsteuer von gebiet gebiet gebiet landwirths{ch. M M. A M 4 Mh

u. nicht landw. Betrieben 33920 34305928 207133 34598949 93516 32603050

I1. Material-

steuer . 66015 329952 95935 601504 67325 393849 ITI.Verbrauchs-

abgabe . 940293 88710010 2591031 141517487 2127382 128493570 IV. Zushlag

zur Ver- brauhsabg. 156570 5195041 104938 5358751 142664 5567796

Im Ganzen I. bis IV. 1196798 128540931 2999037 182076691 2430887 167058265 Berechtigungs- scheine wurden aus8gefert. Stck. 218 9820 1168 31456 1013 23055 über A 79588 4985580 843705 26855485 612873 19251930

in Anrehnun gebracht Stück 3770 281 31252 306 22504

über Æ 2285988 192982 27332329 174519 19047065

Die Maischbottichsteuer wurde soweit dieselbe niht im Wege der Abfindung geleistet wurde in Baden im Betriebsjahre 1893/94 zum vollen Saß ohne Zuschlag von 3 Getreidebrennereien und 1 Kartoffelbrennerei, zu °/10 des vollen Satzes von 1 Kartoffel- brennerei und zu $/10 des vollen Satzes von 2 Kartoffelbrennereten, sämmtliche ohne Hefenfabrikation entrichtet; den Zuschlag zur Verbrauchs- abgabe statt der Bottichsteuer zum Satze von 0,20 # zahlten 3 Getreide- und 12 Kartoffelbrennereien, zum Saße von 0,16 M 112 Kartoffelbrennereien, zum Saße von 0,12 „( 639 Getreide- brennereien. Von gewerblichen Brennereien entrihteten den Zuschlag von 0,20 K 4 Hefenbrennereien, zu 0,16 46 3 Getreide- und 2 Kar- toffelbrennereien.

Nach der Art der Betriebseinrihtung seßten sih die am Jahresfchluß vorhandenen Brennereien, wie folgt, zusammen: 1887/88 1893/94 Durchschnitt 1887/94 ín im ín im in im Baden Steuer- Baden Steuer- Baden Steuer- Brennereien gebiet gebiet gebtet zur Brannkweinbe- reitung mittels einer Destillation 2 5708 nicht zur Beendigung der Branntweinbe- reitun in einer Destillation Sammelgefäße, aufgestellt in Bren- nereten 3679 16 4080 15 3986 Meßapparate, auf- gestellt in Brennereien 5 666 4-822 5 809

Destillationsan- stalten gab &es .. 344 4494 280 3876

Als Stoffe wurdén verarbeitet: 1887/88 1893/94 1887/94

in | Steyer» |g ? | Sieuer- [gz | Steu | euer» euer- euers- Baden | ebiet [Baden | ‘ebiet Baden | “ebiet 100 kg| 100 kg [100 kg| 100 kg [100 kg| 100 kg

2578220094163} 60405/21480137] 39309/18666080 106190} 3048075/116584| 3241072/122398| 3522719

919 1/281 4217| 2841 6717 1065| 276496] 34123| 337442/ 14769| 457879 700) 8231| 1327

hl hl hl hl bl hl

Weintreber . . . | 50373| 346241] 74113| 488511] 43776| 325608 ernobit 3145 28592] 62743| 271774} 28006| 115134 Beerenfrüchte . . | 2003 93781 2310| 195161 2435| 13459 Brauereiabfälle . | 9550| 159166} 10306| 161887} 11611| 167798 e i 63781| 139920] 5302| 26346] 4320| 77105

epreßte Wein- hefe 3370 9855] 2464| 10459] 3492 9717 1153 22 1288

Wurielt «.ch» 120 1387|

Traubenwein . . | 33848} 379 22119) 156) 10543

Del 4 88) 239 5792 62 2518 27516

Flüssige Wein-

4109 24985] 7378| 839344] 4552

24582 83897/147272| 602789| 72504| 260904 Sonstige Stoffe 332 6295] 8152| 64329] 4556| 832027

Hiernach haben sih die Mengen des verarbeiteten Steinobstes und der verarbeiteten Weintreber infolge der hon oben erwähnten günstigen Wein- und Obsternte gegenüber dem Vorjahre verdoppelt, jene des ver- arbeiteten Kernobstes Paar verdreifaht; auch das Getreide ist infolge der niedrigen Getreidepreise in \stärkerem Umfang zur Branntwein- produktion herangezogen worden, der Verbrauch der Kartoffeln dagegen nicht unerheblih zurückgegangen.

Zu gewerblichen und anderen Zwecken wurde Branntwein steuer -

frei abgegeben: 1887/88 1893/94 Gurchschnitt 1887/94 ín im ín im in im Baden Steuer- Baden Steuer- Baden Steuer- gebiet gebiet gebiet

hl hl hl hl hl hl reinen Alkohols reinen Alkohols reinen Alkohols uberhaupt 20959 387 568 31 279 664 394 26 248 527 386

davon war de- . 19 677 366 102 26 188 626 759 ?2 101 491 021

naturiert . niht denatu- 1282 21466 5091 37635 4147 36365

riert difsenichaftlich wissen en Feen «6+ 63 678 119 1598 94 eilzwecken . . . 427 11366 8356 11933 412 eifen- undPar- fümeriefabri- kation b: 0520 80 O04 Dc (906 sonstigen Zweken 607 2602 4336 16270 3324 13668

Darnach i} der Branntweinverbrauch, soweit es sih um den steuerfreien Verbrauh zu gewerblichen u. \. w. Zwedcken handelt, auch im abgelaufenen Betriebéjahre wieder, und zwar um 2482 h1 oder 8,629/9 gestiegen. Auch der Branntweinverbrauch zu Genuß- zwecken hat im Vergleih mit den Vorjahren wteder etwas zu- genommen. Während im Vorjahre die Vèenge des versteuerten Branntweins sich nur auf 39 745 h1 reinen Alkohols belaufen hatte, betrug sie im Berichtsjahre 1893/94, wie sih aus der erhobenen Ver- brauhéabgabe berehnen läßt, 40 565 hl.

leichwie feder hat Baden auch im abgelaufenen Betriebsjahre seinen gesammten Bedarf an Branntwein, der annäherungsweise auf etwas über 68 000 hl zu Pan aae ift, dur eigene Erzeugung a nicht vollständig decken können. Das Großherzogthum wäre des- halb, selb wenn sih Gelegenheit zum Absaß in das Ausland bieten würde, nicht in der Lage, sich am N Peine Ep TTs in erheb- lihem Maße zu betheiligen. Die Aus x betrug denn auch nur 247 hl gegen 160 bl im Vorjahre und bestand meist aus Quoalitäts- branuntweinen. Im gauzen Steuergebiet erreihte die Ausfuhr us G Rem reinen Alkohols gegen 111 447 Doppelzentner m Vorjahre. :

74 5563 68 95589

25812 85191 25817 84052 25505 83802

Dur{schnitt

Kartoffeln. .

Getreide

Andere mehlige Stoffe...

1 284 13 457

Die Spirituspreise haben fih niht gebessert, sonde im Jahresdurchschnitt noch weiter heruntergegangen; sie tes Nad Mannheim für unversteuerten, a. mit 50 4, b. mit 70 4 Verbrau{s. abgabe belasteten Rohbspiritus 20s 100 000 1)

a b

__im , im a. L Oktober 1893 . . 53,50 34,00 | Juli 1894 . . 51,50 32,00 November . . 52,50 33,00 | August ere mm 39/00 Dezember ,„ . . 51,00 31,50 | September , .. 832,00 Januar 1894 . , 52,90 33,00 | Durchschnitt:

ebruar «e OLDO 8200 1893/94 . .. . 51,40 32,00

ärz . . 50,50 32,00 1892/93 . . . . 64,73 35/98 April : «90,90 31,00 1891/92 . . . . 63,79 44,29 ai . , 49,00 29,50 1890/91 . .… . 69,38 49,90 Juni «01,00: ‘82,00 Unter den in Baden konsumierten Trinkbranntweinen find die weitaus meistbegehrten der Kartoffel- und Fruchtbranntwein wegen threr Billigkeit (Preis für 1 h1 40—45 4). Die Preise der haupt- \ählich fTonsumierten Trinkbranntweine betrugen im Berichtsjahre 1893/94, je nahdem sie echt oder mehr oder weniger verschnitten waren :

bei Tae Sein beim aus der eins 4 Brennerei | verkauf Ausscank

durschn. | durscn. | LUrGschn. M A

39—48 | 9,35 3,10 3,65 38—43 | 1/65 2/20 2,60 20:45 |- 4:10 1/50 ,00 36—45 | 1,90 2,50 2,9

4,0

1;1

1,4

bei einem Prozent- gehalt von

für den Liter

Kirshwasser Zwetschgenwasser . Tresterbranntwein . efenbranntwein Heidelbeergeist Malzbranntwein Kernobstbranntwein .

36—-45 2,90 0 1 36—45 0,85 9 D 36—45 0,95 H 6 Kartoffelbranntwein . . . | 30—38 0,60 0,95 1,30 Fruchtbranntwein 30 48 0,65 1,00 1,30

Auch die Preise der Trinkbranntweine sind gegen das Vorjahr heruntergegangen.

Die im Berichtsjahre im Betriebe gewesenen 4 Preßhefe- brennereien hatten eine Gesammtproduktion an E von 1 425 200 kg, das find 31 357 kg mehr als im Betriebsjahre 1892/93. Die Preise der Hefe betrugen im Kleinverkauf je nah Güte und Be- \chaffenheit 1,20 bis 1,30 4, im Großverkauf 1,00 # für das Kilo- gramm, d. h. ebenso viel wie im Vorjahre.

Handel und Gewerbe.

Bremen, 7. Mai. (W. T. B.) Börsen - Schluß - Bericht. Raffiniertes Petroleum. (Offizielle Notierung der Bremer etroleum-Börse.) Fest. Loko 5,75 Br. Russishes Petroleum. ofo 5,55 Br. chmalz. Fest. Wilcox 27} 4, Armour shield 264 & , Cudahy 27} 4, Choice Grocery 274 „4, White label 274 Z, O 2% F. Speck fest. Short clear middling loko L eis unverändert. Kaffee fes. Baumwolle ftetig. Upland middl. [oko 42} 4. Wolle. Umsay 127 Ballen. Tabak. 30 Seronen

Carmen.

Hamburg, 7. Mai. (W T. B.) Getreidemarkt. Weizen loko fester, holsteinisher loko neuer 153—154. Roggen loko fester, hiesiger —, mecklenburger loko neuer 127—130, russischer loko fester, 80—83. Hafer fester. Gerste fester. Rüböl (unverzollt) fest, loko 474. Spiritus ruhig, pxr. Mai-Juni 164 Br., pr. Juni-Juli 167 Br., per August-September 174} Br., per September- Oktober 173 Br. Kaffee fest. Umsay 4000 Sack. Petroleum behauptet, Standard white loko 5,70.

Kaffee. (Nachmittagsbericht.) Good average Santos pr. Mai 68}, pr. September 64, pr. Dezember 593, pr. März 594. Nuhig. Zuckermarkt. (Schlußbericht.) Nüben - Rohzucker I. Produkt Basis 88 9/ Rendement neue Ae fret an Bord Hamburg pr. Mai 12,27}, pr. Juni 12,42, pr. August 12,67, pr. Oktober 11,87F, pr. Dezember 11,75, pr. März 12,00. Ruhig.

London, 7. Mai. (W. T. B.) Wollauktion. Preise un- verändert bei lebhafter Betheiligung.

An der Küste 2 Weizenladungen angeboten.

96 9%/ Javazucker 14 ruhig, Nüben-Rohzucker loko 124 ruhig. Chile-Kupfer 457/16, pr. 3 Monat 453.

Liverpool, 7. Mai. (W. T. B) Baumwolle. Umsay 15 000 B., davon für Spekulation und Export 1000 B. Weichend. Middl. amerikanishe Lieferungen: Ruhig, stetig. Mat-Juni 43/16 421/64 Berkäuferypreis, Juni-Juli 4%/32—4%/64 do., Juli-Auguft 417/44 Käuferpreis, August-September 47/32 do., September-Oktober 47/64 do., Oktober-November 41/64 Verkäuferpreis, November-Dezember 331/32— 363/64 do., Dezember-Januar 381/32— 38/64 do., Januar-Februar 331/39—363/64 Käuferpreis, Februar-März 38/64 d. Werth.

Liverpool, 7. Mai. (W. T. B.) Offizielle Notierungen. American good ordin. 4}, do. low middling 4, do. middling 41/33, do. good middling 4/16 do. middling fair 42/32,

ernam fair br do. good fair 45, Ceara fair 4, do. good air 43, Egyptian brown fair 511/16, do. do. good fair 61/16, do. do. good 65/16 Peru rough good fair 6/16, do. do. good 65/16, do. do. fine 67, do. moder. rough fair 5}, do. do. good fair 511/16, do. do. good 6, do. smooth fair 4°/16, do. do. good fair 411/16, M. G. Broach good 311/16, do. fine 4F, Dhollerah good 37/16, do. fully good 39/16, do. fine 3}, Oomra good 39/16, do. fully good 31/16, do. fine 37, Scinde good fair 2}, do. good 2}, Bengal fully good 215/16,

do. fine 33/16. Bradford, 7. Mai. (W. T. B) Wolle ruhig, RohbzudLer

Alpacca fest, Garne ruhig bei weihender Tendenz. Paris, 7. Mai. (W. T. B.) (Schluß) ruhig, 889%/ loko 32 à 324. Weißer Zucker matt, Nr. 3, pr. 100 kg, pr. Mai 324, pr. Juni 32#, pr. Juli-August 32}, pr. Oktober- Januar 32}. j Amsterdam, 7. Mai. (W. T. B.) Java-Kaffee good eröffnete

ordinary 51}. Bancazinn 36t.

New - Vork, 7. Mai. (W. T. B.) Die Börse träge, hatte einen {wachen Verlauf und {loß s{chwach und niedriger. Der Umsay in Aktien betrug 145 000 Stük.

Weizen eröffnete infolge {wächerer Kabelberihte mit etwas niedrigeren Kursen in ruhiger Haltung. Dann trat auf Käufe der Baissiers, sowie auf Berichte von Ernteshäden durch Insekten eine wesentliche Besserung ein, die sih bis zum Schluß noch e rte. Mais verlief infolge der höheren Weizenpreise und Abnahme der Eingänge in steigender Haltung.

Waarenbericht. Baumwolle - Preis in ork 8 do. do. in New-Orleans 1 Petroleum Stand. white in New- ort 6,95, do. do. in Philadelphia 6,90, do. rohes (in Cases) 7,85, do. Pipe line Certif. pr. Mai 1224, Schmalz Weftern steam 5,02, do. Nobe & Brothers 5,30, Mais pr. Mai E do. pr. Juni 354, do. pr. Juli 368, Rother Winterweizen 75, Weizen pr. Mai 70, do. pr. Juni 70}, do. pr. Juli 70}, do. pr. September 70$, Getreide- fraht nach Liverpool 24, Kaffee fair Rio Nr. 7 14, do. Rio Nr. 7 pr. Juni 12,80, do. do. pr. Fug 12,10, Mehl, Spring-Wheat clears 2,50, Zudcker 38, Zinn 13,35, Kupfer 10,80.

hicago, 7. Mai. (W. T. B.) Weizen s{wächte sich anfangs infolge der geringen Nachfrage für den Export etwas ab, erholte aber im weiteren Verlauf auf ungünstige Wetterberihte und au Käufe der Wall-Street. Mais allgemein fest während des ganzen Börsenverlaufs im Einklang mit New-York.

Weizen pr. Mai 623, do. pr. Juni 633. Mais pr. Mai 29. Schmalz pr. Mai 4,77, do. pr. Juni 4,82. Spedck short clear 4,37. Pork pr. Mai 7,90.

Meriko, 7. Mai. (W. T. B.) Die Ein- und Aus- fubrzöôlle betrugen im Monat April 1 952 000 Doll., f 2 071 000 Doll. im Monat März d. J. und 1683 000 Doll, im Monat April 1895.

matt ;

New -

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

In Stettin fand gestern eine Versammlung der ausständigen Hafénarbeiter statt, in welher berichtet wurde, daß bis jeßt mit den Stauern noch kein Einverstänvniß erzielt worden sei, man hoffe jedo, inzeiner heutigen Versammlung bessere Resultate mittheilen zu können. Weiter wurde, wie die „Dstsee-Zta." meldet, versichert, daß die Hafenarbelter in Swinemünde sh mit den Ausständigen solidarisch erklärt hätten, sodaß weitere Dampfer, deren Ladungen für Stettin estimmt seien, in Swinemünde nit mehr entlöscht werden würden.

In Erfurt hat, wie der „Köln. Zig." berichtet wird, der A u s- stand der Maurer nach ciner Dauer von 23 Wochen dur einen Vergleich einen für - beide Theile befriedigenden Abschluß gefunden. In der Hauytsawe haben die Arbeiter eine 10}stündige Arbeitézeit erreihi-und eine Lohnerhöhung von 10 9/6.

Aus Harburg wird dec ,Weser-Ztga.“ gemeldet, daß die Arbeiter der dortigen Aktienbrauerei in eine Lohnbewegung eingetreten find. Die gestellten Hauptforderungen, auf die man sh bis heute Vor- mittag Antwort erbeten bat, find folgende: Für Brauer und Küper beträgt die Arbeitézeit zehn Stunden. UVeberftunden werden mit 50 1, die Sonntagsarbeit mit 69 „4 Z für die Stunde berechnet. An den Tagen vor ben vier Hauptfesten ist um 4 Uhr Feierabend, ohne Kürzung des Lohns. Der 1. Mat ift als Feiertag einzuführen. Der Wochenlohn beträgt mindestens 27 4 Die Arbeitszeit für Hilfs- arbeiter beträgt au zehn Stunden, der Wochenlohn 24 46

In Halle a S. ift der „Frkf. Ztg.“ zufolge der Äus stand der Seeger der fozialdemokratishen Genoffenschaftsdruckerei beendet. (Vergl. Nr. 107 d. Bl.)

íIn Döbeln wurde, wie der „Vorwärts“ mittheilt, am Mitt- wo in ciner Versammlung die Arbeitsnieterlegung auf allen p Lde beschlossen, weil die Meister die Forterungen der Arbeiter ableßnten.

Hier in Berlin nahnz, der Berliner , Volks-Ztg.“ zufolge, eine Bersammlung von Shuhmachermeistern, welhe von der Schuh- maMßer-Jnnung einberufen werden war, um zu dem Ausstande der Gesellen Stellung zu nehmen, am Mittwoch folgende Entschließung an: Die Versammlung der Shuhmacermeister beschließt mit Nücksicht darauf, daß für die Gesellen kein Grund vorlag, an Stelle des vor 6 Jahren verein- bartez Lohntarifs einen neuen aufzustellen, sowie mit Rücksicht darauf, baß der Ausftand verkündigt wurde, ohne daß die Meister Gelegenheit baiten, den Nachweis zu führen, daß sie zur Erhöhung des Lohnes nicht in der Lage seien, dentenigen Meistern, welhe von dem-Ausstand betroffen werden, jede Hilfe angedeihen zu lassen. Sollte der Ausstand nicht binnen drei Tagen für beendet erklärt werden, so follen nah Möglichkeit Gesellen von auëwärts herangezogen werden. Diejenigen Gefellen, welhe noch länger als drei Tage im Ausstande verharren, dürfen während der Dauer von sech8. Monaten von keinem Meister in Arbeit genommen werden. Die Parquetbodenleger Berlins sind in einen all- gemeinen Ausftand eingetreten.

Aus Herstal bei Lüttih meldet ,W. T. B.*, daß der Au s- fand a der dortigen Waffenfab rik „beendigt ift. (Vgl. Nr. 103

Aus Athen wird dem „W. T. B.“ berichtet, daß die aus- And Bergleute in Laurion die Arbeit wieder aufgenommen aben.

Literatur.

Bierteljahrs\chrift für Staats- und Volks- wirthschaft, für Literatur und Geschichte der Staats- wissenshaften aller Länder, herausgegeben von Dr. Kuno Frankenstein. Heft 1 des fünften; Bandes. Verlag. von C. L. Hirschfeld in Leipzig. Preis pro Jahrgang 20 4 Das vorliegende erste Heft des neuen Jahrgangs bringt wiederum eine reihe Auslese interessanter wissenschaftliher Arbeiten. Neben rein theoretisch bedeutfamen Abhandlungen haben diesmal auch Fragen vorwiegend praktisher Natur in erhöhtem Maße Berücksichtigung ge- funden. Auf den Aufsaß über „Fleischpreise - und Kleisch- verbrauh" von Rudolf Martin, demselben Verfasser, der im leßten Jahrgang der „Zeitschrift des Königlih sächsischen Statisti- \{chen Bureaus* den Nachweis geführt hatte, daß der Konsum an zahmem Fleisch pro Kopf der Bevölkerung des Königreichs Sachsen in den leßten 60 Jahren um mehr als 100 9/0, besonders stark aber in den Industriegegenden gestiegen ift, haben wir bereits in Nr. 91 des „„Meichs- und Staats-Anzeigers“ unter „Statistik und Volks- wirih\@aft* aufnierksam gemaht. Hter bietet der Verfasser eine werthvolle Ergänzung jener Ausführungen dur eingehende statistische Mittheilungen über - die Entwickelung der Fleischpreise während des- selben Zeitraums, die die hohe Bedeutung der gewaltigen Steigerung des jährlihen Fleischkonsums pro Kopf insbesondere der arbeitenden Bevölkerung erst voll und ganz erkennen laffen und dazu geeignet sind, manche immer wiederkehrenden irrigen Behauptungen zu entkräften. Sn“ einer zweiten-Abhandlung über den-;Gefeyentwurf, betreffend die Errichtung von Handwerkskammern“ giebt Dr. R. Gräyer in Berlin, nah einem kurzen Ueberblick über die verschiedenen Organi- fationen der Interessenvertretung für das Kleingewerbe in den deutsen Einzelstaaten, eine kritishe Darstellung des vom Reichstage am 17: Dezember v. J. “abgelehnten--Entwurfs, -präzisiert--und be- gründet an den einzelnen Stellen seine abweichende ‘Anschauung und erörtert {ließlich die wichtige prinzipielle Frage, ob überhaupt eine öffentlich-rechtlihe Organisation des Handwerks nöthig sei. Auf Grund der gemachten Erfahrungen glaubt der Verfasser diese Frage bejahen zu müssen, Die vom Professor W. | Stieda- Rostock im Handwörterbuch der Staatswissenshaften, 1. Supple- mentband, | Artikel „Handwerk“, S. 464 ff., vertretene Ansicht, daß die Bedeutung der Organisation des Handwerks allgemein übershäßt werde, daß die leßtere eine mehr interne An- gelegenheit des Handwerks sei, die man nicht nöthig habe durch Gefeß zu fördern, hbâlt er für allzu optimistish; für widerstrebende und namentlih tndolente Glemente, die jeyt die Mehrzahl“ unter den Handwerkern bildeten, sei eine öffentlich - rehtligze Organisation niht zu entbehren, die die {lummernden Kräfte erwecken und in den Dienst der Allgemeinheit \tellen werde. Besondere Beachtung verdient ferner eine umfangreihe, „Die französischen Kolonien und das französische Kolonialreht“ betitelte Arbeit von

rofessor Dr. Karl Freiherrn von Stengel, dem bekannten

ünchener Staatsrehtslehrer, dem wir auch - eine vortreff- liche Darstellung des Deutschen. Kolonialstaatsrehts zu verdanken haben. Nach einer größtentheils außerhalb des juristischen Gebiets fallenden Einleitung, inder in Kürze auf die vielfah so lehrreihe französische Kolonialgeschichte hingewiesen ist, giebt der Verfasser an der Hand eines reihhaltigen Quellenmaterials eine Uebersicht über das französische Kolonialrecht: Wie die englischen und die holländischen; Kolonien, fo zerfallen au die französischen ihrer rechtlihen Stellung nach in zwei größe Gruppen: eigentliche Kolonien und Protéktoratsländer. Die eigentlihen Kolonien find nihts Anderes, als in überseeischen Gebieten - gelegene Nebenländer oder Provinzen Frankreihs, welche zwar in Bezug auf ihre Verfassung und Verwaltung eine durch die geographishe Lage, thre ethnographischen, flimatishen und wirthschaftlichen Verhältuisse bedingte cigenthümlihe Stellung einnehmen, aber der Souveränität des Mutterlandes, seiner Geseßz-

Zweite Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Freitag, den 8. Mai

gebung, Verwaltung und Rechtsprehung grundfäßlich ebenso unter- worfen find wie jede andere MR wenn fi" auc, häufig in den Kolonien aus thatsähtiden Gründen die Souveräni!ät des. Mutter- londes niht so ceingreifend geltend macht wie in ciner euro- päischen Provinz. -Dicser rechtlihen Stellung der eigentlichen Kolo- nien zum Mutterlande entspricht es, daß der Mehrzahl derselben eine Vertretung im Parlament eingeräumt worden ist. Gegen- wärtig senden auf Grund verschiedener Geseße Martinique, Guadcloupe, NRóunion und Fran:siich-Indien je ein in den Senat, Martinique, Guadeloupe und MRéunion je zwei Abgeordnete, Französisc-Indien, Cochincßina, Guyana und Senegal je cinen - Abgeordneten in die Deputirtenkammer. Die Protektoratsländer (Tunis, Madagaskar, Annam, Kam- bodsha, Tonking) sind dagegen \taatlih organisierte Gemeinwesen der eingeborenen Völkerschaften, welche in einer mehr oder minder engen völferrechtlichen Verbindung zu Frankreih als hußherrlihem Staat in der Weise stehen, daß dieses das eingeborene-Staatswesen , den Schußstaat, in allen völferrechtliden Beziehungen vertritt und gegen auswärtige Angriffe {üßt, während der Schußstaat in seinen inneren Verhältnissen grundsäßlih autonom ift. Cr S liegt es in der Natur der Sache, daß der shubherrlihe Staat auch einen unter Umständen recht Suden Einfluß auf “die inneren / Verhältnisse des Schubstaats zu gewinnen sucht. In der That sind denn aúch diejenigen fcanzösischen Kolonien, welche in der Form ‘von Protektoratisländern erscheinen, in der! Negel auch hinsihtlich ihrer inneren Verhältnisse von Frankreich abhängig. Nach eingehender Erörterung der rechtlichen Stellung der verschiedenen französischen ‘Kolonien, wie sie sih nah den Verträgen und der ges{ichtlichen Gntwickelung bestimmt, widmet der Verfasser einen größeren Abschnitt seiner Darstellung der Organisation der Lokalverwaliung der einzelnen Kolonien, und an diesen reihen \ih Kapitel über die vershiedenen Verwaltungszweige, insbesondere über die Finanzverwaltung, die Handelspolitik, die militärische Vertheidigung , die Rechtspflege, die innere Verwaltung und über bie Gemeindeverhältnisse Jm lehten Abschnitt endlich unternimmt der Verfasser noch einen interessanten und lehr- reichen Vergleich der rechtlihen Stellung unv g der französis@en Kolonien mit derjenigen der englishen. Gr Q seine umfangreiche Arbeit mit der Bemerkung, daß Frankrei ein sehr entwidckeltes, bis ‘ins Einzelne ausgebildetes Kolonialreht besiße, welches in seinen Bestandtheilen zeige, däß man es in Frankreich ver- standen habe und verstehe, bei den für die Kolonien erlassenen geseß- lichen Vorschriften und den in denselben geschaffenen Verwaltungs- einrihtungen nicht nur den eigenärtigen Verhältnissen dex Kolonien überhaupt Rechnung zu tragen, sondern au auf die Pur le der einzelnen Kolonien und auf den jeweiligen Stand ihrer Entwickelung Rücksicht zu nehmen. Wieder mit Geseßesnor:ner und Verhält- nissen des Inlands und zwar dèr ehemals sächsischen Theile des Königreichs Freulen beschäftigt _ sh ein- Aufsaß des- Negierungs- Raths K. von Rohrscheidt in Merseburg über dié „Beiträgs- pfliht der Rittergutsbesißer in den altsächsishen Landestheilèn zu Kirchen- und Schullasten.“ In diesen Theilen Preußens tragen die Rittergutsbesißer zu den Kirchen- und Schullasten nit nah demselben Maßstäbe bei, nah welchem die übrigen. Hausväter und Parochianen herangezogen werden, vielmehr gilt für fie ein besonderes Geseß, die neuerdings viel angefohtene Verordnung vom 11. November 1844, welche nah einem ziemlich komplizierten Vertheilungsplan den Antheil der Rittergüter an den Parochialabgaben festitellt. In diesem Auffay wird nun im Interesse der Grundbesißer wie der Gemeinden unter Berücksichtigung der geshihtlihen Entwickelung des streitigen Gesetzes unterfuht, inwieweit etwa solche Anschauungen be- rechtigt sind oder nit, und über diesen Punkt allgemeine Klarheit verbreitet. Lediglih wissenschaftlihe Zwecke verfolgen die beiden legten Abhandlungen des vorliegenden Heftes: eine“ kritische Studie des Professors Dr. Filippho Virgilii îin Siena über den „wissenschaftlichen Sozialismus in Jtalien“, in welcher die von den relativ hervorragendsten „wissenschaftlicen“ Sozialisten Italiens kfonstruierten Theorien an der Hand threr Schriften dargelegt und ihre Bedeutung als Kulturhistoriker und Soztalpolitiker, das “Ver- bâltniß, in dem sie zu einander stehen, fowie der. Einfluß, den sie auf die Entwoickelung des Sozialismus in Italien ausgeübt haben, zum Gegenstand- einer- eingehenden Untersuhung gemaht werden, und eine Abhandlung von Dr. Gino Macchioro in Trin über „die politische Thätigkeit und die nationalökonomishen Schriften des Grafen Pietro Verri“, eines Freundes und Gesinnungsgenöffen Beccaria's! und eines der bedeutendsten Nationalökoromen ‘dés 18. Jahrhunderts (zu Mailand geb. 1728, gest. 1797), der sich namentli durch sein Werk „Meditazioni süll economia politica“ ‘einen chrenwerthen lay in der nationalöfonomischen Literatur erworben hat. Kritische Referate über deutsche, französishe und polnische \taatswissenschaftliche Weike und eine Bibliographie, aalen älle Erscheinungen der Literatur der Staatswissenschaften des'ÎIn- und Auslandés aus! der Zeit vom 15. November 1895 bis zum 15. Februar 1896, bilden den Abschluß des Hefts. : —-Von -der im-Reichs-Gisenbahnamt -bearbeiteten——Statistik der im Betriebe befindlihen Eisenbahnen Deutschlands, soweit sie der Aufsicht des Neichs unterstehen, also abgesehen von ‘den Kleinbahnen, war Anfang März der die Ergebnisse des Betriebsjahres 1894/95 umfassende Band XV im e der Hof-Buchhandlung von E. S. Mittler .u. -Sohn,-Berlin, erschienen undder -wesentlihste- Inhalt desselben in Nr. 57, 59 und 60. des-,Reichs- und Staats-Anzeigers“ wiedergegeben worden. * Neben diesem großen Werk über die deutsche Eisenbahn-Statistik gelangt alljährlich noch ein kleineres unter dem Titel: „Ueber sihtlihe Zusammenstellung der wichtigsten Angaben der deutshen „Eisenbahn-Statistik nebst erläuternden Bemerkungen und graphishen Darstellungen, bearbeitet im Reichs-Eisenbahnamt“ zur Ausgabe. Von diesem kleineren Werke ist soeben in demselben Verlag “Band! XIV erschienen, welcher- eine kurze, übersihtlihe Zusammenstellung der Hauptergebnisse des abge- laufeuen Betriebsjahres 1894/95 enthält. '

Handel und Gewerbe.

Ame ug en gerung en:

Beim Königlichen Amtsgericht 1: Berlin standen am 7. Mai die nachbezeihneten Grundstücke zur Versteigerung: -Wal- denserstraße 41, der Fraú A. Ko pen ers gehörig; Nußungs- werth 16900 #4; Meistbietender blieb Dr. Constantin Schanz zu Berlin mit 249 500 A Pappel-Alle e 42, der Frau-Lina Finsterbus h gehörig; Fläche 12,77 a; Nußzungswerth 16 400 4; mit dem Gebet von 220 500 M blieh die Nene Berliner Bau- gesellschaft A-G., Roonstraße 12, Meistbietende. Pallisaden- straße 69, dem Kaufmann Carl! Felker zu Groß-Lichterfelde gebörig Fläche 9,45 a; Nußungswerth 15 420 4; Meistbietende G bie Geschwister Berndt zu Berlin mit dem- Gebot von

M

« In Königsberg i. Pr... wurde eine Gesellshaft unter der

irma „Königöberger Lagerhaus-Aktiengesellshaft“ mit 2 400 000 4 Kapital neu gegründet. Betheiligt Hoe wie „W.T. B.“ meldet, die Ostpreußische Südbahn, die Ostdeutsche Bank, die Königs- berger Vereinsbank, Litten u. Co. und andere Firmen. Ein Eleya- torenjpeicher für 37 500 t ift im Bau. L

Mitglied !

? Eo Su Krähne,. Winden, e

; 40 000

“48

Die Einnahmen der Marienburg-Mlawkaer Eisen- bahn betrugen im April 1896 nah vorläufiger Feststellung 162/000 46 gegen 152000 # näch vorläufigér Feststellung ‘im “April 1895," mit- bin mehr 10000 j i 122MM ¡Düsseldorfer Borse vom 7, Mai 1890, (Ame licher Kursberiht.) Der Kohlenmarkt ist unverändert T antheile find stark gefucht. "Der Eisenmarkt ist bei hafter Nachfrage sehr fest. Kohlen und Koks. 1) Gas- und Flammkohlen : Gasfohle für Leuhhtgasbereitung 10,00—11,00 &, Generätorkohle 10,00—11,00. Gasflammförderkohle 8,00—9,00; 2 ettköhlen : Förder- kohle 7,90—8,90, melierte beste Kohle 9,00 10,00, Kokskohle 7,00; 3) magere Kohlèn: Förderkohle 7,00 $,00, mellerte Kohle 8,00—10,00, Nußkohle Korn 11 (Anthracit) 18,00—20,00; 4) Koks: Gießereikoks 13,50—14,50, Hochofenkoks 11,50, Nuß- koks: gebroßes 14,00—16,00; 5) Briquets 8,50—11,00. Etze: 1) Robspath 9,10—9,60, 2) Spatheisenstein, geröfteter 13,00—13,50, 3) Somorrostro f. o. b. Notterdam —, 4) nafauischer Rothbeisenstein mit etwa 50 9% Eisen 10,00, 5) Rasenerze franko —. Roh- eisen: 1) Spiegeleisen Ta. 10—12 0% Man an 59,00, 2) weiß- strahliges: Qualitäts-Puddelroheisen : a. geinisG-westjälihe Marken, b. Siegerländer Marken 52—53 mit Fracht ab Stegen; 3) Stahleisen 93—054 mit Fracht ‘ab regen 4) englisches Befsemereisen ab Ver- \cchifungshafen —,—, 95) spanishes Bessemereisen Marke Muüdela cf. Rotterdam —,—, 6) deutshes do. —,—, 7) Taae frei Verbrauchs\telle 56,00, 8) Puddeleisen (Luxemburger Quálität) 44,80 9) englishes Roheisen „Nr. Ill ab Ruhrort 57,00, 10) Ui Ge Gießereieifen Nr. IIT ab Luxemburg 49,00, 11) Fn ges Gießereièisen Nr. I 65, 12) do. Nr. IT —, 13) do. Nr. 111 57, 14) do. Hämatit 65, 15) spanishes Hämatit Marke Mudela ab Ruhrort 2,00. Stabeisen: Gewöhnl. Stabeisen 120. Bleche: 1) Gewöhnlihe Bleche aus Flußeisen 120—125, 2) Kefselblehe aus

j A 140, 3) Kesselblehe aus Schweißeisen 165—175, 4) Fein-

blehe 145—155. Draht: 1) Eisenwálzdraht —,—, 2) Stahl- walzdraht 108—112., | 0ras T N

Braolauz:..7. „Mai. (W. D... B). Getreide- und

E E Spiritus pr. 100 1-100 9/6 exkl. 50 6 Ver- raudSabgaben pr. Uyril 51,30, do. do. 70 4 Verbrauhsabgaben pr. Apyril‘231,50. i i

Magdeburg, 7. Mai. (W. T. B.) Zuckerbericht. Korn- ¿uer extl,, von 92% —,—, Kornzuder exkl. 889% Rendement —,—, Nachprovuïte exkl, 75%, Rendement 9,90—10,55, - Still. Brotraffinade I 25,25. Brotraffinade I1 25,00. Gem. Raffinade mit Faß 24 75—25,29. Melis. 1 mit Faß 2450. Ruhig. Rohzucker I. Produft Transito f. a. B. Hamburg pr. Mai 12,30 bez., 12,35 Br., pr. Juni 12,45 Gd.,: 112,50. Br., pr. Su 12,624 :Gd., 12,65 Br., pr Lee 12,724 bez, 12,75 Br., pr. Oktober-Dezember 11,80 Gd., 11,85 Br. Stetig.

S chwabach, 8. Mai. (W. T. B,)- Der zum hiesigen Vor- \{chußvere in herbeigerufene: Revisor ist abgereist, ohne- einen pyoll- ständigen Abschluß erzielt zu haben, ‘da die Unordnung in den Büchern zu groß ist. Die: Verwaltung des Vereins: hat beim Amtsgericht den Konkurs beantragt.

Leipzig, 7. Mai. (W.T.B.) Kammzug-Terminhandel. La Plata. | Grundmuster B. pr. Mai 3,225 . pr. Juni 3/25 M, pr. Juli 3,275 #, pr. August 3,30 6, pr September 3,30 M, pr: Dfktober 3,230 4, pr. November 3,324 e, pr. Se 3,324 M, pr. Januar 3,35 F, pr. Februar 3,35 c, pÞpr. ür; 3,377 M, pr. April 3,375 „#6 „Umsay ; 50000 kg. Ruhig. 3

Kämmlings-AUktion. Käufer wätiger zahlreih; Stimmung unentschieden, Croßbreds unverändert, courante, Buenos Aires 10 „S, mittlere Australishe 10 bis 15/3, gute Australishe 20 s billiger. Angeboten waren 543 009 kg, wovon 202 000 kg verkauft wurden,

Verdingungen im Auslande.

Italien.

13. Mai, 11. Uhr. Artillerie- und Bewaffnungs-Direktion des I. Seedeypartements in Spezia: Lieferung von Papier und ver- schiedenen -Bureauartikeln. Voranschlag: 29 500 Fr. Kauiton 2950 Fr. Endg!tiger Zuschlag am 5. Juni Mittags.

16. Mai, 11 Uhr. Artillerie- und Bewaffnungs-Direktion des II. See-Departements in Neapel: Pserund von Werkzeugen für die Etats - Pectode 1896/97. Voranschlag 21 000 Fr. Kaution 2100 Fr. Unkosten 600 Fr. Endgültiger Zuschlag den 10. Juni,

Mittags.

19. Mai, 11 Uhr. Artillerie- und Bewaffnungs-Direktion des I. See-Departements in Spezia: Lieferung von. verschiedenen Me- tallen. Voranschlag 33 300 Fr. Kaution 3330 Fr. Endgültiger Zuschlag den 8. Juni, Mittags,

panien.

28. Mai, 2 Uhr. Stadtverwaltung zu Penaran de Braca- monte: Konzession für “die elektrishe: Beleuhtung auf 15 Jahre. Kaution 45 000 Peseten. P

r

ortugal. 27.-Mai, Mittags. Königlich portugiesishe Eisenbahngesellschaft in Lissabon: Lieferung von 1400 v rohren aus Lcitrécktem isen, Geräthen für Werkstätten (Schraubeneisen, Sibraubeaböhrer, udgeon-Strecker, Zirkel, Winkelmaße u. #\. w.). ¿Näheres in den Räumen der Gesellshaft Paris, Rue de Châteaudun 28. Rumänien.

8. Mai n. St. Kriegs. - Ministerium in Bukarest: Lieferung von 1000 ledernen Lanzenhaltern.

16. Juni n. St. Kriegs-Ministerium in Bukare ft: Lieferung von 15 000 vollständigen- Infanterie-Tornistern und 15 000 wasser- dichten Leinwandbeuteln.

18, ‘Mai .n.St. General-Direktion der Posten und Telegraphen : Werkzeug für die Ateliers (Hacken, gay eln, „Hämmer, Zangen,

„Wij eilen, Bohrer) in Quantitäten bis zu

00 Stüd; - 400 Hanfstricke von je 35 m Länge, Wérkzeugtaschen und Kasten u. dgl.

23. Mai n. St. General - Direktion der Monopole : Kleinere

uantitäten von Bureau- (Schreib-) Utensilien, Chemikalien,

m Padckleinwand.

23. Mai n. St. Direktion des „Moniteur officiel“ in Bukarest: Lieferung von verschiedenen Gegenständen aus dem und Papierhandel, ‘Phenol, gelbem Wachs, Chlor, Kerzen, - einwand, Pinseln, Bürsten, Wolldecken, Scheuerlappen, Seife-Stärke, Bindfaden, Weingeist, Terpentin u. #. w. la es. h i K St. Ti des E H E Bukarest: Lieferung von zahlreichen Gegenfländen au ¿i

dgm, G Drogenhandel, Papier, Pappe, Fellen, Leinwand- m enbrettern. ; * 27. Juni n. St, Stadtverwaltung von Crajova: Konzession die Versorgung der Stadt mit Trinkwasser, Vorläufige Ka i r. Näheres bei der genannten Verwaltung. Y „Bulgarien. L ft Mai n. St., P Übr. S ugu Tele rap ofia: Lieferung bv edener Tele en- un Tephonmat; als galvanisierter Eisendraht, Brönzedraht, isenhafen, Is u. f. w. Voranschlag 153 300 Fr. Kaution 5 9/9. Näheres obiger Deren St. Ministerium für dffentlihe Bauten und K . Zuni n. S1. nisterium für und Kom- munikationen in Sofia: Lieferung von 9 Lokoniotiven. A