1896 / 151 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Oesterreich-Ungarn.

/ Der Kaiser empfing heute den Kardinal Agliardi, den päpstlichen Mgen Grafen Miccioli und den Auditor bei der päpstlichen Nuntiatur in Wien Locatelli.

Das österreichische Herrenhaus hat heute mehrere Geseßentwürfe, darunter das Zulkersteuergeseß, in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen.

Jn Großwardein erstattete gestern der Abg. Koloman Tisza seinen Rechenschaftsberiht. Er betonte darin, daß die Ansprache des Königs bei der Eröffnung der Millenniums- feier von der innigen Liebe des Königs für die Nation gezeugt und weise Warnungen enthalten habe, die in jedes Ungarn Be eingegraben sein müßten. Ohne jede Anfpieiung auf

arteien oder Personen gedachte Tisza der traurigen Folgen des loß: das L ermahnte zum Festhalten am Liberalismus

und s{loß: das Vaterland könne nur glüc>klih sein, wenn es sich mit dem König einig wisse, und die Dynastie könne nur glü>- lih sein, wenn unter ihr cin freies glücklihes Volk lebe. Die Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen.

Grofebritannien und Frland.

Im Unterhause erklärte gestern der Staatsfekretär für die Kolonien O erlain: die Regierung beabsichtige, eine weitere Untersuchung über den Einfall in Transvaal durch die Streitkräfte der Chartered Company vorzunehmen, sobald der Prozeß gegen Jameson abgeschlossen sein werde; die Regierung Gun e, daß der Untersuchung alles das fern bleibe, was ihr einen parteiischen Charakter geben könne; fie beabsichtige daher, die Ansichten des Bu zu hören, um über die Form und die einzelnen Punkte der Untersuhung in Dr E a inmiuna vorzugehen. Forwood fragte, ob die Re-

ierung angesichts der ernsten Ruhestörungen im britischen

id-Afrika eine Vermehrung der Reichstruppen in jenem Distrikt beabsichtige. Chamberlain erwiderte, er sei bereits mit dem stellvertretenden Ober-Kommissar der Kapkolonie in Verbindung getreten; der leßtere sei aufgefordert worden, das Gutachten Sir F. Carrington's einzuholen. Bartlet fragte, ob die am Sonnabend veröffentlichten De- peshen der Südafrikanishen Republik an die britische Regierung eht seien, und welhe Schritte die Regierung in dieser Sache zu thun beabsichtige. Chamberlain antwortete, die Telegramme seien in dem Wortlaut eingegangen, wie sie von der Regierung in Trans- vaal veröffentliht worden seien. Was den zweiten Theil der Anfrage betreffe, so lehne er es ab, Auskunft über den Jnhalt der jeßt abgesanutca Antwort zu geben, bevor er wisse, . daß dieselbe der Regierung von Transvaal zugegangen sei. Der Parlaments-Sekretär des Aeußern Curzon theilte mit, daß die Berichte des Vize:Konsuls in Kreta im allgemeinen. die Meldungen der Blätter über die Plünderung christlicher Dörfer bestätigten. Es lägen keine authentischen Nachrichten darüber vor, daß türkishe Truppen daran theilgenommen ätten; andererseits heiße es, daß mohamedanishe Dörfer von hristen angegriffen und geplündert worden seien. Der britische Geschäftsträger in Konstantinopel habe erst vor kurzem die Aufmerksamkeit der türkishen Regierung auf die e in Kreta gelenkt und die Nothwendigkeit betont, die

ruppen im Schah zu halten, sowie, falls militärische Maßnahmen beschlossen würden , E Disziplin aufreht zu erhalten und Gewaltthätigkeiten und Meyeleien zu d tpr Die Vertreter der europäischen Mächte handelten in Uebereinstimmung und hätten der Pforte dringende Vor- stellungen betreffs der zur Wiederherstellung der Ordnung er- forderlihen Maßregeln gemaht. Die Vertreter seien an- gewiesen, die sofortige Durhführung folgender Maßregeln zu betonen: die Ernennung eines christlihen Gouverneurs, die Wiederherstellung des Vertrags von Halepa, die Einberufung der National-Versammlung und eine allgemeine Amnestie. Curzon erklärte ferner: die Berichte des Vize-Konsuls in Charput über den Nothstand in dem dortigen Distrikt und über den von den Lokalbehörden ausgeübten Dru seien jüngst eingetroffen, Der türkishen Regierung seien wiederholt ernste A uR en durh den britishen Geschäftsträger gemacht ivórdét. An Telegrammen des britischen Vize-Konsuls in

My Ó l Wan werde über Ruhestörungen und Verluste an vorgekomnten

Menschenleben, die seit dem 16. Juni seien, berihtet. Ju den Telegrammen heiße es ferner, die Lokalbehörden und die regulären Truppen hätten sich gut benommen. Die Vertreter der Mächte in Konstantinopel hätten nicht selbst die Bedingungen für ein Abkommen zwischen den türkishen Behörden und den Armeniern in Wan aufgestellt, sondern die türkishe Regierung habe Vorschläge gemacht, der britishe Geschäftsträger sei aber der Ansicht gewesen, diese Vorschläge bedürften einer bedeutenden Abänderung. Da der Sultan die lokale Vermittelung des britischen - Vize-Konsuls in Wan und eines von dem französi- hen Botschafter ernannten Delegirten verlangt habe, fo eien diese jeßt in R oi mit dem russischen und em persischen Konsul bemüht, eine Lösung herbeizuführen. Infolge der Gefahr neuer Niedermezelungen in Diarbekr, fuhr Curzon fort, welche auch die fortdauernde Anwesenheit des jeßigen Vali daselbst wahrscheinlih niht abwenden werde, hätten der französische Botschafter und der britische Geschäftsträger dem Sultan und der- Pforte energishe Vorstellungen hinsichtli der Nothwendigkeit der Lun des Vali gemacht, aber no nichts über das Ergebniß ihrer Vorstellungen gehört. ; Der „Standard“ erfährt, Sir W. Harcourt habe sich egen die Bildung einer gemeinsamen Kommission beider Häuser es Parlaments ausgesprohen und sei vielmehr dafür, daß eine Kommission des Unterhauses das Vorgehen der Chartered Company untersuhe. Da aber eine solhe Kommission nah der Vertagung ohne besondere Parlamentsakte aufhören würde u Me werde die Regierung wahrscheinli<h die Unter- Mw ur eine gerichtlihe- Kommission führen lassen.

Frankreich.

Der Herzog von Nemours, der zweite Sohn des Königs Louis Philippe , cboren am 25. Vftober 1814, if heute früh in Versailles eben, Derselbe war mit der (am 10, November 1857 verstorbenen) Prinzessin Victoria von Sachsen-Coburg und Gotha vermählt und hinterläßt zwei Söhne, den Grafen von Eu und den Herzog von Alençon, von denen der erstere mit der Prinzessin sabella von Braganza, der lehtere mit der Herzogin ophie in Bayern vermählt ist.

Jn der éfteigen Sihung der Deputirtenkammer entwi>elte der Deputirte Jules Guesde bei der Berathung des Gesegentwurfs, dur<h welchen die Frauen- und Kinder- arbeit in Fabriken geregelt wird, die Lehren der Kollektivisten und Marxisten und führte aus, seine Partei wolle nicht die Unter-

drü>ung des Kapitals, aber die der Kapitalisten ; die Arbeiter sollten Mitbesiger der einzelnen Unternehmungen sein, und alle roßen R O llten Staatsmonopole werden. Die

ewegung sei in Fluß gebraht und werde troß der Feinde seiner Partei fortgeseßt werden. Guesde begründete alsdann ein Amendement, wonah die Arbeit auf 8 Stunden des Tages beschränkt werden soll, und führte aus, diese Reform werde eine E der Löhne und der Produktivkraft herbei- führen. Der Arbeiter werde mehr verzehren, und so werde ein neues Absatgebiet geschaffen werden. i

Spanien.

Der Finanz-Minister hat, dem „W. T. B.“ zufolge, die Erklärung abgegeben : die Nachricht, er sei ein Gegner des R über die finanziellen Hilfsquellen. Cubas, sei unbegründet. Im Senat bezeichnete gestern bei der Be- sprehung der Antwort auf die Thronrede der Senator Ximen es die Regierung in ihrem Verhalten gegenüber den Vereinigten Staaten als feige.

Zwischen der Regierung und der Oppositionspartei ist hinsihtli<h der Bestreitung der Ausgaben für den gelbaug auf Cuba ein Einvernehmen erzielt worden.

er Negierung soll es fceistehen, die Erträgnisse eines einzigen der Monopole für die Garantie der neuen cubanischen

“Anleihen zu bestimmen, oder eine neue Steuer 4e giotpcla

estern haben in Barcelona weitere Verhaftungen von Anarchisten stattgefunden. Auch ein Ztaliener, der Kor- respondent eines Mailänder Blattes, ist verhaftet worden.

Schweiz.

Aus Bern wird dem „W. T. B.“ berichtet, daß nah An- gabe der Veranstalter des Referendums gegenwärtig statt der erforderlichen 30 000 bereits etwa 40000 Referendums- Unterschriften gegen die Bundesgesege über das Eisenbahnrehnungswesen und über die Dis- ziplinar-Strafordnung beisammen seien, während die Zahl der Unterschriften gegen das Viehhandels- geseß noh nicht ganz genüge; das Zustandekommen dieses Referendums sei jedo<h au<h wahrscheinli<h, sodaß über die beiden erste Geseße jedenfalls, über leßteres voraussihtli<h die Volksabstimmung stattfinden müsse; den Zeitpunkt hierfür werde der Bundesrath nah Prüfung der Unterschriften fest-

seßen. Türkei.

„W. T. B.“ berichtet aus Konstantinopel, der Grieche Jovanaki Effendi sei zum Kaimakam in Zeitun ernannt worden. Auf Kreta hätten in den leßten Tagen ‘in den Bezirken Kissamo, Selino, Sphakia, Rethymon, Aghiowassili und Milopotamos zahlreiche heftige Scharmüßel stattgefunden. Die seitens der Türkei unternommene Pazifikation der Jnsel dur< offensives Vor- Le mache nur geringe Fortschritte. Abdullah Pascha

abe no<h 4 Bataillone und Gebirgs-Artillerie verlangt. Die R Ungen der Aufständischen befänden sih zur Zeit in ‘akodiki und Madaras im sphakiotishen Gebirge.

Die National-Versammlung in Kreta wird ihre Sizungen am 29. d. M. eröffnen.

Amerika.

Der britishe Botschafter Sir J. Pauncefote und der venezolanishe Gesandte General Andrade konferierten, wie „W. T. B.“ aus Washington berichtet, gestern getrennt mit dem Staatssekretär des Aeußern Olney in Betreff der Verhaftung des britishen Beamten Harrison. Dem Ver- nehmen nah bat Sir J. Pauncefote den Staatssekretär, er möge seine guten Dienste der Sorge für die Freilassung Harrison's während der weiteren Verhandlungen widmen. Olney habe bereits Schritte gethan, um dem amerikanischen Gesandten in Caracas die entsprehenden Mittheilungen zu machen.

Die Operationen gegenMaceo haben, wieaus Havanna gemeldet wird, mit der Zerstreuung der Aufständischen, welche auf der Fluht 60 Mann verloren, ihr Ende erreicht. Die spanischen Truppen beseßten die Vertheidigungswerke der Auf- ständishen auf den Höhenzügen der Provinz Pinar del Rio und ste>ten 300 Häuser, darunter dasjenige Maceo’'s in Brand. Die Spanier hatten 30 Verwundete.

Afrika,

Aus Buluwayo wird amtli<h gemeldet, das Fort Charter in Maschonaland sei von den aufständishen Ein- geborenen eingef Gen Dieselben hätten einen Wagenzug mit Lebensmitteln, welher nah Gwelo unterwegs Léesen sel, angehalten und die Station Mirandella geplündert, wo sie 25 000 Flintenpatronen erbeutet hätten. Eine aus 60 Mann bestehende Kolonne mit einem Maximgeshüß werde sofort von Buluwayo na<h Maschonaland abgehen. /

Der General-Agent von Transvaal in London hat, wie „W. T. B.“ berichtet, dem Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain ein Telegramm aus Transvaal übermittelt, worin dem Bedauern Ausdru>k gegeben wird, daß die leßten Telegramme des Staatssekretärs Leyds als von einem feindlichen Geist ge angesehen worden seien. Es sei nichts Feindliches bea Oa, ie Regierung von Transvaal wünsche lediglih mit dec britishen Regierung in freundschaft- lihem Sinne darauf hinzuarbeiten, die Schuldigen zur Be- strafung zu bringen. Auf diese Weise würden beide Regie- rungen den Frieden und das Vertrauen in Süd-Afrika wieder herstellen.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Schlußbericht über die A p Sihung des Reichstags befindet fich in der Zweiten Beilage.

Jn der heutigen (115.) Sißung des Gt rags, welcher der Staatssekretär des Reichs-Justizamts Nieberding und der Justiz-Minister Schönstedt R H, erklärte vor Ein- tritt in die Tagesordnung zur Geschäftsordnung der

Abg. Dr. Rintelen (3entr.): Er habe nicht gehört, ob der oe gestern über die $S 1547—1551, die von der Ehescheidung andelten, eine Abstimmung herbeigeführt habe. Wäre dies der fa gewesen, so würde er gegen jeden einzelnen derselben gestimmt aven.

Die Abgg. Gröber (Zentr.) und Dr. yon Bennigsen (nl.)

mit dem Hause erklärt habe, daß jeder

gragrpn der ni<ht ange foten sei, als genehmigt zu betraten fei; selbstverständlih bleibe dabei dem Einzelnen eine abweihende Stimme vorbehalten. Die zweite Berathung des Bürgerlichen Geseßbu<s air darauf fortgeseßt beim Z 1552. Derselbe lautet in der orlage:

machten darauf aufmerksam, daß der R in Uebereinstimmung

„Ein Ehegatte kann auf Scheidung klagen, wenn der an Ehegatte in Geistesfranfheit verfallen is, die Krankheit wg der Che mindestens 3 Jahre gedauert und einen solchen Gra nat W, us a e: eni ei aufgehoben, auch jede Au au ederherstellung di ; \<aft ausges<lossen ist.“ s dieser Gemein

fte

Die Kommission hat diesen Paragraphen gestrichen: di, | |

Sözialdemokraten und der Abg. Lenzmann (fr. Volksp) beantragten die Wiederherstellung der Vorlage. /

, Abg, Lenzmann: Die Beschlüsse der Kommission sind de Viate tee Ebeling bitenteti hat L

e Frage der Ehescheidung behandelt hat. iese kirchliche ; d eblitet ist aber bei dem Abschnitt über die obllgatorishe 2 ehe mit treffenden Gründen zurü>gewiesen worden. Da das Bürger- liche Geseßbu<h im wesentlichen den jeßigen V nt s ja kodifizieren foll, und da dies bezügli der Zivilehe geshehen ist, \o sollte nan auch hier davon absehen, in den bestchenden Nechtszustand einen ges waltsamen Einbruh zu machen, Selbst die sakramentale Eigenschaft der Ehe hindert nit die vollständige Lösung des bürgerlichen Ehe, bundes, wenn kein Verschulden vorliegt, wenn die Scheidung auf Grund einer Schikung der Vorsehung erfolgt. Alle Gründe, welde geltend gemacht sind bezügli der Kinder u. \. w., treffen vielleicht bei jeder anderen Ehescheidungsursache zu, aber nicht bei der Geisteskrankheit Die wirthschaftlihen Verhältnisse der ärmeren Klassen zwingen, zur Erhaltung des Hauéstands und namentli<h zur Pflege der Kinder den Mann, wenn seine Frau geisteskrank ist, sih wieder zu ver heirathen. Wenn man ihm das nicht gestattet, so wird er zu unsitt

] lien Verhältnissen gedrängt; deshalb bitte i< Sie dringend, den

S 1592 wiederherzustellen.

Königlich bayerisher Ministerial-Rath Ritter von Heller be, tritt, La die Stellungnahme der bayerishen Regierung beeinflußt sei von der tirhlihen Sentimentalität und der Rücksicht auf die katho, lishe Kirche. Es sei die hristlihe und sittlihe Anschauung von der Ghe, welche dahin führe, daß nur s{<were Verleßungen der ehelichen Pflichtèên zur Scheidung führen sollen. Diesen Standpunkt habe die bayerische Regierung von Anfang an eingenommen.

Abg. Dr. von Buchka (d. kons.) legte Verwahrung dagegen ein, daß den Konservativen andere Motive untergelegt würden als fachlihe, und trat für die Streichung des $ 1552 ein, Die Antrag- steller erreichten dur< Wiederherstellung des $ 1552 nicht das, waz sie praktis erreihen wollten; kein Irrenarzt könne en daß eine Geistesfrankheit unheilbar sei. Es würde nur eine fehr geringe Anzahl von Fällen unter diese Bestimmung fallen. enn eine Frau s<wer kranf sei, sodaß der Mann die Pflegekosten nit verdienen könne, so liege au< eine {<wierige ökonomi¡he Lage vor, ohne daß deshalb die Scheidung zugelassen würde. Bei der Geistes krankheit folle aber die Scheidung zugelassen werden, obglei vielleicht die ökonomishen Schwierigkeiten niht so groß feien; der gesunde Chegatte folle das Necht erhalten, den kranken in seinem unverscul- deten Unglü> zu verlassen. Darauf könne man si niemals einlassen, Solange die Seele mit dem Körper verbunden sei, habe man nit das,„Recht, den irrsinnigen Ehegatten zu behandeln, als wenn er {on gestorben wäre,

_An der weiteren Debatte, über welhe morgen ausführlih berihtet werden wird, betheiligten si<h bis zum Schluß des Blattes der Justiz-Minister Schönstedt und die Abgg, Stadthagen (Soz.) und Gröber (Zentr.).

Entscheidungen des Reichsgerichts.

Ist ein Lokal zur Schankwirth schaft vermiethet worden, so hat, nah einem Urtheil des NReichsgerichts, VI. Zivilsenats, vom 30. März 1896, im Gebiet des Preußischen Allgemeinen Landrechts der Vermiether dem Miether das Lokal in konzessionsfähigem Zustande (beispielsweise mit nah außen sih öffnenden Thüren) zu übergeben; hat die zuständige Behörde (der Stadt- oder Kreisausshuß) die Konzession wegen Konzefsionsunfähigkeit des Lokals wenn auh thatsähli<h mit Unreht wver- weigert, so is der Konzession na<hsu<hende Miether dein Ver- miether gegenüber ni<t unbedingt verpflichtet, dagegen ein Rechtsmittel einzulegen; vielmehr kann er, wenn weder Arglist no< Verschulden seinerfeits vorliegt und insbefondere cin Ab- warten des Erfolgs des Nechtsmittels den Beginn des Schank- betriebes um einen nicht unerheblichen Zeitraum hinaus\{<hieben würde, vom Miethsvertrage zurü>treten. „. . . Daß der Schankbetrieb im Sinne beider Vertragschließenden den Endzwe> des Miethsvertrags bildete, unterliegt keinem Zweifel. Die Konzessionsfähigkeit des Lokals gehört somit zu der Ueberlieferung der Miethsache in brau<hbarem Zustande, der Vorleistung des Vermiethers im Sinne des $ 272 I 21 Allg. L.-R. Hat der Stadtaus\chuß, wie das Berufungsgericht annimmt, aus einem Versehen die Kon- zession verweigert, so ist ein Hinderniß des Gebrauchs eingetreten, das weder vom Vermiether no< vom Miether verursaht ist. Das Be- rufungsgeriht ist dec Meinung, daß die Mietherin sofort dieses Hinder- niß dur< Einlegung eines Nechtsmittels hätte beseitigen können und bavon hâtte Gebrau<h machen müssen. Eine unbedingte Ti des mit einem Antrage Abgewiesenen, ein Rechtsmitte einzulegen, besteht evenfalts nh. In Betra<ht kommt hier au der Umstand, daß ein Abwarten des Erfolgs des Nechtsmittels dea Beginn des Gewerbetriebs um einen ni<t unerheblichen Zeitraum hinausgeshoben hätte. Ob und unter welhen Vorausseßungen die Anforderung, daß ein Rechtsmittel eingelegt werde, überhaupt gestellt werden könnte, bedarf hier keiner Erörterung. Nach der hier vorliegenden Sachlage kann in der Unter- lassung der Einlegung eines Rechtsmittels weder Arglist, noh über- uni ein Verschulden gefunden werden. Die Unterlassung der Ein- egung eines RNehtsmittels würde somit den E R das infolge des Hindernisses des Gebrauchs gemäß $ 383 1 21 A. L.-R. begründete Recht des Nü>tritts nicht entziehen.“ (399/95.)

Hat eine Versicherungsgesell\<a|ft sich Freiheit von der Legitimationsprüfung des Police-Präsentanten aut- bedungen und Kd deshalb das Recht vorbehalten, an den Präsentanten der Police Zahlung zu leisten, so hat, nah einem Urtheil des Neichs- gerihts, 1. Zivilsenats, vom 11. April 1896, die Versicherungsgefell- saft das Recht, an den Inhaber der Police mit liberierender Wirkung

ablung leisten zu können, vorausgeseßt, daß sie selbst bezüglich der mpfangsbere<htigung des Präsentanten sich in gutem Glauben be- findet. (444/95.)

Entscheidungen des Ober-Verwaltungsgerichts.

, f t Der Gemeindebeshluß der israelitishen Gemeinde zu Frankfur a, M. vom 5. Januar 1893, wonach alle innerhalb des Frag [u ree: Stadtbezirks wohnhaften Juden Mitglieder ften graelitishen Gemeinde und als solche verpflichtet snd, zu deren Lis beizutragen, ist, na< einem Urtheil des Ober-Verwaltungsgerl@ 11. Senats, vom 26. März 1896, Juden gegenüber, welche nah e furt a. M. zuziehen, ohne die Mítglieds ast u der israelitis<en irk meinde ihres bisherigen Heimathsorts au e en, ni<t re<tsw id sam, dieselben können ni <t zu der israelitishen Gemeindesteuer he ezogen werden. „. , . Kein Gefeß hat der israelitishen Le u die Befu niß beigelegt, Beschlüsse, wie die vom 5. Januar Le iet re<tôverbindlicher Wirkung zu fassen, insbesondere scheidet p eltend gemachte „Autonomie“ aus; weder kann sie, wenn Hier pobórde anerbaib gewisser Schranken selbst von der Aufsichtsbe anerkannt, auf eine über die internen Beziehun

worfenen bezogen werden, no< läßt < zumal in solhem * fange aus den dafür angezogenen Bestimmungen herleiten.

dere f rend emeinshaft zwischen den Chegattn

die kirchliche Sentimentalität, mit welcher my, Wi

hinab ret<ende Frage wie die der Umrerpur des Kreises der ihr aw 4

vom beklagten Gemeindevorstand in Bezua genommene Gesetz über q dotältnife der Juden vom 23. Juli 1847 s{eidet l r die Beurtheilung gañz aus, weil es im Gebiete der vormals freien Stadt rankfurt niht eingeführt ist. Was aber den Hinweis auf die otive des Geseßes, betreffend “den Austritt aus den jüdischen Synagogengemeinden, vom 28. Juli 1876 anlangt, \o enthalten freilich dieselben den T: daß die Vorschrift, nah welcher jeder Jude der Spnagogengemende eines Wohnorts oder do< irgend etner be- stimmten jüdischen Kultusgemeiude mit Rehtsuothwendigkeit angehören olle, au in der vormaligen freien Stadt Frankfurt bestehe. Allein ele Annahme entbehrt einer ausreihenden Unterlage, Das Gutachten des Nabbiners Dr. H. gelangt auf Grund einer ge- c<ihtlihen Darstellung der Verhältnisse der Frankfurter Juden vom ittelalter an bis auf die neueste Zeit im wesentlichen zu dem Ergebniß: es ermächtige das von den zuständigen staatli@en Behörden für die inneren Angelegenheiten der israelitis<hen Gemeinde als maßgebend anerkannte jüdishe Glaubensgeseß die Gemeinde, von jedem länger als ein Jahr in Frankfurt wohnenden Juden eine seiner Leistungéfähigkeit entsprehende Steuer zu Gemeindezwe>en zu erheben. Demgegenüber hedarf es zunächst überhaupt nicht der Prüfung, wel<he Bedeutung den in dem H. schen Gutachten näher erwähnten, aus den talmudishen Schriften entnommenen Bestimmungen an \si< zukommt; denn es steht ganz abgesehen davon, daß die neuere Regelung der Verhältnisse der Frankfurter Juden ni<t auf der Grundlage des jüdischen Religionsgeseßes erfolgt ist ohne weiteres fest, daß jene Bestimmungen die staatliche Sanktion ni<t erhalten haben. Mögen immer au in früheren Zeiten die staatlihen Behörden bei dem Mangel besonderer Beschwerden thatsähli< keinen Anlaß gefunden haben, der Anwendung solher Saßungen hindernd entgegen zu treten, fo konnte do< die israelitis<e Gemeinde ein in die Rechte Dritter eingreifendes Besteuerungsrecht keinenfa!ls ohne Mitwirkung der Staats- Ga Geseß oder diesem gleihwerthige Saßung erlangen.“ (IT, 501.

Statistik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung,

In Dresden sind, wie die „Frkf. Ztg." erfährt, die Stroh- und Filzhut-Arbeiter und -Arbeiterinnen in den Lohnkampf eingetreten. Sie verlangen, daß sich die Fabrikanten erklären, ob sie die etwas erhöhten Löhne des aufgestellten einheitlihen Tarifs bezahlen wollen. Wenn dieses innerhalb der nächsten Tage nicht geschieht, soll der Ausstand erklärt werden.

In Plauen haben, der „Lpz. Ztg.“ zufolge, die Tischlermeister am 22. Juni beschlossen, den Wünschen ihrer Gehilfen in so weit nach- zukommen, als sie bereit sind, die Arbeitszeit von 66 Stunden die Woche auf 61 Stunden zu verkürzen und den Lohn um 109% zu erhöhen, während die Gehilfen nur no< 60 Stunden arbeiten wollen und 15 9/% Lohnerhöhung fordern.

In Berlin hielten, wie die „Voss. Ztg.“ mittheilt, am Mitt- woh Abend die Inhaber der Damen- und Kindermäntel- Konfektionsfirmen eine gut besuhte Versammlung ab. Man einigte sih zur Annahme folgender Erklärung: „Jn Erwägung, daß wir zur Beilegung des Ausstandes dur< die Beschlüsse der gemeinshaftlihen Kommissionen vom 19. Februar d. F. sehr bedeutende Opfer gebra<ht haben, ferner in Erwägung, daß das infolge dieser Beschlüsse gebildete Schiedsgericht nur einmal in Thätigkeit getreten ist, und die wenigen dort vorgelegten Fälle gütlih geshlidtet wurden, in fernerer Erwägung, daß hiernah irgend nennenêwerthe Differenzen zwishen Arbeitgebern, Meistern und Arbeitern nicht bekannt geworden find, erbli>en wir in dem Vorgehen der neuen Kommission der Meisterschaft, welche als erstes die Beseiti-

ung der Beschlüsse vom 20. Februar, bezwe>t, eine Gefährdung des be- stehenden Friedens und erklären uns mit dem Beschluß der Fünfzehner- kommission: „mit dieser neuen Kommission niht eher zu verhandeln, als bis sie die Beschlüsse vom 20. Februar, vorbehaltlih etwaiger Ab- änderungen, als Grundlage anerkennt“, voll und ganz einverstanden. Mit der bisherigen Thätigkeit der von uns gewählten Fünfzehner- kommission befinden wir uns in voller Uebereinstimmung und erwarten von derselben au< in Zukunft, daß alle Anforderungen, in welcher Gestalt sie auch

unberehtigten mit aller Energie zurü>gewiesen werden.“

ersheinen mögen, Für beendet erklärt wurde demselben Blatte zufolge am Mittwoch der Ausstand der Maurer (vgl. Nr. 133 bis 136 und 141 d. Bl.) in einer von 2000 Personen besuchten Versammlung. Nach den in der Versammlung A Mittheilungen haben 6700 Arbeiter auf 940 Bauten den Neunstundentag und 55 „4 Stundenlohn bewilligt erhalten, während no< etwa 1100 Arbeiter tägli<h zehn Stunden arbeiten, jedo< durhgehends auf kleineren Bauten. Die Zahl der no<h Ausständigen beträgt etwa 400. Die Vertrauensmänner der Dre)sler häben als Grundlage einer in Aus\fiht genommenen Lohnbewegung, der „Volks-Ztg.“ zufolge, folgende Forderungen empfohlen: Verkürzung der Arbeitszeit auf 52 Stunden pro Woche und einen Minimallohn von 21 4 pro Woche.

Wie der Berner „Bund“ aus Zürich meldet, ist die Seiden- fabrik Henneberg in Wollishofen (vgl. Nr. 142 d. Bl.) nun für zwei bis drei Monate geschlossen worden, nahdem die Arbeiter, deren erste Forderungen ohne weiteres erfüllt worden waren, diese {ließli< zu Ansinnen geschraubt hatten, auf welche die Fabrik- mad niht mehr eingehen konnte, sodaß es zum Ausstand kommen

ußte.

Kunst und Wissenschaft.

Bezüglich der re<tzeitigen Einholung der vorgeschriebenen s aat - lihen Genehmigung zur Niederlegung, Veränderung und Veräußerung von Baudenkmälern und beweglichen Gegenständen, welche einen geshi<tlihen, wissen|haft- lihen oder Kunstwerth haben, hat der Minister der geist- lihen 2c. Angelegenheiten, dem „Centralbl. d. Unterrihts-Verwaltung“ ¡ufolge, an die egierungs - Präsidenten unter dem 8. April d. & nachstehendes Rundschreiben gerichtet :

„Bei dem zum überwiegenden Theile {nellen Wachsthume der Gemeinden und dem Bestreben derselben, den Interessen des öffent- lichen Verkehrs 2c. Rechnun zu tragen, mehren si< fortgeseßt die

0lle, in denen zur Erreichung dieser Zwe>e Bauwerke und andere egenstände von wissenschaftlihem, historishem oder künstlerishem erthe ganz oder theilweise preisgegeben werden sollen. Soweit dazu gemäß den vestehenden geseßlihen Bestimmungen und Verwaltungs- m Yriften überhaupt die Genehmigung der Staatsregierung nachgesucht wird, geschieht dies als ob es sih bol ne um die Erfüllung einer Form pondle in der Regel ert dann, wenn die betheiligten örtlichen Organe ie beabsichtigten Maßnahmen zur Ausführung fertig vorbereitet haben. A werden vollständige Entwürfe und Ans läge M E o uösführung von Veitbaitten an Stelle vorhandener Baudenkmäler, {8 Erweiterung, Veränderung oder modernen Ausshmüd>ung der sideren, zu neuen Straßenanlagen und zur Festseßung von Bauflucht- ftebent welhe den Abbru<h von Bauwerken der in Rede B enden Art bedingen, au< werden, und zwar besonders wenn ständ um die Veräußerung von beweglihèn Kunstgegen- und n, dandelt, bindende Vereinbarungen und Verträge abgeschlossen, lihen erli dann die Anträge wegen Ss der erforder- kennt staatlichen Genehmigung gestellt. Häufig wird fogar in Un- r Nichtbeahtung der ‘bereits wiederholt in Erinnerung

auarb il resfglichen Bestimmungen mit Ausführung der betreffenden bés A; eiten ohne ace Anzeige begonnen, was die spätere Inhibierung spâtet Leiten zur Fo I. Wenn dann in folhen Fällen die ver- kann (gasgesuchte Staatsgenehmigung niht soglei ertheilt werden mäler ggdern im Interesse der Erhaltun der Bay und Kunstdenk- der An edenken zu erheben sind, werden fiber angebliche FeY erung anz unpelegenheit dur< die Staatsregierung gewöhnli lebhafte Her H gte Klagen geführt. Mit Rücksicht hierauf ersuche i Pohwohlgeboren ergebenst, gefälligst auf geeignete Weise den

y

Gemeinden des dortigen Amtsbezirks in ihrem eigenen Interesse die |

sorgfältige Beachtung der bestehenden Bestimmungen nohmais zu

empfehlen, da sie nur in diesem Falle ohne Zeitverlust zum Ziele

gangen werden.“ Der Minister der geistlihen 2c. Angelegenheiten. e.

Auf der Weltausstellung in Chicago 1893 is von den an der Deutschen Unterrichtsaus\tellung betheiligten Ausftellern (Behörden, Universitäten, Instituten, Schulanstalten, Gelehrten, Firmen u. f. w.) eine große Zahl (über 400) dur Preise ausgezeichnet worden. Die e, bestehend aus Medaille und Diplom, sind in den legten Wochen im Reichsamt des Innern eingegangen und den Be- liehenen übermittelt worden. Auh auf das Ministerium der geistlihen, Unterrihts- und Medizinal - Angelegenheiten als solches find mehrere Preise entfallen. Das für die Unterri ts- ausftellung im Ganzen bestimmte Ehrendiplom lautet in der Uebersegung aus dem Englischen etwa folgendermaßen: „Die Ver- E Staaten von Amerika haben die National-Kommission der im Jahre 1893 in der Stadt Chicago, Staat Illinois, veranstalteten Weltausstellung dur<h Kongreß-Akte ermächtigt, für hervorragendes Verdienst, welches unter Beifügung der Unterschrift des prüfenden Einzelrichters hier unten näher dargelegt ist, auf Beschluß eines inter- nationalen Richter - Kollegiums eine Medaille zuzuerkennen Seiner Excellenz, dem Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten in Berlin, Deutschland.

Unterrihts-Ausstellung. Ehrenpreis: Für die umfassende Gestaltung der Ausstellung, welche die Leistungen jeder Art von Unter- rihtsanstalten vom Kindergarten bis zur Universität einschließt; für die ershöpfende Darstellung der Arbeit innerhalb der einzelnen Unter- rihtsgebiete; für die unbegrenzte Theilnahme der Staatsregierung an allen, die hôchsten pädagogischen Fragen berührenden Interessen, sowie für den Geist, der si< in ihrer Pflege bekundet; für die außerordent- lihe Wirkung der Erziehungsarbeit. Die Pädagogik in ihrer höchsten Entfaltung is in glänzender Steigerung zur Darstellung gebracht. Ihre Grundlehren sind dur< Beispiele in wunderyoller Mannig- faltigkeit erläutert. Gute Pläne und Zeichnungen sind in großer Zahl vorhanden. Eine Ausführung von seltener Vorzüglichkeit krönt das Ganze, das eine Ghre für das Reich is und ein Beispiel für die Welt. K. Buenz, Präsident des Abtheilungs - Comités; Josiah H. Shinn, Einzelrichter ; Geo. R. Davis, General-Direktor; Fohn Boyd De Vorsißender des ausführenden Ausschusses für Auszeihnungen ; T. W. Palmer, Präsident der Nationalkommission für die Kolumbische Weltausstellung; Ino T. Di>inson, Sekretär der Nationalkommission.“

Land- und Forstwirthschaft.

Gerstenernte Jtaliens im Jahre 1895.

Nach einer in der „Gazzetta Ufficiale" von dem italienischen A>kerbau-Ministerium veröffentlichten Uebersicht stellt fi< das Er- gebniß der italienishen Gerstenecnte im Jahre 1895 auf 2619 728 gegen 2938 112 hl im Jahre 1894. Die mit Gerste bestellte Fläche betrug 297 485 gegen 303 047 ha im Vorjahr.

Handel und Gewerbe.

Die Wochenübersiht der Reichsbank vom 23. Juni 1896 zeigt bei einem gesammten Ma von 977 458 000 (1895 1110327000) A der Vorwoche gegenüber eine Zunahme von 5 459 000 (1895 Abnahme 4 909 000) A; der Metallbestand allein hat sich um 5 924 000 (1895 Abnahme 3 793 000) 4 vermehrt. Der Bestand an Wechseln im Betrage von 652566 000 (1895 551 406 000) M ersheint um 28751000 (1895 Abnahme 8 854 000) A höher, der Bestand an Lombardforderungen im Betrage von 95145000 (1895 70355 000) A um 319 000 (1895 Zunahme 859000) #- niedriger als vor aht Tagen; auf diesen beiden Anlagekonten zusammen ergiebt si< also ein ugang von 28 432 000 (1895 Zugang 9 713 000) M Auf passiver Seite is der Betrag der umlaufenden Noten mit 1 053 370 000 (1895 1 069 291 000) 4 um 35 669000 (1895 Zu- nahme 14734 000) Æ gestiegen, während die sonstigen täglich (egen Verbindlichkeiten (Giroguthaben) bei einem Betrage von 589 787 000 (1895 558 432 000) A eine Zunahme von 24 398 000 (1895 Abnahme 7 362 000) Æ erfahren haben.

Tägliche Wagengestellung für Koblen und Koks an der Ruhr und in Oberschlesien, An dec Nuhr sind am 25. d. M. gestellt 12 226, nicht rechtzeitig gest-Uli keine Wagen. In Oberschlesien find am 24. d. M. gestellt 3983, nicht re<ht- ¡eitig gestellt keine Wagen. sächsischen

Auf den Königlich Staatseisen- bahnen wurden im Monat Februar d. J. 2827 466 (1895 2318 495) Personen und 1588029 650 (1895 1371 415 685) kg Güter befördert. Die Einnahmen betrugen 7 207 101 4, 1 146 706 M mehr als ‘im Februar v. I. Die Gesammteinnahmen bis Ende Februar beliefen sh auf 74252532 M, 1788 029 6 mehr als in derselben Periode des Vorjahres. Auf der Linie Zittau- Reichenberg betrugen die Einnahmen im Februar 49921 M, 3502 M weniger als im Februar 1895, die Gesammteinnahmen bis Ende A 105 709 A, 9236 A weniger als 1895, Auf der Linie Zittau-Oybin-Jonsdorf wurden im Februar 3£00 M (+ 1003 6) und bis Ende Februar im Ganzen 7470 M (+4 1521 4)

Forst (Lausiß), 25. Juni. (W. T. B,) Auf der hiesigen Wollauktion wurden bei lebhafter Betheiligung von deutschen Sc<hweißwollen und Rüc>kenwäschen sämmtliche gut behandelte Wollen zu leßten Wollmarktspreisen verkauft. Lamm- und Kreuzungswollen waren vernachlässigt, ausgestellte Kapwollen wurden zu leßten Auktions- preisen bis auf einige Loofe, die zu hoh limitiert waren, geräumt.

Stettin, 25. Juni. (W. T. B.) Getreidemarkt. Weizen ruhig, loko —,—. per Juni-Juli —,—, pr. Sept.-Okt. 142,00. Noggen ruhig, loko —,—, pr. Juni-Juli —,—, pvr. September- Oktober 113,00. Pommerscher Hafer loko 118- 122. Rüböi loto ruhig, vr. Juni-Juli 45,00, pr. Sept.-Okt. 45,20. Spiritus MARIS, loko mit 70 \ Konjumfteuer 32,80, Petroleum [oko 10,65,

Breslau, 25. Juni. . (W. T. B.) Getreide- und Pro- duktenmarkt. Spiritus pr. 100 1 100% Be 50 Verbrauchs- Soden “@ Juni 52,40, do. do. 70 M erbrauch8abgaben pr.

ni 32,50.

Magdeburg, 25. Juni. (W. T. B.) Zu>erberi<t. Korn- zu>er Gt von 92 2/6 —,—, Kornzu>ker exkl, 88% Rendement 10,15—10,25, Nalprodukte exkl. 75 %/ Rendement 7,50—8,10. Ruhig. Brotraffinade T —,—. Brotraffinade I] —,—. Gem. Raffinade mit Faß —,—, Melis 1 mit Faß —,—. Geschäftslos. NRohzucer I, Produkt Transito f. a. B. Hamburg pr. Juni Gd., Br., pr. Juli 10 bek 10,024 Br., pr. September 10,20 Gd., 10,25 Br., pr. Oktober- ezember 10,40 bez. u. Br., pr. Januar-März 10,574 Gd,, 10,60 Br. at

Grant! . M., 25. Juni. Getreidemarktberi<t von Joseph Strauß. eizen: Kauflust ziemli was, umsomehr als Eigner willigeres S ARAN ekundeten, Preise: ab Um- gegend 154—t 4; frei hier ca. 16 4; russisher, rumänisher und

edwinter 15—16 4 je nah Qualität. Roggen hatte lustloses und aus\{hließli< auf den Konsum beschränktes Geschäft bei matter Tendenz und gedrückten Preisen; hiesiger ca. 13 6; russischer 12—} A Gerste: rauwaare umsahßlos; uttergerste stark an dürfte à 114 A zu haben n, Hafer: hiesiger L russisher 13—13} #4, amerikani ca. 123 Á Mais: Vie Nad age sowohl für Konsum- als für Geportuwece war nur s{<wa< und eine wesentlihe Preisänderung ist nicht zu konstatieren. Gesunder Mixed ca. 9, beshädigter La Plata ca. Ale Futterstoffe. Roggenkleie (prompt) ca. 10—| 4, auf Lieferung viel unter Kurs; Weizenkleie ca. 8} 6; Malzkeime

, eingenommen.

eboten und

La Plata. Pr. en 3,274 M, pr. September 3,277 46, pr. Oktober 3,27 s pr. November 3,30 6, pr. Dezember 3,325 M, yr. Februar 3,375 #, pr. März L, 4, pr. April 3,375 , pr. Mai 3,374 «« Umsatz: 65 000 kg. Ruhig.

Raffiniertes Petroleum. Dre Ae Ruhig.

232 &, Cubahy 245 A, Choice C Fairbanks 222 4 Spe> ruhig. 228 A et Upland mivdk. Taba>. 218 Paten Paraguay, Kentucky, 50 Faß Stengel.

Weizen loko matt, loko matt, htesig

russischer loko ruhig, 77—80. Hafer matt. (unverzollt) ruhig, loto 464. Spiritus ruhig, pr. Juni-Juli 167 Br., pr. Juli-August 167 Br., per August-September 17 Br., per Sep- temher-Oktober 17 Br. ruhig. Standard white loko 6,15,

die Stimme des Künstlers vollkommen aus, während sie fl

am Köntgsplayt sein jeßiges Gastspie falls alle s<häßenswerthen Eigenschaften wieder hervor: das voll und wohlklingend, die Volubilität der italienishen Textaussprache verblüffend und das Spiel von bürtig stand dem Gaste Herr Naval als Graf Seite, neuen

des alten; etne lobenswerthe Koloraturgewandtheit, mit mu aevaart, ließen diesen Künst wie er besser kaum gedacht werden kann. Fräulein Dietrich war eine liche, muntere Rosine, Herr Ri

gon Umsicht. Auf die

«Bürgerlih und Romantis<*, das E eratio [hae ist gestern im Schiller-Theater veiéus N Si rw

or kurzem erst, am 2. August 1890, ift sein Verfasser, der die Ent- widelung des deutshen Dramas in den vershiedenen Wandlungen, die

73—84 M; getr. Biertreber (amerikanische) ca. 8 46; helle deut ca: 84 M; furt a. M.

arität Fra E

pelzenspreu pro Zentner ca. 1} M

Leipztg, 25. Juni. (W. T. B.) Kammzug-Terminhandek. Sruabuiaster B. pr. Juni —,— e, pr. Juli 3,29 9,

pr. Januar 3,39 #6,

(W. T. B) Bôörfen- Schlußbericht. (Offizielle Notierung der remer Loko 6,20 Br. Russisches Petreleum. Schmalz, Ru ig, Wilcox 24} Â Armour shiely Srocery 244 „S, hite label 25 #,

Short clear middling loko Kaffee ruhig. Baumwolle Weichend. Wolle. Umsaß 139 Ballen. 303 Seronen Carmen, 118 Faß

(D, L. 2) Getreidemarkt. loko neuer 148-—155, Roggen 122-—126, MRüEGL

Bremen, 25. Juni. ofo 6,00 Br.

Rets ruhig. loîo 37} S.

amburg, 25. Juni, E holfteinis<er

er —, med>lenburger loko neuer

Gerste matt.

Umsaß Sa>. Petroleum Good average Santos pr.

Kaffee ruhig.

Kaffee. (Nachmittagshericht.)

Fuli 584, pr. September 574, pr. Dezember 55}, pr. März 5514, Behauptet. Zu>ermarkt. (Schlußbericht.) Rüben - Rohzu>ker L. Produkt Bafis 88 9/2 Rendement neue Usance, frei an Bord Hamburg pr. Juni 10,02#, pr. Juli 10,074, pr. August 10,224, pr. Oktober 10,374, pvr. Dezember 10,474, pr. März 10,75. Fest.

Hamburg, 25. Juni. (W. T. B,) Wie die „Hamburgische

Börsenhalle“ meldet, hat sich hier unter der Firma „Kamerun-Kakao, Gesfellshaft mit beshänkter Paas eine Gesellschaft ge- bildet, wel<he die Herstellung und den Vertrieb v

i on Kakaopulver und Chokoladen aus Bohnen, die aus deutschen Kolonien stammen, bezwe>t. Das Stammkapital beträgt 250 000 4 ;

Verdingungen im Auslande.

Niederlande.

29. Juni, Mittags. Rathhaus zu Amsterdam: Lieferung von Steinkohlen für die Gemeinde-Dampfwerke per 1. Juli 1896 bis Ende Juni 1897. Bedingungen find gegen 0,15 Fr. in der Stadt- Dru>kerei erhältlih. Nähere Aufschlüsse beim Stadtingentieur auf dem Rathhaus, Zimmer Nr. 106, von 10 bis 12 Uhr.

1. Juli, Mittags. Direktionébureau des Direkteur der Artillerie- Inrichtingen zu VDelft. Leeuwenhoeksingel in 6 Abtheilungen : Lieferung von rundem Messing, Messingdraht, Blei in Blöcken und Antimon regulus für Zwe>e der Feld-, Festungs- und Küsten- Artillerie. Bedingungen im obengenannten Bureau und auf den Bureaux der Provinzial-Gouverneure zur Einsicht und bei dem Direktor der obengenannten Inrichtingen bei Franko-Anfrage, soweit der Vor- rath reiht, erhältlich.

Verkehrs-Anstalten.

Vom 1. Juli ab werden die Taxen für Postfrachtstüc>ke na< Schweden sowie nah Finland über Shweden hinsichtlidp der ausländis<hen Beförderungsstre>e wesentli erm äßigt.

Laut Telegramm von Goch hat die zweite englische Post über Vlissingen vom 25. d. M. den Anschluß an den Zug 1 Köln—Hannover nicht erreiht. Grund: Zur Seefahrt wurde ein Schiff älterer Art benugtt.

Bremen, 26. Juni. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Schnelldampfer „Havel “, von New-York kommend, is am 25, Juni 124 Uhr Morgens auf der Weser angekommen. Der Posft- dampfer „Aachen“, von New-York kommend, ist am 25. Iuni 1E Uhr Morgens auf der Weser angekommen. Der Reichs-Postdampfer „Karlsruhe“, von Ost-Asien kommend, ist am 25. Juni 1 Uhr Morgens în Neapel angekommen. Der Reichs - Postdampfer „Preußen“, nah Ost-Asien bestimmt, ist am 25. Juni Vormittags. in Singapore angekommen. Der Postdampfer „Willehad “, von Baltimore kommend, hat am 24. Juni 6 Uhr Abends St. Catherines

oint passiert. E „Salier“ ist am 24. Juni 5 Uhr:

tachmittags in altimore angekommen. Der Postdampfer „Dresden“ ist am 24. Juni 8 Uhr Abends in New-York an« gekommen.

Hamburg, 25. Juni. (W. T. B) Hamburg - Amert- L Stan, - Aktien - Gesellschaft. Der Schnell- dampfer „Augusta Victoria“ hat, von New-York kommend, beute früh 6 Uhr Scilly passiert.

Theater und Musik.

Königlihes Opernhaus.

_ Der Wagner-Cyclus nahm gestern mit dem Vorabend zur Nibelungen-Trilogie, dem „Rheingold*“ seinen Fortgang. Die vor wenigen Tagen erwähnten beiden Gäste, Herren Reichmann und Oberländer mußten wieder als Wotan bezw. Loge für die verhinderten einheimishen Künstler eintreten. Ersterer erfreute dur< die markige Kraft seines Organs, dur<h das Bedeutsame seiner Auffassung und die Meisterschaft, mit der er sie zum Ausdru> brachte. Herrn Oberländer fehlt das zur Verkörperung des gewandten Loge ersorderlihe Temperament und die Bewe lidteit, do wurde er digt r pes der musikalishen Seite seiner Au gabe gere<t. Die übrige eseßzung war bis auf Fräulein Reinl, welche die Partie der Frida mit vorzüglichem Gelingen sang, die hier übliche. Die Herren Krolop und Lieban, die Damen Hiedler, Herzog und zeichneten sih darin besonders aus. Die Leitung des Orchesters hatte

Herr Kapellmeister Dr. Mu>.

Neues Königliches Opern-Theater. “L Pery E O On d’Andrade eröffnete gestern als Figaro ein Gast- spiel in Nossiniss „Barbier von Sevilla*: eine Partie, in

wel<er er an derselben Stätte {hon früher die Gunst des hiesigen

Publikums errang. Für den ehemaligen Kroll'schen d heatersaa re

den an- spru<hsvolleren Räumen des Opernhauses niht gewachsen zeigte ; es ist daher mit Freuden zu begrüßen, Bas der Künstler in dem Bühnenhause abfolviert. Gestern traten jeden-

Organ war

südländisher Beweglichkeit. Eben- Almaviva zur dessen Organ den akustishen Verhältnissen des Opernhauses #i< Ge besser anpaßt als denen vornehme Erscheinung, ai S) a uu

a einge als einen Vertreter der Rolle A

emann ein vortrefflicher r Schubert ein lobenswerther Bartolo, Der Kapellmeister des ölner Stadt-Theaters, Pratelsor Arno Ta eiae das Werk ¿ raeb „Slavische Brautwerbung*. A m ; Siller-Theater, Das alte Lustspiel von R cene ntzü>en der ält