1896 / 219 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

legraphischen Meldungen Kapita A he yCormoran Kon d rinkmann, gestern von Chefoo na See gegangen; S. M. S. S. „Kaiser“, Kommandant Kapitän zur See Zeye, mit dem Divisions-Chef, Kontre- Admiral Tirpiß an Bord und „Jrene“, Kommandant aon du Bois, sind gestern in Wladiwostok ein- getroffen. :

an das Ober-Kommando der Es Korvetten- Sangkaubay

Görliß, 12. September. Die West-Armee hatte die Meldung vom Nahen eines Hilfs-Armee-Korps und der Ab- ficht degfelben, zur Unterstußung auf Weißenberg zu marschieren, erhalten und ging daher heute zum Angriff vor. Die O st- Armee, welcher die Meldung ebenfalls zugegangen war, trat um 71/2 Uhr den Rückzug an. Der Kampf blieb unentschieden, da das Vordringen bei dem durch Nässe aufgelösten Boden und dem andauernden Regenwetter auf beiden Seiten äußerst shwierig war. Seine Majestät der Kaiser ließ das Manóver daher frühzeitig abbrechen.

Sachsen.

dre Majestäten der L und die Königin haben nah Aufhebung des Königlichen Sommer-Hoflagers zu Pillnigz am Sonnabend Nachmittag die Königliche Villa Strehlen be- ogen. Seine Königliche Hoheit der Prinz Albert von Bielgie n, Höchstwelher zur Theilnahme an den Kaiser- Manövern in Görliß anwesend war, ist zum Besuh Jhrer Majestäten in der Villa Strehlen eingetroffen.

Baden. Jhre Königliche Hoheit die Kronprinzessin von Schweden und Norwegen hat am Sonnabend Vormittag die Rückreise von Farlsruhe nah Stockholm angetreten.

Hessen.

Mee Königlichen Pen der Großherzog und die Großherzogin haben sh gestern Nachmittag von Darmstadt nah Mainz begeben, fi für die Dauer der Herbst- manóver der Großherzoglihen (25.) Division die Groß- herzogliche Hofhaltung verlegt wird.

Lippe.

Den Abgeordneten zum Landtag ist, dem „Hamb. Korresp.“

gufolge, ein Geseßentwurf, betreffend die Abänderung des gele E O zugegangen, wonach die Bestimmung

über die Einseßung einer Regentschaft folgende Fassung erhält:

„Wenn aber der Thronstreit bis zum Ableben des Fürsten Alexander nit entschieden fein, bis dahin aber ein zur Erledigung des Thronstreits zuständiger Gericht¿hof gesichert sein follte, so dauert die Regentschaft des Prinzen Adolf bis zur Entscheidung dur diesen Gerichtshof fort.“ i

Jn der Begründung heißt es u. a. :

eUrsprünglih war ein „im Wege der Reichsgesezgebung* zu be- rufender Gerichtshof mit der Entscheidung betraut worden Bei den im Schoße des Bundesraths herrshenden Anschaungen kann auf die Errichtung eines Gerichtshofes „im Wege der Reichégeseßgebung“ nicht mehr gerechnet werden. Würde \chon diese Thatsache allein das Bedürfniß begründen, den Wortlaut des Regentschaftsgeseßes mit den realen Verhältnissen in Einklang zu bringen, um dadurch das Land vor neuen Erschütterungen zu be- wahren, so kommt jeßt noch hinzu, daß den auf die Schaffung eines zuständigen Forums gerihteten Wünschen inzwischen dadurch genügt ist E die hohen Herren Prätendenten sh über die Art, wie der Thronstreit feinen Austrag finden solle, dur verbindlihen Vertrag geeinigt haben.“

Oesterreich-Ungarn.

Der Kaiser begab sich am Sonnabend früh von dem Barackenlager von Lipowica nah dem Terrain der Festungs- Manóvoer; dieselben mußten indessen infolge eines heftigen Regen- uses vorzeitig abgebrochen und das Feuer eingestellt werden.

ährend der Nacht klärte sich das Wetter wieder auf. Gestern wohnte der Kaiser in rg einer stillen Messe im Dome bei und stattete sodann dem Korps - Kommandanten, Feldzeugmeister Galgoßy einen Besuch ab. Hierauf fanden Empfänge statt, darunter der des Landmarschalls Grafen Badeni, welcher eine sehr patriotische Rede hielt. Der Kaiser dankte huldvollst und versicherte die Versammelten seiner unveränderten Gnade und Gewogenheit. Hierauf wurden die Geistlichkeit, die Behörden und Deputa- tionen der Lehrkörperschaften empfangen. Am Mittag kehrte der Kaiser, überall mit stürmishen Huldigungen begrüßt, nah dem Barackenlager von Lipowica zurü.

Dem „Fremdenblatt“ zufolge ist an Stelle des verstorbe- nen Grafen Szécsen der frühere Sektionshef im Ministerium des Aeußern Graf Adalbert Cziraky zum Oberst- Hof-Marschall ernannt worden.

m Arkadenhof des Wiener Rathhauses begann gestern der Bauerntag, der von etwa 10000 Personen besucht ist. Der Statthalter Graf von Kielmansegg begrüßte den- elben im Namen der Regierung, \sprah das Bedauern des

ckerbau - Ministers Grafen von Ledebur aus, am Erscheinen verhindert zu sein, und versicherte, die Re- eng Jet s bestrebt, die berechtigten Interessen

es von ihr voll gewürdigten Bauernstandes nachhaltig zu för- dern. Es wurden hierauf eine Anzahl Resolutionen angenommen, darunter eine solche, betreffend das Verbot des Getreidetermin- handels, sowie eine Resolution, nah welcher der Ausgleich nur unter namhafter Erhöhung der ungarishen Quote und unter Garantie einer ehrlichen Ang des Zoll- und Handelsbündnisses seitens ngarns abzuschließen und eine öfterreihishe Staatsbank zu gründen sei. Ferner, wurde ein Begrüßungs-Telegramm des Ackerbau-

inisters verlesen, worin dieser persderb daß er den Kund- fungen des hartbedrängten und \{chwer geprüften Bauern- andes stets Rehnung tragen werde. Das Telegramm wurde mit einem Dankes-Telegramm beantwortet, und unter Hochrufen ae den Kaiser wurde beschlossen, das Präsidium als Depu- tation an Seine Majestät zu entsenden.

Das ungarische Unterhaus hat vorgestern die Vor- lage über die Strafprozeßordnung in dritter Lesung an- genommen.

Großbritannien und Frland,

An Stelle des demnächst in den Ruhestand tretenden Admirals Seymour wird, wie „W. T. B.“ erfährt, der Vize- Admiral Sir John Hopkins zum Kommandanten des

__In dem am Sonnabend unter Präsidenten

sämmtlihe Minister beiwohnten, theilte der Minister des Aus- wärtigen Hanotaux mit, daß die Grundzüge für den Empfang des Kaisers und der Kaiserin von Rußland nah dem Entwurf aufgestellt seien, welhen der Fürst Lobanoff übersandt habe. Der Chef des Hof-Marschallamts Graf von Benkendorf sei auf Befehl des Kaisers nah St. Petersburg zurüdgereist, um mit dem Adjunkten des Ministers des Aus- wärtigen Schishkin und dem Minister des Kaiserlichen Hofes Grafen Woronzow-Daschkow das Programm fest: usezen, welches dem Kaiser definitiv unterbreitet werden L e. Die Hauptpunkte, welche von dem vorgestern mit- getheilten Programm abweichen, sind folgende: Die Majestäten werden am 5. Oktober gegen Mittag in Cherbourg eintreffen; das Geschwader wird dem „Polarstern“ entgegenfahren, welcher am Quai de l’Arsenal vor Anker gehen wird. Der Präsident Faure sowie die Minister Méline, Hanotaux und Besnard werden die Majestäten bei der Landung empfangen. Nach- mittags findet eine Besichtigung des Geshwaders statt; Abends veranstaltet der Präsident Faure ein Diner im Arsenal. Die Majestäten und der Präsident Faure verlassen Cherbourg um 10 Uhr Abends und werden am 6. Oktober um 10 Uhr Vor- Mage in Paris auf dem Bahnhof la Muette eintreffen. Die Majestäten werden durch die Avenue des Bois de Boulogne und die Champs Elysées nach der russishen Botschaft fahren. Der Aufenthalt in Paris wird drei Tage dauern. Am 6. Oktober Nachmittags : Besuche und offizieller Empfang im Elysée, Empfang in der russischen Botschaft, Diner im Elysée ; Abends Gala-Vorstellung in der Großen Oper. Am 7. Oktober Vormittags: Besuh der Baudenkmäler von Paris; Nach- mittags : g, der französischen Akademie, Besuch des A de Ville; Abends: Gala-Vorstellung in der Comédie zFrançaise. Am 8. Oktober Vormittags: Besuch des Louvre, Beletten in Versailles, Empfang in der Galerie des Glaces, Besichtigung der großen Wasserkünste, des Schlosses und Trianons; um 5 Uhr Nachmittags: Rückkehr nah Paris; Abends: Nachtfest auf der Seine, allgemeine Jllumination. Am 9. Oktober findet eine Parade, wahrscheinlich im Lager von Chalons, statt; nah der Parade treten der Kaiser und die Kaiserin die Reise nah Darmstadt an. Da das Kriegs- Ministerium erklärt hat, auch ohne die zur Entlassung kom- menden Mannschaften die Parade in hinreichender Truppen- stärke ermöglihen zu können, so werden die betreffenden Mannschaften nicht unter der Fahne behalten werden.

Vorgestern Abend hat der Präsident Faure Paris ver-

lassen und sih zu den großen Manövern nah Angoulême begeben. Die Ankunft daselbst erfolgte gestern Vormittag. Zum Empfang waren der General Billot und die zur Theil- nahme an den Manövern befohlenen N Offiziere erschienen. Bei einem gestern von der Munizipalität von Angoulême veranstalteten Festmahl führte, dem „W. T. B.“ zufolge, der Präsident Faure in seiner Erwiderung auf den Toast des Maire aus: Er freue si, auf seinen Reisen das Fortschreiten des Geistes der Eintracht konstatieren zu können und in Angoulême eine Vereinigung von lauter solhen Männern zu sehen, die die Größe und Wohlfahrt des Vaterlandes wünschten. Diese Vereinigung habe die Republik gegründet und ihr ein starkes Heer gegeben, das ihr Schutz und ihre Hoffnung sei. Er sei erfreut zu sehen, wie sehr sich Angoulême den einmüthigen Sympathie-Kundgebungen an- schließe, mit denen der mähtige Souverän demnä®st werde in ganz Frankrei empfangen werden. Dieses bevorstehende Ereigniß werde den Augen der aufmerksam berschauenden Welt die wechselseitigen Gefühle der beiden großen in dem Wunsche nach Frieden vereinten Nationen bezeugen. Alle diese glücklichen Ergebnisse beruhten auf der Eintracht zwischen allen Söhnen des alten Galliens.

Der Anarchist Clarenson, bekannt unter dem Namen Rabardy, welcher im Jahre 1894 zu Paris die Explo- sionen in dem Faubourg Saint-Martin und in der Rue Saint - Jacques herbeigeführt hat, ist in Mont- pellier festgenommen worden. Der Verhaftete ist geständig. Die Pariser Polizei-Präfektur sieht indessen die Angaben Clarenson'’s als erfunden an und beharrt dabei, daß der im Jahre 1894 bei dem Bombenanschlag gegen die Madeleine- Kirche umgekommene belgishe Anarchist Pauwels mit dem Attentäter in der Rue Saîint-Jacques und in der Rue Saint- Martin identisch gewesen sei.

Rußland.

Durch Kaiserliche Ordre is, wie dem „W. T. B.“ aus St. Petersburg berichtet wird, dem Adjunkten des Polizei- Großmeisters von Moskau, Obersten Rudnew, ferner dem Polizeimeister von Moskau, Obersten Baron Budberg, und dem dec Person des Polizei-Großmeisters attachierten Oberst- Lieutenant Pomeranzew ein strenger Verweis ertheilt worden, weil sie, wie die Untersuchung über das Unglück auf dem ina lid ergeben habe, ihre Pflihten vernachlässigt ätten.

Der Adjunkt des Ministers des Jnnern, Geheime Rath Nekljudow ist gestern früh gestorben.

welchem

aure vohnten, ije Ministerrath,

Jtalien.

Der „Esercito Jtaliano“ bespricht die Lage in Erythräa und bestätigt dabei, daß der General Baldissera die JFdee eines Offensiv-Krieges von der Hand weise. Für die Eventualität eines Defensiv- Krieges erklärte General Baldissera die Verwendung von zwei Armee-Korps in der Effektivstärke von 70000 Mann für unabweisbar. Aber, fährt der „Esercito“ fort, in Anbetracht, daß dies das bestehende System der Mobilmahung für den Fall europäischer Verwickelungen umstoßen und Jtalien zu einem Appendix pon Erythräa bis zum Friedens\chluß machen würde, sei die Negierung damit beschäftigt, die Opportunität j erwägen, die Grenzen der Kolonie in besheidenerem Maß- tab ju ziehen, in der Absicht, e Ursache zu einem Konflikt und infolge dessen zu weiteren Ausgaben auszuschließen. Der „Esercito“ sagt zum Schluß, die thatsächlihen Nachrichten über die Friedensverhandlungen seien erfreulich und bereh- tigten M der Annahme, daß Jtaliens Ehre und Würde ge- wahrt blieben.

Das römische Damen-Comité zur Unterstüßung der Gefangenen in Abessynien erhielt am Sonnabend die telegraphishe Benachrichtigung aus Djibuti, daß 3 Ge- ungen welche von den 50 vom Negus Freigelassenen zurück- geblieben, lest in guter Gesundheit daselbst eingetroffen

britischen Mittelmeer-Geschwaders ernannt werden.

dem Vorsiß des |

Spanien.

Nah dem von den Cortes angenommenen Heereg- haushalt für das Rechnungsjahr 1896/97 * ist die Präsenzstärke der Truppentheile des Heeres, wie folgt, festgeseßt worden: a. Jnfanterie: Die zweiten Bataillone der auf dem festländishen Reichstheile Zavntlaniorenden 56 Regimenter, von denen die ersten Bataillone sich sämmtli auf werden von 652 auf 804 Mann gebracht. Die 20 Jäger- Bataillone erhalten cine Stärke von 964 an Stelle von 652 Mann. Die 20 zweiten Bataillone werden ebenfalls von 300 auf 964 Köpfe gebraht. Die auf Cuba stehenden 10 Jäger- Bataillone erhalten die gleiche Mannschaftszahl. b. Kavallerie: Jedes der im Brigadeverbande stehenden Kavallerie-Regimenter R einen Stand von 450 Reitern nebst ebenso vielen Pferden, die übrigen 6 Regimenter, welche eine unabhängige Kavallerie-Division bilden, werden auf je 510 Reiter mit 510 Pferden gebracht. c. Artillerie: Die auf dem Festlande stehende Artillerie besteht aus 4 Regimentern (9:-cm- Geschüße), 9 Regimentern (8-cm-Geschüße), 1 leichten Regiment (aus 2 reitenden und 2 Gebirgs-Batterien) und aus 3 Gebirgs - Artillerie - Regimentern. Sämmtliche Regimenter sind in je 4 Batterien zu 6 Geschüßen eingetheilt. Ee en Regimenter, welhe mit 9:-cm-Ge- schüßen ausgerüstet find. werden um je 48, die übrigen um

Kanoniere vermehrt. Jm Ganzen zählt die Artillerie 17 Regimenter mit 68 Batterien und 408 Geschüßen. d. Fuß- Artillerie: Die Fuß-Artillerie-Bataillone erhalten einen Zuwachs an Mannschaften von 80 bezw. 100 Köpfen. e. Genietruppen: Jedes der 4 Sappeur-Regimenter wird um 136 Mann verstärkt, das Pontonier-Regiment wird um 116, das Eisenbahn-Bataillon um 103 und das Telegraphen-Bataillon um 152Mann vermehrt, f. Verwaltungstruppen : Der Stand der Militär-Verwaltungs- Brigade wird um 180 Mann erhöht, die Sanitäts- sowie die Arbeiter- und Topographen-Brigade erhalten einen Zuwachs von 80 bezw. 73 Köpfen. Durch vorstehende Verme hrungen der Effektivstärken der einzelnen Truppentheile erhöht sich die Gesammtziffer des stehenden Heeres von rund 84000 auf 100 000 Mann; troydem sind die Kosten dur mancherlei Ersparnisse gegen das Vorjahr um rund eine halbe Million Pesetas zurückgeblieben.

uba befinden,

Türkei.

__ Der Marschall Schakir Pascha is zum Chef der Kaiser- lihen Militärkanzlei und zum Präsidenten der Kommission für die Heimsendung der Armenier ernannt worden. Den Sigzungen dieser Kommission werden die Dragomane der Botschaften beiwohnen. Jnzwischen dauern, dem Wiener „Telegr.-Korresp.-Bureau“ zufolge, die Massenverhaftungen und Abschiebungen fort ; alle Arrestlokale, die Polizeigebäude sowie mehrere Kasernen sind mit Verhafteten überfüllt.

Das armenishe Comité machte am Freitag den Bot- shaftern die Mittheilung, daß es, falls die nächtlichen Razzias und Vernichtungsmaßregeln gegen die Armenier fortdauerten, aufs Neue deutliche Lebenszeihen geben werde.

Zwei Bataillone haben, wie „W. T. B.“ aus Athen erfährt, Monastir verlassen, um die in der Umgebung auf- getauhten macedonishen Aufständischen einzuschließen. b es kleinere Zusammenstöße mit den Aufständischen statt- gefunden.

Der Firman über die kretishen Reformen is in Kanea amtlich veröffentliht worden. Das Revolutions- Comité in Vamos hat seine Auflösung mittels NRund- schreibens an das fkretishe Volk angezeigt.

Amerika.

Palmer erhielt, wie „W. T. B.“ aus Louisville be- rihtet, am Sonnabend die offizielle Anzeige von seiner Er- nennung zum Präsidentshaftskandidaten der Gold- demokraten. Präsident Cleveland sandte ein Schreiben, welches Denjenigen seine Zustimmung ausdrückt, welche ent- \{lo}sen dafür einträten, daß die Stimme der wahren Demo- kratie nicht erstickt werde.

Nach einer Meldung aus Wilmington (Delaware) ist

der Kapitän des Dampfers „Laurada“ vorgestern unter der Anschuldigung, am 5. August eine militärische Expedition gegen Spanien organisiert zu haben, ver- haftet worden. Amtliche Depeschen aus Cuba berichten von mehreren Zusammenstößen, die mit den Aufständischen stattgefunden hâtten. Leßtere hätten in diesen Gefechten 46 Todte und zahl- reiche Verwundete gehabt.

Serbien.

Der König ist mit der Königin-Mutter am Sonn- abend Abend wieder in Belgrad eingetroffen und von einer zahlreichen Volksmenge sympathish begrüßt worden.

Bulgarien. Der Fürst ist vorgestern von Sofia nah Euxinograd abgereist. Afien.

Amtlich wird aus Manila berichtet, daß alle Führer der Aufständishen in der Provinz Nueva Ecija im Kampfe gefallen seien. 13 Hauptführer der in der Provinz Cavite entdeckten Vershwörung seien erschossen worden.

Parlamentarische Nachrichten.

Der NRittergutsbesizker von Dreßler - Schreitlaugfken, Mitglied des Herrenhauses, ist gestorben.

Statiftik und Volkswirthschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Hier in Berlin wird am nächsten Sonntag eine sozial- demokratische Partei-Konferenz für die Provinz Branden- burg stattfinden. Zum Ausstand dec Berliner Drechsler berihtet der „Vorwärts“, daß die Forderungen der Gehilfen bis Sonnabend in 128 Werkstätten mit 561 Gehilfen bewilligt waren, während 43 verheirathete und 51 unverheirathete Gehilfen in 23 Werk- stätten ausständig blieben. Die Zahl der ausf\tändigen Ball schu h- Arbeiter beträgt jeßt 600.

Aus Brüssel wird der „Köln. Ztg.* geschrieben, daß eine Ver- anang der vereinigten Tishlermeister am 10. d. M. be- chlossen hat, ihre Werkstätten unter den am 20. Juli festgestellten Bedingungen wieder zu öffnen. Das Bürgermeisteramt warnt die Cuoftiadigen Tischler durch Maueranshläge vor jeder Belästigung der Gesellen, welche die Arbeit wiederaufnehmen wollen, und sichert diesen

seien. Der Abbé Oudin habe sie in Firear unterstüßt. Sie hâtten sih bereits nah Jtalien eingeschifft.

vollen Schuß zu. Wie am 12. September weiter berihtet wird,

e katholischen Tischler sich entshlofsen, am 15. Septemker babe beit wieder aufzunehmen, während die Sozialisten der Auf- forderung der Tischlermeister keine Folge leisten wollen.

Zur Lohnbewegung der englishen Dock- und Hafenarbeiter beritet die Londoner „A. K“: Die Forderungen der Dock- und Hafenarbeiter sind folgende: 8 rute die Stunde während der ge- wöhnlihen Arbeitszeit, 1 Schilling die Stunde für Ueberzeit für Dodarbeiter im Londoner Hafen. Kornarbeiter sollen den jut Zeit im Victoria Dock geltenden Lohn erhalten, nämli 25 Schilling für 100 Quarter, Korntrimmer 1 Sfillug die Stunde während der gewöhnlihen Arbeitszeit und 1 Schilling 6 Pence die Stunde für Üeberzeit. Arbeiter, welhe während der Mahlzeitspause arbeiten, sollen doppelten Lohn bekommen. Solche, die nah 10 Uhr Abends arbeiten, sollen für eine zweite Mahlzeit Vergütung erhalten, und solhe, welhe nach zwei Uhr Morgens arbeiten, für eine dritte. Jedem angestellten Arbeiter muß wenigstens Lohn für cinen halben Tag oder eine halbe Naht ausgezahlt werten. Ein Theil der Doarbeiter erhält übrigens jeyt {on 8 Pence die Stunde während der gewöhnlichen Arbeitszeit und 1 Schilling für Ueberzeit. Die Doarbeiter in Limerick befinden sich im Aus- stande, weil in den Docks arbeitsparende Maschinen eingeführt worden

nd. Mit Gewalt is nicht viel auszurichten, da die Behörden fich auf den Fall gefaßt gemacht haben. Um gegen die neuen Maschinen zu protestieren, haben deshalb die Ausständigen zu dem eigenthüm- lichen Miitel gegriffen, in corpore nach dem Arbeiishause zu mar- {ieren und Aufnahme zu verlangen; 200 wurden auch wirklih auf-

genommen. Kunst und Wissenschaft.

JFnternationale Kunst-Ausftellung Berlin 1896.*)

IX. Oesterreich, Rußland, Polen.

L. K. Die österreihishe Abtheilung der dies- jährigen Kunst - Ausstellung wurde später als die übrigen Abtheilungen, in dem Saal 37, eröffnet. Besondere Ueber- raschungen brachte sie nicht, vielmehr maht sich cin gewisser Stillsiand namentlich in der Wiener Malerei shon seit einigen Jahrzehnten bemerkbar: kräftige Jmpulse und maßgebende Künstlerpersönlichkeiten fehlen. Es fkennzeichnet die Situation, daß einige der hervor- ragendsten Bilder in unserer Ausstellung den Namen bereits verstorbener Meister tragen: Pettenkofen, Karl Leopold Müller und Emil Schindler. Die kleinen Kabinetstücke von Pettenkofen, insbesondere der köstliche Straßenkampf (3807) und der ungarische Bauernhof (3812), sind allerdings über jede Kritik erhaben und troß ihrer Kleinheit und der Schlicht- heit der Motive nahezu allen übrigen Bildern der öósterreihishen Abtheilung bei weitem überlegen. Leopold Müller’'s weibliher Studienkopf „Nefusa“ (3799) giebt einen guten Begriff von der reifen Kunst des vor vier Jahren verstorbenen Meisters, und Schindler's Motiv aus Capri (3825) zeigt, wenngleih nicht ein Werk ersten Ranges, vortrefflih jenes poetische Gemisch von Natur und Phantasie, das den lange verkannten Wiener Landschafts- maler charakterisiert und seinen Bildern einen geheimnißvollen feiertäglihen Reiz verleiht. Gerade auf dem Gebiet der Land- shaftsmalerei hat auh heute noch Wien einen Meister auf- zuweisen, der vornehmen Stil mit s\timmungsvoller Zntimität zu vereinen weiß: Robert Ruß. Sein Hafen in Riva und der Herbstregen (3823) sind Laa ttige Beweise dafür. Alois Delug gehört seiner Ausbildung nah der Münchener Schule an; das in geisterhaft kühlem Gesammtton

chaltene Nornenbild (3735) macht einigen Eindruck dur eine Größe und die verständig abgewogene Komposition, die Formensprache aber und der Ausdruck der Köpfe sind kon- ventionell und leer. Auch Hirschl vermag seine effffektvolle Erfindung, „Ahasver's Fluch“ (3765), malerish nit interessant genug zu gestalten, obwohl ihm, wie seine „Meeresbrandung“ (3764) beweist, koloristishe Begabung nicht mangelt. Einen ret verzierten Eindruck macht Veith's „Jungbronnen“, ein Bild, das mit allen möglichen Neizen kokettiert, aber echte naive Märchenstimmung nicht aufkommen läßt. Sehr un- gleichartig sind die drei ausgestellten Werke eines bisher wenig bekannten böhmischen Malers Adalbert Hynais. Während das große „Urtheil des Paris“ (3768) in Formen und Farben streng stilisiert is, auch in dem Aufbau des Ganzen etwas von afkademischer Gelehrsamkeit durchfühlen lößt, {hielt der Maler in der Skizze zu einem Familienbildniß (3769) nah den Lorbern Boldini's; aber die Keckheit des Vortrags kommt nicht von Herzen und überzeugt den Beschauer nicht so vollkommen, vas er darüber ret bedenkliche Zeichenfehler, die auch dem Biloni von „Mutter und Sohn“ (3770) niht fehlen, über- sähe. Offenbar ist das Talent Hynais' noch in starker Gährung begriffen, was man auch von Jo- sephine Swoboda (3840), die sehr viel Temperament zur Schau trägt, und von dem energischen Pleinairisten Emil Strecker vermuthen möchte. iht erheblich über dem Niveau des heute schon ziemlich trivialen Jmpressionismus stehen die Lübecker Juterieurs von Carl Moll; auch Seeligmann's „Hörsaal des Professors Billroth“: würde ohne den interessanten Vorwurf kaum besonders auffallen.

Die Wiener Porträtmalerei hält sih auf der von Angely (3715) erreichten Höhe. Vornehmheit und Eleganz der Technik müssen freilich dabei oft die Tiefe der Charakteristik erseßen. Die Bildnisse von Pochwalski, Bacher, L’Allemand, Frö\chl, Horowiy und Huber werden dem Beschxuer das bestätigen.

Unter den Aquarellen der österreichischen Abtheilung fallen neben den ret greisenhaften Arbeiten von Rudolf Alt namentlich die originellen Ecfindungen von Hans Schwaiger vortheilhaft auf.

_Daß unter den Sculpturen die lebensvollen Büsten des unlängst verstorbenen Tilgner den ersten Plaß einnehmen, ist selbstverständlih. Aber auch ein jüngerer Bildhauer, Wilhelm Hejda, giebt reht beahtenswerthe Proben seines Talents in einer Reihe von Bronzeplaketten und Medaillen, die selbst neben den Arbeiten des bekannten Medailleurs Stephan Schwarß (3891 bis 93) einen ehrenvollen Plaß behaupten.

Rußlands Kunst hat ein stark nationales Gepräge. Das große Gemälde von Victor Simow, eine Episode aus dem

eben des Metropoliten Philipp darstellend (2102), darf als iypisch gelten für den kraftvollen, auch vor Gewaltsamkeiten nicht zurücshreckenden Realiemus der russishen Malerei. Die knorrigen Gestalten in ihrer halbafiatishen Wildheit sind rößtentheils von F orirarige Lebendigkeit und das iliceu ist ebenfalls mit überzeugender Treue wiedergegeben. Das Ganze zeugt von einem großen malerischen onnen. Jn der Stimmung durchaus russish, reiht der „Pilger“ von Nobert Bücht ger (3726) doh nicht an die rassige Kraft des Simow’schen Bildes heran ; ebensowenig

*) S. die Nrn. 114, 124, 127, 141, 156, 191, 205 und 213 des oR.o U, St,-A,*

der „Anachoret“ von Michael Klodt nur durch die trostlose, unheimlihe Färbung des Motivs einiges Interesse erweckt. Troy etwas ober- Laue Be Lg wirkt Lahegen Porfirow's einsame üßerin am Grabe Christi (1799) ungemein \timmungsvoll, Bose besonders die Ls es landschaftlichen Hintergrundes viel beiträgt. An die Ausgelassenheit der 40G Flößer erinnert das Nachtstück von Paul Swedomsky, das eine A gbseter römischer Sklaven darstellen soll. Brillante ichteffekte steigern die lebendige Wirkung des anspruhsvollen Bildes. Spezifish rus sid ist auch die pessimistishe Stimmung in den Genrebildern vonWladimirMakowsky,SergeiMalintin u. A., während die Beschaulichkeit, die dem russishen Volks- harakter eigen ist, in den Jnterieurs von Turligin, Tichomirow und Wopilow sich klassish ausprägt.

Ein Künstler von starker Jndividualität ist Jlias Repin, wohl die bedeutendste Erscheinung unter den es Malern der russishen Schule. Er ist auf der Ausstellung dieses Som- mers leider nur mit drei Bildnissen vertreten, von denen das seiner Tochter (1860) den stärksten Eindruck macht. Es besißt bei weitem mehr Jutimität als das Porträt eines träumerish aufgestüßten jungen Mannes (1858) und wirkt auch stärker als die efffektvoll posterte Gestalt des greisen Tonmeisters Franz Liszt (1859). Freilih läßt sih die ganze Bedeutung von Repin’s Genie nur an seinen großen Historienbildern ermessen. Zwei finländische Maler Albert Edelfeld und Axel Gallén zählen ebenfalls zu den interessanten Physiognomien der jungrussishen Kunst.

Die Landschafts- und Marinemalerei hat einige bedeu- tende Leistungen von Endogurow, Egornon, Bergholz, Aïwasowsky und Marie Feodorow aufzuweisen.

Als tief eindringender Charakterschilderer \{hließlich erntet der bekannte Bildhauer Antokolsky für seine Statue Spinoza’s auch in diesem Jahre verdiente Lorbern. j

Wenn in den Werken der polnischen “Maler si die

nationale Eigenart auch nicht so allgemein geltend macht wie bei den Gen, so finden wir doch ¿us hier einige Künstlerpersönlihkeiten von ausgesprochener Rasse. Jacek Malczews ki freilih bekundet seine Nationalität mehr in den Motiven als in der Malweise. So, wenn er unter dem Schlagwort „Melancholie“ uns eine traumhafte Vision schildert, die er selbst in seinem Atelier gchabt : in wirbelndem Reigen erscheinen vor seinem Auge die Gestalten aller jener unglücklihen Schwärmer, die die Sehnsucht nah der Wieder- aut ihtung des polnishen Reichs in den Tod gelockt hat, während am Fenster des Ateliers, in dessen Hintergrund der Maler vor seiner Staffelei ißt, i Melancholie lehnt. Die virtuose Technik, in der diese seltsame Spukerscheinung gemalt i|ff, weist aber cher nah Paris als nah Krakau. Sehr viel charakteristischer ist die flotte Vortragsweise von Arentowicz, der auh als Bildnißmaler viel Temperament bekundet. Den polnischen Elan verkörpert vielleiht am besten das weib- lihe Porträt in ganzer Figur von Joseph Mehoffer, die Kraft und Energie der polnischen Land- Aristokratie das strenge Starostenantliy des Grafen Dieduszycki von Casimir Pochwalski. Olga von Boznaúska, in Deutschland, dem sie zum theil ihre Ausbildung verdankt, seit lange als feinsinnige Bildnißmalerin geshäßt, hat drei ihrer Damen- und Kinderporträts ausgestellt, von denen das eine (305) durch fkühne Koloriftik frappiert, während das nervóose Feingefühl für das Seelenleben der Dar- gestellten sich besonders in einem fkoloristish anspruchsloser gehaltenen Porträt (306) ausspricht. Auch das Selbstporträt von Alexander von Augustinowicz reiht sich den tüchtigen Leistungen der polnishen Porträtmalerei ebenbürtig an. Julian Falat, der bisher sich vorzugsweise durch Zagdstükke in leuhtendem Schneeliht bekannt gemacht 16 führt uns diesmal in einer schr flotten Aquarell- fizze in einen von t:aulihem Lampenlicht erhellten Winkel seines Ateliers, in dem sih ein Paar zum Tête-à-Tête nieder- gelassen hat. Der Kraftaufwand, mit dem Wactaw Szy- manowski auf riesiger Leinwand mit derber Pointillierung die brütende Sommerhiße (3910) zu schildern unternahm, scheint genau so vergeudet, wie die spißpinselige Subtilität, unter dœé W. von C L (477) seine Ober- flählihkeit und herzlose Auffa ung zu verbergen suht. Recht unbedeutend ist auch eine römische Studie von H. Siemi- radzki, den man sonst mit werthvolleren Arbeiten vertreten zu sehen gewohnt ist. Jn der Landschaftsmalerei der pol- nishen Schule macht sich neuerlih eine Vorliebe für ver- {chwommene Nebelstimmungen geltend, die in einzelnen Bildern von Pruszkowski, Pankiewicz und Stanislawski hart an Manier streift.

(1153), der

die schwarz gekleidete

Bauten.

Der Entwurf zu einem Kreisständehause für den Kreis Beuthen ist zum Gegenstande eines Wettbewerbs unter den Mitgliedern des Berliner Architekten-Vereins gemacht worden. Die Bausumme des in der Hauptsache in Backsteinen zu errichtenden Neubaus beträgt 150 000 A Als Preise ftehen 1000 #4, 600 M und 400 zur Verfügung; doch hat der Beurtheilungsausshuß des Architekten-Vereins das Recht, die Preiésumme von 2000 # auch in anderer Abstufung zu vertheilen Ablieferungstag is der 1. Dezember d. J. Programm und Lageplan sind von der Geschäftsstelle des Architekten-Vereins zu beziehen. Die auswärtigen Mitglieder erhalten das Programm nebst Lageplänen auf besonderes Verlangen.

Handel und Gewerbe.

Zur Anwendung des e Waarenzeihen- ge}eßes.

Die „Gazette of Jndia“ vom 2. Zuli d. J. enthält eine amtliche Veröffentlihung, in der die den Zollbehörden er- theilten Vorschriften für die Anwendung des indischen

aarenzeichengeseßzes von 1889 nebst allen inzwischen dazu Tg Mgen Abänderungen und Ergänzungen zu- sammengestellt sind. Danah haben die unter dem 18. August 1894 erlassenen Vorschriften über die Einfuhr von Wein und Spirituosen in Q Ran neuerdings eine rg erfahren. Die Angabe des Ursprungslandes auf den Kapseln und Korken sowohl wie auf den Etiquettes soll fortan nur noch bei solchen Weinen und Spirituosen ver- langt werden, die niht in Großbritannien oder Britisch- N hergestellt, aber mit britishen oder britisch-indischen

amen oder Waarenzeihen oder mit anderen Bezeihnungen oder Beschreibungen in einer solhen Weise verièben sind, daß dadurch der Anschein des gro Aalen oder britisch- indishen Ursprungs erweckt wird. Bei Flaschen mit Bezeich- nungen oder Namen, die lediglih darauf hinweisen, daß der Wein oder die Spirituosen dur einen britischen oder g indischen Jmporteur oder Pre angernae worden sind, ift die Angabe des Ursprungslandes auf den Kapseln und Korken

nit erforderlih. Die Angabe des Namens des Verschiffers wird nicht mehr gefordert. j ;

Auf Grund einer Königlichen Verordnung sind die Posi- tionen 43, 44 und 45 des spanischen Zolltarifs zu einer einzigen Position zusammengefaßt worden. Diese hat folgen- den Wortlaut:

Scmiedeeisen und Stahl in Röhren eee Art, mit Einschluß der galvanisierten und der mit Messingblech überzogenen: Erster Tarif 26 Peseten, zweiter Tarif 24 Peseten.

Danach ist der Zollsay auf die genannten Waaren gegen

früher nicht unerheblih erhöh t

._ Nach einem norwegishen Gescy vom 27. Juli 1896 müssen in Norwegen Geschäfte suchende ausländische andlungsreisende vom 1. Januar 1897 ab sih einen an delspaß gegen eine Steuer von 100 Kronen für den alendermonat lösen und denselben an den einzelnen Orten, wo sie Geschäfte machen wollen, mit dem Visum der Polizei- behörde versehen lassen. Uebertretungen dieses es sind mit einer Geldstrafe von 100 bis Kronen bedroht.

Rio de Janeiro, 12. September.

London 83. (W. T. B.) Wesel auf

Verdingungen im Auslande.

Desterkeich-Ungarn.

1. Oktober, 12 Uhr. K. K. Staatsbahn - Direktion Wien, beziehungsweise K. K. Staatsbahn - Direktionen Linz, Innsbruck, Villa, Triest, Pilsen, Prag, Olmüß, Krakau, Lemberg und Stanislau: Lieferung des Bedarfs an Kesselrohren beziehungsweise Siederohren, Achsen, Radreifen, Eisenabgüssen, Kupferwaaren, Zinn 2. für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1897. Näheres bei der K. K Staatsbahn-Direktion Wien, 1A bei den betreffenden K. K. Staatss bahn-Direktionen und beim „Reichs-Anzeiger“.

Norwegen.

7. Oftober, 7 Uhr Abends. Staatsbahnen: Lieferung 1) von 18 hoÿen offenen Güterwagen Litt L. für breitspurige Bahnen ; 2) von 30 offenen Güterwagen Litt. N, Angebote in gee Briefumschlag mit der Aufschrift 1) Wagen (,Vogne“), 2) Güters- wagen („Godsvogne“) werden im Expeditionskomtor der Verwaltung der Staatsbahnen, JIernbanetorvet 8/9, in Christiania entgegengenommen, Feiaungen und nähere Bedingungen im Komtor der Direktion der

ashinen-Abtheilung in Christiania, ebenda. Dänemark.

24. September, 2 Uhr. Staatsbahn-Verwaltung (Overinge- nieuren for Statsbaneanlaegene, Reventlowsgade 10) Kopens- hagen: Lieferung von 23000 kg galvanisiertem Eisendraht, 4000 Stück Porzellanglocken, 700 Stück Spanneinrihtungen, 3500 Stück galvanisierten Eisenbügeln. Bedingungen an Ort und Stelle und beim „Reichs-Anzeiger“ (in dänischer Sprache).

i Niederländish-Indien.

Bis 15. Dezember. Die Bataviashe und die Seekabeemische Landbauvereinigung haben aemeinsam einen Preis von 5000 Guiden für den besten Liberiakaffee-Pulper (Entshälungsmaschine) ausgesetzt. Aeußerster Termin für die Einsendung 15. Dezember. Näheres beim „Reichs-Anzeiger“.

Die Proben mit den eingesandten Pulpern finden vor einer Kommission sachverständiger Pflanzer auf der Plantage Dramaga bei Buitenzorg statt, welhe durch Eisenbahn mit Batavia ver- bunden ist. Das Kaiserlihe General - Konsulat in Batavia ift bereit, jede etwa in dieser Angelegenheit nothwendig werdende Ver- mittlung und Vertretung zu übernehmen. Es ift niht ausgeschlossen, daß der Preis auf 10 000 F[. erhöht wird.

Verkehrs-Anstalten.

Der vom 1. Oktober d. J. ab gültige Winter-Fahrplan für die Strecken der Königlichen Eisenbahn-Direktion Danzig enthält folgende wichtigeren Aenderungen gegen den Sommer-Fahrplan 1896: 1) Am 1. Oktober d. J. wird der Bahn- bef Danzig lege Thor für den Personen- und Gepäckverkehr ge- {lc}sen; die Abfertigung sämmtlicher der Personenbeförderung dienenden Züge findet von diesem Tage ab auf dem Bahnhof hohe Thor statt. 2) Der D-Zug 1 fährt 1 Minute früher aus Schneidemühl und trifft 5 Minuten früher in Elbing ein; der Anschlußzug nah Danzig vermittelt für die Stationen der Strecke Danzig—Zoppot und Danzig—Neufahrwasser eine um 1 Stunde frühere Ankunft. 3) Zug 24 (aus Danzig 1,00) durchfährt Oliva ohne Halt und nimmt in Danzig den Anschluß von Königsberg— Dirschau auf. 4) Der gemischte Zug 315 (aus Schneidemühl 2,05 Nm.) erhält in Konitz Anschluß vom Zug 1107 aus Neustettin. 5) Zug 49 (aus Stolp 7,2L Abds.) hâlt auf sämmtlihen Stationen bis Danzig. 6) Zug 1084 Stolp—Rummelsburg is zwischen Stolp und NISE zwei Stunden früher gelegt und fährt bereits 2,00 Nm. aus Stolp; derselbe hält in Shlönwiß. 7) Auf den Strecken Danzig—Neufahrwasser und Danzig—Zoppot findet eine Einschrän- kung des Betriebes in der bisher üblichen Weise statt. 8) Auf der Strecke Gramenz—Bubliß follen in jeder Rihtung drei Züge verkehren; der Tag der Betriebseröffnung steht noch nicht fest. 9) Neu eingelegt werden a. Zug 879 aus Kulm 8,22, in Kor- natowo 8,32, b. Zug 880 aus Kornatowo 7,12, in Kulm 7,41; jedo nur für die Zeit, w@hrend welcher die Ueberfahrt über die Weichs unterbrochen ift, c. Zug 50 aus Marienburg 4,10, in Dirschau 4,35, d. pug 803 aus Soldau 11,45, in Illowo 12,10, e. Zug 1103 aus Ruhnow 4,42, in Tempelburg 6,46, f. Zug 1108 aus Neustettin 7 32, in Ruhnow 11,22, g. Zug 1010 aus Zollbrück 5,22, in S{hlawe 6,25 h. Zug 1011 aus Schîawe 4,00, in Zollbrück 4,35. 10) Es : aus Zug 1108 aus Neustettin 6,12, in Tempelburg 7,42.

Kiel, 14. September. (W. L. B.) Das Kaiserliche Kanalamt macht bekannt: Die Schiffahrt durch den Ka iser-Wilbelm Kanal bleibt auch über Montag Abend hinaus in bisheriger Weise für Schiffe von höchstens 8 m Breite und 4 m Tiefgang offen.

Bremen, 12. September. (W. T. B.) Wie „Boesmann's T. B.* meldet, werden die Reihs-Post dampfer der aufstra- Tischen Linie des Norddeutschen Lloyd bis auf weiteres sowobl bet der Ausfahrt wie bei der Rückfahrt King Georges Sound bei Albany (West-Australien) anlaufen.

Bremen, 13. September. (W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Der Postdampfer , Habsburg* is am 11. September Nachmittags in Antwerpen angekommen. Der Postdampfer „Crefeld“ hat am 11. September Nachmittags Dover passiert. Der Reichs:Post- dampfer „Saàchsen“ hat am 11. September Abends die Reise von

Port Said nah Neapel sortgeseyt. London, 12. September. (W. T. a M Der Union-Dampfer imreise von Kapstadt abs

„Athenian“ ift am Freitag auf der gegangen. aris, 13. September. (W. T. B.) Der Minister der öffent- lihen Arbeiten Turrel hat ih heute nah Dünkirchen begeben zur Sw dung der großen Sw6leuse, welhe auh en von dem geben onnengehalt die Einfahrt in den Hafen ermöglicht. Rotterdam, 13. September. (W. T. B.) Niederländiich- Amerikanishe Dampfschifffahrts - Gesellshaît. Der Dampfer „Obdam“" is} gestern L in „New - York“ an- elommen. Der Dampfer „Veendam“" is gestern früh von News Pork abgegangen. j

Theater und Musik.

Königlihes Schauspielhaus. : Das Lustspiel „Goldfische“, welhes Franz von Schön-

than und Gustav Kadelburg gemeinschaftlißh verfaßt haben,