1896 / 247 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

“ga zu Erörterungen keinen Anlaß und wurden nah den Vorschlägen des Ausf

angenommen. folate soda „Handlungsagenten“, um-

1 te sod das Kapitel fassen le n bis 81. S8 wurke beschlossen, dem Antrage auf Streichung des $ 76 Folge zu geben. Abs. 2 des $ 81 wurde gleih- falis M striilen: Da zum leßten Artikel des ersten Buches des Ent-

wurfs („Handlungsmäkler“) keine Bemerkungen zu machen waren, ai C Mtdrent unter dem lebhaften Beifall der Versammlung Ausführungen. C n für das zweite Buh: „Handelsgesellschaft und stille Gesellschaft“, Michel-Mainz, beschränkte sh auf die Besprechung der wenigen Abänderungsvor läge, die hierzu vorlagen. Gegenüber dem Vorschlage der Unterkommifsion, nach welchem die Befugniß zur Geschäftsführung einem Gesellschafter dur t luß der übrigen Gesellschafter, sowie dur gericht- lihe Entscheidung auf Antrag eines Gesellschafters entzogen werden darf, äußerte der Meglernngetomm sar, Geheime Ober- Regierungs-Rath Hoffmann \ck@werwiegende Bedenken. Die Ver- sammlung überließ die Entscheidung und Beschlußfassung über die Aufnahme dieses Passus der Reiché-Justizbehörde. Zu den Bestim- mungen der nähsten Paragraphen lagen lediglich P: redaktioneller Natur vor. Die Versammlung nahm s{ließ- lih noch einen Antrag des Ausschusses an, nah welchem dem die Kommanditgesellshaft betreffenden 8 148 ‘al. 3 folgender Zusatz angefügt wird „Bei der Bekanntmachung der Kom- P der Uichett in den öffentlichen Blättern unterbleibt die Angabe der Namen, des Stands und des Wohnorts der Kommanditiften fowie die Angabe des Betrags ihrer Vermögenseinlagen.“ Die Be- rathung des Titels „Stille Gesellschaft“, welche zu demselben Referat gehörte, wurde hier eingeschaltet, worauf die Sißung auf heute Vor- ittag vertagt wurde. j jz

N Beute ormittag um 10 Uhr seßte der Handelstag seine Be- rathungen unter dem Vorsip des Geheimen Kommerzien - Raths Frentel fort. Das Neferat über die 8 165—305, betreffend die Aktiengesellshaft und Kommanditgesellschaft auf Aktien, erstattete Justiz - Rath Dr. Rießer - Berlin. Besonders umstritten wurde die Bestimmung des 8 250. Ein Antrag des Ausschusses ging auf Streichung dieses Paragraphen, nah welchem ein in das Handelsregister eingetragener Beschluß der Generalver- fammlung, der durch seinen Inhalt eine nit nur im Interesse der Aktionäre, sondern im öffentlihen Interesse gegebene Vor- rift des Gesetzes verleßt, auch von der Staatsbehörde im Wege der Klage angefochten werden kann. Nah Ansicht des Ausschusses genüge die Ueberwachung der Legalität von Generalversammlungsbes{hlüssen durch die egisterrihter. Die Ab- stimmung über den gesammten Titel ergab hierauf die einstimmige Annahme desselben nah den Vorschlägen des Ausschusses. In Ver- bindung mit dem $ 250 wurde sinngemäß $ 281 in Verathung ezogen. Die Plenarversammlung {loß \sich ohne Debatte einem Antrage der Mainzer Handelskammer zu Alinea 1 und 2 an. Per wurde folgender Zusaß zu $ 281 beschlossen: „daß die Nichtig- eitéflage nur dann zulässig ist, wenn andere Mittel, inskesondere entsprehende Aufforderung an die Organe der Gesellschaft, zur Be- seitigung der die Nichtigkeit herbeiführenden Umstände versagt haben. Nack; Besprehung der sons noch vorliegenden, weniger bemerkens- werthen Abänderungsanträge \{chloß der Redner sein Referat unter dem lebhaften Beifall der R A Es folgte nunmehr das Referat des Kommerzien-ÎNa eidert- München! fder die 88 316 bis 446, umfassend den Titel E eshäfte“. Zu den $8 326, 327: und 328 lag eine Reihe von ntcâgen vor, die sämmtlih bezweckten, eine nähere Definition des Kontokurrentverkehrs zu geben. Es wurde beschlossen, einen längeren Antrag der Handelskammer zu Mainz dem Reichs-Justizamt zur Be-

rüdsihtigung zu empfehlen.

Verdingungen im Auslande.

Dänemark.

96. Oktober, 2 Uhr. Staatsbahn-Verwaltung (Baneafdelingens Contor, No. 11 Colbjörnsensgade in Kopenhagen und 6d Bane- sections-Contor in À arh us): Lieferung von ca. 220 000 Stück Eifen- bahnshwellen und ca. 130 000 laufenden Fuß Weichenhölzern. Be- dingungen an Ort und Stelle und beim „Reichs-Anzeiger“ in dänischer

6 Verkehrs-Anstalten.

burg, 15. Oktober. Du adetfahrt-Aktiengesell [ha ft. a Victoria * if heute Nachmittag von Der Postdampfer „Phöônicia“ hat gestern Abend Lizard

Theater und Musik,

Neues Theater. :

Herren P. Hirschberger und C. Kraaßy haben mit ibrem dreiaktigen Schwank „Bocksprünge“, den sie nah einer französischen Idee gearbeitet haben, gestern Abend einen Heiterkeits- Die französishen Schwankdichter lieben es, neue wissenschaftlihe Versuche oder plößlich Ae soziale Fragen als humoristishe Haupt- oder Nebenmotipve in ihren Bühnenwerken zu verwen- den. In dem Shwank „Boksprünge" wird die Blutübertragungstheorie zur Erzielung belustigender Wirkungen j Bearbeiter dieser Idee haben in den Einzelheiten des Dialogs und der Scenenführung nicht hinreichende Feinfühligkeit gezeigt, durch welche das geradezu Häßliche und Unerfreuliche des Stoffs vielleicht

nische „Augusf gegangen. passiert.

Die

erfolg errungen.

hätte vermieden werden können,

und

roh

zuweilen bebäbige

alte

die aus

einem Lammgesiht und mit einer

erscheint. Die beste \hauspielerifhe Leistung des Abends bot Herr Jarno in letterer Rolle; Herr Pansa spielte den alten, jugendlih errn aus Treuenbrießgen launig und, soweit möglich,

entflammten

mit Vermeidung des Abstoßenden.

Reisenhofer als Chansonnettensängerin Ninette eine erwähnenswerthe darstellerishe Aufgabe, die sie mit gewohntem Geschik löste; namentlih gelang ihr eine parodistishe Scene aus der. „Kameliendame“" sehr gut. Dem Schwank voran ging eine Plauderei ,Opus T“ von Paul Linsemann, in der die Leiden eines Dichters vor der Mng

seines Dramas behandelt werden.

Dichter eine h tus Seele an R O Malerin, deren belebenden Zuspruch er si fürs ganze Leben sichert. ;

y Martibontt, hätten den Eindruck der dramatischen Kleinigkeit dur temperamentvolleres Spiel bedeutend erhöhen können. Die Verfasser beider Stücke wurden wiederholt vor den Vorhang

und Fräulein

gerufen.

Im Königlichen Opernhause geht morgen Karl Gold- mark’s Oper „Das Heimchen am Herd“ unter Kapellmeister Dr. Muck's8

Leitung zum 27. Mal

die Rolle des John, die der Dot: Frau Herzog, der May: Fräulein Weiß, des Eduard: Herr Sommer, des Talleton: Herr Krolop, Be A: Fräulein Rothauser. Seine Majestät der Mo Ler ließ nah der gestrigen Vorstellung der Oper ,„ Hochzeit des Figaro" durch den General-Intendanten Grafen von Hochberg sämmtlihen Mitwirkenden Allerhöchstseine Zufriedenheit

desî und König

in Scene.

und Anerkennung aussprechen.

Im Königlichen Schauspielhause M 5. Aufführung von Rudolf Lothar's Lustspiel „Ein Königsidyll“ unter Mitwirkung der Herren Matkowétky, Vollmer, Eichholz, Heine, Blencke und der Damen Poppe, Conrad und Schramm statt. Abonnements - Konzert des Böhmischen Streichquartetts findet am Sonnabend, den 24. Oktober, im Saal Bechstein statt; das Programm bringt u. a. die Stretchquartette in D-dur von Mozart und in F-dur von Shumann. Der Kartenverkauf

Das nälhste, II.

ist bei Bote u. Bol eröffnet.

Das Streichquartett der Herren Professor Jos. Joachim und Genos}en veranstaltet am 28. Oktober seine zweite Soirée.

wenden.

Mannigfaltiges.

Der Vorstand der Deutschen Kolonial-Aus\tellung, in dem auch die hiesigen Königlichen Museen vertreten waren, hat in seiner leßten Sigzung beschlossen, den Uebershuß, sowie die vorhandenen Bestände der Kolonial- Ausstellung für ein „Kolonial-Museum“ zu ver-

(W.

Komik

Her Treuenbrietzen, Transfusion jugendlihe Anwandlungen bekommt, zwar von grotesker, aber keineswegs geschmackvoller Komik. E : das Schönheitsgefühl beleidigend wirkte ein hißiger, vor Eifersucht rasender- Ungar, der nah erfolgreicher Behandlung mit Lammblut mit

Köln, 15.

T. B. amburg-Ameriïa- L Der Schnelldampfer Plymouth ab-

lihe Eisenba mit, da

sammenstoÿ be

benußt. Die deutschen

meister Spiritus

war der von

sein sollte, war

Was Wiß grob. So der

mahl statt. infolge

Sehr komisch und weniger

den Minister

Auftrage

Lammnatur vor seiner Schönen Minister

sowie den

Non den Damen hatte nur Frau

werde. geschlossen.

Zum Glück findet der bangende

Die Darsteller, Herr Georg aus.

Bremen, telegraphiert :

Herr Betz singt zum erslen Mal

Die versehrt.

findet morgen die

außer

unfall nihts bekannt sei. daß in der leßten Naht in Merzig ein Militär-S Rekruten auf einen leeren Wagen gestoßen ist. Der Zug konnte jedo mit derselben Maschine nach kurzer Zeit P

nit verletzt, und Materialschaden ist nit verursaht worden.

Bonn, 15, Oktober. Bei strömendem Regen fand heute auf dem Boden des Rheinflußbetts die feierlihe Grundsteinlegung zu der Bonner Rheinbrücke den Baumeister Frenzen und deren Einmauerung thaten Ober-Bürger- meifter Spiritus, verordneten, Baumeister Frenzen und die Vertreter der Baufirmen unter Sinnsprüchen die üblichen drei Hammerschläge.

Nürnberg, 15. Oktober. in Gegentoart ciner großen Zahl geladener Ehrengäfte, ter feier, lihe Shluß der Bayerischen Landes- Ausstellung dur des Innern S Königlichen Hoheit des Prinz-Negenten.

etonte i den über alle Erwartungen befriedigenden Erfolg der Ausstellung, zahlreichen Besuh derselben aus allen Kulturstaaten und sprach die Hoffnung aus, daß das glänzende Ergebniß zu neuem Streben anregen und auch ferner das Zusammenwirken von Regierung und Gewerbetreibenden zu gedeihlichem Erfol Der Minister erklärte sodann unter nohmaligem alle N im Auftrage des Prinz-Regenten die

er Erste Vorsißende des Ausstellungs-Comités, Bürger meister Dr. von Schuh, brachte hierauf ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Seine Königliche Hoheit ‘den Prinz-Regenten, den erhabenen Protektor und Förderer des glänzend zu Ende geführten Werkes, Um 2 Uhr fand ein Festmahl statt. Abends beschloß ein Fest: konzert im Stadt-Theater die Feter.

15. Oktober. Heute „Emanuel“ die aus 2 Mann bestehende Befayung durh das Nettungsboot des zweiten Elbleuchtschisfes gerettet.

Nom, 15, Oktober. infolge von Negengüssen heute fort ; stromab außerhalb der Porta San Paolo trat der Fluß über die Ufer; die innere Stadt blieb un- Abends wourde das Wetter beffer.

Athen, 15. Oktober. Gargaliani und auf einer weiten Strecke der Westküste des

Peloponnes ein starkes Erdbeben verspürt. angerichtet worden.

Oktober, Bezüglich der Gerüchte über einey

Eisenbahnzusammenstoß zweier Militärzüge. theilt d ; M Direktion h le Könige

St. Johann der „Kölnisch dem am . Oktober mitgetheilten ite Neunkirhen dort von elnem Eisenbat Das Gerücht is dadur entstanden onderzug mit

en Zeitung*

eit weiterfahren. ersonen sind

statt. Nach Verlesung der Urkunde dur

Berghauptmann Brassert namens der Städt

Ober- Bürger-

brate sodann ein dreifahes Hoch auf Seine

Majestät den Kaiser und ein Vertreter der Arbeiter ein Hoch auf die Stadtverwaltung aus. Abends fand in der Lesegesellschaft cin Fests

Heute Mittag um 1 Uhr erfolgte,

Freiherrn von Feilißsch in D m. [eer V Die D beritet

führen ank an usstellung für

Die Rettungsstation Cuxhaven von dem gesunkenen deutschen Ewer

Das Anwachsen des Tiber dauerte

Gestern um Mitternaacht wurde in Schaden i} nit

Der Angelegenheit

Konstantinopel, 16. Oktober. K. K. Telegraphen-Korrespondenz-Bureaus.) Die gestern er- folgte Antwort der Pforte österreihisch- ungarishen Botschaft

Nach Schluß der Redaktion eingegangene

Depeschen. (Meldung des Wiener

auf die Forderungen in ode

des von Räubern erschossenen Slatko,

des Bruders des österreichishen Viz&-Konsuls in Serres, ent- \spriht nicht. den mündlich osterreihisch-ungarishe Botschafter Freiherr von Calice hat infolge dessen heute einen neuerlihen Schritt bei dem Groß- vezir unternommen.

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

ertheilten Zusicherungen. Der

Wetterbericht vom 16. Oktober, 8 Uhr Morgens.

haus. Herd. Oper in

Stationen. Wind. Wetter.

in 9 Celsius |

59 C. =409R.|

Temperatur |

Ober- Inspektor

bund pi ONOmM- O

NNO NNW O

S [SW S SW

N NW NO ONOD OSO

SO SSO SO SW O SO S

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wolkig heiter bedeckt Nebel halb bed. Dunst wolkenlos

halb bed. Regen bedeckt bedeckt Rang halb bed. bedeckt wolkig Regen halb bed. bedeckt bedeckt1) wolkig wolkenlos wolkig 2) heiter bedeckt

wolkig

Belmullet .. Aberdeen .. Kopenhagen . Stockholm . aparanda . t. Petersbg, Moskau . .. Cork Queens- TOIDIE a e Gherbcurg 12 C MAN ylt . Do mburg .. winemünde Neufahrwasser Memel

E A ANTEET , „6 Karlsruhe . . MWietbaden . München .. Chemniy 03 A Mien ..., Breslau .

Fle d'Aix cl: 006 riet e e641 (04 bededckt 1) Gestern Regen. ?) Nachts Regen. Uebersicht der Witterung.

Das barometrishe Maximum, das gestern bei St. Petersburg lag, ift ostwärts nah dem Innern Rußlands fortgeschritten, während eine gestern Nach- mittag über Süddeutshland lagernde Depression nah dem nordöftlihen Frankreich {ih IeEREnEe hat. Ein zweites Maximum L auf dem Ozean westlichvon Schottland. Bei schwacher bis frischer, meist südlicher bis öôstliher Luftbewegung ist das Wetter in Deutschland mild und vorwiegend trübe; nur in den westlichen Gebietstheilen, wo metst Regen gefallen ist, und im äußersten Nordosten liegt die Temperatur etwas unter dem Mittelwerthe. Üeber der Ostsee und PmgS ing, namentlich in den nördlichen Gebiets-

theilen, is das Barometer stark gefallen. Deutsche Seewarte.

In Scene Anfang 7#- Uhr.

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Theaterka e

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von Beethoven. Weber. Anfang

Cäsar. onntag, Himmelfahrt.

762 764 765

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Frau. Sonntag,

Montag: Male: Anna’s

74 Uhr. ang 1E N

Montag: Groß.)

leihnamiger Erzählung) von A. usik von Carl Goldmark. In Scene geseßt vom

Ober-Regifseur Teßlaff. Dekorative Einrihtung vom Kapellmeister

Sonntag: Opernhaus. bleibt geslofsen. Abend der Königlichen Kapelle. Herr Felix Weingartner. Phantasie von Schillings. 2) I. Suite von Bizet. 3) Symphonie Nr. 4. B-dur 4) Ouverture zu „Oberon“ von

Abends 74 Uhr: Morituri. Das Ewig-Mäuuliche. Montag: Morituri.

Ewig-Mänuliche.)

heiter Berliner Theater. Sonnabend: Die offizielle

Anfang 7X Uhr.

ago 24 Uhr: Wilhelm Tell. Abends 74 Uhr: König Heinrich. önig Heinrich.

Lessing - Theater. Sonnabend: Zum érften Lustspiel in 3 Akten von (Georg Engels als Gast.) An-

Nachmittags 3 Uhr: Vorstellung zu

Adolph L’Arronge.

Residenz - Theater. Lautenburg. Sonnabend: Der Stellvertreter. (Le Remplaçant.) Echwank in 3 William Busnach und Georges Duval. Deutsch

Theater.

Königliche Schauspiele. Sonnabend: Opern- 199. Vorstellung.

Das

randt. Dirigent:

Dr. Muck. Anfang 7+ Uhr. Schauspielhaus. 227. Vorstellung. Ein Königs- idyll. Lustspiel in 3 Aufzügen von Rudolph Lothar. eseßt vom Ober-Regisseur Max Grube. Dekorative Einrichtung vom Ober-Inspektor Brandt.

Keine Vorstellung. Ix. Symphonie-

7F Uhr.

Oeffentliche Hauptprobe Mittags 12 Uhr. Schauspielhaus.

Deutsches Theater. Anfang 7| Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Ohne Liebe.

Keine Vorstellung. Sonnabend :

Vorher : (Teja.

Traum.

volksthümlicben Preisen Parquet 2 # —: 1 Glü im Winkel. Abends 74 Uhr: Anuna's | Traum. (Georg Engels als Gast.) Madame Sans - Gêne.

Direktion :

eimchen am

3 Abtheilungen (fre ge eei / ner.

1) Seemorgen, \ympho- 2) L’Arlésienne

) Teja. Fritzchen. Das

Die Dirigent:

Julius

Hannele’s

Fritzchenu.

Das (Jenny

Sigmund

von

von Max Schönau. Vorher: Erlauben Sie, Madame! Lustspiel in 1 Akt nach dem Fran- EeN des Labihe von F. Lichterfeld. Anfang 7& Ubr.

Sonntag und folgende Tage: Der Stell- vertreter. Vorher: Erlauben Sie, Madame!

Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a. /%.

Direktion: Sigmund Lautenburg. Sonnabend: Bock-

\sprünge. Schwank in 3 Akten von Paul Hirsch-

berger und C. Kraaß. Vorher: Opus I.

e in 1 Akt von P. Unsemann. Anfang L.

Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu halben Preisen : Der Hüttenbesizer. Schauspiel in 4 Akten von Georges Ohnet. Abends 7# Uhr: Bocksprüänge. Borher: Opus L.

Theater des Westens. Kanistraße 12. (Bahn- bof Zoologisher Garten.) Sonnabend: Zum ersten Male. Die Räuber. Anfang 7F Uhr.

Theater Unter den Linden. Behrenstr. 55/57.

Direktion : Julius Frißshe. Sonnabend: Mit neuer Ausftattung: Der kleine Herzog, Operette in 3 Akten von Meilhac und Haléry. Musik von Charles Lecocq. Insceni-rt vom Regisseur Herrn Glesinger. Dirigent : Herr Kapellmeister Korolany. Hierauf: Die N MEG Ballet in 1 Bilde von Greco Poggiolesi. Musik von Max Dahms. Anfang 7# Uhr. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Bei bis zur Hälfte ermäßigten Preisen: Der Betitelstudent. Abends 74 Uhr. Der kleine Herzog. Hierauf: Die Bajadece. Fn Vorbereitung: Mit neuer Ausstattung: Der Aupmalor, Operette in 3 Akten von Horst und tein. usik von Alexander Neumann.

Thalia-Theater (vorm. Adolph Ernst-Theater). Dresdenerstraße 72/73. Direktion: W. Hasemann,. Sonnabend: Gebildete Menschen. Volks\tück in 3 Akten von Viktor Léon. Anfang 74 Uhr.

Sonntag: Gebildete Menscheu.

Pentral - Theater. Alte Jakobstraße 830. Direktion: Richard Schuly. Sonnabend: Emil Thomas a. G. Eduard Steinberger a. G. Eiue wilde Sache. Große burleske Ausftattungspofse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Julius renn und W. Mannstädt, Musik von Julius

nödshofer. Anfang 74 Uhr.

Sprache). S E N D S E S Se Konzerte.

Sing-Akademie. Sonnakend, Anfang 8 Uhr: Konzert der Violin-Virtuosin Leonora Jackson mit dem Philharmonischen Orchester unter gütiger Leitung des Hercn Prof. Dr. Jos. Joachim.

Konzerthaus. Karl Meyder - Konzert, Sonnabend : LV. Operetten- u, Walzer-Abend.

Saal Bechstein. Sonnabend, Anfang 74 Uhr: Klavier-Abend von Ossip Gabrilowitsch. 02STD R N C R T O R N T r NeTA

Familien-Nachrichten.

Verlobt: Freiin Erika Bachoff von Echt mit Hrn. Prem.-Lieut. Curt von a O (Dobitschen— Grimma i. S.). Frl. Alice von Albert mit Hrn. General - Direktor J. Klewit (Hirschberg i. Schl.—Slawengziß i. O.-S.). Frl. Engelina Gudewill mit Hrn. Major von der Lippe (Klein- burg— Gleiwitz).

Verehelicht: Hr. Hauptmann Hans von Oppen mit Frl. Immanuela von Levezau (Charlotten- burg). Hr.- Lieut. von Wiese u. Kaiserswaldau mit Frl. Josefine Faelligen . (Mohsau). : S Da NRoderih von Roeder mit Jreñe

rein von Ende (Auf dem Hügel). j

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Lieut. d. R. Ferdinand von Helldorf (Merseburg). Hrn. Regierungs? Rath Marcell von Wilmowski (Bromberg).

Gestorben: Hr. Oberst-Lieut. z. D, Georg Opper- mann (Woldenberg Nm.). Hr. Geheimer Né- gierungs-Rath, außerord. Professor Dr. Eugen Sell (Berlin). Hr. Geheimer Legations-Rath a. D., Professor Dr. Constantin Rößler (Ber Verw. Fr. Kreisgerichts-Rath Henriette Lutheriß aeb. Storch (Breslau). Verw. Fr. Ober apo : Be G en. 1M Str

urger (Bréslau). Hr. Kieis-Physikus a. L-

Sanitäts. Rath Dr. Ludwig Heer

O

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Geheimer (Ratibor).

Verantwortlicher Redakteur: Siemenroth in Berlin. Verlag der Expedition A B vf L t MRE N Fünf Beilagen (einschließli Börsen-Beila),

und die Bekanutmachung, betreffend die Ni legung der im Ptgbaiaare LPASLOO dur L Tilgungsfonds eingelösten Schuldendokume!"

Akten

Sonntag: Eine wilde Sache.

des Deutschen Reichs.

ch die

M 247.

Die Schlußfeier der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896,

Die Berliner Gewerbe-Ausstellung, welhe am 1. Mai d. &, ér ues wurde, ist nah fast halbjähriger Dauer gestern ges{lo}sen worden. i

Die offizielle Schlußfeier war auf Nachmittag 4 Uhr im Kuppelsaale des Hauptausstellungs-Gebäudes anberaumt worden. Bereits um 3 Ubr begann si die stattlihe Halle, welche dur Schnüre in zwei Hälften getheilt war: rechts für die Aussteller, links für die Ehrengäste, zu füllen. Unter den leßteren befanden si der General-Major z. D. von Nickish-Rosenegk, Hof-Marschall Seiner Königlihen Hoheit des Prinzen Friedrich Leopold, sowie

ôcstdessen persönlicher Adjutant Hauptmann von Heuduck, ferner die

irklihen Geheimen Ober-NRegierungs-Räthe von Wendt und Lüders fowie der Geheime Ober-Regierungs-Rath Ullmann aus dem Ministerium für Handel und Gewerbe und der Präsident der Königlichen Eisenbahn-Direktion zu Berlin, Wirkliche Geheime Ober- D Kranold. Die Stadt. Berlin war. durch den Bürgermeister Kirschner und mehrere Stadtverord 1ete vertreten. Kurz nah 4 Uhr ertönte, von der in der Querhalle aufgestellten Baumann'schen Kapelle auêgeführt, zur Einleitung der Feier der Marsch aus Beethoven’s „Ruinen von Athen“; darauf bestieg der Erste Vorsitzende des Arbeitsaus\ckchusses, Kommerzien-Rath Kühnemann die mit Blumen geschmüdckte, unterhalb der gewaltigen Figur der „Industrie“ aufgestellte Rednertribüne, um folgende Ansprache zu halten:

„Hochansehnliche Festversammlung! Eine lange Frist der Sorgen und der Mühe, eine schöne Zeit des Erfolgs und des Lohnes, die noch für viele Jahre ihre Strahlen werfen wird, i} ihrem Ende zu- gegangen: Die - Berliner Gewerbe-Ausstelung mit so viel

(uth, Thatkraft und Fleiß geschaffen, mit so kühnen Erwartungen begrüßt, mit solhem Glanz durhgeführt ift berufen, ein Merkstein in der Geschichte unserer Stadt zu sein. Die Schaaren der Fremden, die aus allen Welttheilen herbeigeströmt waren, sind zerstreut, um in der Heimath zu künden von dem gewaltigen Denkmal, das deutscher Fleiß einer Stadt zu errihten vermochte; ob neidlos bewundernd, ob prüfend und musternd, was fie geschaut sie beugen \sih vor ihm. Und fürwahr, unser Vaterland kann stolz darauf sein, wie des Reiches Hauptstadt Chre aneieat hat bei den Völkern der Erde; wie diese Ausstellung den Ruhm unserer Gewerbe in hellem Glanze gezeigt, Nu e Bahnen und Wege zu weiterem, kühnerem Flug ge- ebnet hat.

Wenn sich wie es bei einem so großen Werk nur zu natürlich au alle Hoffnungen nicht: erfüllt, alle Wünsche Befriedigung nicht une haben, fo können wir doch mit berechtigtem Stolz auf unser

erk zurückblicken. Für Jahrzehnte hinaus wird \#ch in allen gewerblichen Kreisen der Segen unseres Schaffens fühlbar machen, und spätere Generationen werden noch rühmend von unserem Werke sprehen. So ist das vorherrschende Gefühl bei uns heute in der Stunde des Schlusses dieses großen Werks das des Dankes und der Befriedigung; es drängt uns zunächst, dem ersteren Ausdruck zu geben. Dank empfinden wir und sprehen ihn freudig aus vor allem jenem Sproß unseres er- habenen Herrscherhauses, der mit dem erlauhten Namen der Hohen- zollern unserer Ausstellung den Stempel Königlicher Huld auf- drüdte. Väter des Volkes, Schirmherren des Friedens, Förderer der heimishen Gewerbe waren Brandenburger Kurfürsten, Preußens Könige durch Jahrhunderte ftets. Und wenn wiederum Einer dieses edlen Stammes ‘in so nahe Be- ziehung mit dem Bürgerfleiß des Landes trat, so empfinden wir solhes mit aufrihtigem, innigem Dank als verstärktes Zeichen geseg- neten, glüdcklihen Zusammenwirkens. j

\ N Ausdruck dessen, was wir \tolz empfinden, erschalle daher er Nuf:

Der Hohe Protektor dieses großen Werks, Seine Königliche Hoheit Prinz Friedrih Leopold, lebe ho hoch hoh!“

Nachdem die Versammlung begeistert in das Hoch eingestimmt hatte, nahm als zweiter Redner der Erste stellvertretende Vorsißende des Ausschusses, Baumeister und Landtags-Abgeordneter Felisch das

Wort zu folgender Rede:

„Hochansehnlihe Versammlung! Ein hohes Fest der Arbeit, ein Werk ureigenster Berlinisher Kraft und Schaffensfreudigkeit wird jeßt seine Pforten {ließen !

Das Ürtheil der Welt über unsere Ausstellung ift fproMen und günstig ausgefallen. Berlin, unsere geliebte Heimatbftadt, ah niht nur einen reihen Zufluß von Fremden aus aller Herren Ländern, auch seine Leistungen auf den weitaus meisten Gebieten des gewerb- Ra Schaffens Ecken bewiesen, daß man hier weder rastet noch rostet!

Und mit Stolz dürfen wir es aussprehen: Die Ausstellung war das Werk freier Bürgerarbeit! Einer Bürgerarbeit, beschienen von der Sonne unseres erhabenen Hohenzollernhauses, getragen von der Sympathie der hohen Staatsregierung und der Stadt Berlin.

Der Staat bethätigte sein Wohlwollen nicht zum geringsten dadur, daß Seine Excellenz Freiherr von Berlepsch, der damalige Herr Handels-Minister, das Ehren-Präsidium der Ausstellung übernahm und dasfelbe auch beibehielt, als er aus seinem hohen Staatsamte geschieden war. In allen Lagen und zu jeder Zeit, wo wir Eure Excellenz anriefen, waren Sie unser wohlwollender sachverständiger Berather und ein treuer Freund unseres Auéstellungswerks. Empfangen daher Eure Excellenz den ehrerbieligen und aufrihtigen Dank unseres \{chönen vaterländischen Unternehmens, welhen ih hiermit namens der Aus- stellung darbringe, Und au die städtishen Behörden haben, wie niht anders zu erwarten war, nah Kräften das zur Ehre Berlins gelGasfene Werk unterstüßt und gefördert durch Verbesserung und Neuschaffung von Wegen, Straßen, Brücken, welhe zum Aus- stelungsgelände führen und für die angrenzenden Stadttheile von dauerndem Nuyen fein werden; Tutner durch Hergabe dieses herrlihen Parks, aus welhem Kunst und Natur einen Aus- BeunBoplap zu schaffen vermochten, wie folcher niemals {öner in Berlin gesehen worden is. Unsere Stadtvertretung wird daher auch, das Vertrauen hegen wir, den bevorzugten Theil dieser herrlihen An- lagen zu erhalten wissen.“

Hierauf gedachte der Zweite stellvertretende Vorsitzende des Arbeits- Ausschusses, Geheime Kommerzien-Rath S LETRTt der ehren- Aeriden Organe der Ausstellung und der Aussteller in folgenden

orten :

„Hochansehnlihe Versammlung! Mir i} der ehrenvolle Aula feworden, den ehrenamtlihen Organen der Ausftellung und den Aus- Len im Namen des Arbeits- und ges{äftsführenden Ausschusses

anken. ;

Ín der Reihe der Jahre, während deren Arbeit und Sorge unserem gemeinschaftlihen Werke zugewendet waren, n kein Auftrag mir so willkommen gewesen, hat keiner fo sehr wie dieser dem eigenen neren Herzensdrange entsprohen. Nur wer selbs in Reihe und Glied gestanden, weiß die Amirengungen würdigen, die n via waren, damit unsere Ausstellung so erstehe, wie sie erstanden is, und den Erfolg erziele, der ihr beschieden ge- wesen. Unsere Ausstellung follte aller Welt zeigen, was Gewerbe und Industrie in unserer Vaterstadt, was manhe wirthschaftlichen weige im ganzen Vaterlande vermögen, Wir vertrauten, daß

zu

Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Slaats-Anzeiger.

Berlin, Freitag, den 16. Oktober

sie im stande sein würde, und unser Vertrauen is gerechtfertigt worden. Noch nie ist eine lokale Ausstellung nach Umfang so groß und nach Inhalt so bedeutend gewesen, wie die Berliner Gewerbe-Aus- stellung 1896. Sie wurde neben die Welt. Ausstellungen gereiht, und selbst diesem übertreibenden* Maßstabe gegenüber konnte sie be- stehen. Die Presse aller Länder hat rühmend von den Wunderdingen im Treptower Park berichtet, und auch minder freundliche Beourtbéilet bezeugten, daß man hier Bedeutendes kennen gelernt.

Der weite Rahmen, das eigenartige Gelände erzwangen wachsende Aufwendungen. Daß der Garantiefonds in immerhin mäßigen Grenzen nicht unbeansprucht bleibt, kann den Erfolg unseres Werkes nit beeinträchtigen. Die Männer, die in freudiger Opfer- willigkeit über ihre Bürgerpfliht hinaus die finanziellen Grundlagen dieses Werkes geschaffen, sind ih bewußt, daß sie für die Gesammtheit große Vortheile haben erzielen helfen, daß sie zu der gesteigerten Geltung unseres vaterstädtishen Gewerbes, seinem erhöhten Ansehen, der Erweiterung seines Absatzgebietes bei- getragen, daß sie der Stadt Berlin eine nah vielen Hunderttausenden ¿âhlende nuybringende Besucherschaar zugeführt haben.

__ Berlins Gewerbe und Industrie haben die selbs gewollte Probe glänzend bestanden. Hierzu war eine zielbewußte Organifation nöthig, innerhalb deren alle Berufenen selbstlos und mit Aufbietung aller Kraft thätig sein mußten. Die Gesammtorganisation hätte nicht zu voller Wirksamkeit U können, wenn nit die Organisatoren der einzelnen Theile sih zusammenschickten und Gemeinsinn dur sach- E Schöpfungen und zuweilen auch durch weisen Verzicht be-

ndeten.

Mein herzlicher, inniger Dank gilt deshalb den Männern, die an der Spiye der Gruppen und Kommissionen und als deren Mit- glieder till, doch in aufreibender Rührigkeit dem Werke unshäßbare Dienste geleistet, den Männern des Preisrichter - Kollegiums, die die lasten- und verantwortungsreiche Arbeit der Préisvertheilung hingebungs- voll übernommen haben, der Vortragskommission, die während der Dauer der Ausstellung für lebendiges, belehrendes Wort forgte, dec Festkommission, die ihrer Obliegenheit mit Eifer und Takt gerecht wurde, den anderen An allen, und den Ehrensyndici, die uns mit ihrem reihen juristishen Wissen zur Seite standen.

Unfere vornehmste Pflicht aber ist es, unserer Aussteller selb mit herzlihem Dank zu gedenken, unserer treuen, opferbereiten Mitarbeiter, die ihr Bestes gegeben, ihr ganzes Können eingeseßt haben zum Ruhme unserer Stadt, zur Ehre seiner Gewerbe, die den vollgültigen Beweis erbraht haben, daß sie auch im großen Wettstreit aller Völker mit Auszeihnung bestehen werden, Wir dürfen noch \o sehr mit Wahrheit sagen, daß wir ihren Nußen vor allem im Auge gehabt: der Haupttheil aller Arbeit lag doch bei ihnen, und jeder jahlihe Grfolg unserer Ausstellung is ihr Verdienst.

Darum fasse ich noch einmal die mir zu theil gewordene Auf- gabe in die kurzen Worte zusammen: Den ehrenamtlihen Organen der Ausstellung und den Ausstellern allen entbiete ih namens der Ausftellungsleitung aus aufrihtigem Herzen aufrichtigen Dank !*

Nunmehr nahm der Minister für Handel und Gewerbe Brefeld das Wort, um etwa Folgendes auszuführen:

__ Meine Herren! Bevor die Ausstellung förmlih geschlossen wird, liegt mir die angenehme Pflicht ob, den großen Leistungen, mit welchen die vaterländishe und insbesondere die Berliner Industrie auf der Ausftellung in so glänzender Weise hervorgetreten ist, ofen und rüdck- haltêlos die Anerkennung der Königlichen Regierung auszusprechen.

Meine Herren, wenn wir zurückblicken auf die Entwickelung, welche die deutshe Gewerbthätigkeit in den leßten Jahrzehnten, ins- befondere seit der Gründurg des Deutshen Reichs genommen hat, so haben wir alle Ursache, stolz zu sein auf die errungenen Erfolge. Unter dem mächtigen Schutze des geeinten Deutschen Reichs ift es der deut- {en Arbeit möglih geworden, mit immer wachsenden Erfolgen in den Wettkampf der Nationen einzutreten. Mit der Ausbildungeines einheitlichen deutshen Wirthschaftsgebietes, mit der gemeinsamen Gewerbege]eßgebung, der A R Maß-, Münz- und Gewichtsordnung, unter dem Schuße der Verwaltungseinrihtungen im In- und Auslande, unter dem Schuße der deutschen Flagge und der deutshen Marine haben Handel und Verkehr einen mächtigen Aufschwung genommen, die nur noch dem überlegenen Wettbewerb Englands nachstehen, aber auch dort bereits zu ängstlihen Betrachtungen und Befürchtungen Anlaß geben, ob der Vorrang Englands si dauernd werde behaupten lassen.

Und nE bloß die Ausdehnung und der Umfang der deutschen gewerblihen Produktionen, auh die Qualität, die Art und der Werth derselben haben große Fortschritte aufzuweisen. Noch zur Zeit der ersten amerikanischen Ausstellung in Philadelphia war es möglich, der deutshen Waare ein fo hartes verleßendes Epigramm wie das bekannte „billig und s{chlecht“, aufzuheften 0 mit Recht oder Unreht, bleibe dahingestelt. Diese Zeit, meine Herren, ist längst vorüber, daran is nicht mehr zu denken. Im Gegentheil, das viel berufene „made in Germany“, die Marke, mit welcher man in England die Herkunft deutscher Waaren und ihre Geringwerthigkeit zu kennzeihnen versuchte, sie ift bekanntlih das mächtige Paßwort geworden, um der deutshen Waare die fremden Absaßgebiete zu eröffnen, ihr die Thore des Auslandes zu erschließen.

as ist ein großer, beispielloser Erfolg, den wir vor allem der geen eyen Kraft, dem Schuße und der Fürsorge Seiner Majestät des Kaisers verdanken.

So i} das Ansehen der deutschen Arbeit im Jn- und Ausland stetig gewachsen. Und in ihrer vordersten Reihe führend und leitend steht die Berliner Industrie. Wie die Bedeutung der deutschen ge- werblichen Arbeit auf der Ausstellung in Chicago zuerst zur allge- meinen Anerkennung gelangte, so die Bedeutung der Berliner Industrie auf der diesjährigen Berliner Ausstellung. Das ist ihr besonderes und großes Verdienst. Dur die Bedeutung ihrer Leistungen auf allen Gebieten der gewerblichen Arbeit, durch deu Glanz ihrer Ausftellung is es weltkundig geworden, daß Berlin in der That das Zentrum, die Empore. der deutschen Industrie geworden ift. A haben die bedeutendsten ge- werblihen Unternehmungen ihren Siß, und soweit sie in anderen Theilen des Landes und des Reichs begründet sind, zum großen Theil ihre bedeutenden Niederlassungen, um ihre Produkte aur, den Markt zu führen, der für die Preisbildung vorzugsweise Aue GLaggeren ist.

Darum ist denn au die Berliner Ausstellung nicht lediglih eine lokale, fie ist in Wirklichkeit eine Ausftellung der nationalen Arbeit, die in ihren Dimensionen manche internationale Ausstellung überboten hat. Weit über die Grenzen des Reichs hinaus hat sie den Ruf und das Ansehen der deutshen Arbeit begründet.

Dank \{huldet das Land und die Regierung vor allem den Aus- stellern, die durch den Glanz ihrer vereinigten Leistungen unseren glänzenden BOE tee habey. Dank und Anerkennung niht minder den ännern, die zuerst das {öne Werk geplant und in mühevoller Arbeit zur Ausführung gebraht haben. Die So renn waren um so größer, als das Werk unter ihren Res stetig gewachsen ist aus dem ursprünglichen einer lokalen

usftellung zu dem gewaltigen Umfange, in welchem sie zur Aus-

führung gelangt ist. Dank s{ulden wir dem leitenden Vorstand, Dank aber auc vor allem den Gruppenvorständen, die jeder an seinem Theil zu dem Gelingen des Ganzen mitgewirkt haben.

Ich schließe, meine Herren, indem ih die Hoffnung und den

Hervorragendes zu zeigen,

Wunsch ausspreche, day die Zukunft halten möge, was die Gegenwart

1896.

so verheißungsvoll verspricht, daß die deutshe Arbeit forts{reiten ms auf dem Wege, den sie erfolgreich betreten hat, daß fe E Gre böberer Vollendung emporsteigen und in dem Wettkampf der Nationen dereinst die Palme in sichérer und fester Hand halten möge. Das wünschen und hoffen wir zur Ehre der deutshen Arbeit, zur Ehre und zum Ea E deutschen lad 5 L nd vun, meine Herren, Tomme ich auch nicht mit leeren Händen: Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, den Mit lies dern des Vorstandes der Ausftellung Orbensaudielbtukaen zu verleihen, und zwar dem Kommerzien-Rath Fri is Lan den Rothen Adler- Orden dritter Klasse, dem Baumeister Felish den Königlichen Kronen- Orden dritter Klasse, dem Geheimen Kommerzien-Rath Goldberger den Königlichen Kronen-Orden dritter Klasse. Ih Üüberreiche den Herren die Ordenédekorationen mit dem Ausdruck meines Glückwunsches. Seine Majestät der Kaiser haben ferner Allergnädigst geruht, die goldene Medaille mit der Umschrift: „Für gewerbliche Leistungen“ an 28. Aussteller zu verleihen, deren Namen sogleich verlefen werden ollen. ch füge hinzu, daß seitens der Regierung die silberne edaille mit der gleihen Ums{rift an 80 und die bronzene Medaille an 300 Aussteller verliehen worden ift.

__ Nachdem hierauf der Wirkliche Geheime Ober-Regierungs-Rath Lüders die (bereits seltein im es Theil d. Bl. veröffentlichte) Liste der mit der goldenen ‘Medaille Ausgezeihneten verlesen hatte,

bestieg der Ehren-Präsident der Ausstellung, Staats-Minister Frei von Berleps\ch das Podium und hielt nachstehende Rede : GIOIE

„Am Schluß der Ausftellung, in dem Augenblick, von dem an gerehnet in wenigen Monaten vorauss\ihtlich all die Anlagen, die ihr dienten, verschwunden sein werden, wirft sich wohl Jedem die Frage auf: Hat die Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 den Zweck erreicht, den sie sih geseht, um den Jahre lange Arbeit verrihtet worden ift, so viel -Mühe und Sorge gewaltet hat? Und die Antwort darauf wird verschieden sein, je nahdem der Frager sich den Zweck der Aus- stellung gestaltet hat, nah dem, was er si felbst und für sich felbst von der Ausstellung erwartet hat. Jch meine, die Frage kann rihtiger Weise zunächst nur so gestellt werden: Hat die Ausstellung dem Jn- und Auslande ein Bild von der Leistungsfähigkeit und dem Fortschritt der Berliner Industrie und der Berliner Gewerbe gegeben ?

Und wenn sie so gestellt wird, kann zuver ¿btlidh die Antwort ge- geben werden : Ja, die Ausstellung hat ihren Zweck erreiht. Vielfach und groß waren die Schwierigkeiten, die sie zu überwinden hatte. Wir alle wissen, daß die Männer, die den Plan faßten, ihn mit ungewöhn- licher Cnergie ausführten, um diefe Schwierigkeiten, insbesondere au diejenigen finanzieller Natur, zu überwinden. Verursacht wurden leßtere dureh die Größe des Ausstellungs - Terrains, durch Kanali- sation, Beleuhtung und Verwaltung, durch die Bauten, zu denen im Interesse der Sicherheit und der äußeren Erfchei- nung feuerfeste Materialien verwandt wurden, insbesondere dur den Bau der e Industriehalle, die ca. 56 000 qm bebaute Fläche hat und die größte sein dürfte, die bisher zu gleichem Zwede in Guropa errichtet ist. Und nun trat zu all diesen Schwierigkeiten ein so ungünstiger Sommer, wie wir ihn kaum erlebi haben, Kälte und Regen waren seine ständigen Begleiter, während Wärme und Sonnenschein neben dem Interesse zur Sache die wirksamsten Förderer eines zahlreichen Besuchs jeder Ausstellung sind.

_Erwägt man alle diese und andere Schwierigkeiten, was billiger Weise gel ehen muß, fo muß die Antwort auf die Frage: „Hat die Ausstellung ihren Zweck erreicht ?" erst recht mit einem lauten „ja“ beantwortet werden. Und dafür bürgt ja au die stattlihe Zahl der N Ne von ca. 7 Millionen an den Kassen zahlender und von ca. 3 Millionen Besuchern, welhe auf die Inhaber von Dauerkarten, auf die Ausfteller und deren Vertreter entfallen. Unter den Besuchern bilden unsere nichtpreußischen deutschen Landsleute und die Ausländer cinen erheblihen Bruchtheil. Unter leßteren waren besonders stark die nordischen Reiche, Desterreih und England vertreten.

Aber auch die weitergehende Frage: „Wird die Ausftellung der Berliner Industrie, nahdem sie gezeigt hat, was sie leisten kann, den erhofften Nußen bringen ?“ kann mit „ja“ beantwortet werden. Nach dem Urtheil derjenigen, die die Dinge übersehen, nah dem Urtheil der Gruppenvorstände herrscht fast in allen Gruppen Zufriedenheit mit dem Erfolg. .In vielen Fällen ist ein unmittelbarer Erfolg durch Bestellungen auf der Ausftellung eingetreten und noch mehr werden erwartet infolge der auf der Ausstellung angeknüpften Geschäfts- verbindungen im In- und Auélande.

An die Ausstellung der Berliner Gewerbe, die auch in be- merkenswerther Weise einzelne Gebiete des öffentlihen Lebens, wie Krankenpflege, Gesundheitspflege, Arbeitershuß u. a. umfaßte, reihte sih eine Zahl von Privatunternehmungen, die wenigstens zum theil von erheblihem allgemeinen Nußen waren und starke Anziehungskraft ausübten. Ih nenne vor allem die so wohl gelungene deutsche Kolonial-Ausftellung, deren zahlreihe Besucher sih an der erwünschten und gebotenen Belehrung über die Beschaffenheit, die Bedeutung und Entwickelung unserer Kolonien E und das Riesenfernrohr, eine wissenschaftliche und technishe Leistung ersten Ranges.

Das Berliner Gewerbe wird dessen bin ih überzeugt, befriedigt auf die Ausftellung und ihre Resultate zurückblicken und dabei den Dank nicht vergessen, den sie den Männern schuldet, die in uneigen- nüßiger Weise mit Umsicht und Thatkraft das Unternehmen ins Leben riefen, förderten und hielten bis zum Schluß, insbesondere den Mit- gliedern des Arbeitsausschusses.

Den Ausstellern, die ja s{hließlich das Wichtigste hergaben, um das Gelingen zu ermöglichen, gebührt aber niht minderer Dank und Anerkennung. Diese Anerkennung findet zum theil ihren Ausdruck in der Verleihung von Auszeihnungen, die, soweit sie von Seiner Majestät dem Kaiser und König verliehen sind, oder von Seiner Excellenz dem Perm Handels-Minister gegeben werden, bereits Erwähnung gefunden haben. Jhre Majestät die Kaiferin und Königin hat 4 goldene und 20 silberne Porträtmedaillen zu verleihen geruht e wurden von Herrn Professor Hartmann verlesen, und werden päter mitgetheilt werden). Der Herr Minister für E hat für Gruppe 22 6 silberne und 12 bronzene Medaillen verliehen. Außerdem hat der Arbeitsaus\{uß e Grund der Vorschläge der Preis- richter etwa Ne ertheilt, deren Empfänger demnächst be- kannt gegeben werden. Bei der angegebenen Zahl von 1800 Ausgezeihneten ist zu berücksichtigen, i eines der hervorragendsten Berliner Gewerbe, nämli die in Abtheilung 1 der Gruppe 11 vertretene Optik und Mechanik, au diesmal wie {hon bei anderen Gelegenheiten außer Wettbewerb getreten ist.

Und nun, meine Herren, lassen Sie uns die Ausstellung fo ließen, wie wir sie eröffneten: mit dem Ausdruck des ehrerbietigen, innigen Dankes gegen Seine Majestät den Kaiser und König. Seine Majestät haben der Ausstellung von ihrem Beginn an das leb- afteste Interessezugewandt, dieselbe wiederholt rg und die Allerhöchste amer ausgesprohen und bis zum Schluß erhalten, Jn dem Schreiben, in dem Seine Majestät dem Arbeitsaus\{chuß haben mit- theilen lafsen, daß Allerhöchstdieselben verhindert seien, dem Schlußakt beizuwohnen, haben Seine A geruht, die Ausstellung als eine groß angelegte und {öôn verlaufene zu bezeichnen. Diese Auatbétuns des verehrten und geliebten Landesherrn er- pa den Dank, den die Berliner Industrie Ihm De Sun der tark in Waffen, den Frieden idügt und so auh der sicherste und Schuß aller gewerblihen Thätigkeit geworben ist.

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Majestät unser Allergnädigster Kaiser und König lebe hoch !“