1917 / 171 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

_ Der Reichskanzler Dr. Michaelis hat an den öster- reichisch-ungarischen Minister des Aeußern Grafen Czernin, wie „Woiffs Telegraphenbüro“ meldet, nachstehende Be- grüßungsdepesche gerichtet:

In dem Augenbli>, in dem mih Seiner Majestät des Kaisers und Königs Vertrauen auf den Poften des Yteichsfanzlers berufen hat, ist es mir etn tiefgetübltes Beoürtnis, in Eurer &rzjellenz den Vertreter der auswärtigen Angelegenbetiten des Neichs z4 begrüßen, mit dem in engster und treuester Bür dni2Kemeinschast zusammen- zuhalten seit nunmebr fast vier Iabczebnten der leitende Grundsay edes deutschen Kanz!ers gewesen ist. Dieses kostbare Erbe unver- rüdbli< zu beroabren, betradte aud ih als meine vorrebmste

fliht. Von ganz besonderem Werte würde es für mi bei diesem

z estreben lein, wenn Gure Grjellenz au<h mir die rüdbhaltlese

Uoterstüßurg bewahren wcllten, die von Eurer EŒriellenz meinem

Herrn Vorgänar in so reichem Maße zute!l geworden ist. Dester -

reih-Ungarn und Deutsland werden, das t mein felenfester

Glaube, siegreih aus diesem

ibren helzenmütigen Völkern eiae alüdlide und i<öóne Zukunft

sichern. Meiihskanzler Michael 18.

Der Minister Graf Czernin hat hierauf mit folgender Depesche geantwortet :

Für die warmen Worte, mit welGer Eure Extellenz mi< gelegentliÞ4 Ihres Amisapirit!s iu begrúß:n tie Güte batten, bitte i< metnen ttefgefühlt n Dank ertzegenzunehmen. Jn der innigen, ve!trauenévollen Zusommenarbeit mitt den Leitern der deutihen Politik, in unverbrü<lidem Festhalten an tem altherähiten Bünd1.is erblide ih die siherste Gewähr für eine glüdlite Zuk ft vnsererc heldenmütigea Völker. Zur SiGerung unserer Existenz, zur Wohrung urs fer?r heiligsten Güter steben wir in tem gzwalifgsten Kampfe aller Zeilen, und \< vertrane zu Gct!, daß wic in tieuem Ausbharren das ersehnte Z'el erreihen werden. Zu einem ebren- vollen Frieden be:eit, sonst ober zu dem Kampfe bis aufs äußerste entshlossen, werden fi< Deutshland und Oesterre:<-Ungarn gemeinjam die Bedingungen für eine ungestörte, friedliche Zukunft erzwingen. Czernin.

,_ Der niederländishe Minister der Auswärtigen Angelegen- heiten hat nach einer Meldung des „Woiffschen Telegraphen- büros“ dem Kaiserlihen Gesandten im Haag das tiefe Be- dauern der niederländishen Negierung über den englis en Angriff auf deutshe Schiffe an der hollän ishen Küste ausgesprohen und dabei dem festen Entschluß seiner Regierung Ausdru> gegeben, von England Genugtuung zu verlangen, sobald feststehe, in welchem Umfang ein Uebergriff auf die niederländische Hoheitsgrenze vorliege.

Wegen der von der französischen Regierung verfügten Ver- bringung des stellvertretenden (Bouverneurs von Togo, Majors a. D. von Döring in ein Zivilaefangenenlager wurde vor kurzem deutscherseits eine Vergeltungsmaßnahme ergriffen. Diese Maßnahme erfolgte, wie laut Meldung des B. D B erst jezt bekannt wird, zu einer Zeit, als die französische Ne-- aierung son ihre Bereitwilligkeit erklärt hatte, die beider- seitige Behandlung inaktiver, nicht mit der Waffe in der Hand gefangener Offiziere grundsäglih und in befriedigender Weise zu regeln.

Ein entsprechendes Uebereinkommen wird in Kürze zwischen der deutschen und französischen Regierung getroffen werden und einer größeren Anzahl deutscher inaftiver Offiziere zugute kommen. Angesichts dieser Sachlage soll die ver ängte Ver- geltungsmaßnahme aufgehoben werden, wird jedo<h sofort wieder in Kraft treten, wenn ein inzwischen erbetener Besuch der schweizerischen Gesandischaft in Paris nicht ergeben sollte, daß Major von Döring nunmehr in einer Weise untergebracht und behandelt ist, die seiner hohen Stellung als stelloertretender Gouverneur einer deutschen Kolonie entspricht.

Großbritannien und Jrland.

In der vorgestrigen Sißung des Unterhauses teilte die Regierung laut Bericht des „Algemeen Handelsblad“ mit,>daß sie mit der Emennung der Kommission zur Untersuchung der mesopotamischen Angelegenheit nicht fortfahren werde, erner daß Lord Hardinge dreimal um seine Entlassung gebeten,

ß die Regierung seinem Ersuchen aber keine Folge gegeben habe. _Nach erregter Debatte stellte der Staatssekretär des Auswärtigen Amles Balfour die Verlrauensfrage, worauf das A der Regierung mit 176 gegen 81 Stimmen das

ertrauen aussprach.

Das Sekretariat der Jrischen Gewerkschafts- tagung und das der Arbeiterparte i teilen mit, sie seien durch den Staatssekretär Balfour davon in Kenntnis gesetzt worden, daß Pässe für O'Brien und Campbell, die zu Ab- geordneten für Stoholm und St. Petersburg bestimmt sind, nicht zugesichert werden könnten.

Frankreich.

Der Senat trat gestern zu einer Geheimsizung zweds Besprehung der Jnterpellationen über den fangs vom 16. April zusammen. Jnfolge der Geheimsißzung des Senats ersuchte der Ministerpräsident Nibot Renaudel, seine Anfrage

über die Jnterpellation, betreffend die Nachprüfung der franzs- sischen Verfassung, aufzuschieben. prüfung franzö

Nußland.

Ueber die Ereignisse der leßten Tage in Sk. Peters- burg verbreitet die dortige Telegraphenagentur folgende Mit- teilungen: Bekanntlich ist eine teilweise Ministerkrise in- folge von Meinungsverschiedenheiten zwischen den sozialistischen Ministern und den Minisiern der Kadettenpartei über die Frage der Selbstverwaltung der Ukraine ausgebrochen. Vier Kadettenminister sind zurückgetreten. Unter Ausnußung dieser Krise veranstalteten einige Ein- heiten der _St. Petersburger Garnison unter dem Einfluß der Werbetätigkeit der sozialdemokratischen Marxrimalisten und mißgestimmt durch die Gewaltmaßregeln, die gegen die Truppen in Anwendung gebracht worden waren, die sich gegen den An- ariff aussprachen, am 16. Juli gegen 9 Uhr Abends eine Reihe von bewaffneten Kundgebungen, die \si< den ganzen nächsten Tag über hinzogen. Die erste Maschinen- gewehrabteilung eines Grenadierregiments und mehrere andere militärishe Abteilungen begaben si< zu diesem ete mil_ den Waffen in der Hand auf die

traßen. Sie hatten Moaschinengewehre auf Kraft- wagen aufgestellt und trugen Fahnen mit der June schrift „Nieder mit den bürgerlichen Ministern! Wir verlangen, daß die ganze Macht den Arbeiter- und Soldatenräten über-

s><weren Kampfe hervorgeben und

tragen wird.“ Eine Reihe von Zusammenstößen zwischen diesen Truppen und Anhängern der Regierung" -fand stalt. Zahlreihe Gewehrshüsse wurden in verschiedenen Stadt- teilen gewe<selt. Es gab einige Verwundete. Am nächsien Morgen ließ die Regierung einen Befehl an- schlagen, der jede Kundgebung verbot. Der Ausschuß des Arbeiter- und Soldatenrats und der Ausschuß des Rats der Bauernvertreter veröffentlichten ihrerseits einen gemeinsamen Nufruf an die Soldaten, in dem.sie darlegten, daß die gegen die meuternden Negimenter angewandtèn Gewaltmaßregeln in- folge ausdrü>lihen Verlangens der Militärausshüsse ver- schiedener Einheiten ausgeführt wurden. Der Aufruf {loß mit der Ermahnung, si<h jeder Kundgebung oder bewaffneten Unternehmung zu enthalten.

Die der Regierung über die Unruhen in der Stadt und den Vororten am 17. Juli zugegangenen Berichte ließen er- kennen, daß dieser Tag unter sehr großer Erregung ver- gangen ist. Vom Morgen bis zum Abend brach in ver- schiedenen Stadtteilen Gewehrfeuer aus, und die Maschinen- gewehre beschossen besonders den Dersk - Prospekt, die Hauptoerkehrsstraße und die bena<hbarten Straßen. An verschiedenen Stellen wurden Tote und Verwundete ge- funden. Bei dec Untersuhung konnte der Ursprung der Schüsse nicht festgestellt. werden. Die Teilnehmer der Kundgebung behaupten, daß man auf sie aus den Fenstern oeschossen habe. Sie hätten si< daher verteidigen müssen. Tagsüber nahmen aus Kronstadt angekommene Matrosen zahlreiche Haussuchungen in Häusern des Newsky- und Literny- Prospektes vor. Um 8 Uhr Abends war die Ruhe in der Stadt wieder hergestellt. :

Ein vom Ministerpräsidenten Fürsten Lwow an die Regierungskommissare in der Provinz gerichtetes Rund- telegramm sagt über die Ereignisse am 16. und 17. Juli folgendes :

c: Am Morgen ‘des 17. famen in St. Peteréburg mehrere milt- tärish? Einheiten aus Kronstadt, Orantendaum und Peterhof an, denen si zu Mittag dret Regimenter und ein Grenadterbatailon der Sit. Petersburg r Garnison ans@lossen. Begleitct von etner uugeheuren bewaffneten Menschermenge begaben ih diese Einheiten zu einer be- wafneten Kundgebung zum Tauis>kten Palast, wo der Not der Arbeifêr- und Soldatenve:treter und der Bauern seine Sixungen abbâlt. Sie t:ugen Fahnen mit tec Inschrift „Fiieder mit den zehn dapitalisii;c<hen Viipistern! Wir beriangen, daß die ganze Macht an den Acbeiter- und Soloatenrat übergeht. *

Die Stimmung der Teilnehmer der Kundgebung war der Mehrheit der genannten Räte feindselig. Gleichzeitig kamen zahlreiche bewaffaete Arbeiter auf die Straßen, die die gleihe Losung ausgaben. Beschlagnahmte Kraftwagen und Lastautomobile mit Maschinengewehren oder be- wassneten Leuten durchfuhren die ganze Stadt. Tags3- über gab es in verschiedenen Stadtteilen Revolver-, Gewehr- und Maschinengewehrfeuer. . Tote und Ver- wundete wurden aufgefunden. Um 6 Uhr Abends ver- suchten Truppen und bewaffnete Arbeiter, den Minister Tieretelli zu verhaften. Sie bemäctigten si<h des Nkerbauministers Tschernow, der erst nah einer Rede des Maximalisten Trotzky wieder in Freiheit geseßt wurde. Gleichzeitig wurde der Taurische Palast, wo si diese Ereignisse abspielten, von einer bewaffneten, dihtgedrängten, äußerst aufgeregten Menge um- geben, die in das Jnnere des Palastes einzudringen versuchte.

Die gemeinsame Versammlung des Ausschusses des Arbeiter- und Soldatenrats und des Ausschusses der Bauernvertreter erörterte in der Nacht zum Mittwoch die durch die Ministerkrise geschaffene Lage und nahm obiger Quelle zufolge eine Entschließung an, in der erklärt wird, daß der Nücttritt der Minister der Kadettenpartei nicht als Vorwand dafür dienen dürfe, die Regierung der Unter- stügung der revolutionären Demokratie zu berauben. Anderer- seits aber wird die Ansicht ausgesprochen, daß der Rücktritt dieser, Minister es nötig macht, daß die Demokratie von neuem ihre Aufmerksamkeit im gegenwärtigem geschicht- lichen Augenbli> der Organisation der Regierungs3gewalt widmet. Die Versammlung beschloß, in vierzehn Tagen eine _allgemeine Versammlung der örtlihen Arbeiter- und Soldatenräte und der Vertreter der Bauernräte einzu» berufen, um die Frage der Organisation der neuen Negierungsgewalt und der Ersezung der Minister der Kadettenpartei im Einversiändnis mit den genannten Aus- \hüssen zu besprechen. Die Entschließung erklärt, daß bis zur erfolgten Lösung die gesamte Negierungsgewalt bei der aegenwärtigen Regierung verbleiben müsse, die nach den Beschlüssen der lezten allgemeinen Versammlung der Arbeiter- und Soldatenräte ganz Rußlands handeln solle. ,_ Der Arbeiter- und Soldatenrat in Moskau hat mit 442 gegen 242 Stimmen beschlossen, in Moskau alle Straßenkundgebungen zu verbieten. Die Maximalisten, die bewaffnete Kundgebungen wünschten, erhoben dagegen Ein- spruch, h die Teilnahme am politishen Leben behindert werden solle.

Einer Reutermeldung zufolge hat ein außerordentlicher Kabinettsrat über einen Antrag, den Siß der Einst- S Negierung nah Moskau zu verlegen, be-

en.

Niederlande.

: Nach einer amtlihen Meldung gibt der Minister des Auswärtigen folgendes bekannt:

; Die niederländisce Regierung hat dur ihren Gesantten in London der briti\Gen Regierung von dem Auiixeten britis>er Krieg?- schiffe am 16. d. M. egen deutsche Hantdele\hife, die si in den niete:länt isden Hohettecewässeru befanden, Miwttetlung gemacht vnd den Gesandten beauftragt, die MNeg'erung auf deú Vrrsr des Vorfalls, hei dera elne unleugdare Verleßung der niederlänudishen Souveränität und Neutralität siatt, getunden hat, aufmerksam zu machen. Der G. sandte ist außerdem beauftragt, bie Possnurg avszuspre<en, daß die britis e RKoglierung für d. 8 Vorgefallene gemäß dem Pölfkerircht und ins- e T CUS dein A'tikel s 2 Hiertroges über das Net und ie Gert flihiu er rveutralen Vlächte im Falle eines S ; vollständige Genugtuung gewähren P E

Der Kapitän des Dampfers „Renate Leonhardt“ berichtet wie „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet, über den Ama r Res :

Wir fubren 24 M-ilen ton ter hollä-dishen Küße ntfer

innerbalß der ztcderlärdischn Hobeltezerea n Pete E ih zwet unserer Eh ffe viceft auf die Küste iufabren. Jch sihtete zuglei ergliidte Toi1pidojäer, änderte den Kurs lant- wäris und wurde unler Feuer gevommen. Die Torpedo- jéger fuhren nah einigen Augenbli>en (údwärts, so taß sie sich zunüödzuziehen s{ienen. Ich ließ, da wtr auf Strand gelaufen waren die Aaer fallen. Die To1pedojäget Tehrten um, näberten sh auf

dreiviertel Déeilen und eröffnetceu Snellfeuer auf das Schi das 800 m boa der Küfle entjeznt war. Jeyt wurten dic BBL A

gefeßt. Die Engländer feuerten ununterbro<:n. Besaßung wurden geiötet.

Das Haager „Korrespondenzbüro“ exfz i Verbot für die Ausfahrt von Schiffen t ab daz sogenannte freie Fahrrinne fahren müssen, für die Cir die nah Norwegen, Schweden und Dänemark bestimmt find ïfe, die gehoben worden ist. , au f:

Schweden.

Die schwedische Regierung ist vor einiger 2-; j Regierung der Vereinigten Staaten von dmerita Le E Er ersuht worden, die angeblihen Mißhandlun draphiscz Juden in Palästina an Ort und Stelle untersn der lassen. Die schwedische Gesandtschaft in Konstantinopel dié der Ausführung des Auftrags betraut wurde, erflä1t n; mit „Usftonbladet“ meldet, in einem amtlichen Bericht daf wie Angaben über Niedermeßelungen von Jude, A Palästina, die jezt oder früher während des Weltkci A stattgefunden haben sollten, unrichtig seien. Tatsächli Ÿ eges feine Gewalttaten gegen die jüdische Bevölkerung in ‘Neat vorgekommen. Die s{hwedische Negierung hat dem Stol Mina amerifanishen Gesandten dieses Ergebnis mitgeteilt. s

Dret Mann der

Norwegen. __ Das Storthing hat vorgestern in ge eimer Sit;

wie das „Norwegische Telegrammbüro“ M S LEE ordentlihen Kredit von 18 Millionen Kronen füx das Heer und 51/» Millionen für die Marine genehmigt in öffentliherSigzung einen weiteren von etwa 2 Ml lionen Kronen für Verteidigungszwec>e. Gestern sind f ita 18 Millionen Kronen zur Verteidigung der N S tralität bewilligt worden. E

Der norwegische Reederoerband hat „Morgenbladet“ folge von maßgebender amerikanischer Seite die Mitteilun erhalten, daß alle für norwegische e<nung auf amerikanischen Werften bestellten Schiffsneubauten auf Weisung des Präsidenten Wilson von der amerikanischen Negierung beshlagnahmt werden sollen. Hierbei handelt es sich um etwa 270 000 Tonnen Schiffsraum im Werts at N ronn, Für Norwegen fei die Frage wichlig, 06 der Marktpreis oder der Vertragspreis ori oe gópreis erstaitet

Amerika.

Die Regierung der Vereinigten Staaten vg: Amerika hat der „NAjociated Preß“ zufolge beschlossen e Einladung zu einer Besprechung mit den Verbündeten in diesem Monat in Paris abzulehnen, weil die Beteiligung nicht notwendig sei, da sie die Teilnahme der Vereiniaten Staaten an dem Kriege niht unmittelbar berühre. Man erklärt im Staatsdepartement amtlich, daß diese Entschließung jedo<h für die weitere Politik der Vereinigten Staaten nicht maßgebend sei.

__— Na einer Meldung der Times“ hat dér Leiter des Büros für Jnnen- und Außenhandel im amerikanischen Handels- departement Pratt auf Veranlassung des Handelssekretärs Redfield den Präsidenten Wilson um seine Entlassung ge- beten, anscheinend wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen Pratt und Redfield über die geplanten Beschränkungen dec amerikanishen Ausfuhr nach den ueutralen Ländern.

i Das nene Ministerium in Chile, das aus den ¿Führern der verschiedenen NVarteien zusammengesezt ist, hat nach einer von „W. T. B.“ verbreitetea Meldung aus zuoerlässiger Quelle alsbald nah seinem Zusammentreten eine erneute Neutralitätskundgebung erlassen.

__Das Ministerium besteht aus folgenden Mitgliedern : Präsidium und Juneres: Senator Jsmael Tocornal, früherer zeitweiliger Präsident der Minister des Jnnern, Vorsizender der liberalen Partei; Aeußeres: Senator Artur Besa, früherer Kriegsminister und Minister des Junern, Vorsitzender der Nationalpartei ; Justiz- und Unterrichtswesen: Senator Angel Guarello, früherer Minister für Jadustrie und öffentliche Arbeiten, Vor- sißender der demokratischen Partei ; Landwirischaft: Abgeordneter Armando Quesada, früherer Landwirischafts minister, Stell- vertretender Vorsitzender der Nadikalen Partei; Kriea und Marine: Senator Pedro Montenegro, früherer Justiz- minister und Minister des Junern, Vorsißender dec Liberal- demokratishen Partei; Jndustrie und öffentlihe Aubeiten: Senator Alberto Gonzales Errazuriz, früherer Landwit- schaftsminister, Vorsißender der Tonservativen Partei.

Kriegsnahrihten.

Berlin, 19. Juli, Abends. (W. T. B.)

Jn Flandern dauert die Arlillerieshla<t an. : i Herausgefordert dur die Offensive, welche die russishe Armee auf Befehl ihrer Negierung und troy ihrer Friedens- beteuerungen an unsere Fronten unternommen hat, sind wir in Ostgalizien zum Gegenangriff übergegangen. Deutsche Korps haben die Stellungen der Nussen östlih von Zloczow in breiter Front dur<<bro<en.

S —— D

Jn Flandern hat der Artilleriekampf am 18. Juli troß unsichtigem Wetter an Hestigkeit zugenommen. Nach einem gegen 9 Uhr Abends niedergehenden heftigen Gewitter steigerte ih das Feuer teilweise zu Trommelfeuer. Außerorden!lich ‘chiperes Jes lag besonders auf dem Abschnitt von Dixmuide bis Wytschaete. Auch in der Nacht blieb die Artillerietätigkeit heftig. Jm Geländeabschnitt nahe der Küste wurden zwei eng- lische Vonstöße um 3!/5 und 4 Uhr Vormittags am 19. glal! abgewiesen, ebenso ein feindlicher Patrouillenvorstoß östlich pern. Das am 17. in der Gegend Ostaverne verbliebene Engländernest wurde am 19. Juli bei Tagesgrauen nah el biiterternn Kampfe gesäubert.

__ Im Artois bei ungünstigem Wetter ruhigere Gefechl#- täligkeit. Starke feindlihe Patrouillen nördli<h der Scarpe und südwestlih Pronville wurden verjagt. Bei dem am 18 gemeldeten Angriff nördlich Fresnoy waren die in Stälke von mehreren Bataillonen voislürmenden Engländer an der Nordweste>de des Dorfes bis in unsere Gräben gelang. Durch ent!shlossenen Gegenstoß wurden sie im blutigen Nah- lampfe geworfen. Sie erlitten starke Verluste und ließen Ge

fangene zurü. n Quentin lag das Dorf Ribecout!

Im Raume von teilweise unter \s{werem Feuer. Bei dem gemeldeten, an

18. Juli 9 Uhr 30 Minuten Abends einsezenden erfolgreichen

Republik und früherer -

Vorstoß der hessischen Truppen südwestlih Quentin waren m Gegensag zu unferen eigenen sehr geringen Verlusten die der Franzosen sehr schwer.

An der Aisnefront nahmen unsere Batterien und Minenwerfer 6 Uhr 45 Vormittags gegenüber den neu- ‘ewonnenen Stellungen südlih Courtecon erkannte An- ammlungen in den feindlihen Gräben unter wirksames Ver- nihtungsfeuer. Gegen 7 Uhr versuchte der Franzose nach | v furzer Feuerwelle aus seinen Sappen heraus zum Angriff vor-

Nur an wenigen Stellen vermochte er seine Gräben

gehen. G ZEbE ) i E 1 verlassen und wurde hier in kurzer Zeit dur< Infanterie- | s

feuer vernichtet.

Ju den Argonnen wurden bei La Harazce Gefangene eingebracht. Ebenso machten die Unsrigen eine größere Anzabl yón Gefangenen westlich der Maas, wo wir im Gegenangriff m Spätabend des 18. Stellungsteile zurückeroberten. Die tagsüber von Feuerüberfällen unterbrochene mäßige Artillerie- (tigkeit sleigerte fih von 10 Uhr Abends bis gegen Mitter- not zu größter Gewalt vora Ostrande des Avocourt-Waldes his Höhe 204. Feindliche Angriffe erfolgien indessen nicht.

An der Ostfront wurden am Abend des 18. östlich Candes!rcu und bei Nowica starîe russishe Angriffe zurü>- gewiesen. An der Lomnica war die Gefechtstätigkeit gering. llasere Stoßtrupps holten mehrere Gefangene und Maschinen- | O gewehre aus den russishen Gräben Jn den Karpathen zeit- weise örtlih auffrishendes Artilleriefeuer. Kleinere feindliche Erfundung5vorstöße wurden leicht abgewiesen. An der rumä- nischen Front lebte die Artillerietätigleit nördlich Focsani Nachts etwas auf. Ein starker feindlicher Erkundungsvorstoß westlich Tulcea blieb in unserem Feuer liegen.

Die wechselnde Feuersteigerung hielt bei Dünaburg und hei Riga au< in der Nacht an. Unsere Stellungen bei Smorgon liegen seit dem 19. Juli, 5 Uhr Vormittags, unter shwerem feindlihem Feuer.

Großes Hauptquartier, 20. Juli. (W. T. B.

Westlicher Kriegss\chauplat. Heeres gruppe Kronprinz Rupprecht.

Jn Flandern erreichte nach regnerischem Vormittag, der vorübergehend ein Nachlassen der - Kampftätigkeit zur Folge hatte, die A rtilleries<la<t von Mitiag an wieder äußerste hestigkeit.

Feindlihe Vorstöße bei Lombartzyde und östlih von

Messines scheiterten. 1

An der Artois-Front lebhafte Feuertätigkeit zwischen La Bassce-Kanal und Lens, besonders südöstlih von vorstoßende

£008. Bei Gavrelle Nachts englische Ba- taillone wurden zurückgeworfen. . Auch bei Monchy griffen nach heftiger Feuerwelle die Engländer erneut an, ohne weitere Erfolge zu erzielen. Südwestlih von St. Quentin erlitten die Franzosen | bei dreimaligem, vergeblichhem Angriff gegen die von uns ge- nonnenen Gräben blutige Verlujte.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nordwestlih “von Craonne nahmen märktische und |

Gardetruppen nah fkurzer, starker Feuerwirkung Teile der | 1

anzósischen Stellung auf dem Winterberg. Der Feind leistete | / ] / E 4 : j mandant, ein Offizier und vier Matrosen sind umgekommen.

erbitterien Widerstand und hatte s{hwere Verluste. Ueber 375 Mann sind gefangen, zahireihe Grabenwaffen als Yeute eingebraht worden. Erst Abends seßten Gegenangriffe

der A ein; sie führten zu schweren nächtlichen

Kämpfen, bei denen einige der von uns gewonnenen Gräben wieder aufgegeben wurden.

Bei den anderen Armeen,

auh der

Heeresgruppe Herzog Albrecht : außer einigen für uns günstig verlaufenen Vorfeldgefechten keine besonderen Ereignisse.

Destlicher Kriegsschauplaß. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. 4 Am 1. Juli hatte die russishe Regierung in Ostgalizien einen Teil des russishen Heeres zur Offensive gefühtt, die nah spärlichen Anfangserfolzen infolge ungeheurer Verluste bald ins Sto>ken kam Der russische Soldat, dessen Wunsch nah Frieden an fast allen Stellen unserer Front in An- näherung8versuchen Ausdru fand, war wieder umsonst für die Entente geopfert worden. In Erwiderung des Angriffs der Nussen haben unsere Truppen gestern einen Gegenangriff begonnen. Unter persönlicher Leitung des prinzlichen Öberbefehlshabers brachen deutshe Armeekorps nach wirkungsvoller Feuer- vorbereitung durch deuische und österreichish-ungarische Artillerie gegen die russischen Stellungen zwischen Sereth und Zlota Lipa vor und stießen über drei starke Verteidigungs- zonen durh. Der Feind hatte s{<hwere, blutige Verluste und wih in Auflösung zurück. Bis zum Nachmittag waren einige tausend. Gefangene gemeldet.

Vei Jacobstadt, Dünaburg und Smorgon sowie längs ved Cet und von der Zlota Lipa bis südlich des Dnjestr nahm die Feuertätigkeit teilweise erheblich zu. Eigene Vorstöße und gewaltsame Erkundungen führten mehrfach

zu s{önen Teilerfolgen. ; Bei Nomics an der Lomnica sind neue starke russishe Angriffe verlustreih abges<hlagen worden. Front des Genecalobersten Erzherzog Joseph. N _In den Nordkarpathen stärkeres Feuer als in leßterer

Zeit 3

. Auch in den Bergen östlich des Beckens von Kezd1-

vajarhely hat sich die Gefechtstätigkeit gesteigert. Bei der

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mad>ensen

Mazedonischen Front

Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff.

Und an der

nihts Neues.

Wien, 19. Juli. (W. T. B.)

estliher Krieasschauplax. funft_ | j Die | : igun alt e der Hellenen in Genf hat an den Präsidenten des Reichstags ein “c e S5 ‘er -> “6 ; Schreiben gerichtet, in welcbem sie über die von_ : N - Sd Kräfte, die ihnen entrissenen E Entente geübte Vergewaltigung des griebis<en Volkes und seines Zhre Änstrengung scheiterte unter s<hweren Feind- | ;; L O

erfolgreihe Stoßtruppunternehmen bhaft gf I aus, das si< namentiih Heute früh in einzelnen Abschnitten | du

dieses fonne

Und das S

i tratzn öôsterreichish-ungarische und deutsche Stoßtruppen mit 2 günstigem Ergebnis in Tätigkeit.

vom 19. Juli.

auf dem rechten Ufer des Vardar etwas lebhafter war. Auf der übrigen Front s{<hwache Kampftätigkeit. unteren Struma vertrieben wir beritiene englishe Erkun- dungs3abteilungen.

\chüsse.

Bericht.

laut gestrizem Heeresberiht abgewiesen wurde, ging zurü, so daß unsere Truppen einige Orte besezen konnten, die bisher in dec Hand des Foindes 1waren.

lebhaftes Artilleriefeuer. Vormittags in Nichtung Bir-es-Saba unternommene Er- kfundung geriet wieder in unser Artilleriefeuer. l ging der Feind zurück. Jn der Nacht zum 17. Juli gegen- seitiges leichtes Artillerie- und Maschineugewehrfeuer. 7. Juli wurde das ‘Artilleriefeuer heftig; zu feindlihen An- griffen fam es nicht.

meldet, daß mit dem Großkampfschiff „Vanguard“ 37 Offiziere und ungefähr 700 Mann umgekommen sind.

La Phocéenne in Smyrna gehörte, am 12. Juli 250 Meilen von Bona gesunken; 26 Personen sind umgekommen.

erfolae in der Biscaya und im Atlantischen Ozean. 21000 Br.-Re.-To. r

si<h ein unbekannter, bewaffaeter, beladener Dampfer von mindestens 4500 Br.-Re.-To., ein beladener Dampfer,

eschossen wurde. N soweit sie festgestellt werden konnten, ans Stück-

gütern, Kohlen und Tonerde.

Oesierreichish-ungarisher Berik. es Amilich wird gemeldet: f

Südlih von Kalus3z versuchten die Russen mit Einsaß

Nördlich des Dnjestr bis gegen Brody lösten

rlusten. A lebhafteres Geschüßzfeuer

beträchtlicher Heftigkeit steigerte. Auh in Wolhynien

Jtalienischer und Südöstliher Kriegsschauplagt.

Keine besonderen Ercignisse. Der Chef des Generalstabes.

Bulgarischer Bericht. Sofia, 19. Juli. (W. T. B.) Amtlicher Heeresbericht | è

Mazedonische Front: Artilleriefeuer, das zwischen dem hrida- und dem Presbasee, önlich der Tscherna und

An der Numänische Front: Vei Jsaccea vereinzelte Kanonen-

Türkischer Bericht. : Konsiantinopel, 18. Juli. (W. T. B.) Amllicher

Kaukasusfront: Das feindliche Bataillon, dessen Angriff l

Sinaifront: Am 16. Juli auf der ganzen Front ziemlich Eine von starker englischer Kavallerie

Nachmittags

Am

Der Krieg zur See.

Amsterdam, 19, Juli. (W. T. B.) Die „Times“

Rotterdam, 19. Juli. (W. T. B.) Nach dem „Maas- ode“ ist das Schiff „Claire“, das der belgischen Gejellschaft

Bern, 19. Juli. (W. T. B.) Nach einer Meldung des Vetit Parisien“ ‘versenkte ein deutsches V-Böot am 9. Juli den französische Patrouillendamvfer Edouard Corbière“ im östlihen Mittelmeer. Der Kom-

Berlin, 19. Juli. (W. T. B.) Neue UV-Boots-

Unter den versenkten Schiffen befanden von Fischdampfern gesichert,

der aus einem Geleitzug heraus- Die Ladungen der übrigen versenkten Schiffe

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Parlamentsberiht.®)

Deutscher Reichstag. 116. Sizung vom 19. Juli 1917, Nachmittags 3 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphischem Bureau.)

Am Tische des Bundesrais: der Reichskanzler Dr. Michaelis, die Staatsminister Staatssekretär des Jnnern Dr. H N fer.i<, Justizminister Dr. Beseler, Minister

Dr

WL.

der öffentlichen Arbeiten Dr. von Breitenb ach, Minister für Handel und Gewerbe Dr. Sydow, Finanzminister Lenye und Minister des Jnnern von Loebe [l, der Staatssekretär des Reichspostamts Dr. Kraetke, der Staats)ekretär des R Dr. Lisco, der Staats- sefretär des Reichskolonialamts Dr. Solf, der Staatssekretär des Reichsmarineamts, Admiral von Capelle, der Staats- sekretär des Reichsschaßamts Graf von No edern und Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Zimmermann. Nach Eröffnung der Sibung gelangt ein Schreiben des Reichskanzlers Dr. Michaelis an den Präsidenten des Reichs- tags zur Verlesung, welches von seiner Ernennung Mitteilung macht mit dem Hinzufügen, daß er die Geschäfte bereits über- nommen hat; ferner die beiden Kaiserlichen Schreiben an den bisherigen und den neuen Reichskanzler, die Verabschiedung und die Ernennung betreffend. Präsident Dr. Kaempf: Die Verdienste des nunmehr aus dem Amte geschiedenen Reichskanzlers, Wee von Bethmann Holl- weg, die er in L Tätigkeit îm Frieden wie im Kriege N den schwierigsten Verhaltnissen in der Gntwi>lung, Ausbau unl Stärkung - des Reiches erworben hat, werden in der Geschichte ver» zeichnet. Mir liegt es ob, dankend anzuerkennen, wie Herr at von Bethmann Hollweg die Nechte des Reichstags und seine Wünsche gewissenhaft wahrte, daß er den Bedürfnissen einer M En Zusammenwirkung zwischen Neichsleitung und Reichstag, wohlwollen und vorurteilsfrei, wie er war, ganzes Verständnis entgegengebracht hat, und mit selbstloser Hingabe sein ganzes Können und die ganze Tiefe seines Wissens dem schweren Amte ‘gewidmet. Den Hern Neichskanzler Dr. Michaelis darf ih im Namen des MNeichstags bei seinem ersten Erschoinen begrüßen und ihm Glü> und Erfolg wünschen zu dem in ernster Zeit übernommenen Wirken der verant wortlicen Führung der Geschäste des Neiches. Wir vertrauen, daß

tro to ALDOLEE

mannhaften Könias Konstantin ibren tiefsten Unwillen zu f brinat (Beifall): sie protestiert gegen das verbrecberische Attentat auf die Freiheit des grie<is<ben Volkes und gegen

Lesung der Kreditvorlage. tion Dr. David und Genossen, eingebracht vom Zentrum, den Sozialdemotraten und der fortschrittlichen Volkspartei.

d wiw toll würdigen können, mas Bethmann Hellwegs Kanzlerschaft für Deutschland in seiner scwensten Zeit bedeutete. (Sehr richtig!

steigende Gefahr für Deutschland.

seiner Einsicht und seiner Arbeitskraft gelingen werde, in deni

der Meinungen und in dem Ringen der Völker den Weg zu den, der Vaterland eincr glücflicheren und gesicherten Zu- ift entgegenführt. (Beifall)

unser

Scbweizerisde Vereinigung

Ne

den Machten der

im Ausdruck

die Gewaltmaßregeln, in diesen Krieg bineingedrängt wird. Kein Beispiel als klarer zeigen, wie die Mächte der Entente die Freiheli :[bstbestimmungsre<t der fleinen Nationen zu wahren ge- nfen. (Lebhafte Zustimmung.) :

Auf der Tagesordnung steht die Fortseßung der ersien j Dazu liegt vor die Resolu-

r< dte es

Reichskanzler Dr. Michaelis: Meine Herren! Nachdem Seine Majestät der Kaiser mi zum

Amte des Reichskanzlers berufen bat, habe ih beute zum ersten Mal

ie Ehre, mit dem hohen Haufe in Verbindung zu treten. In

ernstester Zeit ist die zentnersdwere Last auf meine Schultern gelegt. Im Aufbli>k zu Gott und im Vertrauen auf die deutsce Kraft haba ich es gewagt und werde nun der Sache dienen bis zur lebten Hingabe. Von Ihnen, meine Herren, erbitte ih vertrauensrolle Mitarbeit in dem Geist, der si in diesem dreijährigen Kriege berrlid bewährt hat.

Gegen den bodwerdienten Mann, der an diesem Posten vor mix

aht Jahre gestanden hat, ist herbe Kritik geübt, Kritik vielfah mit Feindschaft und Haß erfüllt. würdiger gewesen, die Feindschaft und der Haß ‘hätten haltgemacht, nachdem sich die Tür geschlossen hat. (Sehr richtig! links.) Erst wenn

Ich habe die Empfindung, es wäre as Buch dieses Krieges geöffnet vor uns liegen wird, dann werden

inks.) Wenn ich nit den festen Glauben an die Gerechtigkeit unserer

Sacbe bätte, 1 hätte die Aufgabe niht übernommen. Wir müssen uns täglich die Ereignisse von vor drei Jahren vor Augen halten, die gesbitli feststeben und die beweisen, daß wir gegen unseren Willen in den Krieg gezwungen worden sind.

Nußlands Nüstungen, seine Mobilmachung waren eine jeden Tag An einer Konferenz teilzunehmen, während deren Dauer die Mobilmachaungsarbeiten weitergegangen wären, wäre politisher Selbstmord gewesen. (Sehr richtig! rets.) Obwohl die englishen Staatêëmänner wußten, wie aus ihrem Blau- bub hervorgeht, daß die russt\{<e Mobilmackung zum Krieg mit Deutschland führen müsse (Sehr rihtig!), haben sie kein Wort der Warnung gegen die militäris<hen Maßnahmen Rußlands gerichtet (Sehr wahr!), während mein Herr Amtsvorgänger in einer Instruktion vom 29. Juli 1314 an den Kaiserlidew Botschafter in Wien die Diaek tive gab, zu fagen: Wir arfüllen gem unsere Bündräspflicht, aber wir müssen es ablehnen, uns von Oesteurenh-Ungarn dur Nicht-

.beahlung unserer Ratscbläge in einen Weltbrand hineinziehen zu

lassen. , So schreibt kein Mann, der einen Weltkrieg entfahen will, sondern so schreibt und“ spricht ein Mann, der für den Frieden ringt und der um den Frieden gerungen hat, bis zum äußersten, bis der befohlene Aufmarsh der russishen Heere Deutschland zwang, in der äußersten Not zum Sc>wert zu greifen. Uns blieb keine Wahl. Was vom Kriege selbst gilt, gilt au< von der Anwendung unserer Waffen, insbesondere von der V-Bootwaffe. Wir weisen den Vor- wurf zurück, daß der U-Bootkrieg rechtéwidrig (Sehr richtig!) und daß er mit den Gesehen der Menschlichkeit unvereinbar sei. : Leb- hafte Zustimmung und Beifall.) England hat uns die Waffe ge» wáltsam in die Hand gedrü>kt. Durch seine völkerrehtswidrige See- sperre (Sehr richtig!) hat es den legitimen Handel der Neutralen mit Deutschland unterbundèn und den Aushungerungskrieg prokla- miert. Unsere nur \><wache Hoffnung, daß Amerika an der Spihe der Neutralen dem völkerre<htswidrigen Treiben Englands Einhalt gebieten würde, ist eitel gewesen, und der leßte Versuch, den Deutsch» land gemacht hat, dur< ein ehrlih gemeintes Friedensangebot das Aeußerste abzuwenden, ist fehlges{lagen. Da durfte und mußte Deutschland dieses leßte Mittel wählen als in der Notwehr gebotene Vergeltungsmcßregel und es nun aub zum äußersten amvenden zur Abkürzung des Krieges. (Zustimmung und Beifall.)

Der U-Bootkrieg leistet das und no< mehr, was man von ihm- erhofft hat. (Erneuter Beifall und Zustimmung.) Falsche Nach- rihten, die dur< unflare Erläuterungen aus geheimen Sißungen in die Oeffentlichkeit gedrungen sind, haben eine Zeit lang hier und da ein gewisses Gefühl der Enttäuschung hervorgerufen. Das hängt wohl damit zusammen, daß voreilige Propheten die Erwartung verbreitet hatten, daß mit Hilfe der U-Bootwaffe der Krieg zu einer be- stimmten Zeit zu Ende sein würde. (Sehr wahr! links und im Zentrum.) Sie haben dem Vaterlande keinen Dienst erwiesen. (Stürmische Zustimmung und Zurufe links und ium Zentrum.) Ich stelle fest, daß der V-Bootkrieg in der Vernichtung feindlichen Fracht- raums das leistet, was er sollle. Seine Wirkung auf die Entschlüsse unserer Feinde können wir in Ruhe abwarten. Die Zeit läuft füc uns. (Zurufe links.) Wir können den weiteren Arbeiten unserer wackeren V-Boötmänner mit vollem Vertrauen entgegensehen. (Leb- hafter Beifall.)

Meine Herren, ih will den Augenblick, wo ich an der Stelle

stehe, wo man in weithin hörbarer Weise in das Land hineinrufen fann, dazu benußen, um unsere Truppen an allen Fronten, zu Lande und zu Wasser, in der Luft und unter der See von der Heimat zu grüßen. (Stürmischer Beifall.) Was unsere Heere unter der Leitung ihrer großen Führer in nun drei Jahren geleistet haben, das ist in der Weltgeschichte unerhört (Lebhafter Beifall), und unser Dank ift unauslöschlih. (Lebhafter Beifall.)

Wir denken auch dankbar an unsere treuen und tapferen Bundes- gonossen. (Letihaftor Beifall.) Die Waffenbrüderschaft, im heißear Kämpfen Seita an Seits bewährt, wird nie gelöst werten. (Lebhafter Veifall.) Deulschland wird in unersülterlicer Bundestreue au ferrcphin an den bestehenden Verirägen und an den Abmatungen festhalten. (Lebhafter Beifall.)

Dia Verichte über dia militärisce Lage von fetten der Obersten Heeresleitungen sind sehr gute. Im Westen sind die großen Früh- jæhrsoffensiven der Engländer und der Franzosen gescheitert. Teil-

*) Ohne Gewähr, mit Ausnahme der Reden der Minister und ‘Staatssekretáre.

‘angriffe unsere Krexs keweisen ihre ungebrotene Kraft und ihr