1917 / 221 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Jn Helsingfors sind laut don „W. T. B.* übermittelter Meldung der „St. Petersburger Telegrophenagentur* die An- gestellten der Straßenbahngesellshaft în den Ausstand Gngedreten, weil ihre wirtshaftliwen Forderungen niht ecjullt wucden.

__ Ein Ausstard der Post- und Telegraphenangestellten in Lissabon ist, wie „W. T. B.* ertährt, beendet.

Kunst und Wissenschaft,

„Einr antiker Vorläufer des WMephistoybeles. Daß dey Teuf-1 aus Goetbes „Faust* focar îtn der Autike etnen bildlih nohmeitbaren Vorlöuter hat, tellt Bebr' nèt Pick im neuen Go:thes Jatrbduc fo. Eg hzndelt Pch um cinen Alpdämon des klassischen Bilterlum?, den fie Asten den {werdrück-nden Au'ipringer, griehisch „ESphialtes*, urd um den bösen Seist durch cinen jredrdl'ch klingenten Namen zu versöhnen, lieber den Nütenden, „Cpopvheles*, ranzten. Der. leßt2enannte Name ift tanr in dan Vicpbistorheles übergegavaen, dissen exfier Namensteil immer noch unerflärt ist. Pick hat nun auf Mü. zen der rômishen Kaiserzeit das etgenartige Biid diejes «niiken Alpdâmons gefunden, der sich dara wirkl'ch as eine A:t Teufel rarstellr. Auf Münzen der klein: fizsckhen Stätte Nîicäa und An:yra aus dem 2. und 3. Jahcbhuntert n. Chr. fi-ht man eine bäitige, todfüßtar, acshnuänztz Gestalt ge- duckt, wie wenn e {G zum Sprung an)! Fte, letz herar leihen. Auf dem Kopf träzt Ke eine cigenar:ige ivie Kapy?e. Man kennt die Saçe, monach derjenig-, der einem Alp scioe Kappe ravbt, vil Geld fintet, mas ja no bis in die Nibelungenfage btneinwirkt. Sn der einen Hand fâlt der af den Lünen abgebisd-t2 Dämon einen Zweig, mit ber anderen zicht er etren diden Weinschlaucb neben K, her, denn Trunkenheit war au ben Aiten als Ursache dis Alhckrues bekarnr. Bisher glazubte man, baß für die bildlihst Dar- iteluog dés Tevfels einzig der Pan vas Vorbild gewesen sei, ader die gelchrten Thecretiker der Aber glaubens, die richt bicß einen etvz!gen Teufel fannien, in dem das Piinzip dié Bösen verkörpert war, die vteluchr die Hölle in etner ganzen Hierarchie von Teufeln jeal Ger Art und verschiedensten Nanges und Ursprungs bevöikerten, müssen auch deu Ephialtes gekannt h2b:n. Sein Wes-n und Tun, in dim Nütliches 1nd Schädlies sih vermischt, ließ ihn a's Ver- bild besonders eines solhen Teufels geeignet erscheinen, „der siets das Böse will und stets das Gute sŸaffi“.

Land- und Forftwirtschaft.

Uber \chwere Schädigung der enalishen Ernte ‘dur Stürme he:icien, ener Meldung von ,W. T. B.* zujolge, die „Financial Times* von 30. August: Das {were Witter der briten leßten Tage hat den Saaten în ten „home Counlties* erbrbliden SchadeW& getan. Lancwkrte und Gärtnexeidesißer, die troß der Ungu-#t d Wetters im Sommer hiaschtlih d-r Ecnt- cp‘imistich waren, sid j yt pessimisiich, „W:n" sich das Wetier nit ia den nächsten Tagea b-ssert, weroen die Saatea verzichtet sein“, sagte ein fübrender Laadwict in Nordwest Sucrey. „Schon jeyt tit fehr viel Schaden dur Niederwerfung dies Kocns lnfolge von Wind“ und Regen angerichtet. Sehr vieles ist so ugeichtet, daß es mit der Haad geschnitten we:d-n muß, nd (s fraat sid, ob ge- lexpte Arbeiier dafür zu haben sein roerde-. Solvatea sind genug zur ÉEintk-arb:it da, ab:r sie veritehen nih!3 tavon." Bie Landwirte, die so Gutes geleistet bober, indem se vielsach ihre Ankaufläche ver- größerter, sind besonders stark dur diesen Viißstand evttäusch*, nah- dem sie mit ihr¿-m neuumgebrochenen Laad beträchtii@e Sc;wieriz- Teiten- -gehabi babe. Das Nabrurgemittelerzeugunesamt erwattet pom Váalkê, doß es jene Sparsomkeit üben wirb, die es g:lernt hat, o]8 ich zue;st die G.fährtung dec zukünftigen Ernäbrang heraus- stet», Es ist notwendig, mit Nahdruck auf die Tat’ache hinzuwelsen, daß die Mékrerzeuguna in erheblihem Maße duch den am 27. A19uft auf den Feidera avgerihtetea Schaden wett gemacht wordèn ift. -

Aus New Vork melden Parise: Blätter, w'e dem ,W. T. B.“ aus Ben unterm 14. September berichtet wird, daß die außer - ordentliche Kälte der leß'en Tage in den Vereinigten Staaten von Amerika einen Schaden von mehreren Millioren D besonders an Getreide, Junzhoíz und Tabakpflanzur.gen, ver- ursachte.

Norwegen.

Uebex d:n Saatensiand und die Ernteaussichten in Norwegen Ende August d. I. liegea folgende amtlichen Nach: ichten vor: În der ersten Hälfte des Monats herrschte tu ganz Sübnorwegen treckenc, warme Witicrung. Später hat es fast überall ununterbroWen gbéregnet. - Ju vi-:len Gezenten hatten die Niederschläge einen woll'en- bruchartigen Chorakier. Gleichzeitig traten häufig Gewitter auf. Das Getreide hat stch daher viel’ach gelegt; die Erntearbeit und die Kussaat d-s Wintergetreides ist dadurh in hobem Giate ersckdwert worden. Jn ten Drontheimbeirken war die Witterung den CErnte- orbetten günstig. In Nordre Trordjbems Amt uichtiten indes starke Hagel schauer Schaden auf den Acckern an. Jn Norenorw-: gen sind vie Ernteaussihten sett Ende Juli bedeutend besser aeworden. Das etter car dem Wachstum jörderlih, so daß sich Fecker und Giesen gut erbolten. Wenn au nicht gerade auf eten großen Ertrag zu rechnen is, jo sind“ dcch tie Befünchturgin einer Miß- ernie bescitigt. Nabstrost ist bither nur in Fie nmarken aujge- treten, wo die Kartoffeln ceiltien baber. Das Heu ist übctall wohlbehalten eingebraht wo1dea, außer in den nörtlihsen Land: 8- jeilen, wo noch Heu draufen steht, da mit der Errte erst (pát begcnner werden konnt Die Menge des Heus bli:b zlemlich weit unter dem LVurchs&niit. In einz:lnen Be- zirken des Wee s 1nd um Dronikiim sowte ganz. vereinzelt auch im Ollen entspricht der Ertrag ungefähr dem Miitel; sonst aber ist be- deutend wentger Heu geerntet morden als gewöhrlich. Die Qualität wird überall als gut bezeignet. , Die Wintetisaat iit fast überall -gimäbt, aver wegen des Regenwettens hat nur Aa unbedeutender Teil eingefahren werden könen. Es t - tah-r zu be‘üichlen, daß die Eüte zu wünschen übrig Lossen wicr. Die Menge wid ziemlih wiit unfer mittel bleiben. An enigen Stellen hat fch die Win'ersaai ¿war gut gehaltcn, in der Regel! avec witd dec Ertrag als weniger gut odec schlecht bezeichnet. Es wicd sid dab'r, selbst un'er Berücksihligung des größeren bebauten: Ireala, eln bcdeuterder Unteishuß an Winteisaat ergbén. Die Frühjahrssaat solile, wenu sich die Witterung günsitg gestaltet, eine fmiitiere Gerate ergebe. Hält aber ter Negen an, fo ‘ltegt die Gesatr vor, daß sie scwohl in ke,ug auf Menge ats Qualität flark verringe:t wertea wird. Van Gerste erwartet mao wu einigen Bezirken tes Oste: s sowie in Nomédalen und den &rontbéimbeii- ken ein» Gcnie über miitel. Jo den übrigen Landt8- tetlen wid nit etner Mittelernte gerechnet, in Nordnorwegen etwas darunter. Jn bejug auf Hafer sind die Aussichten richt so günstig, ünbem viele Bezirke des Ostens cinea Crirog unser mittel cebeu weben; im übrigen sind trie Aussichten etwa w'e für Gerste, Von ŒÆxcbsen wird cin Ertrag wie 1m Miiteljohr erwartet, teils au@ eiwa? webr, vorausgesett, doß die Ente git vonstatten geht. Die Kar tof n lassen si üterall gut an, mit Ausnahme von ein- ze!nen Te len vor #crotanbs uïnd Tronid Amt, wo die Aussichten «16 woéri.er gut bezeint werden, An Wisifinnmaiken deut n die Anden auf etn Mitteliahe, in Offinnmarken dagegen hat Naht- reit de Kartoffein vzrdorden. An vielen Stellen ist Treckcn- fäulnif6n den Ka1toffela au*getielen, und hält die rauhe Witte- ring cn, so i zu befürchier, daß sie vm si greifen wird. Die Rüben haben s\ck@ gut erbolt und es ist jeßt unzefähr im ganzen júdliden Tet! de€ Landes Nu:siht cuf elne PViitielernte yorhanecen. Im Nordre Traicdhj:nmis Amt sind die Autsihten gut, zum Tell fbr gut, während si- h! Nordnotwegen duichweg weniger aut find. Der Eitrag aus dem Weider- und Senaenbetrieb dürfte vert einea Mitt-ljrhres ea!spreen, achdem }) die Weiten inzwiscken gut aholi kaber. Obst, Vea Acpf:ln wi:d eine Mittcle1n:e e:-

“4%

wartet, von Birnen dagegen kaum eine solhe. Kirschen haben an den meisten Stellen eine mitilere Ernte ergeben, Pflaumen etwas darunter. Die Beerensträucher haben überall gute Frucht getragen. Das Gemüse steht andauernd ziemlih verschieden, tm aroßen und aanzen dürfte der Ertcag dem eines a Ee Ices entsprech2n. (Berlchr des Kaiserlichen Generalkonsulats in Kristiania vom 7. September 1917.)

Theater und Musik.

Deutsches Theater. :

Als im vergangenen Winter Geora Büchners Drama „Dantons Tod“ zum ersten Male im Deutschen Theater auf- g'führt wurde, feblie noch Alexander Moisit, der für die Rolle des Darton autersehen war. Ferdinand Bonn vertrat seine Stelle. Nun {st Mos, te: rach mannizfahen widrliacn Schick- falen tn den O'fiztergefanaerenlazern Frankreicks a!s Austausd- gefangener über die S{weiz glúcklih belmgekebrt ist, seit Sonnabend wieder an der Kunstsiäite tätig, von der seln \chau\piletiher Ruhm zuerst ausging. Ec spieite jeyt zum ersten Male dea Dantcn, eine Rolle die was man als wchsltuend eapsand“ feine Gelegenheit Hbtetet, ihren Träzer wähß-end des Ep“ 18 besonders autzuizihnen, so daß alle perssuliher Kundceburg-n für Moissi bis ¿um Schluß aufgespart blieben. So ftörten fie das Kunstwerk nicht und waren darum do niÞt ménver türmisch und berzlih. PDèoisfis Danton i} seiner ganz'n Anlage nach zarter, hwermüt!ger, vergeisttgtcr ais der Bonns; aber im Auszdruck der Leidenstaft war er getiern ritt weniger kraftvol und wirfte unmittelvarer, weil er ch natürlicher und nit tm mindesten pathctisch gab. Den Höbepunk1 erreibte der Künstler tn den Ver- sammiunçsszenen, wo dos Wort mit feuriger Beredsamkeit von seinen Liypen floß. Im übrigeo hat fich A der Neubeseßung einiger Rollca das Bild der außerordenilich fesselnden Gesamtauf- führurg nit verändert. Die Damen Fein und Welker, die Herren Decartt, Ha1tmann, Bergen waren die Träger der anderen Haupt- rollen.

Das Deutsche Opernhaus in Charlottenburg versendet jezt szinen Gesamiberiht üûüber das nunmehr fünfjährige Bestehen dieses Opernunteraebmens. Veit Mozart, Beethoven und Weber wurde die Sptelzeit 1912/13 eröffnet, Wagners . Patsifal® be- ¿eichnete den Neujah1ttag 1914. Bis heute fanden ftatt: von „Pa: sifal“ 77, von „Fidelio* 74, von „Figaros Hochzeit“ 64, von „Oberon“ (Vearbcitung Geora Hartmann) 52 Aufführungen. Lory n3s „Waffen- \{mied® enthr 47, „Undine“ 45, Nicolais „Lustige Weiter von Windsor“ 43, Halevys „Jüdin“ 43, Smetanas „Verkaufte Braut? 43 Viiederholurgen. 50 bis 70 Aufführungen erreihten „Martha“, „Tanrhäuser*, Lohengrin", „Die M-iste:finger" un» „Der FreisckÜüh“. In dec Spilzeit 1916/17 hatte Mozarts Over „Die Entführung aus dem Serail“ allein 38 zumeist ausverkaufte Häuser. Vori neu- ¡eiligen Werken haben d’ Alber18 „Ttefland®“ und setne „Toten Augen* cine besondere Anziehungskraft ausgeübt. Jn dem zuletzt ge- nanuten Musikdraina, das in etner etnzigen Spielzeit 28 mal gegeben wurde, waren Milcerungen wie Ergänzurgen (die von dem Tondichter gebilt{gt wurden) zu verm1ker. In dea Sommersptel- zeiten, Noti endigkeiten der Kriegtjahre, wurde auch die Operette ge- rfleg?, wohl veritanden, nur d'e „flaisiihe". Die Aufführungeziffern find folaende: „Beccaccio* (71), „Fledermaus* (65), „Bettelstudent" (64), „Zigeunerbaron" (40); „Nanon® von R. Genée, vor dretkig Zuhren ein Zuaf: ück, darin beinahe verschollen, hatte 29 Aufführuagen in den leßten Sommermoraten.

Im KöntgliGen Opernhause wird morgen, Dienstag, „Figaros Hoheit" mit den Damen Dux, Engell, Marherr, von Scheele-Müller und den Herren Brontgeest und Siock ia d-n Hauptrollen aufgeführt. MWeusikalisher Leiter ist der Kapellmeister Vr. Stied1y. Anfang 7 Uhr.

Im Königlichen Schauspieähause wird morgen Hans Múllers Schauspiel „Könfge“ mit Frau Shlüter und den Herren Clewing uvd Kraußneck in den Hauptrollen gegeben. Spielleiter i)1 Dr. Bruck. Am Freirag, den 21. d. M., gebt zum ersten Male das Lustspiel „Logik des Herzens“ von Frarz Blet in Szrne. Die Damen Cofte, Letéler, von ‘Mayburg und Schlüter, die Herren Ehrl?e, Gihholz, Keppler, von Le: ebur, Sachs, de Vogt und Zimmerer werden in den Hauptrollen beschäftigt sein. Die Spielleitung hat Herr Patry.

Verkehrswesen.

Der Holibunger der russis%en Eisenbahnen. Es war immer éire der auffälligîien Besordei heiten, die dem NReitenden benn UVeberschreiten der russis{hen Grenze ins Auge fi:l, auf den ersten ru\\s{hen Bahnböfen die Tenter der Lokomotiven niht mii Kohler, icndern mit Holzscheiten bepocki zu sehen. So wie sich die Entwick- lurg der Eisenbahn in Deu!shlond vollzogen hat, e:scheint es uns als eine Unmö,lihkeit, eiwas a deres als Kohle, allentalls Briketts zur Heizurg von Lokomctiven zu ve: wenden. In Rußland aber wäce die Verforgyrg der Babnen mit Kohle in größerem Maßstab auß-r- ordentlich \ckwierig uud viellei&t unmö, li, da das weite Gebiet nur in verhälinismäßig wenigen uvd b:schränklen Bezirken, die roh nicht einmal în der Mitte tes Landes gelegen sind, mit abbauwürdtger Koble auktager stattet ist. Dazu kommt, daß auch die Entwicklung des ru\sis@en Steinkoblenbergbaus noch viel zu wünschen übrig gtlafsen hat. Da nun Rußland a»ch jür die Einfuhr cu„lisher Kohle nah den Osiseetäfen {on in F1tedenszeiten nicht besonders günstig gestellt war, so taß diese E'nfuhr nur für die nabe g:lecenen Ge- bie!e auéreihen fonnie, so war die Eisenbahn immer zum grefen Teil auf Lol¡jseuerurg angewiesen, besonders im nördlichen und ösilihea Raßland und aud auf der sibirishen Bahn. Im Kriege hat \sich der Holzverbrauß der Eirsenbahn natürlich noh bedeutend gellcigert, da die englis@e Kohleneinfuhr ganz zum Stillsland gekommen iß. Seitdem müssen alle Eisenktahnen, die von den südrvssishen Kohlerlagern zu weit ertfernt sind, mit Holzfeverung betrieben wrden. Daß dieser Zustand für ten Be-ttand der ru‘sishen Wälder immer verhängnitveller acworden ist, lehrt eine Mit- teilung dcs Neuen Orien18, wonach der Holzverbrauch de: russischen Bahnen im leyten Jah1e fast 25 Millionen Kub'kfaden beziragen hat, für das nächste Jahr aber not eine wzitzre Verdopplurg verlangt. Dobei ijt noch besonders der gr-ßen Schwterigkeiten zu gede: ken, bie e He Beschaffung und für die Anfukbr dieser ungeheuren Holzmassen eslehen.

Munnigfaltiges.

Der am 15, d. M, in Danzig vom Stapel gelaufeue Große Kreuzer hat, wie ,W, T, B.“ melcet, den Namen „Graf Spee“ erhalten, Die Taufrede hielt Seine Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen, Die Taufe wurde von der Witwe des gefallenen Admirals, der Gräfin Spee, vollzoge::.

Im Königlichen Botanishßen Museum, Berlin-Daßlem, Köntgtn-Luise- Straße 6/8, findet ei:e Pilzausstelluna vcm Mitt- wech, 19., bié einschließli Sonntag, 23. Se: ptembor, täglih von 10 his 6 Uhr, statt. Der Eintritt ist uventgeltl:ch. Erläutecnde Vor- träge hált Dr. Uibrid Mitiwoch, 5 Uhr, Dounersiag und Freitag, 12 Uhr, Sonnabend, 5 Uhr,

Die Mitalieder des Stiftung8vereins der Waisen- versorgungsanstalt für die Pcovtnz Brandenburg in Klein Glieniccke werden zu der auf Montaz, den 5. November 1917, NaŸHaita,s 5 Ubr, im Saale der Anftalt in Kletn Glienick-

anberaum:en saßungémäßigen Hav ptversau: mlung eingeladen. U:f

der Taaesprdnung ice! GBes2'f*- ynd Erztehung2beriht für das Jahr vom 1. Aptil 1918/17, ReFnungélegung für diesen Zeit-

d eventl. Erteilung der Enilaftuna, Bildung des Z E Tugleid durch Ersagzwahlen für ausscheidende itgliedaaisens \chäitliGe Mitteilungen.

Sammelt Kürbiskerne! Ang-sihts der reihen Kürbisernte in diesem Jahre wird erneut auf den hohen Wert der Kübiskerne hingewiesen. Kein Haushalt, k-in Wirtshaftsbetriebd spare die Mühe, Die relhe Autbeute aus den Kü: biskernen an Oel vnd Futtermiite!n (Oelkuchen) bilft zum Durchbalten beitragen. Die Obstkern- sammelstellen find vervyflidtet, den Sammlern 15 Z für das Kilogramm getrockneter Kürbiskerne zu vergüten.

Die Aussagen von drei |m Lufikamvf abgesGessenen engli. \chen Fliegeroffizteren ceben, wie ,W. T. B.° beriGhtet, zum ersten Male cia glavbwürd'ges Bild von den ungeheuren Ver- wüstunger, welhe diz deut'chen Luftangriffe in London h-rvorriefen. Von dem Angriff der deuts@en Großkampfflugzeuge Mitte Jul!t e-zähl-n Ke, daf eine Bombe tin das Haupttelegrapbenamt einfiel und dort aewaltige Zer örungen anrictete. Höchst empfindlih war a6 der Séa'’ea, ter durch einen Treffer in die Ban? von Angland a-rgerih'et wurde. Aber die Megi-ru1g ergriff sofort so sirenge Absperrunasmaßnahmen, daß die O-ffen!lihkeit keine Einzelbeit-n erfuhr. Besonders gewaltig waren die Verlusile in Ramsqate. Hier. wurden eine große Anzabl von Soldaten getötet, deren Nan:en dann nit în die Verlustlisien aufgenommen wurdev. Die Offiziere erzählen, daß in England allgemein bekannt set, da die Zeitungen keine wabrheitscetreuen Berichte bringen dürfen, so da nur die z:fälligen Zeuaen den wahren Sachyerhalt erfahren. Bei dem genannten Angriff wurde ein englishes Flugzeug bej Margate abgeschossen, wobei dessen drei Insassen ver- brannten. Ein anderes englisch:8 Wasserflugzeug sürzte in die See und vecsank. Im Juli erzielte ein Zeppelin bei Maraate einen Tr:ffer in einem Munitions\hupyen. Da allein der dur die Explosion hervorg-rufene Glasschaden von den Offizieren auf 150) Pfund Sterling geschäßt wurde, kann man ih un\{chwer ein Bild A

der gewaltigen Wirkung machen. Zu diesen Aussagen stimmen die

Worte eines Briefes aus London vom 26. Juli: „Du. schreibt, tak,

wenn wir noch mebr \soshe Luftangriffe haben würdea, v-n der City von London nicht viel übrig bleibt, und ih fürchte, Du hast re&t.*

Hannover, 15. September. (W. T. B.) In der Nacht vom 14. zum 15. d. M. fubr auf dem Bahnhof Vorhelm etn Eilgüterzug bei der Ausfabrt einem im NaLSbaraleis haltenden zu weit -vorgefahrenen Güterzua in die Flanke. Bei dem Unfall wurde der Padckwagen des Eilgüterzuges zeitrümmert und ein Scaffner getötet; ein Schaffner wurde shchwer, eine Hilfs, s@affnerin leitt verleßt. Der Sa®schaden ist nicht sehr groß. Eine Lokomotive und sech3 Wagen entgkeisien.

Sch molkalklden, 15. September. (W. T. B.) Am 31. Oktober wird im hiesigen altehrwö1diaen Rat hause, das aus dem 15. Jahr- bundert stammt, die Gedächtnishalle zur Erinnerung an den Shmalkalder Bund eröffnet werden. Lte Halle wird etwa 20 Delbilduisse der ehemalizen Bundesfürsten und Vertreter der Städte, wie der großen Gotte3cel- hrten der Zit und 30 Wapven der Bund-s\tädte vereinigen. Die Bi!dr!fe sind von den fürsilicken NaSfommen der ebemalizen Bunde8mitgliever sowte von Provinzer, Städten usw. oefliftet word:n, die tn Holz g-\{:igten und gemalten Wappen sind Senkungen der betreffenden Städie.

London, 15. September. (W. T. B) Laut Meldung des „Reuterschen Büros" ist ein Zua etner Lagereisenbahn in Yorkshire umgestürzt. Fünf Mann wurden getödtet und ungefähr 100 verletzt. /

„Eyening News“ betrnerkt anläßlih des Beiihts aus New York, daß eintge Mühlen wegen Mangels an Weizen den Betrieb eln- stellen m"fiten- Dics ift eine Tatsocbe, deren Bedeutung die Be- wohnz?r dieser Insel ricktig fassen müssen. Der Weizenwrrangel in Amerika muß die Einfubr in England beeinflussen. Sparsamkeit mit Brot muß j26t das Losung2Wwort sein.

Mailand, 15. Sepfember. (W. T. B.) „Secolo® mes…dek aus Parma: În veraangener Nacht stießen vor der Station Borgo San Domino zwei Güterzüge zusammen. Acht Personen sind tot, 28 verwundet. Dasselbe Blatt \hr-ibt aus Padua: Ein beftiger Wirbelsturm verwüstete die Gemeinde Villa dek Conte. E'nige Häuser sind eingestürzt, die Bewobner unter den Trümmern begrabend. Die Trquben- und Maisernte ist verloren. Der Schaden ist sehr beträchtlich. A

ortsezung des Nichtamtlichen in der Zweiten und O Dritten Beilage.) d

V

Theater.

Königliche Schauspiele. Dienstag: Opernhaus. 193. Dauer- bezugsvorstellung. Dienst- und Freipläte sind aufgehoben. Figaros Hochzeit. Komiihe Oper in vier Alten von Wolfgang Amadeus Mozart. Text nah Beaumarchais, von Lorenzo Daporte. Deutshe Ueberseßzurg dur@ges-ben von H. . Levi. Muñskkalishe Lettung: Herr Kapellmeister Dr. Stiedry. Spiel- leitung: Herr Bachmann. Anfang 7 Uhr.

S& E „106, Danetbelngnerbelang Minige. fia auspiel în drei Aufzügen von Ha üller. lleitung : Dr. Bruck. Anfang 7 Uhr. B Va its

Mittwoh: Opernhaus. 194. Dauerbezugsvorstellung. HDoff-

mauus Erzählungen. Phantastishe Oper in drei Akien, einem

Prolog und eivem Epilog von J. Barbier. Musik von I. Offen-

N 7# Uhr.

Shavsvielhzus. 196. Dauerbezugsvorstellung. Kyritz - Pyrits, Alt-Berlioer Posse mit Gesang und Tan n 3 Aufzn en e Bildern) von H. Wüken und O. Justinus. Mußk von Gustav Michaelis. Anfang 7F Uhr.

d

Familiennachrichten.

Verehelicht: Hr. Leutnant Wolf Wolframs mit Frl. Marga Sunge Qltorg: Elbe) E

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Bernhard von Brigke (Groß-' dammer, z. Zt. Frankfurt o. O.).

Destorben: Hr. Detlef von Restorf - Rosenhagen (Rofenhagent i, Meckl.). Hr. Leutnant Ceslaus Graf Strachwiy von Groß ZzuDe und Camminey (Breolau). Fr. Marie von Carnap geb. von Schmledeberg (Kl. Mutiish bei Obernigk).

E}

Verantwortlicher Schriftleiter: Direktor Dr. T yrol, Charlottenburg»

Verantwortlich für den Anzeigenteil : Der Vorsteher der Geschä echnungsrat Mengering in Berlin.

Verlag der Geschäftsstelle (Menger in g) in Berlin. ¿ Druck der Norddeutschen Buhdruerei und Verlagsanstalt, l Berlin, Wilhelmstreße 32. j A Sechs Beilagen | sowie die 1627. und 16028. Ausgabe der Deutschen Verlunili e 4, |

M, +

Erfte Beilage

zum-Déutlshen Reichsanzeiger; und Königlich Preußischen Staalöanzeigets M [917.

M 221. Amtflicjes.

Deutsches Reih,

Auf Grund der Bekanntmachung über die Errichtung eines Kriegsernährungsamts vom 92. Mai 1916 (R.G.BVl. S. 401) werden nachstehend Zusäye und Berichtigungen sowie der I. Nachtrag zum Verzeichnis der anerkannten Saatgutwirtshaften, der Priginalzüchter und Vermehrungsstellen (Deutsher Reichsanzeiger Nr. 195 vom 17. August 1917) im Sinne der §8 4, 9 der Verordnung vom 12. Juli 1917 (R.G.Bl. S. 609) zur Veröffentlihung gebracht.

Eisenbahnstation | Die Anerkennun

Wohnort ersireckt si au

4 Name Stand

Zusätze uud Berichtigungen.

Königreich Preußen.

Proviuz Ofipreufteu. Regierungsbezirk Königsberg.

1| v. Eben. fa: Ver- Eb : ae P tür F. e BEE D n. v. Lohow-Petkus

(| Or. v. Rose Döhlau Zusay: Weizen,

Roggen.

Proviuz Wesipreufeu. i : Regierungsbezirk Marienwerder. 24 | Riemann | | Gr. Gary | Zusay: Sudkau.|

Provinz Braudeuburg. v. Arnim. Zusatz : zugleich | Krö@lendorf Vermehrungöstelle für )

v. Arnim-Lüßlow

v. Arnim u. Wolf Pebengüsiow v. Buch Carmzow Zusatz : Brüfsow,| | Löluitz, Prenz- lav, Sihdner- mark. i

Zusatz: Erbsen.

4 : zuglei del : Æ oge dueti gean pa dey: de

Bethge o Schalkens-

1 Leben : v. Bcühlshe Verwaltun Vermehrungsftelle f. Loh- maun - Weende. Zusay für die Güter: Kohlo, Datten, Kummeltiz, Gulo und Sacro.

Colsmann

. Eid L : VBermehrungästele Fraue se Herzfelde

v. Freier. Zusay: Ver- Hoppenrade mehrungsstelle für F. A tepha C tègie Beri@htigung: | Berichtigung:

Gans Edler Herr zu Putliy. lau: g :

t : V ° Gr. Gr. Pankow. wagt für d: v. E, Ginolas Fredersdorf

Unden Berichtigung : de i “g

: lau, : ¡ Zusag: Lügßlow Zusab ¡Be lau Zusay: Erbsen burg U.-M.

Zusatz: Kreuz- | Zusay: Welzen. krug

n „Stras- u ot

A Lüßkow say: Löcknit, )| Junge : Dipl.-Landwirt blo Sisag: L dais, Junge Wendtsbof v. Karstedtshe Verwaltung. Freytdorf

R Vermehrungs- efür Thiele-Kuckudcks- gui b Gandern Klein Gandern Zusab E F. v: Lohoy Petkus Zusa Eee

ickden- dorf, Dahme

(Mark). : Lucken- Sard: Sniden-

Zusaß ; Prenzlau, rg

Zusay: Bohnen.

Be Gacaie e zosen alp JEE e für i dorf, Dahme |

. 9 Lochow-P )- (Mark). : Müller a Sarkow __| Zusay: Bohnen. | Neßow, Gutsverwaltung Neyow Bree lena: Nebuit-Slasow; Gutsver- Nehniy-Glasow reiberr 6. Rheinbaben. Deuisch Sagar

: N elle für Aefermann-

lba

von Sa lviatl, Berihti- Trebus nag: ermehrun eue e Mittergut Wblow

S oetelle ite ermeyrun

Rittergut Lüßlow

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Zusatz: Erbsen.

Carlshöhe

l ' Stetgeri uad: Ver-. Wardin me tungs e für Stet- ger-Leute / a E s ; h ung: Stolpe, Güterdirektion | Dobberzin Stolye, Güterdirektion emédor „Trossin, Gutsoerwaltung Trossin Wendland y ‘f Kraaÿ Frau v. Wiuterfeld. Zu- say: Vermehrung#stelle für y. Aruim-Cilewen

Berlin, Montag, den 17. September

Name

| Stand

Wohnort

Eisenbahnstation

Die Anerkenn erstreckt sich au

y. Diest. Zusaß: Ver- mehrungséjtelle für F. v. Lochcew-Petkus

Meßner

v. Oppensfeld - Reinfeld. Zulas.: Vermehrungs- telle für F. v. Lochow-

tfus

e Schick. Zusay: Ver- mehrungsj:elle für K. K. v. Lochow- Lübniy Schwabe. Zusay: Ver- mehrungéstelle für v. Kalben-Bienau Tangermann. Zusag: Ver- mehrungsstelle für F. v. Lochow-Petkus Wilde. Zusay: Ver- mebrungssielle für v. Arnim - Criewen und Jäger-Kön endorf

Hafemeifter

28 | v. Hagen. Zusatz: Ver-

mehrungsstelle für F. v. Lechow-Petkus v. Hagen. Zusay: Ver- mehrungssielle für F. v. ohow-. Petfkus v. Kameke

Nkcolai. Zusag: Ver- mehrungsstelle für Hetl- Gelchöheim

y. Oppeafel». Zusag: Vermehrungöstelie für

. v. Lochow-Petklas

v. Offeroth

S@hlote. ta: Ver- mehrungs|\t lle für F. v. Lochow- Petkus

Berichtigung: Alt Bialcz |

Bardt. Zusag: Vermeh- auge für F. v. Lochow-Petkus

v. Bork. Zusay : Ver- mehbrungsst:lle für F. y. Lochow- Peikus

Friederici. Zusay: Ver- mebrungsstelle für F. v. Lohow-Peikus

Gerstenberg. Zusay: Zu- gleih Vermehrungsstelle für F. v. Lochow-Petkus

Förster. Zujoz: Vermeh- rungsstelle für Jäger- Könkendorf

Hildebrand

u 5 Ver- De beangesicle für F. y. Lohow-Petkus v. Lekow

usa: Vermehrungsstelle

3 e. v. Lochow-Petkus Roggen) und Cimbal-

Frömsdorf (Wetzen)

v. Przyluski

v. lusfft v: Snanicei

61 Frey

Heer

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Proviuz Pommeru. Regierungsbezirk Stettin.

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Clausburg Bernhagen Keackow

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Passenthin

Reinfeld

Strellentia Charlotten hof

Provinz Posen.

Alt Bialcz Lubosh “Dombnonte Georgenhof Gernheim Brontikowso

Kleschewo

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Lekow

usa: und 3 Glúuski Lagiewniki. Zu- sas: ars oszyce und

etzenau Siarkceee SZarontiy

Provinz Schlesien. bezirk Breslau.

Brandschüy Prieborn

Ndr. S(hlaube Gr. Buts(hkau Camnigy

Neuhof Negierungsbezirk Liegn

etersdorf

berlobendau Ober Prausnißz Kl. Schwein

Rüdersdorf Kroishwiß

Mittel Girbigs- dorf i Vapnguer T

werk un Gölschau

| Schduwaldau j

Großenborau

Bertitigung : Pytrig

: Grei- M7 Alt- damm u.Pyrig

Regierungsbezirk Stralsund.

f H M o Toebort äe: merow

Regierungsbezirk Köslin.

sat: Thunow, Bts ir

u. Lanz

Presseu.

tin Zusatz : Ketsh

Zusag: Grum- meundorf und Warkotsch

p.

Zusaß: Kosendau

Zusatz: Goddentori

Alt Bialcy, Zu-| say: Drt 4

Zusaß e Kurnik

Zusay: Montwy

Zusab: Roggen.

‘güsaÿ: Wehen,

Zusaß: Weizen.

Zusay: Roggen, anen

zu Bohnen.

usaz: Gerste. ujay: Roggen.

ju streidhen: | Zusa: Wehen, zue ftreichen : Erbsen.

N flrelihen: Gersis

ju streichen: Hafer.

l rgiddh 1 reib: Erbsen, Zusay: Bohnen,

zu streichen : Ea