1917 / 232 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Wien, 28. September. (W. T. B.) Aus dem Kriegs- „wird gemeldet: Am 27. September Abends unternahmen italienishe Flugzeuge Angrisse auf ‘Parenzo und Pola. Es wurde keinerlei militärischer Schaden angerichtet; viele Bomben fielen in die Ses. Der Angriff war s{<wäcer als die früheren. Zur gleichen Zeit griff eines unserer Fluggeshwader die Ballonhalle von Jesi bei Ancona an. Sie wurde dur Volltreffer zerstört. Ein in der Halle befind!ihes Luftschiff explodierte mit hoher Stichflamme.

pressequariier wird

Bulgarischer Bericht.

Sofia, 2W. September. (W. E eptember. (

Mazedonische Front. Auf der Tschervena Stena

und auf dem Dobropolje ziemli

Die E wurde urs m

Dojran mehrere Feuerwirbel.

der unteren Struma Patrouillengeplänkel. Rumänische Front. Bei Mahmudia Gewehrfeuer. | angaben

Oestlih Tulcea zwischen den Dörfern Prislava umd Parita

lebhaftes Artillerie-, Maschinengewehr- und Gewehrfeuer.

Der Krieg zur See.

Verlin, 28, September. (W. T. B.) Jm Sperrgebiet um England wurden dur<h die Täligkeit unserer U-Boote wiederum 22000 B.-N.-T. versenkt. Unter den ver- der bewaffnete englische Dampfer „Queen Amalie“ (4278 t) mit Fiach3 von

f nah England, zwei tiefveladene Dampfer, davon einer bewaffnet und englischer Nationalität, ferner die franzö- | durhgesebene Auflaze herausgegeben, von der ein Teil als Filbposi- auggabe in zwei leiten, haudilhen Bänden bergest.llt wurd-. dem wertvollen Buch cir e weite Verbreitung zu vecshaffen, ist der Preis der Autgab: in Pappband auf 3 6, in Leinen auf 5 é feft

nichteten Schiffen befanden sich Acchangels sishen Segler „Blanche“ und „A

leßtere drei unter Sicherung fuhren.

| rmorique“ mit Kohlen. für Frankrei<h und der russishe Segler „Meeta“, welh'

Feuer verjagt. Südlich

Der Chef des Admiralstabes der Marine. | 9lebk.

ki:hlihe Statistik, tas H Werlagshandlvng in Freiburg

holurgen zu vermeiden, lisSen Kirche in Deut!

Literatur.

Von tezu Kir&1ien Handbuch für das katholii>e Deutschland nebst BVitteilungen der amtlichen Zentr . A. K.ose, 8, I, herautgibt | t. Br.), Liegt der 6. Bard für 1916/17 vor (geh. 8 .@). Der vorliegeaite Gahrgany ist nah den bewäbrtea Girundsäpßeu, die bei der Bearbeiturg und Anortnung ber voa-L- gegangenen maßgebend waren, ab „efaßt. nen etnige praftisde Aenberungen vorgenommen ; so wurden, um in der 7. Abteiluna über die Organisation der katho- <land die bisher üblichen Angaben über die Diszesaneinteilung und Didzesanstaztistik fortgelassen, da sie aus den 9 Mitteilungen der amtlihen Zentralslelle für kirchliche Slatisüik in der T. B.) Generalstabs- | 5, Ableilung e:si&tiih sind. Dagegen wurden die Angaben über die Ortdensgenossenschaiten canz in die von der Zentralslele be- j abeitete 7, Abteilung berübergerommnen und so umgesta An der Moal : lebhaftes Aritilleriefeuer. fai Vell ane E über 2 A a er oglenagegen örunas L i indli einzelnen Orden£genofsca\haft in dea etnzelnea Widze]en, : n SLatinglenor. „Que „ferde “s Ld fer Medea Ne s Zahl he 1B E A die Adressea der Seneral- und Provinzialodern sowie die der ein Vardartale und an Niederlassungen sind avs dem Verzeichnis ersihilich. Au die 4. Ab- teilung (die fatholisd e Lea “1 find hier einheitlich zusammengefaßt und zu einem Gesamtbilde verarbeitet, das die Gluwirtungen des Weltkxteges auf die Mission klarleat. Die Lage der Missionen in den deutsden Schutzgebieten und die Stellung der Missionare in fiemden Gekteteu wurden dabet besonders bervorgehcbden. Die Abtei:nng 8 (Konfelsions- statifiik und kirhlite Stauistik) enihält eine größere Abhandlung über die kutholiiGe Diaspora Deutschlands, ihre Ausdehnung, die religlö3-sitilihen Zußände in der Diaspora und über die Abhilfe der Diasporarot dur) den Bonifazlusverein. Hinzugekommen ist auh cin Abschnitt über die G:halte- und Persioneverhältnisse der katho- lisGen Geistlichteit.

Die Teutshe Verlagsanstalt in Stultgart hat von Friedrich Theodor Vtischet8 bekanntem Romaa ,

a:st¿lle tür (H-rdersá

MNtibtsdestoweniger siad im einzel-

itet, daß sie

ist umg-{i1altet. Die Einz:1-

Auch Etner“ eine reue,

Statistik? und Volkstvirtschaft.

Zur Acbeiterbewegung. Nab einer vom „W. T. B.* wiedergegebenen Meidung der Lyonec Blôêtter aus Paris, wurde am 27. d. M. zöfifGen Flugzeug'abriken info'ge der Lohnstreitigkelten die

Arbeit niedergelegt. Der Vermitiluvgsversuh der Regierung > Ut gescheliec). Die Regzieruug ist weiterhin bemüht, die Zwistig- A M ada L A E A v

kcitea b:izulegen.

„Gentral News" meldet „W. T. B.° Francisco, daß die 25000 ausständigeu Arbeiter der Sc@Hitfowerften am Stillen Ozean die Arbett wieder auf-

genommen hazen.

Kunst und Wissenschaft.

Das Kuünstgewerdemuseum veranstaltet im Oktober und November zwzi Reihen öffentliGec Vorträge: Dient1ags, Abends 8 Ukr, wird der Piuivaidozert Dr. Oskar Fithel üb-r deut]he Kaiser uvd thre Kunstpfleze voa den Oitonen bis zum Wiener Kongreß, Freitags, Aberds 8 Uhr, der Direktortialassiflent Dr. Hermann S<hmiß

begirinen im großen Hörsaal des Museums, Vetnz Albre&t. Straße 78, o, am 16, bezw. 19. Oktober und werden dur< Lichibilder und

Vorführungen erläutert sein.

I B gegan

Lustspiel „Eine glü>lihe Eke, die nur dann glückli

i DTheater nud Mufik,

Kammerspiele des Deuts<hen Theaters. Im Kammerspielhause wuzte am Donnersíag Peter Nansens in allen fran e EChe* wieder in der Sptelplan auf- * | genommey. Der dänisde Lichter scheint in sener Schilderung einer < ist, wenn der Dritte im Bunde nitt

Im KönigliGen Operuhause wird morgen, Sonntag, „Aïda* mit den Damen Kemp, Leisver,. den Herren Kirchner und über das deuts&e Kunstgewerbe um 1800 \préhen. Die Vorträge | de Sande in den Hauptrellen aufgeiuhrt. Den Amorasro singt der Aönialih bulqaiis<e Sänger Atexandér Kiaew tou der Hofcper in Scfia als Gast. Der K. und K. Kammers@Fger Leo S von der Hofoper in Wien wird auf Einladung der Seneralintendantur

O j / fd M E der oulevands1üde zugunsien elnes feineren Humots u zufolge aus San | fintgeren Zeichnung ter einzelnen Sestalten. \plelte, wie bet der Exrftauf|ührang vor einigen Jahren, die weih- lige Hauptrolle der jungen Frav, dîe launenhaft ist, sobald sie fih | langweilt, gewandt und lieber8würdig und Hxns Waßmaun thren gut- müticen, etwas cinsältilgen Ehemann mir Otto Gebühr als Hausfreund und Hermann Thimtg als dessen mut- maßliger Nachfolger ergänzten mit vornefflihen s<hau|pielerishcn Leistungen das gute ‘Zusammensptel.

I eManna Terwtn

urüdhalteudem Humor.

der Könicli>en S&ausplele im Monat Oktober eîn dre! Gostipiel arben, vnd par am 3. Oltober in „Otello*®, am 6 „Tannb&äuser* und am 29. als Natames tin „Aïza".

Im AKöntgliccen Schauspielhause geht morgen di, Posse „Kocty - Pyriz* in Siene. na grögtren Rollen sind die Damen Cone, Tota, Heieler, von Mayburg, S<lütec le Herren Boellchecx= C:hholz, von Ledebur , Müblhcfer, Patre, Sachs und BesPÞermann beshäfilgt. Spielleiter i Dr! Brut, musßikalisher L. iter: Professor Hummz:l. Singeleitet wird der Abend dur das kleine Scherzspiel „Stahl und Gold“, daz Leg Letpziger azxläßlih der Werbung für die Kriegsanlelhe geschrieben hat. Das darin gesurgene Lied hat Paul Li»>ke vertont, der die musikalise Le!tung gastweise übernehmen wird. Die Vorstellung beginni um 7 Uhr.

Wann:igsaltiges.

Auf der Tagesordnung der vorgestrigen Siß ung der Berliner Stabtyerordneren stand der voin vo1be1aienden Ausshuß stellte und von dem Stadtv. @ronewald begründete Antrag auf unveränderte Annahme der Magistraisvorlage, betreffend die Erhöhung deg Gaspreises dur die städtishen Gatwzrke von 16 Z auf 20 J súr das Kubiklmeiec usw. Hierzu lagen wehrere Abänderurgsanträge vor. Ueber dice Voilaçe, die zu längeren Eiörterungen fübrte wurde zum Teil namentliH abgeitimmt. Die Abstimmung ergab zunähst die Ann2hme eines Aatrages, daß die Grbôöhurg des Gaepreises nit vom September, sondern vom Ottoter ab eintreten sol. Im übrigen wurden alle Aväpoderungg anträge abgelehnt und die Vo1laze angerommer. Etne Vorlage, be- tri ffend die Gewährung von Teuerungs8zulagen neben den Kriegk, zulagen an Beamte und AngesteUte, wurde einem AussGu}e zur Vor, deratung überwteser, na<hdem MRedner aller Fraktionen in sehr autgedehnten Reden auf ibre Einzeiheiten etugegangea waren. In vorgerü>ter Aben: stunde bewilligte die Veriammlung auf Antrog des Magistrats eine. Spende vou 100000 4 aus Anlaß dez 70. Geburtôtages des Generalfeldmars<halls von Hindenburg, d'e dur< Vermltilung der „Hindenburg-Gahe* dem Feldmarschall dargebradt werden cll. Ferrer wurde Beicblofen, am GBeburtstace Hindenbur, 8 am Hindenburg-Denkmal in der Stegetallce eine musikalische Feter zu veranstalten.

„Bei unserm Hindenburg“, der bereits angekünd:gte Lt bildervortrag Paul Lindeabergs zur Vorfeier des Geburtstazes des Feldmarschallz, findet morgen, Sonntag, Abends 74 Uhr, im Ober- lihtsaal der Philharmonie statt. Karten zu 3,2 und 1 4 fiad an der Abendkcsse zu haber.

Im Wissenshaftlihen Theater der „Urania® wiß, wte bereits angekündigt, der Direktor Franz Goerke auläßlih des 70. Geturi8tages Hindenburgs am Dienstag, Abends 8 Uhr, einen Vortrag über „Dle Bejreiuvg Oslprevßens* halten. Der Vortrag wind ain Mittwo<h noH einmal wiederholt werden. Morcen fowie am’ Donnerstag und Freitag wird der Vortrag „Das Oberengadin und der Splügen" gehalten, und am Montag und Sonnabend wieder- bi lt noŸH eiamal Dr. Pohle seinen Vortrag „Die Einnahme von Nriga*. Außerdem findet am Sonntag eine Wiederholung des Vortrags „Thol einst und jet" zu kleinen Preisen stait.

Koblenz, 28. September. (W. T. B.) Die Stadt Koblenz geno den Generalfeldmars>all von Hindenburg zum Ehren- ürger.

amburg, 28. September. (W. T. B.) Aus Anlaß des 70. Geburtstages des Generalfeldmarschalls von Hinden- durg teshl¿ß der Senat, diesem das Ehrendürgerrecht der Stadt Hamburg zu verliiben. Die gemeinsame Beschlußfassung mit der Bürgerschaft ersolgt Montog in besonderer Sitzung,

(Fortseyung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

Theater. Königliche Schauspiele. Sonntag: Opernhaus. 205. Dauerbczug8vorstellung. Dienst- und se sind aufgelßoben. Zum 200. Male: Lid Aften (7 Bildern) von G. Verdi. Text bon Antonio Ghislanzont, für die deuts Bühne bearheitet von Julius Schanz. Musfikalische Leitung: Herr Kapellmeister do1 Strauê. Sptelleitung: Herr Odver- \ptelleiter Droesher. Ballett: err Ballettmeister Graeb. Chöre: Herr Pro- fessor Nüdel. (Amonaso: Könizlich buk- gartsGer Sänger Herr Alexander Kraew von der Hofoper in Sofia als Gast.) Anfang 7 Uhr.

Schauspielhaus. 297. Dauerdezuasvor- stellung. Dienst- und Freipläße sind auf- eboben. Kyritz-Pyritz. Alt - Berliner osse mit Gesang und Tanz in drei Auf- D Bildern) von H. Wilken und

ustinus. Musik von Gustay Michaelis. Mustkal. Leitung: Herr Profcssor Hummel. Spi-lleituna: Herr Dr. Bru>. WBorher: Zur Werbung für dte 7. Kriegs- anleibe: Zum ersten Pèale: Stahl uud Gel» Zeltbild fn Versen in einem Aufzug von Leo Leipziger. Musik und Orcheitecbegkleitung: Herr Paul Linke. Spfleilettung: Herr Oberspielleiter Patry. Anfang 7 Uhr.

Montag: Opernhaus. 206. Dauerbezugs- vorstellung, Dienst- und Freipläße sind ausgehoben. Ein Maskenball. Oper in drei Akten. Musik von Giuseppe Verdi. Mußkalische Leitung: Herr Kapell- melster von Strauß. Spielleitvng: Herr Bachmann. Cbôce: Herr Professor Nüdel. Anfana 74 Ubr.

Schauipielhaus. 208. E 8M

„Uung. Logik des Herzens. Lust|xiel

in - dret Aufzügen von Franz Blel. Spfelleitung: Herr Oberspielleiter Patry. Vorher: Zar Werbung füc die 7. Kriegoanleibe: Stahl und Gold Zeltbild in Versen in eincm Aufzug von So Leipziger. Musik und Orchesterb-glet- tung: Herr Paul Unke. Spielleitung: Herc Oberspielleiter Pairy. Anfang 7} Uhr.

Opernhaus. Dienstag: Zum ersten Male: Rappelxopy. Mittwoch: Otello. Donnerstag: Rappelkopf. Freitag: Der Troubadour. Sonn- abend: Taunhäuser und der Säuger- krieg ouf Wartburg. Sonntag: Neppelkopf.

Schauspielhaus. Dienstag: Colberg. Mittwoch: Doktor Klaus. Don- neo, E a toria Veith und

old. Freitag: r riß. Sonnabend: Die Rabeunfsteineriu. Ei1ahl und Gotd. Sonntag: Könige.

a. Oper in vier | D

Deatsches Theater. Sonntag, Na>- mittags 24 Uhr: Zu klieinen Preisen: Die deutscheu Kleiustädtex. Abends 7 Uhr: Der lebende Leichnam.

Montag und Donne: stag: Dautens

od.

Dienstag, Mittwoch und Freit1g: Der lebende Leichuam.

Sonnabend: Faust, erster Teil.

Kammerspiele. Sonntag, Nachuttttags 24 Uhr: Zu kleinen Preisen: Minna vou Baru- helm. Akents 8 Uhr: Eine glüd>- licve Che. Montag: Das Koxazert. tenstag und Sonnabend: Fasching. Mittwo<h und Freitag: Eine glüc@- lide Che. Donnerttag: Der Vater.

Volks8bühne.

CTheater am Vülowplatz.) (Untergruundbahn Schönhauser Tor.) Sonntag, Nachuillags 3 Uhr: Zu

fleinen Preisen: Dcr Bidezvelz. Abdeads 75 Uhr: „Nathan der Weise. s und“ Donnerstag: Was ihr olt. Dienstaa: Lumpeugesiat el, Mittwoch: Nathan der Weise. Freitag: Hedda SGab!er. Sonnabend: Othello.

Berliner Theater. Sonntag, Nach- mittags 3 Uhr: Zu ermäßigten Preisen: Filmzauber. Abends 75 Uhr: Die toLe Komtes. Operette in drei Akten bon Rudolf Bernauer und Rudolph S>anzer. Mußk von Walter Kolo.

Montag und folgende Tage: Die tolle Koutefß.

Theater in der Königgräßer

Strasie. Sonntag, Nahmittags 3 Uhr:

Zu ermäßigten Preisen: Kameraden. Abends 7} Ubr: Dex Katensteg. Ein

deuti<es Volklsstü> in fünf Akten und Direkti

einem Vorspiel von Hermann Suter- mann.

Montag: Erdgeist.

Dienstag bis Sonnabend: Der Kagensieg.

Komsdienhaus. Sonntag, Nach- mittacs 3 Uhr: Zu ermäßigten Preisen: Die verlorene Tochter. Abends 7} Uör: Die beiden Seehunde. Lust- \sptel in drei Akten von Carl Rbßler.

Montag und folgende Tage: Die beideu Seehunde. E

Denisches Künstlertheater, (Nürn- bergeritr. 70/71, gezenüber dem Zoologischen Garten.) Sountag, Nachmittzgs 3 Uhr: Zu ermäßigten Preisen: Der Derr Senator. Abends 74 Uhr: Klub- leute. Lusispiel. ta drei Akten von Fritz Friedmann-Frederih.

Mont2g und folgende Tage: Klub- leute. ;

Lessingtheater. Sonntag, Nahnitt. 3 Uhr: Zu ermäßigten Preisen: Das

fua<s. Lustspiel in drei Akten von Franz Herczea.

Montag, Mittwo@, Donnerstag und Sonnabend: Der Blaufuchs.

Dtenstag: Liebe.

Freitag: Peex Gyut.

Schillertheater. O. (Wallner-

theater.) Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: u ermägizgien Preisen: Hinter

auern. Abends 7} Uhr: Jo- haunes. E in fünf Akten und einem Vorspiel von Hermann Suter- mann.

Montag und Mittwoh: Gespeuster. « Dienstag, Donnerstag und Sonnabend : Johaunes.

Freitag: Der Rexissr.

Charlotteabuexg. Sonntag, NoM- mittags 3 Uhr: Zu ermäßigten Preisen: Novela d’Audrea. "Lbends 74 Uhr Heimat. Schauspiel in vier Aufzügen von Hermann Sudermann.

Montag, Donnerstag und Sonnabend: LEA E tes H: D

ienstag un ttwoch): Die Distel, Stabl und Gold. Y Freitag: Die Distel.

Deutsches Opernhaus, (Char- lottenburg, Ue o A G, on: Georg n. ¡ Nachmiticas 24 Uge Ju ermäßigten 1eisen: Rigoletto. Abends 7 Uhr: rpheus in der Unterwelt. Burleske

Hektor Crémicux. Musik von Jacques Offènbach. Montag und Sonnabend : Das goldene

nsel,

Dienstag: Lohengriu.

Mittwoh: Jugend. A S Donnerttag: Der Wffeus<hmicd,

1 Freitag: Nauon.

Komische Oper. (An der W-iden-

dammer Brúd-.) Sonntag, NaŸhinittazs | Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Zu er- { Z1i ermäßigten Preisen : | mäßigten Preisen: Eine lustige Doppel- ¿e Dose Seiuer Maiestät. Abends | ehe. Abends 74 Uhr: Egon und seine 74 Uhr: Shwarzwaldmüädel. Operette | Frauen. Musikalisher SŸwank in drei in dret Akten von August Neidh2rt. Musik | Ak Jessek. Buwbbinder. Gesangstexte von Jean Kien, Montag und folgende Tage: SYw2rz- waldmädel.

Der Obersteiger.

Abends oli Dex É der S ub

Jperetle tu drei Akien von | Vorstellungen, Nahmittags 3 r

Bernhard Buchdinder, Jean Kren und | uad Abeado 75 Uhr. _— den Vor-

C al w Leo Are slelungen: Das alimzeme Eröff 2 eade Taze: ê - 0

Soldat der Marie, , er na DEaIE A

Theater des Westens. (Stalion: oologisher Garten. Kantstrzße 12.) | Klüngende E-öffaungs8-Prograuiu. Nachmittags 34 Uhr: Zu h kleinen Preisen: Ein Walzertraun. | S Abends 75 Uher: Der verliebte E Herzog. Operette in drei Akten (frei nah Hadländer) von Georg Okonkowski und Hans B2chwiß. Musik von Gilßdert. Montag und folg verl:cbte Herzog.

Theater am Nollendorfplab. Sonntag, Nachmittags 34 Uhr: Jmméer feste druff! Abends 75 Ubr: Die Gulas<!anouze. Volksstüu> mit Gesauz in drei Akten von Hermann Me m Willi A By - Yon ean b Vi) Hr. Luise von

0. Hierauf: Zum e ew Vorl). Derw. Hk. Male: Stahl und Gold. en Schmeling, geb. von Montag bis Donnerstag: Die Gulasch- kauoue. Stahl uud Gold. celtag: Geschlossen. i um ez:stzn : S A alte Schachteln. N ige: Dun i

abend, Nadhmittags 31 Uhr: Di <wister. Der zerbrochene A

Oper in 2 Akten uyd 4 Bildern yon'

Kreuz. Hierauf: Die glü>>liche | Diener gesu<ht. Abends 7F Ubr:

; 32, Mädels vom Linden, | Verlagsanstalt, Berlin, Wilhelm traße e in drei Akten von Gere i M

Mont i bro iden mul folgende Tage: Die

Die bloudeu

Thaliatheater. (Dresdeuerstr. 72/73.)

ten von Jean Kren und Bernhard Musik von Leo Asher. 4 Montag, Mittwo<h bis Sonnabend: Egon und seine Frauen. Dienstag: Stahl und Gold.

Veues Operettenhaus. Sonntag, | Egoa uxd seine Fraucn, Nacmittags Kiud. Abends 7} Uhr: Der VBlau- | Prei

3 lhr: Za ermäßigten Pirkus Busch. Sonntag: D große

tahmittags hat eder Gcrwach]ene ein ies Kind et auf allen Sigpläßzen, jedes weitere Kind zahlt halbe Pretse.

Famitiliennachrichten.

; Verlobt: Fel. Madeleins. Merkens mit ende Taze: Der |* &:n. L nein von Burgß- docf (Rhöndorf a. Rb).

Geboren: Zwei Söhne: Hrn. Haupl- mann von Dewitz-Kleinben1 (Platte Ein Sohn: Hrn, Erast von Kall- stein (Drangsitten). —Etne Tocter: Hrn. Hauptmann Falk -Arnd Grafen yo1 O: ynhausen (Verltn).

rig von Bernuth

aa - Ratl'ÿ (Weimar). Fr. Marte von Koppelow/ geb. von Möllendorf (Schwerin).

Verantwortlidßer Scriftleiter : Direktor Dr. Tv da “Charlottenburg

Verantwortlich für den Anzeigenteil: Der Vorsteher u d A stelle, li J. V.: Rechnungsrat Reyher in Berlit-

Donnerstag und Sonn-

Lustspielhaus. (Friedri Ver i Sontag, Neat 3 b de E Ln ftgstelle(I V: Rephen

erlin.

e: FeresGafiliher | 21 der Norddeutschen Buidrutkerei und

‘Fünf Beilagen sowie die 1649. Aus3gabe dex Deutschen Veolustlifien-

els vom Liudenhof.

vée

Montxg und folgende Tage: Das

Erste Beilage

zum Deutschen Reihsanzeiger und Königlich Preußishen Staatsanzeiger.

M 232.

Amtliches.

Königreich Preußenu. Ministerium des Jnnern.

Jn der Woche vom 16. bis 22. September 1917 au

PWohlfahrtspflege während des Krieges genehmigte 1) öffentlihe Sammlungen, 2) Vertriebe von Gegenständen.

f Grund der Bundesratsverordnung vöm 15. Februar 1917 über

tee D O P E R E P R R E T R T T

s 2 Stelle, an die

& Name und Wohnort die Mittel Zeit und Bezirk,

é des Unternehmers Zu fördernder Wohlfahrtszwe> abgeführt werden in denen das Unternehmen sollen ausgeführt wird

Lande8vereins vom Noten Kreuz, Ubt. VI Berlin

,

Berlin, den 27. September 1917.

¿ 1). Sammlungen. 1 | Könfgllhes Hausbibliothek, Berlin] Zum Besten der Truppen und Lazarette |KönigliWe Haue-

92) Vertriebe von Gegenständen. 2 | Zentralfomitee des Preußishen | Kriegêwohlfahriszwe>e des Roten Kreuzes| Rotes Kreuz

Bis 30. April 1918, Preußen. Sammlung von Noten mittels Aufrufe und Werbebriefe. (Ver- längeruna einer bereits erteilten Erlaubnis.)

bibliotheë

Bis 30. April 1918, Preußen. Vaeitcieb von Bildern. Weitrieb von Haus z1 Haus, in . Lokalen oder dur< unbei1ellte Zusendung ist ausge\s{<lossen. (Verläogerung einer bereits erteilten Erlaubnis.)

Der Minister des Jnnern. J. A.: Lenz.

| VittamfliGes.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Hauptaus\<huß des Reichstags begann gestern die Beratung der Fragen der Auswärtigen Politik. Vei Beginn der Sißung hielt der Reichskanzler Dr. Michaelis eine Rede Über die allgemeine Lage.

Laut Berit des „Wolffshen Telegraphenbüros" begann er mit warmen Dankesworten an Heer und Héimat und mit einem Rückbli> auf die glänzenden militärishen Erfolge der leßten Vochen. Sodann betonte er die volle Einheitlichkeit und Uebereinstimmung der politishen Führung bei uns und unseren Verbündeten und gedahte in herz- lien Ausdrü>ken des gemeinsamen Waffenruhms und der Vaffenbrüdershaft der Vierbundmächte. Er. besprach . weiter den befciedigenden Stand unserer Beziehungen zu den Neu- tralen, die au dur< die unerhörten Anstrengungen der \indlihen Preßheze nit gestört werden konnten, Der Schweiz, den

Niederlanden. und Spanien wurde für ihre selbstlose Tätigkeit auf.

dem Gebiete der humanitären' Kriegsfürsorge unser besonderer Dank ausgesprochen. Der Reichskanzler hob hervor, daß wir die den Neu- tralen dur< den Wirts{haftskrieg der Entente, an dem sih neuerdings die Vereinigten Staaten mit besonderer Rü>ksichtslosigkeit beteiligen, ¡ugefügten Leiden aufs lebhafteste bedauern und daß wir jtets bereit find, an der Versorgung - der Neutralen mit notwendigen Bedarfs- (ütern soweit teilzunehmen, als die Anspannung unserer eigenen Kräfte und Hilfsquellen dur den Krieg dies zuläßt.

In knappen Strihen zeihnete der Reichskanzler hierauf den Stand der Dinge in den feindlihen Ländern. Die wirtschaft- lien und finanziellen Schwierigkeiten Frankreichs nehmen asch zu. Noch schärfer macht {sich die wirtschaftlihe Not mit ihren innerpolitishen Begleiterscheinungen in Italien fühlbar, wo Re- ierung und kriegsfreundliche Parteien die wachsende und immer tnergisher vorgehende Friedenspropaganda mit den größten An- srengungen niederzuhalten su<hen. Jn England übt unser V-Bootkrieg seine sichere und unerbittlihe Wirkung aus. Nur die trügeris<he Hoffnung auf einen Zwiespalt bei uns lôßt die leitenden britischen Staatsmänner heute noch an Kriegszielen fest- halten oder doch solche verkünden, die mit den politis<hen und wirtschaftlichen Lbensnotwendigkeiten Deutschlands völlig unvereinbar sind. In dn Vereinigten Staaten sucht die Regierung mit allen Nitteln, au< dur< unerhörten Terrörismus, die bisher in weitesten Kreisen fehlende Kriegslust aufzustacheln. Wir sehen dem angekündigten wilitärishen Kräfteeinsaß der Union ruhig und zuversichtlih ent- (egen. Jn Rußland berrsht eine {were Wirtschaftskrise, insbesondere sind die Transportmittel den Aufgaben, die der Friedens\{luß bringen wird, in keiner Weise gewachsen. Die Frage einer künftigen Demobilisierung liegt wie ein Alpdru>k auf der neuen Regierung. Die leitenden Männer, zur Hälfte abhängig von den Arbeitern .und Soldatenräten, zur anderen von ihren englischen ind amerikanisden Geldgebern, scheinen so gut wie keine Bewegungs- móglihkeit na< außen mehr zu besigen. Zurzeit gibt es in Rußland no niemanden, der die Kraft findet, gegenüber dem Chaos und den

1 nleelufilsles die allgemeine Sehnsuht nah Frieden zu verwirk- Wen.

Der Reichskänzler kam. dann auf unsere Antwort auf die Vapstnote und auf die Frage der Kriegsziele zu sprechen. Cr'führte dazu aus:

» Die - deuts<he-Note ist, soweit es sih bisher übersehen läßt, bei Unseren Freunden und Verbündeten beifällig, bei der Mehrzahl unserer

egner mit offensichtliher Verlegenheit aufgenommen worden.

Soweit eine Kritik au< von befreundeter oder wohlmeinender Seite versu<ht worden ist, richtet sie sich in erster Linie dagegen, daß positive Erklärungen über Einzelfragen in der Note nicht ge- leben waren. :

Es ist \<wec versländli<, wie ein Kenner der internatienalen Lage und der internationalen Gebräuche jemals. daran glauben könnte, vir würden in der ‘Lage sein, in einer- einseitig von uns gegebenen

öffentlichen Erklärung die Lösung so wichtiger Fragen, die in un-

lösbarem Zusammenhange mit dem ganzen, bei eventuellen Friedensver- handlungen zu besprehenden Fragenkompler stehen, durch eine einseitige Erklärung zu unseren Ungunsten festzulegen. Jede derartige öffentliche Erklärung im gegenwärtigen. Stadium könnte nur verwirrend wirken und die deutshen Interessen shädigen. Wären wir auf Einzelheiten eingegangen, so würde das läßt si< aus der Haltung der uns feindlihen Presse shon jeßt mit Sicherheit exkennen die Parole im Lager der Gegner gewesen sein : „Die deutsGen Konzessionen sind als Zeidhen der wahsenden Shwäche Deutschlands auszulegen, sind vollkommen selbstverständlih und deshalb als wertles zu buchen.“ Wir wären dem Frieden ni<ht um einen Schritt näher gekommen ; im Gegenteil : Die Ueberzeugung auf seiten der Gegner, daß nur die Ungunst unserer Zustände uns veranlaßt haben könnte, eine für jeden diplomatischen Techniker so vollkommen unerklärlihe Haltung anzunehmen, hätte be- stimmt kriegsverlängernd gewirkt.

Ich nehme für die Reichsleituag das Ret in Anspruch, das die leitenden Staatsmänner in allen feindlichen Staaten für si< in An- \spruh genommen haben und noch bis in die neueste Zeit in Anspruch nehmen. “Jh muß“ den Staudpunkt der Reicheleitung klar fesistellen, von dem wir uns nit abdrängen- lassen werden, daß ih es zur- ¡eit ablehnen muß, unsere Kriegs8ziele zu prä- zisieren und unsere Unterhändler restzule.gen.

Wenn \i< tie Mitglieder des- hohen Hauses und der Presse mit uns auf diesen Standpunkt stellen wollten, würde dié Situation un- endlih erleihtert und gefördert, und der Weg zum Frieden würde zum Segen des Vaterlandes von vermeidbaren Hemmnissen befreit werden.

Zum Schluß wandte sih der Reichskanzler gegen die Wilson se Antwort auf die Papstnote. „Der Versu<h Wilsons, zwischen Volk und Reglerung in Deutschland Zwietracht zu säen, ist aus\ihts- los. Die Note hat das Gegenteil dessen erreicht, was sie wollte ; sie hat uns fester zusammengefügt in dem harten Willen, jeder fremden Einmischung entschlossen und kraftvoll Troy zu bieten. Die flammen- den, aus tiefer Empörung heraus geborenen Proteste, insbesondere der des Reichstagspräsidenten, haben dies bestätigt. So wenig wie die Wilsonnote wird irgend ein anderer feindlicher Versuch im deutschen Volke den Geist des 4. August überwinden ; dieser Geist wird leben und siegen, solange uns der Ring der Gegner zur Verteidigung unseres Daseins und unserer Zukunft zwingt.

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts Dr. von Kühlmann führte obiger Quelle zufolge aus:

"Meine Herren! Anschließend an die Ausführungen des Herrn Reichskanzlers möchte ih mir gestatten, no<h einige Punkte der Lage Europas näher zu beleuchten. Vor allem will ih mit wenigen Worten auf die in den heutigen Morgenblättern erschienenen Nachrichten eingehen, es existiere eine deutshe Note über Belgien. Jch will den Herren die Nachricht im einzelnen nicht vorlesen; sie ist Jhnen bekannt. Jch kann’ sie mit wenigen Worten“ abtun. Es ist eine der dreistesten Erfindungen, die mir jemals in meiner politischen Praxis vorgekommen sind. Sie ist wahrs<einlihß französishen Ursprungs. An der ganzen Sache ist kein wahres Wort.

Der Telegraph hat uns gestern abend und heute früh die von Reuter übermittelten Auszüge aus einer Rede gebracht, die der Führer der Opposition im britischen Unterhause, Mr. Asquith, gehalten hat. Ein Landsmann von Mr. Asquith, ein distinguierter politischer S(hriftsteller, hat einmal den gegenwärtigen Zustand der europäischen Diplomatie dahin gekennzeichnet, daß sie darin bestünde, daß leitende Staatsmänner verschiedener Nationen sih bon öffentlichen Redner- tribünèn aus gegenseitig anschrien. Wenn die Reuterschen Auszüge ein getreues Bild dessen geben, was Mr. Asquith gesagt hat, so glaube ih jedenfalls behaupten zu können, daß er uns auf dem Wege, der für Europa nötig ist, um keinen Schritt gefördert hat. Ich will aber nit in die shle<hte Gewohnheit verfallen, auf erfahrung8gemäß re<t un- zuverlässige telegraphishe Auszüge hin meritoris auf den Jnhalt der englishen Rede einzugehen.

Ich komme nun zum eigentlihen Thema unserer jeßigen Be- ratung: zur Nota Seiner Heiligkeitdes Papstes. Wie immer au das unmittelbare Grgebnis" des päpstlichen Friedens- \chrittes sich gestalten möge, dies eine stehe ih nicht an, schon jeßt zu

sagen: daß diese mutige Jnitiative des Papstes, der, auf hoher Warte

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Berlin, Sonnabend, den 29. September

stehend, gestübt auf die ehrwürdige Tradition eines mehr als tausend- jährigen Priesteramtes, besonders zum Mittleramte sich berufen fühlte, einen Abschnitt in der Geschichte dieses ungeheuren Vóölker- kampfes bedeuten, daß sie als unverwelklihes Ruhmesblatt in den Annalen der päpstlichen Diplomatie ersheinen wird. Es war eine Tat, da der Papst das Wort vom Frieden in das Getümmel eines Kampfes geworfen hat, der droht, Europa in eine blutgetränkte Trümmerstätte zu verwandeln. Gerade das deutsche Volk und die deutshe Regierung, denen das Bewußtsein ihrer Stärke und innere Sicherheit es immer leiht gemacht hat, ihre Bereitwilligkeit zu einem ehrenvollen Frieden zu betonen, haben allen Grund, die Jnitiativs der Kurie dankbar zu begrüßkh, die es ihnen ermögliht hat, die nationale deutsche Politik aufs neue in’ klarer und unzweideutigee Weise darzulegen.

Ich sage mit Absicht: „nationale Politik“, deni ih hoffe und glaube, daß die Antwortnote der deutschen Regierung sowohl ihrer Entstehung als ihrem Inhalt nah soweit dies überhaupt für irgendein politishes Dokument gesagt werden kann den Willen der überwiegenden Mehrheit der Deutschen verkörpert. Nicht nur international ist die Papstnote ein bedeutsames Dokument; auch für unsere rein deutshe Entwi>lung bedeutet sie einen Markstein. Ist sie do< das erste Ergebnis eines Zusammenwirkens zwischen allen Faktoren der Regierung und den Vertretern des deutschen Parla- ments, das hier zum ersten Male versuht worden ist. In solcher Intimität ist das Zusammenarbeiten, wenn mein Gedächtnis mich nicht trügt, selbst in rein parlamentarishen Ländern niemals versucht worden. Gerade dieses Zusammenwirken, sein Verlauf und seine Er- gebnisse können dies darf ih wohl ausfpreten einen Staats=- mann, dem die deutsche Politik am Herzen liegt, zuversichtli<h und hoffnungsvoll stimmen. Eine auswärtige Politik, diè nicht in ihren breiten, wesentlichen Grundlagen von der Zustimmung des Volkes, von der Zustimmung der erwählten Vertreter des Volkes getragen ist, die niht im Parlament unterstüßt wird durch tätiges Eingreifen im geeigneten Augenbli>e, durh staatsmännisches und weises Gewähren- lassen der Erekutive, kann den {weren Kampf gegen das Ausland nit dur{führen. Im Auslande wird häufig mit der Legende operiert, es gäbe in Deutschland eine Politik der Regierung und eine Politik des Volkes. Dies ist heute ganz bestimmt Legende, und nichts kann diese Legende gründlicher zerstören, als wenn auh Sie, meine Herren, sih geschlossen der in unserer Antwort an Seine Heiligkeit nieder- gelegten Politik anschließen. Auch die törihten Behauptungen, als beständen im Schoße der Regierung selbst weit auseinandergehende Auffassungen, als zeigten sich Divergenzen unter den leitenden Männern selbst oder gar zwischen der Reichsleitung und jenen genialen Heer» führern, denen wir nädst Gottes Hilfe verdanken, daß Deutschland da steht, wo es heute steht —, diese Ausstreuungen sollen der ver« dienten Lächerlichkeit preisgegeben sein. Alle genannten Stellen arbeiten. täglih und stündlih in voller Harmonie aufs engste zu- sammen; eine Entscheidung wirkli vitaler Fragen, bei denen der Koönsensus fehlen würde, ist nicht denkbar.

Nun, meine Herren, ih stehe nicht an, zu erklären, daß ih von dem harmonischen Zusammenwirken, wie es sih in dem engen Zusammen- arbeiten für die Papstnote zwischen Parlament und Regierung er- geben hat, die besten, für die Zukunft hoffnungsvollen Eindrüdte ge- wonnen habe. Ich kann bei der Vertraulichkeit, die wir aus s{<wer- wiegenden Gründen für .die Verhandlungen des Siebeneraus\schusses festgeseßt haben, auf Einzelheiten nit eingehen, halte es aber do für wertvoll, festzustellen es liegt darin keine Jndisfkretion, denn dieselbe Feststellung is vor cinigen Tagen in der Tagespresse er-

folgt —, daß die Grundlagen der deutschen Antwortnote so, wie sie

von der Regierung vorgelegt worden sind, den Vertretern aller Par- teien annehmbar erschienen, und somit kann i, glaube ih, mit vollem Recht sagen, alle Versuche unserer Gegner, in den Grundlagenunsererauswärtigen Politik zwischen die deutshe Regierung und das deutsche Volk einew Keil zu treiben, als stehe das deutsche Volk in der auswärtigen Politik niht ge\<lossen hinter Kaiser und Kanzler, sind als Fiktion und Erfindung zurückzuweisen.

Die deutsche Politik {<öpft gerade aus dem Bewußtsein ihrex vollkommenen Einigkeit mit dem deutshen Parlament und dem deut- {en Volke die Kraft, mit Ruhe, Würde und Yielbewußtsein dis Wege zu gehen, die für die Größe und die Entwidklung Deutschland3 nötig sind.

Es würde Bedenken haben, auf die Einzelheiten der Note zu sehr einzugehen. Sie steht“ als festgefügter Bau. Stein ist mit Stein so fest verklammert, daß jeder Versuch, einzelnes “herauszuheben, einzelnes zu kommentieren, die Wirkung nur abs<hwächen könnte. Jch will aber nur kurz versuchen, darzulegen, aus welhem Geiste die Note hervorgegangen ist nnd welhes die Bedingungen für ihre Wirs kungen sind. :

Im vierten Jahre dieses gewaltigen Krieges, hat Seine Heilig» keit der Papst mit no< größerem Ernst und größerem Nachdru>k alI vorher unter die Völker Europas das Wort geworfen vom Frieden auf Erden. Europa! Das Wort klingt uns heute wie ein Märchen aus längst vergangenen Zeiten. Und doch ist es kein Märchen, sondern auh heute no< mehr als ein geographisher Begriff: die Summe cines in Jahrtausenden gewnachsenen Zustandes. Die kleine an den asiatishen Kontinent angelegte Halbinsel hat bisher die Herrschaft der Welt fest in Händen gehabt, machtpolitis<h und handelspolitisch.

- Es steht uns allen no< klar im Gedächtnis, das alte Europa, und

ih sage nit zuviel, wenn ih behaupte, daß für keinen der Staaten in diesem alten Europa der Zustand, wie er in den leßten 40 Jahren bestanden hat, so unerträgli< war, daß er auf die Gefahr der Selbst- vernihtung hin seine Abstellung erreichen mußte. Daß Europa nicht zugrunde géhe, ist vielleiht heute no<, mitten in diesem gewaltigen Kriege, ein gemeinsames Interesse aller Großstaäten. Der endgültige Zusammenbruch wird jeden einzelnen Staat, welher Gruppe er auch angehören möge, s{<wäher und zukunftsärmer hinterlassen, manche ganz zerbrochen und jeder großen nationalen Zukunftshoffnung bar,

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