1917 / 283 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

L) R E Mo A A L LE E m2 T E

genügend Geflüzekfukter geltefert, die Preise dafür sind unersGwingli>, und dic Pualität ift so, daß die Eierprodit tlon nit gesöcdert wird, Bet der Lieferung muß das Geflügelfuiter cinen sehr weiten Weg macher, von dem Produzenten zur Rethsge!retdestelle, dann zur R-ichsfüttermittel- ftelle, weite: zur Landesfuttermittelstelle, zur Provinzialfuttermittel- telle, zum Kommunalverband, und daan kehrt es crít wieder zu dem eflägelp:oduzenten zurüd. Die Hauptsache ift die Förderung der lôndwirtih2filihen Produ?tto. Da der ESt:>kstoff für die Munition gebraudt wird, fo bleibt für die Land- wirtshaft ¿zu wenig übrig. Danetea brauht der Boden aach Pbosphate. Wir müssen nah Möglichkeit Pbosphat- aus dem Zu3- ande, aus unferen verbündeten Ländern und aus den b-seuten Ge- bieten beziehen, Gegen die Gütersh:äterei müfsen energiïhe Maßregeln ergriffen werden. Ein GütersWiächier bat offen erklärt, er wolle wieder eine tere Summe für Kriegs- anleibe zezihnen und müsse detbalb fe e GesSäfte maSen. Aller- dings it es ein Eirgriff in die persönliche Freiheit, wenn der Verkauf landwirtshatlidber Güter an Nichtlandwirtie der Ge- nebmigung bedarf, aber soihe Eingriffe sind in der Kricgszeit er- forderlich, Die Mbeit der alten Leute, der Frauen und Kinder in der Landwirtshaft ift anerkennen9wert, aber es sen zeitweise wenigstens auH die mänyli<hen Kräfte, entli< die Betciebéleiter vom Militär beurlaubt werden. Die polnischen Arbeiter können na< einer neueren Verfügung ves Kriegsministeriums auf Urlaub gei<i> werden, wenn sle denselben verlangen. Dad1r< wird namentii< der Betrie des Groß- grundbesiges erhell< gestöit und beeinträhtigt; die Behörden müßten dajür sorgzn, daß diese Arbeitskräfte dem Großgrundbesitz erbalten werden und die Beurlaubung unter sol@en Vorsibis- maßreaeln erfol;t, daf; den betreffenden Atbeit-cn seibst die Rü>kkehr na< DeutsHland a!s wünschenswert erscheint.

(Schluß des Blattes.)

Kanft und Wiffenschaft.

Die Berliner Universität erhält in einem ihrer neuen Er- weiterungobauten, dem nah der Dorotheenstraße vorstoßendea West- flügel, d°n Charakter eines Museums. Denn hier werden im zweiten Sto>k zurzeit die Sammlungen von Gipsabgüssen antiker Kunstweike aufzestellt, diz bist er den ersten Sto> des Neuen Museums am Lustgarten einnabmen. Schon das Treppenhaus des Flügelbaues s<müdtn nun antike Giyse: die Abgüfse der auf deut- dem Boden gefundenen Mitbrasden!mäler, die wie Sinndbilder jenes

testen Bundes der deutschen Südrwestgebiete mit dem Nömecrei und der ungeheuren Zufuhr geisiüiger Werte wirken, dur die das Kulturgut des asiatishen Ofters nah Deuishland kanm. Im erften Stc> dcs Flügilbaues ist das Institut für Altertums- kunde untergebra<t, und als Lehisammlung für die Studterenden der T'a‘sishen Philologie und der Archóologie soll die Gipssammlung tn9bejondere ihre Zvccke erfüll:n. Ez bleibt abzr zu wünschev, daß si’ au< im neuen Hautje ebenso allgemein zuzänglih sein möge wie btSher in den Körtlglilßen Museen. Eerade dite neue Aufstellung, die der neuberufene Ordtaarius de: Archâolcate, Professor Ferdinand Noad>, leitet, macht diesen einzigartigen Besig an Gi1 safgüfsen erst in rehter Weise jedem Kinstfreund lebendig. Die O find naŸ eizem von dem Chemifer der Museen, Profcfsor athgen, ezprodten Verfahren gereinigt worden, haben dabei ihre trübe Schmußschiht v:rloren, die ihnen cin bö<sst un- angenehraes Aussehen gab, und dafür etnen warmen, gelben Ton erbalten. Ja den neuen Räumea kann Noa> die klassishen Bildwerke aubH weit auskömmli<her, nah neuen Forschungsergebnifsen georduet und besser beleuchtet aufstellen, als es bisher möglih war. Bür die Sammlung ftehen cine Reibe von gut geshnittenen Sälen wit oberlihtartig wirkendem hohen Seitenliht und 1u deren beiden Settzn lange Seitenlihtkabineite zur Verfügung, Betritt der Be- suher von der Treppe aus, wo in das rômish: Antontaorelief mi der fliegend:n Genienfigur in das Reich der idealen Kunst welit, tie Sáâle der Sawmmlunu, jo empfängt er zuzrst von dem Saale der Par- thenon- Skulpturen einen vollen Eindru>. Sie können bier erft in threr ginzen Schönheit zur Geltung kommen. Und das Gleiche wird mit all den anderen umfängliGen G'etel- und Frieswerken der Tasfisben Zeit der Fall sein, die s<{ ber in die \{lihte Naum- archiiektur als edelster Shmu> etufügen. Farbiger Anstrich der Wärde wird den Sälen den Charakter ciner totcn Sammlung farb- loser Bildwerke nehmen. Die Avfstellungtarbeiten sind roh nit obgeshlossen, die Säle im Neuen Museum sind ader hon vollständig geräumt, und man darf ter Erweiterung des Aegyptischen Museums, das st|\< nua in den oberen Sto> hinauf wird aus- dehaen können, mit höcbstem Interesse er tgegenschen. Buch hier wird ls Segen don hôöhstem Werte erst der Oessentlichkeit zugäng-

erden.

Literatur,

Enisgeidungen des Bundesamts für das Heimat- wesen, im Auftcage der Mitalteder tearbeitet und herausgegi ben pon P. A. Baath, Kaiserlhem Geheimen Regierungsrat, Mit- glied des Bundesamts für das Heimatwesen. Band 52, entboltend die in der Zeit vcm 1. Oktober 1916 bis zum 1. Mat 1917 er- gangenen wichtigeren Enlscheidungen (mit einem die Bände 51 und 52 umfassenden alyhabetis<hea Sadhegister), VI{1 und 176 Seiten. Verlag von Franz Vahlen, Berlin. Geb. 3,50 6. Der neue Band enthält wieder - eine giößere Anzabl Ent- {<eidungen von grundsäßliFer Bedeutung, darunter neun über die Grenzen zwishen Arrrenpflege, Krieggunterstütung und Krtegs- wohlfahrtöpfl-ege, Im ganzen sind 43 Entsceidungen wiedergegeben. Sie behandeln den Erroerb und Verlust des Pnterstüyungswohnßges, den Erstattungsanfpru<h der Krmenverbände, die V rrxfli@tuna zur Gewährung von Armenpfl-ge und Ketegsusterstüßung, bie Unter- ftügungspfliht des Armenveibands des Dienst- oder Mibetta- orts (J 29 d:8 Unterstüßunrgswohnsitgesezes), die Erstattungepfli&t des Acmenverbands, die Höhe des Auspruhs gegen den end- gûltig fürsorzepfli<htigen Verbany, die Verjährung von An- sprühen eines Armenverbands, die Ueberführung und Ueber- nahme Hilssbedürftiger sowie das Verfahren in Stzeit- sahen der Armenverbände. Wie bieher sind die Ent- scheidungen na< der Reihenfolge derjenigen Paragraphen des Relchegesezes über den _ Unterstäßung9wobrsik geordnet, die haupisäbli<h dur si: erläutert werden. Die Urteilsgründe find, soweit dies ohne Beeinträchtigung des Verständnisses des gerade im armenre<tlihen Strettyerfahren besonders wichtigen Tatbestants des Einzelfalles angängig war, gekürzt wiedergegeben. Ein den 51. und 52. Band umfassendes Stihwdörterverzeihnis nah der Buh- stabenfolge gewäh1t in Verbindung wit dem im 50. Bande ent- halteren Ge)amtregister für den 1. bis 50. Band der Enischeidungen ein:-n Uebèrbli> über die gesamte bundesamtlicbe Rehtipre<uno. Die Strafprozeßordnung für das Deutsche Rei vom 1. Februar 1877 und das Gerichtsverfassungs8aecseß vom 27. Januar 1877/17. Mat 1898/5. Juni 1905/1. Juni 1909 mit den EntsGeidungen des Reichsgerihts, herausgegeben von Dr. P. Daude, Geheimem Regterungsrat und Univerßsitätsri$ter der Königlihea Friedrih- Wilhelms -Ur iversität Berlin. Neunte Auf- Tage, bearbeitet von Dr. B. Oppermann, Reidbsgerichtörat. VIT und 447 Seiten. München uod Berlin, Verlag von H. W. Müller. Seb. 450 #. Von den Ausgaben der Strafprozeßordnung und des Gerichtzverfassung2gescz28 - hat die von Daude bearbeitete, die, wie dessen bere:ts tn zæölfter Auflage er- \chienene Ausaabe des Strafgesezbus ars sciner langjährigen itaats- auwaltscaftlihen Praxis entstanden, dem täulih hervecrtretenden Ve- dúrfnis Nechnung trägt, bei Ar.wendung der genannten Gesege im einzelnen Falle leiht uad {nell si< üter die eins{lägige Ke<ht- \syrehung des Rel>sgerihts zu unterrihten, in den Kretsen der Praftiker eine weite Verbreitung gefunden. Jn der neuen Auflage, die

nad dem Tode des Hcrauszebeis NeichsgeriGtsrat Oppermann be- arbeit:t hat, deren Inhalkr insbefandere dur diz Aufnabme der fcit 1912 verdöffeutllhten Prozékrehiliben Entsbeibungen des Vteich8gerich's, durch ausführliWere Behandlung dec „Einrede der Rechtähängigkeit“ und anderer Frazen beträchtli<h vermeyrt ist, werten im Anch!uß an die einzelnen Seseßesbestimmungen alle bis September 1916 zu ihnen ergargenen wefentlihezn reih8gerid;tltden EntjGeidungen in gedrängter afsuug mitgeteilt. Beigefügte genaue Angaben darübcr, wo déese Erkenntnisse im Wortlaute adzedru>t find, erleitte:'n das Nach- lagen und etugehendere Studtum derselben. Bei Erläuterung des Gerihtoverfafsungegeleßes sind b:e auf den Gesezen vom 29. Juli 1913 und 3. Junt 1914 beruhenden Aenderungen berü>sihtigt. Ein Anhang enthält einen Auszug aus tem Gerichtsfojtengeseß, die Sebührezo:dnung _für Zeugen und Sawverständige, einen Autzig aus der Miüitärstrafgeriht?orduuag, - da3 Mes, betreffend die Entschädigung dec im Wkederaufnahmevezcfabren freige- \sprechenen Per}onea, und das Gesetz, betreffcud die Entschädigung für unshuld!g erlittene Untersuhungshast, in_den jeßt geltenden Fassangen mit erläuternden Aamerkungen. Len Schluß bildet ein 23 Seiten umfassendes Stihwörtervcrzeihnis na der Buchstabenfolge.

Land- und Forstwirtschaft.

Von der „Uebersicht über Verbote und Verfügung3- beshränkungen und über Höchsipreijie", die die Pceisbericht- stelle des Deuts&en LandwirtsGafterats (Berita W. 57, Winterfeldtstraße 37) veröffeniliht hat, ersien jevt eine dritte Aus- gabe na< dem Strande vom 20. Oktober 191 7 (192 Seiten, Prels 2 4), Das But ist in erster Lirt? zum Handgebrauch für Landwirte und landwiris<hafiiihe Körpershzften bestimmt, damit fie s< in der großen Zahl von Verfügungen {nell zuce<t finden; aber au< den Kommunalverbänden, Bolks- wirten und Abgeordneten wird es nüßlie Dienste leisten, Von den PoGlpreisen flad dtejenigen berücffichtigt, die vom Bundesrat, !Keichs- anzler und Staatzsekretäc des Kriegsernührungsamts, von deu einzelnen Kriegsgesellshaften, den Landcszentralb-hörden etvzeIner Bunde3slaaten und dur< private Vereinbarung von Vertretern des Handels und der Landwirtschaft eingefühct siad, Die neue Au3gabe enthält mande Verbesserungen, fo ist das Verzetchnis der tim Neiisgesezblatt ver- öffentli<ten BekanntmaGungen uns Verordnungen bis zum Beginn dst:8 Krieges zurü>geführ). Das Buch kaun unmittelbar von der genaynten Pretsbertchtstelle Eczogen werden.

VerkehrIwesea,

Postpakete und Pä>kchen mit Weihnachts- gaben für unsere Kriegs- und bürgerlichen Gefangenen im Auslande müssen, wenn sie bis zum Weihnachlsfeste die Empfänger erreihen sollen, so frühzeiling wie irgend mögli<h ausfgeliefert _werden. Dies ist in diesem Jahre bei dem empfindlichen Mangel an Beförderungsmittelnn ganz besonders nötig. Bei Sendungen, die erst in den leßten Wochen vor dem Feste zur Post gegeben werden, kann auf pünktliche Ankunft nicht gerehnet werden. Zur Aufrechterhaltung eines geregelten Dienstbetriebs werden die Postanstalten vom 5. bis 22. De- ember Pakete und Päkchen für Kriegs- und bürgerliche Ge- Cniadiis im Auslande nicht zur Beförderung annehmen, wie au<h aus den feindlihen Ländern und aus den nichtfeind- lichen Vermittlungsämtern (Schweiz, Holland, Schweden) in der Weihnachtszeit keine Pakete und Pätchen für die hier im Lande befindlichen feindlihen Gefangenen zur Beförderung werden übernommen werden.

Die deutschen Absender können auf den frühzeitig E gelieferten Weihnachtssendungen dur< den Vermerk „Weih- nachtspalet“ bei Sendungen nach England und den britischen Befipungen „Christmas parcel“ den Wunsh ausdrüen, daß die Sendungen dem Empfänger erst am Weihnachtsabend zugestellt werden. Nah den mit den fremden Verwaltungen shwebenden Verhandlungen ist zu erwarten, daß dieser Wunsch soweit als irgend möglich beachtet werden wird.

Vom Verzeichnis der Postshe>kunden bei den Postshe>ämtern im Reichhspostgebiet werden vom Januar 1918 ab ein Gesamtverzeihnis und daneben Sonder- verzeihnisse ausgegeben werden, von denen jedes den Bezirk eines Postsche>damtes umfaßt. Die Verzeichnisse werden in deutsher Schrift gedru>t werden. Es empfiehlt si, das Verzeichnis schon jeßt zu bestellen. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen, die au über die Einzelheiten, nament- lich über den ungefähren Preis, Auskunft erteilen.

Jn schwedischen Zeitungen findet sich folgende Nachricht : „Die \<we dishe Cen beabsihtigr, in Trelle- borg elue Verteilungsstelle - für Pakete an russisbe Kriegs6- gefangene einzurihten, Die Pakete sollen dort naß Stammlagern

verteilt und unmittelbar an diese -abgeliefert werden. Die Ver-

teilungsst-le in Stetlin wird auf diese Weise entbehrlih werden; auc) wird eine Beschleunigung in der Uebeikunft der Sendungen eintreten, Die r:<tige Vert:ilung der Pakete wird dadurh siher- gestelit werden, doß ein Beamter der Verteilungsstelle in Stettin au! einige Zeit na a entsandt wird, ura das {wedis<- Person2 mit den hi:r gemachten Erfahrungen zu unterstüyen.*

Theater und Musik.

Morgen, Freitag, findet im &Köntglihen Opernhause das ITT. Symphoniekonzert der Königlichen Kapelle unter a des Generalamusidirektors Dr. Richird Strauß, Abends 7# Uhr, statt. Das Mittazskonzert bierzu beginnt um 12 Ubr am selben Tage. Programm: Symphonie G-Moll von Mozart, 3 Frühlingslieder von Ewald Sträß!r, Scherzo capriccioso von Anton Dvo1ák, C-Moll-Symphonie von Beethoven. Billetts zu dem Mittagstonzert bei Bote u. Bog, Leipzigerstraße 37 und Tauenßziensttaß2 7.

Im Köntiglihen SgG<auspielhause geben ai in tener P S Men wit Trau Mieth ein und den Herren Kraußne>, Biznsfeldt, Ciewing, ; Ehrle und Keppler. Leitung: Dr. Bru>. Anfang 61 Ubr. O

Im Theater tn der Köniaggrägßer Straße ist die U-- aufführung bon Wilhelm Stüd>lens ernsthaster Kombbb „Die Str.ße na< SkelnayŸ* auf Sonnabend, den 8. Dezember, feslgesezt worden. Die Hauptrollen werden von den Vamen Grita Gläßner und Frida Richard, den Herren Paul Otto, Reinhold Schünzel, Gustav Bog, Hecmann Picha, Felix Rofsecrt und Paul Rehkopf dargestellt. Ernst Prô>k! vom Schausp'elhans in Frankfurt a. M. triit in dieser Komödie jum ersten Male ‘im Verbande der Meinhard-Beruanershen Bühnen in einer Hauptrolle auf. Das Stü> wird von Karl Meinhard in Sjzene gesett.

Die fir Mittwo®, den 5. D'zember, Nachmittacs 3 Uhr, an-

ceseyte Erstaufführung voo „Ptect5sa“ im Deutshen- Operns-

bause fi det zum Besten der Unterstüßungskassen der Angestellien

‘statt, um damit neue Mittel für die Kriegsunterstügung zu schaffen,

die seit 1914 den Fam:lten dst-r im Felde stehenden Mitglie mäß!g ausgezahlt wird. Der Kartenvzzlauf zu gewöhnli oretis begonnen.

Am Sonnabend findet im Theatersaal der Königli \<ule für Musik zugunsten der Deutsch JZugendfürsorge în Berlin, Monbijouplaß 3, ein K Elena Eerhardt-L-ip¡ig wird S@hubertlieder

zum Deutschen Neichsa

¿ 283

den Ho(-

musikabend statt.

Erste Beilage

nzeiger und Königlich Preußishen Staatsanzeiger.

_Berlin, Donnerstag, den 29. November

191€

n, Glebet Schüße wird mit Alfred Witrenberg die Sonate in Toll von Bach für Clavkcembalo und Geige und mit dem lien Karawe: virtuosen Professor Prill die Händel für Clabvicembalo und Flôte spielen. Frâäuleia Süße im Verein mit der Kammermu\kyereintgung der Köntolichen Kapelle das reizvolle Mozartshe Quintett spielen.

Manmnnigfaltiges.

Nach Meldungen S&#wetizer Blätter fand man, wie „W. T meldet, dieser Tage im Eisenbabuzug Zürih—Shaffhau Brandbomben, vie nah der Unterfuhung der Kantonshemiker eine Aut hothexplofiven Petrolätbers enthiclten, wie er ähnli bei Flammenwerferargriffen verwendet wird. si um einen Versu handelt, den Zugverkehr zwischen der deutschen Grenze und Zürich zu stören.

Zerstörte Kunstshäße in Italien. Mit dem übersürzten Rüöcfzug des italienis<en Heeres und der Flu$t der Behörden und besißenden Klafien in Venetien blieben au<h die wertvyollen, teil. weise unerseglt<en Kunstihäße in Kirchen, S<hlöfsern und lungen unbehütet zurüd. itellenweise „W., T. B,° während plünd

onate tn C-D Zum Schluß wird

FYarlameutsberi<t.*)

Preufzischer Landtag. Haus der Abgeordneten. | 97. Sibung vom 28. November 1917, Mittags 12 Uhr. (Bericht von. Wolffs Telegraphischem Bureau.)

Am Regierungstische: die Staatsminister von Waldow, von Eisenhart-Rothe und H Präsident Dr. Gra Eigung um 12 Uhr 25 Der Abg. Gottschalk-Sauerwalde (kons.) i} ver- storben; das Haus ehrt das Andenken des Verstorbene

Erheben von

Man glaubt, daß Schwerin eröffnet die

en Pläten.

Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung des Geseßentwurfs, betreffend Firma und Grund- kapital der Seeh (

Die verstärkte Staatshaushaltskommission hat der Erhöhung des Grundkapitals der Seehandlung zugestimmt und \c{lägt dur<h ihren Berichterstatter, den Abg. Dr. Rewoldt, nur eine Aenderung der Firma vor, indem statt „Königlich preußische Staatsbank (Seehandlung)“ „Preußische Staatsbank (König- lihe Seehandlung)“ geseßt werden soll.

Mit dieser Aenderung wird der Geseßentwurf in zweiter und sodann in dritter Beratung ohne Erörterung endgültig angenommen.

Hierauf beginnt die Beratung der Antr ä Staatshaushaltskommi treffend die Sicherstellung der Volksernährung, in Verbindung mit einer Besprechung des Antrags der Abgg. von Wenden u. Gen. auf Freigabe von Leder für die Landwirtschaft, des Antrags der Abgg. Hammer u. Gen., betreffend die Wiederherstellung derFrei- i , des Antrags der Abgg. Aronsohn u. Gen., betreffend Ueberweisung von Mahlaufträgen an die kleineren und mitt- leren Wassermühlen, und des Antrags der Abgg. Dr. Hoesch u. Gen., betreffend die Zucht des schweren Pferdes. Ea

thter . Dr. Lippmann (fortschr. Volksp.): Im S erea er Ma E L daß aa e Berichterstatter eferat zu erstatten; in der Zeit ürllieb nmelhmen.

abziehenden andlung.

Das Feuer , hen und Kunstdenkmäler über, Eintreffen der deutschen Truppen wertvolle Sammiungen tin brutaler Gier na< Kostbarkeiten dunhwühlte, verstreute und veri<leppte. Granaten aus weittragenden Geshüßen seßten au) nah Abzug der Italiener d2s Zerstörun Zersiôörungen an dec Piave Italiener und der Alliierten tägli<h rü>si<t8los Dörfer, Paläste und Kir>den beschießen. bi österrei {hen Grafen Col Alto gehörtge Shloß San hme: fter Kaliber planmäßig Fresken Tiepolos und zahl:eihen Shnig- en vernichtet wude, Durch Kunstgelehrte, die wird ¿war das Menschen- zum Schuß der gefährdeten Kunft- shäße getan, do<h lassen sh diese Arbeiten bei dem 1ü>si{telosen Feuer, mit dem die Italiener und ihre Bundes talients<es Land verh-eren, hinter der Kamp \s<hräuktem Maße dur<führen.

Cassel, 28. November. (W. hat heute einen siebenzehni genommen, der in einer der letze wertvoller Kunstgegenständ höhe verübt hat. wieder berbetigeshafft worden.

Wien, 28. November. Gäste zu der morgen ftattfinde herzogs Marx mit der Prinzessin Frant1iska zu Schillingsfürst der Köntg Frtiedrih Augu Kronprinz Georg, die älteste Tochter Sa>sen, Pcinzessin Margarete sowie Prinz Johann Georg un Max vou Sasen eingetroffen, wel leß gen Trauung an der Seite des Kardinals Dr. Piffl sein Die Gäste wrden -von dem Erjz- abhnhof begrüßt.

Mob bis Itali- nische Fliecerdomben

8werk fort. Besoaders groß sind

Batterien der

Unter anderem wurde eder ver- dur< Granaten von Skulpturen und Bilderr, Veroneses und den Altargetnälden Tkzians, den

altärcn und Galerien, Türen und Marmorkamin läßt ih no< nit völlig übersehen. das deutsche Heer begleiten,

mögliche zur B

stärkten

üigigkeit des enossen weithin thr A front nur in be-

T. B.) Die Kriminalpolizet Obertertianer fest, ähte einen großen Diebstahl aus Schloß Wilbelms- er gestohlenen Gegenstäode ift

Interesse des Hauses ast zu bedauern Abg. Hoesch verhindert ist, selbst sein R dey Ersaßmittel müssen Sie mit mir } i Das Kriegsernährungsamt ist an Haupt und Gliedern reformiert ie Zusammenhanglosigkeit, infolge welcher einschneidende Maßnahmen durch die einzelnen Bundoéstaaten verhindert wurden, Der. jeßige Leiter des Kriegsernährungsamts ist mi: er die Ernährung

Der größte Tei (Heiterkeit.)

(W. T. B.)

Heute früh sind als nden Vermählü es

hat aufgehört. | S solchen Machtvollikommenheiten ausgerüstet, da j dos Volkes auch über die“ bundes\taatlichen Instanzen hinweg so ge- Der Staatssekretär des Neichsernahrumgs- zugleih preußischer Staatsminister und preußischer / ie Ernährungsfragen; er vereinigt in sich auch die Machtvollkommenheiten der Minister des Innern, des Handels und der Landwirtschaft auf biesem Gebiete. Exokutive für das Reichsernährur wurde geflagt, daß die süddeuts

st von Sawsen, des Königs von \talten kann wie er will. terer als Feldprediger bet der morgi ¿s Amt ausüben wird.

berzog Max her¡li< auf dem B vom Pubiikum herzlihst begrüßt, mit seinen Kindern

Dadurch. ist die nothwendige samt gesichert. In der Kommission n Staaten gewisse Reservatrechte ausüben und für Obst und Gemüse 3. B. Ausfuhrverbote erlassen Die württembergischen Larndräts wußten gar nicht, wohin sie mit dem reichen Obstsegon sollten. Wenn Bayern einmal den Objst- erport gestattete, so bevechnete es nicht die niedrigen bayerischen, son- dern die höheren ipreußischan Höchstpreiße, erhob also gewissermaßen Welche Maßdegeln sind dagegen getroffen? Die Reichägetreideverordnung und die Kartoffelverordnumg haben ei straffere Onganisation herbeigeführt, die einzelnen Gemeinden sind ebt für lie Ablieferung ührevy Umlage verantwortlich. Die Grund- lage der Nahrungsmittelverbeilung it eine gesunde Statistik. muß wissen, was man geerntet hat, um zu wissen, wie man sie her- teilt, zumal wenn man mit einer s{<malew (Ernte zu rechnen hat. Aber diese Statistik ist noch nie zuverlässig gewesen. În diesem Jahre hat sowohl die erste Ernteschäßung, wie au< die Nachprüfung ein falsches Resultat èrgeben und die Ernte wesentlich geringer dangestellt, als sie | Wenn bere<net wird, daß durdchnittlich die Kar- toffelernte im Lande zwischen 60 bis 60 Zentner pro Morgen ist, daß sie in Posen sogar noch unter 50 Zentner liegt, o weiß jeder Sach- tundige, daß das nicht richtig sein kann. ) i Fehlernte dar; tatsäctllich haben wir aber eine gute Kartoffelernte. Wenn die Angaben der Preduzenten so pessimistis{< sind, so müssen wir bedenken, daß etwa 60 Prozent der ganzen Kartoffelernte von den kleinen und kleinsten Besißern gebaut wird, und daß größtenteils jeßt die Frauen die Arbeit machen. Wir haben 860 Bundesratsperordnungen auf dem Crnährungégebiete mit schweren Strafen. Die Kriminalität auf diesem Gebiete betrug vor dem Kriege 117 Prozent, stieg 1915 auf M Prozent und 1916 auf 42. Prozent. ‘Das ist gefährlich für das Ver- antworbungsgefühl der Bevölkerung, wenn sich jeder sagen kann: wir Wäre die Unzahl von Verordnungen nicht as Verantwortungsgefühll der Bevölkerung nicht ge- Auf diesem Wege is auch biol guter Wille getötet und eine dumpfe Renitenz erzeugt worden. Daß man vielen Bauern lie Saatkartoffeln fortnahm, war im Interesse der Voliksernähtung notwendig. Man gahllte dafür aber nur 4 , b fie nicht in natura zurüd, so daß viele überhaupt keine Gaat- kartoffeln bekamen oder sie mit 12 M pro Zentner bezahlen mußten. Um dem aus dem Wege zu gehen, sind sicher diesmall geringere Angaben gemacht worden. Diese unzuverlässige Statistik hat aber für die Pro- duzenten selbst traurige Folgen, da «hnen zum eignen Bedarf nur ent- breend geringere Mengen freigegeben werden können. Jn der vom tandwirtschaftêrate überreichten Denkschrift ist ausgeführt, daß selbst 1 einer s{le<ten Körnerevnte dur eine reiche Kartoffelernte die Gr- nâährung der Bevölkerung gesichert ist. 1 für neiheren Anbau von Kartoffelm Sorge tragen anm, Deshallb fand au der Vorschlag Anklang, anstatt der bisher - ont mit Kartoffeln zu bebauen. dur wird eino Million Hektar für dew Kartoffelbau mehr ge- dhe gebt allerdings für andere Früchte verloren, cilfsernährung nichts ausmacht. Um diefes Ziol zu , ist aber die rehtzeitige Beschaffung von guten Saatkartoffeln die entweder unentgeltlih cder wesentli billiger geliefert Der Forderung von Gewährung einer Prämie für ven Kartoffeln wurde das Bedenken entgegengestellt,

Berücksichtigung, l tel ergriffen weiden müßten, um die Anbaufläce zu vergrößern, lih ihre Bedenken zurü>. Einig war r te<niscen Förderung der Landwirt-

wird vorgeschlagen, bie Kommunalyerwaltungsn anzu- tine eata dia

e Gewähr, mit Ausnahme der Reden der Minister und

Könlg v Sadien fuhr Der Könlg von

(Fortseßung des Nichtamtlichen in der Ersien und Zweiten

einen Ausfuhrzoll.

Theater,

Königliche Schauspiele. Freitag: Opernhaus. Miitazs þhoniemittagskonzert. (Programm wie am Abend.) ymphouiekonzert der Königlichen Kapelle en- und Watsenfonds. Leiter: Herr General- Zum Symvhonicmittags- n bei Bote u. Be>, Leipziger Straße 37 und am Konzerttage im Köuiglichen Opernhause

12 Uhr: Sym Abends 7# Uh zum Besten ihres Witw musikdirektor Dr. kTorzert sind Etalaßkarte 2 A f

r: T. S in der Tat ift. Richard Strau

Diese Ziffern stellen eine

266. Davuerbezugsvorstellung. Dienst- und find aufgehoben. “Die R Ein Schauspiel in f Aufzügen von Schiller. d äUnsang 62 Uhr. Sonnabend: O und Freipläge sind von „Alpentönig

Spielleitung :

pernhaus. 263. Dauerbezug3vorstellung. Dienst- (Berliner Fassung Oper in drei Auf, Musik vou Leo Blech

Y Z Die Quitzows. Ernst von Wildenbruh-

nd Des s un en]henfeind“. F. Naimund vzn Nichard Baifa. ang 74 Uhr.

Schausptelhaus. 267. Dauerbezug3vorsteU hes Drama in vier Aufzügen von ng: Herr Dr. Bru>. Anfang 7 Uhr.

RappelLtopf.

sind allzumall Sümker. lassen, würde d i aben, sondern gehoben fein.

Familiennachriczten.

Frl. Alice Brauer mit Hrn. Reg -Baufübrer Dr.-Irg' Frl. Antonte Otio mit Hrn Alexander Hedry von Hedrt (Nisgawe-Kattowiy—- . im Felde).

Verlobt: Brauer (1. Z. Zerbst).

Budapest, z. Z Verebelidt: Hr. Rittmeister d. N.

Darum ist es eine wichtige Thilo ven Westernbagen tage, wie man

Schisgen (Berlia - W=stend). Hr. O

urt von Westernhagen mit &rl. Maria Froe

egterungéassessor Grorg vo

Hr. Leutnant Armau

; Carola von ;

rogont der Anbaufläche 151), Hr. Oberlecutnart d. R., R Progont der Anbaufläche 151/» rl. Ilse von Gebring.

mit Frl. Gdeltraut Hi>etter (Prisselwiz, Kr. Breslau).

ralmajor Hans Küster (Marbur leutnant d. L, Gustav Neumann

d du Plessis was ber füv die

Gestorben: Hr. Gene

Megierungzzat, Ober D: nlenstcl)

Mehranbau

Verantwortlicher Shriftleiter: Direktor Dr. T y rol ; Charlottenburg, teil: Der Vorsteher der Geschäftsstelle, - engering in Verlag der Geschäftsstele (Menger ing) in Berlin. Dru der Norddeutschen Buchdruderei und Verlagsanstalt; Berlin, Wilhelmstraße 32. L

Fünf Beilagen.

Verantworilich für den An die Kommission {lie

e<nungsra

halten, re<tzeitig die Verordnungen bekannt zu geben und für ihre Durchführung zu forgen, durch die der Verbrauch an Feldfrüchten im Vetrieb und Haushalt der Anbauer festgelegt wird. Ferner sollen sie re<tzeitig die Zuführung der zur Verteilung gelangenden . Lebens- mittel bewirken. Für unbedingt nötig wurde auch die baldige Schaf- fung eines Instituts zur experimentellen CGrforschung der Haupt- nahrungsmittel gehalten, dann die Einschränkung im Handel mit landwirtschaftlichen Grundstücken, Sorge für die nötigen Arbeits- kräfte und Betriebsmittel, Beschaffung von geeigneten Beleuchtungs- Eôrpern, öreigabe des für die Bedürfnisse der Landwirtschaft nötizen Leders und die Beschaffung von Kleidung und Schuhwerk für die landwirtschaftlichen Arbeiter. Notwendig is auch eine gesicerte Be- lieferung der Landwirtschaft mit Stickstoffdünger und Kalidünger und die Bereitstelung und s{leunige Schaffung von Salz in aus- reichender Menge. Alles, was zur Förderung der Produktion ge- \chehen kann, muß eben geschehen. Es ist ein gemeinsames Interesse der Produzenten „Und Konsumenten, die Produktion möglichst zu stärken „Und zu fördern. Zweifel bestanden nur über die Frage, ob eine ständige Steigerung der Preise hierfür wirkli< das geeignete Mittel sind. Gegen die Herabseßung der Preise für Nindvich wurde geltend gemacht, daß damit noch weiter in die Bestände namentlich an Milchkühen eingegriffen und so eine Gefahr nicht nur für die Viehbestände, sondern auch für die Ernährung der Bevölkerung mit Milch und Fett heraufbeshworen werde, nahdem die andere Fett- quelle, die Schweine, ohnehin hon so gut wie erledigt wäre. Dem wurde entgegengehalten, daß angesichts des Ernteergebnisses die menshli<e Ernährung so gefährdet sei, daß sie der Viehernährung unter allen Umständen vorzugehen habe, daß kein Brotkorn mehr ver- füttert werden dürfe; so bedauerlih es sei, daß in die Rindvich- bestände so scharf eingegriffen werden müsse, so unerläßlich sei es. Allerdings müß das Zugvieh, ohne das jeßt beim Mangel an Pfer- den keine Ernte bestellt werden kann, besondere Berücksichtigung er- fahren. Daß dieser tiefe Eingriff erfolgen muß, ergibt sih ohne weiteres daraus, “i der Schweinebestand, der im Frieden 65 % der Fleishnahrung für die Bevölkerung lieferte, schon auf weniger als die Halfte reduziert is, und na< dem 15. Januar werden auch die Zuchtsauen und Zuchteber ganz vershwunden sein, In der Kom- mission ist der Antrag abgelehnt und heute hier im Plenum wieder aufgenommen worden, dafür Sorge zu tragen, die Kartoffelration vom Frühjahr 1918 ab auf 10 Pfund pro Kopf und Woche zu er- höhen und die dazu nötigen Vorräte schon jeßt zu sichern, Es wurde dafür angeführt, daß wie jeßt {on mit der Stre>ung des Brotes durch Kartoffeln, so später vielleicht mit einer Herabseßung der VBrotration zu re<nen sein werde, daß eventuell au<h feine böbere Fleischration gewährt werden könne. Die Regierung hat sich dagegen erklärt, damit nicht Hoffnungen erwe>t würden, die sih vielleicht nachher nicht erfüllen ließen. Die Gründe, welche glei<wohl für den Antrag sprechen, habe ih {on erwähnt, und wird jeßt diese Für- sorge nicht getroffen, f ist es nachher zu spät, L is dahin die Kartoffeln C R ind. Die Kommission hat bezüglich der Pro- duktion und Organisation weiter einen Antrag angenommen, der für die E C landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Kriegs- ernährungsamt baldtunlichst eine neue Grundlage unter Hinzuziehung sachverständiger, praktischer Betriebsleiter ausgearbeitet wissen und dadurch die inländische Erzeugung aussihtsvoll anregen will. Die Gegner dieses Antrages sind dieselben gewesen, die in der allge- meinen Preiserhöhung ein Mittel zur Stärkung der Produktion nicht sehen. Ein fernerer Antrag der Kommission will in Zukunft den Verkauf von landwirtschaftlihen Grundstü>ken an die Zustim- mung der Verwaltungsbehörde binden. Die Güterpreise sind während des Krieges erheblih gestiegen, und die hohen Preise werden re<t ost von Kriegsgewinnern gezahlt, die von der Landwirtschaft nichts

verstehen. Der allgemeinen Steigerung der Grundstückspreise und.

den daraus drohenden Gefahren soll dur< diesen Antrag nah Mvg- lichkeit vorgebeugt werden. Der Kommissionsantrag, der die stärkere órderung des faltblütigen {weren Arbeitspferdes wünscht, richtet ih gegen Anordnungen des Kriegsministeriums, die diejer Zucht nicht das gleiche JÖnteresse zuwenden wie dem warmblütigen Pferde. Die Zucht des fkaltblütigen Pferdes i für die Landwirtschaft m<t nur, sondern au< für die Industrie und für das stadtisde «Fuhrwesen von höchstem Werte. Be- züglih der Getreideversorgung liegt Jhnen ein Kommissions- antrag vor, die Erstattung der Frühdruschprämie vom Meiche auh den selbstwirtschaftenden Kommunalverbänden zuzusprechen. Durch die Prämie gelangte bei Beginn dev leßten (Srnte das Kriecgs- ernährungsamt sofort in den Vesiß von 12% Millionen Tonnen. Bisher wird die Prämie nur den versorgungsberechtigten Kommunal- verbänden gezahlt, wodurch eine Reihe von Gemeinden, die die Be- völkerung durh Ankauf im Versorgungsgebiet versorgew müssen, ge- schädigt werden. Für die ländlichen Bezirke ist die Brotration von jeßt 9 Kilogramm nicht auf 8,1 Kilogramm herabgeseßt worden, was an

ich der Brotstrekung mit 10 Prozent Kartoffeln entsprochen hätte, -

sondern nur auf 84 Kilogramm. Eine Anregung, die volle Brot- ration, die jeßt au< Kindern bis zu 2 Jahren gewährt wird, lieber den 12- bis 18jährigen zuzuwenden, lehnte der Staatsminister ab, da er ein Eingreifen in die Verwaltung der Kommunen nicht für nötig und nüßlih hielt; generelle Anregungen oder Natschläge derart sollte indessen das Kriegsernährungsamt doch herausgehen lassen. Ueber die Frage, ob eine Prämie für Kartoffelmehranbau gewährt und von wem se getragen werden \oll, hat das Kriegsernährungsamt Erwägungen veranlaßt, über die wir heute wohl Auskunft erhalten werden; die grundsäßlie Bereitweilligkeit des Reiches und au Preußens soll, wie ich 'hôre, vorhanden sein. Gefahr ist tatsächlich ¡m Verzuge. Weiter ist zur Sprache gekommen, daß man bei ‘der Kartoffelversorgung in einzelnen Kreisen insofern nah emem gewissen Schematismus verfahren hat, indem rein landwirtschaftliche Krei}e, wie Flensburg und Plön, Hunderttausende von Zentnern Kartoffeln geliefert erhalten, die früher nid ehwas von auswärts bezogen. Da- her der Antrag der Kommission, in allen füv den Anbau von Kar- toffeln (geeigneten Landesteilen in der Negel wenigstens so viel Kar- toffeln zu bauen, als zur Versorgung ührer Bevölkerung erforderli ind. Ämtlich mußte zugegöben werden, daß für dieje Kartoffel- sendung in den genannten Kreisen gay keine Verwendung gewesen ift. Was die Versorgung mit Fetten anbetrifft, so ist es tröstlih, daß die Reichsfettstelle etwas Vorrat beschafft hat. Einstimmig wurde der Antrag von der Kommission angenommen, daß der Zentralvirh- B Gan anzuweisen ist, eine Nachprüfun der Biehumlage bei den einzelnen Provinzial- und Kommunal-Viehhandelsverbänden oder Viehhandelsstellen dahingehend vorzunehmen, daß die Umlagen unter Berücksichtigung aller wirtschaftlichen Verhältnisse vongenom- men werden und feineswegs nur im Hinblick auf die Stärke der Viehhaltung im Verhältnis zur Bodenfläcke. Inbezug auf den Zucker 1#t der Antrag angenommen worden, daß die Verar eitung, der gesamten diesjährigen Zuckerrübenernte durch weibgehende Voeliefe- rung der Nohzukerfabriken mit allen notwendigen Betriebsstofsen und durch baldige Inbetvicbnahme der zurzoit geschlossenen Naffinerten u gewährleisten ist. Die Zuckerfabriken sind {on in die größte Norlegenheit gekommen, weil es thnen an Kohlen und Arbeitskräften fehlte, sie haben zu einer Un A des Betriebes schreiten müssen. Bezüglich den Cier wurde dev ntrag Anetommen, daß ste hinfort der Zwangsbewirtschaftung nicht mehy unterworfen werden Von einer. Gi hat das Land in den lsgten Mo- sollen. Von einer. Gierversorgung hat » in den lopi | naten ni<ts gemerft. Davaus {loß die Kommission, daß die Orga- nisation keine gute sei, daß ste aljo C RRQUE wäre. Sbenso war man dey Meinung, daß Obst und leicht verderbliches Gemüse vow der

Zwangsbewirtschaftung zu befveien sind. Bezüglich der veichlichen Versorgung des Landes mit frischem Obst waren die (Crfahrungen der Kommissionsmütglieder ganz andere, als die des Neichskommissars. A wurde anerkannt, daß die Neichsobststelle das Verdienst hat, die Marmeladefabriken reichlich mit Obst versorgt zu haben. És wird nun darauf ankommen, ob die Marmelade auch zu einem an- gemessenen Preise verkauft wird. Getadelt wurde, daß die Véarme- Tadefabriken mit VBorrâten versehen wurden, die sie qr ni<t einmal bewaltigen konnten. (Gs musse also die Verteilung geändert werden, Der leßte Punkt, über den ih zu berichten habe, betrifft die Ueber- gangswirlchaft, die Frage, ob und wann der freie Handel wieder in jeine Hechte eingeseßt werden soll. Der Wille, den freien Handel jobald wie möglich in seine Nechte einzuseßen, war bei gllen Kommis- nonsmitaliedern vorhanden, dagegen bestanden Zweifel, ob tur die Lebenémittelversorgung albbald mit Friedenés>luß die freie Be- wird asllung eintreten soll. ¡Es war. einstimmig die Meinung der Kommissicn, Paß, möge dieser Krieg bald enden, oder no< änger duen, jedenfalls die Situation für die Welt und für Deutschland derart sein wird, daß sie nah Friedenss{luß no< vollkomen von Vor- raten an Lebenêmitteln entblößt \ein wetden und daß ie Ernährung unser Vebvölkerung noch eine nicht unerhebliche Zeit angewiesen sein wird auf ktie eigene Preduktion, daß aber soweit dio Einfuhr in_ Betracht kommt, unserem (Handel ofort freie Hand ge- lassen werden muß, weil nur diefer fähig ist, zur Aufsuchunag von Vor- râten, von Rohstoffen. Die Tätigkeit unserer Beamten in Chren, aber, es wäre verfehlt, sich einzubilden, daß sie den andel ben den s{<wierigen Verhältnissen, die gerade auf unserem Markte nah dem Kriege einseßen werden, organisieren könnten. Wollen wir unsere alte Volkswirtschaft wieder herstellen, so müssen wir vor allen Dingen die Produktionskraft unserer Industrie wieder herstellen. Es kommt darauf an, für unjere Industrie die Nohstoffe herbeizuschaffen, Jeden=- falls werden “vir im Interesse unserer Gesamtwirtshaft mit der Zwanqaswirtschaft, die wir für die Ernährung unserer Bevölkerung eingeführt haben, no< füv gewisse Teile der Produktion _weiter- arbeiten müssen; ich denke dabei an das Brotgetreide und die Ver- sorgung mit Fleisch. Wenn es uns gelingt, wieder Lieferanten für Vebersee zu werden, dann ‘haben wir den wirtschaftliden Kampf, den England uns gegenüber vom Zaune gebro<en hat, gewonnen. Preu- ßen und Deutschland hat sih {on verschiedentlich durchachungert, wir werden es auch diesmal lun. Jch \<ließe mit dem Wunsche, daß die Landwirtschaft volles Vertrauen fassen möge zu den Stellen, die die Interessen der Produzenten und Konsumenten zu vertreten haben, daß sie richtige Angaben machen möge, damit das Krizgs- ernährungéamt arbeiten kann im Sinne der Ernährung unseres Volkes, daß aber au< das Krieasernährungsamt darauf Nücsicht nehmen möge, daß au die Landwirtschaft mit ihren Kriegsmitteln in Bedrängnis ist. (Inzwischen ist der Vizepräsident ‘des Siaats- ministeriums Dr. Friedberg am Neqierunastis< erschienen.) Beî gutem Willen aller beteiligten Kreise wenden wir diesen s{weren Winter und das no<h s>dwerere kommende Frühjahr überstehen. (Beifall) :

von Waldow, Staatsminister, Staatskommissar für Volksernährung:

Meine Herren! Die von Ihnen gewünschte Besprehung unserer Crnährungsfrage gibt miv die willkommene Gelegenheit, mich dent holhen Hause in meiner Eigenschaft als Staatssekretär des Kriegs- ernährungsamts und als preußischer Staatskommissar für Volks- ernährung vorzustellen. Das Amt, zu dem mih Seine Majestät der Kaiser und König berufen, habe i, cbwohll es zu den angefochtensten und undankbarsten gehört, dem inneren Pflichtgefühl folgend, über- nommen, zugleich mit dem festen Willen, was mir an Kräften zur Ver- fügung teht, für die Wsung der mir anvertrauten Aufgabe einzuseßen, Jch bin mix wohl bewußt, daß ih dieser Aufgabe und der damit ver- bundenen großen Verantwortung nur gere<ht werden kann, wenn ih nicht allein auf die Unterstüßung der Behörden und der mir bei= gegebenen Sachverständigungsbeiräte, sondern auch auf die. willige und pflichlbewußte Mitarbeit der Bevölkerung rechnen darf. .

Als preußischer Staatskommissar lege ih besonderen Wert darauf, mit diesem hohen Hause im Vertrauen zusammen zu arbeiten, und ih bitte Sie, miv Ihre Unterstüßung zur Erreichung des großen vateVländischen Zieles, das uns allen am Herzen liegt, zu gewähren, nämlich die Ernährung unseres Volkes in diesen {weren Kriegs jahren sicherzustellen. Die lheldenmütige Standhaftigkeit und der ent- schlossene Wille des (deutschen Volkes, fich in diesem ihm aufgezwunge- nen (Erxistenztkampfe zu behaupten, gibt mir die freudige Zuversicht, daß cs uns auch ferner gelingen wird, den Aushungerungsplan unserer (Feinde zuschanden zu machen.

Meine Herren, je mehr der Kreis der der öffentlichen Bewirt- \chaftúng unterworfenen Lebensmittel erweitert werden mußte, um \o mehr haben sich die Aufgaben und die Verantwortung des Kriegs- ernährungsamts und les preußischen Staatskommissars vergrößert. Dieser Lage Nechnung tragend, hat sih die Reichs- und Staats« vegbierung zu der (Emveiterung der Organisation entschlossen, welche Jhv Herr Referent [con erwähnt hat. Gs soll dadurch die völlige Einheitlichkeib im den Ernährungsmaßnahmen im Reich und in Preußen und ihre \chnellere und leichtery Durchführung gewährleistet werden. ] Das Kriegsern@hrungsamt bli>kt jeßt auf eine einundeinhalb4 jährige Tätigkeit zurü>. Jn diesem Zeitraume sind unter der ver- dienstvollen Leitung meines Herrn Amtsvongängers und unter der auf- opfernden Mitwirkung lder ihm beigegebenen Organe die jebigen Grundlagen unserer Ernähvungswirtschaft gelegt worden. Auch. die MNichklinien füv das neue Wirtschaftsjahr sind durh die ergangenen Bundesratsverordnungen gezogen. Sie sind für mih maßgebend, ich habe sie auszufühven und sie auszubauen. Grundsäßliche Aenderungeazr wären im dem gegenwärtigen Zeitpunkte, in dem (die meisten- Ver- ordnungen in lder Ausführung begriffen sind, schon aus verwaltungs- technischen Gründen unmöglich.

Daß die zentrale Bewirtschaftung und die behördlihe Vera teilung der Lebensmittel ihre Shwächen hat, daß sie preisteuernd wirkt, daß fie die Gefahr des Verderbens der Vorräte vergrößert, ist nicht zu leugnen. Es ist deshalb au< nicht zu verwundern, daß, je länger die zwangsläufige Wirtschaft dauert, desto mehr si die Kritik verstärkt und immer neue Vorschläge auftreten mit der Absicht, die Organisation zu verbessern und die Lage der Bevölkerung zu er- leihtern. Meine Herren, ih werde jeden Vorschlag, der Verbesserung versprichb, gern prüfen, Solange aber unsre gegenwärtige Ab- {perrung vom |Welltmarktsverkohr fortdauert, muß an dem Grund- saß der öffentlihen Bewirtschaftung der wichtigsten Lebensmittel fest- gehalten werden, dg anderenfalls ein Zustand eintreten würde, dey