1917 / 286 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Dáestm Mißskande ‘solle dis Bestikigung de $6 abhelfen; zuglei aer sei die Neichsleitung aufzufordern, im Sünne der gleidgeitig vorgeschlagenen @ntsd!ließung zu verfahren. Cine {ole Maßnahme soi alsolut notwendig, zumal sich seit dem Goylenteuergaie eine sprungweise Steègerung der Kobbenpreise vollzcgen habe. n dürfe überzeugt sein, daß der Reichskanzler sich mit dem vorgeschlagenen Verfahren im Einverständnis befinde.

Staatssekretär des Reichsschayzamts, Staatsminister

Graf von Roedern:

Meine Herren, die verbündeten Regierungen haben am $ s Abs. 2 auch keine große Freude gehabt. Jch glaube deshalb in Aussicht stellen’ zu können, daß die verbündeten Regierungen Ihrem Besluß zustimmen werden, und glaube aud weiter in Aussicht stellen zu können, daß die verbündeten Regierungen der Resolution, die unter 11 vorliegt, zustimmen werden. (Bräbo!)

Der vorgeschlagene Geseßentrourf wird in erster Lesung ohne weitere Diskussion erledigt, darauf inm zweiter Beratung und auf Antrag des Abg. Dr. Ma ier - Käufbeuren (Zentr.) auch sofort in dritter Lesung einstimmig angenommen.

Der Präsident Dr. Kaempf s><lägt hierauf dem Hauso vor, sich zu vertagen und ihn zu crnAbtigen Tag, Stunde und Tages- ordnung der nächsten Sißung selbständig festzu en; er bemerkt dazu, daß eine Vertagung auf längere Zeit nicht b sihtigt ist. /

g. Shéeidemann (Soz.) macht dem Hause einen At A votschlag; Verhandlungen wegen Herbeiführung eines Waffenjtill- tandes ständen unmittelbar bevor, und im Anschluß daran werde eventuell sofort auh in Friedensverhantlungen eingetreten. Alle Welt mürde aufatmen. ‘In einer so bedeutsamen Situation dürfe iman den Reichstag niht na< Hauje sci>en; in einer so üngémein «vichtigen Zeit müsse die Volkévertretung untèr allen Umständen opräjent sein. Wonn au der Präsident nichts vorschlagen werde, vas er nadther nit dur>seßen könne, so stellten sih doch seinem heutigen Vorschlage E entgegen; es könnten die Mei- mungen darüber auseinandergehen, wann der hpsychölogishe Moment da sei, den Reichstag zu beruf , Und das könnte evtl. außerordentlich verhängniévoll. wirken, Man holle daher chne Rücksicht auf irgend- nweldæ äußerliden Schwierigkeiten An guscanmenzubleiben; an Beratungématerial fehle es nicht. Redner |lägt bor, die nächste Sipung am Dienstag, wenn nicht \<on am Montag abzuhalten. Der Meickótag müsse alles tun, was in seiner Macht stehe, um in jedem Augenbli>, wo er nüßlich eingreifen könne, au zur Stelle zu sein.

Abg, Ledeb our (U. Sogz:): Jh habe {on heute bormittag

im Seniorenkonvent befürwortet, daß wir unter keinen Umständen iauéeinandergehen dürfen. Der Reichstag ist es seinem eigenen An- sehen und seinen Pslichten der Oeffentlichkeit gegenüber absolut ?huldig, gusammenzubleiben. Es handelt sih um die wichtigsten Fragen, über die überhaupt im Staate entshieden werden kann, und ta joll si der Reichstag auh nur vorübergehend der Möglichkeit és Eingreifens entziehen? Jeden [Tag kann eine solche Notwendigkeit eintreten. In einer (oche wie Ler jepigen sind 24 Stunden son ieine iel zu lange Pause. Sebßen (Sie Tie nädste Sißung auf |Diens- tag an. / : ; 7 Abg. Dr. S tresemann (nl.): Jch verstehe die Stimmung dèr beiten Votrediner vollkommen. ‘Jhr- Verlangen is der Ausdruck hessen, daß bei den großen weltgeschidtlihen Begebenheiten, vor denen wir tehen, éine Awéschaltung des Reichstags nicht stattfinden darf, daß der Reichstag nit vorx vollendeta Tatsachen gestellt werden darf. Der von ihnèn gemachte B erreicht aber diefen Zwe> nicht. Daß der Reichstag zu den neuen Dingen Stellung nimmt, wird auch durchaus. errei<t, wenn uns der Präsident mit Hilfe des Telegraphen einberuft. Jch verkenne nicht die Wichtigkeit der wirtschaftlichen Fragen ‘und der Interpellation des Zentrums wegen des Wiedevauf- baues bes gewerEtliden Mittelstandes, aber in diesen Tagen und ¿Stunden ‘würde thnen die Würdigung, die sie verdienen, do<h mnt zuteil werden. Auch würden die leitenten Männer ih diesen An- gelegenheiten nit. so widmen können, wie es erwünscht sein muß, avenin jeßt Waffenstillstandösverhandlungen eingeleitet werden. Der Hauptauéscuß kann ja 1éterzeit berufen werden, er bleibt zusammen, aind \o ist dort schon die Möglichkeit vorhanden, O nehmen. So stehen die Dinge nicht, daß in 24 Stunden ein Unglück geschehen könnte, das verhütet werden müsse. Belassen Sie es bei dem Vor- lage des Präsidenten. ; i Ce \ « Abg. Fis <be> (forts<r. Velköp.): Dieser Vorschlag wird áuch dem gere<t, was die beiden ersten Redner borehbigterweise ver- Tangen können. Von einer Dauns auf längeren (Termin ist ja gar nicht die Rede. . Jede O xat das Recht, an den Präsidenten mit dem Antrag auf Berufung des Reichsbags heranzutreden, und darauf entscdeidet dann der Seniorenkonvent. Der vorliegende Be- ratungsstoff würde in höchstens ¿zwei cer drei Tagen ausgearbeitet sein. Wir müssen doch auch ter Regierung für ihre so wichtigen Ver- handlungen Raum geben. ; :

Abg. Ledebour (U. Soz.): Gerade weil au< die Oberste Heereéleitung jeßt zur Entscheidung mitberufen i}, muß bie Volks- vertretung ebenfalls zugegen fein. Ih appellièere no<hmals an Jhr Pg, (Unruhe.) i ;

Abg. F ehre nba < (Zentr.): Als Vorsißender des Hauptqus- s<usses werde ich nicht verfehlen, denselben alsbald einzuberufen, wenn ein Anlaß oder die Notwendigkeit dazu vorliegt. Unserer Partei ist es an sih_nm<t angenchm, daß alsbald die Vertagung eintreten soll, mit Rücksicht auf unsere chon erwähnte Interpellation. Die OeffenUlichkeit aber ist jeßt so auêéslili< bon den großen Greig- nissen erfüllt, die bielleiht für abjehbare Zeit bevorstehen, daß wir aneinen, die Erörterung unserer Interpellation sollte jeßt nit vor- genommen werden, weil sie dann von jenen anderen Ereignissen mitedergedrüdt mürde und weil wir gerade auf eine wirklih grünkd- ide Durdbberatung E Gewicht legen. Wir glauben da- mit den Interessen des Mittelstandes zu dienen, wenn irir eine bessere Beit für diese Beratung abwarten. Des Appells an unser Pflicht- nefühl btars es nidt; wir würden unter allen Umständen E, bleiben, wenn in “ber “allernädsten Zeit solche wichtigen Entschei- bungen-bevorstünden; aber-esleuctet do jedem ruhigNeberlegenden- ein, däß irte qoldbe Notwendigkeit in den nädsten Tagen: nicht eiuttitt. 1 Abg. Graf. West arp (dkons\.): Ich! bitte das Häus,: sich“ dom ‘Vorschlage © des *Prásitenten “anzuschließen, na<dem ‘dür * den ‘Abg. S die Gewähr für eine rehtzeitige Stellungnahme (des Meichstags gegeben ist. E

Der Antrag Scheidemann wird gegen die Stimmen der beiden sozialdeznokratischen Fraktionen abgelehnt, der Antrag des Präsidenten mit großer Mehrheit zum Beschluß, erhoben.

Schluß 414 Uhr. Nächste Sißung unbestimint. y

Preuftischer Landtag. Haus der Abgeordneten.

100. Sißung vom 1. Dezember 1917, Vormittags 11 Uhr.

(Bericht. von Wolffs Telegraphenbureau.)

Am Regierungstische der Staatsminister von Waldow.

Präsident Dr. Graf von Schwerin eröffnet die Sigzung um 1114 Uhr.

Das Haus seyt die Beratung der Anträge der ver- stärkten Staatshaushaltskommissiom, be- treffend die Sicherstellungder Volksernährung, und der dazu gestellten Abänderungsänträge fort.

„Abg. Bro x s (Zentr.): Eine Förderung der Produktion i dritgénd notwendig, 8e darf nicht wiétder dotfakimien vi im olen Grntejahr, daß Hunderte vou Morgen aus Mangél an Saátgut nicht bepflanzt werden können, Die Landwirtschaft weiß, was sie dem

"ven Herten bér

WVatexrkande sdultet, Man olt ihr _niht- in den .Arm fallen und ihre Berufsfreud\gkeit lähmen. Bei ter knappen Brotgetteideer Erhöhung der Vrotration nicht an .- Alles Erreichbare muß Ihr de Ernährung der Menschen liergetlellt werden, s ift der eichégetreidestelle gelungen, no< während der diesmaligen Ernte sich große Getreidemengen zu si<ern. Aber cs mußte dataus s>on sehr viel entnommen werden, um ten Ausfall der alten Ernte zu de>en, während man früher immer mit einem Vorrat in das neue Ernte- jahr hineinging. Das spricht eine ernste Sprache. Die Regierung )at die ernste Verpflichtung, zu- verhüten, daß dur Fälschung von Vrotkarten und auf andere Weije Getreide und Mehl in den Schleich- handel kommen. Die Kartoffelernte ist durhweg befriedigend. Der G nah Erhöhung der Kartoffelration auf zehn Pfund ist ver- ständlich, Hier muß aber mit einer gewissen Vorsicht vorgegangen roerden. Man darf nicht vergessen, da

große- Kartoffelmengèn im Ybeserve ge- haltenzwerden müssen. Mit L le Sie,

udn<t auf die Steigerung aller Aus-

gaben für die Landtrirtschaft ist für das neue Erntejahr der Kartoffel-"

preis einer genauen Nacprüfung zu unterziehen. Abjolut notwendig ist die Erhöhung der Anbaufläche für die Kartoffeln. Um hier an- reizend zu wirken, darf. kein Mittel unangewandt bleiben. Es ist auch schr gut, nc< mehr Sélbstbewirtschafter heranzubilden und den Klein- anbau zu fördern. Jn der jeßigen s{wierigen Zeit sind die Schweine die- Konkurrènten der Menschen. Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, an eine Redugierung des Schweinebestandes heran- zugeher. Wie jeinerzeit darf man allerdings nicht S ein großes Schweinemorden veranstalten, tas mehr Schaden als Nuyen gestistet hat. Leider wird das Schweinefleisch und das Schweinefett aller- dings dann immer mehr aus dem Berkehr vershwinden. P H 5 liegen die Verhältnisse bei tem Nindvich, ta das Futter hierfür für die menshlide Ernährung nit so sehr in Frage kornmt. DVeéhalb bann man ‘von einer Reduzierung * des Rindviehbestandes abjehen. Man muß im Gegenteil alles tun, - um ihn intakt zw halten. Die Vermehrung ist héer nur eine s<einbare. Tatsächlidy ist . die Þpröô- zentuale Steigerung im Kriege geringer als in Frieden, also tat- sächlich äst eiw Nückgang vorhanden. Von ciner Erhöhung dev iFleisch- ration muß man nâtürlih- Abstand nehmen. Die Maßnahmen des

Kriegsernährungsamtes dur Herabseßung der Fettbiehpreise haben.

hur dem Schleihhandel Vorschub geleistet und find au {uld an dem Rückgange der Milcherzeugung. Die .Milchproduktion ist durch die hohen Futtermittelpreise becinträhtigt. Die Preisfeststellungen und. die Najitierang des Viehs dur die Viehhandélsverbände müssen dur besondere Kommissionen überwaht werden. Gemüse ist veiclih vorhanden gewesen, aber es hat an der ridtigen Verteilung gefehlt. Den Zuderfabriken hat es an den nötigen Kohlen gemangelt, um thren ganzen Rübenvorrat bearbeitew zu fönnén. Durch den Mangel an kaltblütigen Pferden wird die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft geschwächt; das Kriegsministenium drängt. aber auf die esórderung der Warmblutzuht. Es ist eine Forderung der Gered- tigkeit und der wirtschaftlichen Notwendigkeit, daß den Kalkbluüt- bezirkén dieselbe Sorgfalt zugewandt wird, wie den Warmblutbezirken. Beifall int Zentrum.) : s E, Abg. Wen ke (fortshr. Volkép.): “Das Etgebnis unjerer Ver- handlungen steht ni<t im richtigen Verhältnis zu dem Aufwand unserer Beratungen. „Von jeder Partei haben zwei Redner gesprochen, von den Konservativen sogar drei. Wir freuen uns, daß der Abg. Hammer und seine Freunde in bezug auf die Notwendigkeit des freien Handels umgelernt haben. Der sozialdemokratische Antra, die Kartoffelration sofort zu erhöhen, ging zw weit, da cer Hoffn.ngen

erwmedt, die vielleiht nit zu erfüllen sind, dagegen kann unjer Antrag -

wobl angenommen werden, -daß; die Nation im Frühiahr 1918 erhöht werden möge, wenn die EGrntestatistik die Möglichkéit dazu ergibt. Dieser Antrag erwe>t keine zweifelhaften Hoffnungen. - Es sind im Kriege überall Viehweiden. angelegt worden, und Weidegenossenschaften haben sih/- gebildet, abep ‘infolge des Rückgangs des Viehbestandes kann die Weide nicht vollständig Une wérden. Allerdings ift es \ Ae jebt im Kriege das Weidelard in Ackerland umzuwatideln. Aber wir baben auch no<h viel Brachland, das bestellt werden könnte. Das Verderben der . Lebensmittel muß. äuf jedèn Fall vermieden werden: der Eierhandel hat zu vielen Prozessen wegen berdorbener Ware Anlaß gegeben. Wenn ter Robzucker niht L <ädli<h ist; sollte man mehr Rohzucker der Bevölkerung 16 rfügung stellen. An Rohzucker fehlt es nicht, die Naffinenien können ihn nur nit verarbeiten. Die Salzknappheit ist immer bestritten worden, und do ist es jeßt dahin gekommen, daß man nur auf Lebensmittelkarten ein halbes Pfund Salz bekommen kann. Auch Salz ist gehanstért wor- den, der Fehler liegt nur in der Verteilung. Wir müssen hauptsächlich in diesem Kriege möglichst viel produzieren und iède Schädigung der Ernte verhindörn. Eine jolde Schädigung liegt aber im Wildschaden, Dér Wildstand muß soweit reduziert werden, daß kein Wildshaden mehr entstehen kann. Das DurWhalten wird der Bevölkerung er- \><wert dur< die ungleiämäßigé Versorgung; es bestehen daxin große Unterschiede zwishen Nord und Süd. Süddeuts{land 1 viel besser versorgt als der Norden. Die Ausfuhrverbote bestehen no< immer, obwohl Herr von Batoki ¡hre Aufhebung versprohen hat. Der Lebensmittelwucer is allerdings s{<limm, und die Moral der Be- völkerung ist gesunken; aber es geht do zu weit, zu sagen, daß tas deutsche Volk nur no<G eine Herde von Geseßüberschreitern sei. Die Lebensmittelpreise müssen inr Verhältnis zur Kaufkraft der minder- bemittelten Bevölkerung stehen. Es is nicht nötig, daß die Vieh- handelsverbände so hohe Gewinne erzielen, wie dev \{lesis<e, der im Jahre 1916 7 Millionen Mark Gewinn gehabt hat. Es ist auch nicht zu billigen, daß die Viehhandelsverbände die Viehversicherung an sid reißen. Es Y bedauérli, daß für die Ader- und Transport- pferde so wenig Hafer zur Verfügung steht. Man hat es viel zu lange gestattet, daß Luxuspférde gehalten werden konnten. Bei der Erteilung von Mahlscheinèn wird viel zu engherzig und umständlih verfahren. Die Reichsstelle e Obst und Gemüse hatte zum Sammeln von Pilzen und Beeren aufgefordert. Leider hat ein großer Teil det Besißev si diesen Bestrebungen gegenüber unfreundlich verhalten. Von der Erbitterung der ländlichen Bevolkerung und namentlich der kleinen Besißer ist mit Recht gesprochen worden.- Die festgeseßten Höchstpreise sind ofter erhöht worden. Die großen Besißer konnten infolge ihrer Beziehungen „ihre Waren .zurü>hälten, während die kleinen die: ihrigen“ {hon meist; immer abgeltefert:hatten:Die-kleinen Besißer mußten “ihte* Saalkartoffeln' zu: höher“ Preisen“ ankaufen: Gbenso ‘ging. es ihnen“bei dex Förtnahme*von- Vieh. ‘Die großen Besißer. hat man” hier vielfach! von- der - Ablieferung; überhaupt: ent- bunden, (Große “Unruhe * re<ts, lebhafter“Widersprubß* G lo > e tes Präsidenten.) Man hat den kleinen Besißern die Schrotmühlen geschlossen, aber nicht den großen, weil man: angeblih zu ihnen das Vertrauen hatte, sie würden damit keinen Mißbrauch treiben. (Un- ruhe re<t8.) Es ist verschiedentlich behäuptét worden, daß unsere Kriegsgefangenen zu gut behandelt ünd ernährt würden. Die Kriegs- gefangenen jollen allerdings nicht besser genährt werden als dié andere Bevölkerung. Die ländlihe Bevölkerung ist vielfach auf die Hilfe der Gefangenen angewiesen und weiß auch; daß \{<le<t genahrte Arbeiter ‘nihts leisten. Wenn die vielen Gefangenen zurü>kehren und in der Heimat berichtén, daß sie hiér anständig béhandelt worden find, so wird das viel zur Versöhnung unter den Völkern beitragen. Wir können wohl darauf re>nen, daß wir inm absehbarer Zeit zu einem Frieden oder mindestens zu einem Sonderfrieden mit Rußland kommen. G8 mag viellei<t stimmen, daß wir auch nah Friedèns- {luß noh längeré Zeit mit Ernährungss>mwieriakeiten zu Oa En werden. Wir werdén aber dann do< aus Rußland allmählich

ebensmittel, Heréeinbekommen. Kominen wir zu einem baldigen

Frieden, dann wird sicher “vieles in unserer Ernährung doch besser ;

werden. (Beifall links.) j

Abs. Ho fer (U. Soz.): Da die Ernährungökurve sich immer weiter nah unten bewegt, so muß, wenn nicht rechtzeitig Maßregeln getroffen werdén, bald einè Rückwirkung auf die Gésundheit eintreten, die auf Generdtionen hinaus bedewklihé Folgen häben könnte: Man hab das Hauptgewiht auf eine Steigerung der: Produktion gelégt und zur Anteizung n hohere Préile borgoslaget, Hier wird vön : Réthtèr eine Zangentaktik angewandt, so deß sin Keil dèn anderen treibt. Pier bleibt nubts anderes übrig, als die Zwangs- produktion cinzuführen. Die exorbitanten Fleischpreise entsprechen

6

ite ist eine:

ein, wenn die

: Kartoffelernte auf 40

Grundlage für eine -xihtige S ¿Geringe Feh ‘dings bew der“ Abshäßung der Kartoffeler

‘Antrag der: Fréikonservativen auf Einseßung einer 4 Eh die- Durchführung. der Besch[üsse des ‘Abgeordnetenhauses Vor -

‘gemeins><aft eingetroffen seien. Die Viehgemeinshaft umfäßt

diè Qualität dès Fleisches immex weiter jutünfgegangen

Die- Kartoffelanbaufläche ift tatsächlich ga tig zurudgegangen. Nur e tederbezstellund Vei fien Da Î els und die Baussi tigürid der Produktion können die“ end die

feineêwegs tem fs Fes Futtermittelpreise. Dazu kommt, day die

Volksérñahrüng verbessern, Rechte nicht davon loskomren kann, ‘daß die Préise alles regeln sollen. Auf diesen dürren Ast will man jeßt noch. das Winterreis des Prä- miensystems aufpfropfen.. Der Prämienvorschlag des. Grafen von Schwerin-Löwiß läuft nur auf eine Preissteigerung hinaus.“ Wir müssen {ließli do tief in die landwirts<äftliche Produktion ein- reifen. Der Landwirtschaft geht es nicht so s{le{ht,. daß sie so großer Preissteigerungen bedarf; so tehr sind die Produktionskosten nit gestiegen. Die Landwirte haben [ogar billige Ar tue durch die Ernteurlauber und die Kriegsgefangenen. Es ist | viel ‘besser, die Kriegsgefangenén in der Landwirtschaft zu beschäftigen als. inder Un- produktiven Kriegsindustrie. Im Frieden

riede Pi mán- die polnischen und russischen Arbeiter monatelang hier im Lande festgehalten, ohne

ihnen! einmal einen Urlaub na. dex Heimat zu gewähren. Mit diesèr gs

menschenunwürdigen Behandlung können wir keine moralishèn Er- oberungen bei den Polen machen. Alle diese Leute n billige Kräfte für die ‘Landwirtschaft gewesen. Viele der jungen Leute, die sich aus Begeisterung, um au etwas für das Vaterland zu tun, freiwillig in den Dienst oa Landidirtschaft gestellt haben, haben das Ausbeutungs- system auf den Gütern kennen gelernt. ir haben’ jeßt €iñe sehr gute, in Ostpreußen eine vorzügliche Kärtoffelernte, und do<h wird die Bevölkerung nit nur nicht ausrelhend, sondern auch nicht billig mit Kartoffeln versorgt. Jedermann im Lande. kann einem. sagen, daß die Kartofelernte jehr gut ist, nur die Regierung tappt übêr die Er-=

gebnisse der Ernte im Dunkeln. Die Landwirte wissen ganz od 0

was sie E haben. Die Regierung hätte nur verfügen sollen, daß die Kartoffeln bei der, Ernte gewogen werden müssen das- ist eine minimale Arbeit dann könnte sie ganz genau feststellen, wie viel die Ernte ergeben hat. Und erst dann würde éine richtige Be- wittschaftung der Kartoffel mögli<h und könnte verhindert werden, daß mit den Kartoffeln ‘ein dunkles Spiel getrieben witd. Daß der Kartoffelpreis bei dieser guten Ernte viel zu. od; ist, wird von vielen Landwirten zugestanden. . Es sind unerhörte Zustände, wenn zehn bis zwölf Mark für die Kartoffeln f ahlt werden müssen. Dié Kartoffelversorgung is eine Tragödie. i der Rechten - und in“ der gierung siben die Schuldigen an diesen Zuständen. Mit der Kar- toffel wird Wucher getrieben. Abèr der Tag wird kommen, wo das

Volk seine Gegenvehnung aufmaht. Es sind so viele Kartoffeln . borhanden, daß sehr wohl zehn Pfund pro Kopf und Woche gegeben

werden könnten. Dur< die Stre>ung anderer Lebensmittel. mit

Kartoffeln wird der Täushung Tür und Tor- geöffnet. Dem Prot

wird ogar Holzmehl angeseßt. Die Kartoffeln, die_man dem Brot ollte man als Kartoffeln verteilen.

und as des VBrotes verzichten könnte. O Kriege die Crnährungspolitik so, daß man im Frieden die wieder {ließen kann. Troß Verringerung des Viehbestandes könnte man doch eine größere Menge von Milch erzeugen, da das vörhandéne Vieh dann besser Gu werden Tönnte. ' Die brachliegende Weide könnte man mt Getreide bebauen. Es liegt im Volksinteresse, jeßt diè Ceildration zu erhöhen. Wie stellt sih die Regierung eigentli ie

olksernährung bei den gegen rgen winzigen Rationen vor? /

d

Nur wer viel Geld hat, kann H deutsche Landwirtschaft ist eben nit in der Lage, das deu zu ernähren. AU die vielen Milliarden, die man den geopfert hat, sind dem Volke ils aus. der Tasche gezogen worden. In Den beseßten Gebieten wird der Bevölkerung i

enommen. as sind himmelschreiende Zustände. - Trobdem wächst ei uns der Hunger bvoñ Monat zu Monat. England hat dagegen ‘großen Ueberfluß. Unser U-Bootkrieg- hat England gegenüber Fiasko gemacht. Es brauchte allerdings bei uns. niht ganz so. shlimm zu j Regierung mit ihren Maßnahmen nicht immer zu spät käme. An den s{limmen Verhältnissen is die abhängig i detnokratie mit {huldig, da sie deèr Regerung gegenüber die B 6 übernommen hat, daß das olf ruhig bleibt. Die Res runs weiß, daß der Donner von dieser Stelle nur Theaterdonner N uf. dem Lande erxistiert ein Notstand nur bei dén kleinen Besißern und Ar- beitern, Die Großen haben alles in

bensmittel P aln Dl o

ird abi cit eds Sr hr e j e M f aben, wie die Kriegöswucherer, können \ih- alles vér en, Das Ñolk aber [leidet bittere Not und wendet 1< an uns, db wir uns treu geblieben sind. Die Großagrarier_ führen den Ungertaea gener die Großstadt. Es wetterleü<tet im Osten. Die Arbeiter haben gesehen, daß

tariat alles erreihen fann, wenn es nur will. Vas Beispiel Ruß- lands wird auch bei uns kein s{wachés Geschlecht finden.

_ Abg. Krüge r - Hoppenrade (nl.):

ni<t mehr Fleis Ö Viehbestand ni<t will einer bestimmten Höhe erhalten. Auch ih meine, daß es dringend notwendig ist, die gesamte Getreideernte mögli>st ras< um zu wissen, wieviel wir zur Ernährung verfügbar

stelle, dann: stände es um unsere Volksernährung auf vielen Gebieten besser. Im Gegensaß zum Herrn Staatssekretär schäße ich unsere l illionen Tonnen. * Jch bin nun nicht der Meinung, daß wir deshalb die Kartoffelration auf 10 Pfund erhöhen dürfen. Wir müssen immer im Auge behalten, ‘daß wir \pätêr unserm Brot einen größeren Kartoffelzusaß werden geben müssen, wenn wir mit dem Brot reichem wollen. Von dem Prämiensaß zur Förderung des Kartoffelanbaus verspreche i< mir nicht allzu viel, dagegen mehr von der Erleichterung des Bezuges von Saatkartoßifeln, die gerade den kleinen Leuten zugute kommt. Notwendig ist auch die Förderung des Frühgemüsebaus, Die vielen Verordnungen maten ja dem Landwirt viel Arbeit, aber ohne Bestandsaufnahme läßt si die Volksernährung. nicht regeln. Eine richtige - Ce tik ist die

er: sind: aller»

immissión, wêlche

<läge machen joll, müssen wir ablehnen. Durck eine neue Kotnmission wird die Arbeit “nur: ets>wert- und - verzögert. * Durch ratungen Ms wir die Regierung, die für die Volksernährung zu sorgen hat. enn wir alle zusammenhalten in Stadt und Land, werden wir au< den Wirtschaftskrieg gewinnen. (Beifall bei den O. (urt: Vadbein ererik M V °

Abg. Brü reifons.): Nachdem der frühere Landwirtschafts- minister Freiherr von Schorlemer fi < ablehnend gegen ‘die zwangs- weise Belieferung der Oie mit Pglen verhalten hatte und auch der jeßige Landwirtschaftsminister Bedenken außerte, hat die (preußishe Staatsregierung auf die Sache doch eingehen müssen, weil durch die Bundesrätsverordnung vom 12. Juli d. J. die -Zentral- behörden die Frage regeln mußten. - Die Bestimmung, daß von allen Ereilanen ein Drittel an die Großstädte aggliefert werden muß, eraibt fein wesentlides Resultat. Das Nächrichtenamt des Berliner Magistrats wies z. B. in einer Notiz als bésondéren Grfolg darauf hin, daß in der Zeît vom 15. bis Ende Oktober 10 046 Hasen für die Vieh-

Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf, Neukölln, Lichtenberg, Stralau sowie die Kreise Teltow und Niedetbarnim. Um M Resultat zu erzielen, soll die deutsche Jägerei eingeshnürt und untér Aufsicht gestellt werden: Der Höchstpreis der Hasen ist so gering, da das verwendbare Stet um mehr als die Hôlfte billiger ist als Rehfleish. Der Höchstpreis Für Hasen ist in Préußen géringet als irgendwo in Deut\land. Die Anordnung, daß bèêi Treibjagden éin Drittel der Stro>ke “an Erei abgeliefert wérden und d

d dèr Jägdberochtigtè tut ein. Drittel behält, wird zur Zunahme. der Suchs

ira

(Fortsehung in der Zweiton Beilage)

ps / l C Wenn die Futtermittele preije gesenkt würden, würde nicht so viel Getreide verfüttert werden dann wäre so viel Brotgetréide vorhänden, M ntan auf ‘die Kär4 ' an treibt jeßt im renzen

Großagrariern t alles fort-

ziale üróshaft

citern, 5 ( ülle ‘ünd Fülle und können gegén ihre Vorräte alles im But erhalten. Je länger der Krieg : äst. Auch alle anderen, die viel

Die Mißstände dürfen nicht weitergehen. s. Prole- : Es ist bedauerlih, daß wir < und S eben können. Aber wir“ dürfen unseren ürlih abschlahten. Wir müssen ihn auf

zw erfassen,”

wis S 1 ar haben. Wenn' alle Kriegsgesellhaften so gearbeitet hätten, wie die Reichsgetreide-:

nte E Den | Ko

¿unsere:.Bes

Berlin,

zum Deutschen Reihsan

ia

(T5 (ortsehung nus ber Ersten Beilage.) #11:91%

Tagden führen und dadur zur Verminderung der Wildjägden. Die F tigten müssen jeßt Listen führen uber alles Wild, das ‘sie Sgiteres Sie: Ten Des Jag i e Aus den Listen muß die Jagd- Urt, der. Tag der Erlegung de

ng des Wi und der Verbleib des Wildes ersehen jein. Die Behörden, eins{ließlih- der Abnahmestelle Wildhändler), können täglich Vorlegung

erlegen, einerlei bei we

r Listen verlangen. Zu-

Aviderhandlung gegen diese Bestimmung wird mit einer Geldbuße bis zu 10 000 Mark oder einem hr Gefängnis bedroht. Wenn es si um den d pes der grundle Bestimmungen der Volksérnährung handelt, sind E Strafen angebracht, nicht aber, wenn es sih um solhe nußlosen Kleinigkeiten handelt. Die Regierung hat in der Staatshaushaltskommi}ssion die Ausführungsanweisungen lediglich dur .den Hinweis auf die Mitarbeit des Allgemeinen Deutschen Sagdvereins. zu begründen. gesuht. Es jy zu bedauern, daß dieser Ah -niht hat angelegen sein lassen, die \<limmsten Bestimmungen fern zw halten. Wenn die preußischen Centra een diese Be- \timmungen aufrecht erhalten wollen, so [gz ten sie jedenfalls anordnen, daß auf Antrag des Jagdberehti ten für einzelne Treibjagden die Bestimmungen, soweit Ha}en in Betracht kommen, von den ommunal- verbänden außer Kraft geseßt werden können. Bei Aufrechterhaltung

- der jeßigen Bestimmungen ergibt si unter Umständen die As daß, wenn die Stre>e klein is und ein Jagdverein viele Mitglieder hat, auf jedes Mitglicd des Vereins nur ein halber Hass kommen kann. (Beifall auf vershiédenen Seiten des Hauses.) / | Abg. Jan y (kons.): Dem Abg. Wenke evwidere i, daß si< meine F raion verhältnismäßig viel weniger an den Wortmeldungen %eteiligt als die Fraktionen und Frafktiönchen der Linken. Gerate die Ausführungen des Abg. Wenke nötigen mi zur Erwiderung; sie \cienen von der Befürchtung [beeinflußt zu sein, von dem nachfoligen- den Redner der Sozialdemokraten in der Agitation gegen den ber- Hhaßten Großgrundbesib no< übertrumpft zu werden. (Sehr vihtig! re<ts.) Bei der großen Masse unrichtiger, durh Sachkenntnis nicht getrübter Ausführungen der Abgg. Wenke und Hofer ist es ved ihwer zu entscheiden, wem von beiden die Palme gzuzuerkennen ist. Der Abg. nke \priht immer mit der Tendenz, einen Keil wischen y Are und Kleingrundbesihß gu treiben. Der Milchpreis war (hon im Frieden zu: niedrig, um den kleinen Besißer zu Fortschritten in der Milcherzeugung zu veranlassen. Bei einem Preise von 6 bis 9 Pfennig für das Liter llohnte es E einmall für ganze Ortschaften, einen Wagen zu halten, um die Milch in die Stadt zu bringen. Alle Sorgen wären jeßt aebannt, wenn \<on in der Friedensgeit die Kar- toffel eine richlige Würdigung auf dem öffentlichen Markt gefunden ih i us\scaltung der

hätte. Dem . Hofer fann ih in bezug auf die A Preisfrage und N rung der Zwanasproduktion nicht folgen. Der Abg. Braun behauptete, daß ein Großgrundbesiger in Schlesien im »srühjahr seinen Getreidedrush v hätte, üm von der Früh- druschprämie, von der er damals wahrscheinlih überhaupt e nichts wußte, auh für das vorjähripe Korn Nußen zu ziehen. J enne ben Fall und erkläre, dah E ein Zentner der alten Ernte von der Bergünstigung der Frühdrus e mitbetroffen ist. (Hört, hört, rechts.) Aber wir legen nunmehr Wert darauf, daß die vom Abg. Braun gewünschte mine She hob vollem Umfang eintritt. FZ3:ft ver-Vorwur den worden, daß _m A Viehbestand gelassen hat. Aber diese Tad (ichbetes Vieh, dessen Grhaltung im JInterésse der Allgemeinheit liegt. arüdweisen muß i<_au< den Vorwurf, daß der Großgruntbesiß ein Snteresse an. der Verlängerung des Krieges hat. Wer in so s{<werer eit nur an seine eigenen Interessen denkt, der ist genau (o verächt- Cih wie der, der diese Zeit benußt, 4m seinen politischen Machthunger gu befriedigen. Der Statsfekrehär hat eine g der Liéfe- rungsverträge zugesagt, Hoffentlich wird dabei auf den Vorschlag des Neunerauéf<usses €i ngen, ‘der darauf hinausläuft, daß in diesen Deritdget au beiden Seiten ein gleiches Verhältnis geschaffen wird. Der Landwirt hat ein Interesse daran, möglichst shnell zu erfahren, über welhe Mengen ev 1m Frühjahr verfügen bann. Wenn der Land- wirt nicht weiß, wieviel Kartoffeln er übrig hat, dann kann er keine Schweine halten und kene Schweinemast treiben. Im En Früh- jahr a wir zudem unsere Kartoffelerzeugung fo sicher stellen, uns Rüclschläge, wie im Jahre 1916, E L sind. Dazu gehört aber die nôtige Bereitstellung der Aus}aat. Es ist eine falsche |Einschäßung der Verhältnisse auf dem Lande, wenn man annimmt, ie Saatkartoffeln könnten aus der Menge genommen werden, die dem Landwirt als Schwund und für andere Dinge angerechnet würden. Außerdem sind die Bestimmungen darübev so unklar, daß. sie leit überschritten werden können. Ueberhaupt müßte sich jeßt jedes Ritter- gut extra einen Assessor halten, nur um _sih durch die vielen Ver- fügungen zuvedtfinden ju können. Die Sorge, die der Landwirt in dieser Beziehung hat, it ja auch. in der geringen Schäßung zutage ge- treten, die hier mehrmals bemängelt worden ist. Auf Grund der niedrigen Angaben sind erst die nachträglichen Nachprüfungen langeornet worden. Es ist fragli<h, ob man umgekehrt auch so verfahren Hätte. [Bei -zu- g Scöbungen hätte die Gefahr vorgelegen, die Kart selratien zu hoh anzusehen, \o 20s dann im Frühjahr sier Mangel eingetreten wäre. Ich sehe nit ein, weshalb man es nicht offen aus\prechen solle, daß wir im Sommergetreide ein so großes Defizit gehabt haben, das durch die Kartoffel. gede>t werden muß. Dann wird die \tädtishe Bevöl- kerung nicht so unvernünftig sein und auf Sun der Kartoffel- ration bestehen. Vor dem Kriege hat eine total falshe Bewertung der Kartoffel stattgefunden. Mit dem Antrage, die Kartoffelerzeugung qu stärken, ist niht genug S. Weiteres behalten wir: uns zum Landwirtschaftsetat vor. r i muß all die Fürsorge zuteil werden, ‘die ihr im Interesse unserer Volksernährung zukommt. Heute noch besißen wir in dieser Beziehung kein staatliches Institut. Alles Hat hier die Privatinitiative getan. Die Staatsregierung muß für die Je rung, des Kartoffelbaues in. der Zukünft Sorge tragen. Wir bitten deshalb, den Aus\{ußantrag- anzunehmen. ;

Aa, Bulffert-Meye r. (kons): Die Sthwierigkeiten in

den Städten werden nit dadur< gemildert, daß man einseitig den onsümentenstandpunkt in den ordergrund iebt, Die a menten sind zu leiht geneigt, der Landwirtschaft-alle Schuld in die Schuhe zu schieben. Dieser glaubt man_auch allerlei Ratschläge geben fi können. Das beweist, wie wenig Verständnis für die landwirt- l ola Verhältnisse no< in großen Teilen des Volkes vorhanden ist, Es 1 nötig, bei Aufsicht und Revision nur Personen heranzu- Me die von der Landwirtschaft viel verstehen. rx Landwirt ver- teht nicht, wie man DoGlprei e so festseßen kann, daß er nur die Hälfte und die andere Hälfte der Großhandel bekommt. Außerdem muß er sehen, daß die Höchstpreise. t den. Großhandel meist nur auf dem Papier stehen, Für die Lan! a, gilt es: Mehr Praris, weniger Theorie. Dann werden. wir durchhalten zum Wohle des E Ge E. ans): Sm Milében béftaa g. Delhges- ensleben (Ton].): «Sm ¿Frieden De vom Sommer zum Winter ein ridtige ih in der Viehhaltung

y r Ausgleih in | wischen den Molkereien und den Aben traften; die

L rue

wirtschaft hat dieses Verhältnis aber zerstört und dadurch die Mil: f je ng verringert. Am meisten at dann die Herabseßung der “Hleilhpreise Ga eingegriffen. Das Bun kann. nur. no< mit Bert als Schlachtvieh abgegeben' wérden. * Eine ‘ungeheure Menge ¿bon Getreide ahe die. Hamster fortges<hleppt; das Geschlecht der Homster vermehrt si gewaltig, ein guts Hamsterpaar bringt es „M Gahre auf 100 Junge, Jeder Grundbesißer sollte verpflichtet

4

R Via P Hod E

Zweite Beilage | zeiger und Königlih Preußishen Staatsanzeiger.

werden, den Hamster abzuschießen, und die Gemeinden sollten gemein- schaftlich gegen diese Plage vorgehen. Die Förderung des Zuckerrüben- anbaues it nur mit Hilfe der richtigen eas nötig. Ein Unrecht ist es, daß den Landwirten die Kriegsgefangenen im Herbst entzogen worden sind, und sehr shwer wird" es von den Landwirten empfunden, daß sie ihre Pferde an dié Heeresverwaltung zu einem Preise abgeben g ‘der niedriger ist als der, den sie für den Ersaß anlegen müssen. Endlich bitte i< im b A e meiner Freunde den Staatskomissar, von der Abstufung der Fleischration Auen der “großen Städte Abstand zu nehmen und sih nicht dur< die Sirenen-

fange von der Linken zur Abschlahtung unseres Viehbestandes be- timmen zu lassen. Um die Schwierigkeiten in ee Ernährung zu mildern, is es nötig, daß die einzelnen Bevölkerungsschichten si< besser - verstehen und wieder Vertrauen zu einander gewinnen. Dann werden wir auch 1m Innern den Krieg gewinnen, wie es Hindenburg 6 ens Soldaten dem äußeren Feinde gegenüber tut, (Beifall rets.

Avg. Grunenbe rg (Zentr.): Unsere ganze gegenwärtige Wirtk- schaftspolitik muß unter dem Gesichtspunkte der Gemeinwirt|chaft be- urteilt werden. Das ist leider nit geschehen, So hat man den Han- del viel zu viel veglementiert. Man wollte ihn in die Gemeinwirt- schaft einspannen, aber durh das System der Beschlagnahme usw. hat man das Gegenteil erreiht. So ijt es gelommen, daß unser ganzes Volk in materieller und sittlicher Hinsicht großen Schaden erlitten hat. Vor allen Dingen haben die unteren Handelsstände, das Kleingewerbe und der Kleinhandel gelitten. Ganze Zweige des Haidwerks und des Kleinhandels sind ausgeschaltet worden. Aber nicht nur der Konsu- ment, sondern auch der Erzeuger, vor allem der Landwirt, hat an der freien Entwiklung des Handels das größte Interesse. Wir verlangen deshalb möglid\t baldige Wiedereinsezung des Handels in seine vollen Fretheiten und in seine vollen Ne<te. Das kann natürlih nur all- mählich geschehen. Deshalb muß für die Uebergangswirtschaft ein großzügiger Plan aufgestellt werden. Die hierbei auftauchenden s<wie- rigen Fragen dürfen aber nit von den Behörden allein gelöst werden, sondern es muß geschehen unter Beteiligung von Handel, Handwerk und Kleingewerbo. Vor allem ift dabei E Ausbau des Kllein- handels und Handwerks und ein Ausbau des Konsulatswesens, das heute

roße Mängel aufweist. Weiter sind notwendig Maßregeln zur Aus- haltung des englischen Zwischenhandels, naddem uns die Gngländex ür die Zeit nah dem Kriege den Wirtschaftskrieg O haben. Bei der Wiedereinsetzung des freien Handels wird auch die ganze Um- estaltung des Bedarfs zu berücsichtigen sein. Die eingeführten Roh- sto fe müssen durch die Örganisationen bon Handel und Handwerk ver-

ilt werden. Wir erwarten, daß für das Hankwerk Durchgreifendes geschieht, ebenso für den Kleinhandel, der materiell und ideell auf das schwerste geschädigt und. in eine geradezu unerträglihe Lage hinein- ebraht worden ist. Wir verlangen unter allen Umständen die Er- haltung des gewerblichen Mittelstandes dur staatlich ovganijierten

usammers{luß, wir verlangen baldige Wiederherstellung von An- gebot und ahfrage; wir lehnen jeden Staatssozialismus ab und fordern die Wiedéreinseßung des dur seine fenntnis und dur< foi Warenkenuntnis \{<le<thin unentbehrlichen Handels. (Beifall.)

Nach einigen kurzen Bemerkungen der Abgeordneten

Rappold (Bent U Veltin (Zentr.). werden die: Be- [unse des Ausschu}ses. angenommen bis auf den Antvag

ie Auslobimng einer Anbauprämie für Kartoffeln vorsieht. Die Anträge der Freikonservativen, der Fortschrittlichen Volkspar- tei und der Sozialdemokraten werden abgelehnt. Der Antrag Hammer auf Wiedereinführung des fueien Handels wird an- genommen.

__ Der Antrag Eer t- Potsdam (freikons.) und T R nb in der die Regierung ersucht wird, dahin wirken zu wollen, daß den mittelbaren Staatsbeamten, Lehrern und Geistlichen die- selbe Teuerungszulage wie den unmittelbaren Beamten in glei- cher Stellung gewährt werde, wird ohne Erörterung dem ver- stärkten Haushaltsausfschuß überwiesen.

Damit ist die Tagesordnung -erledigt.

Nächste Sizung: Mittwoch, den 5. Dezember, vormittags 11 Uhr (Wahlrechtsvorlagen und Hérrenhausvorlage).

Schluß- nah 146 Uhr. : |

E

Handel! und Gewerbe, Luxemburg. '

Ausfuhrverbote. Etn Beschluß der Großkerzoglih Lurem- burgischen daa vom 13. Novemtub 1917 lautet: R

Art. 1. Die nachbezeihneten Prcduïte und Bedarf sgegenstände fo ni<t- mehr zum freien Verkehr zwishen dem Gro fiherzogtum uxemburg und den ZolUvereinsläudern zvgelassen : 1) Gewürze (Nr. 21 der in Art. 1 des Beschlusses vom 4. August 1916 veröffentlidten Liste); ' 2) Holz, Holuwaren, Holzkohle, Holzmehl (Nr. 29 derselben Usle). ri. 2. Us. Art. 3. Gegenwäetiger Beschluß tritt am Tage seiner Ver- öffentliGung im „Meworia!“ in Kraft. - (Viemorial tes Großherzogstum Luxemêturg vom 17. November 1917 S. 1273.)

Dänemark.

Ausfuhrbewill igung für Weißkobl. Das Justiz« ministerium hat unter dem 12. November 1917 Bewilligung für die Ausfuhr einer begrenzten Menge Winterweißkohl erteilk. Die weitere Dresührung der Ausfuhrbewilligung ist der Allgemeinen dänisheu Gärtnervereinigung übertragen worden. (Nah Berlingske

Tidende.)

Verkauf, Ausfuhr und Verfrahtung von S<hi ffen. Dem Felkketing ift am 14. November 1917 eine Vorlage über Ver- kauf, ne und VerfraŸhliung von S@Whiffen zu gen.

Die Vorlage enthält eine Zusammenfassung bereits geltender Be- stimmungen und erweitert dieze in versGtedenen wihtigen Punkten.

(Nach Berlinske Tidende.)

Kowno, 1. Dezember. Der Umlauf an Darlehnskassen- hein en der Darlehnsfkasie Oft i} laut Korrespondenz B. im ovember d. J. weiter von 136 813.532 auf 159 038 382 Rubel ge- \tiegen. Von dem Umlauf am 30. November entfielen auf die großen E zu drei Nubel uud aufwärts 123 195 600 Rubel egen 10ò 522 390 Rubel Ende Oktoker d. J. und auf die kleinen Abs@n von 20 Kopéken bis zu einém T fn8gesamt 35842 782 gegen 31 291 142 Rudel. : / i Brüssel, 29. November. (W. T. B.) Ausweis des Noten- departemeuts der Sociéts Gênórale de Se ataue vom 29. November (in Kiammern vom 22. Jertibes - Aktivo. Metall- bestand und deuts<hes Seld 46 148459 (47 847 588)

; f r., Gut- baben im Auslande 448 316.903 (448 368 953) Fr. Delea en Euthaben im/ Auslande 98 372815 (92 320 264) Fr,

„Der -

gégen S{hatzsheine der hbelgisGen Bren (gemäß Artikel 6 Zier 7 der Vorschriften) 4809 000 (480 000 000) Fr., Wechsel und Sche>s auf cle läße 120231 087 (113 901 947 T, Darlehen gegen inländl<e Wertpapiere 2 630412 (2 658 812) Fx., sonstige Akiiven 24 708.029 (24 702 326) Fr., zusammen 1 214 407 205 f 209-799 890) Fr. Passtva. Beirag der umlaufenden Noten

083 058 759 (10834091 251) Fr., Giroguthaben - 96414777 (90 850 461) Fr., sonstige Passiten 34 933 669 (34 858 178) Fr., ¡usammen i 214 407 205 (1 209 799 890) Fr.

Börse tin Berlin, (Notierungen tes Börsenvorstandes) «“

vom 3. Dezember vom 29. November Geld Brief Seld Brief

T b E 4 E 4

New Yak 1 Dollar _— _— _— olland 100 Gulden 286} 287 2892 ot änemark 100 Kronen 218 218 220 220k S{hweden 100 Kronen 219 247 248 220

für

Norwegen 100 Kronen 219 220 t 2 Schweiz 100 Franken 152 1524 153} 1532

tens» Budapest 100 Kronen 6420 64,30 6420 64,30

Bulgarien 100 Leva 80} 81 80} 81 Konstanti- * 100 Piaster 2025 20,35 20,25 20,35

nopel Madrid urd 1363 1374 1364 1374

Barcelona 100 Pesetas

Der heutige Wertpapiermarkt zeigte eine überwiegend feste Haltung, das Geschäft verlief etwas unregelmäßig im Zusammenbang mit den heute zum ersten Male bewirkten börsenamtlichen Preis- feslseßungen. Verschiedene K.ieg9werte waren höher, aber auh Schisfahrtsäkt?en waren begehrt. Der S{hluß war fest.

Kursderihte von auswärtigen Fondsmärkten.

London, 22. November. (W. T. B.) 50% Kriegsanleihe. 93k, 4 9/% Krieg8anleibe 1004, 3{ 9% Srieubauteibé 85. t

London, 30, November. (W.T.B.) 2} 9% Englishe Konsols 56, 99% Argentinier von 1886 —, 49/6 Brasilianer von 1889 55k, 4 9% Japaner von 1899 743, Portugieten —, 5 % Ruffen von 1906 —, 4} 9% Russen von 1909 —, timore and Obio —, Canadian Pacific 159, Erte —, National Railways of Mexiko —, Fennful ——, Southern Pacific —,—, Union Pacific —,—, Tito G Cet s O Bere t 1 Wars

n I ' e MOJS , '

Randmines 3.

London, 1. Dezember. (W. T. B.) WeSfel auf Amfierbam kurz 10,80, Wedfel- auf Paris kurz 27,234. Wechsel auf Pe kurz 362. Privatdie?ont 425/;,, Silber 424. vas tas

Amsterdam, 1. Dezember. (W.T. B.) Nuhig. | Berlin 37,75, Wechsel auf Wien 23,90 N a 54,60, Wechsel auf Kopenhagen 75,00, Wesel auf Sto>bholm 85,00. Wechsel auf New Vork —,—, We<fel auf London 11,00, Wechsel auf Yaris. 40,90. 5 9% Nieberländis@e Staatsanleihe 1003, Obl 3% Niederländ. W. S. —, Königl. Niederländ. Petroleum 5613, Holland-Amerikl'a-Linie 4334, Niederländ. -Indische Iehank 245, Atchison, Topeka u. Santa Fs 912, Ro> Island —,—, Southern Pacific —, Southern Railway —, Union Pacific 1223*®), Anaconda 135x, United States Steel Corp. 932*), Fray18K\{<-Englis<e An- leihe —, Hamburg-Amertka-Linie —. *) exkl. Dividende. Kope-nhagen, 1. Dezember. (W. T. B.) Sichtwehsel auf Hamburg 50,25, do. auf Amsterdam 135,00, do. auf London 14,60,

* Sto>holm, 1. Dezember, (V. T. B) Siéwedsel auf o>holm, 1. Dezember. , T. B. : Berlin 46,00, do. auf Amsterdam 120,00, do. N \{<weizerishe Plätze

63,00, do. auf London 13,25, do. auf Paris 47,00.

New York, 1. Dezember. (S{luß.) (W. T. B.) In An- betraŸht der ungewissen politisGen Lage war die Stimmung der Börse bet Beginn gedrü>t, die Kursabf<wähungen für Bahner:- und ÎIn- distrieweite bielten si< aber in men Grenzen. Jn der ureiten Börsenstunde kam auf De>kungen und Rü>läufe ein etwas festerer Grundton / zum Vorschein und dle Nü>kgänge wurden fast sämtlih - eingeholt. Bet S{luß war die Haltung wieder etwas \{wädher. Der Umsas beunferte #|< auf 140 000 Alter. Tendènz für Geld: Nominell. Geld auf 24 Stuuden <nittsfay nom., auf 24 Stunden legtes Darlehen nom., el on 60 Tage) 4,71,50, Cable Transfers 4,7645, Wechsel auf

is auf Siht 5,75,25, Wesel auf Berlin auf Sicht —,—,

lber in Barren 844, 3 9/9 Northern Pacific Bont3 —, 4% Ver. Staat. Bonds 1925 —,—, ifon Toveka u. Santa Fs —, Baltimore and Ohio 463, Canadian Pacific 1324, Chesepeake u. Ohio 4624, Chicago, Milwaukee u. St. Paul 36, ver u. Rio Grarde 5, JZlinois Central 93, Louisville u. Nashville 1164, New York Central 688, Norfolk u. Westera 1024, Pennsylvania 453, Reading 70, Southern Pacific 815, Union PDacific 112, Anaconda Copper Mining 57, United States Steel Corporation 924, do.

a0 de Janeiro, 21. November. (W. T. B) Wesel auf

Kursberihte von auswärtigen Warenmärkten.

London, 30. November. (W. T. B.) Kupfer prompt 110.

Liverpool, 29. November. (W.T. B.) Baumwolle: Las

Ballen, Eivfuhr 24700 Ballen, davon 14800 Ballen ameri-

fanis%$e Baumwolle. Für Januar 22,80, für Februar 22,79. Liveryool, 21. November. B B.) Baumwolle.

Amerikanishe unverändert, Indishe (Surats) 15 Punkte höher. - Liverpool, 22. November. T.

G B.) Baumwolle. Amerikanis@e 11, BrasilianisGe und A-cvptishe je 10 P

her. i i y V atanSestet 30. November. B. T. B.) Garne: 30er Water twist kurante Qualität i (Oindlay) 36 Pence. Tücher: Printers 31 er

12 Yards 17 X 17

NewYork, 1. D . (W. T. B.) (S@&{luß.) Baumwolle [oko middling 30,90, do. für Dezember 30,05, do. für Januar 29,28, do.

für Februar- 29,11, New Orleans do. loko middling 29,13, refined (in A 15,50, do. Stand. white in New Vet 11,15, do. T ¿ do. Credit e Ra at Dil City 3,50, me M: P 0. h uter entrifugal ——, Hard Winter Nr. 2 226,

Mehl S - Wheat clears (neu) 10,15—10,25, G

na. Liverpool. nom., Kaffee Nr. 7 lokó 74, do. für 6,95, do, für Januar 7,09, do. für März 7,24, Zinn —,—