1918 / 98 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

als für die A in diesem Hause :

vihtig gesagt worden: S<blempe fein Vieh, ohne

llgemeinheit. Es if einmal rden: Ohne Brennerei keine Scblempe: ohne Vieh kein Dünger, obne Dünger keine Kartoffeln. Die Erzeugung des Spiritus aus Kar- toffeln bringt unserer gesamten Volkswirtschaft und Volks- ernährung weit böbere Werte, als sie die synthetishe Spiritus- fabrikation erzeugen kann. Man brau<t nur daran zu denten, daß aus den Brennereien die Scblempe kommt, die ein hobwertiges Futtermitiel afft und so die Kartoffeln nah der Entziehung des Ttobols in bester Weise augnußt. Die Vorlagen gewähren den Brennern keineêwegs eine ausreihende Entschädigung für die Ver- luste, die sie dur< die Einrichtung des Monopols erleiden. Jn ‘dem Bevrat, der für das Monopol eingeseßt werden soll, haben eigentlich die Brenner nicbts zu sagen. Es wird in der Kommission dafür zu ‘sorgen sein, daß die Brennereien einen gréßeren Einfluß erhalten. Wir werden mitarbeiten und dafür sorgen, daß die Steuern eine Gestalt annehmen, die es verhinde:t, daß unser Volk wirtscaftlich bernibtet wird, wie unsere Feinde es ‘hoffen. Um das zu verhindern, müssen wir dafür sorgen, daß au unsere Feinde beitragen an der Aufbringung der Lastcn, die uns auferlegt werden. (Lebhafter Beifall rets.)

Abg. Wurm diesen Vorlagen zeigt {wächsten l

(U S093): Auch bot [ Klassen im werden. Die

si< wieder, daß den wirts{aftlich Volke die größten Lasten auferlegt wirtschaft- lide Leistungefahigkeit läßt si<h nur dann treffen, wenn man genau na< Einkommen und Vermögen die direkten Steuern be- messen würde. Mit indirekten Steuern i} eine \ol<he Verteilung überbaupt unmögli, Es gilt aber hier immer noc& der alte Grund saß Bimar>ks, daß man indirekte Steuern deshalb einführt, weil s{hwerer zu bere<nen ist, wieviel der einzelne bezahlt. Die Ge- tränkesteuern sind am allerwenigsten na< der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bemcssen. Sie sind geradezu verbunden mit Liebes- gaben für die Produzenten, um ihnen no< größere Preofite zu ver- \haffen. Sogar die armseligen Limonaden und Mineralwässer werder bon der Steuer betroffen. Die Spirituszentrall» beherr\<t beute den gesamten Markt und diktiert den Verbrauchern diz Preise. Diese Herrschaft wird dur das neue Monopol verewigt. Künstlih wird der te<nisbe Forts<ritt aufgehalten, künstliß werden die agrariscen Stnapébrennezr ges<üßt vor der Konkurrenz des aus Kalztumkarbid berzustellenden Spiritus. (Hört, hört! bei den U. Sozialdemokraten.) Durch die mcderne Technik sind die Brennereien zum größten Teil

für die landwirtshaftlide E-zeugung überflüfsiq geworden. Das bie auéfallende Viebfutter läßt sid auf andere Weise leit erscßen. Di frei werdenden Kartoffelmengen werden besser getrod>net. 1ebt borgesehenen Monopol bleibt der Betrieb in ‘den Händen der SpirituSzentrale, so daß sid also wenig ändert. Der sogenannte Beirat wird im übrigen {on dafür sorgen, daß die agraris<en Inter- essen keinen Schaden leiden. Das Spiritusmonopol schafft uns Scnapépreise, die in ganz Europa obne gleichen dastehen. Das ist der Gipfel de: Ausnußung der politis@en Macht geocnüber den &rmsten Teilen der Bevölkerung. Gegen eine solde Steuer muß deshalb bon vornherein ein jeder Sozialist schärfsten Widerspru er- beben.

Abg. Mumm (Deutsche Fraktion): Wir werden \org- fam zu prüfen haben, wie eine gere<te Verteilung der Steuer möglih sein wird. Weil es s hier um das erste Monopol handelt, dem andere folgen müssen, we:den wir Hier besondere Auf- merksamkeit anwenden müssen. Es ist zu erwägen, ob cs nit besser ist, den Brennereien die Abfindung auf einmal als in Raten zu geben, damit sie sih scfort eine neue Eristenz gründen können. Fch würde es freudig begrüßen, wenn wir einen Teil der Erträge Aus diesem Monopol zur Bekämpfung des Alkoholismus verwendeten. Deshalb bin i< au gegen die Besteuerung der alkoholishen Ge- tränke. Diese Steuern sind aub te<ni\{ kaum durchführbar. Dur ste werden zudem wieder eine große Anzahl kleinerer und mittlerer Eristenzen vernichtet.

Damit {ließt die Aussprache.

Nach persönlichen Bemerkungen der Abgg. Dr. Blun> und Dr. Roesi>ke werden die Steuervorlagen den beantragten Ausschüssen überwiesen. /

SEdiluß gegen 7 Uhr. Nächste us Freitag 206. April, 1 Uhr. (Anfragen, Vetitionen

Bei

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r leinere Vorlagen.)

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Haus der Abgeorbvneten, 135. Sigung vom 25. April 1918, Vormittags 11 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphenbüro.)

Am Regierungstische: der Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten von Eisenhart-Nothe.

Präsident Dr. Grafvon Schwerin eröffnet die Sißung nach 114 Uhr.

Die Beratung des Haushalts der landwirt- shaftlihen Verwa ltung wird fortgeseßt. Hierzu ist noch ein Antrag der Abgg. uhrmann (nl.) und Ge- nossen zur Abänderung des Antrages Aronsohn (Fortschr. Volksp.) gestellt worden. Der Antrag Aronsohn will den kon- servativen Antrag Ahrens, betreffend Versorgung der Kriegs- beschädigten mit Hilfe einer Kriegsentschädigung ; dahin abändern, ‘daß die Kriegsentschädigung herausgestrichen und dafür die Versorgung der Kriegsbeschädigten als eine „Ehrenpflicht, für welche unter allen Umständen ausreichende Mittel aufgebracht werden müssen“, bezeichnet wird. Hierzu be- antragt der Abg. Fuhrmann den Zusaß: „mit Hilfe einer un- seren Feinden aufzuerlegenden Kriegsentschädigung“.

Ug An (kons.): Jch freue mich, daß gestern auch von frei- finniger Seite den Ausführungen des Abg. Braun, die au<h nicht einen Hauch deutschen Geistes zeigten, entgegengetreten worden ift. Jch bitte den Herrn Landwirtschaftsminister, gegenüber dem im Reichstage vorliegenden Gesetzentwurf über das Spiritusmonopol alle Aufmerksamkeit darauf zu richten, daß die landwirtschaftliche Grundlage nicht im Sinne des Abg, Hofer vershoben wird. Es tut mir leid um das s{öne Geld, das für die Versuche hergegeben ist für die Herstellung von Alkohol aus anderen Stoffen. Das wäre besser zur Förderung der landwirtschaftlihen Er- deugung verwendet worden. Abzuweisen is es auc, die Kar- toffelbrennerei in Zukunft dur< die KartoffeltroXnung zu erseßen. Wir s{ähen ihren Wert absolut nit gering ein, sondern sind der Meinung, daß auch sie gefördert werden wird. Aber der große Unter- schied besteht darin, daß bei der Brennerei die Nährstoffe des A>ers erhalten bleiben. Bei der Kartoffeltro>nerei müssen sie dann \päter deim Aer in anderer Form wieder zugeführt werden. Hier können wir Uns auf das Urteil des Auslandes berufen, Auch in Frankreich geht man jeßt mit der Einführung eines Alkoholmonopols um. Dabei wird die Nichtigkeit gerade der deutshen Wirtschaftspolitik voll aner- kannt. Wir haben also alle Ursache, an dem Bewährten festzuhalten. Ih halte Herrn Braun für viel zu klug, als daß er nit einsteht, daß 1b diese Kenntnis auch bei uns in immer weiteren Kreisen verbreitet. Die Statistik ist eine Waffe, deren Handhabung gelernt sein will. Jch möchte fragen, ob es nit au eine Produktionss\teigerung ist, wenn bei uns die Einfuhr von Brotgetreide ständig zurückgegangen ist. Man muß si dabei die Verhältnisse von England vor Augen führen. Wir sehen, in welche Bedrängnis England gekommen ist. Diese hat man unserer Meinung nah bei uns viel zu wenig ausgenußt, Die Be- bauptung, daß eine Preissteigerung auf die Produktion nicht einwirkt, ist vollkommen unrichtig, Gerade die Kartoffel is hierfür ein Schul- beispiel. Der Anbau der Kartoffel hat deshalb bei uns lange nit

die, mêglih gewesen wäre. Der Kleingrundbesißz

die Höhe erreicht, g muß in ganz anderer Weije gefördert werden als bisher, wenn seine

Produktionsfähigkeit wesenilih erhöht werden soll, so au< hinsihtli< des Gemüsebaues und der Geflügelzuht. Er muß do< Aussicht haben auf eine, wenn auch besheidene Rente. Als i vor zwanzig Jahren meine eigene Wirtschaft übernahm, war es mir niht mögli, mehr als 4 „5 für das Ei zu erzielen; solche niedrigen Preise sind nicht geeignet, die Produktion zu fördern. Und was soll man dazu sagen, wenn sich auf die unermüdliden Anregungen zur Steigerung ‘Der Produktion, Zur Vermehrung der Anbaufläche plößlich wie ein Reif in der Frühlings- nacl Verfügungen herntedersenken, die alles {on Erreichte wieder ! Das gilt besonders von dem Erlaß der Reichs- elle vom 13, Februar. Eine Menge solcher Verfügungen ist in der Wirkung, nein {on im Wortlaut völlig unverständ- von Verständnis für ländlihe Produktions-

verhältnisse (Zustimmung rets), sondern lediglih ein Uebermaß bürokratis<er Willkür. Nun fordert der sozialdemokratishe Antrag zur Umgestaltung des Kriegsfürsorge- und RNentenwesens eine Kriegs- adgabe bon den Erzeugern von Lebensmitteln und von den Lebens- mittelhändlern; er fordert weiter die Aufteilung der Domänen zu diesem Zwecke. Die Herren, die den Äntrag gestellt haben, irren sich vielleicht in der Adresse; er sollte statt an die Regierung an den russi- [ben Arbeitcr- und Soldatenrat gerichtet sein. Der Antrag geht von der Annahme aus, daß die Landwirtschaft während des Krieges und vom Kriege außerordentliche Gewinne erzielt hat. Tatsachlich werden

viele Éleine Bejiger ihren Besiß nah der Rückkehr in die Heimat in völlig ruiniertem Zustande wiederfinden. Auch in den Großbetrieben werden ähnliche Erfahrungen nit ausbleiben. Und wie es mit der landwirtschaftlihen Jndustrie steht, darüber sollte man in diesem Hause do nit erst no< viel Worte machen brauchen. Diesen uner- reulihen Dingen steht als erfreulides Mi t gegenüber die aroß- igige Art, wie gestern der Landwirtschaftsminister die kommenden ben der Landwirtschaft dargestellt hat. Sein Appell an die Ver- der Landwirtschaft draußen wird siherlib den allerwärmsten inden. Wir baben in der gleichen Richtung bereits in der [nträge gestellt, deren Annabme und deren Ausführung :atsregierung wir auf das bestimmteste erwarten. Auch des landwirtlscaftlicen Schulwesens hat uns stets be- Herzen gelegen. Wir- haben eine Neuordnung der re<t- i isse der Landarbeiter und namentlich ihre Vertretung in den Landiirtscaftskammern beantragt; deshalb ist der Antrag der Volkspartei auf Vertretung des Kleinbesthßes und der Arbeiter in den Landwirtschaftskammern eigentlich |

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überflüssig, zumal der Minister bereits eine Abänderung des Landwirtschaftékammergeseßes zugesagt hat. Der Antrag, den Landarbeitern volle Koalitionsfreiheit zu ge- währen, will eine politische Kampforganisation der Landarbeiter schaffen. Den politishen Kampf wollen wir aber vermeiden; denn auch nur ein Éleiner Streik der Landarbeiter kann die \{<werwiegendsten Folgen für die [landwirlscaftlide Produktion haben. Der leßte Streik im Januar hat wiederum bewiesen, daß gerade die politis$ unreifen jüngeren Arbeiter si verleiten lassen, die Arbeit niederzulegen. Dem Antrag Aronsohn, der zum Ausdruck bringt, daß die Versorgung der Kriegsteilnet-mer cine Chrenpflicht ist, für die auf jeden Fall aus- reichende Mittel aufgebraht werden müssen, können wir zustimmen, und wir stimmen au für den Antrag Fuhrmann, daß diese Mittel mit Hilfe einer &Kricgsentschädigung aufgebracht werden sollen. Es ist bo< erfreuli, daß die bürgerlichen Mehrheitéparteien im Reichstage von der Juliresc!ution zurückgetreten sind (Zustimmung re<ts), aber wir bedauern, daß die Volkspartei hier von ciner Kriegsentshädigung ni<his wissen will. Wenn sie den Kriegsbeschädigten mit ihrem Antrage nur ein Stük Papier geben, so ist das ein {le{<ter Dank für unsere braven Truvpen und für ihre nicht genug anzuerkennende Bravour. Wir hoffen, daß wir den nädsten landwirt\&%aflliten Etat unter dem Zeichen des Friedens beraten können. (Beifall re<ts.)

Abg. Lieber (nl) befürwortet einen von ibm und seiner Partei gestellten Antrag: die Regierung zu ersuchen, baldigst einen Geseßentwurf vorzulegen, dur< den die Bestimmungen über die Wahlen zu den Landwirts{aftskammern so geordnet werden, daß eine wirksame Beteiligung und eino angemessene Vertretung des gesamten landwirtsdaftlichen Berufs\tandes und der landwirtschaftliben Arbeitnehmer in den Kammern acmähr- leistet wird. Zwischen den Anträgen, die Rechtsverhältnisse der landwirtshaftlihen Arbeiter zeitgemäß zu ändern und ihnen das Koalitionsrecht zu gewähren, besteht eigentlich kein wesentlicher Unter- schied; denn die Beseitigung des Koalitionsverbots ist die Voraus- seßung für die Neuordnung des Rechtsverhältnisse. Vor allem müssen die alten Bestimmungen über die Bestrafung von Vereinigungen der landwirtsaf lichen Arbeiter beseitigt werden. Ferner müssen die Ge- sindeordnung und die Wahlbestimmungen für die Landwirtschafts- kammer zeitcemäß abgeändert werden.

Abg. Gerlach (Zentr.): Wir boffen, die allgemeine Zu- stimmung für unseren Antrag zu finden, der die im Aus\c<uß- antrag verlangten umfassenden wissenschaftlichenw Forsbungs- und Bersuchsarbeiten au<h auf die See- und Binnenfischerei aus- gedehnt wissen will. Wäre die Fischerei bei uns niht fo stiefmütterlih behandelt worden, so wären sicherlih die Er- nährungss{wierigkeiten im Kriege geringer gewesen. Notwendig ist eine umfassende staatliche Förderung von Fischzut, Fischfang und Fischabsaß. Es muß viel mehr geschehen für Binnenfischerei und See- fischerei. An der Ostsee sind in dieser Beziehung noch große Auf- gaben zu Töfen. Jn Danzig sollte eine biologische VBersuchsanstalt er- richtet werden, damit wir uns immer mehr im Fischbezug unabhängig vom Auslante machen.

Minister für Landwirtschaft, von Eisenhart-Rothe:

Meine Herren! Die Ausführungen der Herren Vorredner geben mir nur in wenigen Punkten Veranlassung, auf sie einzugehen.

Was speziell den leßten Herrn Vorredner, den Abgeordneten Gerlach, angeht, so danke i< ihm für die Anregungen, die er für die Hebung der Fischerei gegeben hat. Ueber viele seiner An- regungen {weben bereits Erwägungen, wie ihnen stattgegeben werden kann. Insbesondere ist die Errichtung einer biologisch-wissenschaft- lien Anstalt in Danzig wohl der Erwägung wert; diese Frage wird iun Minister:um eingehend geprüft werden. Daß das landwirtschaft- lihe Ministerium bemüht ist, au während der Kriegszeit die Hebung

der Fischerei möglist zu betreiben, geht {hon daraus hervor, daß,

Domänen und Forsten

wie ih Ihren mitteilen kann, no< im Laufe des Sommers ein fisbereisavciständiger Referent in das Ministerium berufen werden wird. (Brave!} Die Auswahl dieser Herren ist jeßt allerdings außer- ordentli gering, weil natürli<h au< von diesen ein großer Teil zum Heere eingezogen ist.

Nun hat der Herr Vorredner bemängelt, daß die Ausfüh- rungsanweisung für das Fischereigesebß no< nit den Provinzialbehörden zugelecitet wäre. J habe mir erlaubt, Jhnen gestern mitzuteilen, daß die Herren Regierungspräsidenten bereits seit Anfang April sih im Besiß der Ausführungsanweisung befinden, und daß au in dem „Ministerialblatt für die landwirtschaftliche Ver- waltung" die Ausführungsanweisung bereits am 5. April abgedru>t ist. Wenn sie no< nit weiter veröffentlicht ist, so liegt das lediglich an den Druckshwierigkeiten, die augenbli>lih vorliegen.

Gegen den Antrag 887, betr. die Aufnahme der See- und Vinnensfiscberei in diejenigen Angelegenheiten, die na dem Antrage der verstärkien Staatshaushaltskommission wissenschaftliß weiter- zufördern wären, hat die Staatsregierung keine Bedenken zu erbeben.

Neber die Frage der Aufnahme der landwirt\chaft- lien Arbeiter in die Landwirtshaftskammern habe ih mir gestern s{on erlaubt zu erklären, daß von der Königlichen

Staatsregierung beabsichtigt wird, dem entsprechendes Gese vorzulegen. Ih komme nuû no< mit einem Worte auf die

Herrn Abgeordneten Jany über die Gefahren, dio

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l, die mit dem B x 5

veinmonvpol für die startoffelproduktion ver ohne weite von der Pflege der Kartoffel und von deren Anb daß gerade. au die guten Erfolge in dèr Getreidee ckung des starken Kartoffelanbaus find. der Kartoffel t si aber nut erhalien, wenn die ih für Futter- und Speisezwe>e verwendet werden m1 au<h für Brennereizwe>ke nußbringend b, wenn der Brennereibetriebh rentabel i s Branntweinmonopol eine starke Steu Trinkspiritus mit \i<, es wird permutet, daß demz : des Verbrauchs an Trinkspiritus um 50 %

res anzuerkennen, daß die Landeéfultur besonders L HLTLO l

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und Carbidspiritus erwartet wird, für nit \o erboblid,

Spiritusproduttion in Deutschland beträgt rund 3 800 (an j U O QUU UUO

davon die aus Kartoffeln 2 900 000 Hettoliter, also etwa dro; fidlauge werden nur 120 000 Hektoliter und aus Holz 107

i aus Sul Hektoliter hergestellt, also nur sehr wenig gzgenüber de erzeugung. Wenn nun au< zuzugeben Cay

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dazutommt, so ist do<h zu bedenken, daß Carbid bauptsäcblich zur Her:

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e stellung des Kalksti>kstoffs gebrauczt, und daß zur Fabri Spiritus kaum nh elwas übrigbleiben wird. meiner Ansicht na< kaum in nennenswertem Umfange werden EÉönnen, da das Holz nah dem Kriege in foldem U andece wee gebrau<ht werden wird, daß zur Spiri aun noch eiwas zur Verfügung stehen wird.

ih als Konkurrenz für den Kartoffelspiritus

vsteu Spiritus aus Sulfidlauge, und da sind

acacnüber der Gesamterzeugung von 3 809 000 H erhebliche» Bedeutung.

Abg. Braun (Soz.) hält gegenüber dem seine Behauptungen über den Rückgang der landwir Produktion aufrecht. uns vom Ausland unabhängig zu machen, sei über den inländishen Bedarf hinaus Getreide nac land eingeführt worden, sondern die steigern. Jeßt im Kriege seien die Preise für die Kar

das act- bis zehnfache gestiegen. Der Antrag der sozia

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Die Zolle seten nit bestimmt gewesen, denn von Rußland

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Preise im Inland zu

toffeln um ldemoktrati-

schen Partei sei lediglich ein Gegenantrag gegen den konservativen An-

trag und soll nur feststellen, ob es den Konservativen ernst A

Fürsorge für die Kriegsbes<ädiaten.

sei mit der

Fürs ( Wenn das der Fall sei, müßten die Konservativen den soztaldemokratis<en Antrag annehmen.

Der

tonservative Antrag wolle russisches Gebiet für die Ansicdlung der

Kricgébeschädigten anweisen, die Sozialdemokraten wollten im Inlande behalten. Die Konservativen böten den Krie: ten nur Enttäuschungen. Dem Antrag Lieber würde seine stimmen. Es komme darauf an, den Landarbeitern in den

dicse aber Jóbeschädig- S CEICEE

artei zu-

Landwirt-

\chaftskammern eine wirkliche Vertretung zu schaffen. Bei dem konser-

vativen Antrag könne keine Rede davon sein. Die Landarbe m><tî unter einem Ausnahmerueht bleiben. Wenn die L

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das Koalitionsre{t erhielten, würden manhe Streitigkeiten leiter

beigelegt werden können, ohne daß es zum Streik zu komm uva S Ul (Bene) äg. : nisse der Landarbeiter haben der Kommission no< nicht

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Die Anträge über die Nechtsverhält-

vorgelegen.

Wir können es nicht verantworten, {hon beute darüber abzustimmen. O 1 2 L B! B Ll J beantrage deshalb namens meiner Fraktion, alle diese Anträge der

Staatshaushaltskemmission zu überweisen. Die Anträge der Kommission werden angenon

e ah men, Der

Antrag wegen Vereitstellung größerer Mittel für wissen- [chaftliche Forschungen auf dem landwirtschaftlichen Gebiet mit

dem vom Abg. Gerlach beantragten Zusaß, daß sich auf die Sce- und BVinnensischerei beziehen joll.

Die sämtlichen Anträge, die sich auf die Kri digtenfürsorge und die Nechtsverhältnisse der Landar ziehen, werden der Staatshaushaltskommission über!

Der Haushalt der landwirtschaftlihen Verwalt bewilligt.

Es folgt der Haushalt des riums. Dabei werden die Er Jonstigen wirtshaftlihen Fragen Die Staatshaushlaltskemmission beantragt:

die Negierung zu ersuchen:

A. dahin vorstellig zu werden, 1) daß für die Dauer d die eurforge für eine möglidit starfe und rehtzeitige

fünstlicher Düngemfittel der zuständigen militärishen Beh tragen werde, 2) daß bei der Kriegsernäbrungsamtes mehr als bisher und re<tzeitig schaftliche Sachverständige binzugezogen werden und auf die neuer Vorräte dur< Unterstüßung der landwirtschaftlichen

- -

Rücksicht genommen werde, 3) daß, soweit es die Ernährunc verhall- durch zeitweise Einschränkung des Flei|<-

nijje irgendwie zulassen,

verbrauchs sowie zunachst durch Zufubren von Vich aus de

Gebieten“ und neutralen Ländern die Erhaltung der Milchviehbestände ermöglicht werde, und daß dur alle zurzeit anwendbaren Förderung

mittel der Wiederaufbau der Scweinezuct, insbesondere esLrderunga der j seßung der Schlachtviebpreise, herbeigeführt werde. Bei seßung der Fleischrationen sind alle Orte möglichst gleichmä rüdsichtigen, 4) daß in eine sahgemäße Nachprüfung eingetre

Dies auc

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easbeshu-

‘beiter

viesen. ung wird

Staatsministe- näührungs- besprochen.

und

es Krieges Zuführung OrDe UDeTs

Borbereitung von Maßnahmen des

landwiri- Schaffung Erzeugung

n beseßten

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dur die

Ferkelerzeugung und durch eine angemessene Heraus-

der ¿Felle ßig zu be- ten werde,

ob die Preise für Milh und Molkereierzeugnisse den jeßigen Erzeu-

gungsókosten entsprecben;

b. dafür Sorge zu tragen, daß 1) die Verordnung des Bundes-

rats über Maßnahmen zur Beschränkung des Fremd und die dazu erlassenen Richtlinien wesentlih gemilder insbesondere

enverkehrs t werden,

C Sv » oj Pu! Lon N on auch erholungsbedürftigen, geistig arbeitenden Perjonen

der Besu von Bädern und Erholungéstätten. nicht ers<weri wi und außerdem in allen Fällen von der Beibringung eines A lichen Zeugnisses abgesehen wird, 2) in unserer Kriegswirtschaft d

V : Li i - ce [G Handel, insbesondere dem Getreide- und Kartoffelhandel, di

e ihm

gebührende Mitarbeit erhalten bleibt, 3) ni<t nur in Berlin, sondern auch in der Provinz Hotel- und Restaurationsbetricbe bei Bedarf

sonders beliefert werden können; R 6 c, Anordnung dahin zu treffen, daß die auf dem La

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findende Kontrolle in einer

le jekige A wendigerweise beeinträchtigen muß. Gerner beantragt die Kommission: die Negierung zu ersuchen, dafür Sorge zu

kfünstlider Düngemittel ermögliht werde, und war E Belieferung der Sticfstoffwerke mit allen mitteln Bau begriffenen Sti>{stoffabrikationsanlagen, .

arbeitung der bei den Hüttenwerken in großen Mengen unverarbeiteten Lhomass{la>e, IIL. durch stärkere Sörd Kalisalze und vermehrte Belieferung der Kaliwerke ¿we>s Herstellung hocprozentiger Kalisalze, 1V. durch

ton! iner Form erfolgt, die die Kränkung des wirts auss<ließt und jede Verleßung des Hausfriedens vermei rt der Kontrolle die Beruféfreudigkeit der Landwir

trage, daß dur<h Eingreifen der Militärverwaltung eine stärtete

und dur bes{leunigte Fertigstellung atv

nde statt- Land- dei, da te nol-

44 Zufuhr Set Betriebs- no< m < Auk- lagernden erung der

mit Kohle

sofortige

nier X

er Düngemengen an die Verbraucher unter

re als dringenden Kriegsbedarf. rstatier Abg. Hot} <- Neukirchen (fons.): Unsere Er- ah a auf die inländische Produktion verlassen. Es 1, daß wir immer auf die Einfuhr vom Ausland rechnen. n haben wir bereits eine Enttäuschung erfahren, und ine wird es wahrscheinlich ebenso geben, denn wenn dort vorhanden ist, so sehe ih noch keine Möglichkeit, die Million Tonnen Getreide von dort hierber zu bringen, noÉraten, die die Wirischaftsfrage ohne Vorurteil be- ten von der Partei immer als Außenseiter abgetan, aber ‘Call Schippel und viele andere baben gründlice siche Arbeit geliefert, und man kann über ibre Arbeit nicht (s ist allerdings richtig, das deutsche Volk ist bereit, nde alles zu geben, was erforderlih it, aber in der rage s<windet Gerehtigteit, Gründlichkeit und Logik. Die rbältnisse zwischen dem Kriegsernährungëamt und dem Land- ‘téministerium sind abgegrenzgt worden, die Macht des mnährungsamtes ist erweitert worden, aber die Erfahrung gelehrt, daß das Kriegsernährungsamt allein ni<t alle kann. Eine solche aus dem Boden gestampfte die Landwirtschaft niht wirklih fördern. In dustrie hat man vor allen Maßnahmen die Sachverständigen ind zu den Beratungen hinzugczogen, in der Landwirtschaft “n das nicht getan. An demselben Tage, als der Vizekanzler » daß die Brotration nicht herabgeseßt werden würde, rourden ¡tungen für die Anordnung der Verkürzung der Ration ólkerung getroffen. (Hört, hört! re<ts.) Muß üdtseßung der Landwirtschaft erblickt werden? idtig, rechts.) Auch den Landleuten haben im vorigen e Kartoffeln gefehlt, au sie haben Kohlrüben essen gelernt. 1 die Landwirte ganz besonders, daß die Kontrolle der oros und in so peinlicer, verlcender Form geführ

4 16n7 T f 1M i h L P pa 2 x L Der Antrag der Kommission, der sich dagegen wentet, hat 1 fn

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nd Fuß. An den Schwierigkeiten

dton s{uld. Die Anordnungen herausgekommen, als die Ô

[t waren. Die Shweinezuch zusammengebrocben,

: steigen stark. Jn folhen Fällen soll 1mmer s<hnell der

elfen. Man wird wieder einen Ferkelpreis festseben,

ichter feine Sauen lieber zur Schlachtbank führt,

verfen zu lassen. Maßregeln vom grünen Tisch helfe:

Wir braudben eine Behörde, die systematisd die ganzen

gelt, Die Kommission bat einstimmig den Antrag ange-

daß während des Krieges d ürsorge für die Zuführung

r Düngermittel ter militärif Behörde übertragen wird.

ßoden ist arm an VPhosphalsalzen, wir müssen desbalb dafür

L j d auch die Hamsterer in den Zuckerrübenbau sind lder bereits mit anderèn ist jebt

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ragen

hgen, daß die großen Phospbailager in Südamerika und Nordafrika : Deuts land gesidert werden. Davon hängt die Vroduktion andwirts<haft ab. Wenn der Fleischverbrauh nicht einge-

t wird, so 1st au< unser Rindviehbestand rettungslos ver- Die Frage ist do leßten Endes die, ob wir durchhalten

men oder niht. Wir dürfen keine falshe Preispolitik treiben. ilt ebensowohl für Fleish wie für Getreide, Der Landwirt idt unter den Produktionsfoften verkaufen. Wenn wir ine so vers>robene Preiépolitik treiben, dann weiß ih nit, iche für Broîtgetreide im nächsten Jahre so groß’ sein wird Der Anbauzwang ist eine Unmöglichkeit, erx ist der

Ende Gerade die Freiheit bei der * Bewirt-

die Deutschland so hoc gebracht hat, daß es auf

n Fläche das Doppelte anbaut wie jedes andere Land. Leider den bei den vielen Verfügungen und Verordnungen die Landwirte Aber die Hoffnung ist nicht verloren, wenn In der Landwirischaft

(l dt zu Rate gezogen. tigen Maßnahmen aetroffen werden. 7 } greße Spannkraft und Mut vorhanden. Es ist böchste Beit, daß der an seiner Stelle darauf ‘hinwirkt, daß das Volk sich zusammen- de in der Produktion von Nahrungsmitteln, und daß man sich ¡t gegenseitig in die Zügel fällt. (Beifall rets.) ter Berichterstatter Aba. Lippmann (forts{hr. Volksp.): aller Kritik an den Maßnahmen der Behörden sollte man doch t verlennen, daß die in Frage kommenden Instanzen in gewissen- fer Arbeit unendlih viel geleistet haben. Bei der Metall- nahme freilich wird ‘häufig in kleinliher Art vorgegangen. Wenn m den glorreihen Siegen unserer Truppen lesen, wenn wir er- welde ungeheuren Vorräte unsere Krieger erbeutet haben, so ht es uns, wenn kleine Gegenstände des Haushalts beschlag- werden. Dadurch entsteht materieller und ideeller Schaden. hoffen, daß eine Milderung der Verordnung erfolgt. Solange 1 den öffentlichen Gebäuden Metalle haben, wollen wir sie daraus Cbenso hat Befremden erregt die Bundesratsverordnung über ! Cinshränkung des Fremdenverkehrs. Wenn Bayern und Württem- t fh darüber beschwert haben, daß so viele Fremde zu ihnen kom- i und von ihren Lebensmitteln zehren, so berührt ein solcher parti- er Standpunkt nicht besonders angenehm. Wir erwarten eine g auch diefer Verordnung. Besonders muß die Bestimmung werden, wona zu einex Crholungsreise das Zeugnis eines tztes erforderlich ist. Die Steigerung der Produktion ist ebenso- lein Interesse der Konsumenten wie Produzenten. Infolge Dünger-

els ist unser Boden von Jahr zu Jahr mehr verarmt. Deshalb hi die Sückstoffabrikation ein kriegswichtiger Betrieb ersten Grades. \ütsorge für die Stifstoffabrikation ist ein Interesse, sowohl in uf Stickstoff, den die Industrie braucht, wie auf den, den die trishaft braucht. Eine Ernährung wie im Frieden kann unsece

ng nicht verlangen; sie zeigt au< Verständnis dafür, daß sie niger ausfommen muß. Aber sie muß au die Ueberzeugung n nnen, daß alles, was an Lebensmitteln gewonnen wird, der All- ändeit zugeführt wird, Das verbindert der Schleichhandel, und des- “iu man die Verordnung gegen den Schleihhandel als gere<t

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Möge es den strengen Strafbestimmungen gegen den

del gelingen, die Allgemeinheit gere<t mit Lebensmitteln zu _Wir müssen an den Patriotismus aller Erzeuger appellieren, Lebensmittel der Allgemeinheit z1 führen und nicht hinten

dur den Schleilßhandel vertreiben. Im übrigen haben wir Ciasdestimmungen wirklich genug, (Sehr richtig! rechts) Dem nl darf sein Gut nicht entzogen werden. Dex Schleichhandel Leer großen Organisation geworden. Selbst staatliche Betriebe Ur ihre Arbeiter durch den Schleichhandel Lebensmittel beziehen

vie Fehler des Systems und die Fehler unserer Ernten haben hifefon l, daß die Gemeinden Lebensmittel beschafflen, wo sie sie N h, senen fonnten. Für die Versorgung der Industriearbeiter sind ei 4 ¡nzialverwaltungen Jndustriezentralen eingerichtet, denen Lebens- Sen werden sollen. Hoffen wir, daß sie genügende Men- alten, um die Arbeiter ausreichend ernähren zu können. Wie n 7; ber mit der Belieferung der Gemeinden? War es “ne Gemeinde Neukölln zum Sündenbo# zu \tempeln und t nduflagen, obwohl sie nichts anderes getan hat als viele hu, f D Knegsernährungsamt hat mit dieser Anklage N Atlzoen o, allein von der Staatsanwaltschaft erhoben worden. Das Killen Ang pol der Staatsanwaltschaft bedeutet nicht, daß sie in allen dret age erheben muß; in diesem Falle sprechen Gründe höchster / asu, daß die Anklage nicht erhoben wurde. N Vern ift Produktion ist no< nit vollkommen erfaßt worden. Bei tmeinbe 0 nicht gesungen, 10 Prozent der Produktion für die bg tig. E erfasjen. Auch beim Fleisch ist die Erfassung h it Oindlo, per der Gründe dafür ist die Ausschaltung des Handels, E spricht ganz anders mit dem Produzenten als der Kommissar E Handel muß wieder eingeschaltet werden, seiner Be- tauralioe veoenSmitiel heranzuscaffen, zurückgegeben werden. Die tor L und Hotelbetriebe müssen besonders mit Lebensmitteln binden und zwar ni<t nur in Berlin, sondern au< in den tis erfolae „Die Kontrolle der Landwirte muß in angemessener der Ln, damit der Produzent nit verärgert wird. Daran ha kli, denn Mit ein Interesse. Die Viehbestände müssen wir er- C 2G s # Jm November hat das Haus cinen Antrag auf Vermehrung

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ist no< wichtiger für die Volksernährung als

des Karloffelbaues beschlossen, aber es ift nichts geschehen, die Kar- tofselanbaufläche ist jeßt no< weiter zurü>gegangen. Cs muß groß- zügiger gearbeitet werden, sonst kommen wir nit weiter. Wir werden bis zur nächsten Ernte no<h Schwierigkeiten haben, wir werden sie überwinden, aber es wird der leßte {le<te Sommer sein, denn die Siege unserer Waffen werden uns wieder die Beschaffung aus dem Aus- lande ermögliden. (Beifall) Dr.

des

Ta)

Vizepräsident Dea

Meine Herren! Der Herr Berichterstatter hat bereits in seinem Vortrage erwähnt, daß in der Kommission gewisse Beschwerden er- hoben worden sind über die Verordnung, betreffend die Metallabliefe- rung, und die Verordnung, betreffend die Bekleidung. Ich habe in der Kommission in Aussicht gestellt, mich mit den betreffenden Reichs- stellen no< einmal in Verbindung zu seßen, und kann Ihnen über das Resultat der Verhandlungen, die gepflogen worden sind, folgendes mitteilen.

Was zunächst die Beschlagnahme der Metalklgegen- stän de anbelangt, so ist die neueste Verordnung vom 26. März d. J. das Ergebnis eingehendster Verhandlungen nicht nur mit allen be- teiligten Stellen Preußens, des Reichs und der größten Bundes- staaten, sondern au< mit den Sachverständigen des Deutschen Städte- tages, der maßgebenden Haus- und Grundbesißervereine, des Ver- bandes der Waren- und Kaufhäuser und anderer Verbände gewesen. Hiernach sind so gut wie alle betroffenen Interessentengruppen zu den beabsichtigten Maßnahmen gehört worden. Alle haben die Ver- ordnung nah Berücksichtigung ihrer Wünsche in ihrer jeßigen Form Me

Um auf die einzelnen in der Kommission erhobenen B e - schwerden einzugehen, so will ih nur bemerken, wie aus der in der Verordnung enthaltenen Aufzählung der von der Beschlagnahme betroffenen Gegenstände hervorgeht, daß z. B. alte Erbstücke aus Kupfer kaum erfaßt werden können. Außerdem sind den Kommunalvyerbänden weitgehende Befugnisse für Zweifelfälle dieser Art eingeräumt.

Besonders aber möchte ih betonen, daß cine Differenzie- rung zugunsten eines Bundesstaates, wie sie aller- dings in der Kommission nit behauptet, wohl aber gerüchtweise an- gedeutet worden ist, ebenso ausgeschlossen ist, wie sie es seinerzeit bei der Beschlagnahme der Kirchenglo>ken war.

Alles in allem handelt cs sih zwar um eine Maßnahme, die gewtß tief in die privaten Rechte cingreift, die aber nun einmal zu den Notwendigkeiten des Krieges gehört. Wir können aber na< den mir gewordenen Zusiherungen au< darauf vertrauen, daß die Maßnahme mit jeder Schonung, welche der Ernst der Sache nur zuläßt, dur<geführt werden wird.

Wenn i nun zu der Frage der Kleiderabgabe übergehe, so sind auch hier die Pläne der zuständigen Reichsfstelle, der Reichs- ileidungsstelle, dur< die Verhältnisse evngegeben, namlich dur< die Notwendigkeit, einen erheblichen Teil der Arbeiter in den friegswichtigen Betrieben und namentli<h au< in der Land- wirtschaft und in der Eisenbahnverwaltung unverzüglih mit Ober- kÉleidung zu versehen. Da nun nur ein Bruchteil des Grfordeclichen aus den Beständen, aus Zuwendungen der Konfektionsindustrie und des Schneidergewerbes gede>t werden kann, fo sieht sich die Reichs- bekleidungsstelle gezwungen, sih wegen des Restes an die Opfer- willigkeit der wirts<haftli< besser gestellten Bevölkerung zu wenden.

Sie hat hierbei, um ibr Ziel au sicher zu erreicen, die Zahl der aufzubringenden Anzüge auf die Bundesstaaten umgelegt und wählte als Maßstab dafür nah langen Ucberlegungen das arith- metisheMittelzwishenEinwohnerzahl und Zahl der Wehrbeitragspflihtigen. (Heiterkeit.) Dieser Ge- danke ist in der Kommission als „wenig glü>lich"“ bezeichnet worden. (Sehr richtig!) Es ist aber einmal zu bedenken, daß es einen allen Anforderungen gere<t werdenden Maßstab kaum geben wird, und zum andern, daß die Wehrbeitragspflicht keineswegs maß- gebend für die Heranziehung des einzelmen sein soll. Es handelt si<h hier nur um die Frage der Umlegung. Die Art der Ezrmitilung, wer im einzelnen als wirtscaftlih Bessergestellter zur Abgabe verpflichtet sein soll, wird in das freie Ermessen der Fommunalverbände gestellt. Diese können also au jeden andern Maßstab anwenden und werden es au vielfach tun.

Eben dadurch glaubt die Reichsbekleidungsstelle, auch die in der Kommission betonten „Besonderheiten“ genügend zu berüc- sichbigen. :

Schließlich ist. in der Kommission „jede Rücllsicht darauf vermißt worden, was von den einzelnen bereits abgeliefert worden ist“. Ein enlspre<hender Einwand kann aber von dem Betroffenen vorkommendenfalls mit Erfolg dem Konrmunalyerband gegenüber geltend gemacht werden.

Im übrigen scheint es mir, als fei im Publikum do< wohl nicht genügend bea<tet worden, daß es sih zunächst nur um eine fre i- willige Abgabe überflüssiger Kleidungsstücke handelt, die dem Abliefernden neben der inzwischen verbesserten Bezahlung auh noch dadurch erleichtert wird, daß er eine schriftliche amtliche Zusiche- rung dahin erbält, daß, falls später der Abgabezwang unumgänglich werden sollte, die jeßt abgegebenen Kleidungsstüde dem Geber an g e - ré<hnet werden. Erst nach vergebliher Aufforde- rung soll nah Prüfung die P f li < t zur Abgabe auferlegt werden können. Jh glaube nicht, daß dieser an die Wohlhabenden im Inter- esse unseres wirtschaftlichen Durchbaltens gerichtete Appell vergebens verhallen wird. Ich gebe mich vielmehr der Hoffnung hin, daß unsere wohlhabenden Kreise dabei nicht versagen werden.

Nun, meine Herren, sind Ihnen ja heute zwei Anträge unterbreitet worden, die sich auf die Metallablieferung

beziehen. Jch darf versichern, daß diese Anträge, falls sie vom hohen Hause angenommen werden sollten, uns siher Veranlassung geben werden, uns no< einmal mit den betreffenden Neichsstellen in Ver- bindung zu seßen und auf die Erfüllung wenn sie möglich is dieser Wünsche hinzuwirken. Jch möchte nur bemerken, daß mir in dem Antrage Nr. 894 der Abschnitt a insofern entbehrlih zu fein scheint, als tatsähli<h in $ 7 der Verordnung . hierfür {hon Sorge getragen ist. Dort ist bereits bestimmt, daß die Ablieferung erst dann zu erfolgen hat, wenn für den notwendigen Ersaß gesorgt worden ist. Es ist da besonders auf die Nummer vier der Verordnug Bezug ge- nommen, und in dieser Nummer vier find gerade diejenigen Gegen- stände enthalten, die als besonders unentbehrli< für den Haushalt, für

Staatsministeriums U eD s

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Auskunft als die, die ih hier gegeben hade, m<t erteilen 1 wir“ steben hier Kriegsnotwendigkeiten gegenüber, «n Staatsregierung nichts ändern kann.

nur, Kenntnis vor troffen sind, einem greßen Teil dieser Maßnahmen gezwungen haben, Kriegsnot-

landwitts<aftlicen Produktion für eine do die j sandwirts>aftlihe Produftion Nücksiht nehmen kann, wie tas wirt- \chaftlid ri>tig nâre, wenn ich allein nah wirts{aftlicæen Gesichts- punkten meine Maßnahmen einrichten könnte. es treten do< Verbältnisse ein, wo man sih sagen muß: die Not des Tages ist so groß und: bedarf so s{neller Abhilfe, bin, tie Aussicht für die Zukunft an die zweite Stelle zu seßen; und

das Wohnungsbedürfnis bezeichnet worden sind.

L e . Ce ¿t “m t4: (58 tut mir außerordentli Teid, daß i< Jbnen eine gunstigers

kann; ater

denen auch die

Staatsminister, Staatssekretär des Kriegsernährungsamis

von Waldow:

Meine Herren! Der Herr Abgeordnete Hoesch hat’ hier eine

t s 5 “i f ie Qartd- große Anzahl von Beschwerden vorgebracht, durch die fich die Land wirt

1 4 r E E A Ernt FO Eriegsernährungéamtes und seiner Maßnahmen geknüpft. Er dabei meiner Ansicht nah übersehen, daß diese Maßnahmen de< nit

{aft tedrü>t füblt, und er hat daran eine sehr s<arfe Kritik e vat

ivie er sagte, vem grünen Tisch aus und ohne jede Fühlung oder t dem Wesen der landwirtschaftliten Produktion ge- fondern daß es Kriegsnotwendigkeiten find, die uns zu

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wendigteiten, deren Schwere in ihrer Wirkung für die Landwirtschaft ich ganz außerortentlih mitempfinde. Meine Herren, es ist die un erfreulicbste Seite meines Amtes, daß, obwohl ih die Förderung der

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balte,

Notwendigkeit mir Hände gebunden sind und i< nmi<t 1n dem Maße auf die Aber, meine Herren, daß 1 gezwungen

in. diese Lage sind wir in den vergangenen Jahren wiederholt ge-

kommen, und in diefe Lage bin auch ich dieses Jahr wieder gekommen,

in die Notlage, der Landwirtschaft einen großen Teil der notwentigsten Produfktionsmittel zu entziehen, weil es für die Aufre{terhaltung der offentlichen Ernährung absolut notwendig war.

Es ift von dem Abgeordneten Hoesch vermißt worden, daß bei Erlaß der Verordnungen nicht. Sachverständige aus landwirtschaft- lien Kreisen zugezogen werden. Ehe eine derartige Verordnung das Licht der Welt erbli>t, hat sie ein langes Stadium von Vor- »ereitungen dur<zumachen. Sie wird zunächst von der betreffenden Reiclbéstele, welche diesen Zweig bewirtschaftet, vorbereitet. Dort fißen bezreitêé in den Beirätcn landwirtschaftlihe Sachverständige. So- v'ebl in der Reichsgetretdestelle, rwoie in der Reichsfleischstelle, wie in der Neictéfettstelle sien Landwirte, die dort mitreden und ihre Gut- avteza atgelen. Es sind im Vorstand des Kriegsernährungsamts zwei Landwirte. In dem parlamentarishen Ernährungsbeirat des Neicbêtags, dessen der Abgeordnete Hoesch nicht gerade sehr liebevoll gedabte, dessen sacverständige Mitarbeit ih aber dankbar anerkennen muß, fine die Hälfte Landwirte. (Hört, hört! links.) Der Neuner- aus\>uß der Landwirischaft wird jedesmal vor wichtigen Maßnahmen, die die Lendrwirtscaft betreffen, gehört. Wie kommt es denn nun, daß die Maßnabmen, die mit allen diesen sa>verständigen Herren besprochen worden sind, auf die Berufsgenossen im Lande etwas anders wirken, als vielleidt au< die Herren sih gedabt haben? Das kommt daber, daß nicht überall die Zusammenhänge, welche zu diesen Verord- nungen genötigt haben, un Lande bekannt sind, und da wäre es außer- ordentli dankerEweri, wenn nah der Richtung auch seitens der He- rafenew Führer der Landwirte eine Aufklärung erfolgte. (Sehr ritig! Tinks.) Das würde gariz außerordentlih nüßli< im Lande wirken und mürde uns um manche Verstimmung und um manches Mißverständnis hinweghelfen.

Diese Verordnungen machen mir selber wahrhaftig gar keine Freude. Es8 ift eine Ueberzahl vorhanden; aber unsere Kriegswirt- aft geht so {nell vorwärts und ändert fih von 14 Tagen zu 4 Woden, und es ist eine absolute Notwendigkeit, daß diesem Gang der Verhältnisse au die Verordnungen folgen. In jedem Jahre müssen die Mengen, wel>e der Landwirt behalten darf, neu festgesegb werden, was er abliefern soll, muß festgeseßt werden, die Preise müssen festgestellt werden, kurzum, es ift der größie Teil der Verordnungen absolut nicht zu entbehren.

Der Abgeordnete Hoesch ist dann auf die Brotversorgung eingegangen, und au< der Abgeordnete Lippmann hat sie zum Gegen- stand seiner Bespretung gemacht. Jch habe festzustellen, daß wir mit unserer Brotversorgung bis zum neuen Erntejahr allerdings auf Zu- üsse aus der Ufkraine angewiesen sind. Ich boffe, daß diese Zuschüsse bis zu einem gewissen Grate eintreffen werden. Die Maßnahmen, rwelde von hieraus getroffen werden Tonnten, find jeßt vorbereitet, und na alledem darf erwartet werden, daß jeßt im Mai die Ankaufs- tätigkeit und au der Abtransport beginnt, Es sind zweifellos ganz erbeblice Sdwwierigfeiten zu überwinden gewesen. Unsere Kom- mission unier dem Vorsiß des Botschafers von Mumm, die dors 4 Wocken getagt hat, hat zunäctst große Schwierigkeiten gehabt, um die ukrainis<e Megierung zur Anerkennung der im Friedensvertrage übernommenen Verpflichtung, an die Mittelmäckte bis zum 31. Juli 1 Million Tonnen Getreide zu liefern, zu bewegen. Dies Anerkennt- nis ist jeßt erreibt, und es ist au festgeseßt, melde Quantitäten in den einzelnen Monaten geliefert werden sollen. Die ukrain;s<e Re- gierung stand bisher auf dem Standpunkt, daß sie selber diese Liefe- rung bewirken würde. Man hat aver mit Recht die Macht dieser Ne- gierung, diese Verpflichtung voll zu erfüllen, bezweifelt, und die Miüttelmiächte haben si< vortehalten, dort, wo die ukrainishe Ankaufs- tätigkeit versagt, mit eigenen Organifaionen vorzugehen. Das wird jeßt für den Monat Mai geschehen. Die Ankaufstätigkeit konnte aub erst dann einschen, na<dem das Land bis zu einem gewissen Grade

azifiziert war, und unsere Truppen und die Truppen unserer Ver- bündeten sind jeßt soweit vorgedrungen, daß sie die wichtigsten Ge- treidegebiete erreit haben, daß ste die Straßen, Wege, Knotenpunkte beseßt haken und unter ihrem Schuß die Ankaufstätigkeit erfolgen wird. Der Transport liegt in militäris>er Hand, und ih hoffe, die Organisation wird uns gewährleisten, daß wir gewisse Mengen herein- bekommen; wieviel, das läßt sid no< niht übersehen. Davon hängt das Maß ab, mit dem wir unsere Bevölkerung während des Restes des Erntejahres werten versorgen können. Immerhin, meine Herren, liegt ein Grund zu einem Pessimismus nah der Richtung hin nicht vor. Wir werden selbstverständlih mit unserer Brotversorgung dur<{- kommen, aber wir werden do<h mit größerer Vorsicht zunächst die Ent- widlung der Verhältnisse in der Ukraine in den nächsten Wochen und Monaten zu beobachten haben.

Es ist von dem Herrn Abgeordneten Hoesch dis Art und Weise der Nontrolleder Produzsonten bemängelt worden. Gawiß, es können da Mißgriffe vorkommen. Es ist aber eine Kontrolls not- wendig, und sie wird auch jeßt no< ausgeübt, nachdem die Bestands-