1918 / 132 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Ed H Ó m, E mau g*vrnmBzen oder dem Fav: tar tes Siz2al-8, das dieser ztr Ér-

Itiluns f irer Bee Fendtigt, und dem Firanzerwögin oder dent daë im weisentlihen als Ginnabmequelle di-nt. u? Joke da? Hauptzewidhdt g?egt. Qle besonderen Ner- béltuife e Veiden, wie ji- in bunter Mannigfaltiakcié hervortceten, O Tar de einzelnen Staaten getrennt berüdsihtigt und nad art eren Zügen ge?ennzeihnet, sodaß die Ver:nögenslage jed-s Staates tn der ior eigenen Ausgeitaitung ersihtli® wird. Daveben ist verfu§t, cus den Ert êgaifsen der versh:edenen Arten des ftaat!ihen F-:narz- vermög?a8 drssen Gesamtwert n2ch b- sonderer Pêèethode zu ermittein, wodur eiue BergleiDung der einzelnen Staaten nach ihrer Ver- môgenelage ermöôzliht wird. Von den einzelnen Arten des ftaatli§en Fi: amv-r:nözens tichen obenan de Gifenbohnen, die nach den Berechnungen des V-rfafszr8 in Reih ünd Einzelstaaten inen Befamt- wert bon rund 24,6 Milliarden Mk haben. Dem \§ließt 1&, vm nahezu die Hûiste zurüdckf, der Wert der Forsten mit 11,3 Milliarden Mak an. Dann folgen in größeren Abstärden der Wert von Post und Teicgraphen mit 4,6 PVtill'arden, der der Bergwerke mit 37 Milliarden, der Wert dec Domänen (Feldguisbesiz) mit 1,7 Milliarde und der der forstigen Beirieke mit 1,1 Militarde Maitk. Bet den einzelnen Staaten sind die unter'chiedenen Sattungen des Srweibsbesit:3 in eiger sehc ve: schiedenen Weise und mit sehr ver- chiedenen Werten vertrzte;. Dez alie Domanialbesiz, Feldgüter und Fo fter, findet ih bei der zeitaus arôßeren Mehrheit der Staaten, nur eiwa ein Sü-ftel versagt. Der Besig von Bergwerken und der von Eisen- babnen lommen, in fi ¿tcmlich übereinstimmend, bei etwa der Hâlfie der Staaten vor, während „joniitge Betriebe“ nur in einigen Auéaahme- fällen fehlen. In dex Gaituog' der Domänen (Felogutsbesit) wird der Wert von 100 Militoren Mark bei iwei Staaten: Preußen und Mreckckienburg-Shwerin übersciitten, und tet drei Staaten be, wat er sich ¡wissen 50 und 100 Mitibioneg: Bader, Braunschweig 1nd Anha:t. Der Wert des Forstbesizes be!äuft fi auf mehr als eine Vélliarte Vork in den beiten Staaten Preußen und Bayern, auf üter 200 Wilitonen in den wetteren se&8: Würltem- bero, SoSfen, Eitaß. Lötbuingen, Baden, Brauushweig vnd Hessea, auf über 100 Villionen in den ferre:en drei: Mèe ckienburg-Schivcrin, Sac]en-V.eiztngen uud Soacsen-Betmar-Cisenach. Lie Bergwerke erreiwen für Preußen, bas f hier ganz besonzers fiatt beraushebt, einen Weit 104 mehc a!s 3 Vé:lliarden Mark und balten ih auf einer Hô%e ¡wischen 200 und 300 Millionen Mark bei zwei S aaten: Sacßsen und Bay:rn. Der Wert der Eisenbabnen überragt 19 Villariea Muk tet Prevß-n,- eine Milliarde bèi Bayern und Sachi-n sovie tine baibe MUiarde Mark betm Dew ‘chen Neich, det Baden und Wüittemberg, Bet den ejonfiigen Be- rieben" enblih zeiot sich ein Wait von mér a!s einer halben Miliade Mart für Preußen, von mehr als 100 WVéißicnen tür Scesin und für das Deutsche Reich, von mebr als 50 Miütoneu für Hambirg und von m hz als 10 Millionen Mark für Bremen, Lübeck Braunschw?io, Bay-:ra und Saß - Lothringen. Auf den Kopfx der Bevölkerung ent- f.len von dem Ge‘amtmne t tes staatl’Gen Ew: rbéb siges von Rid und Enjzelstaaten 677,7 4, nah tem Duc{sctnitt fedtgltch für die Ginielftautea crziot fi ein FKopsbe.raz von 9994 4. Die Leisckiedenheit in ren für die etnzeluen ZSlaaten in Vetraht kommenden Kopfwerten ist wiede:um schr er- bebli, tur etn n Héckstbetrag ven 795,2 #4 (Meckleuburg-Streliy) und etnen Miod:t1betcog ron 1,4 4 (Reuß älie. ex Linie), umgrte: zi. Es laffen 9 mch der Höze des auf den Kopf der 23evôlketung entf eiden W rivetrazs des fiaztlidien Finan¡veriaô,.ens das Reid und die Einzelstaaten v n oben nach unten zu etwa in folgende Grurv-en scheiden: Wir: meh: als 700 # in zwei Staaten: M cklenburg-Sticl 8 m.b Bayern: Wert von 700 bts 690 „6 verab in funf Staaten: Braursweig, Wüit‘embirg, M: ck- tenburg-Zchwet“, Preußen und Schwar zburg-Nudolstadt: Wert von 610 bis 400 6 herab în ses Staaten: Sa&sen-Vee ningen, Baden, Sa@h!en, Avholt, Hessen und S4 warzvburg-Sonderéhaus:n: Wert von 400 vis 200 4 herab tn dret Staates : Obdenburg, Sat en-Weimar- Ciserach und Lübeck; Weit v n 200 bis 100 4 berab ‘in vier Staaten: Sachen - Coburg - Gotho, &lsaß - Lth inger, Bremen, und Sa&f n-Altenbuzg; Bert von 100 big 10 4 beiab in vier Staaten einschließl'ch d-s N:ich3: Deutsches Reich, Hamburs, Lippe und Ve»ß ftüngerer Linie: Wert unter 10 4 in dret Staaten : S®&auwmburg-Upp“, Walteck und Reuß âlicrer Lir.ie. Im ll, emeinen muß die Neibe de: Einzelstaaten außer“ dur tic Werk öhe des E-:- werb8befiyes selbst namert ih dur die Bevöl?k-run; stickt- in der Lrt becirfiußt wrden, daß eine tidtere Beölleivwrg den Siand des Sta2u:8 mehr n2ch unter, ctne dünnece Bevö.kezung tbn mebr na oten tin rúdck.n wird. Die Darlegungen des Leifsfei3 mit dem bier ncch nirgends in der Literatur unternowmeren Versuch einer Beredrura des Weitr8 der staatlicten Flnanzvern: gen dúifen auf bejonterts Interesse rener.

_Unbesckchränkte gegen b-\chrän?kte Meiftbegünsliguvig (Reziprozität), Voa Wirklihem G-h inen Nit F. Luf ensky, Dinistertaldi ettor a. D. (Finanz- und voikewirtshchf. ide Zeitfragen, v2 Let.) Veilag von Ferdinand Enke, Stuttgart. „P1e's 1 4. In die'er Ech&r fst nimmt der bekarti te Bezrsafiex Stelung gegen die von Z-it zu Zeit auftaucende An:eguug, das Sy‘“em dex unbe- s!ânkt n V? inbegünt:izung duc eine beshräntte Meisibegüuftigunz im Sine cer amertfapishen MNeitprozität zu e: seßen. (Sr (ibt cine Daritel'ng des Umfang-6, in tem die besrärkie Peeisibegünsligung in |rüderen Zeiten bi Hardelsverträzen zue änwezidurg ge» la»gte. Es ist daraus ershilich, dag in der ersten Hätte des vorigen Jah: bun? erts die besrär fte Mei tfiibeaünstigung au im Ve!febr der europätchen Staaten tine gewisse B-deutung erlanot ba’, Der Verfafs:r suht den Nachw: is zu führen, daß ein ars Nezip:ozität und Tartfvert: ägen gemtichies Syfi-w, wenn es in 6 oem Üm7ange im Handel8veifehr der Böker ib'ch würde, ben internationalen Süterauëtausch aufs \chwerste b-lasien und seinex Weit.rentrcicklurg die grüßten Hemmiiss- bereit-n würde. Sch!ießlich wid darcelegt, daß untir bfifen Erswerungen ter beuti: Guter- uva id belrnders leide un» ou dadu: ch t: Na@Œt-il gest werten wurde, deß Staaten die uns gewäkrten Taitzugcständnifie regelmäßig ohne Bedenken cuf dritte Stat n a 8zebnen, daß fie aber oft wentg a neigt fein wücder, dite dritten Staatcn gem-chien Zugiständuisie ihaum gefähilihiien Weitbewe: ber, Deulsch!and, einzuräumen.

LauDd- nund Forftwirtsch{aft,

Das „Journal für Landwi:t\haft*, das im Auftrage ber Landwriris(atsfammer fr ble Provinz Panrover unter Beteiligung der landwiitshaftlihen Institute, Laboratorien und BVersuchsanstalten deutscher Hochshulen bisber von dem Profefsoz an der Un'versität Götiingen, Gebeimen Regterungérat Sr. 2. TLollens kerauegegeben worden ist und ra dessen Lode von dem Geheimen Regierun: srat, Professor Dr. C. von Seelborst, Dir-ktor bes ¡autwirtíchastlihen Instituts und des lantw V-rsuchsfeldes dafeibft, unter Mitwickung der Göttinger Pre- fessoren. Geheimen Medizinairats Dr. I. - Esser, Direktors des Linarznei-Irstituis, Dr. P. Ebrer berg, Direktors des agritulturs- chemiicken Ivstituts, Sebeimen Recterungsrate Dr. W. Ficischmann, irettors des Laboratoriums für Chemie und Bakiertologie der Miich, Dr. H. Henjeler, Leiters der Abteilurg für Tierzuht, Dr. A. Koch, Direfter3 des landw -baftéeriolog. Anstituto, Di. F. Lehmann, Direktors der landw. Versuchostation, uno des Privatdozenten Dr. B. Sagawe, Leiters der B-:tri-b:ab!eilurg, fortgeführt wird (Berlagsbudä,handlung Par! Parey, Venlin, Bemgtpreis des Bandes von vier Heften 12 #), enthält im neuvest-n (65.) Boande u. a. felgende ‘Ab- hardlu-gen: Arbeiten au3 dem agrtfulturhemisden Srstitute der Uritversität Göttino-n: 1. „Der Boden und die DBoden- tôsurg“ von Otio Nolte (mt 2 Textabbildurger), 11. . Der Gps as Düngemittel“ ven demselben, 111. „Die kung tes Froïfes auf den Bodeu* von Otto Nolte und Erna Hahn (mit 4 Textabbildungen); „Die Bedeutung der Schaf- haliung jür Kleintierzüt-ee und Garten- und Parzellens

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S T S E chck ¡l / Trr ea ift

T Dr. U. Berzaex, at N f E T M B o Ci Y 1446 E, 4 L S dir [Aa f 8.

Í a .TL, 8 ETBLilu3 } F?

T 2te1); und tie A:tgaben lehre” ven Dr. Ri. Krivmerosfi in Sufad (Elsaß); Muteilung aus der landwirt\Gaftimten Versu® 3staiton iu Dantg: „Zur Unter- fu®urg bon Eutter,;udern (vnd Melafsemtshungen) auf thren Zu cker- gehait* von Dr. L. von Wissell, 1. Ashtienten; „Ueber die Auf- \chließung des Strohs vah dem Berfabren von Geh. Kat, Prof. Dr. #r. Lebmann fowie nah den Modifi?atioren desselben von Ritt- meister Colêmann und der Verfuchearlage tin Dablem* von Prof. Dr. B Toliers (hierzu zwet Tafeln): „Ueber die (Entro!cklurg der For- sckSung8metéoden în der Wirischafts!e&re bes Landbaues" von Dr. Sagzawe-GBötitngen; Mitteiluna der lanckwirtsckaf!liFen Ver- sudbsftaiton Keinven-MHein: „Die Umwandlung d-8 Aeufalfes im Boden und die Löélichkeit der gebildeten Kalkverbindunzen in ibren Beiiebungen zur Theorie ter Kal?w!tkurg* von S, Hager (mit einer Te xtabbildung). i

Ps Stefl1u= + bez 9 eLU i C ULNg GS. 4

eber* pon fing y

Theater uud Mufik,

Im Kêöntgliben Overnhause wirb morgen, Sonnabend, Leo VBle&%s Oper „Roppelkopf*“ unter des Komporif‘en eicener Lettung mit den Damen Dux, Escher und den Herren Bohuen, Schwarz, Kirchuer und Henke in den Hauptrollen aufgeführt.

Im Königliden Schaufsytelbauie wird worgen „Der neue Herr“ mit Herrn Ghrle in der Hauptrolle gegeben, Ar farg

7 Uzr. Warrisfaltigers.

Im DberliWwisaale der Philharmonie in Berlin findet am Freitag, d/n 14. d, M., Nacmttags 5 Ubr, Lie erste öffentlide Tagung des Deutshen Kriegswirtschafts- mu seums stati, bei der der Gebelme Hofrat Professor Dr, Got- hein-Heidelberg über , Die (Frzrerscrqurg Deuts&!and? im Welikriege und in der Zukunft“ und der Geheime Negterungêrat Dr. Siege- mann-Braunshweig über „Das Deutsche Kriegswirtshaftêmuse:1m und feine Bedeuturg für die deuts®Le Bol?swirtshaft* spre@en werden. Die Erribtung des Museums in Leipzig it, wie hon früber trz mitgeteilt, von den bret grofien (Beiamtvzateintgungen ber zur Vertretung unferer Erwerbef‘ände ges: lid b-r»fenen f ôrvesshafter, dem Deu!schen Londwirtscafigrate, dem Deutschen Industrie- und PandeiS8iage und dem Deutschen Handwe1ks- und Gewerbe, kfammertage beson worder. Setne Aufgabe i, das, was des Reich, die Ginzelsiazien, die Gemeinden an Einrichtungen und Viaßnahmen geircFen haber, um dic Urzulängli@feiten, Schwierig- keiten urd Nectstände ur serer Kriegswkrtschait zu bebeber, was Lat:dwirtschaît, Jrdufirle und Gewerbe, Handel und WBerkobr, an Axnpassungsfähtigkett und Opferwilltzket in unserer Zeit geleittet haben, um den Forterunçen unseres aus allen Zusammen- hängen beraus; erissenen, auf si felt ge steten MWirtschaftel: bens gerecht zu werden, was Vereine und Verbände, Firmen ‘und Eirz! l- personen an freiwilliger, felbsiloser Arbeit getan baben, um der Not der Zit zu fteuern: aïles dies naG cinhbettliGben, gr-ßen Ge- sibtépunkllen wu etnem Eleihender Gesamtbilte ber schwer» sten, ober vi-Ve6t ah leistungtstärtiten Zeit der deutschen Volkswtrtichast zufammenfassen. Na& woifserschaftl:Benm Plan angelect, sol das Wufeum eine grofiüdaige U-bersit über die beute Kri-gäwtits@aft auf alen wihtlgen Gebieten in systematis@em VAushau geben. In etrer öffevili®en Schaus- jammlung wird es die gesamte Entw!Flvyg der Lr!eggwirtschaft darlegen, also alies, was avf dem Gebiet der Landtvoirt\Baft, in der Versorgung mit Robsicffen, in der Heritellun2 von Ersatz- mitteln, tin Gandelé- und Vecketr!wesen, um nur eintuecs berauf?s ¡vareti a, wäbicnd des K t-g7s etne Umgestaltung erfahren hat, späteren Gelcledtern zum GedäFtvis auibersahren. Dabet it nicht an etre lefloie 9! fomw lung bon Stoff cedadt, sonderr an ein dur vollstümlt@z2 Grifuterunce», fänoige Führungen. Vorträze, Ver- ffeunlidungen vfm. der BVolfsbildung, ber Wirischaftt praxts und der Wisserichaît dienendes Sroforgan des bold Geisies- und Wirschafigleßens. Ein Archiv, elne Bücherei und etne Ausfkunftssteile solen mit ter S%ausawmlung verbunden sen. Die Du hführuna der Act eiten dea Museuws in feinen eirz1elnen A!teilurgen "ns Sachgebizien wlrd mit Unt rsiüßurg ber ftaatl'chen und städüis&en Behdider, der emer und baibamtlihen Krteg organtfatiouen, dtr ges GliSen KöipersMoften und freien Vereine zur Vertretung ber wtitsaftl'&en Ioter-sser, ter algemetnen und fahliden Vildup48arftaiten und eiazeiner Angeböricer der bes schieden{n Erwerbéfiände sowte unt-x wertvoller Mitwoirkyg berufener Ferscer, Verwattyngatbecmier und sorstiger Persoo*n erfolgen, die dem großen Werke nteresse und Ve st3ndntis en!'gegenckringen. Die Reichoreaterung, dle Königlih sächst&e Ne.terunag, die Stadt Leipzig sowte eire größere A-zatl wtr!\{Haft'{cher Vereire und Vereäcde Fahen dem Plane bereit: 4vgeitmmt un» ibe Beteiligung in Aussibt gestellt, Sett der erften ges&lofseren Be- \vreGung des Plancs ist mebr ala etn abr vergang"; zum ersten Mal wird ex nun in der großen Oeffentlichkeit erörtert werden. Zu seiner endaülttgen Aubsfübrung bedarf 8 der taik:äfligen Vit vir!ung aller teteiligten Kreise ia ganz DeutsF§land.

Zur Havpijahre?versammlung der „Berliner Frauenbilfe*, tte aeffern v:rmittaa in der Philbarmonie abgebalten wurde, e:sGicren, wie „W. T. 8,“ meidet, Ihre Viajeität die Kaijerin 'und Könizin in Begleitung Ihrer Königlichen Hohett der Prinzessia Joachim. Ihre Majestät wurde vom Vorstand des EvangelisX-LtrSlichen Hi!ftverei-8 und der Ber!iner Fiauenhilfe emvfangen urd ta et e Loge des großen Saales geleitet. Der Org nit Me:t n spielte di- Toïikata und Fuge in D-Violl von I. S. Be, d-r Kößoiglihe Domtor fang den Psalm: .Slnget dem Herrn ein reee Lied“. Dann er- statiete der Vorlit-ndo, Ho‘ un» Domprecktger Vits, den Jahresbericht, De Arb-it der Neiliner Froueyhilfe set dur den Kiieg, bésouders dur den Viançel an Schwesiern, sehr er- \{wert, irobdem fet viel geleistet wo- den, zumal auf dem Gebiet der Kriegsfirderberte, der Krtegefindenkü@en, der Arb-itäqusgabe für Heinarbeiterinnen ,„ der Abendbeime für allet: stet ende Frauen und Mädchen jowie durch Gutsendurg e'bolungsbedü:ftiger Kinder aufs Land. WünsS-nöwert set ein Zusammer {luß aller evangelis-firchlien Vereine ¡u einem grofen Verband evan- g‘lisher Hiifsvereine, um eive Zersplitterung der Kräfte zu vermeiden. Darauf bielt dex G-hetme Obe: konsistortolrat D. Dr. Conrad etre Ansprache, ta ter er ausführte, Not und Ver- ¡agtheit, gegen dfe wir jezt mehr denn j2 kämpfen müßten, seten uns als Aufgabe gestellt, damit die Barmherzigkeit um fo krästiger wirke. geber E S a s e Das sei E Leit- gevanke der Berliner Frauenbi!fe, ermaliger Gesarg und Orgel, spiel \&lof n die Feier. / s ns G

In der_ gesiern vahraittag im Situngssaal des Branden- burgisWen Provinitallandtags in der Matth äikirch#!raß- abg: haltenen 24. Mitgliederversammlung des Vaterländischen Frauenveretns Berlin erstattete der Scchistführer Landgeriisrat Jauernick den Jahresbericht, Nach diesem betrug die Zohl der Mi'glieder des Vereins im Berichttjahr etwa 8000, Pie Tätigkeit des Vereins galt în der Hauv!soBe rem Auguste, Viktoria - Kranken» haus in W-ßersee, dem sieben Lazarett - und ¡wel Doe dere Seuch:nbarc cken angegliedert sind. Fm Jabre? 1917 betrug die Zahk der Ver flezungétage 191 843 geen 183 775 im Sabre 1916. Die S@wetternschast des Krank-nhauses beiteht turzeit aus einer Oberin, 124 Berufs-, 41 Lern- und 20 Hilfsschwestern, zu'ammen 186 Schroefstery. _Der Mhteiluna für Helferionen und Dilfsshwestern gehören zurzeit 580 Hilfs Gwestern und 223 Helferir.nen an. Die

„Ube: } Ab‘eilung für den (3-725 | auft: rod

i r i z 7 E RIE ch4 e Á . d i N Dir ewa 64 bis 7 Miülli-nen

“nab 11 Ubr war die Hauptge fahr beseitigt.

Bahnhsfcblc:f hat in dea ses Ba

M'Uti nen Fffenzufellunger, set enboftaut, Z etiungen Yergencmmex, 327 20 llevrinaSticit gzgeben worden, de neun Hanfbaîtun,.s'chule- und Kriecslüchen halen im 9 jahr 572 394 Yeirtage}-n ver 15fosat. i; Da3 Handarbeits, teminar zóblte 113, das Hauswitschaft?semirar 114 und daz Typ, jeminar 64 SGülerinnen, darunter 19 Freistellen. Leider müssen U Sceiminare infolge Véinisterialerla}ses ihre Tätigkeit bis auf weit einstellen. Durch die Lieb-2gab-nabteilung find in-gefanmt 3375 Y t im Werte von 22625 Æ ir8 Feld gefondt warten. Kies: gefanzene find etwa 100 Pakete abzegangen. Die Hcimarbelia, havpttelle hot ducschiitlio 300 bis 400 Helmar beit. rinzen B fchä?ti;t und 24500 4 Arbeitslshne geiabli. Die F tegewob[tahts abtetlung bar an 922359 Mr: manns}! a ¿eti &5 550 b Fühunter, stûting gezablt, feinec 11000 Speiferaarken, 17 000 Brotmatsey 100 000 Stück Preßkoblen und etwa 2000 Baruntez ftützungen n Bedürjtige verteilt Än der Erfiishungs halle für verwundete Kriege in der Belleyuefiraße rourden an etwa 97000 Besucher G: fcishunzer verabreidt. Nach Erlediguog des geschäftlichen Teils der Tacet, ordnung, in defsez Verlauf der bisherige Vorstand wiedergentts wurde, hielt dez Hauptmann von Wiese einen Votitrag: «Deuts Kolonien etne Leder snotwendigkeit“. \

/

Soldaten lit Ec'egerveit zum

Amsterdam, 6. Juni. (W. T. B.) Der \üdafrikanisg Posidampfer „Kenilworth Caftle* erreidt-, mit über 200 Fahrgästen auf der Heimfahrt beguiffen, im beshädigten Zus stande den Hafen. Er war infolge ¿weter Exvplostionen bes%ätigt worden, die nah cinem Zusammenstoß bei Nacht erfolaten, Eine An: ¿ahl der Fabrgäste und der Besaßung wird vermißt. Einige Perionen wurden durch die Explosion geiötet, ander? ertranfken durch das Un, scklagen eines Rettungsboots, als es zu W ser gelassen wurds, Unte den Perfonen in dem Boote befand #stich etne Anzahl Mission, g E Sciffobug ist stark beschädigt, aber die Sg otten

zlten ftand.

Haag, 6. Juni. (W. T. B.) Das Hospitalssi; „Koningin Negentes* ijt auf eine Nîine gelaufen. An Bi! befanden sih die englischen Delegierten. Verwundete und Kitegêgefangene waren nicht an Word. Dag Hospital „Sindoro*“ ift mit der Rettung der U-berleb-nd:n beschäii:t, Nach späteren Berichten sind bei dem Unglück mebrere Personen dex Besagung umgekommen. Der Unfall hat n:ch in Sicht der englishen Küste, ungetähr 20 Meilen von Lemanbznk, jtattzefunven,

Kiew, 6. Junt. (W, T. B.) Heute vornitttag 10 Ußr br: in einem garcßen ufraiatihen Schießbedarfsfstapel tm Vor- ort Swerineg weill'ch der Lowra Feuer aus. Die sofort ane gestellten Lö'choersvche blieben erfol,los, fo daß das Feuer auf die zahireihen Suppen übergriff ,- die nach und nad in dte Kitt flogen. Der Brand entstend aus vorl&: fig richt fei!g-stellter Ursade in der Nähe cines Schuppens mit alten A Matetes, Bald

urch den Wf, druck find in der Stadt zahlre he Fenfter)heiben zertrümmert. Du antärglidie Pink leate fih bald. Miitaus zeige sich bereits das gewöhnlide Straße, bild. De Zah! der Orfec unter der Bee vôlkerurg beträgt etwa sechzig Tote und mt hrere Huntert Ve1wu dete, meist Utrainer. Das gefôhidete Gelände if dure deutiche Truppen abgesper: t, di- fh opferwtlitg aa den Löschversuchen und Retiuigle arbeiten beteiligten, .

(Fortsetzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage,

Dheater.

Köuigitce Sújauspizle. Sonnab. : Opernhaus. 152. Dauer bezugs8rorstellung. Dienst- und Freipläge sind aufuchoben. Unier persönl:cher Leitung des Komporinen: Rappelkopf. (Berliner Fafsurg von „Aivenköntg und Menschen fetnd“.) Lper in dri Tutsgen-nach F. Naimund von Richard Batko. Musik ron Leo Bled, Spie.leitung: err Behmoann. Anfang 7x Uhr.

Schausptelhaus. 153. Dauerktezugèvorstellung. Der neue Heer, Sc@aufpizi in 7 Voraängen von Ernst von Wildenbiuh. Spie leitang: Herr Dr. Bruck. Aufang 7 Uhr.

Sonntag: Opernhaus. 153. Dauerb-zugsverstellung, Diensb und Freiplaße sind aufgehoben. Die Fledermaus. Komite Dperette mit Tanz in drei Akten von Vieeilboc und Halévy, Bearbeitet von C. Haffner uud Richard Genée. Musik von Johann

Strauß. Arfang 72 Uhr.

Schauspielhaus. Nachmittags: 180. Kartenreserveïaz. De Dauerbezug, die ständig vorbebaltenea sowi? die Dienst- und Fre plôß: find auf boben. (erer fämilihe Pläge it ris verfügt) Auf Allerhöchbsten Befehl: Vorstellung für die Krie,s - A beiter}chäit. Die Journalisten. Anfang 2 Uhr. Abends: 154; DTauerbezugs8voritelung. Dienst- und Xreipläße find aufgehoben. Die Journalisten. Lustspiel in pit Aufzügen von Gu"avy Freytag. Spielleitung : Herr Oberspielleite Pairy. Anfang 7 Uhr.

Familiennachrichten,

Verlobt: Frl. Inez ven Flotow mit Hrn. Edgar von Dantlj (3. Zr. Breslau—Koschnôwr). Ilse Freiin von Debene-ck mi Hrn. Oberleutnant z. S Werner Ullzich (Rittergut Neuhah Overfrank-n—Wilhelmt haven).

Verebeliht: Hr. Egbert von Brünneck mit Frl. Stefanie bot Kuvckowski (Sagan). Hr. “Major a. D. Walter Hermort von Mab mit verw. Fr. Lucy Escenbagen, geb. Hatt (Grelfswald). Hr. Nittmeiister Erich Bazrfurth mit Fil Hedwig Elt!)abeth Stärkerx (Chemnty).

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Hauptmann Wilhelm vcn Dis (Stettin).

Gestorben: Hr. Geheimer Medizinalrat, Profeffor Edmurd L} (Beilin-Grunewald). Hr. Bare N a. D. Dr. yar Zelle (Lau). Hr. Professor Dr. Karl & {auer (Wannsee). - Or. Bildhauer, Profesjor Max Unger (Bad Kiisirgen). t Mean Biecken von Schmeling (Ober Sadewalde

arklissa).

Verantwortlider Sthriftleiter: J, V.: Webe r in Berlin. Vergn ‘wortlich für den Anzeigenteil: Der Vorsteher der Geschäftöftell Rechnungsrat Mengering in Berlin. Verlag der Geschäftsstelle (Menger in g) in Berlin. Druck der Norddeutshen Buchdruderei und Verlagsanstalt, Berlin, Wilhelmstraße 32, :

Sieben Beilagen (eins{ließlich Warenzeichenbeilage Nr. 44).

S A

zun Deutschen Reihsaq1

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Zum Besten

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des Heeres sind beim Königlich preußischen Kriegsministerium im Monat

Erste Beilage

zeiger und Königlih Preußischen Staatsanzerzer.

Berlin, Freitag, den 7. Juni

Amtliches. Königreich Preußen. Bekanntmachung.

Beke Snuta des Spenden |

April 1918 an freiwilligen Spenden und

Anerbieten

Ds,

Anerbieten eingegangen : P ROIN L L L L

an Des R L A A N s

Bemerkungen

Ergebnis einer Sammlung bei einem Konzert in der evang E a E

Traub - Côln Ua 22D 0h M R R C G L E E

Vou den Erben des gefallenen Wehrmanns Paul Berg, .

M D D: Wi G

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Diplomingenieur Gust. Demniy in Wilhelmshaven Herl'ner Stadtsynode ta Berlta C N Köntglthe Univeisitäts.Quästur in Berlin A Verlag des „Gemeinnügtgen" in Varel i Nagelung etner Etsern-Kreuz-Platte durch Lebrer und Sghüler 4 G@emeind:\{ule in Berlin „Eine alte Zehlendorferin“ 6. Kayallerie- Dtvisioa E, Bulgar'\che Aktiengesells{aft Granitotd, S fia Kasinokommission einer Nairi(tensule .

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E O Pr D 000 S #0 S. 0: 06 S 00 62:6 A O E. O S6

Direkior Somp”!aßki in Zoppot N E „Aus der Donopipende® dur Gereral v. Donuop, Komman?ant

Gemeinde Rößuln bei Raushwiß bei TeuFern ; Smn Le ° Sim u Meaver in Bel L ¿

Eine O0, Summe D... .,

Summe C D. Zur allgemeinen Verwendung für die Truppen.

Grodno U

0. Für Invalide und Ötnterbliebene, schen

430,12 200,—

der

6 370,20

33,50 6 4 000,— M

« _. | 1000 silberne Kriegtringe mit dem (Fiserren Freuz

von

4287,89 # |

Zusammenstellung, 6 370,20 M 4 287 80 M

Zur Berufsausbildung und Unterstüßurg in- valider Krteger.

Für die Ludento: ff-Syends. L

Zar Be?:u'sausbi¿dung und Unterstützung blindeier Kitezer.

Wie oor.

Wie vor.

Wie vor.

Wie vor,

Wte vor.

Wie vor.

Für inbualide gewordene Manr schaften. Für invalde gewordene Mannstasten usw. Wie vor.

ers

Für die aus Felindesland zurückl: hrenden Kriegs- getangeuen. Wie vorx,

Zur Veiteilung an die aus ru!sisher Gefang-n- saft heimfehreri.den Sirieg8gejianuenen.

¡usammen . . , Dazu laut Bekanntmachung vom 19. April 1918 .

Summe , ,

Berlin, den 3. Juni 1918.

Dies bringt mit dem Ausdruck des Dankes zur öffentlichen Kenntnis

10 658, 8 725 392,28 M

8 736 010,28 M4

Der Kriegsminister. von Stein.

80 930,— „« 80 930,—

Parlamentsberiht.*)

Deutscher Reichstag.

18 Sißung von Donnerstag, den 6. Juni, Nachmittags 1 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphenbüro.)

Am Bundesratstische: der Stellvertreter Des Reichskanzlers, Virkliher Geheimer Rat von Payer und der Siaatssekretär des Innern, Staatsminister Wallra f. / S

L Bizepräsident Dr. Paasche eröffnet die Sißung a 17% Uhr. :

Auf der Tagesordnung steht als erster Gegenstand die Vahl des Präsidenten. O L

Vizepräsident Dr. Pa a \ che s{lägt im Einverständnis mit dem Ergebnis einer soeben stattgehabten Beratung des Aeltesten- uéshusses vor, die Wahl heute auszusezen, da auch zur Wahl der Vizepräsidenten Vorschläge unterbreitet werden, die noh heute in einem Antrage zur Geschäftsordnung an das Haus gelangen werden. Dieser Antrag würde der verstärkten Veschä isordnungskommission zu überweisen und deren Bericht- erstattung abzuwarten sein. Danach würde dann die Wahl des Präsidiums zu erfolgen haben.

Das Haus ist damit einverstanden.

ie Besprechung über die Fragen der Zensur und des

Velagerungszustandes wird fortgeseßt.

¡Vundesratsbevollmächtigter Kapitän z. S. Boy-Ed: Herr Gothein hat gestern eine Reihe von Ausstellungen über die Art ql pensur des Reichsmarineamts vorgebraht. Die Auffassung eon idm, daß ein Artikel von ihm verboten worden ist, ist irrig. Es rar nur die Vorzensur über Abdruck und Besprechung verfügt worden, weil der Artikel in der französischen Presse sehr nachteilige Aeußerun- fen hervorgerufen hatte. Wenn aus Aeußerungen von mir in der resebesprehung eine Parteinahme für Großadmiral von Tirpiß ge- uen wird, so kann ich nur darauf hinweisen, daß die anwesenden „eevertreter, die allen Parteien angehören, an diesen Aeußerungen enerlei Anstand genommen haben. Eine Mitteilun über die Er- nennung des Admirals Galster war nicht verboten. Es ist lediglich uns ein Aufsaß verboten worden, der im M mit der tnennung Ausführungen enthielt, die militärishen Interessen sywiderliefen, Aehnliches gilt von einem Aufsaß des Kapitäns ersius über ein Denkmal für Weddigen. Es bedarf wohl erst gar e Worte, daß die Marine auf die Großtaten eines Weddigen ih ist, Andere Artikel wurden verboten, weil sie vertrauliche Aus- bielt geen des Staatssekretärs enthielten. Die Korrekturen sind Ge im Einverständnis mit Kapitän Persius vorgenommen Artikel’ , Skreichungen mußten vorgenommen werden, weil si die en i el vielfach zu ausführlich mit Armierungsfragen befaßten, Ueber

n Aufsaß des Herrn Persius vom vorigen Monat liegen heute L ; wei Skimmen aus dem Auslande vor, die si mit dem Artikel

mer für uns ungünstigen Weise befassen: Die eine entnimmt

peraus direkt die Auffassung, daß England nicht geschlagen werden

bs. Herzfeld (U. Soz): Die Aufrechterhaltung des Be- egrungäzustandes steht im Mor Mpruh mit Art. 68 der Reichs- Feinde L: „Fer Velagerungszustand darf nur eintreten in vom eibes êreits beseßten oder in bedrohten Teilen des Deutschen O err t fein Teil des Deutschen Reiches mehr vom ht. Der Hinweis auf die Flieger verfängt nicht,

können feine Beseßung eines Landesteiles be- Velagerungszustand besteht daher verfassungswidrig.

Vora er Ut dafür verantwortlid. Will ihn der Reichs- “nworiung ziehen? Der Reichstag will es nicht.

s Etaalisebint, währ, mit Ausnahme der Reden der S AN

eds emel d

Er hat unsere dahingehenden Anträge wiederholt abgelehnt auch deswegen, weil er glaubt, daß er diesen Zustand zum Schuß gegen die Arbeiterklasse nötig babe, und die Generalität will ihn, weil sie den Willen zur Macht hat und ihre außerordentlichen Machtbefug- nisse aufreckcht erhalten will. Wir haben faktisch den Uan der Militärdiktatur. Vor dem Kriege hat sich die Sozialdemokratie auf das ene1gisd ste gegen diesen Zustand, den sie kommen sah, zur Wehr geseßt; aber die Sozialdemokratie ist geädttet, De „Unhabhängiaen Sozialdemokraten steten außerbalb jedes Nechtes; nicht einmal die Lea UnaBmdin jedem Staatsbürger gewährleisteten Rechte dürfen

bobene Anklage wurde der Urbeber dieser Vergewaltigungen frei-

gesprochen, weil ibm das Vewufß:tsein der Recktéwidrigkeit gefehlt j

habe. Der Reichstag hat sich dur sein Verhalten in den Fällen der | preg | Zenlur

Genossen Liebkneht und Dittmann als ein Freund und Gönner dieser Militärdiktatur erwiesen.

worden seien. Diese Zahl kann nicht richtig sein.

Vizepräsident Dove ruft den Redner zur Ordnung.)

als hundert Versammlungen verboten worden.

knüpft: Einreichung eines Manuskripts usw. usw. Von dem be- liebien Mittel, politisch mißliebig gewordene Arbeiter zum Heere einzuziehen, wird in umfassender Weise Gebrauch gemacht. Man beobachtet die Verdächtigen und pakt sie, wenn sie „gefährlih" zu werden beginnen. Die Gesinnungsschnüffelei und das Spizeltum blüht. Mit größter Schamlosigkeit wird der Versuch getrieben, ehr- liche Arbeiter zu Verrätern zu machen und sie dafür einzufangen, dem Imperialiëmus die Sctleppe gu tragen. In diejer Richtung hat sich das Stellvertretende Generalkommando des VII. Armeekorps in Münster besonders hervorgetan. Gine Broschüre, die auf Veranlassung dieses Generalkommandos zur Verbreitung in Arbeiterkreisen aus- gearbeitet wurde, hat sih der Mitwirkung und R von Re- gierungssozialisten, von sozialdemokratishen Gewerkschastsbeamten und Redakteuren zu erfreuen gehabt. Diese Broschüre is zur Täusckung der Arbeiterklasse in einen fsozialdemokratishen Mantel eingebüllt, ihre endgültige Redaktion hat sib das Generalkommando vorbehalten. In Wirklichkeit stehen die Parteien dahinter, die für die Politik der Regierung und für den Gewaltfvieden eintreten. Die Regierungssozialisten, die dabei mitgeholfen haben, sind Verräter an der Arbeiterkllasse. (Stürmische Unterbrechungen bei den Sozialdemo- kfraten; Abg. N os ke ruft: So ein Hanêswurst! und, zu den Unab- kängigen gewendet: Sollen wir uns das bieten lassen, daß dieser Kerl si dahinstellt und uns beshimpft?) Auf Grund dieser Broschüre wollte die Bentralleitung der Unnabhängigen sozialistischen Partei eine Kundgebung erlassen, Diese wurde von der Zensur verboten, die überbaupt alles tut, um unsere Presse niederzuhalten. Selbst in Berlin dürfen wir. kein Blatt berausgeben. Die Zensur nimmt bei den Wahlen ohne weiteres Partei für die Regierungssozialisten, wie in Niederbarnim. Selbst die Beiträge für die Opfer des Krieges und des Belagerungszustandes dürfen nicht mehr öffentlich, bekanntgegeben werden. Als wir in den Krieg eintraten, da hieß es: „Jh kenne keine Parteien mehr, ih kenne nur noch Deutsche." Jebt hieße es besser: Jch kenne nur noch Alldeutse, und i kenne aber eine Partei, die in allen Beziehungen außerhalb des Geseßes gestellt wird, die Unab- hängigen Sogialdemokraten. Wir haben das Sozialistengeseß durch- gehalten, und all die Unterdrückunaen, Verfolgunaen und Nechtlosig- keiten, die jeßt zehnfach ck{limmer sind als damals, werden uns nicht niederzwingen. Uns gebört die Zukunft! | |

Abg. Werner - Gießen its Fraktion): Die leßten Wahlen haben bewiesen, wem die Zukunft gehört. Das Volk hat über die Unabhängigen Sozialdemokraten das Urteil gesprochen, Troß-

sie auéüben. Mir hat man in Rostock verboten, zu meinen Wählern u reden, blcß weil ich ein Führer der Unnabkbängigen Sozialdemo- | Wies bin; das gleiche ist gegen die Genossin Bieß, gegen den | Genossen Lipinski verfügt worden; in Treptow an der Tollense ist | ein Genosse auf Gebeiß des Bürgermeisters durch Gendarmen aus der E tadtverordnelenversammlung berausgeholt worden, und auf er-

Der General von Wrisberg stellt sh | hier hin und erzählt uns, daß nur 99 Bersammlungen verboten ! | in. (Abgeordneter | Albre von den U. Soz. ruft: Die ganze Statistik ist Schwindel! | 1g.) In Berlin | allein sind während der leßten Streikbewegung Ende Januar mehr | Die Versammlungen | ] : macht man jeßt unmöglich, ohne daß man zu einem Verbot zu greifen | weiter gestiegen. braut, indem man ihre Genebmigung an unmögliche Bedingungen |!

dem schon vor Monaten die Erörterungen über die Friedens- gele freigegeben worden sind, werden Versammlungen mit diesem | Thema entweder verhindert oder arg behindert. Unerträglih ist die Briefzensur selbst über Deutste in den beseßten Gebieten.

| Sehr unerquidlih sind auch die Grenzplackereien an der österreichischen

Grenze infolge der Bricfzensur, Die Linke hat gar keinen Anlaß, ih darüker zu besd weren, daß sie von der Zensur \ch{lechter be- andelt nid. Tie grofslädtisdie Presse bescwert sih über mangel- bafte Papierlicferung. V'ährend die: kleine Provinzpresse und die Sonntagéblälter fast ganz ihr E1sceinen einstellen müssen, erhalten Blätter wie das „Verliner Tageblatt“ überreihlich Papier, um das trivialste Leug verbreiten zu körnen. Zablreiche Schriften sind auf Grund der Bethmannschen Leitsäße dem öffentlichen Verkehr ent- zogen. Herr von Betbmann Hollweg gebört der Geschichte an. Aber die Scbrift des Profcssors Dr. Freiberrn von Liebig-ist immer noh verboten. Man sollte sie dech endli freigeben, wie die Kappsche Scbrift ja jeßt freigegeben sein \oll.

Abg. Pospiech (Pole): Es muß doch große Verwunderung erregen, daß die Regierung die Flut von Anklagen gegen die und den Belagerungszustand mit einer solhen Ruhe sich ergehen läßt. Das Volk leidet aufs \ch{werste unter dem jeßigen System, welhes das Land in eine Anzahl von Satrapien geteilt hat, deren Häupter die Bevölkerung mit dem & 9b des Belagerungszustandsgeseßes und mit der Formel des Burg- friedens regieren oder vielmehr drangsalieren zu können glauben. Seit der leßten Erörterung dieser traurigen Zustände ist die Er- bitterung darüber besonders in den polnischen Landesteilen immer Das Nationalbewußtsein im Herzen des Volkes soll erstickt werden. Das verlangt die Agitation des Ostmarkenver- eins, dem sckließlih auch die Kommandobehörden erlegen sind. Jn Posen hat man eine offentliche Dombrowski-Feier verboten, Solche Verbote haben nur das Gute, daß sie das polniscke Volk zur Er- haltung seines Nationalgefübls erst recht anfeuern.

über

„Im Interesse der öffentlichen Sicherheit“ hat man bald darauf die polnischen Pfad- findervereine verboten, einen Verein zur Förderung der Jugend- erziebung aufgelöst. Das polniske Volk sieht darin nichts alls die Rückkehr zu der alten Unterdrückungsprarxis, wie sie der hakatistische Druck verlangte. Jn Gleiwiß-Lubliniß werden bei der jeßigen Neichstagsersaßwahl den Polen systematis{ die Säle abgetrieben und Versammlungen unter L Himmel verboten. Wahlaufrufe werden tonfisziert. Mit dem § 9b macht das Breslauer Generalkommando im Kreise Pleß sogar die alte Zeit der Leibeigenschaft weder lebendig. Den polniscken Verufsvereinen wird es unmöglich gemacht, irgend welche Versammlungen abzuhalten. Jn Gnesen wurde das polnische Organ verboten. Man verlangt, daß das Blatt in „vaterländiscem, deuts nationalem Sinne“ redigiert werden soll. Jn Streichungen auch der harmlosesten Säße und Ausdrücke leistet sich der Zensor gegenüber den polnischen Zeitungen in der Provinz Posen und in Ober- {lesien Unglaubliches, Dabei werden sogar an solben Mitteilungen, welche von amtlichen Stellen stammen, Streichungen vorgenommen, Kurz, die Drangsalierung der polnischen Presse \pottet jeder Beschreibung. Abg. Meerfeld (Soz.): Ih werde mi nit bemühen, die Tribüne des Reichstags durch Nngriffe auf eine andere Partei so herabzuwürdigen, wie es der Abg. Dr. Herzfeld getan hat. Das Protokoll, auf das er sih beruft, ist kein amtliches, sone dern ein Manschetenprotokoll, das einer seiner Gesinnungsgenossen sih angelegt hat. Die beteiligten Redakteure haben die Ver- antwortung für die Broschüre abgelehnt. Die Partei steht der Verbreitung der Strift völlig fern, und ist um ihre Hilfe gar nicht angegangen worden. Gegen die unerhörte Beschimpfung der Arbeiterführer brauche ich die Angegriffenen nicht zu verteidigen; solche Angriffe, wie die von Herzfeld, rihten sich selbst. (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Herr Wallraf hat in verbindlihen Worten nein gesagt zu allen Klagen und Beschwerden: das ist ret bequem, bringt uns aber niht weiter, zeugt auch nit von politischem und ganz und gar niht von staatsmännischem Geist. Es bewahrbheitet sich äu hier, daß die Reichsregierung nur der Prügelknabe der Militär- diktatur ist; mit dem Belagerungszustand kann eben jeder Asinus regieren, Wir verlanaen radikale Abkehr von dem verhängnisvollen

System der Militärdiktatur, Ueber die Verhängung der Vorzensux