1918 / 137 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Neberroachung von Ruhegeldempfängern erfolgt nach Nr. I Abs, 1, Nr. Il der Bekanntmachung vom 19. April 1913 in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. Dezember 1917. Jedoh wird bei Tätigkeit innerhalb des Wohnorts des Vertrauensmannes oder eines Umfkreises von zwei Kilometern auch Entschädigung für Beitverl»\ oder entgangenen Arbeits- verdienst gewährt, und zwar werden a. bei einer Tätigkeit bis zu 6 Stunden 3,— M, b. bei einer Tätizkeit über 6 Stunden 9,— M vergütet. B-rlin-Wilmersdorf 10, Juni 1918. Direktorium der Neichsoersicherun- sanstalt für Angestellte. Koch. Dr. Beckmann.

Ci)

Bekanntmachung.

Auf Grund der Verordnungen, betreffend die zwangs- weise Verwaltung französischer Unternehmungen, vom 26. November 1914 (RGBl. S. 487) und vom 190. Februar 1916 (NGBIl. S. 89), ist für die folgenden Unternehmungen die Zwangsverwaltung angeordnet worden.

769. Liste.

Besondere Bermögenêwerte: Das E'vvlert-kleigenturs8antelk der fiaozôsisben Sta:tsangebörigen Cbefcau K.fimir Schmitt, Kaufmann, M thilte Elijab 1h geb. Alto: fer, tn Narcy au dem Srundstück G:markung Straßburg Flur 60 Nr, 79 An den Gewerbsiagub n 50, mit 16l a Pofraum und Wohnhaus (Zwangs- perwaiter: Srjellenz Mandel, Unteistaatéscfie.är a. D. in Straßtiturg).

Straßburg, den 7. Juni 1918. Ministerium für Elsaß-Lothringen. Abteilung des Jnnern. Z. A.: Biilke ll.

Bekanntmachuna.

Dem Häodker Carl SHuberi, hier, ist der Handel mit Web-, Wtrk- und Strickwar-n wegen Unzuverläisigkeit in be¡ug auf einen deract!gen Geihöfitbetries unter Aujerlegung der Kojien des Verfahrens für das Neichsgebiet untersagt worden.

Chemnis, den 10. Funt 1918.

Der Nat der Statt Chemntg. KriegswirtsWaftsamt Abteilung 1V. Scchwamkrug, Stadtrat.

Königreich Preußen. Ministerium der geistlichen und Unterricts- angelegenheiten.

Dem Privatdozenten in der medizinishen Fakuliät der Universität Bonn Dr. Alfred Kantorowicz ist das Prädikat Professor beigelegt worden.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

Fräulein Susanne Pist orius ist zur Königlichen Gewerbe- \{ullchrerin an der Gewerbeschule in Thorn ernannt worten.

B Lan tmachG Unq Auf Grurd der Bekznrtoochuyg zux Fernbaltung uyzuyerlässizexr Personen vom andel vom 23 Sept-mber 1915 (NGB[. S. 603) haute ih dem Scarkwi:t Guß:ay Schüpphausg uxd séfner (&b-- frau Aunco Schüpphaus in Charlottenburg, Lutberst»aße 29, durch Ber'üung von heutiger Tage den Hanpvel mit Segen- ttänden des täglichen Bedarfs wegen Unzuveriäfigkeit in bezug auf diesen Hande:sb:t:t b untertagt. BVerlin-Schöreberg, den 7. F eni 1918, Der Polt¡eip:äsicent zu Ber!in. riegêwucheramt. J. V. Dr. Falck.

Bekanntma ung

Gemöß § 1 der Bundektratsvero:drung zur Fernhaltung unzu- verlässiger Perjonen vom Handel vom 23. September 1915 (NGBI, S. 603) ijt dem Vécyg-rmetver Friedrich Sommer, Cöln, aroße Neugafse 18, ter Handel mit Nabrungsmitteln aller Art, namentlich aber die hrung etnes Veetgereigeshäfts, untersagt worten. Lie Kost.n dex Beröffentlizurg hat Scmmer zu tragen.

Céln, den 3. Juni 1918.

Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Best.

BektanntmawsGun «i

Gemäß § 1 der Bundesrai8verordrung zur Fernhaltung unzuver- [äsfiger Personen vom Handel vom 23. September 1915 (RH8|. S. 603) ist tem Kaufmann Sigiemund Kappes, Cöln, Weyer- itraße 94, der Handel mtt Geuenständen des täglichen Wes» darfs, ithelondere wit Spirituosen jeglicher Art, untersagt woiden. Di+ Koslen dics: Veröfferiliizung hat Kappes zu tiagen.

Cöln, den 4 Juri 1918.

Cx

Dex Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Best.

BelanntmaG ung:

Dm Kaufrrann Julius Watrschawskt ip Limburg, Lahr, Fisbma:kt 20 'wotnen", giborn am 13, März 1893 in Kolo (Miu ß land), w'‘rò bieidur§ der Handel mir Gegenstä nden des täg- l!chen Bedarfs, inssonrere mit Lebenami'teln und Setfe, fonte j«vitide mitieltare und unrtitiliaie Beteiligung an etnen solden Harde! wegen Unzurerlässiykeit in be:ug auf diesen Gewerhe- betried uritersagt.

Limburg, L1hn, den 1. Jurt 1918.

Die Poltzelrerwmaltung. Haerten.

Nichtamtliches,

Deutsches Rei. Preußen Berlin, 183. Juni 1918.

Die stellvertretende Jntendantur des Gardekorps weist die landwirtschaftiichen Kieise darauf hin, daß der Haferpreis von 600 6 nur noch bis 15 Juni gilt und nur gezahlt werden kann für Hafer, der bis dahin an ein Proviantamt angeliefert oder für die Heeresverwaltung verladen ist.

Der österreichish-ungarishe Minister des Neußern Graf Burian, der am 11. Juni in Berlin eingetroffen war, ist gestern abend wieder nah Wien abgereist. Wie „Wolffs Telegraphenbüro“ mitteilt, hatte Graf Burian, der in erster Linie dem Reichskanzler Grafen von Hertling seinen Antritts- besuch als Minister des Aeußern abstatten wollte, während seines Berliner Aufenthalts Gelegenheit, mit den leiteaden Staats- männern Deutschlands eingehende Besprechungen zu pflegen. Diese Besprezungen umfaßten alle derzeit im Borde: grund fiehenden Fragen, die einer unterzo.ien 1 Der Geist wechselseitigen Entgegenkommens und freundschaft- lichen Ve: trauens, der den Verhandlungen das Gepräge gab, berechtigt zu der Erwartuna, daß ín den vereinvarung8ge!: ¿ß in allernächster Zeit aufzunehmenden weiteren Vet- handlungen die zur Beratung stehenden Fragen eine weitere

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i L s E . 2 ans 120097 Thro pnha H A0 lo Bos irung erfayrea und binnen furczem ihre endgültige, alle Be

ligten befciedigende Lösung finden werden.

eia 513 ten m1! Don MIUnDicOen «Geralung WuUrOen.

Jhre Königliche die Landgräfin Anna von Hessen, geborene Prinzessia von Preußen, das älteste Mitalied des Hauses Hohenzollern, ist na einer Meldung des Wolffihen Teiegraphenbüros gestecn früh im 83. Lebensjahr in Frankfurt a. M. nah \hwerem Leiden gestorben.

r 67

Defterreih-Ungarz.

Die in mehreren Blättern enthaltene Nachricht, das Ministerium des Aeußern habe die russische Regierung wissèn lassen, daß Herr Kameniew als Vertreter der Soiwjetrepublif in Wien genehm sei, entspricht na einer Melduna des „K. K. Telegraphen-Korrespondenzbüros“ nicht den Tatsachen. Da der Sriedensvertrag mit Nußland noch nicht ratifiziert worden ist, ist die Frage der Ernennung von diplomatischen Vertretern Rußlands in Wien und Oesterreitß-Ungarns in Moskau derzeit noch nit aftuell: Die K. und K. Negierung war deshalb auch noch nicht in der Lage, zu der Ernennung eines diplomatishen Vertreters der Sowjetrepublik in Wien Stellung zu nehmen.

Polen.

210 Ol am 3 unt in dex Zusammenkunft der Ministerpräsidenten Frankreichs, Großbritanniens und Jtaliens in Versailles gefaßten Beschluß: „Die Bildung eines einheitlihen, vereiniat-n und unabhängigen polnischen Staates mit freiem Zutritt zum Meere bildet eine der Be- dingungen eines dauerhaften und gerechten Friedens und der Herrschaft des Rechts in Europa“ erteilt jet, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ metdet, die Polnische Regierung folgende Antwort:

Ohne auf eine Würdigurg d.s Besc6luss-8 an sh einzugeben, kann tie Po!nishe Negiervny den Zeiwunkt towte die Umsiände seiner (Sritstehung nit außer aht lassen. Alizu {ment gerabnt er :n8 au den Avgenbüd, als erf, nabm die ru!sishen Truppen ?as Kör tgreich Pel-n verlassen halten, fi die zausce regierung enischloß, an de Berwirflihurg etrigec jever Mete berr zii:reten, cte wir ein Jahrburdert laug unsenst etoiteit Latten. Der Zetip:nkt der Leidlußassg, nit rer Indalt dexr Zesoluiton verleiht iór den eigentlicen Charafier. Die Polut'e Negter ag wr ß, fl eins mit der aaruzen Îcuion ta ihreu! bruarrliben Strebzn 1a Schaff ing etncs unabbänzitgen, mit d-n atrund!cgzncen Vedtngangen einer polittshen, fulturellen. und wirisgaitlizen (Sutwid! natmêgid, eir ausge

atieten Sftaatsveszc8 und wird fb dach die Verjailler Nesolutton

hierin nit avs dem (Hleitgewi&t bringen laffen; aller Hinbe: nisse uud Schwierigf-iten ungeatet wird sie die Ve wlikiihavg der gruud- sôgl hen Bedürfnisse der Natton uneutwegt onstreven, die dieicr im Zusammenwirken mit den benaBGbarzen Zertral- mächten die Lösang der hiiorishen Au7gaden ermözichen, vie threc îim Viten Europas harren. Dies erfordert cine nüchterne Beunteilung Unserer eigenen Interessen, die allein für uns maßgebend sind.

Sroßbritaunien und Frland.

Das Reichskriegskabinett hielt gestern in Änroesen- heit der Premierminister und anderer Minister der überseeischen Dominions unter dem Voisig Lloyò Georges seine ersie Sitzung ab.

_ Jm Unterhaus sagte Lord Nobert Cecil bei de Beantwor1ung von Fragen, Aegypten betreffend, wi („MNeuter“’ meidet:

DuUrch die Kundgebung vet No eiber 1914 babe Großbritanrlen, sowett Ne, yptea in &iage towme, di: ganze Lait der Kriegfüktrung auf si genommen, und die Negterung 1: der Ansica, daß es im gegenwärligen Rugenblick uner würichi set, die Kuantgebung zurüd- zuziehen over sie za äntern. Die AÄuchebuvg tin A:gypten fet daber auf der Grundiage der Freiwilltgkeit belassen word?n, aber t:o8hem let eie Aushebungon e:tetuitafeir um werde .mii be- mertenämweit-n (Fisoigen bettiehen. U; gatet dir Siol!amation aber habe die ägypttiiche Negerunz schc deträchtiihe Beiträge zu den Kirtegdkeosten geleistet,

E Auf einer allgemeiner Versamnilung der Imperial Maxitime League erklärte der Vorsitzende Sir Spencer

4 R R L y Lion n g h Maryon Wilson obiger Q zufolge:

Dtr Klub har ti allen fubieiubd.n Se:stättza tes Vereinigten Säntgr-‘che8 cine Werbetatrgle mit dem Ziel betrieben, rer engl- stn öff-rtiich n Lieinug kte hobe Wictiigkeit darzuti A t fit: fitgen ri bensbebiuguogen die Sotderung aufzunehmen, daß die fetudlichen tr wr _denjenlgen Tetiag en Handels- |@tifsrau m ouslicfer-« sollen, tér brm pem Feinde während d/8 Keteges _versenkten Schbfferaim ber Berblnteten gleibwait q Ul lies Ziel lei durch ciue von dezr Negterung gegebene Ber h ring érreicht wozrder.

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Frankrei, Nach einer Havasmeldung hat has Nevistonsgericht die Revision der in dem Verfahren gegen die Zeitung „Bonnet Nouge“ Verurteilten verworfen.

Vnizlanb,

f Nach einer Verfügung der Nussischen Förderativen Somwjet- Fepublik ist die Farbe der Flagae NePUblit rot. Ju staben R. S. F. S. R. anfgenäht oder mit Farbe aufgetragen.

Die Moekauer Sowj-tregierung hat na ciner Mel- duna des „Wolffschen Telegraphenbüros“ die Ausreise aus Rußland nach der Ukraine geitweilig verboten. General Sulkjewits{ch, Kommandeur des Tartarenkorps, hat nach Meldungen aus Sewastopol die Ministerpräsidentshaft der Krim übernommen.

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/ der Russischen | der linken oberen Ecke werden die Buch- j

Schweiz.

Bei der Beraiung des Geschäftsberichts des pali tischen Departements teilte Der Bundespräsident Calonde laut Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur uy anckerem mit, daß über die dringend notwendige Hej schaffun in der j i interniertea russis he;

trMTobrt durch Vesterreich f Deutschland und wegen der Aufnahme in | Ç

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MnDIUrge ulêèrêë}je 2 wi _121 Hufsen liegenden Ergebnis führen würden.

in der Schweiz lebenden übrigen Russen, : von der Heimat vollständig abgeschnitten und ohne 9g jeien, Geldséndungen zu erhalten, mache tantonalen Negieruongen wie des Bundestag Hauptsache bleibe aber auch sür Heimtransport. Weiter teilte de GuUnidespräfident

980 in Rußland lebende Schweizer

fommen der deutschen Fegierung demnächst aus Nußle Deutschland in die Schweiz zurückkehren können. D uf rat hat für diese durch die Verbälmisse in Rußland \&wer \châdigten, zum Teil mittellosen

Unterstüßung bewilligt.

s Dur)

Einer Zeitungsmeldung zufolge geht aus Justiz minister Halil Bei, dem ersten Delegierten für die Frieden8- verhandlngen mit dem Südokaukasus, eingegangenen Nath- richten he: vor, der Friedensvertrag zwischen der oSmanischen Negierung und den Vertretern des Süh- taukasus unterzeihnuet worden sei.

daß

Numänten.

ie Parlamentswahlen sind bis auf wenige St:{- Nachwahlen, die ‘in diesen Tazen nlaitfinden, beendet. Wolffs Teiegraphenbüro“ meldet, werden von den zwei

Senatsfollegien 107 Regierungsganhänger und drei unabhängige Kandidaten gewäßlt. Außerdem steht verfassungSgemäß dem

| Kronprinzen, je einem Vertreter der beiden Landesuniversiiäten

und act geisilihen Würdenträgern je ein Siß im Senat zu. Von den drei Kamme: tollegien warden 163 Regierungsktandidaten, die beiden heßorabischen- Minister, drei Kandidaten der (Zruppe Carp, vier Anhänger Steres uvd steven unabhängige Kandidaten gewählt. Unter den Unabßängigen besinden nch General Averescu, der den Vor frieden unterzeihnete, der natio1 alistische Anti)emit Caza und der ehemalige Ministec Hadarau. Trotzdem Die Parteten Bratianus und Take Jonescus mit allen Müteln für Wahlenthaltung in der Hoffnung eintraten, daß die vom aVah'gesey vorgeschriebene Mindeiistimmenzahl von einem Driitel ber eingeshrizbenen Wähler nicht erreicht werden würde, war die Wahlbeteiligung im allgemeinen fast ebenso stark wie früher, besonders in den großen Städten. Nur in einem einzigen Fall, in Galaß, mußte wegen zu geringer Wahlbeteiligung die Wal jür ungültig erflärt werdeti.

dd LeTrainte,

Die auf den 10. Juni anberaumte Vollsitung Friedensversammlung hat nicht statigefundeu und ist auf den 11. vershobea warden. Ein amtlicher Bericht darüber wird veröffentliht twerden.

Die Abordnung des Donkosakenhetmans Krasznew hat, wie „Wolffs DTeiegraphenbüro“ meldet, dem deutschen Boischafter Freiherrn von Vumm un5 dem österreichisW-ungarishezn Bolschafter cine Erklärung ü

pap

Über die Begründung einer Donktosakenrepublif überreicht. Der „Kiewskaja Mysl“ zufol:e breitet sich d!e Erhebung der Donkosaken aus. Die Abteitu:igea Kcasznows sind uur noch 50 Werst von Zarizyn an der Wolga eutfecut. etnnland.

Nach einer Verfügung des S-nats sollen die finnischen Kauffahrteischiffe als vorläufige Schiffahrts- und Handelsflagge eine kacmin-zinnoberrot gefärbte &Flaage benußen, deren Breite 17 und deren Länge 26 Einheiten beträgt und die in 4 rechteckige Felder durch ein goldgelbes Kreuz geteilt wird, das von 2 Borten begrenzt wicd, deren innere blau und deren äußere weiß ist.

utrerita.

Das ametrifanische Marinedepartemeont hat d

er „Morning Post“ zufolge zum Schutz der Küstenschiffahzt gegen künftige U-&oolsoperationen die Einführung des Geleitsystems beschlossen.

Die Lebenamiitelverwaltung der Vereiñigien Staaten teilt dem „Reutershzn Büro“ zufolge mit, daß im Mai die Verschiffung von Getreide an die Verbündeten 100278 t gegen 836 034 t im April betragen habe. Es handelt sit; um 87 276 t Mais und Maiserzeugnifse, 155961 t Hafer und Hafererzeugnisse, 8384 t Noagen und Noggen- fe, 87 643 t Gerne und Gerstenerzeugnisse, 371253 t en und Weizenerzeugnisse und 9462 t Neis usw.

KriegSuachriÿten. Berlin, 12. Jani, Abends. (W. T. B.) __ Oertliche Kämpfe auf dem Schlachifelde südwestlih von Noyona und südlih der Aisne.

__ An der neuen Kampffront zwischen Montdidier und ?oyon haden die Franzosen am 11. Zuni eine schwere blutige Nieder- iage erlitten. Sich der Wichtigkeit des verlorenen Höhen- geländes voll bewußt, seßten fie stäikste Kräfte ein, um den Deutschen die errungenen großen Vorteile wieder zu entreißen. Mit mehreren Divisionen in dichten Massen griff ver Feind an. Um 11 Uhr 30 Vormittags ‘begannen die Gegenangriffe gegen unsere Linie von Le Ployron bis Antheuil. Der Hauptstoß Des Feindes 1itete fich gegen unsere Stelluog von Cóur- celles bis Méry. Hier massierte ‘er seine Anariffstruppen und miter\ßte sie dur zahlceihe Tank- und Schlachtgeschwader. Dei Comcelles jagte er allein über 30 Tanks vor, bei Mery ließ er gegen 80 Kampfwagen gegen uncre Gräben anrollea, Der deutschen Artillerie boten diese un- förmlicen Wagen lohnende Ziele. Die Hälfte der fran- zönschen Tanks liegt zeitrümmett auf dem Schlach!felde. Ver mil rüsichtsloser Energie gefühcte Ang1iff bra unter ganz außerocdentlih {weren Verlusten zusammen. An

S per Haup!

Mer blutigen

ickmärtigen Verbindungen,

angriffsstelle Courcelles—Méry traf den voller Wucht der deutsche Gegenfioß und warf mi L Am Nachmittag um 5 Uhr segzte er zwischen Belloy Fzurü Antheuil zu neuem Angriff an. Hier machte er die V dsten Versuche, unsere Linie zu durhbrechen. Sie blieben wüten und scheiterten unter s{hwersten blutigen Verlusten. erfo 8 erlich brach ebenfalls der Angriff eines französischen O gegen die Stellungen b-i Chevincourt veilustrei in P ammen, Troß der bereits ungeheuerlihenVerluste gab dec sid E jegt noch nicht jeine Hoffnung auf, einen ents{cheidenden ein ‘zu erringen. Abends 7 Uhr wiederholte er abermals Pro 8 a von zahlreichen Tanfs feine Augriffe in Gegend ron und südöstlih Mery. Sie endeten wiederum mit Ergebnislosigkeit der morgendlihen Anstürme. Desfelbe Schicksal erlitt ein um Mitternacht längs der Straße nillers-sur-Coubun—Vendelicourt angescbßtler Vorstoß. IBeiter ilih bis zur Oise “ecstickien heftige, aus Thourotte heraus eführte Gegenangrisfe in franzöfishem Blut. _Die feindlichen e _auf denen der Franzose immer "ieder neue Reserven heranführte, lagen uater unserem witf- umen weren Fu S : Von Morgen bis in die tiefe Nacht hinein hielten die impfe an. Völlig nußlos hat der Franzose auf der ganzen ront seine Massen geopsezt. brr G

Feind ! und warf ihu

unter 0, Ploy

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Nordwesilib von Chaleau-Thierry griff am Morgen des 1, Juni nach kurzer, starïer Fevervordereitung der Feind uter dem Schuße des Morgennebels in mehreren Wellen jesgegliedert unjere Stellungen an. Auch hier wurden sämt- ¡he Angriffe unter blutigen Veriusten für den Feind abge- iesen, der im Laufe des Tages _unter Einsay [rischer Kräfte ne jeglihe Rücksicht auf Verluste seine verzweifelten Vor; ¿fe wiederholte, ohne daß es ihm gelang, irgend weiche ortzile zu erringen. Unser Artilleriefeuer, die Abwehr und je Gegzenangriffe unserer Jafanterie fügten dem Feinde garz uherordenilih shwere Verluste zu. Eine größere Anzahl hefangener blieb in deutscher Hand.

-

Großes Hauptquartier, 13. Juni, (W. T. B) Wesilicher Kriegsschauplay Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Zeitweilig auflebender Artilleriekampf. Oertliche Jnfanterie-

ete. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz,

Eüdwestlih von Noyon führte ter Franzose erneut starke jgenangriffe beiderseits der großen Straße Roye—Estrées i Denis. Unter s{chwersten Vertusten bra auch ser Ansturm zusammen. Mehr als 60 Panzer- egen liegen zerschossen auf dem Kampsfelde. Die Ge- nenen zah t auf bec L50000 gestiegen. je Beute an Geschüßen beträgt nach bisherigen (\telungen mehr als 150. Vei Abwehr der feindlichen hjenangrifse fielen einige unserer bis in die vorderen Jn- nielinien hinein aufgefahrenen Geschüße in Feiades Hand.

Vörelih der Aisne drangen Slurmabteilungen in die len Gräben. Eüdlich der Uisne griffen wir nach fiarî:r (ileriewirlunig den Feind an und waifen ihn aus seinen nien ôst'ih von Cutry—Dommäiers übcr diese Orte hinaus nid Nöôrolich von Corcy wurde der Gavières-Grund (n Feinde «esäubert Wir mochten mehr als 1500 Gefangene.

M-:-hrfach wiederholte feindliche Angriffe nord- (sich von Chateau-Thierry brachen verlustreich jammen.

Jn den beiden leßten Tagen wurhen 35 feindliche Flug- lge abgeschossen. Hauptmann Berthold und Leutnant fenth off errangen ihren 33., Oberleutnont Schlei h seinen ÿ, und 30, Leutnant Veltjens seinen 20. und 2L, Haupt- un Reinhardt seinea 20. Lustsieg.

Der Erste Genera!quartiermeifter. Ludendorff,

Vesterreihisch-ungarisher Vericht.

Vien, 12. Juni. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: „An der Gebirg6s- und VPiavefront anhaltende ileriekämpfe. Jm Abschnitte des Stilfser Jochs, west- Asiago und am Monte Asolone wurden feindliche vistöße abgewiesen

Ja Albanien, im Naume Sinapromte, nordwestlich rca, dauern die Kämpfe mit den angreifenden Franzosen an.

Der Chef des Geueralstabes.

Hulgarischer Bericht. Sofia, 12. Juni (W. T. B) Generalstabzbericht. Mazedonishe Front: We tih vom Ohridasee war

3 Artilleriefeuer unsererseitz zeitweilig von geringer Heftig- l Desilih vom oberen Skumbi fkehrten unsere Er- ndungstruppen mit französishen Gefangenen zurück. Zwischen rida- und Presvasee und in der Moglenagegend eeulen unsere Posten feindliche Sturmirupps. Südlich ma lebhafies gegerseitiges Artilleriefeuer. Oestilih des ats verjagien wir durch Feuer englishe Erkundungs- nf gen, die sih zweimal unseren Posten beim Dorfe llali zu nähern versuhten. Im Strumatale

‘atrouillengefehte.

Türkischer Bericht.

Kon erebersn tinopel, 11 Sun (W. D. Y) Wai fin afront: Jn den späten Abendstunden des 9. Juni arif im d nach starfer Artillerievorbereiluna seinen ttillerie- i Küstenabschnitt. Durch unser gut liegendes feind Maschinengewehr- und JInfanieriefeuer erlitt der Ingriff ger eite Verluste. Wiederum ist der feindliche on

Amtlicher

ge\cheitert. en anderen Fronten ni{chis von Bedeutung.

Der Krieg zur See.

i 1E. Gun. (W. €. B) Jm Mitlelmeer wurden durch unsere U: Boote 6 Dampfer von zusammen 22000 Br.-N.-T. versenkt.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Rotterdam, 12. Juni. (W. T. B.) Der Maasbode“ meldet, daß der \hwedischeSegler „Birknes “(1053 Br.-T ) ver}enkt worden ist.

Wien, 12. Juni. (W. T. B.) ministerium, Marineseftioa, wird mitgeteilt: Schiff „Szent Jstvan“ wurde bei eiaer Nacztfaßrt in der Adria torpediert und ist gesunken. Es werden Linien- \chiffsleutnant Max de Nöoid, Maschinenbetriebsleiter Sarniz, Seekadett Anton Müller und etwa 80 Mannschaftspersonen vermißt. Seeaspirant Joseph von Serda ist tot. Der Rest der Vemannung wurde gerettet.

Vom K. und K Krieas- Seiner Majestät

Parlamentsberiht*®)

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 157. Sißung vom 12. Juni 1918, Vormittags 11 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphenbüro.) den Beginn der Sizung ist in Nummer d. Bl. berichtet worden.

Das Haus scyt die Einzelberatung _des Ge segent- Us Uber die Wahlen zum Abgeordneten - ha u e, und zwar zunächst die Besprechung des §8 24, der Uber die Wahlbezirke, ihre Abgrenzung und

Ueber der gestrigen

l e ie Zahl der auf lte entfallenden Abgeordneten Bestimmung trifft, und der hier- zu gestellten Nbänderungsanträge fort.

Abg. Hoff (fortshr. Volksp.): Wir stimmen für den Antrag Brust, Die Ordnung der Wahlkreise in diesem Gese ist durchaus unbefriedigend, denn sie benacteilige die Städte so, wie es nmcht gerehtfertigt werden kann. Schon das Mehrstimmenre&t wirkt zuungunstew der dichtbevölkerten und zugunsten der s{chwachbevölkerten Bezirke. Wenn .man das Mehr- stimmrecht mit dieser Wayhlkreiseinteilung kombiniert, so bat der privilegierte Rottenführer mit seinen drei Stimmen das neunfache Wahlrebt gegenüber dem Arbeiter. in der (Großstadt. Wenn nun gar die Mehrheit diese Wahlkreiseinteilung noch von einer Dreiviertelmehrheit abhängig macht, so geht das über alles Maß hinaus, das irgendwie erträglich it. (Sehr richtig! links.) Eine folche Ordnung ist geradezu eine Provokation, gegen die wir den \{ärf- sten Einspruch erheben müssen. Gegen die Verhältniswabl wird mit dem Scblagwort des Ausnahmegeseßes gearbeitet, aber in den ge- misbtsprahigen Gegenden und in den großen Industriebezirken müssen die Minoritäten ge\{hüßt werden. In den gemischtsprabigen Gegen- den bliebe nihts anderes übrig als die Anlegung eines nationalen Katasters oder die Verbältniswahl. Unser Antrag läßt sich keines- wegs als Ausnahmegeseßz kennzeichnen, er forgt vielmehr für eine richtige Vertretung. Durch die Verbältniswahl wird dem nationalen Kampf im gewissen Grade der Stachel genommen. Sollte unser Hauptantrag abgelehnt werden, fo nehmen Sie wenigstens unseren Eventualantrag an. Die Mehrheit will grundsäßlih die Verhbältnis- wahl nicht. Dieser grundsäßlihe Standpunkt ist begreiflich, aber na- dem die Herren selber diesen Grundsaß aufgegeben und für. einen leinen Teil der Wahlbezirke die Verbältniéwabl vorgeschlagen haben, ist es unbegreiflih, daß sie sie den großen Städten und Industrie- bezirken vorenthalten wollen, obwohl diese VBerhältniswabl \chon im Reich in Aussicht steht. Jn den Industriegegenden, die für die Ver- hältniêwabl in Frage kommen, ringen in der Regel nur zwei Parteien miteincnder; dur die Verhältniswahl würde dem politischen Partei- kampf ein wesentlicher Stachel genommen. Die äußerste Linke will aber gerade den Gegner niederreißen können, und doch hat Herr Ledebour im Reichstage für. unseren Antrag gestimmt.

Abg. Lüdicke (freikons.): Man hat behauptet, wir Freikonservativen hätten unsere Meinung über die Verhält- niswahl geändert. Das ist ein Jrrtum. Kompromisse nen natürlich nur zustande kommen dur gegenseitiges Nach- geben. Unser Grundgedanke bei den vorliegenden Bestimmungen ist der der Erhaltung des Deutsbtums in den Östmarken, ohne daß wir deshald eine antipolnishe Tendenz hineintragen wollen. (Un- ruhe links.) Wir werden für die Kompromißanträge zur Verhältnis- wahl stimmen, halten diese aber für cine WUusnahmeersheinung und behalten uns weiteres vor. (Beifall rets.) L

Am Shlusse der Erörterung wird ein Antrag auf nament- liche Abstimmung über die Verhältniswahl in den Osftmarken gestellt, findet aber niht genügende Unterstüßung.

Der Antrag Brust wird abgelehnt. :

Der Kompromißantrag, der die Abgrenzung dev Waßlbezirke, die Verteilung der Abgeordneten, nur durch Stimmenmehrheit von drei Vierteln statt zwei Dritteln ün jeder Kammer abgeändert wissen will, wird nah Probe und Gegen- probe vom Büro für angenommen erklärt.

Abg. Ad. Hoffmann (U. Soz.) weist zur Geschäfts- ordnung darauf hin, daß das Büro lediglich aus Wahlrechts- gcanern bestände und daß jedenfalls das Resultat der lehten Abstimmung anzuzmweifeln sei. (Stürmische Uñruhe rechts.)

Präsident Dr. Graf von Schwerin -Löwiß ver- wahrt das Vüro gegen den Vorwurf der Parteilichkeit.

Abg. Ad. Hoffmann (U. Soz.): Es is mir nit einge- fallen, die Unparteilichkeit des Büros anzuzweifeln. Aber wenn man eine Mehrheit wünscht, so sicht man viel leiter seine Wünsche erfüllt. Jn solchèn Fällen müßten Freunde und Gegner im Büro vertreten fein.

Der Präsident stellt demgegenüber fest, daß die Schriftführer des Büro nah einer bestimmten Reihen- folge bestellt werden, und daß diese Reihenfolge auch heute ein- gehalien worden sei. j i

Zur Annahme gelangt darauf der Kompromißantrag, be- treffend Einführung der Verhältniswahl, unter Ablehnung sämilicher hierauf bezüglichen Anträge.

S Da bestimmt, daß für “die Kriegsteilnehmer das Erfordernis des längeren ohnsißes oder Aufenthalts nicht Voraussezung der Wahlberechtigung sein soll und daß für die beiden ersten allgemeinen Wahlen nach Jnkrafttreten dieses Gesetzes die Kriegsteilnehmer die Zusaßstimmen auch dann er- halten jollen, wenn die Voraussezungen bei Beginn ihrer Krieasteilnehmerschaft vorlagen.

Abg. Lucas beantragt, streichen. i

Die Abgg. von Heydebrand, Dr. Lohmann und Lüdicke beantragen, den Zusaß, daß der Kriegsdienst nicht als Unter- brehung der Tätigkeit gilt, an die die Zusaßstimme ge- knüpft ift.

®) Ohne Gewähr, mit Ausnahme der Reden der Mintster un Staatssekretäre,|

die legtere Bestimmung zu

kon-

(fons.): Die Ablebnung des ¿estrigen eino utaßstimme zw

Sntrüjstung bervorge-

Abg. Dr. von Kries Antrages aud den Kriegsteilnehmzrn gemrabhren, bat Linken rufen, wie fie au in. einem Artikel ‘de „VBürsene zeitung zum Ausdruck fkemmt. Hierin if bder : ‘gesagt, def die Linke mit ihrem Antrag die Recbte nur zroingen will, dagegen zu timmen. Die Verkoppelung der Kri géte:Inebmer mit den Jn- babern eineó eigenen Hauéstandes bat gemact, [ur den Antrag zu stimmen. Wir wissen, was wi Kriegs=- te:lnebmern schuldig sind, und baten es durchaus U gellen, wie versiedene s nträge bewiesen haben, (Beifall rets.)

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Abg. Frhr. v-on S{hleinth (freikons.) bedauert eben- falls, daß in dem Antrag die Krieosteilnehmer mit den Fn- habern cincs eigenen FGausstandes vertoppelt 1varcen.

Uba. O1 r h Tie Entrüstung über die B des Antrages, den Frie steilnehmern eine Zufatstimme zu ge7 wird ein? dauernde bleiben. Wenn Ihnen (nach redbts) die V toppelung ¿n dem Antrage nicht erwün}fcht war, so hätten Sie ja getrennt Abstimmung verlangen können. Der wmabre Grund ift der, daß Sie den Kriegsteilnebmern die Zusaßstimme nit gönnen! (Sehr wmadr, links.)

Abg. Lucas (nl.): Wir verwahren uns dagegen, daß der An- trag für die Kriegsteilnehmer aus taktischen Gründen gestellt ift, er ift lediglich aus sablien Gründen gestellt. Warum haben Sie nicht getrennt Abstimmung gefordert?

Abg. Hoff (fortschr. Bolksp.): steller baben wochenlang im Schwceiße arbeitet, um das Ungeheuer der vorliegenden Anträge an das Tagesliht zu bringen. Sie haben an die Rotten- führer gedadt, aber nit an die Krieasteilnebmer, die haben sie ver- gessen. (Sehr ridtig! links.) Die Beschlüsse von gestern sind eine Entrehtung und eine Provokation der Kriegsteilnehmer. (Große Un- rube rechts. Ruf: Demagoge!) Es kommt auf die Taten und nit auf die Worte an. Hier stimmen Konservative und Sck&werindustrielle zusammen, um ein Geseß anzunehmen, wie es noch niemals die Ent- stung der Kriegsteilnehmer hervorgerufen hat. (Großer Lärm rechts. - Lebh. Beifall links.)

Abg. Ad. Hoffmann:

Die Kompromißantrag-

thres Angesichts ge-

i Die Herren auf der Rechten wollen ja das Gescß nur jo lange hinauss{leppen, um cs bei Gelegenheit wieder vers{winden lassen zu können. (Ein Ubgcordneter weist dem Redner gegenüber auf die Stirn, der Redner ruft ihm zu: Sie haben ret, Herr Kollege, da feblt's! (Sroße Heiterkeit.) Aub wir baben gegen den Antrag auf eine Zusazy- stimme für Kriegsteilnehmer gestimmt (Lebh. Hört, hört! rechts), denn wir balten das für ein Linsengeriht, durch das man das Volk barüber binwegtäushen will, daß Sie «s um das gleiche Wablret betrügen wollen. Sie können den Kriegsteilnchmern den größten Dienst er- weisen, wenn Sie den Kuieg beenden. Briefe von der Frent melden uns, daß es dort vor Leichengerub nit auézubalten sei. Maden Sig dem Krieg ein Ende! :

Aba. Arendt (freikons.): micht einen Weg an, wie man den handeln nur in Notwehbr. Sein Ruf ist wider besserts Wissen erfolgt, um das Volk aufzubeßen. (Lebh. Sehr richtig! rechts.) Wenn es uns nicht gelingt, die um Hoffmann niederzuhalten, \o wird Deutsland zugrunde gehen. Auch ib babe mi dcr gestrigen Abstimmung über täe Zusabstimme für Kriegsteilnehmer enthalten, weil nah meiner Ansicht die Kriegsteilnehmer nit ausfallen dürfen. Auf mein Befragen bat mir der Prâsident erklärt, daß eine gesonderte Abstimmung über die Kriegsteilnehmer-Zusaßstimme mt mög- lih sei, weil die Antragsteller selbst die gesonderte Abstimmung nicht baben wollten. (Stürmisches Hört, hört! rets.) Wir wollen keins Wahlen, bevor die Feldarauen nicht, im Lande sind, die ‘bei einer Auf- losung des Abgeordnetenhzxuses am wenigsten zu ibrem Rechte kämen. Wir können der Entwicklung der Dinge mit Nube entaegensehen. Stellen Sie do den Antrag auf eine Zusaßstimme für die Kritgsteil- nebmer. (Nuf: Haben wir ja getan!) Nein, das mar ein anderer An» trag. Ueber die Berücksihtigung der Kriegsteilnehnter berrs{t volle Einmütigkeit, das können Sie nicht mit demagcegischen Mitteln ab- streiten, (Lebhafter Widerspruch links.)

Präsident Dr. Graf von Shwerin- Löwiß weist dar- auf hin, daß gestern nicht die getrennte Abstimmung über dis beiden Teile des Antrages Hagemeister gewünscht worden ift, deshalb mußte namentliche Äbstimmung über den ganzen Nntrag stattfinden. (Hört! hört! rechts.)

Abg. von Plehwe-Dwarishken (kons): “Der Aba. Ströbel hat der Mehrheit dieses Hauses vorgeworfen, da fie den Kricgsteilnehmern . keine Zusabstimme gönne. Wir, die wir von Anfang des Krieges an an vorderster Stelle dem Feinds gegenüberstanden, wissen, daß das Vaterland uns alles gönnt, am meisten die Mebrheit dieses Hauses. Wir an der Front, zu denen ih ganz be- sonders au die Parteigenossen des Herrn Hirsch rene, die glei allen anderen in beldenbafter Weise fürs Vaterland kämpfen, baben nur den einen Wunsch, daß solde Reden, wie wir sie eben von den Herren Adag. Hirs, Hoff und Hoffmann gehört baben, mcht gehalten werden. Sie nüßen nur unseren Feinden. Wir fürchten ung niht vor den Franzosen und nicht vor den Engländern, aber den einen LBunsch haben wir, daß Sie in der Heimat binter uns stehen und nit Un= einigkeit hineintragen dur folde Reden, wie wir sie eben gehört haben. (Lebhafter Beifall rechts. Ruf rechts: Da hören Sie eine Stimme vôn der Front!) ; :

Abg. Dr. Lohmann: Sie dürfen uns nicht unterstellen, daß wir es an Achtung für die Kriegsteilnehmer fehlen lassen. Gerade die Staatsregierung hat davor gewarnt, den Weg der Zusatßstimme zu beschreitcn. (Lärm links.) Es gibt au in der Heimat Leute, die hier im Umfallen ihre Pflicht getan haben. Wir müssen uns hüten, zu den größten Ungetetigkeiten zu kommen. °

Abg. von Heydebrand: Die Herren Hoffmann usw. stellen si hin, als ob sie die Vertreter der Kriegsteilnehmer wären. Wir sind es gewesen, die die ganzo Sache erst zusammen mit den Kriegsteilnchmern zur Gntscheidung bringen wollten; das haben Sie (links) aber abgelchnt.

Abg. Hi r \ ch - Berlin (Soz): Däß der Abg. von Pleive sagt, daß unsere Reden dem Feinde nüßen, ist cine Unverschämtheit. (Vizepräsident Dr, Lohmann erteilt für diesen Ausdruck einen Ordnungsruf) Es ift aber eine Frecbheit. (Vizepräsident Dr. O ruft den Abg. Hirs zum zweiten Male zur Ord- nung.

Es folgt eine Reihe von erregten persönlichen Bemerkungen, an denen sich die Abgeordneten Graf Spe e D, Ad. Hoffmann beteiligen. Auf eine unverständlich ge- bliebene Aeußerung des Abg. Hoffman n, die große Ent- rüstung auf der Rechten hervorruft, behält sih der Vize- Präsident Dr. Lohmann zurückzukommen vor, bis er das Stenogramm eingesehen hat.

Abg. Hoffmann bemerkt darauf, daß seine Partei immer nur Zusammenstöße habe, wenn der liberale Präsident Lohmann präsidiert.

Vizepräsident Dr. Lohmann: Die Andeutung der Partei= zugehörigkeit des Präsidenten it ganz unzulässig. Auf die übrigen Bemerkungen will ih nit eingeben, wenn si nit vielleiht das Haus dazu veranlaßt fühlt.

S 2a wird mit dem Antrage Heydebrand angenommen.

Damit ist das Wahlgesez für das Abgeord- netenhaus erledigt.

Daus Gesey über die Zusammenfeßung der Ersten Kammer wird ohne ésprechung nah dén Be- schlüssen der dritten Lesung angenommen, Einige dazu aus

Warum gibt Herr Hoffmann

Krieg beendet? Wir