1918 / 170 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Landrat Dr. Freiherrn von Hammerstein-Ges- mold in Cochem zum Regierungsrat und i

den biéherigen ordentlichen Honorarprofessor in -der philo- sophischen Fakultät der Unive: sität Halle-Wittenberg Dr. Her- mann Abert zum ordentlichen Professor in derselben Fakultät zu ernennen.

Ministerium des Königlichen Hauses.

Dem Bezirks\chornsteinfegermeister Josef S ch midt in Bad Homburg v. d. H. ist das Prädikat eines Königlichen Hof- \schornsteinfegermeisters verliehen worden.

Ministerium der geistlihen und Unterrichts- angelegenheiten.

Der außerordentliche Honorarprofessor in der evangelisc- theologischen Fakultät der Universität in Breslau D. Hoff- mann ist mit Allerhöhster Genehmigung Seiner Majestät des Königs zum ordentlihen Honorarprofessor in derselben Fakultät ernannt worden.

FUNnizmitniertt m.

Es sind versezt: die Staatsanwälte Dr. Sauer in Schweidniß nach Caffel, Plücker in Duisburg nah Osnabrück, Settegast von der Staatsanwaltschaft des Landgerichts I1 in Berlin nach Kleve uno Dr. Thomas in Ostrowo nah Posen.

Der Gerichtsassessor Dr. Lürken in infolge der Bestäti-

ung seiner Wahl zum Bürgermeister in Süchteln aus dem ustizdienste geschieden.

Den Gerichtsassessoren Bl ankenfeld, Crome, Dr. Hans Dittrich, Dr. Konrad Eylert, Hermann Schrader und Dr. Walter Weber ist die nahgesuchte Entlassung aus dem Justizdienst ecteilt.

Der evangelische Gefängnisaeistlihe, Pfarrer Dr. Römer a e Zentralgefängnis in Wronke ist in den Ruhestand verseßt.

Der Amtsgerichtsrat, Geheime Justizrat Adler in Frankfurt a. M. und der Landgerihtsrat Fus bahn in Wies- baden sowie die Gerichtsassessoren Karl van Endert und Edmund Wisllers sind gestorben.

Jn der Liste der Rechtsanwälte ist gelöscht: der Nechts- anwalt Hinz in Filehne.

Jn die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: die Recht-anwälte Friedrih List aus Neutlingen bei dem Land- geriht T in Berlin, Joseph Schmitt aus Saarbrücken bei dem Amtsgericht in St. Wendel, Punge aus Castrop bei dem Amtsgericht in Herford, der Gerichtsassessor Richard Nünning- hoff bei d?m Landgericht Ill in Berlin.

Der Notar, Justizrat Frenfken in Heinsbera, der Rechts3- onwalt und Notar Hart in Toftlund sowie die Rechtsanwälte Harry Berendt und Dr. Zilligus in Berlin sind gestorben.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Der Forstmeister Knust in Karthaus (Oberförsterei Schön- berg) ist na Stangenwalde, der Forstmeister Weihl in Oberems nah Seelzerthu'm versezt worden.

Der Fornassessor Schuwpius in Mergentheim ist zum e siéo, zunächst ohne Uebertragung eines Reviers, ernannt worden.

Dem Domänenpächter Mi lbradt in Podstoliz im Kreise Kolmar i. P. ist der Charakter als Königlicher Oberamtmann verliehen worden.

SLrihln az Lun dié.

Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen und Unterrichtsangelegenbeiten Und des Evangelischen Oberkirchenrats sowie nah Anhörung. der Beteiligten wird dur die unterzeineten Be- hörden hierdurch folgendes festgeseßt.

S1.

In der evangelishen Kirchengemeinde Berlin- Lankwig, Diözese Kölln-Land 11, wird eine zweite Pfarrstelle eingerichtet.

S2 Diese Urkunde tritt am 1. Juli 1918 in Kraft.

Berlin, den 3. Juni 1918. Potsdam, den 26. Juni 1918. (L S) (8) Königliches Konsistorium König liche Regierung,

der Provinz Brandenburg, _ Abteilun Abteilung Berlin. für Kirchen- und Swilwésen. D. Steinhausen. von Bardeleben.

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Den Gheleuten Friß S chumacher hierselbst, Buschstr. 117, babe ich die Wiederaufnahme des Handels mit Lebens- Uno Futtertitteln Und Gegenständen des täglihen Bedarfs wieder gestattet.

Essen, den 13. Fuli 1918.

Die städt. Polizeiverwaltung. I. A.: Rath.

Be a i

Auf Grund des § 1 der Bekanntmachung des Neichskanzlers vom 23. September 1915 zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen bom Handel ist dem Fleischermeister W. Fagelki, Jakobstraße 19, der Handel mit Fleisch, Wurst, Fleish- und Wurst- waren jeder Art bis auf weiteres wegen Unzuverlässigkeit unte r - sagt, ihm auch die dur dieses Verfahren entstehenden Kosten auf- erlegt worden.

Allenstein, den 12. Juli 1918.

Die Stadtpolizeiverwaltung. G. Zülch.

Bean a Ga

Auf Grund der Bundesratsverordnung vom 23. September 1915, betreffend die Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel (NGBI. S. 603), haben wir dem Bäckermeister Arnold Klinken- berg in Dortmund, Sternstraße Nr. 41, durch Verfügung vom heutigen Tage den Handel mit Lebensmitteln aller Art sowie mit sonstigen Gegenständen des-täglihen Lebensbedarfs wegen Unzuverlässigkeit in bezug auf diesen Handelsbetrieb unter - sagt. Die Untersagung wirkt für das Neichsgebiet. Die Kosten der amtlichen Bekanntmachung dieser Verfügung im Deutschen Neichs- anzeiger und im amtlichen Kreisblatt sind von dem Betroffenen zu tragen.

Dortmund, den 15. Fuli 1918.

Lchensmittelpolizeiamt. Tia ert.

zerordnung vom 23. September 1915 iffiger Personen vom Handel

i MathilE Série nsterstrafe Nr. 273, durch) Verfügung lmitMetallen aler Art sowie nden. des täglichen und Inzuverlässigkeit in bezug auf diesen Untersagung wirkt für das

x amtliden Bekanntmachung dieser amtlichen Kreisblatt find von

œ c d - Baar t.

eTanntmamu 6 Auf Grund des § 69 der Reichsgetreideordnung vom 21. Juni 1917 (RNeihs-Geseybl. S. 507) ist dieScchbließung der Bäckerei und des Verkaufêges{häfts des Bäckers Wilhelm Krumm hier, Weegerstraße 16, angeordnet worden. Höbscheid, den 6. Juli 1918. Die Polizeiverwaltung. Pohlig. Veranla. _ Auf Grund der Bundesratêverordnung vom 23. September 1915 (NRGBIl. S. 603) * zur Fernhaltung unzuverläisiger Personen vom VDandel wird den- Cheleuten Ernst Peppler in Remscheid, Morsbach 33 a, der Handel mit Lebensmitteln unter Auf- erlegung der Kosten der Veröffen1lihung untersagt. Nemscheid, dén 16. Juli 1918. Der Oberbürgermeister. J. V.: Gert enba.

Nichkamílices.

Deutsches Reich. Preußen, Berlin, 22. Juli 1918.

Wie „Wolffs Telegraphenbüro“ erfährt, hat sich der im Großen Hauptquartier weilende Reichskanzler Graf von Hertling nah der Rüclehr von einer mehrtägigen Dienst- reise wegen einer Erkältung in ärztlihe Behandlung begeben. Er befindet sich bereits auf bem Wege der Besserung.

Der Staatssekretär, Wirkliche Geheime Rat von Hinze hat die Leitung des Auswärtigen Amts übernommen.

Auläßlih seines Dienstantritts hat der Staatssekretär von Hinze an den österreichish-ungari‘hen Minister des Aeußern, wie „Wolffs Telegraphenburo“ . meldet, folgendes Telegramm gerichtet:

Durch das Vertrauen Seiner Majestät, meines Allergnädigsten Herrn, auf den Posten als Staatssekretär des Auswärtigen Amts berufen, drängt es mich, Eurer Exzellenz zu Beginn meiner Tätigkeit meine aufrichtigsten bundeéfreundlihsten Grüße zu übersenden. Es ist mir eine besondere Freude, bei meinem Dienstantritt die auf einen organi\chen Ausbau des deutsch: österreihtisch-ungarischen Bünd- nisses abzielenden Arbeiten vorzufinden, die ich aus tietinnerster Ueberzeugung aufnehme und mit Eurer Exzellenz gütigster Unter- stüßung zu einem guten Ende zu führen hofe. Als s{önstes Glü aber würde ih es betrachten, wenn es mit Gottes gnädiger Hilfe in nicht zu ferner Zeit gelänge, dic Erfolge unseres treubewährten Vündnisses durch einen siegreichen, ehrenvollen Frieden zu frönen.

Hierauf hat Graf Burian mit nachstehender Depesche geaniwortet :

Für die freundlihen Worte, mit welden mich Eure Exzellenz gelegentlich Ihres Amtsantritts zu begrüßen die Güte hatten, bitte i, meinen aufrihtigsten Dank entgegenzunehmen. Eure Exzellenz mögen versichert sein, daß Ihnen bei der Durchführung der großen Aufgabe, deren Ziel Festigung und Ausgestaitung des österreichi|ch- ungarisch-deutshen Bundesverhältnisses it, meine rühaltlose und überzeugte Mitwirkung iederzeit zur Verfügung stehen wird. Einen ehrenvollen, gerechten Frieden, welchen wir alle zum Wohle der ge- famten Menschheit herbeisehnen, werden wir am raschesten und sichersten erreichen, indem wir in unbeugsamer und kraftvoller Ginig- keit ausharren.

Der Königlich norwegishe Gesandle von Ditten hat Berlin verlassen. Während seiner Abwesenheit führt der Legationsrat Bachke die Geschäfie der Gesandtschaft.

Jn Verbindung mit dem seit zwei Jahren beslehenden Arbeitsauss{huß sür Mitteleuropa, dem Parlamentarier aller Parteien und führende Persönlichkeiten des deutschen Wirt- schaflslebens angehören, joll, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ mitteilt, demnächst ein „Deutscher Wirtschaftsrat für Mitteleuropa“ entstehen, der berufen ist, die Interessen von Industrie und Handel bei der beabsichtigten engsten Verbindung mit der öjterreichisch-ungarishen Monarchie und bei dem Aufbau der wirtschafts- und handelspolitischen Beziehungen der verbündeten Miittelmächte zu den übrigen mitteleuropäishen Staaten und Völkern wahrzunehmen. Das Programm dieses Wirtschaftsrates ift, durch eine allmählihe Entwicklung unserer kontinentalen Wirt- schaftsbeziehungen die weltwirtshaftlihe Ausdehnung des deutschen Wirtschaftslebens zu sihern. Fußend auf der Zollunion mit Oesterreich-Ungarn, soll zunächst durch gute Handelsverträge usw. ein engeres wirtschaftspolitishes Band. mit dem weiteren Osten Europas geflohten werden, um durch die Sicherung des Bezugs von Rohstoffen, besonders aus den großrussischen und ukrainischen Gebieten die Kraft zu gewinnen, unsere westlihen Gegner, vor allen Dingen die überseeischen Rohstoffproduzenten, zum Weltwirtschaftsfrieden nah dem Krieg

zu zwingen. ©

Die 22, Nummer der Liste „Unermittelte Heeres83- angehörige, Nahlaß- und Fundsachen“ ist am 1. Juli 1918 als Beilage zur „Deutschen Verlustliste“ erschienen. Ver- vollständigt wird die Liste durch ein Namensrverzeihnis von Gefallenen und Vermißten, deren Angehörige nicht zu ermitteln waren, ferner durch Mitteilungen über unbestellbares Offiziers- und Mannschaftsgepäk, das beim Militär-Paket-Amt in Berlin lagert. Der Liste liegt wieder eine Bildertafel bei, die außer den in den Natlaßsachen gefundenen Lichtbildern einige be- E auffällige Nachlaßsachen, wie Uhren, Uhrkeiten usw.,

ringt.

Die Liste kann zum Preise von vierteljährlih 50 «4 5. die Post bezogen werden. Einzelnummern zum reie d 20 S (einschließli Porto) fowie 6 âltere Nummern nach F, Wahl des Befiellers (zum Preise von 60 einschließlich Pier tönnen joweit der Vori:at reiht gegen Voreinsendun N Betrages von der Norddeutschen Buchdruckerei in 3 L (Wilhelmstraße 32) bezogen werden. Verlin

Württemberg.

Jn der Zweiten Kammer wurde vorge i „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet, aus der Bli les Date bekannt gegeben, daß in Stuttgart eine Akt iengesellschaft gegründet worden ift, die für Württemberg eine große Ben: faufs- und Ausstellungsgelegenheit {afen soll um die Zentralisierung in Leipzig zu durchbrecen.'

Oesterreich-Ungarn,

In der leßten Zeit ist ein Abkommen über den Aug- tausch der österreihish- ungarischen und der rumäni- schen Zivilinternierten unterzeichnet worden, wona die österreichish-ungarishe Regierung einerseits, die rumänisch Regierung andererseits sih zur gegenseitigen Freilassung und PULORS aller noch internierten Staat8gehörigen des anderen

eiles verpflihten. Ausgeschlossen sind nur jene Personen, die sih in Straf- oder Untersuchhungshaft befinden.

Im Unterausschuß des Kriegswirtschaftlichen Aus\chusscs gab der Minister für öffentliche Arbeiten Ritter von Homann eine Darstellung der gegenwärtigen Lage der Kohlen- versorgung und Kohlenwirtschaft.

Nach dem „K. K. Telegraphen-Korrespondenzbüro“ gab der Minister zu, daß die Koblenlage, insbesondere in den leßten Wochen, außer- ordentlich s{wierig geworden sci, viel schwieriger als in der gleichen Zeit des abgelaufenen Jahres. Die Einfuhr ausländischer Koble fei jeßt insofern betriedigend, als Deutschland die vereinbarten Mengen auch wirklih liefere. Der Minister teilte sodann Einzelheiten der neuen Vereinbarungen über die Einfuhr deutscher Kohle nah Oester- reih-Ungarn bezw. über die Ausfuhr inländischer Koble nah Deutsch- land mit. Die Ursachen der Schwierigkeiten der Kohlenbeschaffung seien vor allem die Unterernährung der Bergarbeiter, Bertkehr8- \chwierigkeiten auf den Bahnen und gewisse technische Mittel. Er beabsichtige, die Produftion im ganzen um 14 000 Tonneu tägli zu steigern.

Bei Beginn der Sißzuna des kroatisch-\slavonischen Landtags gab der Banus Mihaljovics über die Schritte der großfroatischen Partei zur Einseßung eines Militärregimes Aufklärungen.

Wie „Wolffs Telegraphenbüro“ berichtet, verlas der Banus ver- schiedene Denkichriften und Eingaben der großkroatischen Partei an die militärischen Stellen, in denen diese die Notwendigfeit einer Militärdiftatur in Kroatien mit verschiedenen Angaben zu unterstützen versuchten. Sie behaupteten, die Regierung und die sie unterstüßzende Koalitionspartei fei gegenüber den größten Ausschreitungen der groß- serbishen Agitation ungemein nachsichtig. Die Aufsihtsmaßregeln gegen die internierten serbischen Staatsbürger würden nahlässig an- gewandt. Mitglieder der kroatishen Regierungspartei unterhielten mit Serbien geheime Verbindungen.

Diese Angaben des Banus erregten große Entrüstung bei der Negierungspartei, da sie in grundlofer Weise verdähtigt worden sei. Es wurde beschlossen, alle von dem Banus vor- gelegten Schriftstücke einem Ausschuß zur Prüfung zu übergeben.

Das ungarische Abgeordnetenhaus hat die Geseßz- vorlage über die Wahländerung mit großer Mehrheit angenommen.

Frankreich.

Noch einer Meldung des „Wolffshen Telegraphenbüros“ brachte der Unterstaatssetretär Abrami in der Kammer einen Uu betr. die Musterung des Jahrganges

20, ein.

Jtalien.

Dem Marineminister werden den „Neuen Zürcher Nach- rihten“ zufolge durch Erlaß des Reichsverwe)ers für das D “igs Bilanzjahr 100 Millionen Lire neue Kredite be- willigt.

Shanien.

Der Marineminister, Admiral Pidal hat seine Ent- lassung genommen. Der „Agence Havas“ zufolge führt man seine Demission auf Meinungsverschiedenheiten mit Maura über die Auslegung des militärischen Geseyes, betreffend die Verwendung der Marineeinheilea, zurück. Der Admiral Miranda, der Kommandant des Geschwaders in Ferrol, wird der Nachfolger des Admirals Pidal.

_ Dur einen in den Kammern vorgestern verlesenen Erlaß wird das Parlament für den Sommer vertag t.

Niederlande.

Wie bereits mitgeteilt wurde, ist von der deutshen und englishen Abordnung, die im Haag zusammengekommen waren, um Fragen des Kriegsgefangenenwesens zu besprechen, am 14. Juli ein Abkommen unterzeichnet worden, das si dem „Haager Korrespondenzbüro“ zufolge hauptsächlih auf fol- gende Angelegenheiten bezieht :

I. Heimbeförderung von Militär- und Zivilpersonen sowie Internicerung in neutralen Ländern. , 1) Erweiterung der bestehenden Vereinbarung. 2) Weitere Be- stimmungen über verwundete und kranke Kriegsgefangene. 3) Ge- meinsame Bestimmungen.

IT. Behandlung der Kriegs- und Zivilgefangenen.

l) Allgemeines. 2) Schuß nah der Gefangennahme. 3) Im Operations8aebiet zurückgebliebene Kriegsgefangene. 4) Nachrichten über die Gefangennahme. 5) Einrichtungen und Dienstbetrieb in den Gefangenenlagern. 6) Ernährung. 7) Strafen. 8) Hilfs- aus\chüsse. 9) Verkehr mit der Shuzmacht. 10) Paket- und Post- verkehr. 11) Bekanntmachung der Abkommen in den Internierungs- lagern. 12) Anwendung der Bestimmungen auf Zivilgefangene- i

Der Schlußartilel des . Abkommens bestimmt, daß beide Parteien die notwendigen Schritte unternehmen werden, um sich die Mitwirkung der holländischen Regierung insoweit zu sichern, als diese für die Durchführung des Vertrags not- wendig ift. Anläßlich dieser Bestimmung hat der Minister des Aeußern in der leßten Zusammenkunft, in der das Abkommen unterzeichnet wurde, erflärt, daß die holländische Reaierung grundsäßlih bereit ist, ihre Mitwirkung zu ge

währen, aber darauf hingewiesen, daß aus Erwägungen

her Art es wohl nolwendig sein werde, jelredtid Mitwirfung în besonderen Äbkommen mit paó peutihen und der englischen Regierung näher umagrenzt E e Pit Rücksicht auf die wirtsbafuliche Notlage, in der rie. holländische Volk befindet, sieht sich die holländische d erun g, obwohl sie gern bereit bleibt, den Krieg8gefangenen Fastlic en Vorbehalten wirtschaftlicher und finanzieller Art pn a ¡u machen. Da in dern Schlußprotokoll berichtet ‘d, daß von dem Minister des Aeußern eine Erklärung in M trage abgegeben worden ist, \o ist das Protokoll von

inister des Aeußern sowie von Jonkheer van Vreden- fl, der mit dem Vorsiß in den Beratungen beauftragt iden war, mit unterzeihnet worden. Das Abkommen selbst

,

hegen trägt ausschließlih die Unterschriften der beiden Ab- n. l A Der Tert kann nicht veröffentliht werden, bevor das Ab- hnmen von beiden Regierungen ratifiziert worden ist, dec) m bereits berihtet werden, daß in dem Abkommen Be- immungen vorkommen, denen gemäß der Austaush von briegsgefangenen sich auf die deutschen ünd die englischen pgsgefangenen Offiziere und Maunschaften ebenso wie auf jenigen, die gemäß dem Völkerrecht hier interniert find, ie auf die bürgerlichen Gefangenen, die sich in Holland nd in der Schweiz befinden, . bezieht. Diese werden sämtlich smählih das Land, wo fie interniert sind, verlassen. Nach un neuen Abkommen werden Unteroffiziere nicht mehr wie sher interniert, sondern sofort ausgetausht werden. An lle der deutshen und der englishen friegsgefangenen sfiere, Unteroffiziere und Mannschaften sowie der bürger- ¡jen Gefangenen, die in Holland interniert find, werden andere siziere, die länger als 14 Monate krieg8gefangen waren, und ußerdem Krieg8gefangene, deren Gesundheitszustand derartig j, daß sie auf JInternierung in Holland Anspruch haben, treten.

- Dem britischen Gesandien Sir Walter Townley sind n Freitag, wie der „Telegraaf“ meldet, die Geaenvor- läge der holländishen Regierung zur Wieder- ¡fnahme der wirtshaftlihen Verhandlungen über- (t worden. Auf holländischer Seite hofst man, daß die hente sie als hinreichende Grundlage für die Weiterberatung

hirachten werde. Dänemark,

Nach einer amtlichen Meldung aus Reyfkjavik haben die erhandlungen, die wegen der gegenseitigen staalsrect- (hen Beziehungen zwischen Dänemark und Jsland in ffjavik geführt wurden, zu völliger Verständigung ge- int, woburch den langjährigen Zwistigkeiten ein Ende hceitet wurde. Dos Abkommen ist am 19. d. M. iterzeihnet worden und hat isländischerseits fast ein- inmige Bewilligung gefunden. Bei der Rückehr der nischen Abgeordneten nach Kopenhagen, wahrscheinlich fte nächster Woche, wird das Abkommen ter dänischen Ne- nung mit dem Ersuchen zugestellt werden, es dem dänischen ftihstag zur Genehmigung vorzulegen. Der isländische [hing ist am 19. Juli ges{lossen worden und wird im Sep- nber wieder zusammentreten, um über das Abkommen zu jralen. Wenn die Annahme durch den Althing erfolgt, wird her das Abkommen unter den isländishen Wählern eine fentliche Abstimmung vorgenonimgn werben.

Türkei.

Der Sultan hat die Ernennung von Diambolat Bey pin Minister des Jnuern vollzogen.

Das Amtsblatt veröffentliht eine Verordnung, oa) aus Anlaß der Thronbesteiguna des Sultans Unter- ffizleren und Soldaten, die geflüchtet sind oder dem alf nicht Folge geleistet haben, auch sür die während ihrer Vbnesenheit begangenen Vergehen unter der Bedingung traflosigkeit gewährt wird, daß sie sih binnen einer be- mten Frist den Rekrutierungsbüros oder den osmanischen \nsulaten im Auslande zur Verfügung stellen. Die Amnestie (sreckt sich nicht auf Kricgeverrat und Fahnenflucht.

Jn der Sigzung des Komitees für Einheit und \orishriti am 19. Juli gab der Großwesir Talaat isa Erklärungen über das neue Regierungsprogramm k M führte laut Meldung des „Wo! ffschen Telegraphen- os aus:

„In der ersten Zeit des Krieges sei die Negierung hauptfächlich {l militärischen Angelegenheiten beschäftigt geweien, jeßt aber gelte fi für die Negierung, die durch den langandauernden Krieg ge- laffenen Ausnabmezustände infWande zu beseitigen. Die Abschaffung ft Zensur sei nur dasYVorspiel zu einer Reihe von Umgestaltungen, Ne die Negierung plane. Besonders betone die Regierung die “tung der Crnährungsfrage, von deren Lösung eine Reihe derer Fragen abhänge. Die bisherigen anormalen Grnährungs- dtbältnisse müßten beseitigt werden, da au der militärische Erfo!g 01 der Lösung der Ernährungsfrage abhänge. Die Regierung habe ver der Partei ein Gesetz vorzulegen, das sie nicht aus eigener Ver- wortung erlassen wolle. Nach diesem Gesez werde die Ernährung "em eigenen Ministerium anvertraut, dessen Zuständigkeit alle Er- g nung, Durchfubr- und Handelsfragen jowie die Bekämpfung des uhers umfasse. Das Ministerium folle sich mit der Ernährung © Heeres und der Zivilbevölkerung befassen.

„Der neue Ernährungsminisier Kemal Bey gab dann [flärungen über das Ernährungswesen.

E lichfeit zu gewähren, genötigt, ihre endgültige Mitwirkung

Rumänien.

i Die Kammer hat die Gesezvorlage angenommen, dur ! der mit der Nationalbank abgeschlossene Vertrag für Msolidierung der alten Anleihen und für Auf- me einer neuen Anleihe von 300 Millionen ge- migt wird. niet Abg. Stojan und der Finanzminister Seulescu tio: wie „Wolffs Telegraphenbüro“ berichtet, darauf hin, daß die ‘nalbank im Verhältnis zu den unbedeutenden Diensten, die sie lte nt geleistet, sehr große Gewinne erzielt. Der Finanzminister iun gl Vefriedigung fest, daß diesmal die Bank die neue Anleihe vinéfuß von 1} vH gewährt, während bisher 24 vH b-zahlt

ißten. Ab Oktober wird der Zinsfuß für die früheren An-

ti i: J “n au auf 1} vH herabgejezt werden.

Y Asien. , ? „Times“ exfahren aus Tokio, daß am 15. Juli der t der alten Staatsmänner zu einer vierstündigen Sißgung

fter tah i licher" zweistündiger listerrat e. die ein außerordentlicher " zweisl g

On mh t M u was T Ln 6

Kriegëönachrichten.

Berlin, 20. Juli, Abends. (W. T. B.) __ Auf dem Schlach!felde zwischen Aisne und Marne sind nah erfolgreiher Abwehr französisher Angriffe neue Kämpfe im Gange. Auch südwestlich von Reims sind Angriffe des Feindes gescheitert.

_ Der 19. Juli, der zweite Tag der verlustreichen JFoch)chen Gegenoffensive, brachte den deutshen Truppen wiederum einen großen Abwehrerfolg. Unter Aufbietung aller Kräfte versuchte der Feind erneut, den am Vortage nach shweren Blutopfern mißlungenen Durhbruch zu erzwingen. Bereits um 5 Uhr Vormittags kündete heftiges Trommelfeuer die Wiederholung der feindlichen Durhbruchsversuche an. Tief- gegliedert, mit frischen Kräften und zahlreichen Tankgeschwadern rannte der Gegner gegen unsere Linien zwischen Aisne und nord- westlich Chateau Thierry von neuem an. Mit einer Vershwen- dung von Menschenmaterial, wie seinerzeit Nicolai Nicolajewitsh und Brussilow, trieb Foh immer wieder seine Sturmtruppen in das mörderische deutsche Feuer hinein. Galt es do für den Ententegeneralissimus aus innerpolitishen und persönlichen Prestigegründen, hier unter allen Umständen einen Erfo!g großen Stils zu erringen. Unser zusammengefaßtes Artillerte- feuer {lug verheerend in die Reihen des anstürmenden Feindes, sie oft mit ausgezeichneter Flankenwirkung treffend. Auf allen rückwärtigen Straßen führte Fo ständig neue Reserven heran. Auch diese faßte vernihtend unser gut liegendes Fernfeuer. Unter den feindlihen Truppenansammlungen, Bereit- stellungen und Kolonnen räumten unsere Schlachtflieger durch fortgesezte “Bombenabwürfe entsezlih auf. Hierbei wurden zahlreihe, in Geshwadern versammelte Tanks außer . Gefeht geseßt. Feindliche Marschkolonnen stoben fluhtartig auseinander. Der Morgenansturm des Feindes war um die Mittagszeit, teils im Feuer vor unseren Linien, teils nah heftigem Ringen im Gegenstoß zum Scheitern ge- bracht. Vor der ganzen Front liegen zahlreiche zerschossene Tanks umher. Jm Verlauf der ersten Nachmittagsstunden folgte ein von frischen Kräften geführter Angriff, der vor unseren Linien vollständig zusammenbrach. Um 6 Uhr 30 Abends lag wiederum Trommelfeuer auf unseren südlih der Aisne gehaltenen Linien. Der von uns rechtzeitig erkannte An- griff} brach gleihfalls unter s{wersten Feindverlusten zu- sammen. Auch auf der Front weiter südlich bis nordwest- lih Chateau Thierry sezten sich am Nachmittag die An- strengungen des Feindes, unsere Linien zu durhbrechen, fort. Hier richtete sich nachaltigster feindliher Druck vor allem gegen unsere Linien südlich Villemontoire. Durch kraft- vollen Gegenangriff wurde der Feind über seine Ausgangs- stellungen zurückgejagt. Auch südlich des Ourcq, wie ebenfalls südlich des Clignon-Baches waren alle Angriffsbewegungen des Feindes umsonst. Das Ergebnis des gestrigen Kampftages, an dem der Feind andauernde, von stets frisch nahgezogenen Kräften genährte Angriffe auf der etwa 40 km langen Kampf- front zu immer neuen Durchbruchsversuchen anseßte, waren für ihn s{hwerste Verluste an Menschen und Material, ohne daß er im entferntesten seinen beabsichtigten Durchbruch3zielen nahe- kam. Die Größe des Ziels, das sich Foch gesteckt hatte, geht aus der Bereiistellung starker berittener Kavalleriekräfte hervor. Der 19. Juli, als einer der blutigsten Tage. selbst dieses für die Entente fo verlustreichen Jahres, brachte den Feind um all seine Hoffnungen und versagte dem Ententegeneralissimus den sehnlichst erwarteten Erfolg.

Die in der Nacht vom 19. zum 20. vorgenommene Nück- verlegung der südlihen Marnefrornt auf das Nordufer, bei der die Deutschen das gesamte Kampfmaterial über den Fluß urüctführten, vollzog sih völlig unbemerkt vom Gegner. Die ior von uns etstürmten zahlreichen feindlihen Batterien wurden dem Feinde in völlig gesprengtem Zustande überlassen. Der unbemerkte Uebergang über den breiten Strom stellt den Leistungen und der Führung ein glänzendes Zeugnis aus.

Großes Hauptquartier, 21. Juli. (W. T. B.) Westlicher Kriegs schauplagz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Hestigem Artillerielampf an der Ancre folgten zwischen L G und Hame! englishe Jnfanterieangriffe, die unter großen Verlusten für den Feind abgewiesen wurden. Ebenso scheiterlen am Abend Angriffe der Engländer östlih und südöstlich von Hebuterne. Die tagsüber meist mäßige Gefechtstätigkeit lebte am Abend wieder auf.

Heere3gruppe Deutscher Kronprinz.

Nördlich der Aisne führte der Feind örtliche Angriffe zwischen Nouvron und Fontenoy, die wir im Gegenstoß abwehrten. i;

Zwischen Aisne und Marne suchte der Feind gestern unter Einsaÿ neuer Divisionen die Entscheidung der Schlacht zu erzwingen. Der Feind wurde zurückgeschlagen. Er

hat große Einbuße erlitten. Hilfsvölker der Franzosen,

Algerier, Tunesier, Marokkaner und Senegalneger tuugen an den Brenúpunkten die Hauptlast des Kampfes. Senegal- bataillone, als Sturmboks auf französische Divisionen verteilt, stürmten hinter den Panzerwagen den weißen Franzosen voran. Amerikaner auch schwarze Amerikaner , Engländer] und Jtaliener kämpften zwischen den Franzosen.

Nach zwei shweren Kampftagen kam gestern die An- griffsfrast unserer Truppe in Gegenstößen wieder voll zur Geltung. Sie hot, sih dem uster Verzicht auf Artillerievorbereitung auf den Masseneinsaß von Panzerwagen gegründeten Angriffsverfahren des Gegners, das im Anfang überraschte, angepaßt. Der gestrige Schlachttag reiht fi ch in seinen Leistungen von Führung und Truppe und in seinem siegreichen Ausgang ebenbürtig den in diesem Kamfgelände frühec errungenen großen Schlachterfolgen an.

An den Höhen südwestlich von Soissons brachen die gegen die Stadt nach stärkstem Trommelfeuer gerichteten Angriffe des Feindes zusammen. Unter Führung von Panzerwagen stieß feindlihe Jnfanterie bis zu siebenmal gegen die Straße Soissons— Chatean-Thierry nörd- lih des Qurcq zum Angriff vor. Nordwestlih von Hartennes bra der feindlihe Anfturm meist schon vor unseren Linien völlig zusammen. Südwestlich von Hartennes warfen wir im Gegenangriff den

anstürmenden Feind zurück. Seine hier in dichten Hauf-n zurücfflutende Jnfanterie wurde vom Vernichtungs- feiter unsexer. Nriillêrie, Jisänterièé Und Ma- shinengewehre wirfsam gefaßt und gusammen- geschossen. Auch südlich des Ourcq brach unser Gegen- ongriff den feindlihen Unsturm. Nordwi stlich von Chateau-Thierry haben sih die in den legten Wochen immer wieder vergeblich angegriffenen Regimenter auch gestera gegen mehrfache starke Angriffe der Amerikaner fiegreih behauptet. Der Amerikaner erlitt hier besonders hohe Verluste. Jn der Nacht legten wir vom Feinde ungeftört die Verteidigung in das Gelände rördlih und nordöstlich von Chateau-Thierry zurück.

Auf dem Südufer der Marne führte der Feind gegen die von uns in vergangener Nacht geräumten Stellungen geftern vormiitag na vierstündiger Artillerievorbereitung unter dichtem Feuerschuß und mit zahlreichen Panzerwagen ein - heitlihe Angriffe, die an leeren Stellungen ver- oufften. Unser vom Nordufer teilweise flankierend geleitetes Artilleriefeuer fügte dem Feinde Verluste zu.

Auch südwestlih von Reims seßte der Feind starke Kräfte zum! Angriff gegen die von uns eroberten Stellungen zwishen Marne und nördlih der Ardre an. Engländer waren hier den Franzosen und Jtalienern zur Hilfe gefommen. Jn unserem Feurr und an unseren Gegenstößen sind sie unter shweren Verlusten für den Feind gescheitert.

Schlachtflieger griffen wiederholt mit Maschinengewehren und Bomben in den Kampf gegen angreifende Jnfanterie und Versammlungen von Panzerwagen und Kolonnen erfolgreich ein. Wir schossen gestern. 24 feindlihe Flugzeuge und 3 Fesselballone ab. Hauptmann Berthold erráng seinen 39.,, Oberleutnant Loerzer seinen 28. und Leuinant Bill ik seinen 24. Lusftsieg.

In der Champagne entwicelten sich zeitweilig örtlche Jnfanteriegefechte.

Der Erste Gereralquartiermeifter. Ludendorff.

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Berlin, 21. Juli Abends. (W. T. B.) An der Schlachtfront zwishen Aisne und Marne sind französische Angriffe gescheitert. Am Abend haben si zwischen Aisne und Ourcq neue Kämpfe entwickelt.

Auf dem Swhlachtfelde zwishen der Aisne und der Marne haben die Deutschen am 20. Juli gegen einen Seind, der unter rücksihtslosestem Einsaß seiner französischen, englischen, italienischen, amerifkanishen Truppen im Verein mit seinen s{hwarzen Hilfsvölkern hier die Entscheidung suchte, einen neuen Sieg in der Abwehrschlaht gewonnen. , Zu den ungeheuren Opfern, die die Engländer und Franzojea seit dem 21. März durch die wiederholten siegreichen deutschen Durchbruchsschlachten erlitten, teten neue \{chwere Verluste hinzu, ohne daß es dem Ententegeneralissimus Foch auch nur im ertferntesten gelang, seine weitgesteckten Ziele zu erreichen. Gegen 11 Uhr Vormittags wurden starke Bereits stellungen des Gegners südlih der Straße Villers Cotterets— Soissons erkannt. Desgleichen wurden feindliche Tanfs geshwader im Anmarsch gesichtet. Mit voller Wirkung foßien unsere Balterien ihr Feuer gegen diese lohnenden Ziele zus sammen. Gegen 3 Uhr Nachmittags steigerte sich das feind- liche Feuer zu außerordertlicher Heftigteit. Kurz darauf seßte der erwartete Angriff ein, Jn harten Kämpfen wurde der mit liefgegliederten Kräften anrennende e? unter hohen Ver- lusten teilweise in erfolgreihen Gegenstößen abgewiesen. Erst gegen 9 Uhr 30 abends fkonnte er sich nah erneutem Trommelfeuer zu nochmaligem Angriff auf- raffen, fand aber nur noch Kraft zu Teilangriffen, die blutig in unserem Feuer zerschellten. Weiter südlich begann der Gegner mit seinen Massenangriffen bereits in den frühen Morgenstunden. Bei Berzy brach der erste Ansturm des Feindes in unserem Feuer, das flankierend mit außerordent- licher Wirkung in die feindlihen Sturmfkolonnen s{chlug, zu- sammen. Jn Gegend nördlich Ville montoire hatten die starken Durchbruchsversuche dasselbe Schicksal. Hier wieder- holte der Feind bereits um 11 Uhr und um 11 Uhr 30 Vors mittags mit frischen Kräften seine Angriffe. Seine zusammen- \{melzenden Divisionen füllte er dauernd durch neue Re- serven wieder auf und lief den ganzen Nachmittag über zum Sturm gegen unsere Stellungen an. Besonders blutig brach ein Massensturm des Feindes um 4 Uhr Nachmittags in unserem verheerenden Feuer zusammen. Jn den späten Abendstunden hoffte der Gegner immer noch auf Erfolg. Nach überaus starkem Tromrmmelfeuer rannte er abermals an. Wieder vergebens. Teilweise gewannen wir sogar im Gegenstoß Boden. Bis spät in die Nacht hinein sezte der Feind an einzelnen Stellen seinen Ansturm fort. Troz aller Rücksichtslosigkeit und troy Einsazes stärkster Kampf- kräfte und Kampfmittel blieb dem Feinde der erstrebte Ersolg

* versagt. Die Größe der nuß!os gebrachten Opfer des An-

greifers ist gewaltig. Sie läßt sich mit den Verlusten keiner Schlacht dieses Kriegès vergleichen. Die Franzosen haben wieder die Hauptlast dieser verlustreichen Angriffe getragen.

Jn der Nacht vom 18./19. Juli haben tie deutschen BVombengeschwader militärishe Ziele weit hinter der französischen und englischen Front mit 72480 ko Bomben an- gegriffen. Die Angriffe richteten sih gegen die Hauptstapel- pläße, Bahnhöfe und den Bahnverkehr des Feindes. Auf dem Bahnhof St. Pol flog ein Munitionszug in die Luft. Die Lager von Poperinghe erhielten 12 000 kg, Q 13 000 kg, Oit- schaften und Lager zwischen Compiegne und Chalons 36 500 kg und der für den Gegner wichtige Etappenort Epernay 15 240 kg Bomben Stärke Brände und Explofionenin Epernay, St.Dizier und Chalons kennzeichneten noch stundenlang nah dem Angriff die Wirkung der deutschen Bomben. Auf der Strecke Chalons Vitry le Francois brachten unsere Geschwader einen Transport- zug durch Angriff aus niedrigster Höhe zum Stehen und ver- nichteten ihn. Die kriegswichtigen Betriebe der Werke von Pompey wurden durch Bombenangriff auf lange Zeit lahm- gelegt. Sämtliche an den Angriffen beteiligten Flugzenge kehrten troß ftärkster feindlicher Gegentvehr durch Abwehr- fanonen, Maschinengewehre, Scheinwerfer und Jagdflugzeuge unhbeshädigt ia ihre Heimathäfen zurüe.

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