1918 / 176 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Fetadineti, General à la suite Seiner Majestät des Könlgs, Generalmajor Freiherrn von Max) l versehen. t Ö Or) < al

E e A bisherige Kaiserlihe Kommissar und Militär nspekteur der freiwilligen Krankenpflege, Fürst zu Solms-Baruth, hat bei seinem Ausscheiden aus diesem Amte die nachstehende Kundgebung erlassen: , Des Kaisers und Königs Majestät. habin die Gnade gehabt, N L ite zu wilifahren und mi dur< Allerhölste Ocder vom 10 Juli d. J. von den Amte des Katferlihen Kommissars und illifärinspekteurs der freizilligen Krankenpflege zu entbindea. Vewegtken Herzens scheide i< von dem Posten, auf den der VDberste Kriegsherr mi< vor nunmehr 21 Jahren ge- stelt bat, den auszufüllen meine Kräfte mir nit mehr gestatten wollen. Mit dem Ausbru< des großen Krieges traten Aufgaben an die freiwillige Krankenpflege heran, deren von Monat zu Monat wahsender Umfang in den Vorbereitungê- jabren der Friedenszeit von niemaudem vorausgeabnt werden fonnte. Schwere Gricülierungen infolge einshneidender, dur die militäris>e Lage bedingter Maßnahmen find ihr aub während der Krieg8zeit niht erspart geblieven. Mit jenem Eifer und jener Hingabe, die frei von _ Selbstsubt und Eigenliebe, nur der gemeinschaftlichen großen Sache ¿u dienen beftrebt ist, haben sämtli&e zur Teil- nabme an der Kriegstrankenpflege berufenen Organisationen, haben die Delegierten wie das Personal, im Felde wie im Inlande, treu und tapfer mancherlei zu tragen und zu überwinden verstanden. Die warme Anerkennung des Vaterlandes, der Dank von Millionen braver Krieger ist dafür der \<önste Lohn. Im Augenbli>e meines Sceidens möchte aber au i< mir nicht versagen, allen in der Krieggtkranken- pflege unter dem Zeichen des Noten Kreuzes tätig gewesenen und no< dienenden Organen, den Vereinen und Nitterorden, den Delegierten den Schweftern und dem männlihen Personal, auf dem Kriegsshau- pay wie in der Heimat, meinen bcwegten Dank für ibr nun fast 4 Jahre hindur fortgeseßtes unermüdli<es Wirken auszuspre(en. Mein Herz „wird au< weiterhin der sreiwilligen Krankenpflege ge- Hören. Meine Segens8wünsche beg!eiten die Vrganisation, die so Großes geleistet, auf allen ibren zufünftigen Wegen. Möge der Tag icht mehr fern sein, an dem sic die ibr in diesem Kriege gestellten Aufgaben als erfüllt betrahten darf. Wird Gottes NRat- {luß der gegenwärtigen harten Zeit dereinst ein gnädiges Ziel scen dann wird die freiwillige Krankenpflege sih bewußt sein Lürfen daß auch sie zu ihrem Teil als nügliczes Nad in dem großen Getriebe miigewirkt und mitgearbeitet hat an einem ehrenvollen Frieden und A Rubm und der Sicherheit unseres geliebten deutschen Vater- es.

Das Umsaßsteuergeseh hat in der vom Reichstage be- \lossenen Fassung die Zustimmung des E alten Der Bundesrat hat auch bereits Aueführungsbestimmungen ¿um Geseg beschlossen. Das Geseg is in der am 27. d. M. ausgegebenen Nummer 95 des Reih3-Geseßzblattes, dessen Bezug durch die Postanstalten vermittelt wid, veröffent- liht worden, auh die Ausführungsbestimmungen werden voraussichtlich noch in dieser Woche im Zentralblatt für das Deutsche Reich erscheinen. Außerdem wird eine Handaus gabe des Geseßzes und der Bestimmungen vorbereitet und demnächst im Buchhandel zu haben sein. Es ist dringend erwünscht, daß fi<h die Gewerbetieibenden, zu denen im Sinne des Gesezes auch die Landwirte gehören, sobald als möglich mit den Vorschriften des Gesezes und der Ausführungs- bestimmungen vertcaut machen. Eatsiehen ihnen doch bereits vom 1. August ab neue Pflichien, deren Verletzung erhebliche Nachteile mit fich bringen würde, insbesondere die Verpflichtung, über ihre sämiliGen Eir.nahmen Aufzeichnungen zu führen. Die Steuer selbst wird, soweit die allgemeine Umsaßsteuer in Betracht kommt, zum erslen Male im Januar 1919 auf O dieser Aufzeichnungen defklariert und gezahlt werden

Von erhöhter praftisher Bedeutung \chon für die nächste Zeit siad die Bestimmungen des Geseßes und e Moe bestimmungen für diejenigen Geschäftsleute, welde Lurus- gegenstände im Sinne des 8 8 des Gesetzes veitreiben. Es handelt sih bier um alle ggen Geschäfte, die Jumwelier- und Edelmetallwaren, einschließlich versilbertec und verzoideier Waren, Taschenuhren, Kunstwerke, Antiquitäten einschließli aiter Drucke und sonstiger Sammelgegenstände, Erzeugnisse des Buchdru>s auf besonderem Papier mit beschränkter Auflage, photographishe Handapparate, Flügel, Klaviere, Harmonien und mechauis<he Musifinstrumente, Billards, Waffen, Auto- mobile, Wagen, Seget- und Ruderboote, Teppiche und Pelzwerk veräußern. Für diese Betriebe e1wähst zunächst nah dem 1. Rugust die Verpflichiung, si< unter genauer Angabe der Gegenstände beim Umsaßsieueramt anzumelden. Weiter sind fie zu eingehender Buchführung über ihr Lager und ihre einzelnen mit 10 Prozent steuerpflihtigen Verkäufe ver- vflihtet, und im Monat September haben sie über die Umsäße des Auguft bei dem Umsaßsteueramt eine Steuer- ertlärung einzureichen. Die einzelnen Vorschrifien über alle diese Pflichten und insbesondere die genauere Um- grenzung der fsteuerpflihtigen Gegenstände enthalten die Aus- jührungsbestimmungen. Noch fhneller werden diejenigen Luzusgeschäfte mit dem Gese Bekannischaft machen, die solche Gegenstände veräußern, welche durch die Bundesrat1sverordnung vom 2. Mai 1918 (Reichs-Gesegbl. S. 379) für rü>lage- pflichtig erklärt worden sind. Es sind das die Jumwelierwaren und die Edelmetallwaren, jedo<h mit Ausnahme der ver- goldeten und versilberten Gegenstände, die Kunstwerke, die Antiquitäten, einschließli alter Dru>e, und sonstiger Sammel- gegens1ände. Wiit dem Jnkrafttreten des Gesetzes ist für diese Geschäfte an die Stelle der Rüklagepfliht cine mit dem 5. Maî beginnende Steuerpflicht getreten, und zwar nach den Beschlüssen des Reichstags auch insoweit nur in Höze von 10 Prozent, als die Verpflichtung zur Rü>laae nah der Ver- “s di Tie ael vai V ae haben bereits im

j eit vom 5. Mai bis zum 31. |

Ds T PageO E

ringend erwünscht würde es sein, wenn die Berufs- und Hacverbände der beteiligten Geschäftskreise sich der Sat cubo unterziehen würden, dur<h Ve1öffentlihungen in ihrer Fach- presse und Belehrungen aller Art den Gewerbetreibenden das Einleben in die zum Teil recht \<hwierigen Voischriften des bedeutsamen Geseges zu erleihlern. Sie würden damit nicht bloß dem Staate als Steuergläubiger, sondern vor allem auch ihren Berufsgenossen einen großen Dienst erweisen.

Wie die in Nr. 117 des „Reichsanzeigers“ vom 21. Mai d. J. veröffentlichte Bekanutmachung des MalSitanalers (Reichs- zviris<haftsamt) vom 20. Mai d. J. besagt, haben deutsche

eèteiligte ihre Anmeldungen wegon dex Beschl oder Ferstöruug vou M ALTE Tabunaen iu Wilaß des

| __ Nath einer Mitteilung der hiesigen finnischen Gesandtschaft

nimmt das Schiffsamti in Helsingfors die Anmeldungen ent- sprehender Forderungen finniscer Staatsangehöriger entgegen.

Kriegsnachrichten.

Berlin, 27. Juli, Abends. (W. T. B.) An der Kampffront auch heute ein ruhiger Tag.

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Auch der dritte Tag nah der mißglü>ten Dur ch- bruhSoffensive ließ infolge der ungeheuren Verlusie den Feind nur Kraft zu fleineren Teilvorstößen an verschiedenen Prom ene finden. Sie wurden überall abgewiesen. Am KönigSwalde, wo der Gegner mit Tanks vorstieß, wurde er im Nahkampf unter s{hweren Verlusten abgeschlagen. Ueber 250 Franzoseu wurden dort gefangen genommen. Während der Nacht war die Gefech1stätigteit an dzr ganzen Kampfsfront geringer.

Gegen unsere Stellungen bciderfeits der Straße Perthes— Tahure seßte am 26. Juli, 6 Uhr 45 Vomittags, shlagartig itartes feindlihes Feuer ein. Der darauf folgende feindliche Teilangriff wurde teils dun< unser gut liegendes Sperr- und Vernichtungsfeuer, 1eils im Nahkampf blutig avgewiesen. Wieder ließ der Gegner hier ungezählte Tote liegen. M In den Vogesen holten nah Feuervorbereitung eigene Stoßtrupps eine gcößere Anzahl Franzosea, Maschinen- und Schaelladegewehre aus der feindlichen Stellung.

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Großes Hauptquartier, 28. Juli. (W. T. B.)

Wefstlicher Krieg3schauplat. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. N Nege Erkundungslätigkeit. Stäckere Vorftöße des Feindes nördlich der Lys, beiderseits der Somme und no:dwesilich von Montdidier wurden abgewiesen. Jn einzelnen Ab- schuitten Artillerietätigfeit.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Kampsffront verlief der Tag ruhig. Kleiner JInfanteriegefe<hte im Vorgelände neuer Stellungen.

Jn der Champagne drang der Feiad bei öôrtlihem Angriff „in unsere vorderen Linien südl<h vom Fichtel- E ein. Unfer Gegenstoß warf ihn. größtenteils wieder Der Erfte Generalquartiermeisier.

Ludendorff.

Berlin, 28. Juli, Abends. (W. T. B.) Kämpfe am Ourcq. Jm übuigen ruhiger Tag.

Mit welchen ungeheuren Kräften der Ententegene- ralissimus Fo uater allen Umständen die En1scheidung erzwingen wollte, geht aus der Zahl von 70 feindlichen Divifiogen hervor, die Foch seit dem 15. Juli zwischen Soissons und Tahure eingesezt hat. Unter diesen Divisionen befinden sich 6 amerikanische, 4 englische, 2 italienis<he und eine polnische Dioision. Der ganze übrige Teil besteht aus französischen Ver- bänden, die auch hier wiederum in der Hauptsache die \{<weren Blutopfer iragea mußten. Mit Hinzurechnung der beteiligten feindlichen Actillerieformationen und Heereegruppen hat Foch rund V/s Millionen Mann in dieser kurzen Zeit in die verlusi- reiche Schlacht getiieben, ohne seia erstrebtes Ziel au< nur im entferntesten zu erreihen. Durch den s{hweren Aderlaß so starker Verbände hat die Kampfkraft der Eatente aufs neue eine außerordentlih starke Shwächung erfahren.

Großes Hauptquartier, 29. Juli. (W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplat. Heeredsgruppe Kronpcinz Rupprecht. Teilangriffe, die der Engländer nördlich der Lys, nördlich

der Scarpe und in breiter Front auf dem Nordufer dec Somme führte, wurden abgewiesen.

Heeresgruppe Deuischer Kronprinz.

Jn den Kamyvfabschniiten südlih der Aisne ruhiger Vor- mitiag. Am Nachmutage wurden nördlih von Ville- montoire Teilangriffe des Feindes, denen heftiger Artillerie- kampf vorausgina, im Gegenstoß abgewiesen.

In der Nat vom 26./27. Juli haben wir etwa zwischen Ourcq und Ardre unser vorderes Kampf- gelände plangemäß geräumt und die Verteidigung in die Gegend Fère en Tardenois—Ville en Tardenois verlegt. Dem Gegner blieb unseie Bewegung verborgen. Am 27. lag no< das Feuer seiner Artillerie auf unseren alten Linien. Nachhuten verhinderten seine erst am Nachmittag zögerud vorfühlenden Truppen an fkamwpfloser Besißnahme des von uns aufgegebenen Geländes. Gestern versuchte die feindlihe Jufanterie, si< unter starkem Feue:<huy an unsere neuen Ligien heranzucrbeiten. Schwache, im Vor- gelände belassene Abteilungen empfingea den Feind auf nahe Eniferzsung mit Gewehr- und Maschinengewehrfeuer und fügten ihm empfindliche Veriuste zu. Auch die seit dem Tage vorher eingerichtete Artillerie und Schlach!flieger fanden in anmarschierenden Kolonnen und Panzer wagen des Feindes lohnende Ziele. Vor ftarken Angriffen des Gegners bei und südöstlih von Fère en Tardenois wich unsere Vorfeldbesazung nah Ecledigung ihrer Aufgabe befehläsgemäß auf ihre Linien zurü. Die mehrfach wiederholten Angriffe des Feindes führten zu heftigen Kämpfen, die mit Zurü werfen des Gegners endeten. Hie:bet haben \ih unter Führung des Generals Bachelin oît- und westpreußishe Re- gimenter, die s<on auf den Höhen nocdresilih von Château-Thierry und seit Beginn der Schlacht fast täglich mehrfachen Ansturm französischer und amerikanischec Divisionen A brachten, au<h gestern wieder besonders vor-

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Leutnant Loewenhardt errang seinen 45. Luftfieg.

Der Erste Generaiquartiermeister. Ludendorff. Mer

Krieges an das Neichswirtschaftsamt zu richten.

: Desterreihish-ungarischer Bericht, W 2 f. R A Juli. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: m SUdwesten keine größeren Kampfha / __ Jn Albanien wurden bei N ebenen engen. italienishe Vo: stöße abgewiesen. mehrere Der Chef des Generalstabes,

Bulgarischer Bericht.

Sofia, 26. Juli. (W. T. B.) Heeresbericht. Mazedonische Front: An mehreren St F war die Feuertätigkeit auf beiden Seiten jeilweise tere ot hafter. Jn der Moglenagegend und westli< vom e wiesen wir feindliche Abteilungen, welche sih unseren R posten zu nähern versuchten, dur<h Feuer ab. Südlich s Huma und im Strumatal für uns glückli verlaufene Kämpfe mit griechis<en Patrouillen. O

Sofia, 27. Juli. (W. T. W.) Heeresbericht.

Mazedonische Front: Jm oberen Skumbi urs günstig verlaufene Patrouillengefehte. Bei Bite E f 4 mehreren Stellen im Cernabogen und im Westen E Dobropolje zeitweise verstärkte Feuertätigkeit auf beide, Seiten. Jm Strumatal lebhafte Fliegertätigkeit.

Türkischer Bericht.

Kon i uli e O 28. Juli. (W. T. B.) Tagesbericht vom

Palästinafront: Jm Küstenabschnitt \ple i Nachts Moschinengewehr- und Handaranatentäümpfe a6 Tat über lebhaftere Artilleriekfämpfe an verschiedenen Stellen der Front bei lebhafter Fliegertätigkeit. Starke feindliche Jnfanterie- und Kavalleriee: fundungsabteilungen wurden auf dem Ostjordan- ufer von uns vertrieben. Jn der Nacht zum 26. Juli griffen unser2 Fluggeuge das feindlihe Fliegerlager auf Jmbros an Troß heftigster Abwehr dur Flaks und Naschinengewehre warfen ile aus niediigher Höhe etwa 700 kg Sprengsioffe ab und he- schossen das Lager mit Maschinengewehren. Es wurde ein- wandfrei festgestellt, daß mehrere Flugzeugshuppea, Wohn: baroden und Speicher dur< unsere Bomben getroffeu und aeriet worden find. Unsere Flugzeuge kehrten unversehrt zurü.

In der leßten Nacht versuchten einige feindliche Flugze Konstantinopel anzugreifen; du unsec Vera ¡ipurden sie vertrieben. Einige Bomben wurden gziellos in der s Me Stadt abgeworsen, ohne irgendwelhen Schaden an- zurichien.

Sonst nichis Neucs.

Konstantinopel, 28. Juli. (W. T. B.) Tagesbericht,

__ Palästinafront: Beiderseitige Artilleriekämpfe geringer Stärke und rege Fliegertätigkeit. Eine starke feindliche Auf kiärungsabteilung wurde geftern naht östlih der Straße Jerusalem—Nabulus vertrieben. Neue Kämpfe um Maan und die: Bahnlinie nördlih davon führten am 26. Juli wiederum zu einem stolzen Erfolge unserer Waffen. Mehrere tausend Manon zählende, von den Engländern mit vielen Ge\chögen und Maschin engewehren ausgerüstete Rebellen- verbände verblutetea unter parsönliher Führung ihrer Stammesoberhäupter in vergeblihen, vom frühen Morgen bis zum späten Abend anhaltenden Angriffen. Unsere 1pferen Be- sazungen s{lugen alle Angriffe ab. Bei D\Hardun f faßten ues Verstärkungen den Angreifer vom Norden und Südea und schlugen ihn in regellose Mt Viele tote Rebellen bede>en das Schlahtseld. Unsere Flieger griffen westlich von Maan ein großes feindlihes Truppenlager mit zahlreichen Bomben und mit Maschinengewehren an.

a den übrigen Fronten hat fih nichts Besonderes

Der Krieg zur See.

London, 27. Mai. U Bericht der Admi- ralität. Vom 18 bis 24. Juli haben Kampfeinheiten der Luftstreitkräfte, die mit der Flotte zusammenarbeiten, 15 000 Toonen Bomben mit gutem Etfolg auf militäzische Objekte ia Zeebrügge, Brügge und Ostende abgeworfen. Sechs feindliche Flugzeuge wurden gzersiört, aht wurden in unlenk- barem Zustand zum Niedergehen gezwungen. Fünf britische Sluggeuae ¡erden vermißt. (Von zuständiger Stelle erfährt „W. T. B. hierzu Folzendes: Die Bombenangriffe haben si in den gewöhnlichen Grenzen gehalten, ebenso wie ihnen ein nennenswerter Eifolg verjogt geblieben ist. Die Verluste des Feindes an Flugzeugen übertreffen bei weitem die unsrigen.)

. A msterdam, 27. Zuli. (W. T. B.) Dem „Reuterschen Büro zufolge meldet die „Times“ aus Santander, daß der französishe Dampfer „Lydien“ torpediert wurde, und daß von der Besazung von 46 Mann ses gerettet wurden.

Berlin, 28. Juli. (W. T. B) J wurden 21000 B.-R.-T. derfentt. "E

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

(Fortsezung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

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Familiennachrichten,

Verlobt: Frl. Constanza von Schweini it Hrn. Leutnant Mark-Albre<t von Küster, D E

Geboren: Eine To(Mhter: : t edt i. d. Neumark. oh<ter: Hrn. von Brand-Lauchstädt, Lauchst

Gestorben: Hr. Generalmator iedri ü i orb najor z. D. Friedrich von Zülow, Schwer! i. M. Hr. Oberforstmeister a. T Karl Philipp v. Reichenau, Naumburg a. Saale.

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Verantwortlicher Sthriftleiter: Direktor Dr, Tyrol, Charlottenburg, Verantwortlich für den Anzeigenteil: Der Vorsteher der Geschäftsstells, I. V.: Rechnungsrat Rey her in Berlin.

Verlag der Geschäftsstelle (J. V.: Ney her) in Berlin.

Dru der Norddeutschen Bucbdruderei und Verlagsanstalt, , De RaR I E

Vier Beilagen.

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1 126.

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Nichtamfliches.

4 Vayerz.

Jn ‘bér vorgestrigen Sißung der Reichsraiskammer mucde der Antrag. Preysing, den der Reichsrat Freiherr von cranfenstein übernahm, betreffs Verwendung einer etwa reiten Kriegsentshädigung für die in ihrer virtshaftlihen Existenz gefährdeten Kriegsteil- nehmer, wie „Wolffs Telegraphenbüco“ meldet, in folgender Fassung altgenommen: j /

Die Staatsregierung wolle beim Bundesrat dahin wirken, daß die Kileg8teilnebmner, die dur< Erfüllung der Kriegsdienstpflicht in brer wirts<aftlichen Cristenz gefährdet sind, nah Möglichieur unter- gt werden ünd fa La eiwa erreichte Kriegsents{ädigung insbe- sondere auch hierfür ingèzogen werde, daß im übrigen das ganze Fenten- und Fürsorgewesen alsbald auf cine neue Grundlage gestellt werde. Fiat Et

Der Miniflérpräsident von Dandl führte zu dem Antrag 1, a, aus, W& Staatsregierung sei sih der Aufgaben in der in dem Antvyag festgelegten Richtung voll und ganz bewußt, habe nach dieser Richtung hin bereits gearbeitet und werde in Zukunst die ‘¿Sache irn Auge behalten und alles tuna für die Tapferen, die den Krieg von der Heimat ferngehalten haben, was getan werden könne.

s Oesterreich-Ungarn,

Die Deutsch-nationale Partei und die Deutsch- natlonal& Vereinigung des österreichischen Abgeordneten- hauses haben - nah mehiwöchigen eingehenden Vorbereitungen ihren Zusäammens<luß vollzogen und werden unter dem Namen „Deutsch-nationale Partei“ nuumehr einheitlich qustreten. Die Deutsch-nationale Partei zählt nunmehr 35 Milt-

glieder. ies Großbritannien nnd Jrland.

Der König empfing am Freitag im Buckingham-Palast dle Mitgaliever der Reichskriegs8tagung, bevor sie heimkehrtei. ‘Sie! überreichten dem König eine Loyalitäts- adresse und’ erkläxten; düß das englishe Voik in allen Ländern «nmütig für das Reich gegen den Feind eiustehe uud eine mgere Verbindung der Teile mit dem Ganzen anstrebe. Der sönig antwortete. dem „Reutershen Büro“ zufolge:

Er habe das Vertrauen, daß die Beratungen der Tagung darauf chzielten, das Reich in eine lebensvollere und jelbstversorgende Einheit inzugestalten. Die Anwesenheit der Vertreter der über)eeischen Be- syungen sei ein Beweis, daß die Dominions ohne Rücksicht auf Opser 1d Kosten der Sache des Reichs und der Gerechtigkeit “treu blieben. 91s Reich sei auf einen Fels von Einigkeit gegründet, den kein turm erschüttern oder umstürzen könne. Der König sügte hinzu, h der Prinz von Wales im Frieden die überseei<en Dominions euen würde, und schloß: „Jch bitte zu Gott, daß schon vor der nèósten Tagung der Triumph der großen Sache der Freiheit, Ge- redtigleit und des friedlichen Fortschritts, für den wir und unsere Miierten kämpren, erreicht sein möge.“

Dos Unterhaus nahm in driiter Lesung den Geseß- entwurf über den Handel mit dem Feinde an mit der zusaybestimmung, daß die Beschlagnahme feindlicher vanken nicht für fünf Jahre nah dem Kriege, soadern noch länger bestehen bleiben wird, bis das Parlament auders ent-

\heidet.

Jn der Sißung am 23. Juli nahmen über fünfzig irische Nationalisten zum ersten Mal wieder an den Verhandlungen kil. Dili on brachte sofort einen Resolutionsantrag ein, in dem es dem „Wolffschea Telegraphenbüro“ zufolge u. a. heißt:

Die gegenüber Irland verfolgte Politik der englischen Megierung steht mit den hohen Grundsäyen, für die die Alliierten kämpfen, im Viderstreite, das Haus billigt die von Wilson in seiner großen Nede am Grabe Washingtons niedergelegten Grundsäße, in der er be- züglich der Ziele, für die Amerika und die Alliierten kämpfen, sagte:

‘Dieje großen Ziele lassen sih in einem Sap zusammenfassen: was wir suchen, ist die Herrschaft des Rechts, die auf der Zustimmung der Beherrshten. beruht und von der organisierten ade der Menschheit“ getragen wird“, und nah Ansicht des Hauses besteht die wahre Lösung der Irenfrage darin, daß unverzüglich hinsichtlich Ir- lands die von Wiison in seiner historischen Îtede aufgestellten Gruud- sôße zur Anwendung gebracht werden.

Das Oberhaus nahm in zweiter Lesung den G. seß: enlwurf über die Stellung der feindlihen Aus- länder an. Bei einer Massenversammlung von Arbeitern in Cardiff am 20. Juli, die dadurch gelennzeihnet wird, daß sie den Premierminister Lloyd George ein Telegramm, alle Hunnen zu internieren und aus öffentlichen Aemtern zu entfernen, sandte, hielt dec australische Premieuminister Hughes eine Nede über die Wirtschaftspolitik nah dem Kriege. Er führte laut Bericht des „Wolffschen Telegraphenbüros“ aus : Die Wirtschattspolitik sei keineswegs eine bloße Zolltariffrage, ie gehe das Arbeitertum erhebli<h mebr als die Kapitalisten an. Ybtere könnten nötigenfalls über See Anlagen machen, aber die Ar- beiter könnten nit alle über See Arbeit suchen, sie müßten daher die Frage der Wirtschaftépolitik nah dem Kriege selbst in die Hand nehmen. Unter den Gegnern einer gesunden britischen Wirt- \haftspolitik stunden die Pazifisten obenan. Das sei nit ver- wunderliß, denn eine solhe bedeute einen empfindlichen Ver- lust für. Deutschland, auf dessen Interessen die Pazifisien ¡ute Rüsichten - nähmen. Henderson predige die Politik der offenen Sür, Déutschland wünsche ebenfalls, daß Großbritannien daran festhälte. Ex wolle die Gründe Hendersons niht bezweifeln, fêônne aber nit glauben, daß seine den Interessen des Arbeiter- tums so offenkundig widersprechende Politik tatsächlih die Wünsche des Arbeitertums widerspiegele. S N und seine Freunde reihten freundschaftlih den deutschen Freunden die Hand, sie

îtten offenbar die Tatsachen vergessen, die sih tief in die erzen anderer eingeprägt hätten. Hughes ging danah den üblichen Katalog der deutshen Scheußlichkeiten dur< und fuhr fo1t: Nah dem Sriedens\{luß würden Millionen Männer und auen arbeitslos dastehen. Troßdem dächten gewisse Leute mebr n die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Deutschland, als an die Wohlfahrt der Nation. Andererseits schienen ge- wisse Arbeiterführer zu glauben, daß die Arbeiter von Plattheiten

Erste Beilage

¿zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Vreußishen Staalsanzeiget. f,

Berlin, Mantag, den 29. Juli

C M E D I B E L Ie

E

Löhnen unter anständigen L “*ingungen erkämpft Habe, diefe Dinge weiter haben, wenn fie na< em Äbiest den sogenannten deutschen Freunden fameradschaftiih die Hand reiche und die Güter, die von mit dem Blut uns<huldiger Männer, Frauen und Kinder besudelten Händen gefertigt seien, nah England hereinlasse, während die Briten, die für ihr Land gefochten und geblutet bâtten, hungernd, frierend und arbeitslos aut . der Straße lägen? Eins {ei flar, die Zukunft der Arbeitershait und des Kapitals beruhe in gleicher Weise auf einem reichen Zufluß an Rohmaterialien, die für die britishen Industrien und die Volksernährung notwendig seien. Nohmaterialien seien der Brennpunkt des Wirt\haftskampfes und auch der Schlüssel zu der britishen nationalen Zitadelle. Nach dem Kriege werde ein s<arfer Kampf um die Nohmaterialien einfeten. Deutschland verstehe die Lage, es habe daber Rußland mit dem Bajonett gezwungen, ihm zu liefern, was es brauche und deut se Ware abzunehmen. Das nenne Deutschland „offene Tür“. Deutschland verstebe darunter, daß es seine Waren anderen Ländern aufzwinge, den Oeimmarkt aber für deutsche Waren reserviere! Henderlon wolle, daß Englawd an dieser Politik festhalte, „aber ih,“ rief Hughes aus, „bin des Humbugs von Internationalismus überdrüssig. Bis Deutschland sich von seiner Missetat gereinigt, bis seine Macht zertreten ist, wollen wir es niht als Mitglied der Völkerfamilie behandeln, sondern als Paria.* Hughes \{loß, für die britische Arbeiterschaft komme eine große Zeit, falls sie die Vorbedingungen für die dauernde industrielle Biüte, das beiße die Kontrolle über die Nohmaterialien und Märkte für die Fabrikate sichere. Aber zuerst müsse man den vollen Sieg fichern. Dazu sei es nôtig, daß Geplärr der Pazifisten und die falsche Stimme der Bolschewisten zum Schweigen zu bringen.

Fraukrei<h.

Der japanische Botschafter Matsui brachte dem „Petit Parisien“ zufolge der französischen Regierung amtlih zur Kenntnis, daß die japanische Regierung das Programm Wilfons bezügli Sibiriens angenommen hat.

Rußland.

Der Volkskommissar Troßki hat laut Meldung des „Wol!ffschen Telegraphenbüros“ folgenden Befehl erlofsen:

Im Zujammenhang mit der englischen und der französchen Ab- teilung, die an der Murmanküste landete, und in Ver- bindung mit der ofenkundigen Teilnahme frauzösisher O1fi- ziere am gegenrevolutionären Aufstande der gedingten Tschecho- Slowaken befchle ih aufs strengste sowohl allen Ein- rihtungen der Militärbehörde als au< allen Militärdienst- tuenden im allgemeinen, in keinerlei Weise den französischen und den englischen See- und Landoffizieren Beihilfe zu leisten, ferner zu verhindern, daß sie si< von Stadt zu Stadt begeben, end- lih sorgfältig auf alie ihre Handlungen zu achten als auf Hand- lungen von Personen, welche, wie die Tatsachen beweisen, fähig sind, gegen das Gebiet der ru'sishen Republik und t das oberste Necht des russischen Volkes Böses im Schilde zu führen. Vorliegender - Befehl wird telegraphisch bekanntgegeben und bleibt in Kraft bis zur Beseitigung seiner ÉEntitebunatutia e, worüber seinerzeit Mitteilung

erfolgen wird. E : | Der Volkskommissar für Militär- und E Trotki.

Ein Dekret des Rats der Volkskommissare vom 17. Juli verfügt die Bildung einer Verkehrsshußverwaltung beim Verkehrskommissariat an Stelle der allrussishen außer- ordentlihen Kommission für Wegeshup. Die Angestellten, deren Zahl auf 70 000 gebraht werden soll, sollen militärische Ausbiloung erhalten und im Operationsgebiet den Militär-

behôrden unaterstehen.

Die Beweise mehren si, daß zwischen der Ermordung des Grafen Mirbach und dem gleichzeitig in Moskau nnd anderen russis<hen Städten veranstalteten Um- sturzversuhen, die sämtlich die Wiederaufnahme des Krieges mit Deutschland zum Ziel hatten, ein enger Zu- fammenhang besteht. Der Anschlag gegen den Grafen Micba<h hat am 6. Juli Nachmittags statrgefunden. Obiger Quelle zufolge began an dem gieichen Tage fast zur gleichen Nachmittogsstunde der Aufstand in Jaroslaw, nachdem dort am vorhergehenden Tage ein ser- bisher Major und zwei andere Ententeoffiziere sowie gegen Mittag des 6 Juli 106 Mann sogenaunte Freiwillige des Nordens aus Wologda eiögetroffen waren. Von Agenten der Entente wurde den aufständishen Weißen Garden in Jaroslaw mitgeteili, daß sie sofort loss{<lagen ftönnten, starke Truppentransporte der Entente seien von Norden ber bereits im Anrollen. Während der Kämpfe der folgenden Tage erklärte sich in Jaroslaw der Stab der Weißen Garde in einer offiziellen Bekanntmachung als mit Deutschland im Kriege befindli<h und seßte die deutsche Fürforgekommission mit ihren etwa 2000 Schußbefohlenen (Kriegs- und Zivil- gefangenen) im dortigen Theater gefangen. Als die weiße Garde ihre Sache verloren sah, iieferte sie an den befehls- habenden deutschen Offizier, Leutnant Balk, die Waffen ab, gab sih also in die Gefangenschaft der deutschen Kriegs- gefangenen und wurde später von diesen an die Rätetruppen ausgeliefert.

Die „Petersburger Beg e, meldet, daß die Großfürsten Georg und Nicolai Michailowitsc und Mitri Konstantinowitsch nach Petersburg übergeführt worden sind.

Ftalien.

Die parlameniarishe Gruppe der offiziellen Sozialisten hat laut „Avanti“ beschlossen, die Regierung über die Gründe des Verbots der Abhaliung des Sozialisten- fongresses und besonders darüber zu inte: pellieren, ob die Gründe für die Kriegsdauer Geltung haben werden.

Belgien.

Durch Verordnung des Generalgouverneurs isi im Verfolg der Verordnung über die Kranken-, Jnvaliden- und Alters- versicherung beim Ministerium für Gewerbe und Arbeit ein Oberversicherungsrat ‘eingeseßt worden. Wie „Wolffs Telegraphenbüro“ meldet, wird dieser von der Regierung über Yragen der Sozialversicherung gehört werden, namentlich aber

ei der Vorbereitung und Durchführung der Geseßze über die Kranken-, JInvaliden- und Altersversicherung. Er kann auch

Türkei. Laut „Seman“ ist der Brigadegeneral Ebdul Kerim Pascha zum osmanischen Mili'ärbevollmächtiaten für Georgien, der General Mehmed Ali Pascha zum Militärbeoollmäch- tigten für Armenien ernannt.

Num«änien.

Für die rumänischen Truppen in den nichtbeseßten Gebieten ist nah dem „K. K. Telegraphen- Korrespondenzbüro“ folgende Verteilung festgeseßt: das 1., 2. und 83. Armee- korps liegen in dec Moldau, das 5. Armeetorps in Bessarabien. Der Ministerpräsident hat der Kammer einen Geseß- entwurf voraelegt, dur<h den die Unabseßbarkeit der Sanitäts, Post-, Polizei- und Gemeindeveamten aufgehoben wird.

Dänemark.

Die Zeitungen veröffentlichen den Entwurf des dänisch isländishen Bundesgesezes, wie er von dem aus Ver- tretern der dänischen Regierung, des däniscen Reichstags unb des isländishen Althings gebildeten Ausschuß angenommen und beiden Regierungen und Parlamenten zur Annahme empfohlen wurde. Jn dem Eatwurf heißt es, wie „Wolffs Telearaphenbüro“ mitteilt, unter anderem:

Dänemark und Island sind freie souveräne Staaten, durch den gemeinsamen König und dur<h das abgeschlossene Bundes- abfommen miteinander verbunden. In den Litel des Königs werden die, Namen beider Länder aufgenommen. Däniiche Staatsbürge® genießen auf Island in jeder Beziehung die gleichen Rechte wie Isländer und umgekehrt. Beide Staaten räumen ein- ander völlige Freiheit auf den Gebieten der Schiffahrt und der Fischerei ein. Dänemark nimmt die isländis<hen auswärtigen An- gelegenheiten wabr und übt die Fischereiaufsicht in den isländischen Ge- wäsern und unter dänischer Flagge aus. Das Münzsystem beider Staaten bleibt unverändert während der Dauer der \kandinavishen Münzunion. Das höchste Gericht Dänemarks übt auch die höchste Gerichtsgewalt auf Island aus, bis Island die Errichtung eines eigenen obersten Gerichts beschließt. Andere Angelegenheiten, wie Verkehrs-, Handels», Zoll-, Scitfahrts-, Post-, Telegraphen- und Funken- Telegraphenwesen, Gerichtspflege, Maße, Gewichte und finanzielle Angelegenheiten werden zwischen den beiderseitigen Behörden geregelt. Die Zuschüsse Dänemarks an die isländishe Staatskasse sowie die Vorrechte der isländishen Studenten für das Studium an der Kopen- bagener Universität werden aufgehoben. Die dänische Staatskasse seßt zwei Millionen Kronen zur ¿Förderung der gegenseitigen geistigen Beziehungen aus. Das Abkommen läuft bis 1940 und kann danach auf Verlangen des dänischen Reichstags oder des isländischen Althings revidiert werden. Dänemark teil! den fremden Mächten mit, daß es Ssland als souveränen Staat anerfennt und daß Island si< für dauernd neutral erklärt und feine Krieg8flagge sührt. Das Abkommen tritt am 1. Dezember 1918 in Krast.

Ukraiue.

Ein Erlaß des Heimans an den Ministerpräsidenten Lisoguh enthebt diesen des Postens als Minister des Jnnern uvter Bestätigung im Amt des Minisierpräjizenten. Zum Minister des Junern wird der bisherige Generalsck.etär Fgor Kistiiakowski, zum Gencralsekretär der bisherige Gehilfe des Justizministers Sergeij] Sawadski ernannt.

Wie „Wolffs Telearaphenbüro“ meldet, ist von der ukrai- nischen Regierung die Verhaftung des früheren Kriegs- ministers Petliura und des früheren Handelsministers Porsch sowie einiger ihrer Parteigenossen unter dem Verdacht um- stürzlerischer Umtriebe gegen die Regierung des Heimans ans geordnet worden.

In der politishen Kommission der ukrainisc- russishen Friedensabordnung ist Kiewer Zeitungen zus folge in der Frage der Grenzfestseßung endlich eine Eini- guag in allernächster: Zukunst zu erwarten.

In vergangener Woche haben vor dem deutschen Bn geriht in Kiew die Verhandlung des Prozesses Dobrys statigefunden. Angetlagt sind Mitglieder der früheren ukrai- nischen Regierung, Krieg®minister Shukowski, Minister des Fnnern Tkatschenko und ihre Helfer wegen ungeseßlicher Verhaftung und Entführung Dobryjs. Die Verhandlung zeigte, wie „Wolffs Telegaphenbüro“ berichtet, die immer j1ärler werdende Tendenz der damaligen Regierung8- politik, eingegangene Verpflichtungen niht einzuhalten und ih deutscher Helfer zu entledigen, und wies höchst verdächtige Beziehungen zum polnischen Korps und den Plan eines Aufrufes gegen die Deutschen an das ukrainishe Volk nah. Nachdem alle Angeklagten bisher jede Schuld abzu- leugnen oder abzuwälzen versucht hatten, brahte endlich der dritte Verhandlungstag Geständnisse des Angeklagten Gajewski und im Zusammenhange damit cin Geständnis des als Zeugen vorgeladenen früheren Ministerpräsidenten Golubowitsh. Laut „Kiewsfkaja Mysol“ wurde am 25. Juli das Urteil gefällt. Golubowitsh und Shufowsky wurden zu zwei Jahren, die übrigen Angeklagten zu einem Jahr Gesängnis verurteilt.

Amerika.

Nach einer Reutermeldung sind mehr als 100 000 Tonnen Schiff8raum, vornehmlich neue Schiffe, für die Beförderung von Lebensmitteln und anderen Vorräten unter Geleit na<h der Schweiz bereitgestellt worden. Amtliche Washingtoner Kreise erklären, dies sei doppelt so viel Schifss- raum, als sich die Regierung der Schweiz zur Verfügung zu stellen vertragsmäßig verpflichtet habe.

Jn New York fand einer Melduvg der dortigen Presse zufolge eine von‘ 15 000 Amerikanern, Russen, Finn- ländern, Ukrainern, Littauern, Letten und Esten besuhte Versammlung stait, um zu dem von den Entente- mäcten beabsichtigten Einschreiten in Rußland Stellung zu nehmen. Einsltimmig wurde eine Entschließung an- genommen, in der der geplante Einmarsch in Rußland über Sibirien als Machenschaft der reakiionären Klassen der Entente und Rußlands gebrandmarkt und die amerikanische Regierung aufgefordert wird, die Sowjetregierung anzuerkennen und „diesen binterlistigen Feldzug der imperialifiischen und reaîtionären

ier, den ional: leben könnten. Werde aber die | Ueitershast bie lit aus bas Recht auf reguläre Arbeit zu guten

Vorschläge unterbreiten.

Kamarilla zu verhindern“¿

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