1918 / 225 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Oesterreihisch-ungarischer Bericht.

Wien, 21. September. meldet : Jtalienischer Kriegs\chauplaß.

Eine feindlihe Unternehmung gegen Stellungsteile im Tonale-Absch nitt wurde durch unser VerniHtungsfeuer im

Keime erstickt.

Jn den Judikarien, im Conci-Tale, bei Meri und

auf der Ho chfläche örtliche Kleinkämpfe.

Zwischen Brenta und Piave beschränkte fich der Jtaliener nah den Mißerfolgen der leßten Tage auf s{chwächere Vor- stöóße gegen unsere Tasfson-Stellungen nordöstlih des Monte

Pertica, die alle restlos abgewiesen wurden.

Wesilicher Kriegsschauplaz. Bei den K. und K. Truppen nichts von Belang.

Albanien. Keine nennen swerte Gefechtstätigfkeit. Der Chef des Generalstabes.

Wien, 22. September. (W. T. B.) Amtlich wird gemeldet:

Jtalienischer Kriegsschauplaßt.

Gestern übe! fielen auf dem Dosso Alto unsere Sturm- truppen einen von ischecho-\lowakischen Legionären verteidigten Grabenabschnitt. Der größte Teil der Besaßung erlitt sein verdientes Swhicksal. Sonst an zahlreihen Stellen der italienishen Front Erkundungsgefechte.

We siliher Kriegsschauplagz. Vei den K. und K. Truppen keine besonderen Ereignisse.

Albanien. An der Küste wurden ‘abermals italienishe Angriffe ab-

geschlagen. Der Cbef des Generalstabes.

Bulgarischer Bericht.

Sofia, 2L September. (W. T. W.) Amillich. General- stabsberiht vom 19. September.

Mazedonische Front: Auf der Cervena Stena und in der Gegend von Bitolia zeitweilig lebhafteres beiderseitiges Artilleriefeuer. Nördlih Bitolia und im Cernabogen wurden feindlihe Sturmabtei!ungen, die nah Artillez ievorbereitung in unsere Gräben einzudringen versuchten, durch Feuer abgewiesen. Oesilih der Cerna fanden den ganzen Tag über \{were Kämp he mit wechseindem Erfolge statt. Zwischen der Ortschaft Gemwg heli und dem Doiranssee erneuerte der Feind seine er- bitterten Angriffe, denen ziemlih heftige Artillerie- und Gas- vorbereitung vorangiag. Nach hartnäckigem Kampfe gelang es dem Feinde, zeitweilig in manche unserer vorgeschobenen Stellungen einzudiingen, aber durch einen shneidigen Geagn- gu unserer Truppen wurde er mit bedeutenden Verlusten für iha vertrieben und ließ Gefangene in unseren Häoden, darunter einige griechishe Offiziere. Auf diesem Schlachifeld, auf dem seit zwei Tagen unsere tapferen Regimenter ihre Stellungen in erbitterten Kämpfen Wèann gegen Mann ver- tleidigen, erlitt der Feind außerordentlich schwere Ver- luste an Toten.

Sofia, 22. Seplember. (W. T. B. vom D L (W. T. B.) Generalstabsbericht

Mazedonische Front: Nördlih von Bitolia und im Cernabogen zerstreuten unsere Einheiten durch Feuer mehrere feindlihe Abteilungen, welche nah Artillerievorbe- reitung gegen unsere Stellungen vorzurüen versuchten. Jn der Gegerd von Mortihovo wurden heftige feindliche An- griffe abgewiesen. Unsere Einheiten machten serbishe und iranzösishe Gefangene. Oestlih der Cerna dauern er- bitterte Kämpse an. Unsere Front wurde mehr nach Norden verlegt. Südlih von Gewgheli suchten englische Bataillone sich unseren Gräben zu nähern, wurden aber blutig abgewiesen, Vei Doiran erneuerte der Feind nah seiner Niederlage in den leßten Tagen seine Aagriffe heute nicht. R des Tages wurden drei feindliche lugzeuge abge-

ossen,

Türkischer Bericht.

Konstantinopel, 21. September. (W. T. B.) Tagesbericht vom 20. September.

Palästinafront: Der erwartete Angriff der Engländer hat begonnen. Nach hestiagstem Artillerieseuer seßte am 18. September Abends der Kampf östlich der Straße Jeru- salem—Nablus. in breiter Front ein. Der erste An- sturm des Gegners gerschellte an der tapferen Gegen- wehr unserer Truppen. Um Mitternacht führte der Feind neue Truppen zum Angriff vor. Der Kampf mit den dauernd verstärkten Kräften wütete die ganze Nacht mit äußerster Heftigkeit, Bei Tagesanbruch war die Kraft des Angreifers gebrochen und der Stoß in der Linie Dshalud—Wadi— Abu—Zerka aufgefangen; inzwishen eröffneten die Engländer auch im Küstenabschniit stärkstes Artilleriefeuer, in das seine Schiffsaeshüße von See eingriffen. Nach awei- stündiger Feuervorbereitung und nach erbittertem Nahkampf gelang es ihnen, in unsere Stellungen zwischen Küste und Eisenbahn Lidtul—Kerm einzudringen. Dem Druck des an Zahl weit überlegenen Gegners ausmweichend, nahmen wir unsere Truppen in die Tul—Kerm-Stellung, in w?lher weitere Angriffe des Gegners erwartet werden. Am Jordan nahmen wir pee Tzruppenbewegungen im Wadiaudscha und in der Gegend Jericho unter wirksames Feuer. An der Straße Jeriho—Tell—Nemrin lebhafte Patrouillen- und Fliegertätiakeil.

Auf den übrigen Fronten nichts von Bedeutung.

Konstantinopel, 21. September. (W. T. B.) Tage3bericht.

Die \chweren Kämpfe an der Palästinafront dauern fort. Die Engländer führen ihren Angriff mit be- sonderem Nachdruck «isten Küste und der Eisenbahn. Zur Verkürzung unserer Front gehen unsere Kräfte auch oflid der e e if “tap s N E S rer h Angriffe ‘cfehlegemäß in neue Stellungen nör ihrer bisherigen Linien, Sonst nichts Neues. ) o

(W. T. B.) Amtlich wird ge-

| Der Krieg zur See.

London, 21. September. (W. T. B.) Die Admiralität teilt mit, daß infolge einer inneren Explosion ein britischer Monitor am 16. September im Hafen gesunken ist. Ein Offizier und 19 Mann wurden dur die Explosion getötet. e R werden vermißt. Man glaubt, daß sie auch ot find.

Notterdam, 21. September. (W. T. B.) „Maas- bode“ meldet: Der norwegishe Dampfer „Gyller“, 933 Br.-T., ist vermutlich in der Nacht vom 9. gesunken. Der Segler „Kurier“ ist gesunken.

Wien, 21. September. (W. T. B.) Das Kriegsministerium, Marinesektion, teilt mit: Eines unserer Unterseeboote hat am 20. September frühmorgens vor dem Kop Rodoni (nördlich Durazzo) ein großes französishes Unterseeboot mit Torpedoschuß versenkt. Außer dem zweiten Offizier dieses Unterseebootes, Fregattenleutnant Eugen Lapeyre, konnte niemand gerettet werden. i

Berlin, 22. September. (W. T. B.) Jm Aitlantik versenkten unsere Unterseebote 35000 Br.-N-T. Die für unsere Feinde bestimmten Ladungen bestanden, soweit festgestellt werden konnte, aus besonders wertvollen Gütern, u. a. Kohle, Baumwolle, Petroleum, Holz, Stückgüter und Lebensmittel. Die Versenkung mehrerer Schiffsladungen Kohle ist besonders bedeutungsvoll im Hinblick auf die wachsende Kohlennot in allen feindlichen Ländern.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Koloniales.

Die Deutsche Kolonialgeselshaft veröffentliht folgende Erklärung: „Die englische Mana bemüht sich, angebliche oder tatsächliche Verfehlungen einzelner Beamten und Offiziere in den deutschen Kolonien zum Ausgangspunkt für eine Verächtlich- machung der gesamten deutshen Kolontalverwaltung mit dem Ziel zu machen, die Welt davon zu überzeugen, daß die Annektion des deuischen Kolonialbesißes durch England eine Pflicht der Menschlich- keit im Interesse der Eingeborenen sei. * Kürzlich ist sogar ein amt- lihes Blaubuch über die Greuel der deutschen Kolonialherrschaft ver- öffentlicht worden. Die deutsche Regierung und der Deutsche Reichstag werden, wie wir bestimmt annehmen, die geeignete Antwort auf diese heuchlerishe Anmaßung A die sich um so merkwürdiger aus- nimmt, als sie noch im fünsten Kriegsjahr täglih dur die Taten unserer gegen vielfahe Uebermaht kämpfenden farbigen Schuy- truppe in Ostafrika widerlegt wird. Nichts kennzeichnet im übrigen den ofensichtlihen Zweck und die Unehrlichkeit der englischen Hete besser als die Tatsache, daß sie zum Teil von Leuten ge- tragen wird, die, wie Sir Harry Johnston und der Missionär Harris, auf Grund ihrer eingehenden Kenntnis der deutschen Kolonialverwaltung bor dem Kriege einer Vergrößerung des deutshen Kolonialbesißes in Afrika auf Kosten Frankreichs, Belgiens und Portugais das Wort redeten. Harris hat diese Ver- größerungen 1914 gerade im Interesse einer Besserstellung der Ein- geborenen verlangt und die Behauptung vertreten, daß diese im fran- zösischen und belgischen Kongo sih für Deutschland entscheiden würden, wenn thnen die Wahl gelassen würde. Wir begnügen uns mit dieser Feststellung und sind im übrigen der Meinung, daß England, das die Tasmanier ausrottete, die 14 000 Burenfrauen hinmortete und nach dem Urteil des früheren amerifanishen Staatssekretärs Bryan ien durch „legalisierte Le aussaugt, als Wächter der Menschlichkeit cine reichlich komische Nolle spieit.“ (W. T. B.)

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs8- maßregeln.

__ Am Sonnabend vormittag fand in Budapest die feierlihe Er- öffnung des Kongresses statt, den die Aerzteabteilung der reihsdeutshen, der ò sterreihischen und arden Und türkischen Waffenbrüderli ladung der leßteren vecanstaltet. Der Uet Baron Josef Sztereny i hielt cine Ansprache an Erzherzog Josef Franz, der den König Karl vertrat, und an Erzherzogin Augusta. Der Grzherzog antwortete mit einer Ansprache, in der er namens des Königs erflärte, daß der König dem Plan der Er- rihtung von ärztlichen Fortbildungsakademien besonderes Wohl- wollen entgegenbringe. Der Erzherzog wies ferner auf den wichtigsten Gegenstand der Beratung der Tagung, auf die Bekämpfung der Malaria hin und hob inebesondere die Versorgung der _Kriegsbeschädigten hervor, weldhe mit Hilfe der ärztlichen Kunst wieder zu erwerbtfähigen Menschen ge- macht werden follen. Sodann ergriff der Hofrat, Professor Gmil Groß das Wort, um namens der medizinischen Fakultät die Verfammlung zu begrüßen. Namens der ungarischen vregterung begrüßte die Versammlung Ünterrichtsminister Graf Johann ichy, namens des Ministeriums des Aeußern Graf Ludwig Ambrozy. Sodann richtete der Bürgermeister Body namens der Hauptstadt an sie einen herzlichen Willkommengruß. Der Führer der deuts(hen Aerzteabteilung, Ministrial- direktor Professor Dr. Kirchner, entledigte fich zunächst des Auf- trags, der Versammlung die Grüße des Deutschen Neichs- kanzlers und der Neichsleitung owie die des Prâ- sidiums und des Vorstands „der Neichsdeutschen Waffenbrüder- lichen Vereinigung „Und deren ärztlicher Abteilung zu übermitteln ; dann erörterte er die Entwicklung der öffentlihen Gesund- heitépflege in den leßten 50 Jahren vor dem Kriege, die seiner Ueberzeugung nah einen wesentlihen Anteil daran habe, daß die verbündeten Völkcr gesund und leistungsfähig in diesen beispiellos {weren Krieg eingetreten wären. Durch die Entwicklung zahlreicher leistungsfähiger Forschungsinstitute waren, wie der Nedner „W. T. B." zufolge aus- führte, die Bedingungen für ein gesundes Leben, cine gute Ernährung, Wohnung und Bekleidung festgestellt worden. Zahl- reiche bemittelte wissenshaftlihe Vercine hätten die Ergebnisse der Forschung in die Paxis überseßt, und die Regierungen der Länder, die Nen der Städte und Kommunen häiten fich dies alles zum Besten des Volkswohls zunußen gemacht. Ueberall wären Cinichtungen für eine zweckmäßige Trinkwasser- verforgung, für eine einwandfreie Beseitigung der Abjall- stoffe getroffen und Anstalten Zur Untersuchung der Nakhrungs- mittel sowie zur „Seuchenbekämpfung errihtet worden. L á folgedessen hätte die Verbreitung von Krankheiten, insonder- heit der sogenannten Volkskrankheiten, von Jahr zu Jahr abge- nommen, damit auch die Sterblichkeit bei gleichzeitiger Zunahme der durchschnittlichen Lebensdauer. Auch die Heeresverwaltungen wären in zielbewußter Weise dem Beispiel der Zivilverwaltung ge- folgt. A1s der Weltkrieg ausbrah, zogen die Heere ausgerüstet mit allem, was zur Erhaltung der Gesundheit der Truppen erforderlich war, ins Feld hinaus. Daher wäre es gekommen, da noch niemals fo wentg Seuchen während eines Krieges geberrs{cht hätten, und daß von den Verwundeten nohch niemals V viele felddienstfähig in die Front zurückgetehrt waren, wie in diesem Kriege. Daher wären aber auch die Völker in der Heimat von Seuchen verschont eblieben und

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hätten bis jeßt alle mit dem Kriege verbundenen Entbehrun ohne größere Beeinträhtigung ihrer Gesundheit fberianben: Sn

hen Vereinigung auf Ein- -

eines Voitrags führte der Redner aus, s geschehen me um das Vok tandpunkt zurüdzuführen,

uen e, ee S na em Frieden her bal als mögli auf den gesundheitlihen St den es vor dem Kriege gehabt hätte. Die {weren Verluste an Menschenleben müßten durch doppelte Sorge für jeden einzelnen, be- sonders für die Jugend und für das heranwahsende Ges lecht wieder e La werden. Besonders nahdrücklich müßte für die Be. fämpfung der Säuglingssterblichkeit, der Tuberkulose und anderer %Wolkskrankheiten eingetreten werden. Die auf diesem Gebiete tätigen amtlichen und privaten Veranstaltungen müßten in zwecmäßiger Weise zentralisiert werden durch Errichtung von Wohlfahrtsämtern in den größeren Städten und in den Kreisen. Für diese Arbeiten müßten besonders geeignete Personen gewonnen werden durch Aus- bildung und Anstellung von Fürsorgerinnen. Das Land müsse überzogen werden von einem dihten Neß bakteriologischer Untersuchun 8anstalten sowie von Beratungsstellen für Säuglinge, für Tuberkulöse und tür Geschlehtskrankheiten. Besondere Fürsorge müsse der Volks, ernährung zugewendet werden durch ? T und bessere Ausg- gestaltung der Nahrungsmitteluntersuhungêämter. Das gesamte Gesund- heitswesen müsse einheitlich und zielgemäß ausgebildet werden in den Städten, Kreisen, Provinzen und in den Zentralinstanzen. Die Kreis oder Bezirksärzte müßten vollbesoldete Staatsbeamte werden und von der gerihtlihen Tätigkeit befreit werden, damit fie si lediglich ibren gesundheitlihen Aufgaben zuwenden könnten. Anzustreben wäre ferner ein eng:s Zusammenarbeiten der jeßt im Kriege verbündeten Völker und ein gegenseitiger Austausch der Crfahrungen auf dem Gebiete der Gesundheitspflege und des gesamten Gesundheitswesens. Dann dürfte man die Hoffnung hegen, daß die dur den Weltkrieg verursahten Schäden bald wieder ausgeglichen würden und die Völker in den Stand gesegt würden, sich mit Latkraft und Erfolg den vielfachen kulturellen Auf- gaben zu widmen, die nah dem Frieden an sie herantreten würden. Denn aller Shwarzseherei zum Troy dürfte man davon überzeu t sein, daß nah dem Friedensshluß Handel und Verkehr, Kunst und Wissen- schaft wieder mutig ihr Haupt erheben und sih in glänzender Weise entwickeln würden. Den dann an uns herantretenden Aufgaben könnten wir aber nur gerecht werden, wenn unsere Völker an Leib und Seele gesund wären. Die Gesundheit wäre aber auch deswegen erforderli, damit ein etwa aufs neue erfolgender Angriff blut- und beutegieriger Feinde mit demselben Erfolg zurückgeshlagen werden könnte, wie es jeyt mit Sicherheit zu erwarten wäre. Der Vor- tragende {loß mit einem Appell an den Mut, die Entschlossenheit und an die Einigkeit aller Glieder der verbündeten Völker.

Weitere Vorträge hielten der Geheime Obermedizinalrat, Professor Dr. Dietrich über die ärztliche Fortbildung in Deulscbland, Pro- fessor Dr. Adam über die Organisation der ärztlichen or!bildung, Obermedizinalrat, Professor Dr. No cht, Hannover, über die Therapie der Malaria und Geheimer Rat, Professor Ascho ff, Freiburg, über den medizinishen Unterricht in Deutschland.

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- Kopenhagen, 19. September. (W. T. B.) „Nationaltidende" meldet aus Stockholm: Infolge der ungeheuren Ausbreitung der spanishen Grippe im Heere beschloß die Regierung, die dies- jährigen Herbstmanöver ausfallen zu lassen und die Einberufung der Rekruten bei verschiedenen Regimentern binauszuschieben. Bis zum 16. September sind im Heere 21000 Fälle von spanischer Grippe gemeldet worden.

Bern, 20. September. A T. B.) „Progrès de Lyon” meldet aus Madrid das Austreten einer neuen geheimnispollen Krankheit, die sich in ganz Spanien, besonders aber in der Madrider Garnison, bemerkbar mahe. Madrid verzeichne bisher 4000 Fälle; die ersten Symptome a die der spanischen Krantheit, die jedoch {nell in Typhus umschlage.

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(Fortsepzung des Nichtamtlichen in der Ersten Beilage.)

pee dreser

Theater.

Königliche Schauspiele. Dienstag : Opernhaus. 197. Dauer« bezugsvorstellung. ODienst- und Freipläße find aufgehoben. Die Fledermaus. Komische Operette mit Tanz in drei Akten von Meilhac und Halévy. Bearbeitet von C. Haffner und Richard Genée. Musik von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Herr Kapellmeister Dr. Besl. Spielleitung: Herr Holy. Ballett: Herr Burwig. Anfang 7# Uhr.

Schauspielhaus. 198. Dauerbezugsvorstellung. - Dienst- und Freipläße find aufgehoben. Die Versuchuug des Diogenes. Gin Aft von Wilhelm Schmidtbonn. Spielleitung: Herr Dr. Bruck. Hierauf: Der zerbrochene Krug. Lustspiel in einem Aufzug von Heinrih von Kleist. Spielleitung: Herr

Dr. Bruck. Anfang 72 Uhr.

Mittwoch: Opernhaus. 198. Dauerbezugsvorstellung. Dienst- und Freipläge sind aufgehoben. Mignon. Oper in- drei Aktea von Ambroise Thomas. Text mit Benuyzung des Goetheschen Romans „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ von Michel „Carxró und

Jules Barbier, deutsch von Ferdinand Gumbert. Anfang 7#F Uhr.

_…, Schauspielhaus. 199, Dauerbezugsvorstellung. - Dienst- und &reipläße sind aufgehoben. Egmout. rauerspiel in fünf Aufzügen von Goethe. Musik von Beethoven. Anfang 64 Uhr.

Die Ausgabe der Oktober - Dauerbezugskarten für 29 Vor- stellungen im Königlichen Opernhause und 30 Vorstellungen - im Königlichen Schauspielhause findet an der Königlihen Theater- hauptkasse gegen Vorzeigung der Dauerbezugsverträge von 94 bis 1 Uhr statt, und zwar: am 26. d. M. für den 1. Rang, das Parkett O Lun H Ana E s 1 Ser bauies und am 2E d. h

, Stang des Konglichen Dpernhauses und für alle Plage gattungen des Königlichen Schauspielhauses. | | s

Familiennachrichten.

Ve reh eli t: Hr. Oberleutnant Constant i d Wilk mit Frl. Eleonore von Willich A von. Ligres. und Wilkau

Geboren: Ein Sohn: Hrn. Rudolf von Kleist-Jeseriz (4. Zk: Clhiol Brad E ter mee Cat in . Hrn. : | G A (Bonn a. Rh), Merungöassessor Fu, De von estorben: Hr, Oberstleutnant a. D. G ¿us (Ballen stedt). Hr. Nittmeister a. D. Dans “srbr. von eibnigt de e

Mistig (Berlin). Hr, on (Göttineen) M Hr. Oberstleutnant Oscar Palizacus

Verantwortlicher Schriftleiter: Direktor Dr. Tyrol, Charlottenbur

Verantwortlich für den Anzeigenteil: Der Vort A aériéat Rechnungsrat M enger in in 3

A der Geschäftsstelle (Menger in 0) in Berlin. | rud der Norddeutschen Buhdruerei ft t L per e sien g pruerei und Verlagoanstalt,

Sechs Beilagen,

1

[ warden, die¿vom -Vorsiß

zum Deutschen Reihsanz

M 225.

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Nithkamtlites,

Oefterreih-Ungarn. Der \{chweizerische Gesandte in Wien hat dem Minister des Aeußern Grafen Burian af Grun ice amd seiner Regierung zur- Kenntnis gebracht, daß der d

ranzösishe Minister des Aeußern Pichon mit einer an den weizerishen Gesandten in Paris gerichteten Zuschrift pom 19, September den Empfang der Note der österreihis - ungarishen Regterung vom 14. Sep- tember bestätigt und, wie „Wolffs Telegraphenbüro“ mit- teil, hierin bemerkt Hat, die französishe Antwort auf die Eröffnungen des Grafen Burian sei in der am 17. Sep- tember vor dem Senat gehaltenen Rede des französischen Ministerpräsidenten Clemnenceau enthalten, deren Text dem französischen „Journal Officiel“ vom 18. d. M. zu ent- nehmen sei. Graf Tisza ist nah einem mehrtägigen Aufenthalt ín Agram nah Sarajewo gereist, wo er mit hervorragenden Führern der Mohammédaner und Serben Besprechungen hatte. uh stattete er dem orthodoxen Metropoliten Letico und Bischof Starlic einen Besuch ab.

Großbritannien und Jrlaud.

Laut „Reutermeldung“ hat die interalliierte Arbeiter- jagung am 20. d. M. unter dem Vorsiß von Broudckere (Velgien) nachstehende abgeänderte Entf chließung über

, Rußland mit großer Mehrheit angenommen:

Die Tagung ‘ist der Meinung, daß in Uebereinstimmung mit Artikel 6 von Wilsons 14 Punkten die gegenwärtige Anstrengung der alliierten Regierungen, dem russischen olke Beistand zu leisten, nur pon dem aufrichtigen Wunsche geleitet werden darf, Freiheit und Demokratie zu erhalten, um den Frieden der Welt zu hüten, in dem wertvolle Ergebnisse der Revolution dauernd gesichert werden können.

: Frankreich.

Die Kammer hat laut Meldung des „Wolffshen. Tele- graphenbüros“ mit 467 gegen 4 Stimmen die Kredite in Höhe von 12 Milliarden 200 Millionen Franks für militärische und außerordentliche bürgerlihe Ausgaben für das 4. Viertel-

ahr bewilligt. | - Rußland.

Die „Jswestija“ gibt folgende Schilderung von der BVeisepung des erschossenen Zaren, die nah Presses meldungen die Truppen der Volksarmee in Jekaterinburg peranstaltet haben:

Die Leiche des früheren Zaren, die an der Erschießungsstätte im Walde beerdigt war, wurde aus dem Grab genommen, das nach An- gaben von S ersanen gefunden wurde, denen die Umstände der Hin- Palung bekannt waren. Die Exhumierung geshah-in Gegenwart vieler Vertreter der obersten geistlichen Gewalt Wesisibiriens, der örtlichen Geistlichkeit, der Abgeordneten der Volksarmee, Kosaken und L&heho-Slowaken. Der Leichnam wurde in einén Zinksarg, der in eine kostbare Holzhülle aus sibirisher Zeder gglaus wurde, gelegt; dieser Q wurde unter dem Schuß einer Ghrenwache, bestehend aus dem obersten Kommandanten der Volksarmee, in der Kathedrale bon Jekaterinburg aufgestellt, von wo er zur zeitweiligen Beiteßung in einem besonderen Sarkophag nah Omsk gebracht werden soll.

Das Kommissariat der Völkerschaften in Moskau hat obiger Quelle zufolge die sofortige Registrierung aller auf dem Boden der Räterepublik befindlihen südslawischen Bürger, wie Serben, Kroaten, Bulgaren, Slowenen und Tschechen, angeordnet. Die Maßnahme wird mit der kontra- revolutionären Tätigkeit der südslawischen Reaktionäre begründet.

Nach der „Prawda“ äußerte Sinowjeff in der 7, Stadttagung der Kommunisten in einer Rede über die

Friedensfrage u. a. folgendes: / N Die Friedensaussichten feien gering, weil die anglo-französische Koalition in strategischer, ökonomischer und politischer Hinsicht einen

- Augenblick duxchlebt, der ihr als entscheidendster erscheint, weil

enshen und materielle. Kräfte stets in größerer Anzahl zur Verfügung der Ententemächte standen; seit Kriegéanfang war das Zifernverbältnis der materiellen und Menschenkrätte stets alungunsten Deutschlands, und doch hatte Deutschland die berhand. Wodurch gelang das? Durch vortreffliche Organi- ation und Ansturm; während England erst zu Kriegszeiten seine mee bilden mußte und zumal Amerika vier Jahre brauchte, damit die Ententemächte Deutschlands Vorrang ausgleichen konnten. ‘Jet sind E im Vorteil, und daher greifen fe an. Amerikas Armee’ wird ein Kriegsfaktor und die Amerikaner werden zu Zehntäusenden an die Westfront geworfen, obgleich sie au, wie es den ‘Amerikanern ge- ührt, nah ättiétikanishem Muster lügen, und wenn sie Ziffern anführen, zwei Nullen - gestrichen werden müssen. Doch Ludendorff erklärt, daß die atnerikanishen Reserven an der Westfront in Betracht gezogen werden müssen. Lächerlich ist es zu Pauben, daß dort durch Waffengewalt etwas entschieden werden könne. ie Saison wird mit der alten Positionsplackerei in den Schlißen- 0räâben abschließen. Die Hauptfaktoren, England und Amerika, wünschen nit, Frieden zu \{ließen, besonders Amerika, welches wie keiner ih dur den Krieg bereichert hat, so daß es niht weiß, wohin mit seinem Golde!

In dem wichtigen - Bahnknotenpunkt Koslow vor.

‘WVoronesch ist dem „Wiener K. K. S ee Papb en Norresa dne.

büto“ zufolge- eine weitoerzweigte Vershwörung: entde

eiserne Kompagnie der Roten Armee trat zu den Ver- chwörern über. Zwei Regimenter blieben jedoch der Re- gierung treu. Die Unterdrückung des Aufstands geht im ganzen Kreis vor sich. : ._ Velgien. d Der belgishe Ministerpräsident Cooreman er en Central N Md die belgishe Regierung

hren Standpunkt bezügli

i der allgemeinen Friedens- bedingungen und der Wiederaufnahme der

ôwischen den verschiedenen Staaten nur in vollständigem Eintra den Alliierten festsezen wird.

: Dänemark. Das dänisch-amerikanishe Uebereinkommen, das am 18, September in Washington unterzeichnet worden ist

sißenden des: Sowjets- Jawrow und, dem. Kriegsfi mmissar-Korihiii ch“ eltiler ke Dié: sogénännte

éziehungen |

Erste Beilage

und 15 Tage nach der Unterzeichnung in Kraft tritt, sagt nah einer von „Wolffs Telegrophenbüro“ verbreiteten Mitteilung des Ministeriums des Aeußern Dänemark die Ausfuhr einer Anzahl von Waren jährli zu, unter anderen:

Dungstoffe 33 333 Tonnen, Neis 4000 Tonnen, Sago, Tapioka und Erzeugnisse davon 3000 Tonnen, Aepfel, Bananen und Zitronen, 7000 Tonnen, gedörrte Früchte 3000 Tonnen, Kaffee 16 000 Tonnen, Tee 600- Tonnen, Petroleum und andere Brenn- und Schmieröle 80 000 Tonnen, Kupfer und Kupferfabrikate 3500 Tonnen, Eisen und Stahlprodukte, darunter Schiffbaumaterial, 150 000 Tonnen, ferner Motoren, Automobile und Teile davon, doch ohne Ringe, elettrishe Maschinen, Fahrräder und Teile davon, doch ohne Ringe, sowie andere Maschinen und Maschinenteile, alles nach dem wirklichen Bedarf, Blei und Zink je 3000 Tonnen, Kurzwaren nah dem wirkliGßen Bedarf, Baumwolle und Baumwollabfall 9000 Tonnen, Baumwollgarn 2000 Tonnen, Baumwollwaren 4000 Tonnen, Hanf 3000 Tonnen, Seidenwaren 200 Tonnen, Wolle und Wollgarn 1500 Tonnen, Woöllwaren 1200 Tonnen, Pflanzen- faser 1000. Tonnen, - \{chwere Häute 3000 Tonnen, Robhgummi 130 Tonnen, SLUE 100 Tonnen, Gummischuhe 100 Tonnen, Gummireifen für Kraftwagen und Kraftfahrräder 250 Tonnen, andere Gummiwaren 100 Tonnen, Tabak 5700 Tonnen, Soda 12 500 Tonnen, Chemikalien und Apothekerwaren nah dem wirklichen Bedarf, Asphalt 2250 Tonnen, vegetabilische Gerbstoffe 6000 Tonnen.

Nach dem Uebereinkommen wird von der in der Ueber- fahrt beschästigten Tonnage die zum Transport der genannten Waren nöôtige Anzahl Schiffe zur Verfügung Dänemarks ge- flellt, der übrige Teil der dänischen Tonnage, der in der Ueber- fahrt. beschäftigt ist, verbleibt zur Verfügung der Entente.

Rumänien.

Der König hat eine neue Zensurverordnung für das Moldaugebiet unterzeichnet, dessen Bestimmungen eine a änzung des Geseges über den Belagerungszustand dar- ellen. ; : Jn der Kammer wurde eine Geseyesvorlage einge- bracht, durch die das Finanzministerium zur Aufnahme einer inneren Anleihe ermächtigt wird.

Bulgarien.

Die „Bulgarische Telegraphen-Agentur“ erfährt aus Babadag (Nord - Dobrudscha), daß dort der zweite Nationalkongreß N wird. Bis zum 15. Sep- tember waren 318 Abgeordnete aus unmittelbaren Wahlen der Bevölkerung hervorgegangen, darunter 223 Bulgaren ,34 Rumänen, 20 Lipwanen, 15 Türken, 10 Deutsche, 8 Ukrainer und je 3 Juden und Tataren.

Amerika.

Das amerikanische Staatsdepartèment bespricht in einer amtlihen Erklärung die Bitte Hollands um Lebéns- mittellieferungen aus Amerika. Jo der Eïklätuñg wird, wie „Wolffs Telegrophenbüro“ mitteilt, darauf hingewiesen, daß 400000 t holländischen Schiffraumes ungenügt in europäischen Häfen liegen, und die Erwartung ausgesprochen, daß die holländische Regierung dem Beispiele anderer Neutraler folgen und die allgemeine Wiederaufnahme des Handels duch Authebung des Ausfuhrverbotes für seine Schiffe wieder ein- leiten werde.

Asien.

Die „Daily Mail” meldet aus Wladiwostok, daß der poyees der Tschecho-:Slowaken, Oberst Gaida, eine Pro- lamation an die allrussishe Regierung und- die tsheho-slowakishen Truppen E at, in “der er allen Eisenbahnangestellten und -telegraphisten befiehít, unverzüglich den Ausstand einzustelen und die Arbeit wieder aufzunehraen, sons würden L vor ein Kriegsgericht gebracht und erschossen werden. Auch alle Personen, die der Sabotage schuldig befunden würden oder dem Militär Hinder- nisse in ‘den Weg legten, würden füsiliert werden. :

Nach einer von der „New York Evening Post“ ver- öffentlicten Korrespondenz aus Tokio ist bei einem Anfang Juli abgehaltenen Kronrat eine ungeheuere Vermehrung der Land- und Seestreitkräfte beshlossen worden. Die Armee, die bisher einundzwanzig Divisionen zu je vier Re- gimentern zählte, soll mit einem Kostenauswande von 174 Miil- lionen Yen Bul zweiundoierzig Divisionen zu je drei Re- gimentern erhöht werden, die in 21 Armeekorps zerfallen. Die Marine soll auf 3 Schlachtgeschwader zu _je 8 Linien- schiffen nebft einem Kreuzergeshwader von 8-Pauzerkreuzern gebraht werden, wofür die Kosten auf 1060 Millionen Yen véranshlagt sind. Ueber den Zeitraum der Durchführung des Programms, dessen Annahme angeblih das japanische Volk als hochbedeutsam ansieht, verlautet nichts. j

Verkehrswesen. Mehr als 7400 neue Postsheckunden sind im August

* dem Postsheckverkehr des Neichsvostgebiets beigetreten. Die Zahl

«der Postsheckunden hat Ende August. 230 000 überschritten. au ‘den * Konten ‘find im “August ‘11 871 Milliarden Mark \umgese worden, davon 8,745 Milliarden oder 73,6 vH. barlos. Das durch- ntli Ges Guben der PEstichogfukhen ¿im August : stellte \sih\ auf 788 Millionen" Mark.” Vordrucke zu Anträgen auf Eröffnung eines Postscheckdkontos sind bei jeder Postanstalt erhältlich.

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Im Telegrammverkehr nah Oesterrei und Luxem- burg geltéèn vom 1. Oktober ab dieselben Wortgebühren wie im innérdeutshen Verkehr, d. \. 8 „4 für das Wort mit einer Mindest- gebühr von 65 F. Im Telegrammverkehr nah Ungarn und Bosnien-Herzegowina beträgt die Wortgebühr vom gleichen Zeitpunkt ab 10 4 mit einer Mindestgebühr von 85 4.

bee Ä

Im Verkehr mit Ungarn wird infolge besonderer Verhältnisse in diesem Lande das Meistgewicht der Briefe vorübergend auf :

2560 Gramm beschränkt.

Der Privatgüterverkehr von DeutschGland und Desterreih-Ungarn nah Rumänien ist wieder auf-

zwischen

eiger und Königlih Preußischen Staatsanzeigxx. E L E A

genommen. Wie „W. T. B.* mitteilt, wird der Verkehr in der- jelben Weise wie vor Ausbruch des Krieges mit FRumänien er-

folgen. Die Waren werden auf deut}en, österreichishen und ungarishen Sammelstationen verladen und in geschlossenen

ugen bis zu den rumänischen Verteilungsstationen _geleitet. ie Züge, die aus Deutschland kommen, werden als „Carmen“- Züge bezeichnet, während diejenigen aus Oesterrei und Ungarn „Merkur“-Züge genannt werden. Die ersten „Carmen“- und „Merkur“ - Züge werden bereits Anfang Oktober in Butarest eintreffen. Artikel aus Kupfer, Messing und ähnlihen Sparmetallen sowie Waren aus Baumwolle, Wolle und dergleihen Nobstoffen find von der Ausfuhr ausgeschlossen. Die ersten Züge werden größere Mengen an wiklichen Bedarfsartikeln hereinbringen, und zwar in erjier Linie Gmaille, Glas, Porzellan, Kleineisenwaten, Werkzeuge usw.

Theater und Mufik.

Kleines Schauspielhaus.

Marx- Reinhardt hat den kleinen Bübnensaal der Hochschule für Musif am Sonnabend zur dramatischen Versuchs\tätte gemacht, ais er dort Siegfried Giedions dret Ukte „Arbeit“ ausführen ließ. Der Verfasser, ein junger Schweizer, läßt fich darin in dialogisierter Form über das Thema „Arbeit“ aus; von dramatischer Bewegung ist in seinen drei Akten kaum ein Hauch zu verspüren. Die Arbeit als Mittel, um zu Wchlstand und Macht zu gelangen, die - Arbeit als seibstgenügsame Beschäftigung und die Arbeit als Ideal, die das Höchste für die Gesamtheit, für dis Menschheit anstrebt, das sind die drei Mög.ichkciten, die er zu erörtern und dur Beispiele zu erläutern sucht. Wenn auch manches fluge Wort, manche beherzigenéwerte Lehre vor- etragen wird, es- ist doch alles nur Gerede über einen gewähiten Sbgenitänd, tein Gestalten, das auf der Bühne Leben gewinnen fönnte. Der winzige Kern von Handlung liegt darin, daß ein Mädchen, welches sih nach fruchtbringender Tätigke.t sehnt, sich zunächst von dein Idealisten ab- und dem Arbeitsmen\chen zuwentet, weil sie glaubt, als dessen Gattin auf sozialem Gebiet nüßlich schaffen und wirkten zu können. Neumütig aber kehrt sie, da der Andere sie {hon als Braut {chmählich betrogen hat, zu dem Jdealisten zurü, obwohl dieser unter dem Vorgeben, mittelmäßize Leitungen zu verachten, eigentlich nihts tut als träumen und {wärmen. Die Darstellung un!ex Ferdinand Gregoris Spielleitung nahm tas Ganze zu \chwer, ais hanols es sich um tiefste Daseinsrätsel und nih1 um zremlich Iltägliches, Cin leichterer Ton und ein beshwingteres Zeitmaß hätten vielleicht den Gtfolg lebhafter gestaltet, der so nur matt und auch nicvt un- bestritten blieb. “Besonders nahm Fräulein Pünkösdy, die erwähnte Braut, ihre Nolle zu tragish, und auch Johannes Riemann war als Vertreter des Jdealisten allzu pathetish. Annehmbare Leistungen boten die Damen Kupter und Angerstein, die Herren Bergen, Gebühr

und Thimig. Deutsches Opernhaus.

Die erste Opernneuheit dieser Spielzeit, Max Oberleitbners dreiaktige VDper „Der eiserne Heiland“, hatte am Sonnabend bei der Sauifihzuna im Deutschen Opernhause einêèn starten Gtfolg, der thr einen festen Play im Spieiplan des kommenden Winters sichern dürfte. Der Komponist, den man 1chon in Gregors Komischer Oper durch: seine Vertonung einer dramatischen Bearbeitung des Zolaschen „Abbs Mouret“ kennen lernte, hat die: mal in dem ivm von B. Warden und J. M. Willeminsty gelieferten Tex: buch eine besscre Unterlage für sein- Musik gefunden. Die Dawlus ist, wenn sie auch vor Gewaltmitteln nicht zurückichreckt bewegt und lebendig. Sie spielt in einem Dolomitendorfe, dessen Schmied, weil er eine Weische zur

rau hat, von den Bewohnern gehaßt und gemieden wird. Er ‘elbst i fich dadur bedrückt und auch gewissermaßen als Baterlandsper- râter i\huldig. Ein eisernes Abbild des Gekrezigten das er in nächtlicher Arbeit ge)\chmiedet hat soll seine Sühnetat sein; er will es der Ge- meinde s{henken, dawit es öffentlih für ihn zeuge. Er se:bst aber ged nkt, dem Drängen seines Weibes nahgebend, mit ihr das Dorf zu verlassen und. júdwärts zu ztehen. Am Tage der Vollendung des eilernen Heilands führt aber der Pfarrer des Orts eine Versöbnung en Dóötrflern und: dem Schinied herbei, der von seinem Vor- báben, fortzugeben, abgebracht wird. Scin Weib, das ftarke Heimatsfsehnsucht von hinnen treibt, zeiht thn nun des Wortbruchs und will ihn heimlich verlassen. Sie vertraut sich einem fahrendén Gesellen, einem italienischen Sackpfeifer, an, den der Shmied zur Nacht bet si aufgenommen hatte. Jhr Maun kommt dazu in dem Augenblick, ‘da die unglückiiche Frau in ihrer Verzweiflung ihren Läandêmann umklammert hit der ihr die Flut ausreden will, und wirft ihr, die Lage verkennend, nun seinerseits Treubruh vor. Gin von ihm auf den fliehenden Sackpfeifer abgegebener Schuß vertehit sein Zie! ; so beschließt er, sich an. der vermeintlichen Ghebrecherin zu rächen. Er s{lepp1 sie hinauf auf die Höhe, wo das zur A-fnahme des eisernen Heilands bestimtnte Kreuz aufgerichtet steht, und bindet sie in Nacht und Sturm so fest an den Kreuzesstamm, daß sie den Geist ausuibt. Gr selbst aber wird von dem ihm nashleihenden Sackpfeifer binterrückds erstohen. Die Dorfbewohner, die in der Meorgen- e mit ihrein Pfarrer die Höhe ersteigen, utn das Christus- ild an seinen Platz zu bringen, finden dann dort die beiden Leichen. Unter feterlichen Gesängen wird nunmehr der eilerne Heiland an das Kreuz geheftet, das als Sühnedernkmal für die beiden Loten, von den Strahlen der aufgehenden Sonne beleuchtet, ins Zal \{chau1. Die Musik gibt diesen stark Pein eglen und, wie hon erwähnt, recht krassen Vorgängen Farbe und Leben, obne sich freilih an irgend einer Stelle durch bésondere Eigenart auszuzeihnen. WVetan wind verichiedentlih ‘an Wagner, an Puccini, an. d'Aibert- erinnert. Aber es geschieht mit Geschmack, ‘und nirgends: versucht die Musik, die Gewaltsamfkeiten der “Handlung: noch.« besonders- zu unterstreichen. Die Grenzei des Wohiflangs werden überall eingehalten, und vor allem werden die Singstimmen niemals durch die Orchesterwogen ertiänkt. Die Auf- führung unter der Spielleitung des Direktors Hartmann und der musikalischen Leitung des Kapellmeisters Krasselt kann sich hören und sehen lassen. Gine überragende Leistung bot Herr vom Scheidt als Schmied. Gut am Plahe, wenn auch minder ausdrucksvoll war Frau Salvatint» als. dessen Weib. Die kleineren Nollen waren mit den Herren Hansen (Sackpfeifer), Börgesen (Pfarrer) und anderen eben- falls einwandfrei bejezt. Sehr {ên waien die Bühnenbilder.

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Im Königlichen Oveérnhause wird morgen, Dienstag, „Die Fledermaus“ mit den Damen von Granfelt, Säx, Birkenström und den Herren Henke, Brovsgeest, Sommer und Eihbolz in den Hauptrollen aufgeführt. Am Fieitag geht Nichard Wagners „Tann- bâuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ in völliger Neus- éinstudierung, und zwar in der späteren, von dem Meister über=- arbeiteten (fogenannten Pariser) Fassung in Scene. Sämtliche Partien haben eine doppelte erste Vertretung.

, Im Königlihen Schauspielhause werden morgen „Die Versuchung des Diogenes“ und „Der zerbrochene Krug“ in der ges wohnten Besféßung aufgeführt.

._ Der Königliche Hof- und Domchor, unter der Leitung von Professor Hugo Nüde1 zum dritten Male während des Welt krieges

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auf der Konzerireise nah Skandinavien begriffen, hat nach