der kein Ende nehmen will, hier und da ein Jüngst wurde die griechische Kirche bewahrt, der die Diebe
fürchterlicher Regen, l kleines Feuer und Diebereien. von einem Einbruche durch einen Hund erschreckte und verscheuchte. .
In Smyrna erhebt das Haus Hanson und Compagnie Klage über die Anhäufung des Pulvervorraths in der Stadt. Es sollen 3 4009 Fässer dort sein. Die Polizei hat fünf jener Misse⸗ thäter, welche jüngst eine ganze turkomanische Familie in Storia hinschlachteten, eingebracht. Einer entkam indeß wieder, wei wurden bereits hingerichtet, den übrigen scheint ein gleiches Loos bevorzustehen.
Einige statistische Angaben über die Fürstenthümer Sigmaringen.
Hohenzollern Hechingen und
Mit den laut Staatsvertrag vom . ezember 9. . 6 Krone Preußen abgetretenen beiden Fürstenthümern eh . ,,. lern hat das Areal des preußischen Staats eine Vergrößerung von 21,30 geographischen Quadrat · Meilen erfahren. oslern⸗Sig men 15,80 Q. M. auf das Fürstenthum Ho henz . ö . . maringen und 5,3 8 M. gau das . . ö. zollern-Hechingen, wobei indeß zu , , aß J fere Angabe sich noch aus früheren Zeiten n. ö ö ö. und genauere örtliche Vermessung nicht stattgefunden 9 9e . gegen die Angabe für das FJürstenthum Hohenzollern Fang ĩ J n auf einer ganz speziellen Vermessung der ein zelnen 8 er Aemter in welche das Land eingetheilt wird. Es giebt deren im nämlich: Das Oberamt Sigmaringen mit einem hischen Geviertmeilen; das Oberamt Gammertingen mit 2,76; das Oberamt Wald mit 2, 3 3 das Oberamt Straßberg mit 15,77; das Obervogteiamt Tro cht el fingen mit 1,62 das Oberamt Heigerloch mit l, So J das ö ber⸗ amt Ostrach mit (,os; das Oberamt Glatt mit .? und das Obervogteiamt Achberg mit G, 22 geographischen Quadrat Meilen.
Das Fürstenthum Hohenzollern-Sigmaringe n lommt demnach mit seinem Areal von 15,30 geographischen Q. M. an Größe dem preußischen Kreise Graudenz welcher 15,31 O. . um- faßt, sehr nahe; die preußischen Kreise Kottbus (— 1550), Grün⸗ berg (— 15,9 1) und Preußisch⸗Holland ( 15,ů22 Q. M.) übertref⸗ fen dasselbe an Flächenraum nur wenig, die Kreise Ratibor (— 15,7 3) und Friedland (— 15,30 Q. M.) stehen in Preußen, was die Größe anbetrifft, dem gedachten Fürstenthum am nächsten. Ueber⸗ haupt würde das Fürstenthum Hohenzollern-Sigmaringen, falls es spä⸗ ter in die preußische Kreis-Verfassung, wie der letzte Zuwachs des preußischen Staats, das vormalige Fürstenthum Lichtenberg, der jetzige Kreis St. Wendel, aufgenommen werden und einen besonderen Be—
Hiervon kom
beruht, Ganzen neun, Flächenraum von 3,74 geograp
166 höht, binnen einem Jahre also um 158, d. hz fast genan um ein Prozent vermehrt. Bei Annahme eines stetigen Prozentzuschlages von auf 100, was in Uebereinstimmung mit den Resultaten fast aller frü⸗
heren Volkszählungen zu stehen scheint?) würde ,,, das gen, Härtia? Jahr (1856) die Volkszahl in Hohenzollern-Sigmaringen ar , Fie in Hohenzollern-Hechingen auf 2l, 596 zu veranschlagen sein 4 ami? ver prrußische Staat durch den hinzutritt . Fürsten⸗ thümer etwas siber 69,000 neue Insassen gewonnen ha 5 Die Bevölkerung Sigmaring ens mit 44,641 nn m Jahre 1813 kommt der Bevölkerung des mansfelder Sceelreises, welcher im gleichen Jahre 14,656 Seelen zählte, am nächsten, die landräthlichen Kreise Wanzleben, 1843 mit 41,190 und Sal we hel, 1313 mit 14,310 Einwohnern zeigen schon eine geringere Bevölke⸗ rung als Sigmaringen. Im Ganzen gab es in jenem mehrgedach ten Jahre im preußischen Staat 149 landräthliche Kreise, welche mehr und 176, welche w eniger Einwohner besaßen, als das Für⸗ stenihum Hohenzollern-Sigmaxingen. Die Volksmenge in Hechingen mit 20,143 Seelen für das zahr 1813 kommt der des Kreises Wittgenstein, welcher damals 21,380 Seelen zählte, zunächst, die Kreise Montjoie mit 19,432 und Waldbroel mit 19,116 Bewohnern zeigten schon eine geringere Be völkerung, und überhaupt gab es im gedachten Jahre 1843 im preu⸗ ßischen Staate sechs landräthliche Kreise, welche weniger, dagegen Fig, welche mehr Einwohner besaßen, als das Fürstenthum Hohen⸗ zollern-Hechingen. Anlangend die relative Bevölkerung, die man als den eigent lichen Niveau-Anzeiger des Volksstandes betrachten kann, so lebten in Hohenzollern-Sigmaringen im Jahre 1813 auf dem Raum einer Geviert-Meile 2835, in Hohenzollern-Hechingen 1843 auf dem Raum einer Geviert-Meile 3662 Individuen. Im gleichen Jahre zählte der preußische Staat 179 landräthliche Kreise, welche Sig maringen und 113 landräthliche Kreise, welche Hechingen an rela tiver Bevölkenung übertrafen, während 176 landräthliche preußische Kreise dem Fürstenthum Sigmaringen und 212 landräthliche Kreise dem Fürstenthum Hechingen im gedachten Jahre an Volksdichtigkeit zum Theil weit nachstanden. Hechingen würde demnach unter die dichtbevölkerten Kreise, Sigmaringen unter die Kreise von mittel mäßiger Bevölkerung, Preußen gegenüber, zu betrachten sein U Die Einwohner in beiden Fürstenthümern sind sämmtlich deutsche, welche die schwäbische Mundart reden und die sich der bei weitem überwiegenden Mehrzahl nach zur katholischen Religion be⸗ kennen. Sämmtliche Katholiken in beiden Fürstenthümern, stehen unter dem geistlichen Oberhaupt in Freihurg. In beiden Ländern, besonders in Sigmaringen, leben auch einige Judenfamilien, die in allgemeinen Bevölkerungs-Angaben gewöhnlich außer Rechnung ge— lassen werden. . In Hohenzollern-Sigmaringen bewohnt die oben aufgeführte Bevölkerung 6 städtische Ortschaften, 5 Marktflecken, 52 Pfarrdör ; fer, 42 kleinere Dörfer, 28 Weiler, 51 Höfe, 8 Schlösser und 18
zirk bilden sollte, unter den gegenwärtig bestehenden 325 landräth⸗ lichen Kreisen des preußischen Staats hinsichts der Arealgröße zwi⸗ schen dem 142sten Kreise (Graudenz) und dem 143sten (Ratibor) eingeschaltet werden müssen. 183 landräthliche Kreise des preußi
einzelne Wohnsitze, überhaupt 210 benannte Ortschaften mit gegen 8060 (1833: 7107) Wohnhäusern. Die Residenzstadt Sigmartnz gen zählt mit dem Dorfe gleichts Namens etwas mehr als 2000 Einwohner. Andere bevölkerte Orte des Fürstenthums sind: die Städte Trochtelfingen mit 3500 Einwohnern, einschließlich der
schen Staats würde der neugeschaffene alsdann an Flächenraum noch hinter sich lassen. ö . Das dem preußischen Staate einverleibte Fürstenthum Ho⸗ henzollern-Hechingen mit seinem geringen Flächengehalt von nur 5,s geographischen Geviert⸗Meilen würde dagegen nur wenige landräthliche Kreise des preußischen Staats an Größe übertreffen. Es würde, wenn es ebenfalls späterhin einen Kreis für sich bilden sollte, hinsichts der Größe seine Stelle fiaden zwischen dem 3035ten Kreise, als welchen wir Halle oder Bonn oder Lennep hetrachten können, deren jeder 5, 83 geographische Geviert⸗-Meilen umfaßt, und zwischen dem Zhbten Kreis, den Weißensee mit 5, 18 O. M. bildet. Nur 20 landräthliche Kreise des preußischen Staats stehen hier— nach dem Fürstenthum Hohenzollern-Hechingen an Größe noch nach. Was den Zuwachs an Bevölkerung betrifft, den die preußische Mo narchie durch den Hinzutritt der gedachten Fürstenthümer erhält, so ergab die offizielle Zählung von 1843 für das Fürstenthum Sig⸗ maringen einen Volksbestand von 44,641, für das Fürstenthum Hechingen von 20,143 Einwohnern. Im Jahre 1844 hatte sich die Bevölkerung Sigmaringens bereits auf 45,009 Einwohner er⸗—
*) Nach Engelhardt nur 4, 2.
Pfarrgemeinde, Haigerloch mit 2100 und V öhringen mit 1000 Einwohnern, der Marktflecken Inneringen mit 1000 Einwohnern
Pfarrdörfer Hausen mit 1800, Steinh ofen mit 1700 und Ran gendingen mit 1600 Seelen. : Kö Das Burgschloß Hohenzollern, wovon die beiden Fürsten thümer den gemeinschaftlichen Namen führen und welches zugleich der ehrwürdige Stammsitz der Könige von Preußen und der Fürsten von Hohenzollern ist, liegt im Fürstenthum Hechingen, auf einem imposanten, 2620 Fuß hohen Bergkegel, der, nur eine kleine halbe Meile von der Resldenzstadt Hechingen entfernt, unmittelbar schroff aus der Thalebene emporsteigt. Es bildet eine der pittoreskesten Gegenden Deutschlands. Die Erhaltung dieser Veste, die nun in preußische Hände übergeht, war schon in den früheren hohenzoller⸗ schen Erb- und Hausverträgen vom Jahre 1707 und vordem preu— ßischerseits mit ausbedungen worden und ihrer theilweisen Vernach lässigung in jüngster Zeit wird nun gewiß vie kräftig ausgleichende und nachglättende Hand nicht entstehen. , .
wissenschaft und Runst. Königliches Hpernhaus. Zum ersten Male: Der Mulatte, per in drei Abthe; lungen, mit Tanz, nach dem Englischen „Ihe Bond Alfred Bunn, Esq., von J. C. Grünbaum Musik von Balfe (Den 25. Januar.) Eine junge reiche Wittwe wird von Zweien geliebt, von dem Einen, der von hoher Geburt, aus Eigennutz, von dem Anderen aus Neigung Letzterer, der Mulatte, dem sie schon als Kind zugethan war, erweckt den zorn und die Eifersucht des Grafen und wird von diesem zum Zweikampf Inzwischen erfährt der etwas seige Graf die zweiselhafte Her— Sslaven und erklärt ihn für seiner unwürdig. Ter Mulatte in⸗
kunft des dessen, von der erstgenannten Wittwe, welche zugleich früher seine Herrin, Vater des Grafen,
freigegeben, besteht nun auf der Herausforderung. Der Vate— 3 Graf ein Marquis, erfährt bei derselben Gelegenheit, mit welcher sich die Freige bung des Mulatten kund giebt, zufällig den Namen der Muttern desselben, und siehe da: diese ist es, welche ihm selbst den Mulagtten geboren hat. Er, der Marquis, ist es nun, welcher das Duell zwischen seinen beiden Söh⸗ nen zu verhindern hat. Auf dem Wahlplatze erscheint die Wittwe; ihr erst gelingt es, dadurch dem Zweikampfe zu wehren, daß sie dem Grasen ent deckt, der Mulatte sei sein Bruder. Tem Letzteren bietet sie nun nach ihrer Neigung Herz und Hand, und Alle versöhnen sich.
Dies die dem „Mulatten“ zu Grunde liegende Han dlung, zu wel⸗ cher Balfe, der fleißige, vielschreibende Engländer, cine Musik lieferte, die einen gefälligen, eleganten Komponisten und namentlich ein hübsches Talent für melodische Gestaltung verräth Die Melodieen italieni-— siren zwar nicht selten, wie überhaupt die musikalische Erfindung keines= weges als eine ausgeprägt selbststängige erscheint, doch gestaltet sich die Behandlung der Singstimmen stets so ansprechend und sangbar, daß na— mentlich die einstimmigen Gesänge sämmtlich aufs angenehmste effeltuiren. Weniger befriedigen die Ensemblestücke, in denen eine fünstlerische Verar⸗ beitung der Motive und ein harmonisch interessanter Unterbau, wie Re der Deutfche sordert, oft vermißt werden, alcichwie auch die Reeitative sich nicht über das Gewöhnliche erheben.
mann des
*
gesordert.
Von diesen höheren Kunstforderungen abgesehen, fesselt die Musik jedoch durch ihren melodischen und gesanglichen Reiz um so mehr, als auch die instrumentale Parüe darin, wenigstens nach der Seite des Klanges hin, nur Wüirksames zu Tage sordert.
So weit über das Werk selbst. Seine Aufnahme seitens des Publi fums war eine günstige. In Betreff der Aufführung und der Leistungen der Einzelnen läßt sich ebenfalls überwiegend Gutes berichten. So war Frau Köster als Corinna ganz vorzüglich. Sie sang ihre dankbare ie mit Geschmack und künstlerischem Vortrag. Besonders glänzte sie in
— * J 9r⸗
und die Dorfschaften Empfingen mit nahe 300M, Gruel mit 1500, Ostrach mit 1500, Straßberg mit 1200 und Krauchen— wiesen mit 1000 Bewohnern. . In Hohenzollern-Hechingen vertheilt sich die Bevölkerung über 1è1Ssadt, 1 Markiflecken, 25 Dörker und Weiler und 3 Schloß zemeinden, die zusammen 14 Kirchspiele mit etwas mehr als 2700 (1833: 2420) Wohngebäude umfassen. Die Residenzstadt Hechin— gen begreift über 3000 Einwohner. Außer ihr sind zu erwähnen der Marktflecken Großelfingen mit 1200 Bewohnern unt die
!
zahr 1817 betrug die Bevölkerung des Fürstenthums Hohen-
Im h
ͤ zollern⸗Sigmaringen laut der beim Bundestage amtlich eingereichten . gabe 335,600 Individuen, die Bevölkerung hat sich also in 26 Jahren bie
/ oder jahrlich du rch⸗
Ende 1813 um 9,041 Individuen, d. h. um 235,4 pCt., schnittlich in runder Zahl um 1 pCt. gehoben. Nach derselben Bundes Matrikel zählte Hohenzollern-Hechingen im Jahre 1817 14,5090 Seelen, eine / Bevölkerung, die sich in 26 Jahren um 5,643 Seelen oder um 38,9 pEt., .
d. h. jährlich in runder Zahl sogar um 13 pCt. anwachsend herausstellte.
Tiefthal unt 30. August gation für
Bekanntmachungen.
41 d
Ber Glasergeselle Otto Baum, angeblich aus Bres⸗ lau gebürtig, welcher bis zum Februar 1849 bei dem Glafermeister Schmidt zu Zehdenick in Arbeit gestan= den, ist am 20. Februar 1849 von seinem Meister auf die Dörfer Hammelspring und Storlow bei Zehdenick ,, ,. auf Arbeit geschickt, nicht wieder zurückgekehrt, und hat 6 r ö,. mehrere Tafeln Glas, einen Demant und das ihm an— ) die Aus lern vertraute Handwerkszeug mit fortgenommen.
Da sein Aufenthaltsort bis jetzt nicht zu ermitteln gewesen, so ersuche ich sämmtliche Civil⸗ und Militair= Behörden auf, den 214. Baum zu vigiliren, denselben im Betretungsfalle zu verhasten und in die Gefängnisse
wofür das
Anne Soph
gGr. gerech Postgut zu
Templin, den 25. Juli 1849. Der Untersuchungsrichter des Königlichen Kreisgericht. Wolff, Obergerichts⸗Assessor. Vorstehender Steckbrief wird hiermit wiederholt. Templin, den 17. Januar 1850. Der Untersuchungsrichter. Wolff. Signalement des ꝛ. Baum. Geburtsort: Breslau, Gewerbe: Glasergeselle, Größe: 5 Fuß 3 Zoll, Körperbau: ziemlich stark, Bart: bei der Eniweichung nicht vorhanden, Zähne: gut. Derselbe trug bei seiner Entweichung einen schwarzen
bes hiesigen Kreisgerichis abliefern zu lass j 6 ilig 5. ; es hiesigen Kreisgerichts abliefern zu lassen. rere Feldgrundstuͤcke dortiger Flur verpfändet, uebst ͤ
gerichts Er
Regierungs
Deputirten, Her per sönlich oder struirten Bevoll
Rechts Anwal kanntschaft die Galli vorgeschl
1 mit besponnenen Knöpfen, weiß und blau ge— J tslens, eine helle weißkarirte Som= tes ein ungezeichnetes Hemde, ein Paar bis zum
nie gehende Sh H / Süefel, keine S f ᷓ Tuchmuhe mil m trümpfe und eine schwarze
a0] —
98 1 1 (. . ö h iminal gerichtlich Betannimachung. k mortsatt
Der unterm dien d j ĩ d ( Yer 9. M hinter t f J Erfurt, den
lius Au Lüdi ss ust Lü dicke erlassene Steckbrief wird, da
der Aufenthalt des Ludi 22 d ĩ ĩ n,, iche ermünest ist, hierdurch zu⸗
e) die unter dem 2. Mai 1848 von der Königlichen
das Königliche Haupt-Bank-Direktorium in Berlin an die Ordre Kaufmann Bernhard Troester in Er ⸗
furt über 440 Thlr. ausgestellte Assignation. Wir sordern daher die etwanigen unbekannten Inha⸗ ber dieser Urkunden hierdurch auf, sich spätestens den 27. Februar 1850, Vorm. 41 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 34, vor dem
sprüche an jenen Urkunden nachzuweisen, widrigenfalls
Königl. Preuß. Kreisgericht.
Erf sub Nr. 71 auf 3 zu Erfurt sub 1067.
Hauptkasse 31 Dauptkas 943. 1028. 1034.
und 1128.
zur Abzahlung bestimmt worden.
k Jͤ in Obergerichts -AUssessor Lindig, entweder durch einen gehörig legitimirten und in⸗ mächtigten aus der Zahl der hiesigen se, von denen für den Fall der Unbe— Herren Rechts Anwalte Schmeißer und agen werden, zu melden und ihre An⸗
vie oben erwähnten Schuldbriefe ab nicht weiter verzinst werden.
3) am 3ten d. M. in Gemäßheit
ein ewiges Stillschweigen auferlegt und on der Ürkunden verfahren werden wird. 12. Oktober 1849.
J. Abtheilung.
ͤ Berlin, den 22. J 3 ⸗ Fönigl. cin innig n 6 i m . eilung fü ni. Peputa n) u deb edlnltrsuchungen.
2 ö ten und resp. lõ5 ] Edit tal Citation Asscken, aeg enn nlerfste nien solen solgende
angeblich verloren gegan ; den, namlich: gegangene Uürlunden amornlsind wen
13 Herzogs zu Sachsen-Koburg und Gotha 1c. 2. Bei der zu Anfang dieses Monats vollzogenen zwölf—
aus der ersten und zweiten geschlossenen landschaftlichen , des i Gotha sind .
aus der ersten Anleihe 108 Obligatione z
aus Serie A. Nr. 38 und 5 J
1 aus Serie B. Nr. 167. 384. 388 und 423. ͤ
Seiner Hoheit des Herzogs Ernst, Seri und aus Serie B. Nr. 155.
siebenlen Ausloosung von Schuldbriefen
und 1678. aus Serie D. Nr. 1812.
554. 596. 714. 767. 801. 805. 830. 905. 931. 1071.
aus Serie C. Nr. 1171. 1174. 1374. 1392. 1395. 1475 und 1539.
Die Inhaber dieser Schuldbriefe haben daher vom ; an den Nominalbetrag derselben bei der hiestgen Staats kasse in Empfang zu nehmen, und wer; ken 'noch besonders darauf aufmertsam gemacht, daß
Demnächst wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß
setzesbestimmungen die am 2. Januar 1845 aus— geloosten und durch die vormalige Ober Stenertasse eingelösten landschaftlichen Schuldbriefe nebst den dazu gehörigen Zinsleisten und Coupons der ersten und zweiten geschlossenen Anleihe verbrannt wor— den sind; nämlich von der ersten Anleihe: aus Serie A. Ni. 5 und 115. 359. 361 und 434. aus Serie C. Nr. 6016. 678. 922. 953. 965. 1004. 1029. 1073. 1122 1332. 1457. 1459. 1481. 1537. 1543. 1574
1246. 1253. 1325.
2125. 2192. 276. 2306. 327. 2096. 2725. 2751. 2793. 25340. 2563. 2562. 2966. 290690.
dem Vortrage der Lieder und Arien, unten denen im ersten Akt das aus- drucksvolle kreolische Lied, im zweiten Akt eine effektvolle Arie und später die hübsche Romanze zur Guitarre, so wie im dritten Akt eine mit , . rigen Kadenzen reich verzierte Arie, verdientermaßen durch auten . vorzugsweise ausgezeichnet wurden. minder lobensm erh . 6. Leistung des Herrn Mantius als der diesen vam, i. tit .
nesweges prägnant durchgeführten Heltung brachte
und der Aufführung überhaupt cinen krästigen öl. ,, Herr Pfister als Graf von Floreville verdient Lob und zeigse namentlich auch Fortschritte im Spiel und Dialog, wiewohl der letztere noch immer seine schwächste Seite, wie überhaupt die Achilles-Ferse der meisten deut schen Opernsänger (die Zängerinnen nicht ausgenommen) ist. Herr Ischie⸗
sche z ur Zu⸗
Nicht Mulatte, Charakter möglichst zur Stützpunkt gewährte. Auch
als Marquis von Vernon löste dagegen seine Aufgabe ganz friedenheit, und auch die Nebenpartieen waren meist genügend besetzt.
t Se. Majestät der König, Ihre Majestät die Königin, so wie mehrere Prinzen und Prinzessinnen des mit Ihrer Allerhöchsten Gegenwart. zeichnete den Komponisten, der sein durch Hervorruf aus.
Königlichen Hauses, beehrten die Vorstellung Das zahlreich versammelte Publikum
1
Werk selbst mit vieler Umsicht leitete,
— — /// ö / ĩ e ; . , 6. Nr. 482. 4 7 502. 83. 822. zi06 3185. 3188. 3207. 33648. 3358. 3487. a) die Ausfertigung der von Georg Heinrich Groß in aus Serie G. Nr. 482. 490. 497. 602. 783. Saz. 31 96 31 . 9 , erm 29. Juni 1843 ausgestellten, am 889. 981. 994. 1005. 1033. 1061. 1279. 12714. 570. . . . 82 ö f ge zi Obli⸗ 5 z R 37 53 39 977. 1069. 4126 und 1299. jus. gerichtlich rekognoszirten Obli⸗- 1501. 1305. 1316. 1325. 1306. 1371. 1453. ., 6. ö ö , 131. A569. 453 J / s 373 5 18 4 1e ö 17064 83 . 14.51. . ) 2. die Frau Rendant Auguste Kummer, 1573 und 1608. ; ö. aus Serie 1, . . j öl 8 j 7 93. 33 / 48. 5316. 347. 80239 geb. Koenig, zu Erfurt über 190 Thlr. Darlehn, auß Serie D. Nr. 1713. 1891. 1981. 1993. 20903 633. 6 121. 9 , . ⸗ j f / 7 9. — 3 954 1 223 2. 7 z 5 59 1nd 2724 9 Wohnhaus Nr. 1 zu Tiesthal, und 2011. 2047. 2062. 2083. 2212. 231. 2310 5065. 0nd . 31 6. . , mehrere Feldgrundstücke dortiger Flur verpfändet, 2393. 2547. 2574. 26144. 2627. 2715. 2802. so wie von der z ö it n Anlei . ö. nebst Hypotheienschein des Königlichen Land- und 2856. 2921. 2982. 3009. 3061. 3437. 156. aus Serie 8 , . . 125. 130 z Erfurt vom 30. August 18433 3329. 3335. 3354. 3367. 3450. 3479. aus Serie B. Nr. 165. 224. 4 ö 1 . 57 588 7 373 373 38 * 1418 18 4 ) 51 549. 691. 726. gung des notariellen Illaten⸗Bekennt— 3572. 3558. 3672. 3734. 3736. 3826. a. 4180. . 3 . nisses des Gutsbesitzers Carl Friedrich Bernhard 896. 4056. 4063. 4149 und 4108. 1 8 . Fir io? 1211. 126 1. 1304. Braun in Gispersleben Kiligni für seine Ehesrau 32 1 Ni. 4215. 1254. 1252. 2227. . / 3 3 ö 3. 153, oz. 19 und 165 ie Charlotte, geb. Voigt, über 3000 1437. A455. 1172. , , . 3 / , ö. =. . . . l w . rf ,. Specie u 34 52h, Jähn, ößg , ,,, . ch wird hierdurch . ö Thlr. in Ersurter Währung, der 8 .. dies 1773. 4911. 4922. 49358. 4963. 5100. 5109. 4) bekannt gemacht, daß der zweiundzwanzigste net wo ur das sogenannte Langesche . K,, * 7 6 . J 336 nit ö 8 19 15schaftlichen Obligationen Gi leb Rilia ĩ Nr. 45 und meh 5179. 5327 j3317. 5362. 5377. 5380 und 5100. zinsabschnitt zu den landschaftlichen bligationen 9 E66 F n ö Ai in )* . ,, — J J ö ; . . . . 2) aus der zweiten Anleihe 37 Obligationen, und der ersten Anleihe ? . 834 ö F. ü n . Hypothekenschein des Königlichen Land- und Stadt— wn, Nr. 60. 80. 85 und 101 PD. Nr. 2478. 2479. 2497. 3211 u. 3327. furt vom 18. Oftober 1837; aus Serie A. Nr. 60. 80. 85 und. . / Nr. 2478. 21479. 6 aus Serie B. Rr. 174. 257. 307. 316. 366. 48. „FK. Nr. 4546.
ingleichen der zweite Zinsabschnitt zu den land schaftlichen Obligationen der dritten geschlossenen Anleihe
1209. 1215. 1250. Lit. C. Nr. 1531. 1669. 1670. 1672. 1673. 1938. 2898. 2911. 2912 und 2919.
bis zum 1sten d. M. bei der Staatslasse zur Zahlung nicht präsentirt wurden und daher den bestehenden Ge— setzesbestimmungen gemäß erloschen sind.
Gotha, den 12. Januar 1850.
Herzogl. Sächs. Landes Regierung. , Heß.
1084. 1095 /
, .
Abtheilung.
149 Bekanntmachung.
Die im W
der diesfallsigen Ge⸗ zinsen sowohl der 4
. als auch 35 prozentigen Groß gen Einlieferung der Specisicationen vom J. 8 2aeno . ,, n, n Genn durch den unterzeichne! in se Wo J . . ö. . ,. cationen unent glich zum nn h D. J. Kraker ausgezahlt. ö , ,, bie ) ĩ . ; z . J t ae — f 9 ö j . erden. 25 n cr. Piagnus, Behrenstraße Nr. 46.
1876. 1914. 2060.
eihnachts-Termin 1819 fällig gewordenen Perzogtic Pose nschen Pfandbriefe werden ge.
betreffenden Coupons und deren« bis 16. Februar d. J., die jn den Vormittagsstunden vo auch von heute ab
Flau durch den Herre
ird die Zinsenzahlung ge—⸗ erhobenen Zinsen erst im
Das Abennement beträgt. 2 Rthlr. für 4 Jahr. 1 Rthlr.« * Jahr. 8s Rl, in allen Theilen der Monarchie ohne Preis ⸗Erhöhung. zei einzelnen Nummern wird der Bogen mit 23 Sgr. berechnet.
Preußischer
Alle Post. Anstalten des In In⸗ und Auz landes nehmen Bestellung auf dieses Blatt an, für Berlin die Expedition des Preuß. Staats⸗ Anzeigers:
Behren⸗ Straße nr. 57.
1850.
n ag1 t. Amtlicher Theii.
Deutschland
Preußen. Berlin. Gründe, welche der Gewährung des Gesuchs um Abhaltung einer Großmesse zu Köln u. s. w. entgegenstehen.
Oesterreich. Wien. Alkreditirung eines neuen Gesandten Oesterrtichs in Belgien. Hannoversche Ordensverleihungen.
Bayern. München. Fortsetzung der Diskussion über den Versamm— lungs- und Vereins- Geseßentwurf. Die Mörder des Fürsten Lich⸗ nowgli. Landau. Executions-Compagnie. ; .
Sachsen. Dresden. Eiste Kammer: Antrag auf Aufhebung des Be— lagerungszustandes. Zweite Kammer: Die Abgeordneten⸗Susgpendi- rungssrage.
Baden. Karlsruhe.
verlustig erklärt.
Hessen und bei Rhein. lassenen Sträflingen.
Schleswig⸗Holstein. Kiel. Antwort aus dem kopenhagener Kabi nets-Sefretariat an die Vertrauensmänner. — Graf Neventlow-Farve.
Flensburg. Erneuerung der Beamten⸗WittwenVersorgungs⸗ Policen. .
Mecklenburg Schwerin. Schwerin. Antwort des Ministeriums
der auswärtigen Angelegenheiten an den Fürsten von Schwarzenberg.
Politische Flüchtlinge des Staatsbürgerrechts für
Mainz. Verein zur Besserung von ent-
Each fen⸗ Weimar Weimar. Der Landtag. Das suspensive
Veto. .
Mecklenburg Strelitz. Neu- Strelttz. Bekanntmachungen der
r Negie rung. Neubrandenburg. Ftandidaten für Etsurt.
e n ü, Frankfunt a. M. von ylander. — Haupimann Nou⸗ and.
( . Au slan d.
Frankreich. Paris. Vermischtes.
Türkei. Konstantinopel. Der österreichische Internuntius.
Börsen⸗ und Handels ⸗-Nachrichten.
Amtlicher Theil.
Se, Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
. 3 Fürstlich Hohenzollern⸗Sigmaringenschen Hofmarschall 9 , fr Freiherrn Ludwig von Treusch-Buttlar, und den girl gn b en ern, rin ensch; Adjutanten und Ma⸗— jor Freiherrn Karl von Efebeck' zu Allerhöchstihren Kammer herren zu ernennen. 3 höchstihren Kammer-
Miuisterium für . Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Das 2te Stück Ker Gesetz Sammlung, welches heute aus⸗ gegeben wird, enthält unter . Rr. 3209. das Privilegium wegen Emission auf den Inhaber lau⸗ tender Obligationen über eine Anleihe der Stadt Düsseldorf von 400,900 Rthlr,, unter Aufhebung des früheren Privilegiums wegen Emisston solcher Obliga tionen zum Betrage von 300, 000 Rthlr. Vom 17. De⸗ zember 1849; unter ben Allerhöchsten Erlaß vom 14. Januar 1850, be⸗— treffend die neue Organisation der oberen Verwaltung des Bauwesens, nebst zugehöriger Verordnung vom 22. Dezember 1849; und unter
——
fr. 3211. bie Vekanntmachung der von den Kammern ertheilten Genehmigung zu
Nr. 3210.
der Verordnung vom 9. Februar 1819 wegen der Errichtung von Gewerbe⸗-Gerichten. Vom 20. Januar 1860. Berlin, den 29. Januar 1850. Debits-Comtoir der Gesetz Sammlung.
. , mee. e . .
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Uichtamtlicher Theil. Dentschland.
Preußen. Berlin, 28. Jan. Im verflossenen Jahre war in Köln ein Comité zusammengetreten, welches sich an die Mi— nisterien des Handels und der Finanzen mit, dem Antrage gewen— det hatte, daß der Stadt Köln eine im Frühjahr und Herbst ab— zuhaltende Großmesse und, in Verbindung damit, dem Handels stande .
I das Halten von Lägern ausländischer unversteuerter Waaren zum Verkauf während der Messe, 2) die Fortdauer des Steuerkonto's über die Meßzeiten hin⸗
aus und die Abschreibung von diesen Konten auch außer den
Meßzeiten, ö
3) die Entrichtung einer bloßen Kontrol Gebühr von den un—
verkauft zurückgeführten oder in das Ausland geführten fremden Waaren, . )
ewilligt werden möge. Der Handels-Minister vernahm über diese
inträge zunächst die sämmtlichen Handelskammern des Staats. Die
Mehrzahl derselben, darunter namentlich dicjenigen, welche die In⸗
sssen der wichtigsten Fabrikbezirke des Staats repräsentiren, spra⸗
Gen sich gegen die Errichtung neuer Mesen überhaupt aus, fast
„le aber erhoben gegen die Bewilligung der beantragten Meßpri⸗ rgien entschiedene Bedenken.
Allein schon mit Rücksicht auf diese beinahe einstimmige Ansicht des Handelsstandes, würde die Verwaltung haben Anstand nehmen müssen, den Anträgen des Comité's zu willfahren. Diesen An⸗ trägen standen indeß auch noch anderweite und zwar sehr gewich— tige Bedenken entgegen. ; ⸗ ;
Zunächst nämlich ist in den Zollvereins, Verträgen vereinbart,
s, vem auf Förderung freier und natürlicher Bewegung des
augemeinen Verkehrs gerichteten Zwecke des Zoll Vereins ge⸗
mäß, besondere Zoll-Begünstigungen einzelner Meßplätze, na
mentlich Rabatt- Privilegien, da, wo sie dermalen bestehen, nicht
erweitert, sondern thunlichst beschränkt und ihrer baldigen ganz
lichen Aufhebung entgegengeführt, neue aber ohne allseltige Zu—
stimmung auf keinen Fall ertheilt werden sollen, ö und es würde daher die Bewilligung der beantragten Privilegien in einen prinzipiellen Widerspruch mit denjenigen Gesichts punkten treten, welche in Beziehung auf den Meßverkehr bei dem Abschluß des Zollvereins leitend waren und seitdem von allen Vereins- Re= gierungen gleichmäßig festgehalten worden sind.
Abgesehen hiervon ließen die seit einer Reihe von Jahren ge— machten Erfahrungen es eben so sehr im Interesse der einheimischen Industrie als im Interesse der Staatskasse, als unzulässig erschei nen, die Befugniß zum Halten fortlaufender Konten weiter auszu— dehnen, als solche jetzt besteht.
Eine Ermäßigung der Durchgangs-Abgabe endlich von den aus dem Meßplatze nach dem Auslande verkauften oder dorthin zurück⸗ geführten ausländischen Waaren sindet zur Zeit zu Gunsten keines einzigen Meßplatzes statt. Die Ertheilung einer solchen Begünsti— gung an Köln würde der Bewilligung eines Stapelrechts für einen erheblichen Theil der Durchfuhr durch den Zollverein gleichkommen und war deshalb ebenfalls nicht zulässig.
. Aus diesen Gründen sind die Anträge des Comité's zurückge— wiesen worden. ;
. Oesterreich. Wien, 25. Jan. Die Wiener Ztg. mel det: „Der K. K, wirkliche geheiZme Rath Freiherr von Neumann ist am 19. in Brüssel von Sr. Majestät dem Könige empfangen worden und hat demselben sein Beglaubigungsschreiben als außer⸗ ordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister Sr. Majestät des Kaisers überreicht. Der Herr Gesandte ist in einer Hofequi— page aus dem Hotel de la Bretagne, wo er sein Absteigequartier genommen, abgeholt und von dem Grafen von Maraix unter Beobachtung desselben Ceremoniells wieder dorthin zurück begleitet worden.“ . .
Se.. Majestät der König von Hannover hat das Großkreuz des Königl. Guelphen-Ordens dem 6sterreichischen Minister-Präsi= denten und Feldmarschall-Lieutenant Fürst Felix von Schwarzenberg, dem österreichischen Feldzeugmeister Ritter von Heß und dem öster⸗ reichischen General⸗Major Grafen von Grünne, so wie das Com⸗ mandeurkreuz erster Klasse dieses Ordens dem österreichischen Obersten Grafen von Zedtwitz vom Chevauxlegers-Regimente Fürst Liechtenstein verliehen. ;
Bayern. München, 22. Jan. (Nürnb. Corr.) Fort⸗ rung der Berathung und Schlußfassung über den Gesetzentwurf, , . zer sammlungen und Vereine betreffend. Sie beginnt mit Art. 8. Verselbe lautet nach dem Regierungsentwu fe: „Die e der Polizeibehörde sind befugt Verfa l , , gehalten, Anträge oder Vorfchlgiz ,, a . n . r , ,, . ] 3. ; t „welche zu Ge⸗ ,, , aufreizen, aufzulssen, . des geg ie Betheiligten dem Gesetze gemäß einzuleitenben Strafver⸗ fahrens; nach dem Ausschusse soll er lauten: „Die Abgeordneten der Polizeibehörde sind befugt, zu verlangen, daß Versammlun— gen, in denen Vorträge gehalten, Anträge oder Vorschläge erör⸗ tert werden, mittelst welcher zu Gesetzesverletzungen aufgefordert oder aufgereizt wird, sofort durch die Ordner oder Leiter aufgehoben werden, unbeschadet des gegen die Uebertreter der Gesetze einzulei⸗ tenden Strafverfahrens.“ Zu diesen beiden Entwürfen bringt der Abgeordnete Boye eine Modification ein, welche in ihrem Umfange auch den Artikel 9 berührt, daher die Debatte von dem Pxäsidenten auch auf diesen ausgedehnt wird. Dieser Artikel lautet nach dem Re— gierungsentwurf: „Wenn der Abgeordnete der Polizeibehörde eine Versammlung für aufgelöst erklärt, so sind alle Anwesenden verpflich= tet, sich sogleich zu entfernen. Wird einer wiederholten Aufforde— rung nicht Folge geleistet, so kann sie durch die bewaffnete Macht zur Ausführung gebracht werden.“ Ausschußantrag: „Wird dem Verlangen der Abgeordneten der Polizeibehörde nicht augenblicklich entsprochen, so erklären diese die Versammlung für aufgelöst und alle Anwesenden sind verpflichtet, sich sogleich zu entfernen. Wird dieser Verpflichtung nicht nachgekommen und einer wiederholten Aufforderung nicht Folge geleistet, so kann die Auflösung durch die bewaffnete Macht zur Ausführung gebracht werden.“ Die Mo⸗ dification Boye's will: Beide Artikel sollen in einen Artikel zu⸗ sammmengefaßt werden und also lauten: „Verabsäumen die Ordner und Leiter einer Versammlung, ihren vorbenannten Pflichten nach⸗— zukommen, oder wird deren Anordnnngen zur Aufrechthaltung des Gesetzes von der Versammlung nicht Folge geleistet, so ist die zu⸗ ständige Polizeibehörbe befugt, auf Erfüllung der desfallsigen Pflich⸗ ten zu, dringen und im Verweigerungsfalle die. Versammlung für aufgelöst zu erklären, worauf seder Anwesende verpflichtet ist, sich sogleich zu entfernen. Die Aufforderung, sich zu entfernen, ist er⸗ forderlichenfalls zu wiederholen, und wenn derselben auch jetzt nicht nachgekommen wird, so steht die Versammlung nicht mehr unter dem Schutze des Gesetzes, und es kann sofort unter Beobachtung der gesetzlichen Förmlichkelten die Auflösung der Versammlung durch die bewaffnete Macht zur Ausführung gebracht werden.“ Kirch- geßner befürwortet diese Modifteation, wogegen der zweite Präsi⸗ dent sich gegen dieselbe ausspricht. Boye: Die Regierung geht in diesem Gesetz-Entwurfe Schritt für Schritt mit der Verkümmerung der Rechte der Staatsangehörigen vorwärts. Der Art. 6 spricht blos von „Aufforderungen zu Gesetzverletzungen“; im Art. 8 geht sie schon weiter und spricht von „Aufreizungen“. Diese unbestinim-= ten Ausdrücke, welche das Recht der Staatsangehörigen, sich zu ver⸗ sammeln, zu einem illusorischen machen, soll meine Modification i , In gleichem Sinne äußern sich Dr. Schmidt und wie— erholt Kirchgeßner. Wallerst ein: Es handelt sich um keine ,, sondern um Wahrung eines gemeinsamen Interesses.
arüber, daß eine Versammlung, wenn sie sich Gesetzwidrigkeiten
erlaubt, aufgehoben werden kann, sind wir einig. Bedenke
33 aber doch, welche Ausdehnung dem Worte „aufreizen“ . ,. lann. Eben so ist es sehr bedenklich, daß eine Ver⸗ 6 ung schon blos deswegen soll aufgehoben werden können, weil irgend eine Person in derselben etwas Ungesetzliches gesagt hat. Nach=
dem noch Schmidt und der zweite Präsident wiederholt gesprochen,
bemerkt Lassaulx, daß das Wort „aufreizen“ gerade beibehalten
werden müsse, denn eben in diesem Worte liege das Reale einer
Gesetzes verletzung, während in dem Worte „auffordern“ blos die
formale Bezeichnung ausgedrückt sei. Um die Persidie einer Ge⸗
setzesverletzung auf den Kopf zu treffen, müsse das Wort „aufreizen“
stehen bleiben. Reinhardt: „Mit dem Wort „aufreizen“ ist jede
Willkürlichkeit gestattet; entweder soll man die Modification des
Herrn Boye annehmen, oder, wenn der Regierungs- oder Aug⸗
schußvorschlag angenommen wird, jenes Wort streichen.“ Nachdem Forndran den Ausschuß⸗Entwurf vertheidigt und sich der Polizei⸗ beamten angenommen hatte, denen man doch einiges Judizium zu⸗ trauen solle, daß sie das Rechte treffen und auch wissen werden, wie sie den allerdings vagen Begriff „aufreizen“ anzuwenden haben, spricht Minister Ringelmann: „Die vorgebrachten Einwendungen lassen sich auf zwei zurückführen. Die eine ist die, daß man sagt, den Polizeibeamten werde eine zu große Gewalt eingeräumt. Die andere ist gegen das Wort „aufreizen“ gerichtet. Die erste ist be⸗ gründet auf das allzugroße Mißtrauen, welches man noch gegen die Polizei hat. Allein man soll doch bedenken, daß sich die Zeiten ändern; zudem werden wir ja ein Polizeistrafgesezbuch erhalten. In den Polizeibeamten die Verfolger der bürgerlichen Gesellschaft zu sehen, ist eben so unrecht, als man auch die Staatsanwalt⸗ schaft, seitdem sie eingeführt ist, eben so verdächtigt, so daß viele Beamte den Eintritt in dieselbe ablehnen. Das Wort „aufreizen“, welches den Gegenstand des zweiten Einwurfs bildet, ist ein Aus- druck unseres Strafgesetzbuches, und daher hat das Ministerium dasselbe gebraucht. Das Strafgesetzbuch besteht seit 1813, und jenes Wort hat noch keinen Anstand erregt. Will man das Wort „auffordern“ nehmen, so mache ich aufmerksam, daß man erst kürzlich auch diese Bezeichnung für nicht genügend erachtete.“ Bei der darauf folgenden Abstimmung wird die Boyesche Modification ver⸗ worfen, dagegen die Fassung des Ausschusses der Artikel 8 und 9 angenommen. Artikel 190. „So lange der Landtag versammelt ist, dürfen innerhalb der Entfernung von 6 Stunden von dem Orte seines Sitzes Volksversammlungen unter freiem Himmel nicht abgehalten werden.“ (Ausschußantrag gleichlautend.. Boye: „Bieser Artikel ist abermals eine Beschränkung des Versamm-⸗ lungsrechtes. Zudem ist in Bayern bis jetzt noch kein Fall vorgekommen, der ein solches Verbot nothwendig machte. Nur ein Fall ist mir bekannt, wo gegen den Landtag oder gegen einen Theil der Mitglieder desseiben Broͤhungen ausgestoßen wurden. Es war dieses im vorigen Jahre, als man in einem hiesigen Blatte auf⸗ forberte, „die rothen Pfälzer todtzuschlagen“. Diese und die übri⸗ q gen Abgeordneten, welche auch so bedacht wurden, achteten nicht
darauf, und Anderes, als solche gemeine Beschimpfungen, wird wohl in Bayern nicht vorkommen.“ Kolb: „Wird dieser Artikel angenom⸗ men, so darf in Zukunft, wenn der Landtag im Oftober versammelt ist, das Okftoberfest nicht mehr stattfinden.“ Forndran: „Das Oltoberfest kann stattfinden, denn es ist keine Versammlung wo öffentliche Angelegenheiten verhandelt werden.“ Bei der Abstiminung wird, auch dieser Artikel angenommen. Abschnitt II. Von den Vereinen. Art. 11. „Die Staatsangehörigen haben das Recht Vereine ohne vorgängige Erholung polizeilicher Erlaubniß zu bii⸗ den.“ (Ausschußantrag gleichlantend.) Hier ergreift Morgen- stern das Wort, um das Ministerium über den Zusammenhan zwischen diesem Artikel und dem Artikel 28 (His ʒziplinn oem amn zu befragen. Es veranlaßt ihn hierzu ein Fall, der sich erst kürzlich in Fürth zugetragen, wo man dem zum Mitglied der Kirchenverwal⸗ tung gewählten Kaufmann Ott, als er den bekannten Eid über die Nichttheilnahme an einer geheimen Gesellschaft zu leisten sich weigerte die Leistung dieses Eides, so wie die Annahme der Wahl, bei 50 Fi. Strafe befahl, und zwar von letzter Instanz, vom Ministerium aus. Min. Ringelmann: Die beiden Artikel 11 und 28 können recht gut neben einander bestehen, denn unbeschadet des Art. 11 kann die Regierung wohl für ihre Beamten Disziplinarvorschriften geben. Den Fall mit Herrn Ott könne er (der Minister) zur Zeik nicht beantworten, und er hätte gewünscht, daß Herr Morgenstern den selben im Wege der Interpellation oder wie immer angeregt hätte. Eine Modification Degenhardt's (die Staatsangehörigen haben.... bilden, sofern sie sich nicht mit öffentlichen Angelegenheiten beschäf tigen) sindet, als nach eröffneter Diskussson eingebracht, nicht die gehörige Unterstützung. Der Artikel 11 wird angenommen Art. 12. „2) Von den nichtpolitischen Vereinen. Vereine, de⸗ ren Zweck sich nicht auf die öffentlichen Angelegenheiten be⸗ zieht, sind, wenn sie Vorsteher und Satzungen haben, verpflichtet, ihre Gründung und jede Veränderung ihrer Vorstandschaft oder ihrer Zwecke der vorgesetzten Polizeibehörde binnen drei Tagen an zuzeigen.“ (Ausschußantrag gleichlautend,.) Hierzu liegen drei Mo= dificationen vor. Die eine vom Fürsten Wallerstein lautet: Es sei dieser Artikel zu streichen. Eventuell: es seien die Worte: „Ver eine, deren Zweck sich nicht auf die öffentlichen Angelegenheiten be— zieht“ zu ersetzen durch die Worte: „Vereine, deren Zweck sich aus⸗ schließend auf rein wissenschaftliche, künstlerische oder gesellige Zwecke bezieht.“ Der Antragsteller erhält zur Motivirung das Wort: Offen gesagt, hat die von mir eingebrachte Modification, wenn sie einerseits die Unterscheidung zwischen politischen und nichtpolitischen Vereinen vermeiden will, noch einen anderen, ja den Hauptzweck nämlich den, eine gewisse Gattung von Vereinen unter die herr⸗ schaft des Gesetzes zu bringen, jenes Gesetz, dessen Bestimmungen nicht unser (mein und meiner Freunde) Werk ist, und unter dessen Herrschaft Alle gehören sollen. Ich meine hier die sogenannten lirchlichen Vereine Wenn ich den Ausdruck gebrauche ,,. so beziehe ich denselben keineswegs auf eine Wallfahrtsbruderschaft oder auf eine Herzmariäbruderschaft; ich meine damit gewisse
Vereine, deren Wirken Ihnen Allen hinlänglich bekannt ist: die