8 8 nn mission so gut
fuüͤr die Annahme der
Kammer
Kammer zusteht.
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als uns bekannt sind, und die eine so solide e bilden, daß ich mich nur wundern muß, t hinlaͤnglich scheinen konnten, um sofort Salverteschen Proposition zu stimmen. Statt dessen verlangt die Kommission, bei uͤbrigens lobenswer⸗ then Absichten, etwas von Ihnen, das Sie ihr gar nicht bewil⸗ Ihnen beweisen. Der 48ste Artikel
ligen koͤnnen; dies will ich ʒ der Charte sagt, daß alles Recht vom Koͤnige ausgehe. Dieser rivatmann, anwendbar.
Artikel ist auf den Minister, wie auf den — Die Kammer kann sich also richterliche Befugnisse nur zueignen, wenn der Koͤnig sie mit dem Charakter eines Richters bekleidet. Das Mandat des Volkes verleiht ihr ein solches Recht nicht. Der 47ste Artike! verfuͤgt: „Die Deputirten⸗Kammer hat das Recht, die Minister anzuklagen und sie vor die Pairs⸗Kammer zu laden, die gllein befugt ist, uͤber sie zu richten.“ Aus dieser Bestimmung schließt die Kommission, daß die Depu⸗ tirten⸗Kammer sich zu einer Anklage⸗Kammer aufwerfen und durch die Vermittelung ihrer Kommission alle Bef eine IFçnstructions⸗Richters ausuͤben koͤnne. Hiernach wuͤrden Sie die Angeschuldigten vorladen lasseen und in Verhoͤr nehmen duͤrfen, und waͤre die Untersuchung endlich geschlossen, so wuͤrde die Kommission auf die Anklage oder Freisprechung derselben antra⸗ en. Im erstern Falle wuͤrden die Angeschuldigten das⸗Recht aben, sich zu vertheidigen. Endlich kaͤme der die Kammer einen Beschluß fassen muͤßte; entweder wuͤrde sie alsdann die Minister fuͤr Fhaffalhs halten und sie in Anklage⸗ stand versetzen, oder sie fuͤr unschuldig erklaͤren und frei sprechen. In beiden Faͤllen aber, vorzuͤglich in dem letztern, wuͤrde die gan eigentlich die Minister richten; denn man rich⸗ tet nicht blos, wenn man verurtheilt, sondern auch wenn man freispricht. Und dies ist so wahr, daß der 246ste Artikel der Kriminal⸗Gerichts⸗Ordnung ausdruͤcklich bestimmt, daß der An⸗ geschuldigte, hinsichtlich dessen die Anklage⸗Kammer entschie⸗ den, daß eine gerichtliche Belangung nicht zulaͤssig ist, in derselben Rechtssache auch nicht mehr gerichtlich verfolgt werden darf. Geht die Fakhme g— auf den Antrag der Kommission ein, so giebt sie zu, daß sie sich das Amt eines Richters, sey es um Zeugen zu verhoͤren oder die Minister festnehmen zu lassen, aneignen duͤrfe, ohne daß irgend ein Gesetz ihr ein solches ver⸗ leiht. Sie wirft sich alsdann zum Nichter uͤber die Minister auf und maaßt sich dadurch ein Recht an, das gllein der Pairs⸗ Denn der 47ste Art. der Charte raͤumt der die Befugniß ein, die Minister anzu⸗ sie zu richten. Es scheint
Grundlage zu einer Ankla wie sie der Kommission ni
Deputirten⸗Kammer nur d schuldigen, und der Pairs⸗Kammer,
mir uͤberfluͤssig, meine Herren, diesen Gedanken noch ausfuͤhr⸗
licher zu entwickeln. Wenn Sie daher, wie ich, der Meinung sind, daß meine Ansicht auf dem Terte der Charte und auf dem wahren Interesse der Gesellschaft beruhe, so werden sie Ihrer Kommission die verlangte Vollmacht verweigern und ihr dagegen aufgeben, Ihnen sofort einen Bericht uͤber die Proposition des Herrn Salverte selbst abzustatten.“
Herr Thil sprach sich zu Gunsten des Antrags de Kommission aus. Es sey nothwendig, meinte er, diese letz⸗
tere in den Stand zu setzen, sich vor der Berichterstattung
ddie benoͤthigten Aufschluͤsse zu verschaffen, damit sie ihrerseits
4 wieder es der Kammer moͤglich machen koͤnne, mit voller Sachkenntniß zu urtheilen; unmoͤglich koͤnne man der Kom⸗ mission das Recht streitig machen, als Instructions⸗Richter
aufzutreten, denn da die Kammer die Minister anschuldigen
deuaͤrfe, so muͤsse sie auch befugt seyn, die Beweise der An⸗ klage zu sammeln, damit letztere auf einer festen Grundlage
Befugnisse eines
Tag heran, wo
fehle und berichtet uͤber das Resultat der Untersuchung 81“ die Raths⸗Kammer, die ihrerseits, wenn sie einstimmig ist, 1. Jetzt sollen die Befugnisse des Instructions⸗Richters und der Raths⸗Kam⸗ .“
den Angeschuldigten in Freiheit setzen kann. mer, die das Gesetz wohl von einander unter⸗ scheidet, in der Person von 9 Deputirten verschmolzen werden. Mit welchem Rechte darf aber die Wahl⸗Kammer
Geldbußen verhaͤngen und Verhaftungen vornehmen? Moͤge 8 einer solchen Usurpation Ich meinerseits kann einer
Koͤnigs
ein Jeder die moͤglichen Folgen in reifliche Erwaͤgung ziehen. gesetzwidrigen Maaßregel, die der
Macht des
und der persoͤnlichen Freiheit in gleichem Maaße und ohne irgend einen Nutzen fuͤr die Gesellschaft zu nahe tritt, meine
Zustimmung nicht geben. Geht die Kammer auf den Antrag
der selbst das der auswaͤrtigen Angelegenheiten oͤffnen lassen, und
alle Staatsgeheimnisse werden einer Kommission von 9 Mit⸗ Ueberlassen wir es dem Mi⸗
gliedern der Kammer bekannt. nisterium, meine Herren, uns oder der Pairs⸗Kammer die⸗
jenigen Aktenstuͤcke vorzulegen, deren Bekanntwerdung es fuͤr
nuͤtzlich haͤlt. Man hat so oft gesehen, daß berathschlagende Versammlungen sich von einem augenblicklichen Eindrucke ha⸗ ben hinreißen lassen. Sie wissen, daß in England der Pro⸗ zeß von Warren Hastings uͤber 7 Jahre dauerte; 87 Pairs wa⸗ ren inzwischen gestorben oder aus dem Parlamente ausge⸗ schieden. Eben so koͤnnte Ihre Kommission einen Minister gefaͤnglich einziehen lassen und die Untersuchung nach Gefal⸗ len verzoͤgern. Nicht also ist der 47ste Artikel der Charte zu
8
Kommission ein, so kann diese sich saͤmmtliche Archive,
verstehen. Wir Alle, meine Herren, sind von der Liebe zur
Wahrheit und Gerechtigkeit durchdrungen; Anklage der vorigen Minister zu berathschlagen, brauchen wir uns
nicht eine Gewalt anzumaßen, die das Gesetz uns nicht ver⸗
leiht, und die uns von den betheiligten Parteien mit Recht streitig gemacht werden koͤnnte.“ — Hr. Bavony sprach sich ganz in dem Sinne des Hrn. Thil aus. Den Einwand des
Herrn Mestadier betreffend, daß die Kommission, wenn man
auf ihren Antrag einginge, die Befugnisse des Instructions⸗ Richters und der Raths⸗Kammer in sich vereinigen wuͤrde,
war der Redner der Meinung, daß, wenn die Kommission erst die verlangte Vollmacht erhalten haͤtte, sie selbst zwei oder
drei ihrer Mitglieder bezeichnen koͤnnte, die das Amt der In⸗ structions⸗Richter uͤbernaͤhmen. — Nachdem sich noch Herr
Villemain fuͤr, Herr Dupin d. Aelt. aber aus dem
Grunde wider den Antrag der Kommission erklaͤrt hatte,
weil er dafuͤr hielt, daß die Kammer uͤber die Straffaͤllig⸗ keit der Minister schon hinlaͤnglich unterrichtet sey, bestieg
noch Herr Salverte die Rednerbuͤhne und erklaͤrte, daß
ihm jede Anklage unmoͤglich scheine, wenn man die Kom⸗
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In
mission nicht mit der benoͤthigten Vollmacht versehe. Den
derselben Weise sprach sich Hr. Mauguin aus.
aber um uͤber die
—
Beschluß der Debatte machte der Berichterstatter Herr
Berenger selbst, indem er es der Kammer anheim stellte,
ob sie ein Amendement des Herrn Villemain, wonach die Kommission keine Verhaftsbefehle, sondern bloße Vorladungen⸗ sollte verfuͤgen koͤnnen, annehmen wolle oder nicht; im erstern
Falle aber zugleich darauf antrug, auch noch zu bestimmen,
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wuͤrde. (Aus den oben erwaͤhnten Reden der
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und Sitzenbleiben mit großer Stimmen⸗Mehrheit angenom⸗ men, bei der geheimen Abstimmung aber mit eben so gro⸗
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ßer Stimmen⸗Mehrheit verworfen worden sey. (Gelaͤchter.) Herr Laffitte bemerkte, daß er keinen andern Ausweg saͤhe,
um aus diesem Labyrinthe herauszukommen, als wenn er die
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Kammer befragte. . b da die linke Seite von einem solchen Befragen durchaus nichts
Mittlerweile nahm der Laͤrm immer zu,
wissen wollte. Mit vieler Muͤhe gelang es dem Praͤsidenten endlich, uͤber die Frage, ob die Kugelwahl stattfinden solle, abstimmen zu lassen. Eine erste Abstimmung gab kein Resul⸗ tat. Die zweite Abstimmung aber siel bejahend aus; es wurde daher sofort der Namens⸗Aufruf veranlaßt, welcher 279 anwesende Mitglieder ergab. In den Wahl⸗Urnen fanden sich 186 weiße und 93 schwarze Kugeln, so daß gerade doppelt so viel Deputirte fuͤr, als wider den Antrag gestimmt hatten. Diese große Maäjoritaͤt — be⸗
merkt das Journal des Débats — waͤhrend die Abstim⸗ mungen durch Aufstehen und Sitzenbleiben zweifelhaft zu seyn
schienen, erregte allgemeine Verwunderung. Um 5 ¾ Uhr hob der Praͤsident die Sitzung mit dem Bemerken auf, daß die naͤchste Sitzung erst am Montag den 2ö8sten stattfinden Herren Ville⸗
main, Dupin d. Aelt., Salverte, Mauguin und Börenger
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behalten wir uns noch einen Auszug vor) AKE Paris, 21. Aug. Der Koͤnig ortheilte gestern, nach⸗ dem er mit dem Justiz⸗Minister gearbeitet hatte, dem Mar⸗ schall Maison eine Privat⸗Audienz und empfing Deputatio⸗ nen des Cassations⸗ und Rechnungshofes, so wie die Profes⸗ soren des Konservatoriums und die Lehrer und Zoͤglinge der
Knunstschulen.
Mittelst Koͤnigl. Verordnungen vom vorgestrigen Datum
ist Herr von Villiers du Terrage zum Praͤfekten des Depts. ordens, an die Stelle des Herrn Alban von Villeneuve,
des und Herr von Sainte⸗Hermine zum Praͤfekten an die Stelle des Herrn von Auderic, ernannt worden.
der Vendée, Auch
Die Pairs⸗Kammer haͤlt heute Nachmittag eine Sitzung. n dieser oder in der naͤchsten Sitzung wird derselben ein esetz⸗Entwurf wegen Anwendung der Jury auf Preß⸗ und ndere politische Vergehen vorgelegt werden.
Herr Amy hat nunmehr seinen Abschied genommen und
füuͤnf neue Unter⸗Praͤfekten sind bestellt worden.
8 ist in seiner Stellung als Praͤsident beim Koͤnigl. Gerichts⸗ cpofe hierselbst durch Herrn Tripier, bisherigen Rath bei dem⸗ selben Tribunale, ersetzt worden.
1 ter der vorigen Verwaltung wegen der, bei len von ihnen bewiesenen Unabhaͤngigkeit der Gesinnung ab⸗ gesetzt worden,
rien ihres Amtes entsetzt worden.
Der Minister des Innern hat achtzehn Maires, die un⸗ den letzten Wah⸗ wieder in ihre Posten eingesetzt.
Dem Vernehmen nach sind 33 hiesige Polizei⸗Kommissa⸗
Der Minister des Innern wird dem Minister⸗Rathe
naͤchstens einen Gesetz⸗Entwurf vorlegen, wodurch allen ver⸗ beannten Konvents⸗Mitgliedern die Ruͤckkehr nach Frankreich gestattet und alle seit der Restauration gefaͤllten Urtheile we⸗
gen
politischer Vergehen zuruͤckgenommen werden.
liegende Reserve⸗Armee hat Befehl erhalten, sich zur Abfahrt bereit zu halten. Ihre Gegenwart in Afrika ist um so noͤ⸗
thiger, als alle Seeplaͤtze der Regentschaft starke Besatzungen erfordern und die Armee schon ohnehin sehr schwach ist.“
Mehrere Handwerker haben auf der Polizei⸗Praͤfektur anonyme Briefe abgegeben, worin sie aufgefordert werden, nach den Elysaͤischen Feldern zu kommen, um sich dort uͤber die Zerstoͤrung der Maschinen zu berathen.
Der Messager des Chambres aͤußert: „Das Mi⸗
nisterium will, wie es heißt, von den Kammern einen außer⸗
ordentlichen Kredit von 60 Millionen verlangen, um den Handelsstand zu unterstuͤtzen. Die Verlegenheit an der Boͤrse liegt einzig und allein in der Schwierigkeit des Dis⸗ contirens, deren Ursachen kein Geheimniß sind. Sie liegen in der Zuruͤckhaltung der Kapitalisten seit der letzten Krise und in der Unzulaͤnglichkeit der von der Bank dem Handels⸗ stande geleisteten Huͤlfe. Es handelt sich deshalb darum, eine
Anleihe zu machen, um das Discontiren zu erleichtern und den
Privat⸗Kredit durch den Staatsdienst zu unterstuͤtzen.“ 2
Einem Tagesbefehl des General Lafayette gemaͤß, findet morgen eine vorlaͤufige Musterung der zwoͤlf Legionen der hiesigen National⸗Garde statt; dieselben werden sich in vier Brigaden bilden, deren Anfuͤhrer die General⸗Adjutanten von Saint⸗Aignan, v. Tracy, v. Laborde und Tourton sind. Der — Fuͤrst von der Moskwa wird die reitende National⸗Garde mustern.
Im Marine⸗Ministerium ist eine aus dem Vice⸗Admi⸗ ral Truguet und den Contre⸗Admiralen Roussin und Berge⸗ ret bestehende Kommission ernannt worden, um die Anspruͤche der seit der Restauration entlassenen See⸗Offiziere auf Ent⸗ schaͤdigung zu pruͤfen.
Ein sonderbares Zusammentreffen ist es, daß der Mar⸗ schall Maison, einer der Kommissarien, welche Karl X. nach Cherbourg begleitet haben, Ludwig XVIII. bei seiner ersten Ruͤckkehr nach Frankreich und Karl X., damaligen Grafen von Artois, bei seinem Einzuge in Paris empfangen hatte.
Die hiesigen Blaͤtter heben es auch als zwei bemerkenswerthe Umstaͤnde hervor, daß die beiden Nord⸗Amerikanischen Schiffe, auf denen Karl X. sich mit seiner Familie eingeschifft hat, einem Bruder Napoleons, Joseph Buonaparte, angehoͤren, und daß der Capitain Dumont d'Urville, der diese Schiffe
im Auftrage der Franzoͤsischen Regierung befehligt, sich im
Jahre 1814 als Lieutenant auf dem Schiffe befand, das den Herzog von Orleans damals mit seiner Familie von Palermo nach Frankreich zuruͤckfuͤhrte; der Herzog von Chartres, der jetzige Kronprinz, war damals 4 Jahr alt.
Der Temps aͤußert seine Unzufriedenheit daruͤber, daß in dem neuen Staatssiegel die Lilien beibehalten worden sind, un⸗ wuͤnscht dieselben durch den Gallischen Hahn ersetzt zu ehen.
Demselben Blatte zufolge werden die gewesenen Mit⸗ glieder des Staats⸗Raths, welche im vorigen Jahre nach der Ernennung des Polignaeschen Ministeriums ihren Ab⸗ schied nahmen (Agier, Salvandy, Bertin Devaux, Hely d'Oyssel u. a. m.), wieder in denselben berufen werden.
Die Setzer und Drucker der großen Renouardschen Buchdruckerei gaben gestern Abend auf dem Theater Luxem⸗
4 Die Stadt Rochelle will dem Admiral Duperré, der im Jahr 1775 dort geboren wurde, einen Ehrensaͤbel uͤbersenden. Aus Toulon schreibt man unterm 15. August: „Die
daß die Kommission keine Geldbußen sollte verhaͤngen duͤrfen. Dieses Amendement fand indessen keine Unterstuͤtzung. Als uͤber die Proposition der Kommission selbst, folgenden Inhalts:
beruhe; allerdings erklaͤre die Charte, daß alles Recht vom Koͤnige ausgehe; dadurch aber, daß die Kammer sich die er⸗ forderlichen Beweise zu verschaffen suche, um nach Pflicht
bourg eine aus mehreren Lustspielen bestehende Vorstellung zum Besten zweier in den Tagen des 27. und 28. Juli schwer
und Gewissen zu entscheiden, ob eine Anklage zulaͤssig sey oder nicht, werfe sie sich noch nicht zum Richter uͤber die Miinister auf. „Ich glaube daher“, so schloß Herr Thil, „daß, von welcher Seite man auch das System des Herrn Persil betrachten mag, dasselbe in gleichem Maaße von der Billligkeit, der Vernunft und dem Rechte verworfen wird. Ob der Bericht an den Koͤnig und die Verordnungen vom 25. Juli schon hinlaͤnglich seyen, um eine Anklage zu begruͤn⸗ den, ist eine Frage, die gar nicht hierher gehoͤrt. Es kann in dem wohlverstandenen Interesse des Publikums liegen, daß eine Untersuchung angestellt, amtliche Aktenstuͤcke befragt und Zeugen verhoͤrt werden, um den Plan des vorigen Ministeriums in seinem ganzen Umfange kennen und die Straffaͤlligkeit jedes einzelnen Ministers beurtheilen u koͤnnen. Herr Mestadier stimmte gegen den
ntrag der Kommission; ohne Zweifel duͤrfe die Kammer nur mit voller Sachkenntniß entscheiden; hieraus gehe aber noch nicht hervor, daß sie das Recht habe, Geldstrafen zu verhaͤngen, sich alle oͤffentlichen Archive aufschließen zu lassen und Verhaftsbefehle zu verfuͤgen. „Denn was sind,“ fuͤgte der Redner hinzu „die Befugnisse des Instructions⸗Richters? Er ladet Zeugen vor, laͤßt die Nichterscheinenden mit Gewalt holen, oder verurtheilt sie zu einer Geldbuße von 100 Fr., verfuͤgt sich nach der Wohnung des Angeschuldigten und vea Se dessen Papiere, erlaͤßt Verhafts⸗ und sonstige Be⸗
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„Die Kammer ermaͤchtigt die mit der Pruͤfung
des Salverteschen Vorschlages wegen Anklage der vori⸗ gen Minister beauftragte Kommission, alle die Befug⸗ nisse auszuuͤben, die den Instructions⸗Richtern und Reiaths⸗Kammern zustehen;“ abgestimmt wurde, blieb der erste Versuch zweifelhaft, bei⸗ dem zweiten aber wurde dieselbe angenommen, worauf mehrere Deputirten noch die Abstimmung mittelst Kugelwahl verlangten. Zwar hielt eine große Anzahl von Mitgliedern der linken
Seite eine solche Abstimmung fuͤr uͤberfluͤssig; Hr. Bérenger
selbst aber schloß sich, bei der Wichtigkeit des Gegenstandes,
dem obigen Verlangen an. Hr. Demargay, Hr. v. Cor⸗ ecelles und andere Deputirte der linken Seite erklaͤrten da⸗ gegen, daß sie alsdann nicht mitstimmen wuͤrden, da durch die Abstimmung durch Aufstehen und Sitzenbleiben die Frage bereits entschieden sey, und da, wenn man die geheime Abstim⸗ mung haͤtte haben wollen, solche fruͤher haͤtte verlangt wer⸗ den muͤssen. Der Vice⸗Praͤsident verlas dreimal den betref⸗ fenden Artikel des Reglements, worin es heißt: „Ueber jeden Vorschlag, der ein Gesetz zum Gegenstande hat, muß mittelst Kugelwahl abgestimmt werden. Hinsichtlich aller uͤbrigen Pro⸗ positionen aber stimmt die Kammer durch Aufstehen und Sitzenbleiben ab, es sey denn, daß sie sich anders ent⸗ scheide.“ Hr. Bourdeau erinnerte an einen fruͤhern⸗ Fall (im Jahre 1816), wo ein Gesetz⸗Entwurf beim Aufstehen
8 * 6
¹“
8 Korvette „Echo“ ist von Algier, das sie am 10ten d. verlas⸗ sen hat, hier angekommen; sie brachte Depeschen fuͤr den
8 See⸗Minister mit, die sogleich weiter befoͤrdert wurden. Korvette „Diligente“,
ie die am 6ten von hier abgesegelt ist,
mußte bereits in Algier angekommen seyn, als die „Echo“
vpoon dort abfuhr.
Man wird daher uͤber den Eindruck, den
ddie Pariser Ereignisse auf die Expeditions⸗Armee gemacht ha⸗
ben, bald etwas erfahren.
Einem Geruͤchte nach ist zwischen
dem Ober⸗Befehlshaber der Land⸗Armee und dem der Flotte
Zwietracht ausgebrochen.
Admiral Duperré soll sogleich die
dreifarbige Flagge auf allen Schiffen haben aufziehen lassen,
zufolge finde keine
waͤhrend Graf Bourmont sich weigerte, dies zu thun. Dem Verbindung zwischen der Land⸗ und See⸗ Briefe aus Algier fahren fort, den
macht mehr statt. — 3 sehr unguͤnstig zu
moralischen Zustand der Land⸗Armee als schildern; die Befehle koͤnnen oft nicht ausgefuͤhrt werden,
8 und Alles ist in Verwirrung. Die oberen Offiziere wuͤnschen
Feldzuges auszuruhen, den um sich auszuweichen und ges zu genießen. Privatmanne, zwanzig Millionen niedergelegt
um von den Strapazen des greifenden Krankheiten in der Heimath die Fruͤchte des Sie⸗ Beim Englischen Konsul sind von einem der offenbar nur den Namen hergegeben hat, worden. — Der See⸗Minister
nach Frankreich zuruͤckzukehren,
hat angeordnet, alle aus Algier kommenden Fluͤtschiffe nach
dem Kriegsfuße auszuruͤsten; die in der Naͤhe
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von Toulon
1 . 8 884 888 1
verwundeter Drucker.
Die im Buͤreau des Constitutionnel eingegangenen Bei⸗ traͤge fuͤr die in den letzten Revolutionstagen Verwundeten betragen heute 312,000 Fr.
Das gewesene Konvents⸗Mitglied Perard ist aus Dublin hier angekommen. 1
Die Deputation des Englischen Vereins der Freunde der Parlamentar⸗Reform ist, den Baronet Sir Thomas Beevor und Herrn James Cobbet, den Sohn des Praͤsidenten der Gesellschaft, an der Spitze, gestern hier angekommen.
Die bekanntlich aus den Niederlanden verbannten von Potter, Tielemans und Bartels sind gestern hier angekom⸗ men; der vierte, v. Neve, ist krank in Straßburg zuruͤck⸗ geblieben.
Die verhafteten Minister sollen naͤchstens hierher ge⸗ bracht werden.
In Tivoli wird morgen Abend ein großes Fest, das Bombardement und die Einnahme von Algier und die Explo⸗ sion des Kaiserschlosses darstellend, gegeben werden. Der Eintrittspreis ist 3 Fr.
Der Globe aͤußert uüͤber die Sitzung der Deputikten⸗ Kammer vom 17. d. M. unter Anderem Folgendes: „Der Antrag des Herrn Destutt de Tracy ist, unserer Ansicht nach, dem neuen gesellschaftlichen Geiste voͤllig angemessen
und unter den jetzigen Umstaͤnden dringend. Seit langer
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