1871 / 18 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 24 May 1871 18:00:01 GMT) scan diff

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S rage nicht unvorbereitet flehen foüe. ©cpließltch würbe bet ntrnfl ©roß mit 72 fleflen 59 Stimmen angenommen. ©molfa unb ffletrtno erflärten NainenS tprer ^3arteigenoffen, ftch bie Gntlcpeibunfl barüber vorzubehalten, ob biefelben ber morgigen ©igung beiwohnen mürben, ober nicht. Oer NeicbSfanzlcr ©raf Vcup ifi gefiern AbenbS von ©agetn auriiefgefebrt. ' 0dckttckei|* S3ern, 20. Nat. Oie NevigonS-Komnüfpon beS ©tänberatpS hat tpre Veratpunfl ber VunbcSrevijton beenbigt. 3n vielen fünften pat Pc baS NeviPonSwerf ber NeviftonS-Kommiffton beb NationalratpS bebeutenb erweitert, in manchem fünfte aber auch befepränft, fo namentlich in betreff beS NefcrenbumS. (Großbritannien utib Srlattb. Conbon, 22. Nai. 3Pre königliche Roheit bie ©roßperzogin von NecElen- burg*Strelig ifi ju einem Vefucpe ihrer ©cpweger; ber ver- witweten Herzogin von Gambribge, von ©trelig in Kew bei ßonbon eingetroffen. Oer §erjog von Gbinburflp, welcher am fjreitag in *pit)moutp antam, begiebt pcb morgen über ßonbon zu einem Vefucpe ber Königin nach Valmoral. Oie ^Prtnjcfftn von VöalcS ip am ©onnabenb mit ihrer gamilie im bejien Vßopllcin von ©eploß ©anbringpam in ßonbon eingetroffen, um hier wäprenb ber ©aifon zu verbleiben. Gin Unfall ernfflicher Statur gieß am gfreitag bem Prinzen Art pur zu. 3 n Vuc£mgpant-*palag angefommen, um bem amAbcnb pattpnbenben §ofballe beizuwopnen, begab er pcb nach bem Omer inS Viüarbzinmter. äöäptenb er Pcb an ein nach außen 311 öffnenbcS unb nicht gcfcploffencS genger lehnte, ging baffelbe kläglich auf, unb ber ff3rinz pürjte rücf- lingö in ben ©arten eine Oipanj von peben bie acht guß hinab. Gr mürbe begnnungSloS aufgehoben unb nadp feinem Qimmer gebracht, mo pcb leboch nach ärztlicher Unterfuchung perauSgeüte, baß er außer einet Kontugon am§interfopfe unb einer gußverrenfung feine ernpiiche Verlegungen bavongetragen, 23. Nai. 3m Oberhaufe tpeiltc £orb ©ranviüe mit, bap bie beutfebe Regierung nach nunmehr erfolgter geppellung beS ©chabenö für bie bei Ouclair in bie ©eine verfenften englifeben Schiffe bie Summe von 177,000 grcS. atiSgejaplt habe. VMeSbaben Parb am 18. Nai ber englifche Abmi- ral £ckouglaS, im Erimfricge Gommanbeur ber &intt*.

gfvattfreidj. Oie über bie Situation in *PatiS einge- gangenen telegrabhilcpen Nittpcilungen begätiaen inSgefammt, bap von ©üben, ASegen unb Norbwegen ber Jpauptpabt parfe Kolonnen ber NegterungStrubbcn in biefelbe eingerüeft Pnb unb in verpältnißmäßig geringer Seit bebcutenbc unb miebtige ©tabtipeüe auf beiben ©eiten ber ©eine belegt haben; 8u biefen ip befonberS bie ^Option auf bem Nontmartre zu Zählen, beffen gall ben 3nfurgenten mohl ben legten mirflich nachhaltigen SBiberpanb innerhalb ber ©tabt unmöglich madjen mirb. s Oie einzelnen eingegangenen Nachrichten lauten: ©t. Oeni§, 23. Nai, Nachmittags 2 Uhr 15 Nin. Oie ^ricolore meht auf bem Nontmartre. VctfailleS, 23. Nai, NorgenS 10 Uhr. Berichten auS ff5ariS von heute Norgen 6 Uhr zufolge haben bie bicS- feitigen ^ruffffen bie ff3lace Glicht), ben Vapnpof von ©aint ßazare, ben 3nbugtiepalag, baS *palaiS Vourbon, baS §otel ber 3«t)aliben unb ben Vapnhof von Nont-*parnaffc befegt. Gin beftigeö Artillerie- unb ©emehrfeuer fanb auf ber *piace be la Goncorbe, melcbe von ben 3nfurgenten noch nicht verlaffen mar unb vor ber p3lace Glicht) Patt. Oie5:ru|phen pnb voller Vegeigerung. Nachmittags 3 Uhr. ©eneral Glindhant griff nach SSefegung von VatignoüeS ben Nontmartre auf ber ©eite von Glicht) an, mährenb ©eneral ßabmirault bie ©eine entlang burch ©t. Cuen vorrücfle unb ben Norbbahnhof unb hierauf Nontmartre angriff. ©egen 1 Uhr hatten bie NegierungS- trugen ben Nontmartre genommen, ©eneral Giffet) nahm bie grope Varrtfabe an ber Gpaufföe bu Natne. Oie Opera- tionen merben fräftig fortgefegt; man hofft, bie 3 n furreftion merbe heute ober morgen voüftänbig unterbrächt fein. Oie Vertage ber Gruppen pnb nicht bebeutenb. Gin Oefret beS §etrn ^hlerS vom 17. b. NI. hebt ben Grlap ber Oelegation von Vorbeauj vom 5. 3anuar b. 3- auf, burch melden für bie AUerSflaffe 1871 bie Stellvertretung auSgefchloffen mürbe. Oie Oelegirten beS ^ongreffeS von ßt)on haben fol- genbe Oeflaration nach 93ari§ überbracht:

9ln ben Gbcf ber Gsefutivgemalt ber fratigöpfdpen Sfitepublif * bie Kommune von Vartö. Oie Oelegirten, Ntitglieber ber in ßpon verfammelten ©emeim räihe von 16 OepartementS, befräftigen im Aamen ber von th npi ! repräfentirt'en Vevölferungen bie Aepublif als bie einzige recht rnapige unb mögliche Regierung beS ßanbeS unb bie Äonimunoi ©elbpanbigfeit alS bie einzige ©runblage ber republifanifcpen % gierung, unb verlangen: baS Aufhören ber geinbfeligfeitm, Slufföfang ber National-Verfammlung, beren Ntanbat bcenbet r t ä ber grieben unterzeichnet ift; bie AuPöfung ber Kommune; murmlmahlcn in Variö/ ^Sohlen für eine tonpituirenbe Verfammlunj in ganz granfreiep. gallS biefc Vefctlüffe von ber Verfanrniluii ober ber Kommune jurüefgemiefen merben, fo merben Pe vor fouveränen Nation biejenige ber Pccitenben Parteien verantmortiifl machen, melcpe biefelben vermcigern unb fo bem Vürgerfrieg neue Nahrung geben mürben, golgen bie Untcrfdhriften von folgenbcn OepartementS: ArböchcS, VcudjeS Nhöne, Gher, Orömc, ®atfc ^e'rault, 3före, ßotre, §aute - 'Name, Niövre, VptcnecS Orientale^, 9U)öiie, ©aonc et Öoire, ©avoie, Var, Vauclufe. 9Bre ber »Nappel« melbet, haben bie Oelegirten in Verfallt bie Herren ^hierS unb ^3icarb gelprochen, erhielten aber bie früheren Antmorten. Glne Äonzefpon jeboch feheint ^hietS ben penannten OepartementS, beren ©emcinberäthe ftch fap alle ihre SNaireS felbff mahlen, gemacht haben. Gr ernannte nämlich zu SNaireS bie, welche bie Näthe gewählt hatten. Italien, glorenz, 23. SNai. (SB. V.) 3n ber Oeputirtcnfammer panb heute bie Verathung übet bie ginanzmapregeln auf bet XagcSotbnung. Oer ginanz«2)biniper ©cüa erflärte leine Supimmung zu ben einverpänblich mit ber ginanzfommifpon gepellten Anträgen, burch welche eine Sr« höhung ber Ginnahmen um 7 Ntillionen erzielt unb mithin ber Unterfchieb zmifchen bem Grträgniffe nach hen Vorlchlägen ber Negierung unb nach ben Anträgen ber ginanzfommilfton auf bie Summe von 13 Nlitlionen herabgenünbert wirb. Um biefen Vetrag zu beefen, beantragt ber SNinipcr bie Grhöhung einiger Steuern. Oie ginanzfommifpon behielt ftch vor, biefen Vorfchlag zu prüfen. chBrtf§ettlanfc. Athen, 13. SNai. Oer 50. 3ahreStag beS heüenilchen VefreiungSFampfeS mürbe vergangenen Sonntag gefeiert. An bemfelben Xage mürben bie lleberrcpe beS Pa- triarchen ©regoriuS nach Athen tranSportirt unb feierlich in ber Äathebrale auSgePellt. Gine unab|ehbare Nlenfchenmenge füllte nfle ©trapen unb pläge. AüeS verlief in ber größten Orbnung. GS ertönten taufenbpimmige Hochrufe auf bie ^Ration, auf ben ^öntg, auf bie Königin unb ben ^h^nfolger. Oer £of wirb erp im 3uli nach Äorfu überfiebcln.

SReidiötaöe * 5lnöclcöenhctten. 23erlin, 24.£Nai. ber geprtgen ©igung beS Neichö tagS äuperte Pch ber ^JräPbent beS VunbeSEanzlcramtcS, ©taatSmtniper Oelbrücf, über ben Antrag ber Abgeorbneten V. Vunlen unb ©en. in Vetreff beS UnterPügungSfonbS für Nefervipen unb ßanbwehrmänner, wie folgt: Neine Herren! Oie Vcrbältniffe, auf welche in bem vorltegenoen Antrag hingemtefen ifi unb welche ber erfie 4ckerr AntraglteUer in fei- nem Vorträge näher entmicfelt unb vor 3bre Augen geführt hat, Pnb ben verbünbeten Negierungen feineSmegS entgangen. Oie verbüitbetcn Negierungen erfennen mit berfelben öebbafttgfeit, wie irgenb ein Nit- glieb biefet Veifammlung, an/ in welchem Nape bie Cpfermtüigfeit unb bie Eingebung beS gefammten §eereö, fo auch inSbefonbtie ber Nefervipen unb ßanbmehrltutc, bie großen Grfolge haben herbäführen helfen, auf welche Oeutfchlanb fiolz ip; pe etfennen mit 3hnen in vollem Nape bie großen Opfer an, welche bannt für ben Ginzeinen nicht bloS burch bie ©trapazen beS gelbzugee?, nicht bloß burch bie (gefahren, benen pch jeber Ginzeine aus- fegen mußte, fonbern auch boburch verbunben gemefen Pnb, baß Viele von ihnen burch ihre Ginbrrufung, burch bie eingetretene Unterbrechung ihrer bürgerlichen 2i)äügfett, burch bie eingetretene Unterbrechung ihrer eingefchlagenen Verufebahn Vcrlufte erlitten haben, welche z«m §hctl in ©elb überhaupt nicht abzufetägen unb barzujiellen pnb. Ote verbünbeten Negierungen fühlen mit 3buen lebhaft, wie münfchenSwertp eS ip, biefen Öeuten, fomeit eS bie V r* haltnipe gcPatten, in §ülfe zu fominen unb ihnen ich will nicht fagen, bie VerluPe zu erfegen, bu Pe erlitten haben, benn biefc pnb Zum Xbeil unetfegltcb aber ihnen über bie ©chmierigfcit hinmeg- Zuhelfen, welche für Viele ber Veginn einer neuen ^hätigfeit ober bie gortfegung ber unterbrochenen Xhättgfeit mit Pch bringt. Aöenn ber ^ckerr Abgeorbnetc für ©ülingcn feinen Vortrag bamit begonnen hat, baß ber Antrag fein Nißtraucn gegen bie Verbünbeten Negierungen auSbrücfen foüe, fo ip biefc Vemerfung nach fckem, maS ich gefagt habe, menigPenS objeftiv voüfommen berechtigt; wenn er ferner alS ©tunb beS An- trages ben Sftunph bezeichnet hat, eine Anregung geben unb ben verbünbeten Negierungen bie Ueberzeugung zu gemähten, baß ber

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NeiCBStaa bereit fein Würbe, einer gorberung, welche in bem bezeich- tuten ©inne an ihn gePeüt werben möchte, feine Suffimmung zu er- tbciUn, fo würbe ich von bem ©tanbpunft ber verbünbeten Negierun- nen auS in tiefem Sinne ben Antrag für entbehrlich gehalten haben. Oenn bie verbünbeten Negierungen, eben in bem lebhaften ©cfüfcl, welches ich bezeichnet habe, b iben nicht einen Augenblief baran tioeifeln fönnen, einem folgen ©cfüble bei 3hnen zu Oe- aeanen. 3Ba8 für bie verbünbeten Negierungen, wenn eine Arregvng her ©achc hier erfolgen foüte, befonberS eiwünfcht unb von hohem ffiertbe gemefen fein würbe, baö haben, wie ber ^err Abaeorbnete für ©dingen bemerft bat, bie Herren AntragPeüer ab- fnttlicb vermieten, pe baten eS abPcbtlicb vermieten, wie er auSgc- führt bat, auf OetatlS einzugeben, Vorfchläge zu machen, wie im Ginzelnen bie ©acbe auSzutühren fet, weil Pe ber Neinung Pnb, bap bas richtiger her 3nitiative bet Negierungen zu übcrlaffcn fei. gür tie Negierungen, meine Herren, wäre wie gefagt, gerate eine Grorterung tiefer grage von einem Söcrthe gemefen, welcher von ihrem ©tanbpunfte aus nicht hoch genug angefchlagen werben fann, benn gerate bie Gröcterung blefer grage bat für pe bie aflet- arößten unb entfcheibenbPen ©chwierigfeiteu ergeben. 3ch fann, meine £ciren, ben vorliegeijben Antrag hier von biefer ©teüe auS unb bier in biefetn NeichStagc natürlich nur befpreepen alS Neicb?angelegen- b-|t unb fo füprt ec pch auch ein. Oer Antrag wiü, baß in bem, tem NeichStagc vorzulegcnben ©efeß über bie Verwcnbung ber^riegS- enißhäbigung ein gonbS vorgefeben werbe ju bem bter näher bezcich- reten Swecf, alfo mit anbern Aßorten ein NeichöfonbS. Nur von tiefem^ ©efichtSpunft auS haben bie verbünbeten Negierungen ben Antrag auffaffen unb nur von biefem ©epchtSpunft auS haben ©ie Um in Grwägung nehmen fönnen. 3ubem pe von biefem ©epchtS- punfte auS auf ben Antrag eingingen, mußten ihnen aber fo- fort de unuberwinbüchen ©chrrierigfeiten in bie Augen fallen, welche bie ©epanblung ber Angelegenheit a(S NeichSangelegen- beit barbietet. Oer £crr Abgeorbnetc für ©olingen felbp hat febon barauf bingewtefen, er erwarte ben Gtnwanb ober er habe ben Gmtvanb fepon gehört, baß eS bau Neiche an Organen fehle, um r inpitutionen, wie er pe im Auge bat, inS hebert zu rufen unb burdj- zuführen. Um tiefem Ginwanb zu begegnen, hat er barauf bingo mtefen, tazu feien ja tie Negierungen unb unter ben Negierungen bie Shätigfcit tfjeilö bet Vehörbcn, tbvilS ber freiwilligen Vereine, thcilS bie vcceinte 3:,bätigfcit bcibec ba. Oamit bat er nach meiner Anflcpt tie Angelegenheit auS bem Streife ber NeichSangelegen- beit fofort hcrauSgebracbt, bcnti wenn ich mir votPellen foü, baß pe troßbeni als NetcbSangelegcnbeit zu bebanbeln fein würbe, fo föunte ich batf nur in bem ©inne .tbun, baß ich mir bächte, baS fünftige ©efeg foü eine Vcpimmung enthalten, welche einen gonb Von fo unb fo viel Niüioncn Xbalern für ben hier bezeichneten3wecf austvirft unb züglet^ fagt, baß biefer gonb in bem unb bem Ver- bältntß auf bie einzelnen Negierungen zur Verwcnbung für ben be- Zeichneten S'^ecf vertheilt werben foü. 3 n AZeife unb baS erfenne ich'an würbe eS formeü noch Neichdachc fein. §ier würbe es mir nun aber auch unb würbe eS ben verbünbeten Negierungen von pöchPem 3ntercffe gemefen fein, eine Anpdjt barüber hören, welcher NaßPab bei einer folchen Vertheilung zu ©runbe ZU legen fein würbe. 3cp glaube, meine Herren, ©ie Alle ftnb mit ber verfchiebenartigen ©epaltung ter militärifchen Verbältniffe in ben in biefem Ätiege verbunben gewefenen beutfehen ©taaten zu fept vertraut, als baß icb barauf btnzuweifen nötbig hüUe, baß gerabe bie Sllaffe berjenigen Vetfonen, um bie eS ftch hier banbdt, nämlich ber Nefervipen unb ber üanbwcbrmänner, fleh feineSwegS in bem Verbältniß auf bie einzelnen ©taaten ver- teilt, in welchem ihre Vräfcnzfiäife war. GS würbe alfo von vorn- herein ber fonft ja frht nahe Itegenbe Naßpab ber Vräfenzpärfe auS- gefchloffenfein unb noch vielmehr t erfonftauchnochnabeliegenbeNaßPab bcrStowzcibl her ©efammtbevölferimg. AZcnn man nun fagen wollte, man fönne bie Anzahl ber Nefervipen unb ßanbwehrmänner ©runbe legen, welche in jebem cinrrlnen ©taate einberufen gemefen ftnb, bann würbe man bamit ber AZabtbdt etwas näher fommen ich fagc aber auSbrücflich: etwas Nan wirb annehmen fönnen, baß pch in großen ©taaten biefe Verhältniffe auSgleichen. Vei ter be ? träcbtlicien Anzahl von fletnen ©taaten, bie in bem Neich uor- banben pnb, ip baS nicht ber t ba wirb auch btefeS Verbältniß gegenüber bem, um was cS Pch hier hanbclt, butcbcmS feinen richtigen NaßPab abgeben, benn eS hanbelt ftch hier ja nicht barum, einem jeben btr Nefervipen ober ßanb- Wchtmänner eine bepimmte ©umrne zu überweifen, baS wäre ein einfaches ©efchäft, fonbern eS bavbclt fich batum, zu ermitteln, unb ganz im Gtnzdnen zu ermitteln, in welchem Napf ber einzelne ent- laffeite Nefervip unb ßntbwehrmann in ber ßage ip, eines OarlehnS ~ ich will zunäctP nur von Oarlebnm fptechen unb bie von bem £errn Antragpeller felbp mehr beiläufig bebanbelten UnterPügungen außer Grtvägung laffen zu bebürfen. Neine Werten, ich glaube, cs wirb bieS fchon flar werben, wenn man an ben preußifchen ©taat benft, welcher ja viel zu groß tp, um nicht einerfeite feiner ©ub- Nepartition nach benfelben ©runbfäßen zu unterliegen. Oa würbe man, wenn man bie ©ub - Nepartition nach NegierungSbezitfen machte, fofort flar feben, wie ganz grünbltch Vetßhieben bas VebarfSoerbältniß ber einzelnen NegierungSbezirfe zu bem Ver- haltriß ber 3ahl Pch Pellt, eine Verfctmbcnheit, bie noch viel größer wirb, wenn man auf bie Greife heruntergept. AuS Hefen ©rünben, meine Herren, haben bie verbünbeten Negierungen bic Vebanblung ber ©ache als einer NeidbSangelegenbelt nicht für zuläfPg gehalten. fOamit ip feineSwegS auSgefchloffen unb eS wirb im ©egentheil, glaube ich 1 bei ber Nehrzahl ber verbünbeten Negierungen baS Ve- bücfntß empfunben, ibrerfeits auf betn ihnen geeignet fepeinenben unb ben Verhältniffen entfprechenben AZege bem Vebürfnip, WclcpcS ©ie

\a nicht vetfennen, fo Weit eS möglich iP, entgegenzufommen; aüer itt tiefer Vezicpung wirb eS fepr entfepieben von 6er ©ePaltung ber Ver- hältniffe eines feben ßanbeS unb innerhalb eines jeben größeren ßanbeS von ber ©epaltung ber Verhältniffe in ben einzelnen Provinzen abpängen, in Welcher AZeife bie ©acbe am riebtipffen zu machen fein wirb. £)aS Neich ip nach ber Ueberzeugung ber verbünbeten Negierungen nicht in ber ßage, allgemein maßgebenbe ©runbfäge barüber fepzufieüen; eS iP nicht in ber ßage, zu bepimmen, in wieweit bie Organe, welchen man bie Verwaltung biefer OarUhnSfaffen wenn ich ben AuSbrucf ge- brauchen foü, unb Pe müffen ja fepr zahlreich fein anvertraute, eine VetantwortUchfeit für He Verwenbung tragen fod. GS Pnb baS alles gragen, bie mit ber Organifation ber Vepörben, ber Sheisver- bänbe, ber ^ommunalvcrbänte fo eng zufammenbängen, baß reicpS- gefegltcpe Vepimmungen barüber überall nicht getroffen werben fönnen. Neine Jpetren, auS biefen ©lünben fann ich im Namen ber verbün- beten Negierungen ©ie nur bitten, bem Anträge, wie er hier gepellt iP/ 3P« 3upintmung niept zu ertpeilen. -—Nach bentAbg. v. Vonin nahm bet StaatS-SNiniffer ^)el- brücf nochmals baS VZort: Neine Herren! Ginige Aeußerungen beS legten §crrn NcbnetS Veranlagen mich, noch einmal baS AZort zu ergreifen. GS tp in bet Diöfuffion biefeS Antrages viel von Nißtrauen ober Nichtimßtrauen bie Nebe gewefen. 3(h erfenne an, baß jcbenfallS ber legte £err Neb* ner ein unbebingteS Vertrauen zu bem NeicpSfanzler-Amt bepgt, inbem er ipm eine Aufgabe übertragen will, zu beren ßöfung meine fehwaepen stväfte jebenfaOS baS will ich offen fagen nicht auS- reichen. fann, um nochmals auf bie gormatten unb auf bie Ve* beutung biefeS NeicpSfonbS einzugehen, mir zunäepft unb wenn tep mich auch unterpügt btnfe von ber mir ja abgepen- ben S^enntniß ber fonfccten Verhältniffe, wie fie bei ben einzelnen VunbeSregierungen ffnb Tein Vilb machen von ber Netbobe, burch welche man, wenn cS eben aufVilbung eincS gonbS anfommt, babin gelangen wiü, bie £öpe biefeS gonbS zu bepimmen. GS fehlen bazu nach meiner Ueberzeugung ben einzelnen verbünbeten Negierungen jut 3cit aüe Glemente; man wirb pep unbebigt gewiß auch* nach ber An- ftcht ber Herren Antragüeüer, bavor hüten müffen, einen gonb zu be- fepaffen, ber unverpältnißmäßig groß ip, unb es wirb eben fo wenig ben Abftcbten ber AntragpeÜer entfpreepen, einen flcinen gonb auS- Zitwerfen» von Welchem man pch fagen fann, baß er nach aßet AZabt- fcbeinlicbfeit nicht auSreicht, irgenb eine Söhl Z u normiren, Pnb nach meiner Ueberzeugung bie verbünbeten Negierungen voüfommen außet ©taube. AZenn man nun weiter aber auch biefe ©chwietigfeit ffth alS gelöp vorpeüt, wenn man ftch bann ferner vorfteüt, bap biefer gonb nach einem gewtffcn Naßpab ben einzelnen VunbeSregierungen, ich muß fagen, zur Verwaltung übenviefen wttb benn fo würbe fich bie ©achc Peüen, weil He Eingänge n«S ben Marleben miebor nn bn« Neich zurüeffließen foüen wenn man Pch bie ©achc fo vorpeüt, fo befinbe ich mich Wichet vor ber grage: Wie foü eS benn nun mit ben Nüdzählungen gepalten werben? foüen bie Negierungen, benen ber gonb überwiefen wirb, wenn eS pch zunäepp bloS um £atlehne banbeit, ibrerfeits bie Verpflichtung übernehmen, nach einem getviffen Seitablauf biefen gonb zu repituiren, bann geht He ©acbe auf ibre Necpnung unb baS würbe eittegorm fein, auf bie baS Neich pch aüenfaü« einlaffen fönnte. 3P baS aber ber gaü, foü bie Verwaltung beS gonb zwar von ber Negierung geführt werben, aber auf Necbnung beS NeicbeS gehen, fo bin td? ganz außer ©tanbe, mir etnVilb bavon ZU machen, wie man bie OarlepnSgefchäfte abwicfelt. J^ier, von bet Gentralpeüe auS, ip cS hoch ganz obfolut unmöglich zu ermejfojt, ob tnan in einem einzelnen gaüe ein gegebenes £ckarlebn ganz ober zum 2hcil erlaffen ober ob man auf beffen AZicberetnziehung im AZcge bet Gsefuliott beffehen foü ober nicht. £ieS muß man lebiglich nicht ben einzelnen VunbcS egietungen, fonbern man wirb baS fchließlich ben provinzial-, mitunter ben ßofalbehörben übetlaffen müffen 3ch balte ferner ben ©ebanfen, ben ber £err Abgeorbnete für bic 3«l4vwfchcn greife angeregt hat / bie ©emeinben unb bie Greife bei ber Angelegenheit mit heranzuziehen, für einen * burchauS richtigen; biefer ©ebante führt aber eben bahnt, baß He ©achc nicht als NeichHaihe bepanbelt werben fann, fonbern baß ffc zu bebanbeln iff als ©acbe ber einzelnen VunbeSPaaten; benn bie VorauSfcßungen, von benen ber £ett Abgeorbnete bei biefem Vorfchläge auSgept, fin- bert ftch ja feineSwegS im ganzen NeicpSgebiete gleichmäßig rorbanten; pe fnüpfen Pch an ein bcPimmtcS ©efeg, welches nur in ben ©taaten beS Norbbeutfchen VunbcS zur Seit gilt. GS führt mich baS aüeS tvieberpolt zu ber Ueberzeugung hin, baß bie ©aepe am rid&tigPen zu orbnen ip von ©eiten ber einzelnen VunbeSPaaten, unb ich möchte hieran noch eine Vemerfung fnüpfen. Ueber ben Naßüab, in welchem bie ÄriegSfontribution, foweit pe nicht für aügemeint NeichSzwecfe verwenbet wirb, auf bie einzelnen ©taaten zu vertheilen tp, ift im VunbeSrath noch fein Vcfchluß gefaßt; ich glaube inbeffen feine 3nbiSfretton zu begehen e^ iP ja wohl fonP fchon befannt gewogen —, Wenn ich bemerfe, baß ber Vorfchlag, ber gemacht tp für biefe Vertheilung, bahin gerichtet ip, zum NaßPabe bie militärt- fehen ßeipungen ber einzelnen beteiligten ©taaten unb ©taaten- gruppen zu wählen, alfo genau benfelben Naßpab, nach welchem nach ben Vemerfungen einiger ber Herren Vctrcbner ber hier in AuS- pcht genommenen NeichöfonbS zu vertheilcn fein würbe. Unter biefen UmPänben bei ber großen ©cbwtcngfeit unb ich möchte fagen, Unmöglichfeit —, bie ©ad&e Von NcchtS wegen burchzuführen, unb bei ber güglichfeit, bie ©aebe ben einzelnen ©taaten zu übcrlaffcn, welche burch ben Gingang btr Kontribution bazu bie Nittel erhalten werben, muß ich tvieberbolt bei ber Ueberzeugung beharren bte ich nicht bloS für mich, fonbern im Namen bet verbünbeten Negierungen auSfprecben fann —, baß ber aüein richtige A§eg ber ip, bie ©acht ben einzelnen Negierungen zu übetlaffen, benen Pe, wie ich VerPcpcrn fann, am Kerzen liegt.