1820 / 111 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Thu, 14 Dec 1820 18:00:01 GMT) scan diff

von Madrid ernannte, lautete also: ¿Du soll so? gleich das Kommando der Provinz und der Stadt Madrid übernehmen. Jch zeige dieses durch denjfel- ben Kourier Vigodet an; denn so will es dein König und Herr.//- Bekanntlich erregte dies Dekret Mis- fallen und würde“ au darauf zurücfgenommen. „Es heißt jet, daß General Villacampa General - Kapi-

tai von Madrid seyn, und daß Riego das General -

Koinmando in Katalonien erhälten werde. Unter den 68,828 Mann, welche die Armee in Friedens - Zeiten ausmachen sollen, ‘befinden sih 4200 Mann Königl. Garden, 12,470 Mann Kavalerie und - 500 Mann Artillerie. Jn Kriegs-Zeiten soll die Armee 124/579 Mann stark feyn. T ‘Paris v. 5. Dee. Der König êmpfing in be- sonderer Audienz den Pair “von Frankreich Hr: Vi- comte de Chateaubriant und den Pair Grafen de Villemanzy. Der Herzog von Richelieu ist wieder ‘hier eingetroff}en und hat Me mit Sr. Maj. ge- arbeitet. Nach Londoner Nachrichten sollen daselbst im Laufe des verwichenen Monates 75 Banquerotte ausgebrochen seyn. Das leßte Gesundheit - Bülle- tin aus Barzellona meldet daß in Xeres vom 4. zum 7. Nov. 166 Personen neuerdings vom gelben Fieber ergriffen, 138 geheilt, 65 todt, 506 noch frank sind. Der Municipal „Rath zu “Rouen hat 3000 Fr. zur Ac- quisition der Domaine Chambord aufgebracht. Die Verhandlungen wegen der Unruhen in Mongte Jun. werden vor dem hiesigen Assisenhofe fortgeseßt. Es scheiut gewiß: zu seyn daß die feierliche Taufe des Herzogs von Bordeaux erst -nach dem allzu trauxi- gen Gedächtnis-Tage vom 13. Febr. statt haben wird. Der Moniteur meldet Folgcndes: Der Herr Vicomte de Chateaubriant ist “zum außerordentli- chen Gesandten ‘und bevollmächtigten Minister an deu Königlichen Preußischen Hof ernaunt. Er folgt dem Marquis Bonnay, welcher nach lau- ger und ehrenvoller Thätigkeit in seiner Laufbahn, dem Könige den Wunsch geäußert im Schooße ‘seiner Familie in Frankreich einiger Ruhe zu *gètnteßen. Der Leichnam der ‘heiligen Helena, Muttèr-Kon- stantins, des ersten Christlichen Kaisers, - welche aus Rom im Jahre 1448, zehn Jahrhunderte nah ih- rem Tode, nach Frankreich gebracht, der räuberischen Wuth der Revolution entrißen , ‘und in der Diöcese von Rheims aufbéwahrt worden, ist jet einer der Pariser Kirchen , -nämlih der zu ‘St. Leu inder Straße St. Denis, ‘übergeben worden. Die . Ritter des Héiligen Grabes, voll Verehrung für die Stifte- rin ihres Ordens zu Jerusalem, haben bei dieser Ge- legenheit, einer - feierlichen Meße in ‘der “gedachten Kirche beigewohrit, bei welcher außer ihnen eine große Zahl dér ausgezeichnetsten Personen zugegen war. Der ehemalige verantwortliche Heräusgeber der Renommee, Le Gracieúx, beschuldigt einer Cönträ- vention ‘gegen das Censur -Gejeb, ist von dem Tri- bunal der forreftionellen Polizei freigesprochen.

Da der ordentliche Sißungsaal der Pair- Kammer die Zahl aller Personen, die bei der Ver- urtheilung über die wegen der Verschwörung vom 19. August angeklagten Persouen zugègen seyn müßen nicht faßen fann, so is der große Saal im YJustiz- Pallaste genannt Pas-Perdus, dazu ausersehen.

Der General-Lieutenant Woronzow , erster Flü- gel-Adjutant Sr. Rußisch-Kaiserl. Maj. ist fet eint- en Tagen hier aùgelangt. Auch das Englische Par- amenrs-Mitglied Sir Robert Wilson, - befindet sich seit Kurzem hier. Der FJngenieur - Adjutant Monnier, deßen Strafe auf Verbannun ausgespro- chèn worden, is seit gle auf freien Füßen: drei Tage sind ihm zur l Sri der Residenz‘ úünd 6 Tage zur“ Entfernung äus Frankreich gestattet. Zu Marseille wollten 2 Brüder sich auf Pistdlen duelli- ren und der dritte Bruder sollte der Zuschauer die- ses grausam wilden Gefechtes seyn, als noch zeitig genug die Polizei. Behörde davon „Kenntnis erhielt Und die Streiténden trennte.

Strasbwrg.? - General-Lieutenant Hatrel is vor Kurzem hier- angekommen , um die neue Organi- sation der Jnfanterie unter den in der fünften Mi litair-Division befindlichen Truppen vorzunehmen.

Franfkfurt. 7. Dec. Der Baron von Plitters- dorf ist an die Stelle des Großherzl, Badischen Gesandten, Föhrn. v. Berkheim, als bevolkmächtig tet Minister am hohen teutschen Bundestage, gètty ten, deßen Sibungen heûúte wieder begonnen habeh,

anover. Es wird hier jeßt an einem Plan zur Aufhebung aller Zoll-Stäten im Inneren des Ki: nigreiches und an Einführung eines Gränz-Zoll-Systems

gearbeitet. i Troppau. Se. Maj. der Kaiser Alexande

haben in Beziehung auf den zu St. Petersburg bi

‘den Semenowschen Leib-Garde-Regiment skatt gehah

ten Vorfall, unterm F Nov. folgenden merkwür digen Tags-- Befehl an die Armee erlaßen. ¡J méinem und der ganzen Armee Leidwesen benachrih tige ich. dieselbe von dem s{hmählichen Ereigniße, welches sich am 1. Oft. im Semenowschen Leib-Gar de-Regimente zugetragen ‘hat. “Mit Vêrleugnung ih: rer: Eides-Pflicht und des Gehorsams gegen ihre Vor

es gewagt, : versammeln, um gegen ihren Regiments - s deur Klage zu führen; und als sie für diesen Unge

gen Kompagnien den schuldigen Gehorsam verweigert, Das Rußltsche Heer hat sich nicht nur- auf dem Felde

auch seit der

des und des unbedingten Gehorsams gegen jein?

Oberen. Auf diesem Gehorsam ist einzig und allein"

die militairische Ordnung gegründet, ohne welche das Heer seiner ganzen Würde verlustig geht. Es demselben bekannt, getroffen sind, um die gerechten Klagen "gekränktek Untergebeven vor ihre Oberen gelangen zu laßen. Zu diesem Endzwecke sind die von: den Chefs der Bri gaden, Divisionen und Armee - Korps «abzuhalténdeh Jnspektions-Revüen angeordnet, von ‘denen jährlich vier statt haben und bei welchèn das ‘Gesél einen Jeden sogar gebietet, seine Beschwerden ‘offen vor- zutragen. Die Regimeriter welche dies ausgezeichnet Heer bildén , werdén die Nächricht von dem im St- menowschen Garde-Regimente vorgefallenem Ereigniße mit :gerechtem Unwillen empfangèn. Sie werden -ein- sehen, daß-Diejenigen, aus welchen dasselbe jebt be- steht , ? sich des längeren -Verbleibens darin und der Ehre unwürdig gemacht haben, die Uniform eines Re- gimentes zu tragen, das von Peter dem Großèn selbst gestiftet, das unschäßbare Vorrecht genoß, ihn auf seinen denfwürdigëu Feldzügen zu begleiten und das sich gleichfalls in ‘detn unvergeßlichen Kriege der leb- ten Zeit und vorzüglich bei Kulm mit Ruhrn bedeckt hatte. den.

der tapfern Krieger gnug, die würdig sind, eine Stelle im Semenowschen Garde-Regiment einzuneh- men. Die Heiligkeit der Gesebe, die Ehre des Rußl schen Heeres erheischen, daß der gegenwärtige Be stand. des Regimentes, der sih eines so strafbaren und eigenmächtigen Betragens schuldig gemacht hat, aufgelöst werde. Mit unerschütterliher Entschloßen heit, aber mit herzliher Betrübnis- und ‘ohne von dem Gefühle persönlicher Zuneigung für meine Waf fen-Gefährten mich/ zurücfhaltèn zu laßen, befehle id daher, in- Erfüllung der ‘auf mir ruhenden unerläßli chen- Pflicht, daß alle Unter - Offiziere: und Gemeine dex Semenowschen Garde, unter die verschiedene! Regimenter der Armeee S werden sollen, dw mit sié voll- Reue über ihr Verbrechen danach tra ten mögen, dasselbe in Zukunft dur ihren Eifer für den Dierist wieder gut zu machen. Die Strafbarsten unter ihnen, die den Uebrigen das. verderbliche Bel

R im Monat Oktober fiel in den ¿ É L: M ns E daß alle -gese6lichen MaasregelF f (8 10Er 4 y P | 25 Jahren ist dies- die erste Erscheinung der Art; deri

| men. | der Friede nicht gestört werden werde ; ver Dies Andenken darf daher nicht befleckt wer | nachläßigt man ungeachtet dieser Hossnungen, “die el Ar iee L E age ah 4 hier fúurzlich mehre Flug-Schriften über die Veränderun- | gen erschienen, diein der Konstitution der Kortes àanzu-

viel gaben, sind bereits dem Kriegs-Gerichte Übergez. | P « s, / ch

-

hen, .um ihre verdiéite Strafe nach der ganzen Stren- ge. der Géseße zu empfangen. Die Stabs -; und

} Hber-Offiziere dieses Regimentes, die an seinem Un- | gehorsam keinesweges Theil nahmen, und eifrig, aber umsonst versuchten, die gestörte Ruhe wieder herzu-

eise,

stellen, bewiesen dadurch- daß sie die gehörige

| den Soldaten zu behandeln und sich von ihm Gehor- Ï sam zu verschaffen, niht verstavden haben. | Ich jedoch ‘jenes Bestreben berücksichtige, befehle Jch,

Indem

t

| fie mit Beibehaltung der den Garde-Offizierèn zuste- | henden Vorrechte zu den Linien-Regimentern ¿u ver- Ï seben. i ndeur Ï Schwark. wird vor ein Kriegs-Gericht gestellt, weil I erx nicht verstanden hat, durch sein Betragèn das Re-

Der Kommandeur des Regimentes, Oberst

iment in dem schuldigen Gehorsam zu erhalten.

) Zur unverzügliche) Ergänzung des Semenowschen | Leib-Garde-Regimentes werden in einem besonderen h Beschle Grenadier-Kompagnien bezeichnet werden.

Troppau, den 2, November 1820.

¿ j (gez.) Alexander. Triest. zo0. Nov. Der Minister Graf Haug-

geseßten, hat eine der Kompagnien diejes Regimentes k: “f Le R einige Zelt auf, und lt Jebt du sich eigenmächtig am späten Abeud zu ff e NUIN, ARSKTLNe Komman : Universität vom Reg. Prásidenten Grafen Strasoldo säm unter Aufsicht geseßt ward, haben auch die übri O E Le deeliches H Kabinetten versehen werden soll, ist bereits der Grund der Ehre unsterblichen Ruhm erworben , sondern wat |* gelegt, ersten Zeit seinèr Bildung“ stets ein Muster der Treue, der Erfüllung seines heiligen E

Pavia. 22. Nov. Gestern ward die hiesige Zum neuen Universitäts-Gebäude,

dr-Sälen und Kunst-

Florenz. 29. Nov. Der Fürst Reuß: Schleiz- Köstrik Heiurich LRRIV., welcher bisher in Heidelberg studirt hat, ist hier eingetroffen, und wird warschein- lih den Winter über hier verweilen.

* Turin. Drei Tage vor dem Voll - Monde Ebenen Pie- beinahe 2 Deciméêtres

erste Schnee ' : wenigen Tagen. Seit

zershmolz abèr in gewöhnlich schneit es in hiesiger Gegend erst gegeti

Weihnachten. i : j Seit einiger Zeit liest man 1 „êinem hiesigen Lese-Kabinet unter andern auch ein teutsches fehr gut geschriebenes Blatt, Unter dem Titel „Allg e- meine Zeitung mit allerhôchsten Privile- gien‘. Da nun nicht Jedermann weiß, daß diese Zeitung zu Augsburg erscheint, so wünscht man den Namen der Stadt wo sie gedrucit wird, hinzugeseßt zu lesen, da dies doch ein Erfodernis aller Zeitun? en ist. i : (i i y Neapel. Die Entwasnuhg der Stadt Palermò verschafft uns große Vorräthe an Waffen üund Muni- tion; bereits sind 150 metallene Kanonen und 15,000 Flinten, außer einer großen Méngè Pulver angekom- Die Meinung geht üoch imméêr dahin, dâß indeßen ver-

Vibereitungèn zur Vertheidigung nicht ganz. Es sind

ringen wären, um sie den Bedúrfnißen des Neapo-

| litanischen Volkes und der Ruhe Jtaliens angemeße?

ner zu machen. Jun einer dieser Schriften werden folgende Z Modifikationen vorgèschlagen : 1, die Ein- führung von 2 Kammern, wövon die eite deu hohen Adél in sich \chldße ; 2. die Einführung des Königl. Veto’'s, nah dem Beispiele von, England und Frank- reich ; 5. die Beibehaltung der Majorate.

Es wäre zu wünschen, daß das Párlament alle Reformen, Projekte und unzeitige Motionen auf die Seite sebte, und sich blos mit den Gegenständen der innerèn und äußeren Sicherheit beschäftigte. Beson- ders wäre es dem Publifum sehr willkommen , went es ûber die Verhältniße mit deni Auslande in Kennt- nis geseßt würde; denn seit dem Berichte, den der Minister der Auswärtigen Angelegenheiteu vor einem

Monate erstattete, hat man nichts mehr hierüber ge- |

hStt, weil-Alles- in geheimen Sibungen“ vorgetragen wurde. Diese unaufhdrlichen geheimen Sikungen aber scheinen auf die öffentliche Stimmung nicht den'besten Einfluß zu haben. -- Der Herzog von Kalabrien hat befolen, daß für jede Militair - Division ein Feld- Marschal, Brigadier oder Oberst bestimmt“ ‘wérde;/ der sich ausschließlich mit der Organisirung der Land: Wehr und der Legionairs beschäftige, in solcher Eigen- schaft aber den Nanien ‘eines Unter-Jnspektors führe. ‘Am 19.. Nov. ward der Namens-Tag der Donna Fsabella, Gemahlin des Prinzen Reichs-Verwesers, durch Gala bei Hofe, Artillerie-Salven 2c. feierlich begangen. Als der König und die Königl. Familie abends in dem reichbeleuchteten Theatér von Sai Carlo erschienen, wurden Sie mit den lautesten Bee weisen von Enthufiasmus empfangen. Fn den seither insurgirt gewesenen Bezirken Siziliens ist man nun mit den Wahlen für das Parlament béschäftigt. Catanisetta hat die Herrn Cunirella und Tummi- rellò zu Deputirten, und Arecurio zum Süppleanten gewählt. Der bekannte Baron Alliotti, welcher noch Terranova im Jusurrektions-Stande zu erhalten trachz tete, ist mit 15 seiner Anhänger gefangen worden. —" Der König hat, dem Vernehmen nach, ‘dem General Florestan Pepe, zu Belohnung seiner Verdienste, den St. Ferdinands-Orden ertheilt. Seit Anfang des Monates hat sich in unsern auswärtigen Verhältnißett Nichts geändert; noch hat feine der größeren Mächte unsre politischen Veränderungen anerfannt und wir haben wenig Hoffnung, daß es geschehen dürfte. Jn- dèßen verbreitet sich, -seit der am 17. d. erfolgten Rúkfehr eines Kouriers aus London und Paris ‘die Nachricht , daß der Fürst Cariati angefangen habe, mit dem Herzog von Richelieu Konserenzen zu halz ten. ach Privat-Briefen von Florènz warten dort einige Hundert Englische Familien auf günstige Nachrichten um sich zum Winter-Aufenthalte hieher zu begebeñ. | : i * Das Ministerium hat versprochen ; unsere Verhältniße mit dem Auslande, in Kurzem dem Pus blifum und Parlamente bekannt zu machen. Bis dahin wird die Ungeduld, und die Begierde nach roßen Tages - Neuigkeiten immer lebendiger. Die Bosheit und gänzliche Unbekanntschaft mit dem Gangéder politischen Angelegenheiten sind hier die un? erschöpflichen Quellen der ungereimtesten Mährchen. Aus einer dieser unreinen Quellen entsprang das in der Hauptstadt und einigen Provinzen \chnell verbreitete Gerücht ,- es sey Fürst Lichtenstein nebst mehren Oesterreichschen Generalen, als - Ueberbrin- ger- der leßte Beschlüße der zu Troppau verfam- melten hohen Monarchen angekommen. Dieses eben so boshafte als ungereitnte Gerücht ist das Werk De- rer, wêlchè- die dffentliche Ruhe gestört wißen wollen. Um jedes Misverständnis zu heben, ist in dffentli- hen Blättern die amtliche Erklärung erschienen , daß weder Fürst Lichtenstein, noch irgend ein anderer Oest- reihscher General. hier angefommen, und ‘daß wir auch nicht dié: mindesté Ursache haben, an’ den fried- fèrtigen Gesinnungen. - der versammelt gewejenen Monarchen - zu zweifeln. Der Sekretair Natale wollte ‘einen, ihm von - Palermo eingesandten anony- men Brief im Parlamente vortragen;z allein man meinte, daß Derjenige, welcher nicht den Muth habe sich ofen dem Parlamente zu zeigen, nicht verdiene, gehört zu werden. Da indeßen der. Referent ente gegnete, daß dieser Grundsaß’ nicht für alle Fälle an- wendbar sey, und daß hier wahrscheinlich Furcht vor der Macht des angeklagten Gegners, den Briessteller veranlaßt haben mdôge, die Beschwerde ohne seinen Namen dem Parlamente vorzulegen, so ward dem Sekretair der Vortrag endlich gestattet, Die Ein- gabe betraf die vom Civil - Kommißair Maßone, und von der provisorischen Junta zu Palermo eigenmäch- tig ausgeschriebene und mit militairischer Gewalt eine getriebene Nequisition. Das Parlament * beschloß die schleunigste und strengste Untersuchung. Die