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Nr. 23 beschränkt seine Thätigkeit wieder auf die Strecke Straß- burg-Avricourt. i
Die Kaiserliche Ober-Postdirektion für die Okku- pations8-Armee wird am 1, Dezember von Rheims nah Nancy verlegt.
— Graf Litta, Gesandtschafts-Sekretär, und Marquis Torrigiani, Gesandtschafts-Attaché, sind aus Jtalien hier Ren und in die hicsige italienishe Gesandtschaft ein- getreten.
Danzig, 15. November. Rer Dw) Der Tran®Lport- dampfer »yRhein« wird am 27. d, von hier nach Kiel in See gehen , um Holz und Geschüße vom hiesigen Depot nach dort überzuführen. Für den AUerhöchst befohlenen Neubau der Korvetten »Freya« und »Thusneldae«e sind hier be- deutende Holzlieferungen in Galizien und Hannover abges{lossen worden, und werden die Vorbereitungen zum Legen der Stapel bereits getroffen. | i Kiel, 15. November. (Kieler Korr.) Das Transport- {if} »Adele« ist von Stralsund hierher zurückgekehrt und wird demnächst durch den Kanal nah Wilhelmshaven gehen. Rendsburg, 15. November. Gestern is hier die außer- ordentliche Synode für die Provinz Schles8wig-Hol- stein, die erste seit 1737, durch den als Regierungskommissa- rius fungirenden Konsistorial-Rath Mommsen eröffnet worden. Jum Vorfißenden wurde der General-Superintendent Dr. Godt ewählt, zu ersten und zweiten Beisißenden der Graf Ranßau- Rastorff und der Kaufmann Reincke. Die Eröffnungs®srede des Regierungskommissarius wies darauf hin, daß bei Einführung der Synodal- Ordnung es sich niht darum handele, der Kirche neue Grundlagen, sondern nur, ihr neue Organe zu geben, wie dies bereits durch Einführung einer Kirchenvorstands8- und Synodal-Ordnung in den Königreichen Bayern, Sachsen und Württemberg, so wie in der Provinz Hannover geschehen sei.
Bayern. München, 13. November. Jur Unter- stüßung von Angehörigen—-der Reserve und Lan d- wehr sind nunmehr die durch Reicb8geseß bestimmten Mittel zur Vertheilung in den einzelnen Kreisen festgeseßt worden. Die für die leßteren bewilligten Summen bewegen si in der Höbe von 80,000 bis 120,000 fl. Mehrere tausend Gulden werden als Reserve bereit gehalten.
— 14, November. Aus dem Staats-Ministerium des Jn- nern ist an die Kreidregierungen die Verfügung ergangen: die Landrath8ausschüsse nah Beendigung der gegenwärtigen Berathungs8periode der Landräthe einzuberufen, um Über die Vertheilung der jedem einzelnen Regierungsbezirk in Folge des Reichs8gesc§es vom 22. Juni d. J., »Gewährung von Beihülfen an Angehörige der Reserve und Landwehr betreffend«, Überwie- fenen Summe Gutachten abzugeben , die betreffenden Gesuche zu prüfen, sich über die Abweisung und Genehmigung derselben zu entscheiden, und im lehteren Falle die zu bewilligende Summe festzuseßen. Als Grundlagen für diese Thätigkeit der Landraths8au®Lschüsse haben die Bestimmungen des angeführten Reich8geseßes, sowie das von den Verwaltungs8bebörden gelie- ferte Material zu gelten.
Bayreuth, 13, November. In der 7. Sihung des Landraths von Oberfranken am 11. d. M. wurde ein Ministerialreskript bekannt gegeben, wonach der Landrath®- Ausschuß zum Vollzuge des Reich8geseßes vom 22. Juni 1871, die Gewährung von Beihülfen an Angehörige der Reserve und Landwehr betreffend, nah dem Sessionsschlusse noch dahier zu verbleiben hat, um ein Gutachten Über die Vertheilung der für den oberfränkishen Kreis als Marximalbetrag festgeseßten Summe von 100,485 Fl. bei 3361 vorliegenden, von den König- lichen Distriltsverwaltungs - Behörden instruirten Gesuchen ab- zugeben. Die 25 Kreisfonds- und Kreisanstalts-Rechnungen er- gaben eine befriedigende Vermögen8mehrung. Die Kreis- Ein- nahmen entziffern den Betrag von 278,322 Fl. 52 Kr., um 2489 Fl. 43 Kr. weniger, als das Regierungspostulat mit 280,812 Fl. 35 Kr. feststellte; hiermit gleichen sich die Kreis- Ausgaben ab. Die Kreis8umlage berechnet sih auf 173,123 Fl. 34 Kr. Eine Berechnung des Prozentmaßes , in welchem die Kreibumlage zu erheben ist, läßt sih übrigens nicht cher er- möglichen, als bis die Steuerprinzipalsumme ermittelt ist, was erst nach Berathung des Budgets des Königreichs durch den Landtag möglih werden wird. So viel ist jedoch als ficher anzunchmen, daß die Umlage die vorjährige nicht überschreiten, vielmehr etwas niedriger sich gestalten wird.
Sachsen. Dresden , 15. November. Das »Dresdener Journal « enthält folgende Mittheilung: »Wenn der »Indepen- dance belge«, »angeblich aus bester Quelle«, mitgetheilt worden ist: »die sächsische Regierung habe bei Herrn Thiers den Wunsch kundgegeben, die französische Gesandtschaft in Dresden nicht ab- geschafft zu sehen«, so haben wir — und zwar ebenfalls aus
sehr guter Quelle — erfahren, daß diese Nachricht unbe- gründet ist, « |
Baden. Karlsruhe, 15. November. Der badische Landtag ist auf den 20, November einberufen. Robert von Sn ist wieder zum Präsidenten der Ersten Kammer ernannt worden.
Elsaß - Lothringen. Straßburg, 14. November. Die »Straßb." Big schreibk: »Wie wir vernehmen , befinden sich diejenigen Elsäßer , wclcyze als Einsteher (remplaçgants) im französischen Heere dienten, und dort ihre Dienstzeit noch nicht vollendet haben , in der irrigen Meinung , daß es, um die An- werbungs- und Stellvertretung8prämie zu erhalten, nöthig sei nah Frankreich zurückzukehren und die Übrigen Dienstjahre in der französishen Armee abzudienen. Wir machen darauf auf- merksam, daß die französishe Regierung sih im definitiven Friedensvertrag unter Anderem auch dazu verpslichtet hat, den Betrag der Anwerbungs- und Stellvertretungsprämien herauszuzahlen, welche den aus den abgetretenen Territorien gebürtigen Soldaten und Seeleuten gehören, die sih für die deutsche Nationalität entschieden haben. — Es wird hiernach derjenige Einsteher, welcher sih für die deutsche Nationalität entschieden hat oder noch entscheidet, seine Prämie erhalten, gleichviel, welche Zeit er abgedient hat. Die französische Regie- rung hat auch neuerdings erklärt, dieser ihrer Verpflichtung nachkommen zu wollen; und es wird nur noch einer Prüfung der einzelnen Meldungen bedürfen, um die einzelnen Beträge zur Auszahlung anweisen zu können.«
Defsterreic - Ungarn. Wien, 15. November. Das seinemJnhalte nach bereits bekannte KaiserliheHandschreiben an den Grafen Andrassy hat folgenden Wortlaut:
Lieber Graf Andrassy! Jch ernenne Sie zum Minister Meines Hauses, sowie zum Minisier für die auswärtigen Angelegenheiten und betraue Sie gleichzeitig mit dem Vorsiße im gemeinsamen Minister-Rathe.
Wien, 14. November 1871. ; öranz Joseph m. p.
; Greiherr v. Kuhn m. p.
— 16. November. Wie der »Wanderer« wissen will, wäre die Ausschreibung direkter Reich8rath8wahlen in Böhmen als beschlossen anzusehen. — Graf Andrassy stattete dem Groß- fürsten Michael einen Besuch ab.
Schweiz. Bern, 13. November. Der Nationalrath bes{loß in seiner heutigen Sißung, die Berathung der Revi- sion der Bundesverfassung fortseßend, unveränderte Bei- behaltung von »Art. 21: Dem Bunde steht das Recht zu, [sim Interesse der Eidgenossenschaft oder eincs großen Theiles der- selben, auf Kosten der Eidgenossenschaft öffentliche Werke zu er- richten oder die Errichiung derselben zu unterstüßen. Qu diesem Zwecke ist er auch befugt, gegen volle Entschädigung das Recht der Expropriation geltend zu machen- Die näheren Bestim- mungen hierüber bleiben der Bundesßgeseßgebung vorbehalten. Die Bundesversammlung kann die Errichtung öffentlicher Werke untersagen , welche die militärischen Jnteressen der Eidgenossen- schaft verlegen«. Des Ferneren nach den Anträgen der Kommission die Annahme folgender Artikel: » Art. 22. Der Bund hat das Necht der Oberaufsicht Über die Wasserbau- und Forst- polizei im Hochgebirge. Er wird die Korrektion und Verbauung der Wildwasser und die Aufforstung ihrer Quellengebiete unter- stüßen und die nöthigen s{üßenden Bestimmungen zur Erhal- tung dieser Werke und der shon vorhandenen Waldungen auf- stellen. Art, 23. Die Geseÿgebung über den Bau und Betrieb der Eisenbahnen ist Bundessache. Art. 24. Der Bund ist be- fugt, eine Universität , eine polytehnishe Schule und andere höhere Unterrichtsanstalten zu errichten«. Und endlih unver- änderte Beibehaltung von »Art. 25, Das Jollwesen ist Sache des Bundes.« Art. 26 ging nochmals an die Kommission zurü. — Der Ständerath begann heute die Berathung des neuen Eisenbahngeseßes. Aus seinen am Sonnabend beendigten Verhandlungen über das Budget 1872 ist nachzutragen, daß er den vom Bundesrath verlangten Kredit von 5,014,518 Fr. für Metallbeschaffung zur Goldmünz- prägung gesirichen, dagegen aber den KommissionLantrag an- genommen hat: »Der Bundesrath wird eingeladen, dafür Sorge zu tragen, daß die eidgenössishe Münzstätte Behufs Prägung von Goldmünzen den Privaten zur Verfügung ge- stellt werde, und zwar unter Bedingungen, welche den von den französischen und belgishen Münzstätten gestellten annähernd gleihkommen und so die Benußung des s{hweizerischen Jnstituts ermöglichen. Das eidgenössische Finanz-Departement soll Prä- gungen schweizerischer Goldmünzen für Rehnung des Bundes erst dann vornehmen, wenn es ohne erheblichen oder mit gar keinem Verlust geschehen kann oder ein nationales Bedürfniß dafür nachgewiesen ist. «
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— 14. November. Der Nationalrath seßte in seiner heutigen Sißung die Berathung über Art. 27 der Revisions8anträge seiner Kommission (Art. 26 der bisheri- gen Bundes8verfassung) fort. Der Kommission8antrag wurde mit 67 gegen 31 Stimmen angenommen , welche lehteren die Beibehaltung des alten Artikels verlangten ; sonach lautet nun- mehr der Artikel: »Der Ertrag der Jölle fällt in die Bundes- kasse. Die Kantone Uri, Graubünden , Tessin und Wallis er- halten jedoch , mit Rücksicht auf den ihnen obliegenden Unter- halt internationaler Alpenstraßen, cine Zollentshädigung, deren Umfang durch ein Bundesgeseß festgestellt wird«.
Im Ständerath wurde das vom. Nationalrath schon“ ‘in leßter Session behandelte Viehseuchengeseß durhberathen und
in Folge dessen fand eine Zurückweisung der Art. 16—20 und 95—27 an die Kommission statt, während der sonstige Jnhalt mit wenigen Aenderungen angenommen wurde.
Belgien. Brüssel, 15. November. Die Repräsen- tantenkammer wählte in ihrer heutigen Sißung Thibaut zum Präsidenten, Tack und Schollaert zu Vizepräsidenten.
Großbritannien und Jrland. London, 14. No- vember. Der »Times8« wird unterm gestrigen Datum aus Kalkutta telegraphirt, daß der Vizekönig von Jndien am 6. November auf seiner Rundreise in Palumpore Fair eingetroffen ist. Tags darauf hielt er einen Durbar der Berg- häuptlinge ab. Am 12. d: traf er jn Dhurmsallah ein, am 16. wird er mit dem Maharajah von Kaschmir in Madhapore zusammentreffen und am 18. einen Durxbar in Lahore abhal- ten. In Sonepore wird er von Sir Jung Bahadore erwartet, und gegen den 26. November wird er voraussichtlich in Kal- kutta wieder anlangen.
Franfkrei{ß. Paris, 14, November. Man versichert, {reibt das »Journal de Paris«, daß das Gerücht von einem Plebiscit die noch in den Departementen befindlichen Depu- tirten lebhaft berührt hat und daß die Mitglieder der perma- nenten Kommission zahlreiche diesen Gegenstand betreffende Briefe von ihren Kollegen erhalten. i
— Der Direktor der Gewehrfabrik in Saint-Etienne hatte in diesen Tagen eine Audienz bei dem Präsidenten Thiers, in welcher er ein Modell des verbesserten Chassepot vorlegte. E Modell nähert sich, laut dem »Siècle«, schr dem Werder-
ewehre.
y — Die »Esperance« meldet, daß an der Forstschule in Nancy ein Lehrstubl für die deutsche und englische Sprache er- richtet wurde. | :
— 15. November. Eine gesiern veröffentlichte Bekannt- machung des Vikars der Madelainekirche hatte angezeigt , daß die anläßlich des Eugenientages für heute beabsichtigte Messe nicht gelesen werde. Troßdem fanden sich heute mehrere Hun- dert Personen, darunter einige bonapartistische Notabilitäten, in der Kirche ein. Mehrere der Anwesenden unterzeichneten eine Adresse an die Kaiserin Eugenie, in welcher sie derselben anzeigen, daß fie für die Kaiserlihe Familie gebetet hätten. Es hat Teinerlei Unordnung stattgefunden. :
— 16. November. Jn einem an Jules Janin gerichteten Schreiben spricht der Präsident Thiers die Hoffnung aus, die demnächst zusammentretende Nationalversammlung werde die Verlegung des Sitzes der Regierung nach Paris herbeiführen. Durch Dekret der Regierung werden die Beschlüsse des Arron- dissementsrathes von Besançgon für ungültig erklärt. — Die »Societó gónóérale« macht bekannt, daß fle vom 18. November ab Noten zu 5, 2 und 1 Fres. au®Lgeben werde.
Spanien. Madrid, 11. November. Ueber die Cor- tessigung am 10. d. M., über welche bereits kurz telegraphisch berichtet ist, meldet die »Epoca«: Nach Diskussionen, die einen Monat lang gedauert haben, hat der Kongreß gesicrn mit 192 gegen 38 Stimmen die von Saavetra vorgeschlagene Erklärung angenommen: Die Internationale ist eine Gefahr für die Gesellschaft, weil sie die individuelle Freiheit bedroht, Gott, die Familie, das Eigenthum und den Staat angreift. Die Minister werden aufgefordert , sich diesem neuen Einbruch der Barbarei mit allen geseßlichen Mitteln zu widerseßen.
talien. Rom, 13. November. Dem »Fanfulla« zufolge wird der König bis zum Vorabende von Weihnachten in Rom verweilen.
— ‘156. November. (W. T. D) Dk Prinzen Margarethe wird heute, der Prinz Humbert, der sich zum Könige nah Florenz begeben hatte, am 18. d. hier er- wartet. — Graf Harcourt empfängt heute den Besuch der am päpstlichen Hofe beglaubigten Gesandten. — Der Papst hat, wie die »IÎtalic« berichtet, das für heute bestimmte Konsistorium auf den 25. November vertagt, weil noch nicht alle zu präkonisirenden Bischöfe auf die päpstlichen An- erbietungen geantwortet haben.
Florenz, 12. November. Der Kaiserlich deutsche Gesandte am hiesigen Hofe Graf Brassier de St. Simon ist auf seinen Posten zurückgekehrt.
Griechenland. Athen, 15. November. (W. T. B.) Dem Wunsche des neuen Ministeriums gemäß ist die Kammer durch Königliches Dekret auf 30 Tage vertagt worden.
Schweden und Norwegen. Stockholm, 11. Novem- ber. Der König hat dem früheren norwegishen Staats- Minister hierselbst, Due, welcher darauf längere Zeit schwedisch- norwegischer Gesandter in Wien gewesen ist, das Gesuch um Abschied bewilligt und ihm dabei seine besondere Zufriedenheit mit dem bewiesenen Eiser und mit dem in jeder Hinsicht lobens- werthen Verhalten in der Führung seiner Aemter bezeugt.
Aus dem Wolff’shen Telegraphen-Büreau. „
_ Wien, Donnerstag, 16. November. Jn nächster Zeit
wird hier eine Versammlung sämmtlicher galizischer Mitglieder des Reichs8rathes zusammentreten.
Prag, Donnerstag, 16. November. Gutem Vernehmen nach ist die Ausschreibung direkter Wahlen zum Reichsbrathe durch ein noch von dem provisorischen Minister-Präsidenten v, Holzgethan kontrasignirtes Patent angeordnet.
— Das »Centralvlatt für die gesammte Unterrichts- Verwaltung in Preußen« hat folgenden Jnhalt: Termine für die Reception in die Allgemeine Wittwen-Verpflegungs8anstalt. — Zah- lung der Zeugengebühren in Disziplinar - Untersuchungssachen. — Ressortverhältnisse bei Zuarlickstelung der Theologen vom Militärdienst. — Protektorat bei den Museen in Berlin. — Refktoratswechsel bei der Universität zu Berlin. — Besuch österreiisher Universitäten durch Studirende aus Preußen. — Preisaufgabe der Rubenow-Stiftung. — Programm der Hochschule für Musik. — Konkurrenz-Aus schreiben für das Goethe-Denkmal in Berlin. — Anordnungen über Ablegung der Abiturienten-Prüfung. — Deutsche Orthographie in den höheren Un- terrichtsanftalten. — Empfehlung eines geographischen und geschicht- lihen Lesebuches. — Statistik der höheren Unterrichtsanstalten. — Be- fanntmachungen wegen Berechtigungen höherer Unterrichts8anstalten zur Ausfitellung von Zeugnissen. — Empfehlung der Nieterschen Un- terrihtstafein. — Das evangelishe Schullehrer-Seminar zu Colmar. — Instruktion für die Ertheilung des Unterrichts im Deutschen in den Schulen Nord-Schleswigs. — Schulpfliht der in Fabriken be- \chäftigten Kinder. — Aufsicht über Privatshulen in Städten. — Schulatlas von Kiepert. — Beginn der Zahlung der Gemeindebeiträge zu den Lehbrer-Wittwenkassen. — Anlegung von Schulbrunnen. — Aus\ch{luß interimistischer Entscheidung in Bausachen 2c. — Bauart der Schulhäuser und Hergabe des Baußolzes in der Provinz Preußen. — Erhebung von Kirchen- und Schulgemeinde-Lasten. — Nekrolog des Unter-Staatssekretärs, Wirklichen Geheimen Ober-Regierungs-Raths Dr. Lehnert. — Personalchronifk.
Kunst und TWifsenschaft.
Berlin. Der Vorstand des in Bamberg am 25. August d. J. neugegründeten deutshen Anwaltvereins hat auf den 28. De- zember d. J. und die folgenden Tage einen Anwaltstag nah Berlin berufen. Die Versammlung findet im Englischen Hause (Mohrensir. 49) statt Gegenstand der Berathung is der im preußi- schen L aan ausgearbeitete Entwurf einer deutschen Civil- Prozeßordnung, welcher jeßt der Prüfung der vom Reichskanzler be- rufenen Kommission unterliegt. Der Vorstand hat dafür Sorge ge- tragen, die Verhandlungen derart vorzubereiten, daß eine erschöpfende Debatte möglich wird. Ueber die wictigsten Theile des Entwurfs, z. B. das Verfahren erster Jnstanz, die Rechtsmittel , die Qwwangês- vollstreckung, werden Vereinsmitglieder aus den verschiedenen Rechts- gebieten Deutschlants Berichte erstatten, welche gedruckt und den Be- rathungen zu Grunde gelegt werden. Berichterstatter sind die Rechisanwalte Laus, Stämmler von hier, Hänle aus Ansbach, Sieger aus Cóln, von Mittelstädt aus Neuwied, Scheele aus Dresden, Fürst aus Mannheim, Dr. Reuling und Hor aus Leipzig, Nolte. meier aus Hannover. s j
— Im Verlage von Z. F. Voigt in Weimar ist jebt die zweite Lieferung des zweiten Vandes der von Prof. Oertel nach den neuesten Friedensbestimmungen neu bearbeiteten 18. Auflage von J. G. Fr. Cannabischs Lehrbuch der Geographie erschienen ; dieselbe behandelt außereuropäische Länder und zwar namentlich die asiatishe Türkei, Arabien, Kaukasien, Sibirien, Turkestan, China und die japanische Gruppe.
Verkehrs - Anstalten. i Die Eisenbahn zwishen Flatow und Koniß in West- preußen is am 15 November eröffnet und zugleih zu Posttranspor- ten unter Begleitung von Poßcondücteuren benußt worden, welche dem Postarate in Schneidemühl zugewiesen sind. i
Kopenhagen, 6. November. Die Norddeutsche Bank in Ham- burg und die Diskonto-Gesellschaft in Berlin haben die Vorkonzession zum Bau einer Eisenbahn von Hamburg über Segeberg und Fehmarn mit Ueberbrückung des Fehmarner Sundes zum Anschluß an die seeländishen Bahnen über Laaland und Falster er- halten. Es wude bereits mit der Untersuchung des Terrains begon- nen, und sind die nothwendigen Verhandlungen mit dem hamburgi- hen Senat und der oldenburgischen Regierung eingeleitet.