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demishen Trinkwasseruntersuun für Aerzte und Medizi
zinal- Fame. — 20) Ueber den Steintod ub dessen Behand- ing. — 21) Schultishmaße. — 22) System der Todes- | a
Kuust, Wissenschaft unv Literatur.
ahn. Gotha, Friedr. Andr. Perthes, 1883. Preis 11 46 — Von der e W. v. Picsrbeect angeregten und in Gemeinschaft mit ihm von einer Anzahl kundiger Facgenofsen gleichzeitig in Angriff genom- menen Deutschen Geschichte, welche in 8 Bänden die Ergebnisse der langjährigen, vielseitigen Erforshung aller einzelnen Perioden der vaterländischen Geschichte wissenschaftlich zubereitet, in ein auch dem ien anscaulies Gesammtbild vereinigen soll, ist soeben die erste Abiheilung erschienen und zwar die „Geschichte der deutschen Urzeit bis auf Karl den Großen* von Felix Dahn, der bereits durch zahl- reiche und gediegene, größere und kleinere Arbeiten seine innige Ver- trauthcit mit diesem Stoffe bewährt hat. Die vorliegende erste Hâlfte des Bandes reiht in Erzählung und Zustandsschilderung bis auf den Untergang des weströmishen Kaiserthums herab, an die Schwelle der fränkishen Reihsgründung. Hier nun kam es ohne Frage vornehm- li auf die Universalität der Behandlung an. Den wenigen, an \ih cnsörmigen, überdies mangelhaft überlieserten äußeren Begebenheiten Fteht in vielgestaltigem Reichthum und sinnvoller Tiefe das innere ben unseres nationalen Alterthums gegenüber, wie es sch in Recht und Virthschaft, Sprache und Dichtung, Glauben und Sitte an den Lag gelegt, Nur wer, wie Dahn, auf allen Gebieten germanistisher Forshung und Gelehrsamkeit vollkommen zu Hause ist, wird der Darstellung eines so mannigfaltigen Gegenstandes gewachsen sein. Was jedo den Verfasser besonders auszeicnet, ist die geiste8verwandte Nachempfin- dung des einheitlichen Zusammenhangs aller jener Richtungen und Aeußerungen des altgermanischen Wesens, das er eben deshalb in seinen Vtht- und Scattenseiten gleih kräftig zu zeidnen weiß. Wenn dabei im Vermuthen, Erabnen und Ausdeuten natürli auch die Phantasie, die dem Historiker freilih überall unentbehrlich ist, zu Worte kommt, so wird do anderseits au dem Leser durch einen umfassenden Apparat von literarischen Nahweisen und Noten die Möglichkeit an die Hand ge1eben, sit von dem Maße des Gewissen und des Zweifelhasten, des Beglaubigten oder Bestriitenen eine selbst- ftändige Ansicht zu verschaffen. s Deutsche GeschiGte. VI. Band (1. Hälfte) von Alfred Dove. Gotha, Friedr. Andr. Perthes, 1883, Preis 7 s — Der Band, von welchem hier die erste Abtheilung vorliegt, reiht ih einerseits ebenfalls der Giesebrehtshen Sammlung ein, bildet jedo auf der anderen Seite — ebenso wie die übrigen Theile des näm- lichen wissenschaftlich: populären Werkes — ein selbständiges Buch für Fi. Der Dualismus, welcer seit 1740 die politis%e Entwickelung Deutschlands länger als ein Jahrhundert vorzugsweise charakterisirte, spiegelte sich erklärlicherweise in der Geshicbtsforschnng und -s{reibung mebr oder weniger deutlih wieder. Der Verfasser will in diesem Werke einen ganz objektioen Standpunkt einnehmen, der dem An- denken einer Maria Theresia ebenfo gerecht wird, wie dem Friedrichs des Großen, der
h überhaupt den ganzen Verlauf unserer neueren Geschichte ledigli. im allgemein nationalen Sinne erzählt und beurtheill. Von diesem Vorsaße geleitet, sut der Verfasser ia der vorliegenden Abtheilung zunächst zur
Anschauung zu bringen, wie jener Dualismus der deutshen Mäthte in den Jahren 1740—1745 ins Leben getreten. Der verfehlte Ver- su zur Neubildung der Reichsverhältnisse auf einem anderen Wege, das Kaiserthum des bayerischen Karls VII. , erfährt dabei eine um- fassende und selbständige Darlegung. Das Material boten die zahl- reihen und werthvollen Veröffentlihungen und Mittheilungen der leßten Jahre, vorzüglich aus den Berliner und Wiener Archiven, während ungedruckte hannöverische Akten daneben die Möglichkeit ge- währten, die Ereignisse noch von einer dritten, minder direkt bethei- ligten Stelle aus zu betrahten. Seiner Form nach wendet sih das
ursaGen, welches bei dem Statistischen Bureau der Stadt Berlin i zur Anwendung kommt." — 23) Durhschnittliche geburtshülfliche und Deutshe Geschichte. I. Band (1. Hälfte) von Felix | gynäfologische
aße und Gewichte. — 24) Schwangerschaftstabelle.
— 2%) Die vorzüglichsten Brunnen-, Bade- und flimatischen Kurorte mit Angabe ihrer geograph. Lage, ihrer Bestandtheile und der an Ort und Stelle fungirenden Aerzte. — 26) Uebersicht der im vor- hergeh. Abschn. genannten
eilquellen 2c. nach ihren Bestandtheilen und Charakteren. — 27) Verzeichniß der öffentl. Jrrenanstalten und der unter ärztlicher Leitung stehenden Privat-Irrenanstalten in Preußen. — 28) Kurze Anleitung zur UntersuWung der Refraktion, Affommo- dation, Sehshärfe und Farbenblindheit. Ein Anhang enthält die Phar- R acopoea elegans Berolinensis, — Die 2. Abtheilung, „Verfügungen und Personalien des Civil- u. Militär-Medizinalwesens“, enthält 1) eine Zusammenstellung der den Arzt interessirenden (17) Geseßesbestimmungen für Preußen und das Deutsche Reich (von 1872—83); 2) die Ministerial- Verfügungen und Bestimmungen, betreffend (20) das Civil- und (1) das Militär-Medizinalwesen, welche im abgelaufenen Jahre erlassen sind, 3) die medizinishen Fakultäten der Universitäten des Deutschen Reiches mit ihren Instituten und Sammlungen, 4) Personalia des Civil-Medizinalwesens, 5) die Rang- und Anciennetätsliste des König- lid preußischen Sanitäts-Offiziercorps, mit einem Anhange, ent- haltend die Königlich bayerischen, sähsishen und württembergischen, sowie die Herzoalih braunshweigischen Sanitäts-Offiziercorps. Den Schluß der 2. Abtheilung bildet ein alphabetishes Namenregister. — Heymanns Terminkalender sür die Justiz- beamten in Preußen, Mecklenburg, den Thüringischen Staaten, Braunschweig, Waldeck, Lippe und den Hansastädten auf das Jahr 1884 ist soeben in bekannter Ausstattung erschienen. Der Kalender ent- hält außer einem Kalendarium 29 verschiedene Beilagen, die theil- weise — wie die Personalien der Justizbehörden in den genannten Staaten und das Verzeichniß der sämmtlichen Rechisanwalte, Notare und Eerichtsvollzieher im Deutschen Reiche — von hohem Werthe sind. In den 46 Jahren cines Erscheinens ist der Kalender so be- kannt und beliebt geworden, daß er einer besonderen Empfehlung nicht bedarf. Der Preis des Bandes beträgt 3 K, mit Schreibpapier dur{ch\chofen 3 M 50 A,
Land- und Forstwirthschaft. New“ York, 12. November. (W. T. B.) Der Monatsbericht des landwirthschaftlihen Departements s{lägt die Ge- sammiproduktion von Mais auf 1577 Millionen Sweffei an, d. h. gegen 40 Millionen niedriger als die Ernte des Vorjahrs, troß der Vermehrung der Aussaat.
Gewerbe un2 Handel.
Antwerpen, 12. Noveiker. (W. T. B.) Wollauktion. Angeboten waren 1610 B. La Plata-Wollen, von denen 1313 B. ver- ïauft. Preise s{wach- behauptet. 8
Glasgow, 12, November. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 8100 gegen 12 100 Tons in derselben Woche des vorigen Jahres.
Bradford, 12. November. (W. T. B.) Wolle und Garne ruhiger, nominell, fest, Botanyspinner gut beschäftigt, in Single Lustres mäßiger Bedarf für Deutschland. s z
St. Petersburg, 13. November. (W. T. B.) Die Reis - bank macht bekannt, daß sie vom 1./13. November cr. ab die Rük- zahlung der siebenten Reichsshaßbonds effektuirt.
New-York, 12, November. (W. T. B.) Nach einer von den hiesigen Zeitungen veröffentlihten Depeshe aus Mexiko, vom heutigen Tage, hat die mexikanische Regierung die Forderung der englishen Besißer mexikanisher Schuldtitres, be-
Buch an das größere gebildete Publikum des Vaterlandes. — Das Kaise:lie Neichs8-Postamt in Berlin, das eine an- sehnlie und werthvolle Bibliothek besitt, hat soeben unter dem Titel „Katalog der Bücher- und Karten-Sammlung des Reibs-Postamts in zwei Bänden, Bd. 1: „Bücher“ einen Katalog über seine Büchersjammlung veröffentliht. Wie bedeutend dieselbe ist, ergiett si {on daraus, daß das Verzeichniß der Bücher, eins{chl. des Nactrages, 364 Seiten, das alphabetishe Register aber, das auf das Verzeichniß folgt, 131 enggedruckte Seiten füllt. Die Bücher sind unter folgende 10 Hauptabtheilungen vertheilt: I. Ver- fehréwesen (über 1160 Nrn): AlUgemeines (Deuts(hland, andere Staaten. Europas und Amerika, im Ganzen 57 Nrn.), A. Postwesen, ca. 650 Nrn. (Allgemeines ca.120Nrn., Welipostverein m. 7Nrn., Deuisch- Iand mit ca. 150 Nrn., Preußen mit ca. 90 Nun., die übrigen Staaten Deutschlands, die versbiedenen Staaten Europas, Afrika Asien, Amerika, Australien); B. Telegraphenwesen (Allgemeines, Deutschland, die übrigen Länder Europas, Amerika, Asien, Australien, im Ganzen ca. 150 Nrn., C. Eisenbahnwesen (209 Nrn.), Schiffahrt (55 Nrn.), S1raßen und Tranéportmittel (64 Nrn.), D. Meilenzeiger (18 Nrn.) und Coursbücher (21 Nrn.). — II. Erdbeschreibung und Völkerkunde (Allgemeines 166, Spezielles: Reisen um die Erde 68 Nen., Europa 134 Nrn, Deutschland 47 Nrn., Preußen 171 Nrn., die übrigen deutschen Länder 166 Nrn., Oesterreih-Urgarn 118 Nrn, die übrigen Länder Europas 335 Nrn., Asien 129 Nrn., Afrika 112 Nrn., Amerika 83 Nru., Australien und Polynesien 19 Nrn.). — III. Naturwissenschaft (besonders Glektrizitätslehre, im Ganzen 61Nrn.)— IV. Sprawenkunde (Allgemeines u. über 26 verschied. Sprachen, im Ganzen 218 Nrn.). — V. Siaatéwissenschast: A. Rectswissenschaft und Gesetzgebung, im Ganzen 540 Nrn. (darunter über deutsches Recht 134 Nrua., Preußen ca. 390 Nrn.); B. Volkswirthschaftslehre, Politik, Staatsverwaltung (im Ganzen ca. 709 Nrn., darunter über Nationalökonomie und Finanzwissenshaft 112 Nrn., Politik 41 Nen., Staatsverwaltungskunde im Allgemeinen und in Europa 20 Nren., in Deutschland 72 Nrn., in Preußen ca. 230 Nrn.). — VI. Ge- shihte mit ihren Hülfswissenschaften , Lebensbeschreibungen (im Ganzen ca. 610 Nren.). VII. Gewerbe und Baukunde (ca. 87 resp. 34 Nen.) — VIII. Allgemeine Encyklopädien, Sammel- werke, Kunstgesbichte, Literaturwissenshaft, Philosophie (im Ganzen 65 Nrn.). — IX. Hof- und Staats-Handbücher, Wohnungsanzeiger (im Ganzen 83 Nrn.) — X. Vermischtes (131 Nrn.). Schon aus dieser kurzen Inhaltsangabe des Kataloges ergiebt sid, wie reichaltig und umfassend die Bibliothek des Reichs-Postamts hierselbst ift, am reihhaltigsten natürlih die Abtheilung über Verkehrswesen, insbesondere über Postwesen. Unter den Büchern befindet si eine Menge werthvoller und wihtiger Werke. — Ein 2. Band des Katalogs soll ein Verzeichniß der Kartensammlung enthalten. — Im Verlage von A. Hirschwald in Berlin ist soeben der «„Medizinal-Kalender für den Preußischen Staat auf das Jahr 1884* in 2 Abtheilungen erschienen, Die 2. Abtheilung, der „Geschäfts-Kalender“, hat, außer einer Kalendertafel für 1884, folgendcn Inhalt: 1) Tageskalender. — 2) Uebersicht sämmtlicher wichligen Arzneimiitel nebst Angabe über Dosis und Gebrauchsweise. T Die für den Arzt wichtigsten Veränderungen der deutschen Pharmacopda (1882) in alphabetischer Reihenfolge. — 4) Marimal- Dojen, welhe nah der Pharm. Germ. beim innerlihen Gebrau nit überschritten werden dürfen, ohne daß der Arzt ein C! zufügt. 0 H Loslichfeilstahelle, — 6) Dosirung der für die subcutane E lion in Anwendung kommenden Mittel. — 7) Dosirung der für „die Znhalationstherapie in Anwendung kommenden Mittel. — 8) Phar- macopea oeconomica. — 8) P.rmnlae magistrales Berolin,. in usum E —, 10) Aus der Taxe für Anfertigung von Medikamenten. x 11) Medizinalgewichte und Maaße. — 12) Tabelle zur Verglei- bung der verschiedenen Temperaturscalen. — 13) Darstellung der ge- ciu listen Balnea medicata. — 14) Uebersicht der wichtigsten finsilihen Ernährunaëmittel nebst Angabe der tägliden Durch- sänitiézunahme der Säuglinge. — 15) Diagnostik und Therapie der uten Vergiftungcn. — 16) Verhalten der Temperatur in den akuten di tankungen, be}onders Infektionskrankheiten. — 17) Anleitung zur d Eilen Harnuntersuchung. — 18) Anleitung zur Untersuchung putum auf Tuberkelbacillen, — 19) Praktische Anleitung zur
treffend eine Ergänzungéemission von 20 Millionen dreiprozentiger Obligationen über die anerkannte S{uld von 80 Millionen hinaus,
gehenden Mittheilung zufolge, bei dem Vereins-Vorstande die — von dem Leßteren bereitwilligst ertheilte — Genehmigung nagesucht worden, das Modell dem hier demnähst zu begrün- denden Hygiene - Museum für immer zu Überlassen. Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, daß hierdurch das Interesse für den Verein und seine dankenswerthen Bestrebungen, welche ledig- lih dem Wohle der kleinsten Sprößlinge unserer Arbeiterfamilien gewidmet sind und demgemäß, in den dem Vereine gezogenen Grenzen, au dér großen Sterblichkeit der Kinder in Berlin mit Erfolg ent- gegenzuwirken geeignet ersheinen, in immer weitere Kreise dringe, und wir würden uns freuen, wenn auch diese Zeilen dazu beitragen sollten, dem Verein neue Freunde und Mitglieder zu ecwerben, damit der- selbe bei der andauernd starken Frequenz, über welche die nastehende Uebersicht das Nähere ergiebt, si in der Lage sähe, die zur Zeit vor- handenen zwei Asyle in der bisherigen Weise fortführen zu können. In den drei Monaten Juli, August, September d. I. entfielen auf Krippe T (Anklamerstr. 39) bezw. 614, 644, 681, auf Krippe Il (Fruchtstr. 31) 326, 449, 500, in Summa 1939 resp. 1275, auf beide Krippen zusammen also 3214 Verpflegungstage, mithin wurden durch- \{nittlich an jedem Werktage 41 Kinder vom Verein aufgenommen und verpflegt, und zwar 24 in Krippe I, 17 in Krippye IT.
Der Verein für Besserung entlassener Straf- gefangener versammelte sich gestern Abend im Präsidialsaal des Landgerichts in der Jüdenstraße, unter Vorsiß des Geheimen Ober- Iustiz-Raths Starke. Wie mitgetbeilt werden konnte, hat das Arbeits-Nachweisebureau in der Zeit vom 15, Oktober bis gestern 124 von 167 Arbeitsuchenden Beschäftigung verschaffen können. Seit
April sind vom Bureau aus 796 Vakanzen besezt worden, denen 1301 Meldungen um Nachweis von Arbeit gegenüber- standen. Neu in die Pflege des Vereins aufgenommen
wurden 8 Jugendlihe, die aus dem Strafgefängniß Plötensee entlassen sind; die 71 Jugendlichen, die seit dem 15. Oktober die Stadtvoigtei verlassen, sind, soweit nöthig, mit Geld und Kleidungs- stüden unterstüßt worden. Der Mangel an Kleidungsstücken, nament- lih auch an Stiefeln macht sich leider recht fühlbar und würden Gaben in dieser Beziehung dem Verein sehr erwünscht sein. Das Arbeitsnahweisebureau, Neue Friedrichstr. 13/16, Zimmer Nr. 180/181, erklärt si gern bereit, Gaben abholen zu lassen. — Eine längere De- batte knüpfte sih an die Frage, wie jugendliche Strafentlassene, die in Berlin nit ortsansässig sind, zu behandeln scien. Es wurde allseitig betont, daß es dringend wünschenswerth sei, die Burschen, sowohl in ihrem eigenen Interesse, wie im Interesse der Stadt, sofort ihrer Heimath zuzuführen. Das Strafgefängniß Plögensee beobachtet diesen Weg bereits allgemein, und au Seitens der Stadtvoigtei hat man ihn {on mehrmals einges{lagen. Als ein Mangel wurde es von einer Seite gerügt, daß Gltern und Vor- münder der Jugendlicen von dem Ausfall eines gegen Leßtere ver- häângten Strafverfahrens keine Mittheilung erbalten. Interessant war die Thatsache, daß in letzter Zeit gegen die Jugendlicen zumeist die vollste Strenge des Gesetzes angewendet wird. Die Richter sind, wie Geheim-Rath Starke betonte, allmählid zu der Anschauung gelangt, daß der Aufenthalt im a niht, wie man früher annahm, vershlechtere, sondern thatsächlich bessere, und man suŸht S e Jugendlihen mögli auf lange Zeit in den Gefängnissen zu belassen.
Marburg, 10. November. (Rh.-Westf. Ztg.) Festliche Glockenklänge leiteten gestern Abend 7 Uhr die Feierlichkeiten zum Lutherjubiläum ein. Die Universität (Marburg war die erste protestantische Universität) veranstaltete einen Festgottesdienst in der lutherishen “Pfarrkirche, bei welhem Professor D. Achelis die Predigt hielt. Das Corpus Academicum ersien mit dem Rektor
definitiv abgelehnt. Dieser Besbluß beende die bezügliden Unter- handlungen, auch sei der mexikanishe Vertreter in London zurück-
beru fen worden. Verkehrs-Anftalten.
Hamburg, 12. November. (W. T. B.) Der Postdampfer eAllemannia“ der Hamburg - Amerikanischen Patdcket- fahri-Aktiengesellschaft ist, von Westindien kommend, heute Vormittag 11 Uhr in Havre eingetroffen.
Triest, 12. November. (W. L. B.) Der Lloyddampfer „Mars* ist mit der ostindish - chinesi\Gen Ueberlandpost aus Alexandrien Nachmittags hier angeïommen und ins Schiffs-Lazareth geschaft worden.
New-York, 12. Növember. (W. T. B.) Der Dampfer e Spain“- von der National-Damps\schisss-Compagnie
C. Messingsche Linie) ist hier eingetroffen. o
Berlin, 13. November 1883.
Dem verantwortlihen Redacteur des „Berliner Tageblatt“ ist am 8, ds. Mts. vom Königlichen Polizei-Präsidium nachfolgende Berichtigung zur Aufnahme nach Maßgabe des §. 11 des Preß- geseßes vom 7. Mai 1874 zugestellt worden.
Berichtigung. ;
Das „Berliner Tageblatt®* hat in dem ersten Beiblatt zur Nummer 519 vom 6. November ds. Is. den nachfolgenden, von dem Kommando der Schußmannschaft angeblich erlassenen Tagesbefehl zum Abdruck gebracht : j
1) Die Hauptmannschaften und Reviere haben den Dienst morgen so zu regeln, daß die Beamten der Shußmann- schaft an der Ausübung ihres Wahlre{ts nicht behindert werden. Für entsprehende polizeilihe Aufsiht vor den Wahllokalen bezw. in der Nähe derselben, ist in geeigneter Weise Sorge zu tragen.
2) Der Arbeiter Laube, Petristraße 17/18 wohnhaft, darf am 18. d. Mts. für die konservative Bürgerpartei in der Niederwallstraße, sowie in den Stadttheilen Friedrihswerder und Alt-Kölln auf dem Straßendamm ein Plakat mit der Aufschrift: Alleiniger Kandidat der deutschen Bürgerpartei Bâckermeister „Renard“ umhertragen.ÿ
Verkehrsstörungen hat derselbe zu vermeiden, auch ist ube angewiesen, den Exekutivbeamten Folge zu leisten. : erquet. Die Behauptung, daß ein derartiger Tagesbefehl erlassen sei, beruht auf Erfindung. ASE0S Königliches Polizei-Präsidium. In Vertretung: gez. von Heppe. Da die Redaktion des „Berliner Tageblatt“, wiederholter Auf- forderung ungeachtet, ihrer geseßlichen Verpflibtung zur Aufnahme dieser Berichtigung niht nagekommien ist, die Erfüllung dieser Pflicht aber erst nach Beendigung des einzuleitenden geritlicen Strafverfahrens gemäß §. 19 des Preßgeseßes erzwungen werden kann, wird die erlassene amtlihe Berichtigung zunähst auf diesem Wege zur öffentlichen Kenntniß gebracht. | uuar i Berlin, den 13, November 1883. ——# E A - Königliches Polizei-Präsidium. In Vertretung: von Heppe.
s
Viele Besucher der diesjährigen Hygiene-Ausstellung und nament-
lih die gewiß zahlreichen Kinderfreunde unter ihnen werden sich u. A. auch an dem dort ausgestellt gewesenen zierlihen Modell erfreut haben, durch welches der „Berliner Krippen-V
erein“ fein in der
Anklamerstraße Nr. 39 belegenes T. Säuglings-Asyl in einer der Wirklichkeit durhaus entsprechenden Weise dem größeren Publikum
zur Anschauung
an der Spige in feierlihem Zuge. Den Stdluß des Gottesdienstes bildete die Babsde Cantate nah Luthers Resormationslied: „Ein' feste Burg ist unfer Gott“. Die Ausführung derfelben hatte der
Akademishe Gesangverein übernommen. Der afademischez Feste
aft am folgenden Tage ging ebenfalls in der lutherischen
Pfarrkirhe von statten. Das Gotteshaus war festlich be-
kränzt und ges{chmückt von den Fuer der hiesigen Stu-
dentenverbindungen. Na der endel8fohnshen Ouverture zum „Paulus betrat der Professor der Theologie D. Brieger, die Kanzel, um die Festrede zum Andenken Martin Luthers zu halten. Darauf folgten die Chrenpromotionen, zunächst die Leopold Ranke's, „des größten unserer lebenden Historiker, der bereits vor vierzig Jahren von der Universität Marburg die theologische Doïtorwürde erhalten hatte und nun bei dieser festlichen. Gelegen- heit von Neuem promovirt wurde. Außer Ranke erhielten noch Prof. Otto Mejer in Halle, Ober-Konsistorial-Rath Lohmann in Beri Konsistorial-Rath Dalton in St. Petersburg, Pastor Primarius Viktor in Bremen die theologische Doktorwürde. Seitens der juristischen Fafultät wurden promovirt: der bekannte Luther-Biograph Prof. D. Köstlin in Halle, der Geheime Rath im Kultus-Ministerium Wilh. Barkhaufen in Berlin, und endlich von Seiten der philo- sophischen Falultät zwei Männer, die sich um die Erforschung der Reformationsgeschihte besonders verdient gemadt haben: Pastor Karl Krafft in Elberfeld und Pastor FriedriG Müller in Hermannstadt, Mit dem großen Halleluja vôn Händel {loß der akademische Festakt. Das regneiiswe Wetter hinderte nit, daß die Straßen der Stadt festlich geschmüdckt und geflaggt sind, besonders das Lutherhaus am Schuhmarkt, in welchem der-große Reformator bei Gelegen-heit der Marburger Disputation im Jahre 1529 gewohnt haben soll. Hier wird morgen, Sonntag Nachmittag, die Schlußfeier stattfinden, bei welcher Gelegenheit der stellvertretende Bürgermeister unserer Stadt Professor D. Ubbelohde die Festrede halten wird. — Heute Nach- mittag wurde vom Akademishen Concert-Verein, unter Leitung des Musikdirektors Freiberg, das Oratorium: „Luther in Worms“ von Ludwig Meinardus aufgeführt. — Den Glanzpunkt des Festes bildete der am heutigen Abend gegen 29 Uhr von den Studirenden der Universität Marburg zu Ehren Luthers gebrahte Faelzug. Ungefähr
500 Fadelträger, die Chargirten der zahlreichen Verbindungen und
Vereine im studentischen Wichs mit fliegenden Fahnen und S{lägern,
zogen vom breiten Weg herein in den Schloßhof, wo eine mächtige Lutherbüste auf der oberen Terrasse, effektvoll dur zwei Lichtstrahlen er-
leudtet, errihtet worden war. Um dieselbe gruppirten sich die Fahnen-
träger mit den flatternden Fahnen höchst malerisch; aus ihrer Mitte trat der Studiosus der neueren Philologie Paalzen auf die Redner- tribüne und erinnerte in {wungvollen Worten die Kommilitonen an die Verdienste Martin Luthers, Gewaltig war der Eindruck, den der Gefang des herrlichen Lutherliedes „Ein' feste Burg ist unser Gott“, dargebrat aus tausend Kehlen hier an der ehrwürdigen Stätte der Reformation, die von hunderten von Fackeln und bengalischem Licht taghell beleuWtet war, mate, und Niemand, der diese Feier geschen, wird des denkwürdigen Moments vergessen. Dann zog die studentische Jugend mit klingendem Spiele den Berg hinab, um unten beim „Gaudeamus* die Fackteln abzubrennen.
Wien, 12, November. (W. T. B.) Dem heutigen Luther- kfommers im Sophiensaale wohnten viele Professoren, mehrere Ab- geordnete und Mitglieder der evangelishen Gemeindevertreiungen bei. Der Abgeordnete Bareuther beantwortete einen Toast auf die deut- schen Abgeordneten mit einer Festrede auf Luther, welche mit einem Hoch auf die Zukunft des deutschen Volkes f{[loß.
Das Königliche Schauspielhaus beging den Geburtstag Schillers am Sonnabend dur eine wohl gelungene Aufführung der „Braut von Messina“, in welher namentlich Frl. Meyer als Beatrice, Hr. Müller als Don Manuel, sowie die in den Chören mitwirkenden Herren Hellmuth - Bräm (Cajetan) und Kahle (Berengar) vielen Beifall verdienten. Frl, Stollberg als Isabella vermochte frühere Leistungen an dieser Stelle, namentlich die der Fr. Jachmann-Wagener, nicht zu erreichen. Die Inscenirung war
geras hat. Auch an maßgebender Stelle ist man
uf dieses Modell aufmerksam geworden, denn es ist, einer uns zu-
außerordentlich forgfältig und würdig.