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den reten Flúgel des Feindes in Bewegung seßten, wa- ren hinreichend, die türkische Flotte in die Flucht zu jagen.
Heute, zur nämlichen Stunde, näherte sih die feind- liche Esfadre wieder, und begann auf uns zu feuern, wurde jedoch abermals von unseren Brandern verjagk, ohne daß unsere Division die Anker gelichtet hätte.
Wir halten es für nöthig, diesen Punft im Bogas (der Meer-Enge) als den gefährlichsten für Samos, zu bewachen, und die Bewegungen des Feindes zu beobach- ten; da er aber große Streitkräfte versammelt hat, #o werden wir nicht eher auf ihn losgehen, bis wir unsere Vereinigung mit der spezziotischen | ( get haben werden, von der sich nur ein einziges Fahr- zeug, nebst einem Brander, bei uns befindet, so daß un- sere Flotille in diesen Gewässern gegenwärtig nur aus 26 Segeln besteht. Ma |
Am 4. (16.) Aug. sind neun spezziotische und ein psariotisches zu uns gestoßen; es wurde den Túrken ein bedeutendes Gefecht geliefert, die Unsrigen haben den Sieg davon getragen ; die túrfishe Flotte ist in die Flucht geschlagen worden.
Der 5. (17.) August war Zeuge eines neuen NRuh- mes für Griechenland. Diese kleine griechische Division hat der sehr starken Esfadre der Türken ein Gefecht ge- liefert, und mittels sechs Brandern in offener See, zwi- hen dem Kap St. Marina und den Kolonnen, eine Fregatte von 54, eine andere Fregatte von 48, und eine Brigg von 20 Kanonen zerstört. Ueber 2000 Feinde sind in diesem Trefsen umgekommen.
Am Bord der in Brand gesteckten Brigg befand \ich
Fahrzeuge
ein tunesisher Pascha mit seiner Familie ; er stürzte sich"
ins Meer, ehe das Schiff aufflog, uad wurde von der Mannschaft einer spezziotischen | Wasser gezogen und zum Gefangenen gemacht.
“ Der Tumult war so groß, daß viele Feinde în- den benachbarten Schiffen, als sie jene in den brennenden Schiffen ins Meer fallen sahen, vor Furcht sich auch ins Meer stürzten und ertranken.
Die tapferen Führer der Brander und die Kapitains Kanari von Psara, D. Tsapeli , G. Vatikioti, D. Na- felia, und Rombotsi von Hydra, und Lazar von Spezzia, haben sich an diesem Tage aufs rühmlichste ausgezeichnert.*)
Durch außerordentliche Gelegenheit haben wir Nach-
richten aus Konstantinopel vom 17. September erhalten, wovon wir folgendes, die ferneren See-Operationen be- treffend, mirheilen. 0!
Eine Anzahl griechischer Schiffe war dem Kapudan Pascha -in den Meerbusen von Budrun (Stanfo- Kos) gefolgt, in dessen Nähe sih auch ein Theil der ägypti- \chen Flotte befand. Der Kapudan Pascha lieferte dort den Griechen am 10. Sept. ein Gefecht, welhes nach einem am 15. hier angelangten Bericht, für die türkische
Flotte vortheilhaft ausgefallen seyn soll. Laut dieses Berich-
tes fanden sich die griechis{chen Schisse zwischen den túrfi-
schen und ägyptischen so enge eingeschlossen, E aven
-_*) Ein von dem österreichischen Beobachter gleichfalls mitgetheilter Bericht des griechischen Vice-Admirals Über das Secgefecht. am 5. (17.) Aug. wird im morgenden. Blatte der St. Z.-nachfölgen.
Division bewerfkstelli-
Barke lebendig aus dem -
daß sle nur
von ihren Brandern Hälfe erwarten konnten, Sie (j j: ihn die aber sämmtlich irg Nach einem heftigen, den ganz
ßen an dreißig derselben los, Wirkung verfehlten.
Tag hindurch fortdauernden Gefecht , worin die ottom;
nische Flotte den Patrona - Bei
(Kontre : Admiral), dj
Griechen aber 13 Schiffe verloren, begaben sich die Gri
chen anf die Flucht.
Nach den nämlichen Berichten hatt
die Flotte des Kapudan Pascha sie verfolgt, nah ander war sie, zur Ergänzung ihrer Provisionen, bei Mitylen vor Anker gegangen. Ueber diese neuesten Vorfälle mi
sen wir zuverlässigere Aufschlüsse erwarten. Von den Bewegungen der ägyptischen
Flotte, d
endlih, nah einem langen Aufenthalt im Meerbüst von Makri (auf der asiatischen Küste, der Insel R
dus gegenüber) in See gegangen war , ist Bestimmtes vernommen worden. Eine
bisher ni von Mia
fommandirte Division von 59 griechischen Schisfen w
beauftragt, diese Flotte zu beobachten.
Der K
apita
eines fremden Schiffes begegnete jener Division am A
August in dem dem Kap d’Oro. Die Berichte von Konstantinopel melden
Kanal zwischen der Jnsel Andros u
aucl), di
am 14. September der Großvezier Galib-Pascha sein Amtes entseßt, und Mehmed - Selim - Pascha, bishe
worden ist.
M T Qn D
ger Gouverneur von Silistria, zum Großvezier ernan
Berlin. Am Aten Oktober d. J. starb der. Köni)
Ober - Gerichts - Rath Herr An brei}.
Johann Heinrich Micha
Abstammend aus einer polnischen Familie und g boren in Berlin den 7ten Februar 1756, erhielt er sei erste Bildung auf dem hiesigen französischen Gymnasiuf
studirte die Rech s hiesigen französischen Ober-Gericht und
Rechte in Halle, ward 1779 Advokat b} Notarius, d
auf Richter und Direktor des französischen Kolonie-0
richts zu Magdeburg,
den 4. August 1784 Richter bd
hiesigen französischen Kolonie- Gerichte, Direktor dess
ben, Mitglied des französischen Ober - Mitglied des
‘0 Gerichts, dal französishen Konsistoriums und Ancien,
Bei der Auflösung aller französischen Kolonie - O!
richte Kollegium des
eben erwähnten Gerichtshofes.
Die strenge Rechtlichkeeit uud Treue, mit
trat der Verstorbene als vorsißender Rath in di tollegium des Königl. Stadt- Gerichts hiesiger Residesi zien, so wie des hiesigen Königl. Vormundschafts - Osrlieb.
richts und dirigirte seit 1821 die Civil - Deputation d}
welch
er 45 Jahre unermüdet die Pflichten seines Amts un oft schwierigen Zeitumständen erfüllte, begründen sein
MWerth als Beamter.
Die große Bereitwilligkeit mit welcher er sich d
eigene Aufopferung unterzog,
_Múhseligkeiten seines Amts auch für andere nicht ou die Leutseligkeit mit wt
cher er allen entgegen fam, die sein öffentliches Verhö!
niß ihm zusührte, die wohlwollende Theilnahme, wel} er lebendig und thätig den Angelegenheiten derjenigt haften widmete welche mit ihm in Verbindung standen,
die Freundlichkeit mit der er jedem begegnete,
| so viel Lobredner der Herzensgüte und Men
un
sind eb!
schenlieb(
Nrden.
5) Unter deù zur Deckung der
E E E E s E Ee E E
_- 4045
seinen Ames-Genossen und dem Bublifum ün-
lich machen. egeb ch Tagen der Gefahr und der Noth
Was er in den | Vaterlande lei-
(igennúßig seinem Könige und dem L le, lebt in dem Andenken aller, welchs seine Anspruchs-
sigfeit fennen. : idé Zwei Söhne, fünf Töchter und vier Schwiegersöhne wéinen in ihm dem liebreihsten Vater und eine tief trúbte Gattin den schmerzhaften Verlust eines zärtli- ¿n Gefährten ihres Lebens. i A
Er starb in den Armen der Seinen, durch Anstren- ngen im Dienste ershöpft, nach achtwöchentlichen Kran- ne Lager , sanft ohne Schmerz an einer vôlligen Ent-
ftung. ; | gts Bei dem Verein zur Beförderung des Gar- ¿Baues in den preuß. Staaten, ist die Frage, welche ubholzbäume und Sträucher zur Bepflanzung der Wege d zur Bepflanzung sandiger Gegenden die zweckinä- (sten sind? Gegenstand einer Preis-Aufgabe und man- gfaltigen Erörterung gewesen. Diè Resultate werden rch die Schristen des Vereins aus sührlich dargestellt Vorläufig werden jedoch folgende Bemerkungen ausgehoben : i : ;
| 4 Nach dem eigentlichen Zwece der Straßen - Be- sanzung, sind diejenigen Baumarten die passendsten, elche in dem gegebenen Boden am schnellsten und freu- «sten heraufwachsen - und dabei ein hohes Alter er-
n. i
A erscheint die von so vielen Seiten empfoh- ne Anpflanzung der Obstbäume an den Wegen nur nw sehr günstigen Bedingungen, insbesondere bei sehr «m Boden wirklich angemessen. Unpassend ist jeden- lls die Anpflanzung der Pflaumen- und sauern Kir]ch- me.
2) Der zur jhlene Pflaumenbaum gutem Boden fort.
Anpsflanzung in
festen Ufern der Bäche. Gegen die Anpflanzung Standorten, welche den Winden zu sehr wird erinnert, daß sie von Jahr zu Jahr uud nur fleine und saure Früchte
den rselben auf sgesekt sind, rnigter werden ern. S a 3) mit dem geringsten Boden nimmt die saure Kirsche Auch ertrâgt sie ausgeseßte Standorte. Besonders enipfehlenswerth für geringe Bodenar- n sind die Leißfauer und Ostheimer Kirsche. A 4) Von den zur Bepflanzung sandiger Strecken ge- gneten Waldhölzer, werden“ vorzugswei]e empfohlen : e gemeine Afazie, namentlich zur i | [z in fürzeren Umtrieben; dle Ulme und die Silber- appel. Auch die Scharläch - Eiche (Quercnus cócrcinae), x Lerchenbaum (Pinus larix), werden unter den Baum- erten benanntz die auf schlechtem Sand: Boden gedei- en und dabei schnell wachsen. | E Bei der Linde werden insbesondere folgende Eigen- herausgehoben , daß ihr auch ein leichter mori- r Boden zusage, und sie sich von andern Bäumen in
trächtliher Größe verpflanzen (äßt.
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4 Pas S E #
| frausen Peterfsilie
sandigen Gegenden em- fommt allerdings auch auf min- Allein ein mäßig feuchter Stand- t, ist ihm am zuträglichsten. Vorzugsweise gedeiht er
| Brunnen versiegen und" auch
Benußung anf Schlag-
Sandflächen geelgne- |
ten Sträuchern sind Cytisus Caburnum und Colutea be- nannt. Der anpreisende Verfasser nennt sie wegen ihrer tief eindringenden Wurzeln und der Nukbarkeit ihrer jungen Zweige und Blätter zum Futter für Rindvieh und Schaafe, die Luzerne unter den Sträuchern. Schon in frühern Verhandlungen ist der Seefohl, (Crambe maritima) als ein gutes frúh im Jahre zu ge- winnendes Gemúse bezeichne. Vorzugsweise sind es E NILACEN Ag welche einen angenehmen Genuß gee mwaäyren. dan hat vorgeschlagen, die gewöhnliche Petersilie (A pium petroselinum) wegen ihrer oft vorkommenden Verwechselung mit dem Schierling durch den Anbau der ganz zu verdrängen. Allein diese ges für die viel stärkeren Wurzeln der gemeinen, besonders der unter den Namen der Hambur- ger Petersilie angebauten Petersilie, deren Wurzeln die Stärke der Mohrúüben erreihen. Was die vorgestellte
währt feinen Ersaß
Gefahr der Verwechselung mit dem Schierling anlangt,
so findet sih das gefährlichste Gewächs, welches mit der gemeinen Petersilie ‘verwechselt werden kann die cicútka Firosa in unsern Gärten nicht. Auch fômmt der eben- falls gefährliche, gefleckte große gemeine Schierling (Comum maculatum) sesten vor, und das Kraut dessel- ben ist von dem der Petersilie so auffallend verschieden, daß er dennoch mit derselben durchaus nicht zu verwech- seln ist. “Der Stengel wird 4 bis 6 Fuß und darüber hoch, is etwas gefurht und mit Flecken besprengt. Nur die Wurzel hat viel Aehnlichkeit mit der Petersilien- Wurzel. Minder bedeutend ist die Gefahr der Verwechs. selung der gemeinen Petersilie mit dem in den Gärten allerdings häufig vorflommenden Unkraut Acthusa Cyra-
iun. Allein auch diejes fann von jenem bei einiger Aufmerksamkeit auf die dunfklere Farbe, die abweichende Form der Blätter und besonders bei vorkommender Un- gewißheit durch den ihm eigenen beim Reiben mit den Fingern- wahrzunehmenden unangenehmen Geruch gar wohl unterschieden werden. Immer aber ist die frause Petersilie als Tafelschmuck und für Einfassung -von Ra- batten, ein empfehlenswerthes Gewächs. O
Frankfurt, 2. Oft. Eine auffallende und bei ein- zelnen Ortschasten Besorgniß erregende Natur - Erschei- nung ist die, daß immer mehr fleine Gewässer und die. FlÜsse ‘einen so niedri- gen Wasserstand haben, daß selbst der Oder-Strom fajt gar nicht mehr befahren werden fann.
Im Beiseyn des Magistrats, der Geistlichkeit und der Schulen ist am 27. Sept. zu Lübben der - nahe beî der Stadt neu angelegte Begräbniß- Plak feierlich ein» geweiht worden. |
Das Gedeihen der Sparkassew- Anstalten im In- und Auslände hat bewirkt, daß aud e Lübben eine solhe Anstalt für die Nieder-Lausiß unts Gewährleistung der Landes-Deputatión errichtet worden ist. s,
Köôslin. Am 18ten Sept. strandete { Meile vot Leba westlich, das von dem Eigenthümer desselben, Schif- fer Friedrich, geführte, von Amsterdam kommende preu- ßBishe Schiss, Diana genannt. Es war 25 Lasten groß und mit diversen Stückgütern, nah Riga bestimmt, be- frahtet. Der größte Theil der Waaren, wiewohi vom