1873 / 33 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 05 Feb 1873 18:00:01 GMT) scan diff

zu bewirken, welhe niht weniger als funfzig Thaler jährlih betragen dürfen.

Der regierende Fürst Ferdinand zu Solms-Braun- fels, geboren am 14. Dezember 1797, erbliches Mitglied des Herrenhauses, ist am 3. d. an den Folgen eines Lungenkatarrhs nah kaum elftägigem Krankenlager verschieden.

Der General-Lieutenant und Gouverneur von Straß- burg im Elsaß, von Hartmann, ist zur Abstattung persönlicher Meldungen von Straßburg hier eingetroffen.

_— Der General-Licutenant, General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs und Commandeur der 19. Division von Tresckow, welcher zur Uebernahme der Geschäfte des General-Kommandos X. Armee-Corps, während der Abwesenheit des zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubten Generals der Infanterie von Voigts-Rhez, kommandirenden Generals dieses Armee-Corps, nah Hannover kommandirt if, hat \ich jezt auf seinen Posten nah Hannover begeben.

Der Oberst nnd Chef des Generalstabes I. Armee-Corps von Verdy du Vernois is mit Urlaub von Königsberg i. Pr. hier angekommen.

Die englische Poft aus London vom 3. Abends über Cöln ift ausgeblieben.

Bayeru. München, 3. Februar. Morgen werden der Prinz und die Prinzessin Adalbert nach Italien abreisen. Die Hohen Herrschasten werden drei Monate daselbst verweilen. Der König hat gestern zur Abschiedsfeier cine Familientafel

egeben.

e Die Vollzugsbestimmung zur Verordnung in Betreff der Einführung von Chef-Aerzten für die Friedens- Lazarethe sind heute mit dem Bemerken bekannt gegeben wor- den, daß dieselben vom 1. April d. I. in Wirksamkeit zu treten haben, die bisherige Lazareth-Kommission vom gleichen Zeitpunkte an aufzulösen, und die zum Stande der Garnisons-Lazarethe zählenden Beamten nah wie vor in der Lifte der betreffenden Lazarethe zu führen sind. Das Königliche Kriegs-Ministerium beabsichtigt für das Iahr 1873 die Ausgabe eines neuen Militär- Handbuchs.

Vom 1. Oktober d. I. ab wird das Stadtgericht zu Aschaffenburg mit dem dortigen Landgericht zu einem Gericht vereinigt werden, welches die Bezeihnung „Königliches Stadt- und Landgericht Aschaffenburg“ führen wird.

Sachsen. Dresden, 4. Februar. Ueber das Befinden der Königin is heute früh das nachstehende Bulletin aufgelegt worden:

„Eine wesentlihe Veränderung im Befinden Ihrer Majestät der Königin ist nicht eingetreten. Die Nacht war durch Hustenanfälle inchifad gestört. Das Fieber hat etwas abgenommen. Das Allge- meinbefinden ist zufriedenstellend. Dr. Ficdler.“

Das „Dr. I.“ fügt noch hinzu, daß \ich bis Nachmittags 2 Uhr in dem Befinden Ihrer Majestät keine weitere Verände- rung gezeigt hat; namentlich is eine Vernänderung der Kräfte nicht eingetreten.

Der Ersten Kammer lag heute der anderweite Bericht ihrer außerordentlihen Deputation für die Organisationsgeseße zur Berathung vor, welcher die Resultate des Vereinigungsver- fahrens über das Behördenorganisationsgeseß, die revidirte Land- gemeindeordnung, das Gesez über die Bildung von Bezirks-

vertretungen und das Gesecß über das le Gel R in Verwal-

tungsftraf\sachen enthält. Das Referat hatte Geh. Rath v. König übernommen. Es ift fast über alle Differenzpunkte eine Vereini- gung erzielt worden, und der Ersten Kammer werden von ihrer Deputation folgende Konzessionen vorgeshlagen: von dem In- stitute der Distriktävorsteher oll abgesehen, dagegen eine ange- messene Vermehrung der Landgensd'armen vorgesehen; die Kreisaus\hüs}se sollen, jedoch mit einer im Vergleih zu dem Entwurfe und den Beschlüssen der Zweiten Kammer einigermaßen, namentli, mit gewissen Ausnahmen, auf Entscheidungen erster Instanz beschränkten Kompetenz, beibehalten; die Deffent- lichkeit der Bezirks- und Kreisaus\shüsse, sowie fakul- tativ den werden. Doch hat ein Theil der Deputation, dem ih Präfident von Zehmen angeschlossen, seinen Dissens gegen gewisse Bestimmungen der Entwürfe und namentlich gegen den ie Grundlage der neuen Organisation enthaltenden §. 5 des ersten der Eingangs gedahten Geseze aufrechterhalten. In der allgemeinen Debatte resumirte Präfident von Zehmen, der den Vorfiz an den Vize-Präsidenten Pfotenhauer abgetreten hatte, noh- mals ‘die Bedenken derjenigen Majorität der Kammer, welche bei der ersten Berathung den Vorschlägen der Deputationsminorität

zugestimmt hatte, gegen Modalität und Opportunität der Reform, |

\{loß aber hieran die Erklärung, daß diefe Majorität, mit ein- zelnen Ausnahmen, sich verständigt habe, im gegenwärtigen Mo- mente, und im Hinblick auf den Zusammenhang der heute zur [leßten Beschlußfassung vorliegenden Geseße, auch dem Schul- und dem Konsistorialgesey, auf die Fortsezung ihrer Opposition

zu verzichten, um nicht der Regierung die ohnehin in mancher Bezie- |

hung schon schwierige Situation noh zuershweren. Zu beklagen habe er jedoch, daß die Regierung bei all' den Angriffen, denen die Erste Kammer ausgeseßt gewesen, kein Wort der Abwehr gehabt und überall, wo es die Dur(hsezung ihrer Ansichten gegolten,

auf die selbstverläugnende Zustimmung der Ersten Kammer als |

etwas Selbstverständliches gezählt habe. Noch drei andere Redner der zeitherigen Kammermehrheit, die Herren v. d. Planigz, von Falkenstein und Graf Hohenthal motivirten ihren Entschluß, den Entwürfen, wie sie aus dem Vereinigungsverfahren hervor- gegangen, nunmehr zvzustimmen, der Erstere wies namentlich die Beschuldigungen und Verdähhtigungen zurück, deren Gegen- ftand die Gegenvorshläge der Deputationsminorität in der Zwei- ten Kammer, namentlih Seitens eines Redners, gewesen. Namens der Regierung dankte Staats-Minister v. Nostiy - Wallwiß den Vorrednern für ihren prafktishen Entschluß, niht durch die Fortseßung ihrer Opposition die unläugbar bis zu einem ge- wissen Grade vorhandene Spannung noch zu erhöhen. Er er- klärte dem Präsidenten von Zehmëñ gegenüber, daß er sich be- wußt fei, überall da, wo das verfassungsmäßige Recht der Ersten Kammer in Frage gestellt worden sei, für dasselbe einge- treten zu sein, in eine Polemik zwischen beiden Kammern fih zu mischen, halte er am wenigsten für die Regierung für ange- messen. Die einzelnen Vereinigungsvorshläge wurden hierauf durhgängig, zumeist mit Einstimmigkeit, angenommen, 8. 5 des Organisations - Gesezes mit allen gegen 3 Stimmen (Domherr von Waßdorf, von Böhlau, von Egidy). In einem einzigen Punkte wurde keine Einigung erzielt. Die Kammer verwarf auf Anrathen der Deputation auch heute einstimmig bei §. 19 des Bezirks - Vertretungsgeseßes das von der Zweiten Kammer beshlossene Vorshlagsreht der Bezirksversammlung für die Be- seßung der erledigten Amtshauptmannstelle. Auch die Regierung

der Gemeinderathsversammlungen soll zugestan- |

hatte die in dieser Beziehung gemachteu Vereinigungsvorschläge für unannehmbar erklärt.

Württemberg. Stuttgart, 2. Februar. Zu Anfang der gestrigen Sizung der Zweiten Kammer wurde die Endab- stimmung über das Weiderehts- und Weideablöfungsgeseh (hin- sihtlih der Beschlüsse dieser Kammer über die abweichenden Be- \chlü}se der Ersten Kammer) vorgenommen und dasselbe mit 67 gegen 3 Stimmen angenommen. Auch wurde die Bitte an die Regierung mit 46 gegen 35 Stimmen beschlossen:

„Das Retourbilletsystem mit ermäßigten Preisen nach Zulassung der sonstigen Eisenbahnerträgnisse auch auf kürzere Entfernungen mehr und mehr auszudehnen. i :

Der Regierungs-Kommissär erklärte sich damit, ohne aber jeßt {hon einen Zeitpunkt fixiren zu können, einverstanden. Der Präsident theilte mit, daß noch vier kleine Gesezentwürfe zur Be- rathung für diese Session cinkommen werden: 1) über Einlösung der 6prozentigen Staats-Obligationen (über 5 Millionen Gul- den), 2) Retablissementsgelder, 3) Aufbesserung der Pensionen, 4) Gerichts\{höfen betreffend.

Sachsen-Weimar-Eisenach. Weimar, 4. Februar. Bei dem Königlih preußischen außerordentlihen Gesandten und bevollmächtigten Minister Freiherrn v. Pir fand gestern Abend zur Feier des Geburtstages Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Carl von Preußen eine Gesellshaft statt, welche- Ihre Königliche Hoheiten der Großherzog und die Frau Großherzogin von Sachsen nebst Ihren Hoheiten den Prinzesfinnen durch Höchstihre Gegenwart auszeihneten. Die Spizen der Be- hörden, die Hofstaaten, der Oberst und das Offizier-Corps des 1. Bataillons des 94. Regiments (Großherzog von Sachsen) und zahlreihe andere Gäste wohnten der Feier an.

Bremen, 2. Februar. Der hiesige Volksbildungs- verein hat gestern das Musterstatut als Zweigverein der in Berlin \eßhaften Gesellschaft für Verbreitung von Volftsbildung mit einzelnen Abänderungen angenommen, und dann den pro- visorishen Vorstand zum definitiven erwählt. Für die vor- läufig beschlossenen beiden Volksblibliotheken kann die Vereins- fasse nur cíwa 1000 Mark hergeben; den Rest von 2000 Mark müssen außerordentlihe Beiträge decken. Wegen der Fortbil- dungs\shulfrage hat der Vorstand den Verein der Volks\chul- lehrer um ein Gutachten ersucht.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 4. Februar. Das Bulle- tin vom 3. d. Mts. über das Befinden der Kaiserin Carolina Augusta lautet: Bei Ihrer Majestät stellte sih gestern Abends nah einem befriedigenden Tage eine mäßige Fieberzunahme mit Gallenausscheidungen ein, worauf ers nach Mitternacht ruhiger Schlaf folgte.

Der Kommandant der 13. Division, FML. Baron Lud- wig Piret, is unter Enthebung von seiner Verwendung im stehenden Heere, zum Adlatus des Ober-Kommandanten der unga- rischen Landwehr ernannt worden.

Pesth, 3. Februar. Auf der Tagesordnung des Abge- ordnetenhauses standen heut die allgemeinen Beshlußanträge des Finanzaus\hu}ses in Betreff des Budgets. Der dritte An- trag soll den Staatsrechnungshof anmveisen, über die Regelung seiner eigenen Manipulation des ganzen Staatsbuchhaltungs- Systems und der Staats\huldenkontrolle einen Geseßentwurf vorzulegen. Csawolsky beantragte eine prägnantere, viel \châr- fere en da der Sraatsrehnungshof vom Gesezartikel XV1II. 1870 hierzu verpflichtet und seiner Pflicht nicht nahgekommen sei. Diese Ansicht fand im ganzen Haufe lebhafte Zustimmung, der von Seite der Rechten Abgeordneter Polya Ausdruck gab. Der Antrag Csawelsky's wurde von einem großen Theile der Rechten zum Beschlusse erhoben.

Prag, 4. Februar. In der zweiten Hälfte des Monats Januar standen in Prag und in zehn zum Karolinenthaler, Smichower, Koliner und Trautenauer politishen Bezirke gehörigen Gemeinden 77 Cholerakranfke in ärztliher Behandlung. Davon find 28 genesen, 30 gestorben und 19 am Schluß der

Rapporisperiode im Krankenstande verblieben. F 42 #2

Schweiz. Bern, 4. Februar. (W. T. B.) Der päpstliche Nuntius hat dem Bundesrathe ein vom 16. Januar datirtes päpstlihes Send\chreiben überreicht, durh welhes dem Msgr. Mermillod, Bischof von Hebron in partibus, in Anbetracht der Bedrängniß der christlichen Kirche im Kanton Genf die kirh- lihe Verwaltung und Iurisdiction als apostolischen Vikar mit den Rechten eines ordentlihen Landesbischofs im Kanton Genf | übertragen wird.

Frankreich. Paris, 3. Februar. Das „Journal officiel“ meldet: Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten und der Botschafter Ihrer britishen Majestät haben am 29. JIanugax in Versailles cine Deklaration ausgewéchselt, welche den Zweck hat, den Tarif der dem am 5. November 1872 abgeschlossenen Han- I E angehängten Ausgleihungszölle eudgültig fest- zustellen.

Die Zahl der Bischöfe, welhe an Thiers geschrieben, um denselben aufzufordern, zu Gunsten der Klöster in Rom bei | der italienischen Regierung auf diplomatischem Wege zu interveniren, | beträgt jeßt 45. Nach dem halbamtlichen „Soir“ hat der Präsident der Republik antworten lassen, daß die religiösen Orden von Italien niht unterdrückt werden sollen und niht zu befürchten ist, daß ihre Generale ausgewiesen werden. Die italienische Re- gierung werde der Kirche nicht die Mittel benehmen, die Klöster aufrecht zu erhalten. Sie wolle blos die Beziehungen zwischen Staat und Kirche regeln, und die französishe Regierung habe nicht das Recht, fich in das Geseh über die religiösen Körperschaf- ten cinzumischen.

Versailles, 4. Februar. (W. T. B.) Die National- versammlung beschäftigte fih heute mit der Berathung des Gesezentwurfs über die Arbeit der Kinder in den Fabriken und seßte als die Altersgrenze, unter welcher die volle Tagesarbeit nicht erlaubt sein soll, für Knaben das 13., für Mädchen das 14. Lebensjahr fes. Der Minister des Auswärtigen, Remusat, brachte eine Vorlage, betreffend die Ratifikation des euglish-französischen Handelsvertrages ein.

Griechenland. Auf Samos hat, wie den „Daily News“ vom 4. Februar von dort telegraphirt wird, ein Erdbeben große Zerstörungen angerichtet. Auch sind zahlreihe Verluste an Menschenleben zu beflagen.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 1. Februar. Der Minister der Staatsgüter hat nahträglih genehmigt, daß zu den Lizitationen der geistlihen Güter im Königreich Po- len außer den Nationalrussen auch Ausländer nichtpolnischer Nationalität (also auch Deutsche) zugelassen werden dürfen. Diese Erweiterung des Kaufrechtes der gedachten Güter is ledig-

lich im Interesse des Staatsschayes geschehen, weil durch die größere Konkurrenz höhere Preise erzielt werden.

Das astronomishe und meteorologische Ob- \servatorium in Warschau isst seit dem 1. Januar d. I. mit der dortigen Kaiserlichen Universität vereinigt und unter die unmittelbare Verwaltung der Universitätsbehörde gestellt worden.

4. Februar. (W. T. B.) Das „Iournal de St. Pé- tersbourg“ meldet, daß die vor drei Jahren begonnenen Unter- handlungen Rußlands und Großbritanniens über die central- asiatishe Frage in Bezug auf Feststellung der Grenze für die beiderseitigen Gebiete und rücksihtlich der von beiden Staaten zu beobachtenden Handlungsweise zum Abschluß gelangt seien und zu einer vollständig befriedigenden Uebereinstimmung geführt hät- ten. Rußlands Politik in Central-Asien, wie in Europa, sei nur auf Erhaltung und Sicherung des Friedens gerichtet, wie ihm dies von seinen eigenen Interessen vorgeschrieben werde.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 30. Januar. Nach Mittheilung der „Post och Jnr. Tid.“ wird der König morgen Nachmittag mit einem Extrazuge in Begleitung seines wachthabenden Adjutanten, des Majors Ribbing und des norwe- gishen Hofmarschalls Holtermann, nach Christiania abreisen. Die Reise der Königin nah Norwegen ist bis auf Weiteres aufgeshoben worden. Man nimmt an, daß der Bruder des Königs, der Herzog von Dalarne, während der Abwesenheit des Königs, welche abrseinlich bis zum 20. Februar dauern wird, zum Vorsizenden der zu erwählenden interimistishen Regierung ausersehen worden ist.

Dem Kronprinzen is bei einem Falle das linke Bein beschädigt worden, meldet dasselbe Blatt und „Dagens Nyheter“ fügt-hinzu, daß Dr. Haffstróôm in Helsingborg nah Stockholum berufen worden is, um die Heilung des Kronprinzen vorzuneh- men, daß aber dieses neue Uebel niht mit dem früheren, welches Dr. Meßger in Deutschland gänzlih geheilt habe, in Verbin= dung stehe. A

Offiziell meldet „Rigstidenden“, daß das Gerücht über die Errichtung eines Zollverbandes zwischen Schweden und Norwegen sowie einer Delegation der Volksrepräsentationen beider Reiche unv egründet ist. O

Christiania, 31. Januar. Einer Mittheilung des nor- wegischen „Dagbladet“ zufolge, soll es” die Absicht der Regie- rung sein, dem Storthinge einen neuen Vorschlag zum Wehr- pflihtsgeseße vorzulegen. In diesem Vorschlage is von der früher ausgesprohenen Anschauung, daß alle Wehrpflichtigen in die Linien eintreten und dort eine gleiche Uebung und Dienstzeit haben sollten, abgegangen. Dagegen wird der Unterschied zwi- schen Linie und Reserve festgehalten. Von den Wehrpslichtigen sollten jährlih 5409 Mann in die Linie aufgenommen und den verschiedenen Waffenarten zugewiesen werden, während die übrigen Wehrpflichtigen als Reserve dienen und wie bisher eine Rekruten- \hule in ebenso langer Zeit, wie es der Linie vorgeschrieben \ci,

durchgehen sollten. Dänemark. Kopenhagen, 1. Februar.

Ueberschwemmten in Dänemark find jeßt 930,082 Rdl. beim Central-Komite eingegangen.

Für die im Ganzen

Neichstags- Angelegenheiten. Die „B. A. C.“ giebt folgende Uebersicht über die seit der leß-

ten Session des Deutschen Reichstages unter dessen Mitgliederu

eingetretenen Ver änderungen. Ausgeschieden sind die Abgeordneten v. Keudell wegen Beförderung im Reichsdienste zum Gesandten in Konstantinopel, v. Krzyzanowski in Folge Niederlegung des Mandats, Graf Dohna-Koßehau durch den Tod, Böhmer dur den Tod, Golsen dur den Tod, Reyscher durch Niederlegung des Mandats, Genast in olge Beförderung im weimari)chen Staatsdienste, Briegleb durch den

od. Wiedergewählt wurden Regierung-sRath Genast (3. Wahlkreis des Großherzogthums Sachsen-Weimar) und der früher hon wegen Ernennung zum Kaiserlichen Appellations-Rathe in Colmar ausgeschie- dene Herr v. Puttkammer I. im Wahlkreis Fraustadt. Neugewählt wurden Staatsanwalt Kayser zu Küstrin für den Geh. Leg.-R. v. Keudell im MWakhlkreise Königsberg i. d. Neumark; Probst Jazdzewski in Zduny an Stelle des Herrn v. Krzyzanowsfi im Wahlkreise Krotoschin, Staats-Minister Dr. Falck an Stelle des Grafen Dohna im Wahl- freise Lüben-Bunzlau, der Kaiserlihe Kammerpräsident Petersen zut Straßburg an Stelle des Abgeordneten Golsen im Wahlkreise Kai- S (derselbe hat bereits dem Deutschen Zollparlament ange- ört), Stadtrath Dr. Weber zu Berlin an Stelle des Abg. Briegleb im Herzogthum Coburg. Erledigt sind augenblicklich die Wahlkreise Neuwied (früherer Vertreter Böhmer) und Cannstadt in Württemberg (früherer Vertreter Reyscher).

Landtagsangelegenheiten.

Berlin, 5. Februar. Der dem Hause der Abgeordneten vorliegende Entwurf eines Gesegzes, betreffend die Theilung des Sternberger Kreises, lautet;

Vir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2e. verordnen mit Zustimmung beider Häuser des oe Unserer .Mo- narchie was folgt: Einziger Paragraph: Aus dem Kreise Sternberg im Regierungsbezirke Fraukfurt werden die beiden Kreise: Erster ei Sternberger Kreis und Zweiter (östliher) Sternberger

reis gebildet, deren Abgrenzung die Anlage ergiebt. Urkundlich 2c. ___ Ortschaf\ts-Verzeichniß des Ersten (westlichen) und des Zweiten (öfstlicheu) Sternberger Kreises.

Der Erste (westliche) Sternberger Kreis - besteht aus den Ort- schaften: Aurith (Gemeinde und Domäne), Balkow, Balkow-Grimniß, Beeliß (Gemeinde- und Gutsbezirk), Bergen (Gemeinde- und Guts- bezirk), Bieberteih (Gemeinde- und Gutsbezirk), Bischofsjee (Ge- meinde und Domäne), Bottschow (Gemeinde- und Gutsbezirk), Buch- holz (Gemeinde- und Gutsbezirk), Clau8walde (Gemeinde- und Guts- bezirk), Cunersdorf (Gemeinde- und Gutsbezirk), Cuniß, Döbberniß

Gemeinde- und Gutsbezirk), Drenzig (Gemeinde und Domäne),

rauendorf, (Gemeinde- und Gutsbezirk), Friedrichswille (Gemeinde- und Gutsbezirk), Groß-Gandern (Gemeinde- und Gutsbezirk), Klein- Gandern (Gemeinde- und Gutsbezirk), Goerbitsch (Gemeinde- und Gutsbezirk), Amtsvorwerk E Gohliß, Graeden (Gemeinde und Gutsbezirk), Grimniß, Grunow b. D., Hildesheim (Gemeinde- und Gutsbezirk), Klein-Kirshbaum (Gemeinde und Gutsbezirk), Kloppiß, Kohlow (Gemeinde- und Gutsbezirk), Kreemsen, Laessig, Laubow, Leichholz (Gemeinde- und Gutsbezirk), Leissow, Lieben (Gemeinde- und Gutsbezirk), Groß - Lübbichow, Klein - Lübbichow atschdorf (Gemeinde- und Gutsbezirk), Melschniß, Neuendorf (Gemeinde und Domäne), Neuendorfer Etablissement , Oetscher, Pinuow Gemeinde- und Gutsbezirk), Polenzig, Radah (Gemeinde- und

utsbezirk), Gro -Rade, Klein-Rade, Rampiß (Gemeinde, Domäne und Königlicher Forstbezirk), Reichenwalde (Gemeinde- und Guts- bezirk), Reipzig, Reppen (Königlicher Forstbezirk), Saepzig, Sandow Gemeinde- und Gutsbezirk), Schmagorei (Gemeinde- und Gutsbezirk),

chwetig, Seefeld, Spudlow, Stenzig, Storkow, Tornow (Gemeinde- und Gutsbezirk), Trettin, Tschernow, Wildenhagen (Gemeinde- und Gutsbezirk), Zerbow (Gemeinde- und Gutsbezirk), Ziebingen (Ge- meinde- und Gutsbezirk), Zohlow (Gemeinde- und Gutsbezirk), Zwei- nert, und den Städten Droffen, Göril und Reppen.

Der Zweite (östliche) Sternberger Kreis umfaßt die Ortschaften : Albrechtsbruch, Altona, Anapolís, Arendsdorf (Gemeinde- und Guts-

- bezirf),

bezirk), Baudachswerder, Beatenwalde, Beaulieu, Breefen, Breisach, Brenkenhofsfleiß, Burschen (Gemeinde- und Gutsbezirk), Ceylon, Charlstown, Coritten, Corfica (Gemeinde- und Gutsbezirk), Damm- bus, Neu-Dresden, Ernestinenberg, Florida, Freiberg, Friedrich der Große, Gartow und Forsthaus Gartow, Glauschdors, Gleifen (Gemeinde- und Gutsbezirk), Grabow (Gemeinde- und Guts- Gro{ow (Gemeinde- und Grunow bei Lagow, Gronow bei Stock, Hammer, Hampshire avannah, Heinecrsdorf, Herzogswalde (Gemeinde- und Guts- »-zirk), Jamaica mit Mießenwerder, St. Johanncs, Kemnath ees und Gutsbezirk), roß-Kir)hhaum (Gemeinde- und Guts- ezirk), Koeltschen, Königswalde (Gutsbezirk), Kriescht (Gemeinde und Domâne), Lagow (Guts- und Königlicher Forstbezirk), Neu - Lagow, Langenfeld, Langenpfuhl, Limmritz (Gemeinde- und Königlicher Forst- bezirk), Neu-Limmriß, Lindow (Gemeinde- und Gutsbezirk), Luisa eee und Gutsbezirk), Malkendorf, Malsow (Gemeinde- und utsbezirk), Malta und Quebeck, Mannheim, Maryland (Gemeinde und Domäne), Mausckow, Meeckow, Neudorf (Gemeinde- und Guts- bezirk), Neuwalde (Gemeinde- und Gutsbezirk), Oegniß, Osterwalde (Gemeinde- und Gutsbezirk), Ostrow, Petersdorf, Pensylvanien, Phi- ladelpbia, Priebrow, Rauden (Gemeinde- und Gutsbezirk , Reichen, Reibenstein, Fisk. - Rehnen, Saratoga, Savannah, Schartowsthal, ScheiblersLerg, Schermeisel (Gemeinde- und Gutsbezirk), Schleestädt, Schönow (Gemeinde- und Gutsbezirk), Schönwalde (Gemeinde- und Gutsbezirk), Schwarzsel, Secren, Selchow (Gemeinde- und Gutsbezirk), Sonnenburg (Domäne), Sophienwalde (Gemeinde- und Gutsbezirk), Spiegelberg (Gemeinde- und Gutsbezirk), Stock, Streitwalde, Stubbenhagen, Stuttgart, Sumatra, Tauerzig, Tempel, Teufelsvor- werk, Trebow, Ulrica, Waldowslränk, Wallwiß (Gemeinde- und Guts- bezirk), Wandern (Gemeinde- und Gutsbezirk), Wasserhof, Weiber- werder, Wilhelmsthal, Woxfelde (Gemeinde- und Gutsbezirk), New- York, Yorkstown, Zelle und die Städte Königswalde, Lagow, Sonnuens- burg, Sternberg und Zielenzig. Motive.

Die Theilung des Kreises Sternberg im Regierungsbezirke Frank- rt, welcher auf 40} Meilen über 240 Kommunalbezirke und eine evölkerung von rund 92,000 Seelen enthält, ist son seit mehreren

Jahren von den Provinzialbehörden als ein unabweiéliches Bedürfniß bezeichnet worden. Der Kreis ist zu groß, um von einem Landrathe auch nur in räumlicher Bezichung genügend übersehen werden zu Fönnen, die Arbeitskräfte eincs Landrathsamtes sind nicht ausreichend, um bei der von Jahr zu Jahr wachsenden Arbeitslast den Geschäfts- gang vor Stockungen zu bewahren. ; L

Unter diejen Umständen haben die Kreisstände dem Plane zur Theilung des Kreises in zwei Kreise auf dem Kreistage vom 14. Diek 1872 ihre Zustimmung ertheilt; die Provinzialbehörden be- ürworten denselben. : ' j

Die Staatsregierung glaubt auf die Durhführung der Theilung ein um fo größeres Gewicht legen zu sollen, als in Folge der Kreis- Ordnung für die sechs östlichen Provinzen vom. 13. Dezember 1872 erhöhete Anferderungen an die Kreis-Verwaltung werden gestellt werden.

Die aus der Anlage des Gesetzentwurfs sfi ergebende Abgrenzung

der beiden neuen Kreise, zu deren übersichtliher Darstellung die an- eshlossene Skizze dient, beruht auf einer sorgfältigen Abwägung aller n Betracht zu ziehenden Momente und entspricht den Wünschen der überwiegenden Mehrheit der Betheiligten. Das Oder-Bruch, soweit es den Kreis berührt, ist dem neuen 1. westlichen, das Warthe-Bruch dem 2. ftlien Kreite zugetheilt. Die bestehenden Verkchrsverhältnisse find mög- lichst berücksihtigt und anderweit vorhandene Verbände (Kirch\piele, Nent- amt Sonnenburg) fast gänzlich unberührt gelassen. Die Einwohnerzahl, E und Steuerkraft ist ziemlich gleihmäßig auf die beiden neuen reise vertheilt. Bei 43,165 Einwohnern wird der westliche Kreis 114,128 Hektar Fläche mit 306,637 Thalern Grundsteuer - Reinertrag enthalten, dagegen der oftliche bei 48,742 Einwohnern 110,238 Hektar Fläche mit 304,663 Thalern Grundsteuer-Reinertrag._ Während jener 65,690 Thlr. an Gesammtsteuern zahlt, entrichtet dieser 67,713 Thlr. Die Zahl der Ortschaften beläuft sich im westlichen Kceise auf 105, im ôoîitlichen auf 139, darunter befinden sich in jenem 3, in diejem 5 Städte; ferner in On 27 größere Güter von mindestens 1000 Thalern Grundsteuer-Reinertrag, in leßterem 17. \ f Ist demnach an der Prästationsfähigkeit der beiden Aue eben

fo wenig zu zweifeln, wie an dem Vorhandensein geeigneter Elemente kür die Durchführung der obrigkeitlichen und kommunalen Selbst- verwaltung in Gemäßheit der Kreisordnung vom 13. Dezember 1872, fo bietet auch die Auseinanderseßung des Krei8vermögens kein Bedenken egen die Realisirung des Theilungs-Projektes. Jn teßterer Hinsicht Een die Kreisstände die Verwendung der vorhandenen Aktiv-Kapi- talien zum Ausbau verschiedener Kreis-Chausseen beschlossen und gleich- zeitig die Beibehaltung eines gemeinsamen Chausseebau-Verbandes auch nach erfolgter Trennung des Kreises in zwei Kreise, ins Auge gefaßt. Kreisschulden sind nicht vorhanden. ; i Die gewählte Benennung der beiden Kreise als Erster und Zweiter Sternberger Kreis hat in dem Wunsche der Betheiligted sein-n Grund, den alten Sternbergishen Namen, welchen einer dex ältesten Bestandtheile des preußischen Staats führt, nicht verschwinden zu sehen. Aehnlich liegt das Verhältniß Hinsichtlich der Benennung der beiden Jerichower Kreise im Regierungébezirke Magdeburg; der beiden Mansfelder Kreise im Regierungsbezirke Merseburg; ferner der beiden Priegnißzer und Havelländer Kreise im Regierungsbezirke Potsdam. :

Was endlich die durch die Theilung des Kreiscs entstehenden

Kosten anlangt, so sind dieselben bereits in dem Entwurf zum Staats-- Haushalts-Etat pro 1873 in Ansaß gebracht worden.

Die Nr./11 der Annalen der Landwirthschaft in den Königlich Preußischen Staaten hat folgenden Jnhalt: Zur Auswanderungsfrage. Versuche über das Unterbringen der Saat in verschiedener Tiefe. Vortrag, gehalten vom Prof. B. S. Iör- gensen. Aus der Provinz Schl ‘swig-Holstein. Aus dem Herzog- thum Anhalt. Versuche zur Erforschung der Zusammenseßung und

Das Concert unter Leitung Richard Wagners,

welches gestern Abend im Concerthause dur die Bemühung des

hiesigen Zweigvereins des dervtshen Wagnervereins zu Stande fam und den weiten Raum in allen Theilen vollständig gefüllt hatte, bildete ein hervorragendes mufsikalishes Ereigniß der Saison. Wagner befindet fich bekanntlih gegenwärtig auf einer Rundreise durch die größeren deutschen Städte, um für die Auf- führung seines Nibelungenringes in Bayreuth geeignete Gesangs- kräfte persönlih zu prüfen und eventuell zu gewinnen, zuglei

aber auch weitere Kreise für sein Unternehmen zu interessiren. Die

een Ergebnisse seiner Anschauung über die gegenwärtigen Zustände der Oper veröffentlicht er in einer Reihe von Auffsäßen in Frißsch's musikalishem Wochenblatt.

Wie {wer es sein mag, ein rein gegenständliches Urtheil

über die Berechtigung der durh Richard Wagner vertretenen -

Richtung zu fällen, was erst möglich, wenn die Aufführung seines Nibelungenringes Thatsache sein wird, so is er doch un- bestreitbar eine phänomenale Erscheinung auf dem Gebiete der Kunst. Von einer zahlreihen Menge von zum Theil persönlich aggressiven, zum Theil übershwänglich panegyrishen Flug- schriften, die sih noch fortwährend mit Wagner beschäftigen, wird gleichwohl seine Genialität und das ernste Streben in seinen dramatischen Werken für die Reformation der Oper nicht verkannt. Und in der Tlat liegt zwischen der ersten Aufführung seines „Tann- häuser“ in Paris, der dort im Jahre 1861 bekanntlich vollständiges Fiasko machte und der ersten Aufführung seines „Lohengrin“ in Bologna {im vorigen Jahre ein Umschwung auf dem Gebiete der Oper, wie sie seit Gluck zum ersten Male mit gleicher Gner- gie sih vollzieht. Wagner hat \eit seinem ersten Auftreten seine

Gutsbezirk), - Grundhof, -

des Futterwerthes des Klees in den verschiedenen Vegetationsperioden. Die Wandexrlehrerfrage in Ricéfinpreiben 2 Mittrabar 2 Wie soll as Landmann seine Kinder ausbilden ? Vortcag, gehalten von Dr. Schild. Besondere Beilage zum Deutschen „Reichs-Anzeiger.“ Vermischtes : Ueber die Thätigkeit des westfälischen Vereins sür Vogelschub, Geflü- gel- und Singvögelzuht. XVIII. ordentliche L cttden: aud putaetr lz des Vereins der Spiritusfabrikanten in Déutshland. Preisver- zeichnisse. Marktbericht. Viehpreise. Stärkepreife.

Die Nr. 2 des „Amts-Blattes der Deutschen Reichs- Telegraphen-Verwaltung“ hat folgenden Inhalt: Verfügun- gen vom 23. Januar 1873. T M R ie in Wittwenkafssen- Angelegenheiten und Ma L Ses è der von der preußischen Staats- regierung angestellten Telegraphenbeamten und Unterbeamten. Vom 24. Januar 1873. Instradirung der deutsch-englishen Korrespondenz. Vom 25, Januar 1873. Verfahren, wenn die Weiterbeförderung bereits abtelegraphirter . Depeschen Seitens ausländischer Stationen wegen eingetretener Störung oder Unterbrechung beanstandet wird. Vom 27. Januar. Aenderungen des Stromlaufs Nr. 12 im Be- triebs-Reglement. Vom 31. Januax 1873. Wiederholung der im Texte der Depeschen etwa enthaltenen Angaben bezüglich vorausbezahlter Antwort 2c. unter den dienstlichen Zufäßen. Vom 31. Januar 1873. Verfahren, wenn Seitens der Korrespondenten in Betr-ff der richtigen Uebermittelung von Depeschen Zweifel erhoben werden. Bescheidung vom 31. Januar 1873. Verfügung an die Kaiserliche Telegravhen- Direktion zu N., die Abfassung der Dienstdepescheu nah dem Aus-

lande betreffend. Kunst und Wissenschaft.

__ In Stubers Buchhandlung in Würzburg ist vor Kurzem die erste Hälfte des I. Bandes der „Ausgewählten Werke Friedrichs des Großen“ erschienen. Die Verlagshandlung war bemüht, eine gediegene Auswahl zu bieten und hat zu diesem Zwecke den als Biographen und Commentator Dante's bekannten Professor Dr. Franz X. Wegele gewonnen. Die „Allgemeine Einleitung über die gesch chtliche und nationale Bedeutung Friedrich des Großen“, dann die weiter beigefügte „Besprechung der Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg“ sind beide aus der Feder Wegele's. Die sorgfältige Neberseßung hat Heinrih Merkens, der Verfasser der „Gedanken Friedrich des Großen“ besorgt. Die Sammlung wird in 4 Bänden (8 Halbbänden) in Zwischenräumen von je 4 bis 5 Mo- naten .und in nachfolgender Reihenfolge erscheinen: Band T. : Denk- würdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg (von Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürsten an). Geschichte meiner Zeit. Band I1.: Geschichte des siebenjährigen Krieges. Denkwürdigkeiten vom Hubertsburger Frieden bis zum Frieden von Teschen. Band IIk.: Betrachtungen über den gegenwärtigen Zustand des Staatensystems in Europa. Anti-Macchiavel. Der Fürstenspiegel. Ueber Erziehung. Vom Nußen der Künste und Wissenschaften in einem Staate. Versuch Über die Regierungsformen und Regentenpflihten. Briefe über Vater- landsliebe. Ueber die deutsche Literatur. Der IV. Band enthält cine Auswahl aus seinem Briefwechsel. /

Christiania, 31. Januar. Nach einem Telegramm des nor- wegischen „Aftonbladet“ iît die von Hrn. Rosenthal in Bremen aus- gerüstete Syißbergen-Expedition mit dem Dampfschiffe „Grön- land“, Kapitän Melmsom, am Dienstage vou Jönsberg abgegangen.

Gewerbe und Sandel.

Berlin. Die Aktien der Stadtberger Hütte werden zum Course von 105 in den nächsten Tagen an der hiesigen Börse von der Mirteldeutschen Bank (vorm G. Müller & Co.) zur Einführung gelangen. Diese zu Stadthagen (Marsberg) in Westfalen belegenen, bereits seit dem Jahre 1834 als Gewerkschaft im Betrieb befindlichen bedeutenden Kupfererz-Gruben und Hütten arbeiten feit dem 1. Juli 1872 für Rechnung der Aftiengesellschaft, welhe aus folgenden Auffichtêraths- Mitgliedern besteht: Herr Rudolph Rhodius, Fabrikbesißer zu Linz a. Rh., Herr O Gustav Bunge und Kaufmann Otto Meurer, beide zu, Cöln, sowie Herr Konsul Gustav Müller zu Berlin. Das Aktienkapital, in welhem ein Betriebsfonds von 250,000 Thlr. enthalten ist, beträgt 1 Million Thlx. Î

Das Kupfer-Distriktsfeld hat eine Größe von 15 Qu.-Meilen; die Nachhaltigkeit der Erze ist nah vorgenommener technischer Unter- suchung und bergmännischer Erfahrung auf lange Zeit hinaus festge- stellt. Die Extraktions-Anstalten gelten als Mustereinrichtungen. Die jeßige Anlage derselben gestattet nah seitherigen Erfahrungen die Pro- duktion von 8 —9000 Ctr. Raffinat-Kupfer. Nach den Durchschnitts- ze.hlen der leßten 10 Jahre ergab sich na rationellen Abschreibungen bei einem mittleren Verkaufspreise des Kupfers von nicht ganz 29 Thlr. pro Ctr., ein Durchschnitts-Reingewinn von ca. 10 Thlr. pro Ctr.

Betreffs der Einzelheiten dieses Unternehmens verweisen wir auf den im Inseratentheile enthaltenen Prospekt.

Verkehrs-Anstalten.

Berlin, 5. Februar. Nach einer summarischen Uebersicht über den Depeshen-Verkehr auf der Indo-Europäischen Te- legraphenlinie im Monat Januar 1873 find an gebühren- pflichtigen Depeschen befördert: a. aus London, dem übrigen England und Amerika nach - Persien und Indien 703 Stück, b. aus Persien und Indien nah London, dem übrigen England und Amerika 9587 Stück, c. vom europäischen Kontinent exkl. Rußland nah Persien und Indien 146 Stück, d. aus Persien und Indien nah dem europäischen Kontinent exkl. Rußland 73 Stück, Summa 1509 Stü.

München, 2. Februar. Der Postanweisungs-Verkehr Bayerns im Jahre 1872 {lit ab im internen Verkehr mit 951,147 Stück ein- und ausgezahliter Postanweisungen und mit einer Ein- und Auszahlung von 24,183,851 fl. Gegen das Vorjahr ergiebt fich ein Mehr an Postanweisungen um 131,226 und ein um 3,215,340 f. erhöhter Geldumsaß. Jm Wechselverkehr wurden 268,789 Post- anweisungen mit einer Summe von 7,836,372 fl. ein- und 200,135 Stück ausbezahlt. In diesem Verkehre mußten excl. einer Mehraus- zahlung von 87,385 fl. (Augsburg) an fremde Postanstalten hinaus-

Gedanken und Ziele in mehreren Schriften niedergelegt, die unter den Titeln: „Die Kunst und die Revolution“ (1849), „Das Kunstwerk der Zukunft“ (1850), „Oper und Drama“ (1852), „Diedeutsche Kunst und die Politik“ (1868) erschienen find, und die verschieden- artigste Beurtheilung erfahren haben. Er fordert für das Kunst- werk der Zukunft das Zusammenwirken aller cinzelnen Künste: Architektur, Landschaftsmalerei, Poesie, Musik, Tanzkunst und die untergeordneten dekorativen Künste, sowie alle mechanischen Leistungen der Bühnen-Technik: Alles soll sih in harmonischem Zusammenwirken bei seinem Kunstwerk der Zukunft betheiligen; eine Idee, welche übrigens bis zu einem gewissen Grade hon Schiller für seinen „Tell“ zu Anfang des ersten Ats und in der Rütliscene im Auge hatte, und die ihm unbegründete Vor- würfe zugezogen hat. Das Hauptziel Wagners bildet daher die Aufführung desjenigen Werkes, welches er als Dichter und Komponist geschaffen und das im Sommer 1874 in ¿Bayreuth dargestellt werden soll, des „Ringes der Nibelungen“.

Richard Wagner hat selbsi im vorigen Jahre in seinem „Bericht an den deutshen Wagnerverein, (welcher die Sorge für das Zustandekommen übernommen) über die Umstände und. Schick- fale, welche die Ausführung des Bühnenspieles „Der Ring der Nibelungen“ begleiteten“, (Leipzig 1872) fih geäußert, was ihn veranlaßte und bestärkte „die höchste Anspannung seiner künstle- risch produktiven Kräfte für eine lange Reihe von Jahren der Ausführung eines Werkes zuzuwenden, welches jedem praktisch Erfahrenen als auf unsern Operntheatern unausführbar gelten mußte.“ Das Werk besteht aus vier Theilen. Einem Vorspiel „Rheingold“ und der Trilogie: „Die Walkyre“, „Siegfried“ und Siegfried's Tod“, Daß Wagner selbst an der Möglichkeit des Zustandekommens gezweifelt, geht aus folgenden Worten der an-

vergütet werden: 2,004,329 fl., ein Zeichen, daß die Einzah ag, anderen Staaten größer sind, als solche med dort. f vie drs Boye ergiebt fich in diesem Verkehre ein Mehr von 65,048 ein- und 23,144 Stück ausgezahlten Postanweisungen, und der ein- urd ausgezahlten Summe um 1,737,935 fl, Im Ganzen wurden Post- anweisungen eingezahlt: 1,219,936 Stück (Vorjahr 1,023,662) mehr 197,284, ausgezahlt: 1,151,282 (Vorjahr 996,912), mehr 154,370 Die Einzahlung betrug 32,020,223 fl, (Vorjahr 27,066,948 fl.) mehr :

D Y New-York, 3. Februar. (W. D) A f „Weser“ ist heute hier eingetroffen. E S

Aus dem Wolff’\schen Telegraphen-Bureau.

Dresden, Mittwoch, 5. Februar. Nach dem frü ausgegebenen Bulletin hat die Königin imlie die e Los lih gut verbraht ; der Schlaf war weniger durch Husten ge- stôrt, die Fieberersheinungen haben etwas nagelafen. Gleich- E sich die Hohe Kranke noch sehr chwach und ange-

Hamburg, Mittwoch 5. Februar. Einem Londoner - gramm der „Börsenhalle“ zufolge if gegen die Eilgertülnier K Dampfers „Murillo“, obglei dieselben spanische Unterthanen find auf den Rath juristisher Autoritäten bei dem englischen Admi- ralitätsgerihte eine Entschädigungsklage eingeleitet, weil der Zusammenstoß mit dem „Northfleet* in englischen Gewässern L Bi E Der E Sthadenersaz beläuft fich auf

: . Sterl. Den Beklagten is bereits cine V pee gten ist bereits cine Vorladung

__London, Mittwoch, 5. Februar. Nach. einer v

hiesigen Konsul für St. Domingo E doi para datirten Zuschrift, ist demselben bis jeßt irgend eine offizielle Mittheilung feiner Regierung über die erfolgte Verpachtun oder Veräußerung der Samana-Bucht nicht zugegangen. Na einem unterm 4. Januar vom Präsidenten erlassenen Befehl solle die Angelegenheit vielmehr einer Volksabstimmung unter- breitet werden, die aber noch nicht stattgefunden habe.

Bukarest, Mittwoch, 5. Februar. Nachdem di ir- tenkammer ein Amendement, durch welches die Präventivbett i Preßsachen für unzulässig erklärt wird, angenommen hat, ift die von der Regierung wegen Modifizirung mehrerer Bestim- mungen des Strafgeseßbbuhs gemachte Geschvorlage von der

Regierung wieder zurügezogen worden.

: New-Y orf, Dienftag, 4. Februar. General Banks hat im Repräsentantenhause eine Resolution des Jnhalts eingebracht daß das Haus den Präsidenten ersuche, Verhandlungen mit den auswärtigen Mächten anzuknüpfen und im Einvernehmen mit denselben dahin zu wirken, daß den am Aufstande nicht theil- nehmenden Bewohnern von Cuba Schuß gewährt werde, daß ferner die Emanzipationsgeseße und die Negeln einer civilifirten Kriegführung zur Anwendung gelangten und daß ein baldiger Friede herbeigeführt werde. Von dem Hause wurde die Resolution dem Komite für auswärtige Angelegenheiten überwiesen.

_Shangai, Dienstag 4. Februar. Das unterseeishe Kabel zwischen hier und Nangasaki ist wiederhergeftellt und feit heute wieder in Thätigkeit. :

Melbourne, Dienstag, 4. Februar. Das gestern abge- gangene Damfpacketboot „Baroda“ nimmt für 175,000 Vf Sterl. Gold mit nah Europa. E

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 6. Februar. (Opernhaus.) 33. Vorstellung. Satanella. Phantastisches Ballet in 3 Akten und 4 Bildern von P. Taglioni. Musik von Pugni und Hertel. Frl. Rosita Mauri aus Barcelona als Gast. Anfang 7 Uhr. Mittel-Preise.

Im Sauspielhause. (36. Abonnements - Vorstellung.) Emilia Galotti. Trauerspiel in 5 Abtheilungen von G. E. Lessing. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise. :

Freitag, 7. Februar. (Opernhaus.) 34. Vorstellung. Die Stumme von Portici. Große Dper in 5 Aen von Scribe. Musik von Auber. Ballet von P. Taglioni. Elvira: Frl. Leh- mann. Fenela: Fr. Guillemin. Masaniello: Hr. Formes. Pietro: Hr. Fricke. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Im Schauspielhause. (37. Abonnements-Vorstellung.) Glas Wasser, oder: Ursachen und Wirkungen. Lustspiel in 5 Akten von Scribe. Anfang 7 Uhr. Mittel-Preise.

Es wird ersucht, die Meldekarten (sowohl zu den Opern- haus-, wie zu den Schauspielhaus-Vorstellungen) in den Brief- kasten des Opernhauses, welcher sich am Anbau desselben, gegen- über der fatholishen Kirche, befindet, zu legen.

Dieser Briefkasten ift täglih für die Vorstellungen des fol- genden Tages nur von 10 bis 12 Uhr Vormittags geöffnet.

Meldungen um Theaterbillets im Bureau der General-In- tendantur oder an anderen Orten werden als nicht eingegangeu angesehen und finden keine Beantwortung.

Das

geführten Schrift hervor: „So wollte: ih denn ein Werk schaffen und bis in das Kleinste deutlich ausführen, um es, vielleicht weit über meinen Tod hinaus, für den kommenden rechten Tag in Bereitschaft zu halten. Jedenfalls aber erwartet der Dichter- fomponift von der Aufführung die Inauguration einer neuen Acra auf dem Gebiete der Oper.

__ Daß Richard Wagner inzwischen niht mit äußerster Kon- sequenz seine Theorie vo. der Unstatthaftigkeit wie aller Künste so au der Musik als Ginzelkunst verfolgt, sondern sih den ge- gebenen Verhältnissen fügt, bewies das Concert in Hamburg, und der hier zu besprechende gestrige Abend, an welchem er Fragmente seiner neueren Werke vorführte. Durch cine prächtige, von dem Prof. Stern geleitete Fanfare und von allseitigem Beifall der dem Meister Lorbeerkranze und Blumen \pendenden Versammlung begrüßt, trat Wagner an die Spitze der zu einem Ganzen vereinigten Kräfte der „Concerthaus-“ und der „Berliner Sin- foniekapelle“, die mit Ausnahme des Schlußsaßes aus „Tristan und Isolde“, wo einige leichte Schwankungen vorübergehend be- merkbar wurden, durch stattliches geshlossenes Zusammengehen sich auszeihneten. Eines seiner entschieden populärsten und wahrhaft monumentalen Werke, in der der Meister die ganzen tehnisch - orhestralen Mittel zu einem gewaltigen Stimmungsbilde verarbeitet hat, seine Tannhäuser-Ouverture machte den Anfang und erhielt unter der Hand des Komponisten in den Stellen, welche den Hörselberg mit seinen Orgien malen, eine ungleih höhere, lebhafter nüan- cirte Wirkung. Uebrigens beobachtete der Dirigent durhweg ein mehr zurückgehaltenes Tempo, als bei anderen Aufführungen bemerkt wird. Die sämmtlichen übrigen “Nummern des Pro- gramms waren Werken der neueren Periode seines Schaffens