Fnland.
Berlin, 31. Juli. Nach Jnhalt der im heute erschie- nenen Stücke der Geseß-Sammlung enthaltenen Deckaration vom 19. Juni d. J. ist die mit der Königlich Niederländi- schen Regierung unterm 11. Juni 1818 abgeschlossene Kar- tel-Convention als vom 1. Januar d. J. ab auf sechs Jahre verlängert anzufehen, und sollen die Bestimmungen derselben, mit Ausnahme der in den Artikeln 2. und 3. enthaltenen, aufrecht erhast:n werden; die Fassung der gedachten beiden Artifel. aber wird fünftig folgende syn: L
Art. 2. Als Deserteure werden nicht allein die Mili- tair- Personen óhne Unterschied der Waffen und des Gra- des, welche ihre Fahnen verlasseu, sondern auch die aus- getretenen Militair-Pflichtigen , d. h. diejenigen Jndividuen angesehen, welche zum wirklichen Dienste bei der Landwehr,
bei der National-Miliz oder bei irgend einem andern Zweige"
des Militair-Dienstes cinberufen oder in dem Falle sind, ein- berufen zu werden, sih auf die an sie ergangene Aufforde- rung nichr einstellen, oder sih dieser Einstellung zu entziehen suchen, indem sie sich auf das Gebiet des andern der hohen contrahirenden Theile flüchten.
Arc. 3. Von der Auslieferung oder Zurúckstellung, die auf den Grund des gegenwärtigen Vertrages verlangt wer- den fann, sind ausgenommen :
a) Jndividu2n, welche in dem Staate, wo sie eine Zuflucht gesucht haben, geboren sind, in dem andern Staate aber, nach den gegenseitig in Kraft befindlichen Gescben. und Verordnungen, noch kein bestimmtes Wohnsiß-Recht er- worben hatten, und die sonach vermittelst ihrer Deser- tion, nur in ihre Heimath zurückkehren ;
b) Jyndividuen welche, obwohl sie in dem Staate, den sie verlassen haben, geboren sind, doch in dem andern Staate, wo sie eine Zuflucht gesucht, einen bestimmten Wohnsiß nach den dieserhalb daselbst in Kraft befindlichen Geseten und Verordnungen erworben haben ;
c) Individuen, die entweder vor oder nach ihrer Desertion sich irgend eines Verbrechens oder Vergehens \chuldig gemacht haben, um dessentwillen sie vor die Gerichte des Landes, wo sie sich aufhalten, zur rechtlichen Untersu- chung gestellt werden köunen.
Gleichwohl findet auch in diesem Falle die Auslieferung statt, nahdem der Deserteur frei gesprochen ist, oder seine Strafe überstanden hat. :
Privatrechtliche. Verbindungen , die ein Deserteur im Staate des andern Souverains eingegangen seyn möchte, fönnen in feinem Falle ein Gründ zur Verweigerung seiner Auslieferung werden.
— Die hiesige Spenersche Zeitung hat, indem sie aus den im Dienstags-Blatte von uns, in Verfolg des frü- her mitgetheilten Russishen Armee - Berichts vom 11. Juli, gegebenen Nachrichten vom Kriegs-Schau- plaße Einiges in ihr gestriges Blatr aufgenommen hac, fol- gende Bemerkun g vorangeschickt :
¡Die Preuß. Staats-Zeitung bestätigt in einem in ih- rem gestrigen Blatte enthaltenen Bericht vom Kriegs- Schauplake in der Türkei die von uns in Nr. 174. diejer Blätter mitgetheilten Nachrichten und fügt noch folgende Details hinzu.‘
Die Absicht der Redaction der Staats-Zeitung i| nicht dahin gegangen und hat auch nicht dahin gehen fönnen, Nachrichten der Spener' schen Zeitung, die sie selbst ihrer- seits schon einen Tag früher als die lektere gegeben hatte, bestätigen zu wollen. Denn wenn etwas. zu bestätigen gewesen wäre, so würden es doch itnmer nur die früher durcch die Staats-Zeitung gegebenen Nachrichcen gewesen seyn ; einer Bestätigung dieses Armee - Berichts dedurfte es jedoch in fei- ner Hinsicht ; es kam vielmehr nur darauf an, die Derails, welche der Staats-Zeitung später Lesern mitzutheilen. j
Um etwanigen Mißdeutungen zu begegnen, zu denen obige Bemerkung der Spenerschen Zeitung Anlaß geben möchte, findet die Redaction der Staats-Zeitung si zu ge- genwärtiger Aeußerung bewogen.
zugegangen waren, ihren
Köln, 26. Juli.
Rußland mit Gefolge, zogs von Nassau, Kaiserlichen Hofe abgestiegen.
Elberfeld, 25. Juli.
mächtigter, Bergamts-Director Schmidt,
in Jalapa eingetroffen war und stadt zu erreichen hoffte.
s Hi fes
Die Direction des Deuts Amerikanischen Bergwerk - Vereins hat die Actionaite ben zur 9ten General-Versammlung auf den 23. Septemh, Nachmittags 3 Uhr eingeladen und zugleich dabei befan gemacht, daß ihr nac) Mexico’ abgesandter General-B vg mit seinon Begl tern am 15, Mai glücklich 1n- Vera-Cruz gelandet, am 18 am 27. Mai dic Haus
dess;
2 Heute Nachmittags um halb 5 1108 ist Jhre Kaiserliche Hoheit die Frau Großfürstin Helene v
am Bord der schônen Jachr de ier angefommen-und im Gastho
Allgemeine
jreußische Staats-Zeitung.
é 203.
Königlihe Schauspiele.
Freitag, 1. August. Jm Opernhause: Oberon, Köy der Elfen, romantische Feenoper in 3 Adtheilungen ; nach dy R. Planché, für die Deutsche Büh Weber. Bil
O
Englischen des J. überseßt von, Th. Hell. Musik von C. M. v. lets vom Königl. Balletmeister -Telle. Sonnabeud, 2. August. Ahnfrau, Trauerspiel in 5 Abtheilungen, von F.
(Mad. Pann: Bertha, und Herr Pirscher, vo
Theater zu Magdeburg: Jaromir, als Gastrollen.)
Königsstädtsches Theater.
Freitag, 1. August. Der Deserteur. Hierauf die Wu derlampe. (Dlle. Holzbecher wird hierin vor ihrer Urlau
Reise zum Lebtenmale auftreten.)
Im Schauspielhause: Y Grillparzg m Stay
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Seine Majestät der König haben dem Superintendenten deler zu Beeskow, den Rothen Adler-Orden dritter Klasse
verleihen geruhet.
Abgere is: Der Ober-Berg-Hauptmann und Chef des sammten Berg-, Salz- und Hüttenwesens, Gerhard,
ch Halle,
Zeitungs-Nachrichten. Ausland.
Berliner Börse,
Den 31. Juli 1828.
aper Grnnipie amar
Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufs. ‘Cow
Frankrei cch.
Pairs-Kammer. Ju derSibung vom 24. Juli
achte der Graf Molé das Résumé der allgemeinen Be- thung über den: Entwurf wegen Auslegung der Geseße ch- zwei Cassations - Urtheilen, nachdem noch der Herzog
S | Zf.| Prie | Gel
St. - Schuld - Sch. 91s 914 (Pomm. Pfandbr. Pr. Engl. Anl. 18 103 — f{Kur-u. Neun, do. Pr. Engl. Anl. 22 1027 Schlesische do. Bo.Ob.inc!.Litt.H Pomm. Dom. do. Kurm. Ob. m. l. C. Märk. do. do. Neum.Int.Sch.do. Ostpr. do.- do. Berlin. Stadt-Ob. Rückst. C. d.Kmk Königsbg. do. do. do. d.Nnmùk. Elbinger do. Zins-Sch. d. Kmk. Danz. do. inTh.Z dito d. Nmk. VWVestpr. Pfdb. A.
duo dito B.
9 2 90 90
Ill aan
100z 9 947 [Holl vollw. Duc. Grosshz. Pos. do. — fFriedrichsd’or . Ostpr. Pfandbrf. 96* ¡Disconto Wechsel- und Geld-Cours.
(Berlin, den 31. Juli.)
mat | A N
Eda
Kurz 2 Me. Kurz 2 Nt. 3 Mt. 2 Met. 2 Me. 2 Mkt. 2 Mit. Uso. 2 Me. 3 V ch.
Amsterdam dito
Hamburg dito
250 Fl. 300 ML. 3090 Mk. 1 LSitl. 300 Fr. 150 FI. 150 FI. 100 Thl. 100 Thl. 150 FIL.
VVien 1n ‘
Augsburg
Breslau
Leipzig
Franksurt a. M. VVZ Petersburg. BN
3 VYch.
1042
1065 1065 1055 491 49 501 507
9. 132
Preuss.Co Brief.| Ge
[42x 142.1 151 150xL 6, 247
817
1035 994 1033 1034 291
Zl Brief. Cal 101 105}
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Drin,
ecazes seine Meinung darüber abgegeben hatte. Der Artifel des Entwurfes, hinsichtlich dessen von den Mar- (s v. Malleville und v. Frénilly verschiedene Amen- ments in Vorschläg gebracht worden waren, gab zu einer iscussion Anlaß, in deren Laufe sich, außer den Verfassern _Wrselben, auch noch der Vicomte Lainé, der Bericht- statter, der Großsiegelbewahrer und der -Mini-
r des öffentlichen Unterrichts vernehmen ließen.
er Geseß-Entwurf wurde hierauf ohne irgend einè Verán- rung mit 111 Stimmen gegen 42 angenommen. : Deputirten-Kammer. Sißung vom 24. Juli. Anfang dieser Sißung legte der Finanz-Minister der Ver-
(3 mmlung einen neuen, aus einem einzigen Artikel bestehen- “Wn Gescb - Entwurf folgenden Jnhalts vor: ¿Der Stadt aris werden, zum immerwährenden Genusse, der Plaß dwigs XVI. und die unter dem Namen der Elysäischen lder, so wie solche in dem angehängten Plane bezeichnet id, ‘befannte Promenade, mit Einschluß der dem Staate hdrigen Gebäude, jedoch ausschließlih der beiden Grä- n des Plaßes Ludwigs XVI., welche den Garten der vilerien einfassen, Überlassen. Mir dieser Concession für die Stadt Paris die Verbindlichkeit verknüpft : ) die Kosten der Beaufsichtigung und Unterhaltung des zeichneten Gebiets zu tragen; 2) auf demselben in m Laufe von fünf Jahren Verschönerungen sür minde- ns 2,230,000 Fr. zu machen; und 3) dem abgetretenen
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errain, welches übrigens weder im Ganzen noch einzeln
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xWMräußert werden darf, seine gegenwärtige Bestimmung zu
—-Whalten.‘/ Der - Minister begründete den Antrag dadurch, ß die Hauptstadt in ihren Mauern nur sehr wenig öffent-
Auswärtige Börsen.
Ámsterdam, 26, Jali.’ Oesterr. 53 Metalliq. 905.
Neueste Börsen-Nachrichten.
Frankfurt a. M., 28. Juli.
1239, Loose zu 100 Fl. 151#. Brief.
Oesterr. 52 Metalliq. 935,
Partial-Obligationen 1222. Geld,
9)a.is, 25. Zuli. 32 Rente 72 Fr. 35 Cent. 58 Rente 106 Fr.
Gedrudckt bei Hayn.
Ba 1f-Acti(l
RNedacteux Foh!
he-Spaßiergänge darbiete, und daß die in Rede stehende Promenade durch ihren Umfang den Bedöärfnissen der Ein- \ohner wahrhaft entspreche und zu großen Volksfesten die-
Russ. Anl. Hamb, Gectific. Sen fônne; es habe sonach. natürlih geschienen, daß die
tadt,-die den Nießbrauch jenes weitläuftigen Gebiets habe, uh für die Erhaltung der darauf befindlichen Pflanzungen rge, und’ die Kosten der Unterhaltung trage; bis zum Jahre 24 seyen aber diese lesteren, zum. Belaufe von jährlich 000 Franfen von dem Ministerium des Junern bestrit- 1 worden, wogegen der Ertrag von erwa- 6000 Franken dem Krongute eingezogen worden sey; um. endlich dieser age der Dinge tin Ende zu machen und die schon zu ver- Hledenen Zeiten gemachten Verschônerungs - Pläne zu ver- "rflichen, habe die Regierung es am angemessensten gefun- en, jenes ganze Gebiet unter den in dem Gesel- Entwurfe
Berlin, Sonnabend den ten August.
die obigen 6 Millionen, o kosteten die
1828.
angeführten Bedingungen der Stadt abzutreteu, — Hierauf wurden die allgemeinen Berathungen über das Budgec des See-Ministeriums fortgesest, bei welcher -Gelegen- heit der Geueral Sebastiani einige interessante Aufschlüsse úber die Colonien gab. Die Ausgaben für dieselben beliefen sich, seiner Behguptung nach, im Jahre 1820 auf 11,861,287 Sranfen, die Einnahme dagegen nur auf 5,791,287 Fr. Aus- fall 6,070,000 Fr. ; im nächsten Jahre, meinte er, würden dagegen die Ausgaben 15,252,234 Fr. ; die Einnahme 8,572,234 Fr. ; der Ausfall daher 6,680,000 Fr. betragen. Der Red- ner machte hierauf die verschiedenen Colonuien, die sich jet noch. im Besiße Frankreichs befinden, namhaft; er behaup- tete, daß. wenn Frankreich seinen Bedarf an Colonialwaaren, start aus seinen Colonien, aus beiden Amerifa’s bezôge , es jährlih 30 Millionen sparen würde ; rechneto man: hierzu noch Colouien jährlich 36Mill. Nach dieser Berechnung beleuchtete der Reduer die Frage,
ob die Früchte, welche die Colonieen dem- Mutterlande :dar-
bôten , die Opfer. , die dieses ihnen dagegen brächte , aufwö-
gen. ¿Die Anhänger des Colouial-Systems,// Äußerte:der- telbe, „berufen: sich den inländischen Producten verschaffen , politische Betrachtung hinzu , daß, um ten, man Colonieen haben müsse;
auf den Absabß, welchen die Colonieen und fügen noch die eine ¿Marine zu hal- wogegen -sie-von der an- deru Seite auch wieder behaupten, daß, um Colonieen zu haben „ man eine Marine halten müsse. Wir haben eine Seemacht, weil wir sie zur Vertheidigung des Staats und zur Beschúßung unseres Handels -fúr nothwendig halten. Diese Seemacht indessen, die sich noch im vorigen Jahre bei Navarin so große Anspruche auf unsere Achtung erworben hat, wird. den Seekräften Englands noch lange nicht die Spike bieten können, obgleih man nicht gern die Hoffnung aufgeben mag, die Freiheit der Meere und mit ihr die Un- abhängigkeit der, Nationen eines Tages werkthätig geschüßt zu sehen. So wie aber die Sachen jebt- stehen, dürfen wir uns nicht verhehlen, daß wir unsere Colonieen nur besißen, weil es England so gefällr. (Murren.) Ja, m. H., wir fônnen unsere Factoreien- in Jndien und Madagascar nicht beschüz- zen. Das Senegal ist erst im Entstehen, und hat nicht den mindesten Srüßpunfkt. Die Jnsel Bourbon, der es an ei- nem Hafen fehlt, um große Schiffe aufzunehmen, hängt vöôl- lig von Îsle de France ab; das Französishe Guiana befin- det sich ohne allen Schuß, und die Juseln Güadeloupe, les Saintes und Martinique sind ganz in der Gewalt der Eng- länder. Jch habe bisher bloß von den Unkosten gesprochen, die unsere Colonien uns verursachen, und von der Schwie- rigfeit, ja der Unmöglichkeit sie zu vertheidigen. Es bleibt mir jebt noch übrig Sie daran zu eriunern, wie viel Men- schen uns die Erhaltung derselben kostet. Jch wage es nicht Ihnen eine Liste der Verluste, welche unsere Regimenter jährlich erleiden, vorzulegen. Unser Soldat kann dem Klima in den Laudstrichen, welche unter dem Aequator liegen, nicht widerstehen. Bei alle dem bitte ich aber, ja nicht zu glauben, daß es meine Absicht sey, die Colonien aufzugeben. Wir müssen sie behalten, und ich will Jhnen sagen, durch welches Mittel. Dieses Mittel findet sih auf den Jnseln selbs. Ein zahl- reiches Menschengeschlecht, welches aus Afrifa hinüber gebracht worden, ist mit dem Klima des Landes vertraut , welch:s gleichsam sein eigenes is. Die Vorsicht gebieter uus, dafür Sorge zu tragen, daß es sich desselben nicht bemächtige. Auf Martinique giebt es 10,000 Patronisirte, die in einem sehr ungewissen Zustande leben. Diese Patronisirte sind ent- weder Schwarze, die ihre Freiheit erlangt haben, aber die dafür festgesekte Summe nicht haben erlegen können , oder ehemalige Sclaven, welche von ihren großmüthigen Herren, früher als diese jolches nôthig hatten, freigelassen worden sind. Unter dem Schube von ‘Fidei - Commissarien stehend, ge)öreu sie von nun an gleichsam neuen Herren a, welche