Zu der Regatta, die am Z30sten dieses Monats in Du- blin statt finden soll, hat der Herzog von Northumberland 400 Pfund unterschrieben.
Nach officiellen Berichten enthält ZJrland 12,125,280 Acres kultivirtes, 4,900,000 Acres noch nicht kultivirtes, aber fulturfähiges , und 2,416,664 Acres feiner Kultur fähiges Land, zusammen 19,441,944 Acres. — Denselben ‘Berichten zufolge « wurden dort seit 1822: bis 1828 inclusive, 112,838 Individuen zur
hatte sich die Za
der verurtheilten Verbrecher vermindert.
Im sogenannten Spanischen Bazar, wo ein edler: Frauen-
Verein weibliche Handarbeiten, zum Besten der unglücklichen Spanischen Auswanderer, verkauft, sind in drei Tagen an 2000 Pfd. Sterl. eingegangen. Unter Denen, die den Ba- zar besuchten, wurden Prinz Leopold, die Herzoge von Char- tres, Wellington und Devonshire bemerkt.
_ Mehrere Deutsche Sänger, die hier in cinem von Hrn. Schúbß veranstalteten Conzekt auftraten, haben vielen Bei- fall ‘gefunden ‘unö werden: morgen im Coventgarden - Theater den ersten und zweiten Act des Freishüß, und zwar in Deutscher Sprache, darstellen.
Niederlande.
Brüssel, 5. Juni. Nachrichten aus Brügge zufolge
waren Se. Maj. der König vorgestern früh von dort nach Ostende abgereist. __ Vorgestern empfingen S. K. H. der Prinz von Ora- “nien „als Colonel?General sämmtlicher Bürger-Garden des Königreichs, Deputationen dieses Corps aus Antwerpen und Mecheln. |
Die hiesige ‘Handels-Kammer zeigt den Fabrikanten des ganzen Königreichs und insbesondere denen von Süd-Bra- bant- in einem’ Rundschreiben. an, daß im Monat Juli fünf- tigen Jahres eine große Ausstellung aller Erzeugnisse der National-Jndustrie statt finden werde, und fordert dieselben un zu dem Glanze dieser Ausstellung nah Kräften beizu-
agen. i
Deutschl.an d.
München, 4. Juni. Gestern Vormittag sind Se. ‘Königl. Hoheit. der Kronprinz von hier nah Brückenau ab- gereist. Se. Königl. Hoheit ter Pririz Otto werden ‘sich ‘demnächst mit dem Herrn geistlichen Rathe und Dom-Capi- oer: v. Hettl nach Livorno zum Gebrauche der Seebäder egeben.
Aus Rhein-Baiern, vom 24. Mai, meldet die Neue Speyerer Zeitung vom 2. Juni Folgendes: „Zur Verherr- lihung der Anwesenheit unseres erhabenen Monarchen wird der Rheinbaierische Musik-Verein seine dritte Jahres - Feier dieses Jahr -in Zweibrücken begehen; in Zweibrücken , jener freundlichen Stadt , die, stets dem Schônen hold, der Lust empfänglih, gegen Einheimische und Fremde gastlich gesinnt ist. Eine Ouvertre von Weber, Christus am Oelberge von Beethoven, und die ersten zwei Jahreszeiten von Haydn sollen in dem geräumigen Lokale, welches dazu eingerichtet wird, zur Aufführung kommen. ‘‘
Würzburg, 4. Juni, JJ. KK. Majestäten werden heute Abends auf AllerhôöchstJhrer Reise in den Rheinkreis _von Weißenburg, hier, wo das erste Nachtlager Allerhôchstdersel-
ben ist, eintressen. Morgen wird die Reise bis Aschaffenburg, und am 6. d. bis Worms fortgeseßt; am 7. werden Aller- hôchstdieselben in der Kreishauptstadt Speyer ankommen. Am 9. d. werden Se. K. Hoheit der Kronprinz, und -am 7. die übrigen K. Prinzen und Prinzessinnen dahier anfommen, und sich direct nah Bad Brúctenau begeben, wo IJ.:KK. Majestäten am 15. d. ebenfalls eintreffen werden.
Zranffurt a. M., 6. Juni. Durch den: schon im vorigen Bericht angeführten Umstand, daß an dem Liquidations-Ter- min für die Mai-Abrechnung ansehnliche Baarschaften — be- stimmt. zum Abtrag von Staats-Kapitalien — dem Börsen- Verkehr momentan entzogen wurden, ward zunächst veran- laßt, daß sich im Laufe dieser Woche nur ganz unbedeutende Schwankungen in den Effecten-Coursen bemerken ließen. Da- bei war aber der Geschäfts -Umsaß im Allgemeinen lebhaft genug, da man doch nicht umhin konnte, der steigenden Be- wegung, welche von den anderen Börsen - Pläßen gemeldet wurde, wenn auch/ nur sehr vorsichtig, zu folgen. Demge- mäß hielten sich besonders Metalliques zu jeder Stunde an- ziehend und reell begehrt. Auch Bank-Actien waren unaus- geseßt, sowohl pr. comptant als auch ein bis zwei Monat, angenehm, und zeigten sich darin nur wenige Abgeber, Das Lebteke erklärt ih, wenn man erfährt, daß schon: mit eint-
alt verurtheilt. Jn ‘den leßten Jahren
excl, der Zinsen) gerechnet wird. Nach Partia
l. Loose mehr Frage als Offerten. Nach a 4àùd u Oesterr. Bethmannischen Oblig., dann nach Baierischen y Darmstädter Papieren is fein so lebhafter Begehr meh, noch in den lesten Wochen. “Doch halten si die i fest. Jn Preuß. Staats -Schuldscheinen “géht viel um sind’ solchè zu steigenden Coursen anhaltend gesucht: 9) wir übrigens“ mit unseren Coursen gegen die an ‘den-quen tigen Börsen etwas zurückstehen, - daran mag * wohl wit Grund in der Conjunctur liegen, welche im Getreide-Haz eingetreten ist. Bedeutende Frucht-Händel, die in den Rh j Provinzen gemacht werden, bringen uns viele Disconto, K, sel an den Plab, weshalb denn auch der Disconto - von ‘auf 4 pCt.'gestiegen ist. Das Steigen der Baarschaft. für den Augenblick das der Papiere. gehemmt. sen steht zu erwarten, daß die abfließenden Comptanten jy wieder baid-den Weg hierher zurück finden werden, so d Influenz niht von Dauer seyn- dürfte. — Jm Wechsel-Hy del war im Laufe dieser Woche wenig ‘Leben. ‘Alle freu Devisen mehr offerirt als begehrt. E.
D EMeL Le: M.
Die Allgemeine Zeitung enthält folgendes Ey ben aus Wien vom 30. Mai: „An der Börse ist u dings die Rede von einer ‘bevorstehenden Emission von Fos scheinen- für den Betrag von 20 Millionen Guülden, Und ciner großen Finanz-Operation, welche die Oesterreëchischy nalbank zu machen vorhabe. "Doch scheinen diese Gui noch ‘sehr unverbürgt. — Seitdem Venedig für einen Fi hafen erklärt ist, herrscht daselbst viel Leben in den Gri ten, und mehrere fremde Handelshäuser sollen die Abs haben, sich daselbst niederzulassen. — Se. Kaiserl. Hoh. hi Erzherzog Karl wird in diesem Jahre Seine -Ungatish Güter- besuchen, und J. Kaiserl. Hoh. die Frau Erzher Sophie einen Theil des Sommers auf dem - Salzfamn gute in Oberösterreich und in dem -Badeorte -Zschl zubringu
Tae,
Rom, 26. Mai, Ani 24. nahm der heil. Vater s lichen Besiß vom Lateran. . Die Straßen, durch welche f Zug ging, waren mit Menschen angefüllt, und unge man fein Militair aufgestellt hatte, so herrschte do (i größte Ordnung. Ein fortwährendes Freudengeschrei 1 Jubeln des- Voiks begleitete den Papst vom Üttirinal zum Lakeran, wo Se. Heil. beim Eintritt die Sch{}el|
Basilika empfing, und nach Absingung des Tedeums sich (
den Balcon begab und dem Volke den Segen ertheilte, F lebhaften Ausbrüche der Liebe: und Verehrung des Wz schienen auf Se. Heil. einen tiefen Eindruck zu un,
Schon am Morgen hörte man auf den Straßen - verschidut Lieder singen, in welchen frohe Hoffnungen für di Zukunft auf eine naive Weise an Erinnerungen u vergangenen Zeiten geknüpft waren, und in welhu der Name Pius VUL[. mit dem von- Pius VIl w bunden, gefeiert wurde. Eine am Tage “ vorher a schlagene Ankündigung dieser Feierlichkeit enthielt vers
dene wohlthätige Verfügungen. Es heißt darin url
Anderm: „„Der heil. Vater hätte, seinem Herzen folgend, (
wünscht, bei diesem frohen Ereigniß Alles verkünden zu f nen, was er an milden Spenden (beneflicenze) zu denjeni! vom 5. April hinzuzufügen sich vorgenommen hätte. Alleinl beide Ereignisse so schnell aufeinander folgten, so sey es nid möglich gewesen, diese wohlthätigen Verfügungen hinlängli zu prüfen. Um indessen so viel zu thun, als er mit Bil keit und Gerechtigkeit glaube vereinigen zu können, befehle d
daß ein Kapital zur Unterstüßung armer Geistlichen in de
birgsgegenden, angewiesen, und daß ein jährlicher Fondt 1 1800 Scudi zu Prämien für Künstler verwendet werde. “/ 0 dann wird die Abfassung eines neuen Zoll - Tarifs verordil und endlich folgen einige Einrichtungen und Prämien in V zug auf Manufakturen und Ackerbau. — Es hat si hi unter dem Schuke des Kronprinzen von Preußen ein Jus tut für archäologische Correspondenz gebildet, dessen Direktion unter Vorsiß des Herzogs von Blacas, aus Mitgliedern wt schiedener Nationen zusammengeseßt ist. Dies Jnstitat wid Annalen und monatlich ein Bulletin herausgeben, worin l allen Ausgrabungen und neu aufgefundenen oder noch nicht b fannt gemachten Alterthümern Nachrichten und Beschreibungt! begleitet von Kupfern, und wenn es geschnittene Steine od Münzen sind, guch von Abgúüssen, geliefert werden sollen, D Absicht ist nicht, sich in Streitfragen und Untersuchutigen einzl lassen, joudern Thatsachen zu sammeln, die ihrer Bedeut! heit und ihres tusgebreiteten Jnteresses ungeachtet, für d®
4
ger Sicherheit auf den halbjährigen Dividend von 15 Fl.
Publifum fon zum“ Theil verloren seyn würden. Dit
richten gtaricten
var mit einer Decke von Goldstoff“ überzogen.
du Corps! 4) ‘Eine Anzahl Alcáldes de Real Casa
rendenz sichert den Annalen einen Für alle Zeiten dauern- den Werth,
sowie die Vereinigung» so vieler durch Kunst-
ve und Gelehrsamkeit“ ausgezeichneter “Männer den glück-
sichen Fortgang--der ganzen Unternehmung- verbärgt. Das
ste eden2bekannt gemachte Bulletin - enthält: sehr interessante chten über die neuesten Ausgrabungen in der Gegend und über diejenigen „—rwoetche-am Forum Roma-
um angestellt werden,
S panien.
— —-Ma drid, 25. Mai. Se. Majestät der König (| fôrperlich ziemlich wohl, .und gat am 21. zum ersten Male inen Spaziergang zu Fuß gemächt; auch“ wird er binnen dingen Tagen ‘das diplomatische Corps wieder empfangen. |JJ, KK. HH. ‘genießen sämmtlich des bestens Wohlseyns. Die Leiche J. M. der Königin wurde hier am 18. und 10, in den, von - der“ verstorbenen Königin Maria Luisa, Mutter des jelzt régierenden ‘Königs und Gemahlin Carl 19, bewohnten Zimmern zur Schau ausgestellt. Die: König- sihe Leiche ‘befand fich in ‘einem bleiernen Sarge, an dessen heren Theilè! eine Crystall - Scheibe angebracht war, um bei jer Ueberlieferung des Leichnams an den Prälaten im Klo- (x San Lorenzo _ del Escorial die Gesichtszüge unterschei- n zu fônnén und die unbestreitbáre Gewißheit zu erlangen, 1 der, in gedachtem Särge befindliche Leichnam der der hônigin sey. Während der erwähnten zwei Tage ströômten Tausende herbei um dem Andenken der Entschlafenen eine Fhrâne zu weihen. Fünf und zwanzig große, sechs Zoll dice MWachskerzen Uumgaben das Trauergerüst. Der innere Sarg st in einem andern von - Mahagonyholz enthalten Ba eie uf derx inen Seité am obern Theile des Gerüsts saß die Oberhof- ecisterin Gräfin v. Bedmar „" vier Monteros de Espinosa tanden an den vier Ecken únd hièlten auf Kissen Krone, Scepter: 2c. Auf der andern Seite ständ der Mayordomo
mayor der verblichenen Fürstin, Herzog von Torrejon, vier
Capitains von den Gardes du ‘Corps, und eíne große An- ahl Gardes du Corps hielten Wache.
“Am 2. Mai früh um 5 Uhr seßte sch der Leichenzug bom Königl. Palläste, und zwar ungefähr in folgender Ord- ung in Bewegung: 1) Das Musik - Chor der Gardes du Corps. 2) Ein Wappen -Kdnig, 3) Capitains der Fee)
Ore ebst ihren Alguaziles zu Pferde. 5) Mehrere Hof-Kapläne. )) Sechs Mönche von jeden Kloster in Madrid zu Fuß mit fieln. 7) Der Curas de Palacio zu Pferde. 8) Ein Mönch, eneral eines Ordens und 9) cin Prälat, Beide zu Pferde im vollen Ornate und mit Fackeln. 10) Der Pfarrer des Kirchspiels des Pallastes zu Pferde, das große Kreuz tra- gend. 11) Drei Granden von Spanien erster Klasse zu Pferde, in großer Kammerherrn-Uniförm. 12) Mehrere Re/ zidores von Madrid, Kammerjunker, Gentilhombres, Mayor- lomos de Semana, die Monteros de Espinosa zu Pferde mit Faf- eln. 13) Der Patriarch von Jndienzu Pferde. 14) Der Leichnam. 15) Die ‘Oberhófmeisterin, 16) Der Mayordomo mayor der verewigten Königin. 17) Hofdamen, Hoffräuleins 2c. 15, 16, 17 in Königl. Wagen.) 18) Eine Schwadron Vardes du Corps.
Die ‘sämmtliche Garnison befand sich unter den Waf-
il fan war in den Straßen, durch welche der Zug ging, Uusgestellt.
An steben Orten wurden auf dem Wege nah dem Escu-
ial Messen gelesen und Responsos gehalten, und so gelangte der eihenzug am 20. Abends nach Galapagar und den folgen- deu Tag frúh um 7 Uhr nach dem Escurial, wo der Prä- at und sämmtliche Mönche (160) | den Sarg an - der gro- jen Klosterpforte in Empfang nahmen, ihn auf den in der Mitte der Kirche errihteten Katafalk trugen und unverzüg- lch das Miserere änstimmten. Drei- Stunden lang dauerte die kirchliche Feierlichkeit, welcher die von Nr. 1 bis 18 auf- geführten Personen beiwohnten, und zwar stchend, indem nur für die Granden von Spanien und die Oberhofmeisterin Ubourets an der Seite des Sarges in Bereitschaft waren.
Jn San Ildefonso hat es in den leßten Tagen sehr be- deutend geschneet, und Jedermann heizet ein und entfernt sh ungern vom Kaminfeuer. /
Türkei und Griechenland.
Die Allgemeine Zeitung enthält folgende Correspon- denz - tittheilungen : „Von der Servischen Gräuze, 22. Mai, Jn der lesten Woche haben Türkische Commissionairs für Rechnung der Pforte mehrere Tausend“ Meben Getreide Wfgekauft, um Widdin, welches Mangel an Lebensmitteln
abgeführt worden. Alles, was in dentlichen
[leiden soll, und deren auch in Rücksicht der daselbsk versam- melten Truppen- sehr bedarf, - damit „zu verschen. Auch ist
von Belgrad viel Geschüß und Munition „.nach Bulgarien Einige. hundert: Servier sind. zu denan der Donau vertheilten Truppen-Corps. aufgebrochen, : wodurch
Blättern hinsichtlich der „bestehen- den Kapitulation der: Servier mitder Pforte gesagt wurde, factisch widerlegt scheint. Aus-Thessalien. sollen sich 10,000 Mann Albaneser nach dem Lager des Groß-Wesirs in Marsch
geseßt haben. Ju Konstantinopel herrscht noch immer Man-
gel an Getreide, jedoch Ueberfluß -an- Reis.‘ “ Triest, 29. Mai. „¿¡¿Nach Aussage eines. in 24 Tagen
von Carabusa hieher gekommenen Schisss-Capitains sollen in
Almiro zwei Französische Schifse, welche Oel nah Marseille ludeu, von den Türken überfallen und ihrer Baarschaft be- raubt worden seyn. Jn jenen Gewässern fkreuzten blos zwei bèwaffnete Griechische Schiffe. — Aus Metelino wird vom 98. -April- angezeigt, daß die Schiffahrt nach dem Golf von Contessa von den Russen wirklich freigegeben - worden sey, und daß auch die Russische Blokade -Escadre vor den Dar- danellen alle Schiffe durhlasse, wenn sie niht Ladungen von Kriegsmunition ‘oder Lebensmitteln enthielten.
Der Courrier de Smyrne stellt über die neuesten Schritte der Griechischen Regierung folgende Betrachtungen an :
¿Die Acte ‘der Griechischen Regierung, welche sich auf die
Wahlen für die bevorstehende ‘National-Versammlung 'bezie- hen, enthalten zwei Grundgedanfen: der eine ist, ‘daß alle Anstrengungen des Präsidenten unveränderlih darauf hitge-
hen, ‘die Nation vor einer willköhrlihen Regierung und: de-
ren verderblichen Folgen zu bewahren ; der andere, daß-eine weise, gemäßigte, aber feste und unabhängige Opposition nicht nur zu den Rechten eines Bürgers gehört, sondern sogar zur Pflicht fúr ihn wird, wenn er über Angelegenheiten-von öffentlichem Interesse seine Meinung abgeben soll, und diese von der der Regierung verschieden ist. Jundem wir diesem “politischen Glaubensbefkenntniß des Grafen Capodistrias volle Gerech- tigkeit widerfahren lassen und anerkentien , :daß ermit selte- nem Talente den Mangel ‘eines Geseßes, über die Zusam- menberufung des National-Congresses, durch eben“ so einfache als angemessene Anordnungen erseßt hat, so werden wir den- noch die von dem Grafen ausgesprochenen edlen Gedanken erst dann in Run ganzen Werthe beurtheilen können, wenn er sie dúrch ihnen entsprechende Handlungen befkräftigt ha- ben wird. . Wir wollen uns daher für heute darauf beschrän- fen, eine Frage zu untersuchen, mit der slch, wie es uns scheint, die Volks Repräsentanten bald hach ihkem Zusam- mentreten zu beschäftigen haben werden. Es ist nothwendig, die Ländereien Morea's nußbar zu machen. Dié Beschaf- fenheit dieser Da - Insel ist für die Anlegung von Straßen und Kanälen, auf denen die Etzeugnisse des Bodens uach allen Theilen hin verbreitet werden können, besonders günstig. Diese Arbeiten übersteigen aber die Kräfte dex Griechischen Regierung und man muß daher die Aus- führung derselben dem Associations-Geiste überlassen, dessen große Vortheile jeßt allgemeine Anerkennung finden, Da man so große Unternehmungen von den Griechischen Ptivat- leuten, denen es dazu an den nöthigen Kapitalien und Sach- fenntnissen fehlt, nicht erwarten “darf, so muß man sein Augenmerk auf Ausländer richten. "Da Griethenland durch sie seine Freiheit erlangt hat, warum follte es Anstand neh- men, ihnen auch wichtige Verbesserungen im Junern zu ver- dankén? Der Präsident hat sich dis jeßt dem Colonisätions- System abgeneigt bewiesen; er will sich auf die Jnländèr be- schränken, und scheint êine Vermischung “derselben mit den Ausländern verhindern zu wollen. " Die Griéchen bestärken ihn éhrerseits durch ihre angeborae Abneigung gegen alle ‘An- dersglaubenden in diesem nationalen Absolutismus. Aber
torea hat nur den zehnten Theil der Bevölkerung, die es ernähren kann und deren es zur vollständigen Bebauung sei- nes Bodens bedarf. Der Präsident réhnet auf ein aällmäh- liges Einwatidern der Griechen aus den Türkischen Provitu- zen in Europa und von den Küsten Klein-Asiens. Er darf aber nicht übersehen, daß die Handels-Verhältnisse noch cine lange Zeit hindurch die Griechen eher nah der Türkei zie- hen werden als umgekehrt. Man muß also an ein anderes Mittel denken , die Bevölkerung zu vermeh- ren. Das System der - Colonisirung durch Bewilligung von Ländereien ist zugleich das schnellste und am wenigsten gefährliche. Es ist eine ungegründete Besorgniß, -däßaus der Einwaiderung von Ausländern Nachtheile hervorgehen fônuten. Von denjenigen, welche ihre ganze Thätigkeit und ihr ganzes Juteresse dem Anbau des Bodens zuwenden, ist am wenigsten ein Umsturz der Staaten zu befürchten ; grade
sie sind vor Allem. bei der Aufrécht-Erhaitung der Ruhe und