396
dem Kalk“ ein Auge zerstôrén oder auf sonst eine Weise sich verstürnmeln, um dem riegs: Dienste zu entgehen.“ i Vereinigte-Staaten von Nord-Amerika. Washington; 46. Januar. Sißbungen des Kon res E Ám 8. Januar fand- im Senat feine Sitzung att; das. Haus der Repräsentanten beschäftigte sich mit | den Jnvaliden-Pensionen und mit der Eintheilung öffentlicher Ländereien. Am Alten gab eine von den Einwohnern von New-Yorf- vor einiger gti À ad Bittschrift zu Gunsten
Lans der Repräseutanten. Die meisten Deputirten des taates Georgia, dessen Verfahren gegen ‘die innerhalb sei- nes Gebietes lebenden Indianer in der Bittschrift bitter ge- tadelt wird, erhoben sich gegen die in selbiger geführte Sprache und nannten sie in- Beziehung auf ‘Gesraíen als souverainen | Staat sehr unschicklih und übel angebracht. Ja, sie erflár- ten die ganze Denkschrift für nichts weiter als einen Beweis von Widerseblichkeic gegen des Präsidenten Absichten, ‘indem sie in einem Augenbli eingereiht worden wäre, wv selbiger dem Kongreß die Untersuchung der“ Jndianischen Angelegen- heiten auf das dríngendste anempfohlen habe; sie trugen des- halb darauf-an, daß das Haus dieselbe gar nicht in Erwägung ziehen möge. Dagegen aber würde andererfeits behaup- tet, daß die Sprache gegen Georgien nicht unschicklich sey, weil - die Ungerechtigkeit, über welche die Bittsteller flagen und um deren Abhülfe sie bitten, nur in einer Vor- aussezung beruhe; die Sprache der Bittjchrist jey Zwar stark, jedoch von der Art, vie: freie Männer ein Recht hät- ten, sie gegen ihre Repräsentanten über cinen Gegenstand zu führen, den sie als, eine j heit betra cèn. Ja, wenn auch die Bittsteller sich unziemliche Aus- drücke gegen die Union erlaubt hätten, so ktiege hierin doch noch fein hinlänglicher Grund, die Bittschrift zurückzuwei- sen, sofern darin nur der schuldigen Achtung gegen den Kon greß ein Genüge geschehen sey. Das Petitions - Recht scy ein heiliges Recht, das man nicht ohne die deutlichsten tlar am Tage. liegendeu Gründe durch cine Zurückweisung der Bittschrift: beschränken dürse u. s. w. — Jn der Sißung vom 12ten fiel nichts Erhebliches vor. Um lten gingen im Senate 6 auf lokale Angelegenheiten sich beziehende Vills durch. -Im-Hause der- Repräfsentamten überreichte der. Ausschuß - für Wege uhd Mittel cine Bill, in wroelcher 721,000 Dollars: für die Befestigungswerke der Vereinigten Staaten auf das Jahr 1530 ausgeseßt werden; „si wupde an einen Aus[{chuß des ganzen Hauses vertwiefen. Dárauf | schritt man zu Verhandlungen über die Eintheilung der df- “ fentlichen Löndereien. “Am Läten beschäftigte sich der Se- nat-mit Indianischen: Angelegenheiten und das Haus der Reprá fentamten mit den ôdffentlichen Ländereien. Am 15ten versammelten sich nur die Repräsentanten, um eine Menge Privat-Bills in Erwägung zu ziehen. : _ New-York, 18. Jan. „¡Unzere Aussichten““, sagt die hiesige Abenbpo si, ¿uns mit England über den Kolonial Han- del zu-verskändigen, snd in der That sehr günstig. Herr M'Lane, unser Gesandter- in London, hat sich dort, wie wir aus sehr achtbarer Quelle ‘wissen, son ‘einen ausgezeichneten Ruf ér- worben, Das Haupthinderniß, das einer erwünschten Beet’ digung*dieser Angelegenheit entgegensteht, ist, wie wir als dexselben Quelle wissetz die beträchtliche Zahl von Kaufleuten, Schissern u. \.1., die ihre Kapitalien in den Kanada?s und auf: den héutralen Jnseln angelegt haben. Diese sind um fo thâtiger in ihrem Entgegemwvirken, je wahrscheinlicher tine Ueberrinkunft-zwischen uns und Großbritanien wird, und: sie haben eine förmliche Kontrolle über die Londoner Zeitungen, in denen sie: thre Ansichten als die Stimme des Publikums erscheinen lasse, während die Pflanzer auf den Inseln, de- nen doch ein freier Handel jedenfalls hôchst wohlthätig wer- den müßte, ein. gleichgültiges Stillschweigen beobachten. “Die hier augesührten U än eerflären- die: zeither #o häufig wie- derholten heft ge ¿Angrisse-mehrever Londoner Blätter gegen den Plamw/ den- Vereinigten Staaten den Kolonial - Handel “Aus. Washington meldet man: „Am Neujahrstage be: gaben sich nach üblic er Weise eine große Menge. Menschen] jeden- Ranges und Standes in die Wohnung \ des Präsident- tèn, um ihm ihre Achtung zu bezeugen, und wurden von ihm und seiner Fami G enes zuvorkommendeñ L ERA em: pfaugen „ die er:-sich gegen sene Gegner sowohl, als gegen seine Anhänger zum Ges gemacht: zu ‘haben scheint. ie Da B Eder, E dev: audtschaften, die Chefs der ver- schiedenen Staats Behörden, die Mitglieder beider Häuser des Kongresses „- die Civil, Armee - und: Marine-Offiziere ‘al- le? Grade ,. vom Obex - Befehlshaber -an - bis: zum Kadetten;
F
bildeten, so zahlreich sie-auch waren, doch nur einen geringen Ses der herbeiströmenden | üge. pt (
afte inte an Das Musik - Corps der arine belebte dieses Schauspie ; und der Tag ging heit er |
und- ungestört vorüber „- mit Ausnahme eines etwas zu: star- | ten Mul aene ‘zu den aufgestellten Erfrischungen und
. dem gänzlichen-
lichkeit von Seiten mehrerer jüngeren Leute , - die man -zuge- lassen hatte, die aber künftig ohne Begleitung älterer Per- sonen, die sür ihr gutes Betragen einstehen, nicht mehr zu- gelassen werden sollten. der -Jndiauer Veranlassung zu sehr lebhaften Debatten im |} zum Vorwurf, daß der unter civilisirten Leuten
iscitseßen aller Rücksichten und aller Schikz -
Es gercicht unserer Stadt wahrlich V wöhnliche stand so sehr verleßt wird, und daß man den Mangel des:
selben bei unserer werdenden Generation so auffallend be- _merft. werden, und dazu beizutragen liegt in der Macht eines jeden Einzelnen, wenn er es nur ernstlich
Diesem Uebel mnß nothwendiger Weise gesteuert
will.
Die Philadelphia Zeitung giebt die. Ursache an,
weswegen die dffentliche Schuld Philadelphia's - obgleich sié im - Verhältniß zu der Einwohnerzahl größer ist, als die Großbritanische, dennsch höchst wahrscheinlich früher getilgt werden wird. die jährlichen Ausgaben und hätte dadurch die Bildung eines- Tilgungsfonds veranlaßt , der jebt hon hinreichend ist, um den sechsten Theil der Schuld zu decken; außerdem besißt die Stadt Ländereien, über die im Laufe von 15 Jahren mit Vortheil Lerfügt werden fann.
Sie sagt, die jährliche Einnahme überstiege
Zum Befehlshaber der Fregatte ¡„„Brandywine‘/, die hier
ausgerüstet wird, ist der Capitain Bellard ernannt worden.
Der Hudsonstrom bei der Stadt Aibany war bis zum “
“1. Jan, noch nicht mit Eis belegt, ein Fall, der noch nie,
s
National-Angelegenheit betrachte- | wenigstens seit langer Zeit nicht, stattgefunden hat ; auch der Erie-Kanal ist frei von.Eis und bis Buffalo \chissbar.
Fn der hiesigen öffentlichen Schule für Knaben und
S.
Mádchen der höheren Klassen fand gegen Ende des vorigen Monats die gewöhnliche jährliche Preisvertheilung in Gegen- wart einer großen Versammlung der angejehensten Einwoh- ner; statt: Schülern 402 Knaben und 315 Mädchen, diè im Allem Un- terricht erhalten, was zu einer vollendeten Erziehung gehört; sie gereicht unserer Stadt zu einer gpoßen Zierde.
Diese Anstalt zählt gegenwärtig unter ihren
Nach Berichten aus Tennessee sind dort Anflagen von
in Diensten stehenden Beamten an der Tages -Ordnung; im
-Senat war ein Prozeß gegen einen Richter im Gange, und ‘ zur Untersuchung des amtlichen Verfahrens eines andern war
cine Kommission eingeseßt worden. '
2D Ne Lddl Me
Wer lin, 23. Febr. Jn Posen ist eine Tôchtexschule von vier Klasses eingerichtet und im verwichenen Monat erdfsnet worden. Sie führt, mit Genehmigung Jhrer Königl. Hoh. der Prin- zessin Loutè von Preußen, Gemahlin Sr. Durchl. des Für- (ten Radziwill, Höchstwelche auch der feierlichen Eröffnung beizuwohnen geruhte, den Namen ¡¡Louisen-Schule‘/, und zählt bereits 160 Schälerinneu. i
— Die Arbeits- Anstalt iu Halle hat im verwichenen Jahre ihren wohlthätigen Einfluß nachhaltig behauptet, und ihre heilsame Wirkung auf Verminderung dex Bettelei- in der dasizen Umgegend wird danfbar -anerfannt; von den Sctádten Lôbejún und Delitsch ist die diesfällige Einrichtung bereits nachgeahmt, und nach und nah wird, dem Verneh- men zufolge, auch în anderen Städten eine ge Veran- staltung getroffen - werden. Im gedachten Jahre wurden in dieser Anstalt 10,504 Zwangs - und 3750 freiwillige Arbeiter, usammen 14,262 Individuen verpflegt, welches durhschuitt- lich fúr jeden Tag 39x Kopf beträgt. Der. Verdienst der
áuslinge durch Handarbeiten betrug an Arbeitslohn 1464
_Rthlr. 26 Sgr. 1 Pf., die Géesaminteinnahme des Justituts
betrug: 2795 Rthir. 1 Sgr 7 Pf. und die Ausgaben íne leihe Summe, incl. eines zur | ebershusses von 206- Rthlr.. 29 Sgr. 9 Pf
_ “Aus Kleve vom 45. d. M.’ wird gemeldet „Alles
heine -thürmen sh t
ist-in der- größten Besorgniß wegen der nahe bévoxstehénden
Krisis, denn die Eismassen im
‘furchtbarer und gefahrdrohender. Am Nachmittag wgnd_
dem Kellenschen Deiche ein- so gewaltiges Dröhnen d
gehört, daß man - glauben mußte7 die Massen des Rheines - hätten sich in Bewegung geseßt. Zu Warbayen und- Kellen
ind ‘die Bewohner Tag und! -Nacht inder ängstlichsten
Spannung. Von Kalkar [wird berichtet, daß: der Binnensche 4
L)
Armen - Kasse -abgeführten
397
Banndeich überlaufe und sich Alles nach den ‘hdher liegenden Stellen flüchte. —
bald: weichen und der von oben är er andrängende Strom sich zuleßt durch die fruchtreichen Niederungen ein neues Bett bilde, was Gott verhüten wolle.
Gi Nachrichten aus Köln zufolge war daselbst die Rhein-
hôhe am 18ten d. M.- Nachmittags 4 Uhr, 9 Fuß; das
allen, und man vermuthete daher, daß ahn gebrochen habe.
N TIRS S A EE ECTOCET A M CETE E E E R E A O
Wasser war stark im das Eis sich abwärts
Lekte Erklärung des Dr. Ehrenberg gegen Herrn Eduard Rúppell aus Frankfurt a. M.
Angriffe auf Sittlichkeit und“ Menschenwürde entschuldi- gen, wenn ih, meinem Vorsakße untreu , noch einmal und nur. über diese sprehe. (Siehe Staats-Zeitung Nr. 23 und Allgemeine Zeitung Nr. 34, Beilage.) /
Fch rieth im Jahre 1822 Herrn Eduard Rúppell ab, aus Aegypten unverzüglich) in Nubien und Dongala einzu- treten, in welcher Absicht er hon mit allem Gepäck auf dem Wege und nahe an der Gränze war, Fch befand mich auf dem Nückwege von Dongala, weil der durch Fsimael-Pascha's Ermordung neu auflodernde Krieg mir nur die Wahl gelaf- sen hatte, entweder mit dem Gouverneur der Provinz Don- gala in das große Türkische Lager bei Sennaar aufzubrechen, oder unter Bedeckung, die dessen Freundlichkeit mir anbot, zurück nah Aegypten zu ehen. — És war mein sreundschaft- licher , bester Rath. —— Wegen des wissenschaftlilzen Juter-
“ esses jener Länder theilte ich Herrn Rúüppell damals mit, daß . ih und Dr. Hemprich nur erst im sádlichsten Dongala eine
reiche Ausbeute für die Naturiwissenschasten gehabt, der ganze lange Weg bis dahin sey schr farg an allem Juateresse gewe- sen und das Vorkommende von uns schon sehr umständlich beachtet worden. Könnten die Umstände nicht erlauben, zu hoffen, daß er jene südlicheren oder noch südlichere Gegenden und die ganzen Länder in friedlichem Zustande sehe, so seyen geringe Resultate bei großen Beschwerden vorauszusehen. Da die fortdauernden Unruhen im Süden von Dongala das Schädlichste für seinen Zweck waren, so rieth ich ihm, nicht cher über die Gränze tiefer ins Land zu reisen, als bis be- ruhigende Nachrichten von dort în Assuan erschienen, und ihm die Hoffnung werde, nicht blos den Weg bis Dongala verfolgen zu können, sondern auch, wenigstens im südlichen Theile von Dongala, sich unter dem Schuße eines Gouver- neurs, der jeßt ganz fehle, aufzuhalten.
Glückliche Umstände haben Herrn Rüppell begünstigt und selbst des Aufenthalts in Assuan entbunden. Zeitige Dämpfung. des Aufstandes der Eingebornen hatten den Gou- verneur von Dongala seine Anstalten zum Aufbruch. nach der Armee, welche meine Abreise bedingten, abbrechen lassen, und Herr Rüppell fand sogar nach gedämpftèn Unruhen das Land viel friedlicher, als wir, und als es nah uns Herr Dr. Parthey aus Berlin gefunden hatte.
Die- Hauptpunkte dieser geschichtlichen Thatsachen finden sich in dem von Dr. Hemprich's Hand geschriebenen Berichte an die Königliche Akademie der Wissenschaften zu Berlin vom Jahre 1823 niedergelegt und liegen daher aftenmä- ßig vor. i A
Fm Jahr 1825 nach meiner Rückkehr aus Habessinien und Dr. Hemprichs Tode billigte und lobte ih în Kahira Herrn Rüppells Absicht, das rothe Meer und Habessinicn zu besuchen, so wie ih heut noch jene Gegenden für höchst in- teressant und ihre Untersuchung für sehr folgereich halte und azempfehle. ed :
Meine, Herr Rúppell bekannten, Unglücksfälle und mein eigner daïnals franfer Körper sprachen deutlich aus, daß mein Lob der Gegend sih auf wissenschaftliche Ansichten, nicht auf Sicherheit oder Behaglichkeit beziehen konnte, und mein von mir. entlassener Zeichner Herr Finzi hat nicht angestanden, díe- selbè Reise mit Herrn Rüppell noch einmal zu unternehmen. Jn Rücksicht auf diese Erläuterungen mit Hinweisung
auf die Reihe von Unwahrheiten des Herrn Rüppell “ans
Frankfurt, welche ih bereits in Nr. 23 dieses Blattes, als mit Belägen erwiesen, angezeigt habe, übergebe ih den Schluß
seiner lebten Anfeindungen , wo er sich nicht scheut, klar zu
bezeichnen, daß ich ihm nach Habessinien zu reijen gerathen, um ihn dort, wo meine Gefährten* starben, umkommen zu
lassen, der-weiteren Oeffentlichkeit. Berlin, am 22. Febr. 1830.
S bus In E Ini E Funn e enbarer Schaden entstehen, denn es skeht leider zu ve- rein, daß die Eisberge im bisherig 1: Rhéeinbette- nicht- so:
Li terarishe Nachri@htèn.
Mo: ege nländisches. 1) Eine ganz neue ans der gegenwärtig so man-
nigfaltig belebten morgenländischen Literatur sind die-Erzäh-
lungen eines Einschläferers: Contes dun Endormeur
oder les- dix Soirées malheurêuses, welhe in Paris bei Renouard mit Steindrücken ausgegeben sind. Der Uéeber- feber J. J. Marcel, Mitglied der Asiatischen Gesellschäft und Mitarbeiter an dem großen Werke über Aegypten, wo er während der Französischen Eroberung bei der Verwaltu
in“ Kairo angestellt und so glücklich war, mehr als zwe
tausend Arabische, Türkische, Persische und Kopti sche Handschriften zu erwerben, erhielt die Urschrift die- ses Arabischen Dekamerone’'s in Kairo von dem gelehrèen und aufgeklärten Scheih El-Mohdy, der, eigentlich Kopti- scher Herkunft, selbst für den Verfasser gehalten wird, daher auch sein Bildniß beigefügt ist. Die Einfassung der Erzäh- lungen ist neu und. zugleich eine Jronie der unersättlichen morgenländischen Erzählungslust. El-Mohdy läßt sich auf eis : ner Wallfahrt nach Mekka Abends im Lager der Karavane von einem armseligen Pilger, dessen er sih annimmt , seine Schicksale erzählen, und diese sind eben durch dessen unheil- baren Hang zum Erzählen herbeigeführt worden. Abd- errahman, in Kairo, jung, reih, gelehrt und {lehr- begierig, hat am ersten Abend sein Hausgesinde und -Skla- ven alle in tiefen Schlaf gelesen, das Haus bleibt offen ste- hen, und er muß Polizei - Strafe zahlen; dann bleiben bei einem Gastmahle zwar einige Ungeladene wach, verwickeln ihn. aber in gelehrten Streit, und während er in seiner Biblio- thek nachschlägt, verschwinden sie mit seinem Silberzeug, und er zieht sich dei gerichtlicher Verfolgung die Bastonnade zu. Aehnliche Erfolg hat ein für Verwandte angestelltcs Gaft- mahl. Er verheirathet sih nun, bereitet sich aber dur seine Erzählung bei der Hochzeit, während der Umkleidung der Braut, blutigen Kampf mit dem allein wach gebliebenen beleidigten - Schwager, worin er ein Ohr verliert. Darnach erzählt er seine Frau in so tiefen Schlaf, daß sie, vom Licht ergriffen, fast verbrennt, so wie das ganze Haus. Mit einer zweiten Frau, neben der ersten, geht es fast noch s{chlimmer. Eine dritte" júngere uud schônere Frau, die durch Erzählungen gebildet werden soll, zieht ihm noch bösere Händel und Verluste zu. Die vierte Frau (\o viel verstattet der Koran), zugleich gebil- det und reizend, verunfkt scheinbar in völlige Schlafsucht, und der Erzähler wird als Zauberer ins Gefängniß geworfen, wäh- rend sie mit ihrem Liebhaber entflieht. Er erwirbt sodann ses schóne Sfklavinzen, erzählt ihnen, sie shleichen schlaftrunfen lzinaus, und sie suchèend fällt er in seine Cisterne. Seine leßte Ge: \chichte läßt er bei cinem allgemeinen Gastmzahle seinen Freun- _ den, Verwandten, Weibern und Hausgenofssen vorlesen,
um die Wirkung zu beobachten, entschläft aber darüber selber, und findet erwachend Weiber und Gäste eingefchla- fen: er schlägt wüthend drein, wird jedoch überwältigt und als Rasender fár seine Narracions - Wuth ins Narrenhaus gesperrt. dach zehn Jahren, in denen er den Narren er- zählt und sich ihre Geschichten erzählen läßt und- aufschreibt, wird er entlassen, findet aber sein Haus zerstört und seine Frauen anderweitig verheirathet, seine Sflavinnen zerstreut. Er ergreift ran das Gewerbe eines Erzählers" in den Kaf- feehäusern, wird aber auch hier wegen inet \{chlafmachenden Krafr nicht geduldet, und begiebt sich endlich zu-dér Kara- vana, wo er durch Erzählung seiner Unfälle dieselbe Wir- fung thut, welche aber El - Mohdy D belohnt und ihn sorgenfrei macht. Der N stirbt aber , Ee er sich von seiner Sucht geheilt fühlt, in der heiligen tadt, und in seinem Turbau werden die Hälfte der verhänguißvollen Er- zählungen gefunden, welche El-Mohdy hier den Schlafsuchen- den mittheilt. — Reichhaltige aus Gelehrsamkeit und leben- diger Anschauung des Morgenlandes Bes Pepe Bene begleiten die Französische Uebersezung. - Dabei wird. auch-die baldige Erscheinung einer Ueberfeßung der im Narrenhause (Moristan) zu Kairo gesammelten Erzählungen, aus ‘derselben Handschrift, angekündigt. U HY G L aan tip
* 9) Aelteren- Ursprungs Und“ von allgemeiner Beziehung
sind zwei-Indische Volfksbücher, welche O der
Abbé J. A. Dubois, ebenfalls Mitglied „der A Sale Gesellschaft , vormals - Missionair in Judien/ und Verfasser eines schäßbaxen Werkes über dies Land (Moeaurs, Institu-- tions et Cérémonies des peuples ‘de l’Inde, 2 Vol.), úber- seßt und herausgegeben hat, Paris bei Merlin: Le Panl cha- tantra ou les cing roses, Fables du Brahme Vichnou- Sarmaz aventures de Paramarta, et autres contes: le tout traduit pour la première fois sur les originaux In- diens, Das erste is das bekannte, unter mancherlei Gestalt