1874 / 86 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 13 Apr 1874 18:00:01 GMT) scan diff

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sorge getroffen, daß gewisse Kassen bezeichnet find, welche das Ein- lösung2geshäft beforgen. Bei diesem Einlösungsg-\{äft haben die Regierungen sämmtlich daran festhalten müssen, daß der feste Cours, welcher den preußischen Friedrichsd'ors für die preußischen Kassen bei- gelegt war, von Anfang an beschränkt gewesen ist auf Friedrichsd'or, die niht mehr wie ein gewisses Bruchtheil es kommt auf die Be- zeichnung der einzelnen niht an an Gewicht verloren hatten. Nur innerhalb dieser Grenzen hatten die preußischen. Friedrihd'ors bei den preußischen Kassen festen Cours und nur - innerhalb dieser Grenzen hat das Reich sich für verpflichtet gehalten, diefe Münzen zu übernehmen. Die preußischen Friedrichsd'ors haben bekanntlich einen geseßlihen Cours in Süddeutschland nicht gehabt, sie haben einen le- diglih konventionellen Cours gehabt, der sogar über den preußischen Kassencours um 5 Kreuzer hinausging. Daß nun bei dem Einlösungs- geschäft selbst in einzelnen Fällen Weiterungen entstehen können, daß die einzelnen Betheiligten mitunter nicht so rasch abgefertigt werden, wie sie wünschen möchten, kann ih durchaus nicht in Abrede stellen, ich halte es sogar für sehr wahrscheinlich. Das Einlösungs- geschäft begann nah der Bekanntmachung des Bundesraths am 1. April. Wenn in den ersten Tagen des April das Publikum, welches die Münzen hat, ih ihrer fofort entledigen will, fo entsteht ein Andrang an den Kassen, der auch mit den allerbesten Einrichtungen ganz naturnothwendig niht so rasch zu bewältigen ist, wie die Inter- essenten es wünschen. Die Zeit für die Einlösung ist auf drei Mo- nate festgeseßt, und ih glaube, daß diese Frist .über und über Zeit ewährt, um das Einlösungsgeshäft mit Ruhe und ohne Nachtbeil ir das Publikum vornehmen zu können.

Vor der Berathung des Nachtragsetats erklärte der Bundesbevollmächtigte, Wirkl. Geheime Rath v. Philipsbornþ:

Meine Herren! Jch bitte um die Erlaubniß, zu Position 4 einige erläuternde Bemerkungen zu machen und daran eine Bitte zu knüpfen.

In Position 4 steht :

Zum Ankaufe zweier Grundstücke auf der Insel Koo-!ung-su für

das von Foochow nah Amoy zu verlegende Konsulat.

Dies entsprah der damaligen Lage der Sache. Nach den seit einigen Tagen“ aus China eingegangenen Nachrichten hat fi indeß die Sachlage etwas geändert, Es» ist nur gelungen, das erste Grundstück käuflich zu erwerben, das andere niht. Der Konsul hat \ih in der Lage gesehen, ein anderes Grundstü zu erwerben, auch günstig gele- gen, billiger im Preise, im Uebrigen aber doch so, daß einige Baulich- keiten erforderlich sind. Wenn man Alles zusammenrechnet nah den uns gewordenen Anschlägen und Vorlagen, so wird sich die Totalsumme nicht ändern; da jedo thatsühlich eine Aenderung eingetreten ift, so glaubte man verpflichtet zu sein, einen Zufaß zu machen dahin, daß nit blos vom Ankaufe neuer Grundstücke gesprochen, sondern am Schlusse noch gesagt werde:

sowie zur Herstellung der erforderlichen Baulitkeiten.

Ich bemerke ausdrücklich, daß die Totalsumme sich nit ändert, daß in dieser Beziehung eine Aenderung nicht beabsichtigt noch vorge- {lagen wird; es handelt sich hier nur, der Wahrheit treu zu bleiben und auszusprechen, was in der Absicht der Regierung liegt.

Ich bin deshalb beauftragt im Namen der verbündeten Regie- rungen die Bitte auszusprechen, daß dieser Zusaß angenommen werde.

Statistische Nachrichten.

Die Lebénsversiherungsanstalt für die Armee und Marine hat ihren ersten Rechenschaftéberiht veröffentlicht. Nach demsclben find in den ersten 3 Aufnahmeterminen, 1. Juli 1872, 1. Januar und 1. Juli 1873 1725 Personen mit 1,347,700 Ver- sicherungsfumme in die Anstalt aufgenommen worden, von denen am 31. Dezember 1873 fich in derselben noch 1700 Personen mit 1,322,300 Thlr. V.-S. (durch\chnittlich 778 Thlr.) und 46,660 Thir. 18 Sgr. 2 Pf. Prämie befanden. Von den Verficherten wareri 379 mit 80,400 Tklr. B.-S. zum Beitritt verpflichtete Offiziere, Aerzte und obere Militärbeamte, 1321 mit 1,241,900 Thlr. freiwillig Beigetretene. Von den Versicherten starben 6 mit 5300 Thlr. V.-S,, 11 Personcn und 7,700 V.-S. weniger, als nah den Sterblichkeitstabellen anzu- nehmen war. Die Einnahmen betrugen bis Ende 1873 61,592 Thlr.

16 Sgr., zu den Ausgaben ist eine Allerhöchste Subvention bewilligt worden, von welcher 16,056 Thlr. 28 Sgr. 4 Pf. verwendet worden find. Für Todesfälle 1st nichts zu bezahlen gewesen, weil sämmtliche Versicherte sich noch in der Gefahrszeit befinden. Der Sicherheits- fonds bitrug Ende 1873 56,651 Thlr. 28 Sgr. 10 Pf., der Verwal- tungsfonds 1957 Thlr. 9 Sgr.

Stuttgart, 9. April. Jm Laufe des vergangenen Jahres 1873 sind aus dem Königreih Württemberg 420. Mann 351 ein- jährig-, 69 drei- und vierjährig-Freiwillige in die Armee ein- getreten. Davon kamen aus den Aushebungsbezirken: Stuttgart Stadt 140, Ulm 29, Reutlingen 16, Ludwigsburg 15, Heilbronn 11, Len 11, Eßlingen 10, aus den übrigen Ober-Amtsbezirken von 0— 9.

London, 10. April. Ueber Liverpool wanderten im März 6068 Personen nach transatlantishen Häfen aus, d. i. 7343 weniger als im fkorrespondirenden Monat des Vorjahres.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Berlin, 13. April. Der Véêrein für die Geschichte Berlins hielt am Sonnabend seine 162. Versammlung im Bürger- Saale des Rathhauses, in welcher Hr. Ariv-Rath Dr. Hassel einen Vortrag hielt über „Berlin im Februar 1813*,

Aus der Pfalz, 7. April. (Karlsr. Ztg.) Auf den Höhen des Haardtgebirges, welche sich unmittelbar hinter dem Städtchen Dürkheim erheben, zieht fih ein mächtiger Steinwall im weiten Um- kreis hin; im Volkêsmund heißt er die Heidenmauer. Wer aber das Volk gewesen, das dieses Riesenwerk aufgethürmt, um si da- hinter zu s{üßen, is bis jeßt nit ermittelt. Es wurden son allerlei Nachforshungen an Ort und Stelle versucht, sie \cheiterten aber sämmtilih an der Schwierigkeit der Ausgrabungen, Nun hat fich in neuester Zeit ein Verein in Dürkheim gebildet, welcher die früheren Versuche wieder aufnehmen, vor Allem aber sih ausreichende Geldmittel sichern will, um die Ausgrabungen nah einem festen Plan mit Konsequenz betreibea zu können. Einige Nachgrabungen, die er einstweilen versuchsweise vornahm, haben schon eine reihe Ausbeute geliefert, namentlich Reste von thönernen, theils mit der Hand, theils auf der Drehscheibe geformten Gefäßen verschiedener Gattungen, dann ein Steinwerkzeug von etwa 20 Cextimeter Länge und einen bronzenen Fingerring. Innerhalb der Ringmauer finden sih ‘auch viercckige, mit M=uern umshlossene Pläße ; cine dieser Mauern wurde auch unter- sucht, und man fand, daß sie aus regelmäßig geschihteten, dur) Kalk- mörtel verbundenen Steinen erbaut war, an den Ecken durch Fels- blôde gestüßt.

Der Großherzoglich weimarshe Archivar Dr. C. A. Burk- hardt hat soeben einen Proipektus für ein „Handbuch der deut- hen und österreichischen Archive® ausgesendet. Jn diesem Werke sollen nicht nur die Staatsarchive, sondern auch die städtischen, standeêherrlichen und überhaupt alle solche berücksichtigt werden, welche der historischen Forshung zugänglich find. Das versandte Formular bittet um Einsendung von Nachricht hinsichtlich folgender Punkte an dn Genaunten: 1) Officieller Name des Archivs, Siß desselben, Ge- schäftsstunden ; 2) Beamtenpersonal mit Vornamen, Rang, einscließ- lih der Diätisten und Diener; 3) Archivbestandtheile, Namen der einverleibten Archive, der unter derselben Verwaltung stehenden ; 4) Literatur, überhaupt Nachweise über die Geschichte ter betreffenden Archive; 5) Adressen standesherrliher und an- derer Archive, welche, weniger bekannt, Beachtung verdienen ; Archive, weche ungeordnet find; 6) Normen für die Beuußtung ; ob Aftenversendung zuläsfig? 7) Erklärung über Betheiligung an einer Vereinigung der Archivbeamten Pfingsten 1875 in Eisenach ; 8) Wünsche in Bezug auf die Herstellung des Buchs. Welce Schätze noch ungekannt in den Archiven ruhen, hat kürzlich der von Brucker veröffentlichte Bericht über das Archiv der Stadt Straßburg gezeigt, das niht nur für die Kunde von Elsaß interessant, fondern, was das 16. Jahrhundert betrifft, von großer Bedeutung ift.

Gewerbe und Handel.

„London, 9. April. Die Ausweise des Handelsamtes für M à rz bekunden cine fortgeséßte Abnahme des Handels. Der déeklarirte Werth der Aus fuhx in diesem Monat betrug 20,100,814 Lstrl., gegen

21,744,218 Lstrl. im März 1873, d. i. eine Abnahme von 1,643,404 Lstrl. oder 75 %. Im Vergleih mit März 1872 beträgt die Reduktiou indeß nur {%. Die Kohlenausfuhr umfaßte 1,129,740 Tornen "gegen 977,324 Tonnen im März 1873, d. i. ein Zuwachs von A wäh- rend die Zunahme im Werth nur 23% beträgt. Die Verschiffungen in Eisen und Stahl zeigen eine Abnahme von 22% in der Quantität und 163% im Werth. Von Webestoffen figu- riren Baumwollfabrikate mit einer Abnahme von 9 ä und Wollenstoffe von 17%. Dagegen ist der Export von Leinen d um 77% und von Seidenfabrikaten um 23% im Werthe gestiegen. Unter den wenigen Artikeln, die einen Zuwachs in ihren Werthbeträ- gen aufweisen, befinden sich Bier und Ale mit 40%, Chemikalien mit 18%, Telcgraphendrähte mit 483% und Schafswolle mit 38%. Die hauptsächlichste Abnahme hat stattgefunden in Kleidungéstüten 20%, Steingutwaaren 223%, Kurzwaaren 14%, Metallwaaren 15%, Lederschuße 35% und Maschinen 94%. Blei und Zinn zcigen wieder eine gesteigerte Ausfuhr. Die Einfuhr des Monats betreffend, so beträgt ihr deklarirter Tetalwerth 29,748,865 Lstrl. gegen 29,850,113 Lftrl. in 1873 und 27,819,883 Lítrl. in 1872, d. i. cine Abnahme von nahezu 7% gegen 1872, An Baumwolle betrugen die Zufuhcen 1,273,241 Ctr. im Werthe von 4,811,156 Lftrl. gegen 1,418,029 Ctr. im Werthe von 6 236,216 Lstrl. im März 1873, an Weizen 3,082,485 Ctr. im Werthe von 2,035,968 Lstrl. gegen 2,820,809 Ctr. im Werthe von 1,839,527 Lstrl,, und an Mebl 994,005 Ctr. im Werthe von 572,394 Lftrl. gegen 645,791 Ctr. im Werthe von 606,636 Litrl. im korrespondirenden Monat des Vor- jahres. Der Gesammtwerth der Verschiffungen während der ersten drei Monate dieses Jahres belief sich auf 57,802,084 Lstrl. gegen 62,367,366 Lstrl. in der Parallelperiode von 1873, d. i. eine Reduktion von nahezu 8%.

Brüssel, 11, April. (W. T. B.) Die hiesige National- Bank hat den Diskont von 6 auf 5 % herabgeseßt.

Verkehrs-Anstalten.

Triest, 13. April, _(W. T. B) Der Lloyddampfer „Pro - gre]]o* ist heute Morgen 3 Uhr mit der ostindisch-chinesischen UVeberlandpost aus Alexandrien hier eingetroffen.

Rom, 12. April. (W. T. B.) Zwischen dem Finanz-Minister und dem Arbeits-Minister und dem Frhrn. von B id haben wiederholte Besprechungen stattgefunden. Zweck derselben ist eine Trennung des italienischen Netes der.Südbahn.

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 14. April. Opernhaus. (93. Vorstellung.) Mar- garethe. Dper in 5 Akten. Musik von Gounod. Ballet von Taglioni. Margarethe: Fr. Mallinger. Siebel: Frl. Lammert. Faust: Hr. Niemann. Mephistopheles: Hr. Salomon. Valentin; Hr. Bey. Anfang halb 7 Uhr. Hohe Preise.

__ Schauspielhaus. (100. Vorstellung.) Die Grille, Länd- liches Charafterbild in 5 Akten von Ch. Birch-Pfeiffer. Fanchon: Fr. Niemann-Raabe, als legte Gastrolle. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

_ Dienstag, 14. April. Im Saal - Theater des König- lichen Schauspielhauses. Neunundfünfzigste Vorstellung der fran- zösischen Schauspieler-Gesellschaft. Quatrième représentation de: Montjoye.

Mittwoch, 15. April. Opernhaus. Keine Vorstellung.

Schauspielhaus. (101. Vorstellung.) Die zärtlihen Ver» wandten. Lustspiel in 3 Aufzügen von R. Benedix. Frl. Schwarzenberg, vom Stadttheater in Brünn, als Gast. Vor- her: Ein Afrikareisender. Plauderei in 1 Akt von Emile Najac. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Königliches Schauspielhaus.

Die Königlihe Bühne feierte gestern das 100jährige Jubiläum der ersten Aufführung des „Gög von Ber- lihingen“, welher am 12. April 1774 von der Koch\chen Gesellschaft deutscher Schauspieler zum ersten Male hier dar- E wurde. Die damalige Ankündigung lautete wörtlih, wie olgt:

‘Mit Seiner Königl. Maj. in Preussen allergnädigstem Privilegio wird von der Kochischen Gesellschaft Deutscher Shau- spieler Zum Erstenmahl aufgeführet: Gög von Berlichingen mit der eisernen Hand. Ein ganz neues"Schauspiel von fünf Ackten, Welches nah einer ganz besondern, und jeÿo ganz ungewöhnlichen Einrichtung von einen gelehrten und \charfsinnigen Verfasser mit Fleiß verfertiget worden. Es soll, wie man sagt, nah Schakespear- \chen Geshmalk abgefaßt sein. Man hätte vielleiht Bedenken getragen, solches auf die Schaubühne zu bringen, aber man hat dem Verlangen vieler Freunde nachgegeben, und \so viel, als Zeit und Plaßg erlauben wollen, Anstalt gemacht, es aufzuführen. Auch hat man si, dem geehrtesten Publico gefällig zu machen, alle erforderliche Kosten auf die nöthigen Decorationen und neuen Kleider gewand, die in den damáligen Zeiten üblih waren.“ Es folgt sodann das Verzeichniß der Personen. Die Darsteller der Hauptrollen waren folgende. Gög: Hr. Brü&ner, Elisa- beth, seine Frau: Md. Starkin, Marie, seine Schwester : Md. Henischin, Georg, sein Reutersjunge: Hr. Klots\ch, Lerse, sein Reutersknecht : Hr. Withöft, Adalbert von Weislingen : Hr. Hencke, Hans von Selbigz: Hr. Müller, Franz von Sickingen : Hr. Klunge. Adelheid von Walldorf: Md. Spenglern, der Kayser Maximilian : Hr. Spengler, der Bischof von Bamberg : Hr. Mar- tini, Dlearius: Hr. Withöft, Franz: Hr. Quequo, Bruder Martin: Hr. Martini, Der Verfasser is erst auf dem Zettel vom 28. April 1774 genannt, und zwar wurde damals das Stück bezeichnet als „vom Herrn D. Göde in Franck- furth am Mayn“, und erst im November „als vom Herrn D. Göthe. Eine Anmerkung macht darauf aufmerksam, daß „in diesem Stück auch ein Ballet von Zigeunern vorkomme“ und daß „die Einrihtung dieses Stückes am Eingange auf einen à parten Blatte für 1 Gr. zu haben“ sei. Am Schluß heißt es: „Der Schauplaz is in dem gewöhnlihen Comödien- Faure in der Behrenstraße. Die Person zahlet im ersten Range

ogen und Parquet 16 Gr. Im zweiten Range Logen 12 Gr. Im Amphitheater 8 Gr. Und auf der Gallerie 4 Gr. Der Anfang ist präcise um 5 Uhr.“

Der Erfolg des Stückes war ein \o vollftändiger, daß das- selbe 6 Tage hintereinander und in demselben Jahre noch 8 Mal zur Darstellung kam. Das Schauspiel war epohemachend, in- sofern es mit einem Schlage die auf der aristotelischen Theorie der „drei Einheiten“ \sich \stüßende falsche französishe Klassizität dur die Wucht Shakespeare'\chen Realismus zu Boden warf und an die Stelle des hohlen Pathos die lebendige Sprache des Volks setzte, abgeschen von dem Umstande, daß au der Stoff dem Publi- kum der damaligen Zeit, das \ich wie die handelnden Personen des Stücks an der Schwelle einer neuen Kulturepoche befand, Veranlassung zu Vergleihungen bieten fonnte. Die Koch'\che Gesellschaft führte das Stück nah der Bearbeitung auf, die Goethe im Jahre 1773 unternahm, während der erste Entwurf,

die „dramatifirte Geshihte* des Göß, aus dem Jahre 1771 stammt. In jener Form, welche auf der Bühne 5 Stunden in Anspruch nahm, wurde der Gög von 1774—1795 29 Mal gegeben. Im Jahre 1796 ward die Verwaltung des deutshen Schauspiels, das 10 Jahre früher in das Schauspielhaus am Gensd'armen- markt übergesiedelt war, in Iflands Hände gelegt. Und nah- dem Goethe in den Jahren 1803—1804 eine nochmalige Um- arbeitung für die Weimarshe Bühne vorgenommen, wurde der „Göß“ unter Iffland in dieser neuen Form 1805 hier einstudirt und is seitdem bis gestern 99 Mal an der Königlichen Bühne zur Aufführung gekommen.

_Nach den von Hrn. C. L. Barth gesammelten Notizen spielten den Göß: Brückner von 1774—77 24 Mal, Fleck 1795 9 Mal, Mattaush von 1805—1815 16 Mal, Rebenstein von 1827—32 9 Mal, Rott von 1833—51 25 Mal (inzwischen 1848 Grua 1 Mal), Hendrihs von 1856—64 26 Mal, Bern- dal von 1864—74 23 Mal. Der leßtgenannte Künstler und gegenwärtige Inhaber der Titelrole gab von 1856 64 den Franz von Sickingen und 1848 49 den Max Stumpf. Was die Geschichte der übrigen Hauptrollen betrifft, so ist die Elisabeth seit 1862 in den Händen der Fr. Breitbach (früher Frl. Döllinger), die Marie gaben Bertha und Clara Stich (\pätere Hoppé), Frl. Viereck und Fr. Kierschner, seit 1862 Frl. Bergmann. Der Georg wird seit 1860 von Frl. Taglioni dargestellt; früher waren darin von männlihen und weiblihen Kräften thätig: Hr. Maurer, Mle. Be, Hr. Lombard, Mlle. Aug. Lange, Hr. Eduard Krüger (1832 42), Siltl (1845 56) und Fr. Formes. Den Adalbert von Weißlingen gaben u. A. Beschort von 1805 bis 1814, E. Devrient von 1829—1842, Dessoir 1850 1 Mal, Hendrichs 1851 1 Mal, Liedtke 1856— 1871, Karlowa 1867 1 Mal, seit 1872 6 Mal. Die Adelheid wurde u. A. ge- spielt von Mad. Spenglern, Mlle. Döbbelin (1776—77), Mad. Baranius (1795), Mad. Bethmann (1805—1814), Mlle. Dü- ring naher Crelinger (1815—1849), Mle. Unzelmann nach- her Fr. Werner (1830 33), Fr. Thomas (1849 51), &r. Hoppé nachher Liedtke (1856 61), Fr. Kierschner (1862—1867) 18 Mal, Fr. Erhartt (1867—1874) 15 Mal. Als Darsteller des Franz find verzeichnet: Quequo, Brüel, Teller, Butenop, Bethmann, Stich 12 Mal, Krüger, Crüsemann, Schunke, Grua, Hendrichs (1840—50), v. Lavallade, Porth, Otto Devrient (1860—61), Karlowa, Dahn, Robert und Lud- wig (seit 1872). Den Hans von* Selbiy spielten: Müller, Unzelmann (1776-—1795), Labes (1805—1815), Gern Sohn (1827—1851), Döring (1856—74) 49 Mal. Unter den Darstellern des Bruder Martin waren Gern (Vater), Lemm (1809—14), E. Devrient (1827), Franz (1829—49) 2c.

Die gestrige Aufführung des Schauspiels war eine der Be- deutung des Tages würdige. Den Mittelpunkt des Interesses bildete die meisterhafte Leistung des Hrn. Berndal als Gößg, der sih eines besonders reihen und wohlverdienten Beifalls zu A hatte.

er Vorstellung wohnte Ihre Königliche Hoheit die Prin- ze\fin Carl bei. G : das T

Die Ausstellung des Vereins der Eartenfreunde - : Berlins in der Reitbahn des Königlichen Kriegs-Ministeriums wurde am Sonnabend Vormittags eröffnet. Die geschmackvolle Anordnung der reichhaltigen Ausstellung, welche nah den Statuten des Vereins all- MLE stattzufinden hat, haben die Kunstgärtner Gude und Stephan vesorgt,

Beim Eintritt fällt das Auge des Beschauers auf ein pracht- volles Exemplar der Araucaria Bidwelli, das fich dur gute Kultur ebenso fehr als dur Eleganz der Form auszeichnet. Dasselbe ist aus dem Garten des Königlichen Kriegs-Ministeriums ausgestellt wor- den, der fih außerdem noch mit einem großen und prächtigen Coni- ferengruppe betheiligt hat. Eine reizende Umgebung der erstgenannten Araucaria Bidwelli bildet die Azaleengruppe des Hrn. Eggebrecht (Garten des Konsuls Wagner), dieselbe besteht theils aus indischen, theils aus pontishen Exemplaren. Den Hintergrund des Saales neh- men wie immer tropi\he Pflanzen in Form zweier großer Palmen- gruppen ein, die von den Hrrn. Stephan und Allardt ausgestellt sind. Untcr denselben befinden sich auch einige blühende -Calla, Hr. Ober-Gärtner Stephan (Garten von W. Borchert jun,) hat eine Blumenfontäne arrangiut, bei der die M eadlen durch lange rankige Gewächse erseßt find. Ebenso anmuthig ist die Statue des Knaben, der statt des Wassers Blumen in die Höhe bläft. Das Bassin dieser Fontaine wird durch buntblättrige Pelargonien gebildet, die Hr. Ober-Gärtner Kempin (Busse) geliefert hat. Das Sortiment von Hygcinthen des Hrn. C. F. Choné zeichnet sih durch Reichhaltigkeit aus. Seine Azaleen, die gleich am Eingange zu einer großen Gruppe vereinigt sind, machen den vortheilhaftesten Ein- druck, Die Firma des Hrn. Bading ist mit einer Gruppe \{öner Oorter.sien vertreten. Hr. Hoffmann, der Vorsißende des Vereins, lieferte musterhafte Azaleengruppen. Von Hrn. Bluth ist die Aus- stellung mit einer neuen selbstgezüchteten Azalee beschickt. Diese rosa- rothe Barietät stammt von einer weißen und einer zicgelfarbenen Azalee. Jum Hintergrunde auf, dem künstlich hergeftellten Hügel, hat Hr. Al- lardt cine Gruppe aus zum Theil werthvollen Coniferen und Agaven aufgestellt, darunter die merkwürdige Agave filifera. Ganz in der Nähe stchen auf dekorirten Postamenten, für Jeden sichtbar, die Büsten Sr. Majestät des Kaisers und Jhrer Majestät der Kaiserin, die erstere mit einem Lorbeerkranze, die leßtere mit einem Kranz von Rosen und Myrthen geschmück. Zwischen den Büsten befindet sich ein Blumentish, von Hrn. Stephan komponirt. Alpcnrosen find in Fülle vertreten. Eine bemerkenéwerthe Ro)engruppe hat Hr. Wendt aufgestellt. Bei den Arrangements abgeschnittener Blumen haben die Hren. Maschner, Rumpf, Grothe si hervor gethan, und besonders verdient der Todtenkranz des Ersteren Erwähnung.

Was die Preisvertheilung betrifft, so crhielt Hr. Stephan den Preis Sr. Majestät des Kaisers; er hatte sich als Ordner wie als Auéësteller um das Gelingen der Ausstellung verdient gemacht. Der Preis Ihrer Majestät der Kaiserin wurde Hrn. Eggebreht in Ben cincs prächtigen geschnitten Tisches von Eichenholz zuerkannt. ie vom Verein gestiftete goldene. Medaille erhielt Hr. C. F. C oné, die von Hrn. W. Borchardt jun, gestiftete goldene Hr. Ba ing. Der Preis des Prof. Schulß-Schulßenstein wurde Hrn. Allardt zugesprochen.

Redaktion und Rendantur: Schwieger.

Berlin: Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner.

; Drei Beilagen (einshliezlich Bôrsen- und Handelsregister-Beilage Nr. 50)

Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

2 8G.

Königreich Preufßen. Finanz-Ministerium.

Bekanntmachung, betreffend die Außercours\ezung der Landes- goldmünzen und der landesgesehlich den inländishen Münzen gleichgestellten ausländishen Goldmünzen.

Auf Grund der Artikel 8, 13 und 16 des Müngzgeseßzes vom 9. Juli 1873 (Reichs-Geseßbl. S. 233) hat der Bundes- rath die nachstehenden Bestimmungen getroffen :

8. 1. Vom 1. April 1874 an gelten sämmtliche bis zum Inkrafttreten des Gesetzes, betreffend die Ausprägung von Reichs- goldmünzen, vom 4. Dezember 1871 (Reichs-Geschbl. S. 401) geprägten Goldmünzen der deutshen Bundesstaaten nicht ferner als geseglihes Zahlungsmittel.

Es isst daher vom 1. April 1874 ab außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen Niemand verpflichtet, diese Gold- münzen in Zahlung zu nehmen.

Von demselben Zeitpunkte ab verlieren die landesgesebßlih den inländishen Münzen gleihgestellten ausländishen Gold- münzen die Eigenschaft als geseßlihes Zahlungsmittel. Eine Einlösung derselben findet nicht statt.

8. 2. Die im Umlaufe befindlihen Landesgoldmünzen wer- den in den Monaten April, Mai und Juni 1874 von den durch die Landes-Centralbehörden zu bezeihnenden Kassen derjenigen Bundesstaaten, welche die Goldmünzen geprägt haben, bezw. in deren Gebiet dieselben geseßliches Zahlungsmittel find, nah dem in den §8. 3 und 4 festgeseßten Werthverhöltnisse für Rehnung des Deutschen Reichs sowohl in Zahlung angenommen, als auhch gegen Reihs-Goldmüngzen, bzgws. Landes - Silbermünzen um- gewechselt.

Nach dem 30. Juni 1874 werden Landes-Goldmünzen au von diesen Kassen weder in Zahlung noch zur Umwechselung angenommen :

§. 3. Die Einlösung der nachstehend verzeihneten Gold- münzen erfolgt zu dem dabei vermerkten festen Werthverhältnisse :

preußische Friedrihsd'or zu . 9 Thlr. 20 Sgr.

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württembergische, badische, Großherzogli hessishe Zehn- und Fünf-Guldenstüke zu

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württembergishe Dukaten (Prägung “eit

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badische Dukaten (Prägung seit 1837, sog.

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S. 4. Für alle im §8. 3 nicht aufgeführten Goldmünzen deutsher Bundesstaaten wird lediglih der Werth ihres Gehalts an feinem Golde mit 1395 Mark oder 465 Thalér für das Pfund Feingold vergütet.

Zu diesem Behuf is der Kasse bei Einlieferung der Gold- münzen, deren Einlösung beabsihtigt wird, ein Verzeichniß der- selben, in welhem die einzelnen Münzsorten nah Stückzahl, Gattung (Bild) und Jahreszahl summarish aufzuführen find, in zwei Exemplaren einzureihen, deren eines nah er- folgter Prüfung mit Empfangsbescheinigung zurückgegeben wird und gegen dessen Vorzeigung und Rücgabe seiner Zeit, falls fich sonstige Anfstände niht ergeben haben, die Zahlung des von der Münzverwaltung festgeseßten Metallwerthes erfolgt. Der Zeitpunkt, von welhem ab die Ein- lôfungSbeträge erhoben werden können, wird von den Landes- behörden bekannt gemacht werden.

Auf Denkmünzen, Schaumünzen und ähnliche nicht aus- \chließlich zum Umlauf bestimmte Münzstüke finden obige Be- stimmungen keine Anrsendung.

8. 5. Die Verpflihtung zur Annahme und zum Umtausch (8. 2) findet auf durhlöcherte und anders, als durch den ge- wöhnlihen Umlauf im Gewicht verringerte, ingleihem auf ver- fälshte Münzstüke keine Anwendung.

In Betreff der Grenze der Gewichtsminderung, innerhalb deren die durch den Umlauf im Gewicht verringerten Goldmünzen der in §. 3 aufgeführten Prägungen als vollwichtig angenom- men werden, verbleibt es bei den hierüber getroffenen landes- geseßlihen Bestimmungen. In Ermangelung derartiger Bestim- mungen follen Goldmünzen, deren Gewiht um nicht mehr als fünf Tausendtheile hinter dem Normalgewicht zurückbleibt, als vollwichtig gelten. : |

Ergiebt fih bei der Gewichtsprüfung eine größere Differenz, so wird der Metallwerth der Goldmünze nah Maßgabe der Be- ftimmung im ersten Absagze des §8. 4 vergütet.

Berlin, den 6. Dezember 1873. é

Der Reichskanzler. In Vertretung: Delbrü.

Zur Ausführung der vorstehenden, in dem Reihs-Geseßblatt pro 1873 Seite 375 publizirten Bekanntmahung wird hiermit Folgendes bestimmt: :

1) Die Einlösung der im Gebiete des preußishen Staats geprägten, mit dem 1. April d. I. außer Cours tretenden Landes- goldmünzen, als ?/1, !/1 und /2 Friedrihsd'or, '/ und !/2 Kronen preußishen Gepräges, ?/1, !/1 und !/2 Pistolen, Dukaten, !/, und

Fl. Kr.

Berlin, Montag, den 13. April

d. I. durh nachbezeihnete Königliche Kassen zu bewirken : Lt. B évlitt: die Gencral-Staatsfkafse, j das Haupt-Steueramt für inländische Gegenstände und das Haupt-Steueramt für aUsländishe Gegenstände ; II. in den Provinzen: die Regierungs-Hauptkafsen, die Bezirks-Hauptkassen in der Provinz Hannover, die Landes-Hauptkasse in Sigmaringen und die Kreiskasse in Frankfurt a. M.

2) Die preußischen Friedrihsd'or werden zu 5 Thlr. 20 Sgr. in dem Falle angenommen, resp. umgewechselt, wenn fie voll- wichtig od-r nur durch den gewöhnlihen Umlauf im Gewicht verringert sind, und zum Mindesten folgendes Gewicht haben : A. Die von 1750 bis 1820 auf freien Stempeln

geprägten Friedrihsd'or.

a. die halben von 63,94 preußishen Aß,

b. die ganzen von 127,g88 4 f

c. die doppelten von 256,776 M #

B, Die seit 1821 im Ringe geprägten Friedrihsd'or. a. die halben von 64,654 preußischen Aß, b. die ganzen von 130,328 Ï z c. die doppelten von 260,ç56 hs t

Das erwähnte preußishe veruht auf der älteren Ge- wichtsordnung. §S§. 19 und 20 der Anweisung zur Ver- fertigung der Probemaße und Gewichte vom 16. Mai 1816. (Gesez-Sammlung Seite 149) nach welher

16 1 Grän, 288 18 Grän 1 Loth, 4608 288 Grän 16 Loth = 1 Mark ausmachen.

Die kurhessishen Pistolen werden gleihfalls zu 5 Thlr. 20 Sgr. angenommen resp. umgewechselt, wenn sie vollwichtig, oder nur durch den gewöhnlihen Umlauf im Gewichte verrin-

ert sind. ° h Lediglih durch den gewöhnlihen Umlauf im Gewicht verringerte Friedrihsd'orstücke, deren Mindergewicht größer ist, als das vorstehend angegebene Minimalgewiht (Passir- gewicht), ferner alle übrigen vorstehend unter Nr. 2 nit erwähnten Landesgoldmünzen des preußishen Staatsgebiets werden nur nah dem Werthe ihres Gehaltes an feinem Golde eingelöst; das Pfund Feingold wird mit 1395 Reichs- mark oder 465 Thalern vergütet; die Auszahlung der Vergütung für die abgelieferten Stücke erfolgt nah Feststellung des Metall- werths Seitens der Münzverwaltung durch diejenige Einlösungs- kasse, zu welcher die Stücke eingeliefert sind.

Der Zeitpunkt, von welchem ab die Beträge dieses Metall- werths erhoben werden können, wird demnächst für Berlin durch den Deutschen Neichs- und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger, für die Provinzen durch die Regierungs- Amtsblätter von den betreffenden Einlösungskafsen bekannt gemacht werden.

4) Das nach §. 4 der obigen Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers der Einlösungskasse bei Einlieferung der Gold- münzen in zwei Exemplaren einzureihende Verzeichniß derselben ist nah folgendem Schema anzufertigen:

A,

bei der on de zu R .., , 1874 eingelieferten Landes-

goldmünzen, für welche der von der Münzverwaltung festzuseßende Metallwerth vergütet wird.

furt u. \. w. ist während der Monate April, Mai und Juni |

V p Su o

an Feingold ergeben *

2.

tende

ür zu vergÜü

Bezeichnung.

der einzelen Müpnzsorten

nach Gattung (Bild) und Jahreszahl.

Brutto-Gewicht Die Lieferung hat Metallwerth beträgt (pro Pfd. 465 Thlr.)

Laufende Nummer. Stückzahl diefer Mün forten

' Æ a S (l, r D fa

P F.

. | Von 1750 bis 1820 auf freien Stempeln geprägtePreußische 1/1, Friedrihöd'or .. . . {Seit 1821 im Ringe geprägte Preußische 2/, Friedrihsd'or . | Preußische Kronen von 1858 Bi E O,

Hannoversche !/, Pistolen von 16G S 14 i

Hannoversche !/1 Kronen von j | 1809 DIS O | |

Summa |

geschrieben: Einhundert und | | drei Stück Goldmünzen. | (Ort) den .… ten 1874. |

s D Der daf

1/2 Kronen hannoverschen Gepräges, ?/1 und !/1 Pistolen kur- hessishen Gepräges , / Dukaten der vormals freien Stadt Frank-

(Name und Stand des Ein- | | | zahlers der Goldmünzen.) | | |

I F E L U ERE

1874.

Von dem Einlieferer der Goldmünzen werden nur die Ko- lonnen 1, 2 und 3 des vorstehend vorgeschriebenen Verzeichnisses nah den darin angegebenen Beispielen ausgefüllt, während die Kolonnen 4, 5 und 6 in dem zweiten, von der Einlösungskaf}se der Münzverwaltung einzusendenden Eremplare von der Leh- teren ausgefüllt werden.

Bei demnächstiger Zahlung des für die eingelieferten Mün- zen festgeseßten Metallwerths wird der Betrag desselben von dem Empfänger in dem von ihm zurückzugebenden, mit Em- pfangsbescheinigung der Einlösungskasse versehenen Exemplare des gedachten Verzeichnisses, nach vorheriger Ausfüllung der Kolonnen 4, 5 und 6 desselben Seitens der Einlösungskafse, quittirt.

9) Formulare zu dem ad 4 vorgeschriebenen Verzeichnisse werden auf Verlangen von den Einlösungskafsen unentgeltlich verabfolgt. ;

6) Der Einlieferer hat für jede der in dem Verzeichnisse aufgeführten Münzforten besondere Packete (Beutel, Düten 2c.) zu bilden und auf denselben zu vermerken : die laufende Nummer des Verzeichnisses, die Münzsorte und deren Stükzahl; auch sind sämmtliche einzelne Packete, welhe behufs Prüfung ihres

| Inhalts Seitens der Einlösungs-Kasse leiht zu öffnen sein

müfffsen, also nicht versiegelt werden dürfen, in einem Gesammt- padet, bei größeren Quantitäten in zugebundenem Beutel mit einem Etiquette einzuliefern, auf welhem der Name des Ein- zahlers, der Einzahlungstag, die Gesammt-Stückzahl der darin befindlihen Goldmünzen und die betreffende Einlösungs-Kafsse angegeben ift. Berlin, am 17. März 1874. Der Finanz - Minister Camphausen.

BekanuntmahuUng. Im Anschluß an meine Bekarintmahung vom 17. v, Mts., betreffend die Außerkurs\ezung und Einlösung der Landes-Gold- münzen (Deutscher Reihs- und Königlih Preußisher Staats- Anzeiger vom 20. v. Mts.), wird nahstehend das geseßlih zu- lâässige Mindestgewicht der preußischen Friedrihsd'or in Grammen (500 Gramm gleich Ein Pfund Münzgewichht im Sinne des Artikel 1 des Münzvertrages vom 24. Januar 1857; Preußische Gesez-Sammlung, Seite 312) angegeben. Die preußischen Friedrihsd'or werden an den Einlösungs- fassen zu 5 Thlr. 20 Sgr. in dem Falle angenommen bezie- hungsweise umgewechselt, wenn fie vollwihtig oder nur dur den gewöhnlichen Umlauf im Gewicht verringert sind und zum Mindesten folgendes Gewicht haben : A. Die von 1750 bis 1820 auf freien Stempeln geprägten Friedrihsd'or : . die halben von 63,944 preuß. glei 3,545 Gramme, . die ganzen von 127,s88 do. f 6,490 do. . die doppelten von 256,776 do. S do. B. Die f\eit 1821 im Ringe geprägten Friedrihsd'or : . die halben von 64,664 preuß. gleich 83,932 Gramme, . die ganzen von 130,398 do. ¿ 6,614 do. . die doppelten von 260,g56 do. iy - 10,998 do. Berlin, den 7. April 1874. Der Finanz-Minister. Camphausen.

Gewerbe und Handel.

Das bayerische Gewerbemuseum in Nürnberg hat fürzlih einen Katalog der Ankäufe und Geschenke von der Wiener Weltausstellung veröffentliht. Bei den in Wien für die Sammlungen des Muscums gemachten Ankäufen wurde zunächst der Gesichtspunkt festgehalten, daß die zu erwerbenden Gegenstände bleibenden Werth und die sogenannte Modearbeit mögli außer Betracht zu bleiben habe. Nur durch Festhalten dieses Gesichts- punktes wares mögli, die „Mustersammlung“ des Museums allmählich programmmäßig zu gestalten, so daß in geschichtlicher Uebersid t die tehnologish gegliederten Gruppen anregende und belehrende Beispiele für die verschiedensten Zweige der Kunstindustrie bieten. Das bei den, an das Museum gekommenen, zahlreichen und werthvollen Ge- schenken die gleihe Rücksicht nicht in vollem Maße genommen werden konnte, ergab sich aus den Umständen, Immerhin ist nichts Un- brauhbares erworben worden und einzelne Gegenstände find geeignet, anderen ähnlichen Instituten des Landes in Tausch oder als Geschenk zugeführt zu werden. Da die Einrichtungen des Museums noch ge- raume Zeit in Anspruch nchmen und dadurch die Aufstellung der Sammlungen verzögert wird, so find die Erwerbungen für das Mu- seum, so weit dieselben bis jeßt eingegangen find, in dem Saale, welcher später der „Permanenten Ausstellung“ dienen foll, ohne Rücksicht auf die programmmäßige Eintheilung, zur Besichtigung auf- gestellt. Es wird durch die Aufstellung nicht allein eine Ueberficht über die Bereicherung der Sammlungen geboten, zu welcher die Wiener Weltausstellung Veranlassung bot, fondern es soll auch eine Gelgen- heit fein, einen Blick auf die beutige Kunstindustrie zu werfen. Die Anordnung der verschiedenen Arbèiten zerfällt in fünf Hauptgrupven, welche nah dem verarbeiteten Material ihre Eintheilung finden. Die- selben gliedern sich als Metallarbeiten, Thonarbeiten, Glasarbeiten, Holzarbeiten und Terxtilarbeiten. Jn untergeordneter Weise schließen sih noch Arbeiten aus Stein, Papier, Leder u. dergl. an, und find verschiedene Näturprodukte und Gegerstände, welche auf Sitten und Gebräuche Bezug haben, angereiht. Eine besondere Abtheilung bilden cinige Werkzeuge und Maschinen, die auf Kosten des Gewerbvereines

in Nürnberg erworben wurden.

EACE S WE Fi S SRE E LÍIILZ T D E E]

icher Anzei M Y Desfentlich Er Fe g EVe Inserate nimmt an die autorisirte Annoncen-Expedition von j

Inseraten-Expedition des Deutjhen Reihs-Anzeitgers an d Königlich Prenßischen Stoas-Anzeigers: Berlin, Wilhelur-Straße Nr. 32,

Steebriefe und Untersuchungs - Sachen | Gräß, geboren am 26. Mai 1850 zu Grünberg , 6)

Nachstehende Militärpflichtigen: 1) Robert Os- | Ernst Wilhelm Siebert, geboren am 31. August wald Bartsch, geboren am 5. Juli 1847 zu Saabor, | 1850 zu Grünberg, 7) Ivhann Joseph Eduard Kreis Grünberg, 2) Friedrich Wilhelm Theodor | Schalkenbach, geboren am 13. Dezember 1850 zu

Nabe geboren am 19. März 1847 zu Glasfabrik | Grünberg, 8) H

olzig, Kreis Grünberg, 3) Carl Julius Dtto Kappel, geboren am 24. Mai 1849 zu Polnisch- Nettkow, Kreis Gränberg, 4) Julius Joseph Se-

lowsfy, geboren am 18. November 1849 zu Kolzig, | 1850 zu Grünberg, 11) Robert Johann Belißki, Kreis Grünberg, 5) Johann Christoph Reinhold | geboren am 13.

1.- Steckbriefe und UntersuGungL-Sachen 2. Konkurse, Subhaftationen, Aufgebote, Vorx- ladungen u. dergl. 3 Verkäufe, Vervachtungen, Submisfionen 1. Æ ú. Bere als Amortisation, Zin3zahlung u. s. w. von öffentli

6. Verschiedene Bekauntigachungen. 1, Literarische Anzeigen 8, Familien-Nachrichten.

chen Papieren. rater Beilage.

5. IndusftrielleEtablifsements, Fabriken 1. Grofhazudel.

heimathsberechtigt in Grünberg, 12) Friedrih Louis Theodor Graße, geboren am 30. April 1851 in Grünberg, 13) Friedrih Wilhelm Fürchtegott Schul- rabe, geboren am 6. Juni 1851 in Grünberg , find einrich Moritz Leutlof, geboren am | angeklagt: als Juländer fich dem Eintritte in den 21, September 1850 zu Grünberg, 9) Gustav Adolph | Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte dadurch F „Zuni s, Jäkel, geboren am 18. Juni 1850 zu Prittag, Kreis | entzogen zu haben, daß sie ohne Erlaubniß entweder | unserem Audienzsaale, Zimmer Nr. Grünberg, 10) Hugo Wolfsky, geboren am 25. März | das Bundesgebiet verlassen haben oder nah erreichtem

militärpflichtigen Alter sih außerhalb des Buudes- Dezember 1851 zu Prag in Böhmen, | gebiets aufhalten, Vergehen wider F. 140 des

Rudolf Mosse in Leclin, Leinzig, Zamburg, £rank- furt a. M., Breslau, Halle, Prag, Wien, München, Aürnberg, Straßburg, Zürich und Stuttgart,

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9. Central-Handels-Kegister Erscheint in sepa-

deutschen Strafgeseßbuches. Es ist deshalb gegen fie durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts vom heutigen Tage wegen unerlaubter Auswanderung aus dem Bundesgebiete die Untersuchung eröffnet und Termin zur öffentlichen mündlichen Verbandlung auf den 18, Iuni d. I., Bormittags 11 Uhr, in

Nr. 34, anberaumt worden, zu welchem dieselben unter der Verwarnung vorgeladen werden, zur festgeseßten Stunde zu er- scheinen und die zu ihrer Vertheidigung dienenden