1832 / 180 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Sat, 30 Jun 1832 18:00:01 GMT) scan diff

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firt. Jn der Stadt würden sie wahrscheinlich zur Aufrechthal-

tung der Ordnung und zur Vertreibung des esindels hinrei- chen. Die steigende eibünag und das wachsende Mißtrauen auf diesem Punkte wirken höchst traurig auf die Legationen.

Ankona, 14. Juni. (Allgemeine Zeitung.) Nach- stehendes is der Auszug eines angeblichen Schreibens aus Bo- logna vom 11. Juni, das in Form einer Proclamation gedruckt Und, wie es scheint? sehr verbreitet wurde. Man wird daraus erkennen, wie furchtbar und bedauerlich die Gährung gestiegen ist, falls die faktischen Verhältnisse wirklich der Leidenschaftlichkeit der Worte entsprechen :

¿Die Bevdlkerung von Bologna sollte am vergangenen Sonn- tag, den 10ten, in de: Montagnola in ahtungswerther Gesellschaft si vereinigen, um förmlich und geseßlich nachstchende Bekanntma- chung zu beschließen. Von anderer Seite aber wollte man diesen Um- stand benutzen, um eine A Ne De Regierung proflamiren zu lassen, zu welchem Ende vielleicht das Volk insgeheim aufgeregt wurde. Die

uten und verständigen Bürger, welche dies erfuhren, widerseßten fh mit aller Gewalt den Machinationen, die ihnen verderblich seyn konnten, und die verabredete Versammlung wurde durch nachste- bende Bekanntmachun abgesa t: ¿¡Bolognesen! Fm Namen der Ftaliänischen Sache, gt Euch nicht täuschen. Folgt jeder Einla- dung des Volks, aber fürchtet die Hinterlist. Fhr habt von dem Souverain Alles verlangt, was einem civilisirten Volke ge- bührt . . . . Protestirt , verweigert die Bezahlung der Taxen und der willfrlihen Belastungen, zeigt Euch, wie ein Mann es thun soll, der sich selbst kennt, und die Sache ist gewonnen. Die Verzögerung wird sie nur um so schdner machen; aher bei Allem, was Euch heilig is, bleibt vereint und erhaltet Euch muthig; ernie- drigt Euch nicht, fremde Vermittlung neten, Es lebe die Einig- kcit! Gute Geseße von verbürgter Ünverleßlichkeit !// Fn der Nacht vom 9. auf den 10. Juni wurde hierauf nachstehende Protestation angeschlagen, welche in allen Händen cirkulirte, da sie aus den oben- erwähnten Ursachen nicht feierlich verkündet werden fonnte. „Die drei Hauptklassen der Gutsbesißer, Gelehrten und Kaufleute der Stadt und des Volks von- Bologna, denn auf diesen allein beruht wesentlih die Vertretung des allgemeinen Willens und Wun- sches, protestiren feierlich und erklären im Angesichte Got- tes, des Richters der Nationen und Könige, und im Angesichte der Souveraine der fünf großen Hdfe Europa's: 1) daß sie auf keine Weise die von Sr. Eminenz dem Fürsten Albani, außerordentlichen Commissair für die vier Legationen, durch die Umtriebe des Herrn Intendanten Boratelli, des Advokaten Assessor Barbieri und des Emissairs Placido ‘Zacchini vorgenommene Ernennung der Gemeinde- Râthe, sowohl für die Stadt als die Provinz, als gúltig und geseß- lih anerkennen , da sie willkürlih und erzwungen, gegen die Be- stiminung des souverainen Edikts vom 5. Juli 1531, welches die Er- nennung den resp. Prodelegaten zutheilt/ da diese genaue Kenntniß haben mússen von den Be úrfnissen der resp. Bevölkerungen und der Personen, welche des dffentlichen Zutrauens genießen; 2) daß sie die Ernennung der neuen Richter und die Einseßung der Tri- bunale nicht ancrkennen und billigen, wegen der absoluten Unwür- digkeit und Unfähigkeit des größten Theils derselben, der schamlosen Bewerbungen nicht zu gedenken, welche von U Anhängern und Hausfreunden Sr. Eminenz des Kardinals Albani geübt wurdén, um ihre Verwandten vor so vielen anderen würdigen und bedúrfti- gen Personen zu begünstigen; 3) daß sie die Anhäufung von Aem- tern und deren Ertheilung an Leute, die von der dentlichen Mei- nung verworfen, unfähig und begütert sind, nicht zulassen wollen, sondern ein festes und unveränderliches Disziplinar - Reglement verlangen; 4) daß sie die gegenwärtigen Päpstlichen Truppen wegen deren schlechter Beschaffenheit und Jnsubordination nicht dulden und auch feine andere vor der Einführung der gewährten Reformen zulassen wollen, theils um die Freiheit threr eigenen Institutionen zu {hüten , theils um einem oh- nehin mit Schulden überbürdeten Staate eine neue unerträg- liche Last zu ersparen, sondern daß sie sh das Recht bewahren wol- len/ für ihre eigene Sicherheit durch eine Bürgergarde zu sorgen; 5) erklären sie für null, nichtig und ungesetlich jede Handlung oder Berathung, welche die auf die oben angeführte Weise eingescßten Gemeinde-Räthe und die auf solche Weise o qu ernennenden Pro- vinzial-Räthe vornehmen würden; 6) behalten sie sich das Recht vor, die Erfüllung der oben angezeigten Bitten guf geseßlichen Wegen, durch geseßlich und frei vorgebrachte Vorstellungen, und eben so die

© nothwendigen und unentbehrlichen, wiederholt versprochenen und nie

eingeführten Reformen in der Administration, den Finanzen und der Geseßgebung zu verlangen. Diese Bedingungen werden laut erklärt von der Masse der Bürger Bologna’s/ im Namen der Gemeinden und Provinzen Sr. Heiligkeit Gregors XVI., ihres Souverains, den sie als solchen ihrerseits anerkennen und verehren, indem sie ofen und wiederholt erklären, daß sie, wenn bis jeßt die Reformen, welche die versprochene glückliche neue Aera ausmachen sollen, nit aus-

eführt wurden, dies nicht einer Treulosigkeit vou seiner Seite, sondern dem Trug und der Hinterlist der Minister des Hofs, einem Uecberschreiten der Gewalt von Seiten der Vollstrecker scines Willens zuschreiben, zu welchem Ende sie die Vermittelung und das Schieds- gericht der hohen Mächte anrufen, welche Sr. Heiligkeit ihre Staa- ten und dagegen den Unterthanen die ndthigen Reformen garanti- ren werden. Jn diesem Sinn und nicht anders wollen dic oben be- zeichneten von den Bürgern und dem Volk Erwählten die Vereini- gung an obbesagtem Tage verstanden wissen, wobei sie als nichtig und erzwungen jede Handlung und jede Berathung erklären, welche solche anders auslegen wollen, indem ihr eiger Zweck die Jnte- grität der Regierung und die Unverlehlichkeit der politischen Fn- fitutionen ifft.//

P ortugal.

Die Lissaboner Hof-Zeitung vom 9. Zuni enthält R A Bericht über die Aufhebung der Blokade von Madeira: „Die Amerikanische Fregatte ,-Constellation‘/ ist am 5ten d. M., von der Jnsel Madeira kommend, in den hie- sigen Hafen eingelaufen. Durch dieses Schiff haben wir Nach- richten von jener Jnsel bis zum 29. Mai erhalten. Der Capi- tain der Fregatte, der die Blokade der Jnsel durch die Rebel- len nicht anerkannt hatte, beshüßte den Handel ‘der Amerikaner und sicherte den r id seiner Nation das Einlaufen in den Hafen, wodurch die Znsel reichliche Zufuhren erhielt. Außer den Amerikanischen Schiffen lief unter seinem Schuße auch ein mit Getreide beladenes Dänisches Schiff ein. Jn den durch die Fregatte mitgebrachten Briefen wird die Jnsel als in dem möglichst besten Vertheidigungs - Zustand sich befindend geschildert ; der Geist der Einwohner ist vortrefflich, dieselben sind dem Könige, un- serm Souverain, gänzlih ergeben. “Am 23sten Mai hoben die Rebellen die Blokade von Madeira auf, und der Gouverneur und General - Capitain gaben sogleih Befehl, von der Jnsel Porto - Santo Besiß zu nehmen; die Bewohner derselben äu- ßerten die größte Freude und Zufriedenheit, als sle sich wieder unter die großmüthige Regierung Sr. Majestät . gestellt und sich von der tyrannischen Bedrückung, unter der sie geseufzt hatten, befreit auen: denn es giebt keine Art von Gewaltthätigkeit, deren sich die ‘Rebellen nicht gegen die friedlichen Einwohner bedient hätten. Dies is also das Ende des so viel gerühmten Planes der Rebellen, von der Jnsel Madeira Besig zu nehmen; dies ist also das Ende der politischen Combinationen, welche sich aus der Eroberung jenes - wichtigen Punktes entwickeln sollten. Eine Blokade von 55 Tagen hat bei den Einwohnern nur das Ge- fühl des Hasses verstärkt und bei den Soldaten den Wunsch rege erhalten, daß die Rebellen die Jnsel angreifen möchten, um sie dann zu vernichten; Mit diesen Thatsachen vop uns,

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bedarf es eben keines die Rebellen, da sie s i deira anzugreifen, nicht so tollfkfúhn seyn werden, einen

Kräfte, Hülfsmittel und Vertheidigungs-Anstalten des K

lich fehlgeschlagen sind.“ Mexi lto.

gaben für. die nächster Z Monate gedeckt und damit di hier und im Junnern gesichert ist.

der frei zu sehen.

n.4 0.0-0,

Berlin, 28. Junt d. Mittags durch diese Stadt gekommen.

General des 4ten Armee-Corps, General-Lieutenant von Excellenz, an denselben erlassene Schreiben zur öffe Kenntniß:

ihm nur eine Reihe sehr erfreulicher Erfahrungen. ein zuvorkommendes Benehmen, was, von Ew. Hoch

wertheste Einverständniß und Verhältniß sich gestaltete. und für alles Gute, was mir und den Truppen bisher wolden, spreche ih nun hiermit meinen aufrichtigsten Da und indem ich solchen mit dem Ausdrucke vorzüglicher

Hände lege, l | Köln ein freundliches Lebewohl zu, mit der Versicherung,

Köln, den 16. Juni 1832.

folgenden 150 Rthlr. gefälligst anzunehmen und zum Be hiesigen Armen zu verwenden. Köln, den 13. Juni 1832.

Nachrichten von daher, die dasige Kasino - Scheidenden noch einen Beweis ihrer Hochachtung zu die hohe Generalität und das Offizier-Corps der daselbst den Regimenter zu einem Mittagsmahl geladen, bei

bunden mit den innigsten Wünschen für ihr stetes das lebhafteste ausgesprochen wurde.

Meteorologische Beobachtung. 27. Juni. | 6 Uhr. 2 Uhr. [10 Uhr. Beohach LuftdruÆ |334,6"par. (335,5'’Par. [336,4 Par. | Quellwärme

roßen Scharfblikes, um einzusehen, daß ch nicht stark genug gefühlt haben, Ma-

auf Portugal zu wagen. Niemanden fann es einfallen , die

ches mit denen der Jnsel zu vergleichen. Wir können un- seren Lesern versichern, daß die Hauptpläne der Rebellen, welche mit der. Besibnahme von Madeira in Verbindung standen, gänz-

Mexiko, 26. April. Es is der Regierung gelungen, eine Anleihe von 900,000 Dollars abzuschließen, wodur ihre Aus-

Sobald der General Teran erfuhr, daß der Staat Tamau- lipas sih für das System von Sta. Ana erklärt hatte, marschirte er gegen die Hauptstadt Victoria, von wo der ¡ouverneur und die übrigen Autoritäten bei seiner Annäherung die Flucht nah- men und nach Tampico eilten, wohin Teran ihnen mit 1700 Mann gefolgt ist, und man hofft daher, diesen Hafen bald wie-,

Se. Königl. Hoheit der Prinz Wil- helm (Sohn Sr. Majestät des Königs) ist, Nachrichten aus Elbing zufolge, auf der Reise nah St. Petersburg am 23sten

Ín der Kölnischen Zeitung bringt der dasige Ober- Bürgermeister Steinberger nachstehende von dem kommandirenden

¿Wenn ich mir bei meiner nun bevorstehenden Abreise den Zeitraum vergegenwärtige, den ich mit den Truppen des mir untergebenen Armee-Corps in Köln verlebte, so E ich in

‘s war

boren Leitung ausgehend, von Seiten der Behörden- der Stadt mir und ihnen gleih anfangs wohlmeinend entgegentrat; es war eine gleiche ehrenwerthe Gesinnung, die sich überall in Köln gegen die daselbst aufgenommenen Truppen fortdauernd an den Tag legte, wodur bei dem gegenseitigen, von Leßteren gern érwiederten und gerechtfertigten Vertrauen das wünschens-

rung, die ih Ew. Hochwohlgeboren persönlich widme, in Ihre rufe ich noch dén achtbaren Bewohnern der Stadt

Erinnerung an sie mir immer eine der theuersten bleiben wird. von Jagow.“ „Ew. Hochwohlgeboren und den Bewohnern Kölns noch- mals ein herzliches Lebewohl zu sagen, dazu fühle ich mich, in dem Augenblicke meiner Abreise, dringend aufgefordert, und in der Ueberzeugung, daß Sie einen Wunsch von mir nicht unbe- rücksichtigt lassen, ersuche ih Sis ganz ergebenst, die hierbei er-

von Jagow.‘ Einige Tage vor dem Abgange des Herrn Generals und

der ihm untergebenen- Truppen von Köln a nach weiteren esellschaft, um den

denselben das herzliche Bedauern, sie jeßt M sehen, ver- ohlseyn, auf

1832 Morgens M Abends : Nach einmaliger

Luftwärme . Sm 11/7 2M: 9,9 ° R. sFlufwärtme 13,8 ® R.

Diridece Wn ENOIN E r 63 e Bodenwärme 10,9 ° R. un | 77 yCt. | 56 pCt: e

Wetter . N trübe. trübe. 12008 pol n

Wind .…... WNW. | WNW. WRNW. ENiederschlag 1120.

Wolkenzug . WNW. Häufig Regen.

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Dafüúr hier ge- nk aus, Vereh-

daß die

sten der

geben,

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welchem

tung. 7,4 ® R.

Berliner Börse. Den 28. Juni 1832,

Amt]. Fonds- und Geld- Cours- Zettel. (Preufs.

Cour.)

e CRREE e? MCRRCMMRIE I dat 4 Gre M Nicht- Amtliche Cours-Notize Berlin, 28. Juni.

do. Holl. 4 —. Poln, Pfbr. 835. do. Part. 542. Dün. Nied. wirkl, Sch, 42, do, 68 Anl. 943, Neap, Engl, 824. do, F

änderung an sich ist unzweifelhaft.

Amsterdam, 23. Juni. Nied. wirkl. Sch. 42. 58 neue do. 792. Kanz-Bill, 157, g 95. Oest. 58 Met. 83. Russ. (v. 1822) 933, Neap. Falec. 74, Hamburg, 26. Juni. Oest. 58 Met. 86. 48 do. 761 Br. Bank-Actien 1119. Rug Anl. 953. Russ. Anl. Hamb. Cert. 862 Br. Poln. 4072 Br. Dij St. Petersburg, 20. Juni. i Hamburg 3 Mon. 94. 21. Silber- Rubel 367 Kop. Warschau, 24. Juni.

Pfandbriefe 841. Russ. Assign. 1791. Wien, 23. Juni.

p08 5 B e BE E T Q

Allgemeine

_Preußische Staats-Zeicung.

955 Met. 87,5. 48 do. 763. Part.Obl. 1225. Bank-Acti«, M? 180.

Königlihe Schauspiele.

Freitag, 29. Juni. Jm Opernhause: Robert der 9 Oper in 5 Abtheilungen, nah dem Französischen von d und Delavigne, übertragen von Theodor Hell. Die Bally von Philipp Taglioni; Musik von J. Meyerbeer.

ges 1 Rthlr. 10 Sgr. 2c.

Königstädtisches Theater. Freitag, 29. Juni. Der Alpenkönig und der M, Seel in 3 Akten. (Hr. Schmelka: Herr vy pellopf.

Sonnabend, 30. Juni. Die Familien Capuleti unl techi, Oper in 4 Akten; Musik von Bellini. (Dlle,

sen d. M. an uns gelangen zu lassen, indem (terbrechung erleidet und nicht sämmtliche

des Auslandes.

Berlin, Sonnabend den 30e J un i

Beim Ablaufe des Quartals wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die Bestellun : j i l gen auf diese Zeitun Der Anfang dieser Vorstellung ist um halb 6 Uhr, 4 (Mohrenstraße Nr. 34), in den Provinzen aber bei den Königl. Post - Aemtern zu machen sind, und vas der Pr Preise der Pläge: Ein Plas in den Logen des erstqeuß. Cour. vierteljährlich festgeset ist, wofür den hiesigen Abonnenten das Blatt am Vorabend seines Datums durch die Stadt - Post frei ins Haus gesendet wird. Um jedoch die erforderliche Stärke der Auflage für das kommende Vierteljahr abmessen zu können, müssen wir bitten, die Bestellungen bis \ pätestens den

1832.

Pa A tr cl U A E 612400 13 E Ait R S E Di a Ae D e

nebs| Pränumeration, hier am Orte bei der Redacs eis für den ganzen Umfang der Monarchie auf 2 Rehlr.

sonst die Jnteressenten es sich selbst zuzuschreiben haben, wenn die Zusendung des Blattes eine

und mnn Nummern vom Anfange des Quartals an nachgeliefert werden fönnen sigen Juteressenten, welche die Zeitung bereits je6t halten, ist wiederum die Einrichtung getroffen worden, durch die Stadt - Post den Pränumerations - Betrag für das nächste jattal, unter Zuseadung der diesfälligen Quittung, einziehen oder die Abbestellung entgegennehmen zu lassen. Ein Gleiches gilt auch von dem Magazin für die Litera-

Man-Gilinituetaatemmw m Pw

Romeo, als lebte Rolle vor ihrer Urlaubsreise.)

Neueste NaGriGten Paris, 22. Juni. Der Kriegs-Minister hat ay hi mandirenden Generale mehrerer Militair-Divisionen Jy nen in Betreff der Beschüßung des Korn-Verkaufs U Aufrechterhaltung der Ruhe auf den Korn-Märkten üben, ' Das erste hiesige Kriegsgericht hielt gestern Wid Sikung, in welcher der Prozeß des sechzigjährigen verb ten Obersten Thiellement verhandelt, wurde. Derselbe j Versuchs zum Umsturze der bestehenden Regierung und, \chimpfung der National - Garde angeklagt. Nach Bew des Zeugenverhörs, das völlig zum Nachtheile des Angesch ausfiel, führte der Advokot Hardy die Vertheidigung Nach Anhörung seines Plaidoyers erklärte das Krieg nach ¿¡stündiger Berathung den Angeklagten für schul verurtheilte ihn demgemäß zu zehnjähriger Haft.

Das zweite Kriegsgericht sprach gestern Hertn | ehemaligen Seconde-Lieutenant beim 9ten leichten Fnfanti gimente, nachdem der Berichterstatter selbst gegen ihn klage eines thätigen Antheils an dem lebten Aufstande u ben hatte, von jeder Schuld frei. Ein zweiter Junfkulu, dem das Gericht sich demnächst beschäftigte, war ein Colombat, der angeklagt is, daß er bei der Errichtung 1 rikaden hülfreiche Hand geleistet, auch auf das Militair 1 8 National-Garde gefeuert habe. Nachdem die sehr nad ane Ad: für den Angeklagten lautenden Aussagen mehrerer Zen Paris, 22, Juni. Gestern Vormittag arbeitete der König nommen wordén und der Advokat Bricquet denselben uWaint-Cloud mit den Ministern der auswärtigen Angelegen- theidigen gesucht hatte, erklärte das Kriegsgericht den Cn, des Innern und der Justiz. Der Sardinische Botschaf- prämeditirten Mordversuchs für schuldig und verurtheäle} Graf von Sales, hatte eine rivat - Audienz bei Sr. Maj. zum Tode. : gesammte Königliche Familie begab sich demnächst nach

Nachdem die Gerüchte über eine bevorstehende Miniifyres, um die dortige Porzellan - Manufaktur in Augenschein Verordnung eine Zeit lang geruht, trägt man sich heut Fehmen. neue -damit herum. Jes6t heißt es, daß Graf Guésllemino,ff Der Handels-Minister hat den Präfekten des Departements Zutheilung eines Unter -Staats-Secretairs, die auswárti{alvados, des Norden, der Saóône und Loire und der Yonne gelegenheiten, Herr Dupin der Aeltere die Siegel, Hn Summe von 21,000 Fr. zur Vertheilung unter verschiedene mann die Finanzen und Herr Thiers die Unterrichts - u Brandschäden, Sturm und Hagelschlag verunglückte Ge- lichen Angelegenheiten erhalten würden. Alles dies sind iden überwiesen. bloße Vermuthungen , und es wird in keinem Falle ein di Jn Folge der von den hiesigen Truppen bei den leßten Un- Beschluß gefaßt werden, bevor man nicht Herrn von Uln bewiesenen Tapferkeit haben mehrere Ordens- Verleihun- der hier mit jedem Tage erwartet wird, zu Rathe gezoz stattgefunden. ;

Er allein dürfte den Ausschlag in der Sache geben. F Auß das Zuchtpolizei-Gericht von Angers hat nunmehr nach i Veispiele des dortigen und des hiesigen Königl. Gerichts-

Die neuesten Berichte aus der Vendée bieten durhui ih zu Gunsten der rücfwirkenden Kraft des Belagerungs- erhebliches Jnteresse dar; sie stimmen darin überein, Windes erklärt und die wegen Theilnahme an dem Aufstande Chouanerie in sämmtlichen insurgirten Departements allnil 1 westlichen Departements vor dasselbe gestellten 32 Perso- Ende geht. Was die Herzogin von Berry betrifft, so (M unter denen fich der gewesene Pair und General-Lieutenant es immer mehr Wahrscheinlichkeit, daß es derselben geluyWsd'Andigné und der ehemalige Präfekt des Departements aus dem Lande zu entkommen. lveyron, Herr Ferrand, befinden, dem Kriegsgerichte über-

Der in Orleans verhaftete Fürst von Beaufremortt, | Adjutant des Herzogs von Bordeaux, ist nach Vincennes g

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Se. Königliche Majestät haben dem Regierungs-Rath L ie b- ht zu Arnsberg den Charakter als Geheimer Regierungs-Rath tznädigst zu verleihen geruht.

Ns 13te Stúk der Geseß-Sammlung, welches heute aus-

eben wird, enthält: unter

1, 363 die Allerhöchste Kabinets-Ordre vom Z1. Mäáârz, be- treffend die revidirte Eng: für die Messen zu Frankfurt a. d. O., und die 9 ceß-Ordnung selbst, vom 31. Mai d. S.

Berlin, den 30. Juni 1832.

Geseß-Sammlungs-Debits-Comtoir.

Zeitungs-Nachrichten. mul a n.d,

die drei Stellen, die das Journal des Débats gestern worden, wo er streng bewacht wird. littheilung des Chateaubriandschen Schreibens an Herrn In Saint - Ménéhould (Marne) haben, der hohen Win den Aelteren aus diesem Schreiben weggelassen hatte, preise wegen, unruhige Auftritte stattgefunden, weshal | folgende: „„1) Sie sehen, daß ih meine Gründe nicht Schwadronen des in Verdun garnisonirenden 5ten Der handgreiflichen Geseßwidrigkeit des Belagerungs-Zustan- Regiments zur Wiederherstellung der Ruhe dorthin höpfe. Ich gehe tiefer in die Sache ein: der Belagerungs- werden mußten. ; „M is nur ein unbedeutendes Neben - Ereigniß und eine Hr. Ledieu, einer der Redacteure der Tribune, if l lendige Folge der ersten großen Ungeseblichkeit. 2) Jch tet worden. „Meine Eides- Verweigerung auf zwei Gründe gestüßt: er- Die Französische Akademie ernannte in ihrer gest! Ffann die jeßige Monarchie, meines Dafürhaltens, ihr Recht zung an die Stelle des verstorbenen Baron Cuvier Hur! M als Erbin der alten Monarchie geltend machen; eben so pin den Aelteren mit 20 unter 25 Stimmen zu ihrem WW kann sie aber zweitens dieses Recht aus der Volks -Sou- sein Mitbewerber war Herr v. Salvandy. „Mett herleiten, indem fein National - Kongreß zusammenbe- Der Bischof von Cambray, Monsignor v. Belt) worden ist, um über. die Regierungsform zu entscheiden. Tode abgegangen. Der Vice-Präsident des hiesige Vas wird man mit dem Lebten der Stuarts anfangen, der erster Jnstanz, Herr Dufour, starb gestern an der (ia bten der Bourbonen vertheidigt. Die Ga zette de Seit einigen Tagen greift hier die Cholera mertiha ce findet es hôchst seltsam, daß das Journal des Débats so daß Viele die Besorgniß hegen, die Seuche i drei. Säge aus seiner Mittheilung wegläßt. „, Herr Ber- Herbste in der Hauptstadt verweilen und bei der M jagt jenes Blatt, „will also, daß seine Abonnenten nicht Regenzeit ihre frühere Jntensität wieder erlangen. M 2 en sollen, was ihn eigentlich von Herrn von Cha- lagie is die Krankheit aufs neue unter sehr bedenkliche! a8 trennt; er zieht es vor, aus einem Atten- tomen ausgebrochen. d R Stellen, die ihn in Verlegenheit segen, Gestern starben hier 38 Personen an der Cholera Fund gar wegzulassen. Und doch, wären bloße Thatsachen an anderen Krankheiten. & 0 em Zwiespalte Schuld, so müßten beide Theile sich gar leicht Heute {loß 5proc. Rente pr. compt. 96. 75. / 96. 80. Mivas D compt. 67. 50. fin cour. 67. 65. pt A Valubonen ist, indem die júngere Linie noch besteht ; fia cour. 79. 40. 5proc. Span. Rente perp. 58. J daß der Belagerungs - Zustand ein gese6widriger is; klar, Frankfurt a. M., 25. Juni. Das hies 18e h Gle Age ihr Recht auf den Thron nicht aus dent enthält Folgendes aus Paris vom 22sten d.: „Jn nd hi i He e E kann; klar endlich, daß sie selbiges eben genblick erfahren wir, daß die Verordnung, welche Pal M O a: ‘Kongresse verdankt, Unmöglich können lagerungsstand erklärt, zurückgenommen seyn soll. Me die Uer E Men, wie Herr Bertin solches be- nannte Blatt fügt hinzu: „Ein gestern Nachmitlag Fl sache der Trennung zwischen ihm und Hrn. Cha-

M4 j ¡t Yr A ; ) Frankfurt eingetroffener Courier soll. dieselbe Nachri) 7903 es muß nothwendig noch sonst etwas dahin-

bracht haben.“/ Metl|lleber d | 4 i. err. 5proc, Me das Schreiben des Vicomte V j Franefurt a, M., 26, Jun, Oest 01. Br. Vonsktitutionnel folgendes Urtheil : ia, o

s [77 Brief TGeld. 27 1Brief Geld, St.-Schuld-Sch. | 4 | 94 | 931 Ostpr. Piandbrf. | 4 [1001 | 992 Pr. Engl. Anl. 18| 5 | [1021 Pomm. Pfandbrf. | 4 1053 | Pr. Engl. Anl. 22/ 5 | [1024 JKur- u. Neum. do.| 4 |1052 [1052 Pr. Engl. Obl. 30| 4 | 871 | 862 #Schlesische do. | 4 | 1054 Kurm. OblI.m.1.C.| 4 | 922 | Ilkst.C.d.K-u.N.|—| =— | ch Neum. Int. Sch. do.| 4 | 922 | IZ. Sch. d. K.- u. N.| | 56 Berl. Stadt-Obl. | 4 | 941 | 932 Königsbg. do. 4 | 941 Elbinger do. 4x| | 9414 Holl. vollw. Duk.|— | 18 Danz. do. in Th.| | 34 -— __ Neue dito.|—| | 183 Vvestpr. Pfandbr.| 4 | 9814 | 973 fFriedrichsd'or .. |— 1313| 1375 Grosshz. Pos. do.| 4 | 987 Disconto... A Ó Preuss.Cour, Wechsel-Cours. Brief | Geld. AMmaterdalû 250 Fl. Kurz 1447 [1441 M E A 250 Fl.- [2 Mt. 1435 | B E 390 Mk. |Kurz 1525 |1521 U S C 300 Mk. |2 Mt. 1515 11513 , F 1 LSul. 13 Mt. 6 2857| Paris E Coo C o o p Tp N 300 Fr. 2 Mt. 80-5 ito Wn N aa 150 Fl, |2 Mt. 1035 | R 150 Fl, [9 -Mlt, 1034| L 100 Thl. 2 Mt. USE | r E L A O 100 Thl. |8 Tage (1025 Frankfurt a. M WZ........ 150 Fl. |2 Mit. [1021 L D E A4 100 Rbl. [3 Woch. | | 2911 Van A c n s 600 Fl. [Kurz |

N,

(Ende der Börse.) Oest. 58 Met. 897. 48 do. 782 B.-Actien 785. Russ. Eng]. 1002

A c. 761%. 7612, 2Fproc. 453. 1proc. h , y rth Actien 1370. 1368. Part. Db 1231. 1 Loo M est, Veit ifestelers ist, wie Alles,’ was aus seiner Fe- 1 . Poln. 20 bi / eziehung dúr , E M Oro d D Leser von Interesse seyn; wir würden Ee, dieses Scheel,

1 Pneller mitgetheilt haben wenn wir ge i Redacteur Joh n. Mitredacteur Cotke entlihung desselben werde für den edlen Angele M

Engl, —, ale, T5;

i idi ita huld wir aufrichtig dax ethán zu sehen w : Gedrudt bei 6: W! Mi ven seyn; jr haben abe dan nur die ‘Adeini

1 Yndigen können, denn es ist klar, daß Heinrich V. nicht der ;

Zur Bequemlichkeit derjenigen

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andersebung einer ganz besonderen Lehre über die politische und die gesellschaftlihe Ordnung der Dinge gesehen. Die Mei eines Mannes, wie Hr. von Chateaubriand , is immer, was sie auch betreffen mag, interessant, aber nicht unbestreitbar. Wir neh- men uns also die Freiheit, diesmal nicht seiner Meinung zu seyn. Niemand wird läugnen, daß ein Angeklagter sich ganz in seinem Rechte befindet, wenn er sich weigert, die Fragen des Rechtes zu beantworten, und das Geschäft des Beweises dem Ankläger über- läßt; aber man muß wenigstens zugeben, daß dieses Benehmen nicht sonderlich passend ist. Die großen Rücksichten , mit denen man gegen die drei muthmaßlichen Mitglieder des sogenannten Regentschafts - Rathes verfährt, und für die wir der Regierung Dank wissen, hätten wohl einigen Dank und etwas mehr Zart- gefühl verdient. Herr v. Chateaubriand erkennt die gesellschaftliche, aber nicht die politische Ordnung der Dinge in Frankreich an; wir fragen ihn, ob die Preßfreiheit, unter deren Schute er ge- gen unsere Regierung protestirt, in Folge der politischen oder der gesell- schaftlichen Ordnung besteht? Er verdankt es doch wohl der ersteren, daß er protestiren kann; er erkennt die politische Ordnung nicht an, wie er jagt; das steht in seinem Belieben, aber er thue, was er will, er kann sie nicht angreifen, ohne zugleich einen Vorzug derselben darzuthun. st es nicht. etwas lächerlich, sich in dieser Weise einer politi- schen Ordnung entgegenzustellen, um sich das Vergnügen zu machen, seinen Namen nicht zu nennen? Hâätteri nicht die un- ter der Restauration gefangensißenden Liberalen mit mehr Grund sagen fönnen, daß sie die damalige politische Ordnung nicht an- erkennten. Hätte Herr. v. Chateaubriand eine Klage über einen Diebstahl oder eine gegen seine Person verúbte Gewaltthätigkeit einzureichen, so würde er zu den durch die gegenwärtige poli- tische Ordnung eingeseßzten Gerichten seine Zuflucht nehmen und also gezwungen seyn, sie anzuerkennen. Wollte der Angeklagte sich weigern, zu antworten, und als Grund anführen, daß er den gesellschaftlichen Zustand nichi anerkenne, so wárde der Klä: ger dieses Schweigen gewiß sehr sonderbar finden. Würde man einen Fremden, der in Frankreih wegen eines politischen Ver- gehens verhaftet würde, darum freilassen, weil er die Regierung nicht anerkennt 2 Offenherzig gesagt, dieser Grund ist eine Bi- zarrerie, die nicht verdient, daß man weiter davon spricht.‘

Der Temps sagt in Bezug auf den jesigen Kampf zivi- schen der Regierung und der Opposition, daß er die Menschen und die Dinge erniedrige, und daß die funfzehn ruhmvollen Jahre der Opposition schnell verdunkelt worden. „Wo is‘, fragt die- ses Blatt, „der Mann, der weiß, wie man die Noth des Vol- kes mildere, den Gewerbfleiß vor gänzlichem Verfalle und die gesellschaftliche Ordnung vor dem Untergange durch die Emeute bewahren kann? So lange uns ein solcher fehlt, mühen wir uns vergeblich in einem Staate ab, der nur ein scheinbarer ist.‘/

Die Gazette de France bemerkt: ¡Wenn das Prinzip des Aufruhrs in einer Gesellschaft proklamirt worden ist, so kann man mit Bestimmtheit darauf rechnen, daß es zuleßt eine militairische Herrschaft herbeiführen wird. So folgte in der er- sten Revolution das Kaiserthum auf den Konvent und in der zweiten der Marschall Soult auf Herrn von Lafayette.‘

Der Courrier de l’Europe enthält einen Auszug aus dem Verhöôre, welches der Deputirte Hr. Berryer am {18ten d. M. in Nantes vor dem Instructionsrichter zu bestehen gehabt hat. Folgendes sind die Hauptfragen und Antworten desselben : Frage. Wußten Sie nicht, ehe Sie Paris verließen , daß die Herzogin von Berry in der Umgegend von Nantes sey? Ant- wort. Wenn nicht die Proclamationen der Herzogin bekannt gemacht worden und aus den westlichen Provinzen datirt gewe- sen wären, und wenn ih nicht in den ‘amtlichen Blättern gele- sen hätte, daß mehrere von ihr unterzeichnete und aus der Ven- dée datirte Briefe in Beschlag genommen worden, wenn endlich die Anwesenheit der Herzogin in jener Gegend nicht ein allge- mein bekanntes Faktum wäre, so würde ih es für nothwendig halten, auf diese Frage nicht zu antworten; bei dem gegenwärti- gen Stande der Dinge itidéfèn glaube ich, ohne’ die Schicklich- keit zu verlezen, mi ofen aussprechen ju dúrfen. Ja, bei mei- ner Abreise von Paris wußte ih, daß Madame si in die west- lichen Departements begeben habe. Frage. War es nicht der Zweck Jhrer Reise, sich zu der Herzogin zu begeben, um mit ihr zu berathschlagen? Antwort. Die Anwesenheit derselben in dieser Gegend war nicht die alleinige Veranlassung zu meiner Reise, ‘aber ich wollte meinen hiesigen Aufenthalt benußen, um durch alle mögliche Mittel und Wege den Auf- enthaltsort der Herzogin auszukundschaften und bis zu ihr zu gelangen. Frage. Haben Sie eine oder mehrere Unterredun- gen mit der Herzogin gehabt? Antwort. Ja, ih hatte die Ehre, Madame zu sehen und zu sprechen. Frage. Was war der Gegenstand Jhrer Unterhaltung mit derselben? Antwort. Jch habe ihr mit der ihrem Range, ihrem Muthe und ihrem Unglück s{uldigen Hochachtung meine persönliche Meinung und die einiger ehrenwerthen Freunde über den gegenwärtigen Zu- stand Frankreichs, seine Jnteressen, seine Zukunft und über die Folgen der Anwesenheit Ihrer Königl. Hoheit im Westen ge- sagt. Frage. Wer waren die Freunde, deren Sie so eben er- wähnten? Antwort. Gewichtige Männer hatten gegen mich über die jehigen Verhältnisse eine mit der meinigen übereinstim-

mende Ansicht ausgesprochen, und ich glaubte also, meinen at dusch die Nutovitht deyselben untevstuyen zit mden Ha (d

aber verhaftet und, dem Anscheine nach, dieses Umstandes wegen angeklagt bin, so werde ich deren Namen nur mit ihrer Einwilligung nennen. Frage. Haben Sie die Herzogin für immer oder nur für einige Zeit von dem Plane eines Bürgerkrieges abzulenken gesucht ? Antwort. Bei dem gegenwärtigen Zustande der Gesellschaft bin ich fest davon überzeugt, daß Krieg und Aufruhr, selbst im Falle des Gelingens, nur gefährliche Ausgangspunkte für die Einsezung oder Wiedereinsezung einer Regierung seyn würden. Die Re- stauration kam 1814 nach den Siegen der fremden Heere zu Stande, die von den Bourbonen nicht gerufen worden waren; dennoch entging die Restauration in den Augen des Volkes dem Vorwurfe nicht, daß ste durch die Gewalt der Waffen aufge- drungen worden sey, woraus für die rechtmäßige Regierung Schwierigkeiten entstanden , welche ihre Feinde unübersteiglich zu machen wußten. Fr. Haben Sie niht am 8. Mai d. J. an einer Berathung Theil genommen, oder kennen Sie nicht wenigstens das rgebniß einer solchen, welche die Bildung einer provisorischen Regierung zum Zweck hatte, die aus dem Herzoge von Belluno, Baron Hyde de Neuville, Herrn von Chateaubriand und Jhnen selbst bestehen und deren Secretair Herr Charbonnier de la Guernerie seyn sollte? Antw. Nie habe ich an einer, die Bildung: einer provisorischen Regierung betreffenden Berathung Theil genommen und auch nie gewußt, daß ih zur Theilnahme an einer solchen berufen sey. Was die Wahl des Herrn Charbonnier zum Secretair betrifft, so ist diese Vermuthung ungereimt, da dieser Offizier sich seit mehreren Monaten im Gefängnisse befand, wo er auch noch sit. Jch kann mir Übrigens erklären, was zu dieser Frage An- laß gegeben haben mag; als wir nämlich in Paris die Marseiller Ereignisse erfuhren, kamen mehrere Personen von Gewicht, die gleich mir überzeugt waren, daß solche Versuche der royalistischen Meinung Ae wie den Interessen Frankreichs nur nach- theilig seyn könnten, usammen, um zu berathschlagen, wie wir die Männer unserer Teinung von solchen Unternehmungen ab- lenken könnten. Diese Versammlungen waren aber nicht geheim und haben wahrscheinli zu der Fabel von einer provisorischen Regierung Anlaß gegeben. Frage. Welche Personen wohnten diesen Versammlungen bei? Antwort. Jede derselben wird es sich gewiß zur Ehre schäßen, an jenen Versammlungen sowohl, wie an Allem, was in denselben verhandelt worden ist, Theil ge- nommen zu haben; ih werde sie aber nicht namhaft machen, so lange sie es nicht selber thun.“

Die Deputirten Baudet - Lafarge und Faure - Dère haben ihre Betritts - Erklärungen zu dem Berichte der Opposition dem Herrn Odilon-Barrot übersandt.

Die Gesellschaft für Ackerbau, Handel, Wissenschaft und Kunst des Marne-Departements hatte im vorigen Jahre folgende Preisfrage gestellt: „„Bietet der politische Einfluß der Haupt- stadt auf ganz Frankreich mehr Nachtheile als Vortheile dar, und wie kann im Bejahungsfalle dieser Einfluß vermindert wer- den?“ Die den Mitbewerbern gestellte Frist is neuerdings bis zum 15. August d. J. verlängert worden. Der Preis besteht in einer goldenen Medaille zum Werth von 500 Fr.

Die in Calais lebenden Engländer feierten am 16ten d. M. das Reformfest durch ein außerhalb der Stadt veranstaltetes Gastmahl, an welchem 600 Personen Theil nahmen.

Großbritanien und Jrlan d.

Parlaments-Verhandlungen. Unterhaus. Siz- zung vom 19. Juni. (Nachtrag.) Herr Hunt äußerte sih zur Unterstüßung seines Antrages, die Strafe der Stock- a f der Armee abzuschaffen , ungefähr in nachstehen- der Weise:

Fh habe oft mit dem größten Unwillen und Abscheu von der Behandlung gehört, der Britische Soldaten in dieser Beziehung unterworfen sind. Von dem 15ten Dragoner - Regiment, welches der Herzog voi Cumberland kommandirt, hat sich ein Mann ins Wasser gestürzt, und ein anderer hat sich den Hals abgeschnitten, um der Strafe der Stoctschläge, zu der ste verurtheilt worden waren, ju entaebven. Jch kann die Gräuel dieses Systems am besten dadurch eutlich machen, wenn ih mich auf ein Schreiben beziehe, welches ein Mann, der 40 Fahre in der Armee gedient, an Sir Francis Burdett ge- richtet hat. Derselbe war ursprünglih Trommelschläger, hat sich aber zum Rang eines Lieutenants emporgeschwungen. Fch meine näm- ich Herrn Ship, der in jenem Schreiben berichtet, daß, als er noch Trommelschläger war, es seine traurige Pflicht gewesen sey, wenig- stens dreimal wdchentlich diese Art von Lortur gegen seine Kamerag- den anzuwenden. Fch bedaure die Abwesenheit des Sir Francis Burdett; meine Motion würde an ihm einen eifrigen und geschickten Vertheidiger gefunden haben. Viele ehrenwerthe Mitglieder kennen Herrn Ship persönlich, ih habe aber deren Abwesenheit ebenfalls zu bedauern; dem Pferderennen in Ascot beizuwohnen, ist natürlich utiterhaltender, als die Debatten über einen solchen Gegenstand hier im Hause. Unter den vielen Fällen, die Herr Shipy an- führt, befindet fih nur eint einziger, wo die Anwendung der Stocschläge von guter Wirkung gewesen if und eine Besserung des Betragens zur Folge gehabt hat. Ein Jrkänder sagte, nachdem er 300 Stockprügel erhalten hatte, zu dem kömmandirenden Offizier: ///¿Jhr werdet nie wieder eines Tages Arbeit von Paddy erlangen. //// (Gelächter.) Ehrenwerthe Mitglieder mögen bei der Erzählung sol- cher Grausamkeiten, denten ihre Mitmenschen ausgeseßt find, lachen ; le müsse äher Herzen härter wie Stein haben, wenn sie auch ber

as lacheti khnnen, wa ne etzdblen werde, Eitt junger tüchs tiger Soldat, déx fAy elk 14A 130 Gt9ckshläge evhielt, if feita

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