1875 / 214 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 13 Sep 1875 18:00:01 GMT) scan diff

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dermaßen lautenden Kaiserlihen Hat: „„Da die gute Verwaltung der Angelegenheiten unseres Reiches, die Wohlfahrt des Landes und das Glü der Bevölkerung der Gegenstand all unserer Sorgfalt sind, fo geht unser ernster Wille dahin: daß ein wirksamer Schuß und un- bedingte Gerechtigkeit allen Klassen der Gefellshaft ohne Unterschied zu Theil werde, derart, daß die Ehre und das Recht eines jeden ge- wahrt seien. Da das Ministerium der Justiz eines der wichtigsten Departements darstellt, so ist es unerläßlich, daß dafselbe in Ueber- einstimniung mit unseren wohlwollenden Absichten vorgehe. Wir ordnen daher an, daß diese Absic;ten verkündet werden und ihre volle Ausführung empfangen.** Unsere Befehle und unsere neuerlichen Weisungen werden heute nur erlassen, um unter weiterer Darlegung unserer erwähnten souveräuen Absichten dieselben zu bekräftigen. Ihre Durcführung hängt ab von den aufrichtigen und thatkräftigen Be- mühungen, welche alle, sei es dem Richterstande, sei es den Berwal- tungsbehörden angehörigen Würdenträger behufs ihrer Verwirk- lichung zu entfalten haben werden, wie anch ven ihrem Eifer einen heilsamen Umschwung in den Ideen zu bewirken. Alle öffentlichen Beamten, uud namentlich diejenigen, welche mit richterlichen Funk- tionen bei den Gerichten des Scher und den Civilgerichten, sei es in dec Hauptftadt, sei es in der Provinz, betraut sind, müssen all ihre Aufa:erksamfkeit darauf verwenden, daß die Prozesse mit Unpar- teilihkeit und entsprechend den Beftimmungen des Geseßes des Scher'i und der anderen Geseße im Allgemeinen erlediat werden, damit alle unsere Unterthanen unterschiedslos des größten Maßes von Gerechtig- keit und Sicherheit genießen. Dies ist unser entschiedener Kaiser- licher Wille, Nachdem das Vorstehende zur Kenntniß jedes einzelnen meiner General-Gouverneure gebracht worden, ift unser gegenwärtiger \souveräner Befehl aus unserem Kaiserlichen Divan erflossen, und zu gleicher Zeit, als euch in eurxec Eigénschaft als General-Gouverneur dieser Befehl zugeht, werdet Jhr ein Verzeichniß der Akte er- halten, die mit Wissen der ganzen Welt entgegen den Gesehen meines Reiches begangen worden find. Beim Eintreffen mei- nes gegenwärtiges Kaiseclihen Fermans werdet ihr euch be- eilen, diese Verfügungen wortgetreu zu Kenntniß des Richterstandes so- wohl als der Verwaltungsbeamten und aller unserer Unterthanen, sowohl in dem Hauptorte des Vilajets als in den zu demselben gehörigen Bezirken, zu bringen, und ihr werdet über die pünktlihe Ausfüh- rung unserer Befehle wachen. Es ift felbstverftändlih, daß die Be- amten ihrem guten oder s{lechtes Verhalten gemäß werden behandelt werden. Die hohe Pforte wird zu denjenigen Maßregeln schreiten, welche nöthig sind, um sich über den Gang der îffentlihen Angelegen- heiten regelmäßig zu unterrihten. Da ihr wissek, daß die mindeste Verleßung oder Vernachläfsigung unserer Kaiseclihen Befehle eine \chwere Verantwortlichkeit auf euch lad-n wird, so müsset ihr euer Benehmen danach einrihten. Jhr werdet Sorge tragen, unserer boben Pforte auénahmélos alle Beamten anzuzeigen, welche unseren ge- genwärtigen oberherrlihen Befehlen zuwiderhandeln. Gegeben den 1. Shaban 1292 (1. September 1875).“

Gleichzeitig mit diesem großherrlihen Edikt is ein Schrei- ben des ersten Sekretärs des Sultans an den Groß- vezier erfolgt. Dasselbe lautet:

„Ew. Hoheit weiß, wie sehr Se. Kaiserlihe Majestät der Sultan, unser allergrädigster Herr, beständige Sorgfalt der Voll- führung alles dessen widmet, was eine Gewähr der Rechte, der Ehre und des Lebens seiner Unterthanen, sowie der Wohlfahrt des Landes im Allgemeinen bildet, Se. Majestät hat ganz kürzlich seine väter- lichen und grofherzigen Absichten in feinem leßten Kaiserlichen Hat verkündet. Wiewohl man allen Grund hat, zu boffen, daß, Dank den zu ergreifenden Maßregeln, der vorgeésezte Zweck vollständig er- reiht werden wird, so ift es doch nicht minder wahr, daß die Ur- fachen, welche Unrube unter den friedlichßen Bevslkerurgen verbreiien, zum großen Theil der unziemlihen Haltung einiger unufähigen Würdenträger Und namentiich den Be- drückungen zuzuschreiben find, welchen sich geldgierige Pächter in Anboffnung noch größeren Vortheils hingeben. Es if ohne Zweifel von Wichtigkeit daß die Einhebung der Staatseivkünfte regelmäßig von statten gehe; aber es ift niht minder wesentlih darauf Acht zu haben, daß diese Pflicht der Verwaltung nicht in einen Mißbrauch ausarte, derart, daß zu Ruhestörungen Anlaß gegeben werde, die weit beträchtlihere Schädigungen nach sich ziehen als jene Einkünfte ihr Bortheil brächten, Se. Kaiserlihe Majestät der Sultan, unser er- Hhabener Herr, ordnet daher an: daß die General-Gouverneure der Vilajets, die Präfekten der Departements, sowie allen audern zustän- digen Behörden formelle Weisungen erhalten, daß fie unbedingt sich der in Rede stehenden Verfahrungêweisen enthalten, sowie au, daß fie die Anwendung s{härferer Strafen, als sie das Geseß vorschreibt, und widerrechtliche gefänglihe Anhaltungen vermeiden. Die diesen oberherrsihen Anordnungen Zuwiderhandelnden werden streng bestraft werden.“

Kragujevaz, 11. September. (W. T. B.) Die S kuptschina ging in ihrer heutigen Sißung über das Hülfe- gesuch der Bosnier aus der Gegend der Save ohne Debatte zur Tagesordnung über. Der Aus\chuß zur Berathung der Adresse an den Fürsten besteht zum größten Theil aus Anhängern der Regierung und der Omladine. Die Regierung wirkt für eine gemäßigte Adresse. Die Berathung derselben dürfte mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Belgrad, 13, September. (W.-T. B.) Fürft Milan ist gestern Nachmittag von Kragujevaß wieder hier eingetroffen und von der Bevölkerung festlih empfangen worden.

Nufßland und Polen. St. Petersburg, 10. Septem- ber. Ueber die Vorgänge in Kokand if vom General- Adjutanten von Kauffmann der folgende, vom 25. August/6. Sep- tember datirte telegraphishe Beriht an Se. Majestät den Kaiser eingelaufen: „Beim zweiten Tagee-marsch von Chodshent ftieß unser Detachement auf die feindlihe Kavallerie, die etwa 7000 Mann zählte und Falkonets bei fih führte. Die in der Stärke von acht Sfotnien, vier Geshüßzen der reitenden Artillerie und einer Raketenbatterie unter dem Befehl des Flügel-Adjutanten

Eurer Kaiserlihen Majestät Obersten Sskobelew ftehenden Kos saken unterhielten den ganzen Tag den Kampf mit dem Feinde ohne Verlusi «auf unserer Seite. Am 22. August segnete Gott unsere Waffen. Unter meiner persönlichen Führung errangen die Truppen einen vollständigen Sieg über die Heeresmacht der Kokander, die auf circa 3000 Mann geschäßt wird. Der Feind hatte eine, an die Festung Mahram fich an-

lehnende befestigte Position inne, die von einem Wassergraben

umgeben und mit Artillerie bewaffnet war. Den Angriff auf die Position mit Artillerie und einem Theil der Infanterie leitete General-Lieutenant Golowatshew und nahm dieselbe. Der Chef der Kavallerie, Flügel-Adjutant Sskobelew, vollendete die Nieder- lage der Kokander; er verfolgte den Feind kühn, trieb ihn 15 Werst vor \sch her und drängte ihn bis an den Darja zurück, wo ein großer Theil ertrank oder nieder- gemaht wurde. General - Major Trozki von Eurer Majestät Suite war meine Hauptstüße bei unserem glänzenden Marsh und in dem gestrigen Kampfe. Unsere Trophäen bestehen aus 39 Geschüßen, vielen Falkonets und anderen Waf- fen, sowie einem Vorrath an Pulver, Munition und Proviant. Der Verlust des Feindes läßt fih niht bestimmen, ift aber jeden- falls sehr beträhilich. Wir haben an Todten einen Stabs3- offizier, fünf Gemeine und einen Dshigiten, an Verwundeten einen Stabsoffizier und fieben Gemeine. Der Feind erlitt eine vollkommene Niederlage. Der Eindruck dieses Sieges auf die Bevölkerung des Chanats if ein ungeheurer, doch lassen sih allé Folgen des Kampfes vor Machram jeßt noch nit übersehen. Jh erwarte Transporte aus Chodshent und werde den Vor- marsch gegen Kokand fortsezen. Die Truppen Eurer Kaiser- lihen Majestät haben sich ruhmvoll und brav gehalten und ihre Sache gut gemacht." Am Mittwoch hat Se. Majestät der Kaiser in dem großen Palais zu Zarskoje-Sselo den Abge- sandten des Chans von Kas4gar Iakub-Bek, Seid Jakub Chan, empfangen. An Steuern für das Recht, Handel zu treiben, wird, wie die „M. Z.“ erfährt, für das Jahr 1876 eine Einnahme von 12,446,000 Rbl. erwartet. Außerdem sollen an Zushlagsfsteuern für Handelsdokumente zur Deckung der Quartiersteuer (laut Verordnung vom 8. Junt 1874) 1,401,000 Rbl. einkommen. Die Zushlagszahlung für die Hand-l3zeugnisse der ersten und zweiten Gilde (laut Aller- höchst bestätigten Reichsraths-Gutachten vom 10. Dezember 1874) wird nach dem Voranschlage 888,000 Rbl. betragen.

12. September. (W. T. B.) In Zarskoje-Selo hat heute Mittag die Taufe des Großfürsten Alexander Wladimirowitsch stattgefunden. Pathenstelle vertraten Se. Majestät der Kaiser Alexander, die Großfürstin Maria Ni- folajewna, sowie der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Shwexin. Der junge Prinz erhielt die Infignien des St. Andreas-Ordens. Am Abend wird die Refidenz festlich erleuhtet fein.

183. September. (W. T. B.) Kaiser Alexander if gestern Abend um 7 Uhr von hier nach Livadia abgereift.

Dänemark. Kopenhagen, 10. September, Der Reichstag ist heute auf den 4. Oktober einberufen worden. Als Repräsentanten der Akademie der \{chönen Künfte bei dem Michelangelo-Fef|t sind Etatsrath F. Meldahl, Professor F. C. Sörensen, Architekt W. Petersen und Dozent I. Lange nah Florenz abgereist.

Amerika. New-York, 13. September. (W. T. B.) Dem Attorney-General sind wiederholt amilihe und nihtamt- lihe Zufiherungen zugegangen, daß die Ruhe im Staate Mis\i\s\ip pi vollständig wiederhergestellt sei, der Gouverneur des Staates beharrt indeß auf sciner abweichenden Ansicht, wo- nah zur Verhütung eines Racenkonfliktes ein Einschreiten Seitens der Bundesregierung geboten erscheint. Präsident Grant hat vorläufig fih gegen eine Intervention durch die Bundesregierung ausgesprochen.

Die Nr. 70 des „Amts-Blatts der Deutschen Reichs- Post-Verwaltung“ hat folgenden Inhalt: Verfügung vom 10. September 1875. Post-Dampfschiffverbindung Stralsund-Malmoe.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

In Breslau ist am 11, September der Professor Dr, Heinr. Rückert, der bekannte germanistishe Philolog und Historiker, ältester Sohn des Dichters Friedrich Rückert, nah länge- rem Leiden verstorben. Seine bedeutendsten historishen Arbeiten sind: „Annalen der deutshen Geschichte“ (3 Bände, Leipzig 1850; 2., gänz- lih umgearbeitete Auflage 1861); „Geschichte des Mittelalters“ (Stuttgart 1852) und „Deutsche Literaturgeschihte in der Zeit des Uebergangs aus dem Heidenthum in das Christenihum“ (Bd, 1 und 2, Leipzig 1853—54). Durch eine Reihe anderer Schriftea hat er sih als einen gründlichen Kenner der älteren deutschen Literatur sowie überhaupt des deutschen Alterthums bewährt. Dahin gehören, außer zahlreihen Beiträgen zu Raumers „Historisches Taschenbuch“ sowie anderen Zeitschriften und Sammelwerken, besonders die Ausgaben vom „Leben des heiligen Ludwig, Landgrafen von Thüringen" (Leipzig 1850), von „Der welsche Gast“ (Quedlinburg 1851), vom „Marien- leben des Bruders Philipp vom Karthäuserorden“ (Quedlinburg 1853) und vom „Lohengrin“ (Quedlinburg 1857).

Der 14. Kongreß für-niederländisheLiteratur und Sprachforschung hat kürzlih in Maastricht getagt. Aus den

dort geführten Berathungen find namentlich die über die Dialekten- frage und die Abschließung einer Literarkonvention zwischen dein Deutschen Reich und den Niederlanden hervorzuheben. Hr. Dr. Theo- bald von Hamburg befürwortete dabei die Herausgabe eines allgemeinen Jdiotikens der niederländishen Sprache, wobei Us Nieder-Deutschland berücksichtigt werden sollte, und zwar namentli zur Herbeiführung einer erthographishen Einigung zwischen allen niederdeutshsprechenden Gegenden. Freilich wurde bereits früher ein ähnlicher Wunsch Seitens des Kongresses ausgesprochen und ein Aus- {uß zur Verwixklihung desselben gebildet; der Vorsißende richtete nichtsdestoweniger an Dr. Theobald die Eixladung, seinerseits unter seinen Freunden Deutschlands Materialien für das betreffende Werk zu sammeln, worauf Dr. Theobald die Gesellschaft für niederländische Sprachforschung in Hamburg als die Einrichtung bezeichnete, an welche die betreffenden Beiträge gerichtet werden können. Der Abs{luß.einer Literarkonvention wurde von verschiedenen Literaten und Buchhändlern der Niederlande zum Schutze sowohl der deutschen als der- niederlän- dischen Autoren und Verleger empfohlen.

Man \chreibt der „Allg. Ztg.“ aus Rom: „Es war am 26. Mai 1798, als As8mus Jakob Carstens, der Begründer der neueren deuts{chen Malerei, an der Pyramide des Cestius zur Ruhe bestattet wurde. Deutscbland s{uldete dem Reformator seiner Kunst mehr als ein halbes Jahrhundert hindurch einen Denkftein auf seinem Grabe. Das neuerstandene Reih hat auch diese Ehrenshuld abge- tragen: deutsche Künstler dahier, an ihrer Sbiße der Münchener Julius Naue, eröffneten unter sich eine Subskription zu diesem Zweck, an der -sich auch Herr v. Keudell in ergiebigster Weise betheiligte. Mit Hülfe der so beschafften Mittel ward ein Denkstein beschafft und unter lebhafter Betheiligung hier anwesender Deutscher feierlich ent- hüllt. Nun soll dec Denkstein durch ein nach einem Entwu:fe Carftens auszuführendes Flachrelief noch passenden plastishen Schmuck erhalten, doch reichen die vorhandenen Mittel niht aus und wäre Hr. Julius Naue in München gern bereit, Beiträge zu diesem Zweck in Empfang zu nehmen.

Die so eben erschienene Nummer 1680 der „Jllustrirten

Zeitung? entkält u. A. folgende Illustrationen: Am Vorabend des |

2. September: Die Feier am Napoleonftein auf dem Schlachtfeld bei Leipzig. Originalzeihnung von F. Waibler.- Leopold Freiherr v. Hoverbeck, + am 12. August. Die gräflich Schäffgotshsche Io- sephinenhütte im Riesengebirge. Nach einer Zeichnung von A. Blaschnik. Die Feier der Einweihung des Hermanns-Denkmals im Teutoburger Wald am 16. August. Originalzeihnung von H. Lüders. Die Volière der Großschnäbler und Pfefferfresser im Zoologischen Garten zu Berlin. Originalzeihnung von Paul Meyer- heim. Von der sächsischen Gewerbe- und Industrieausstellung in Dresden. Nah Photographien von Karl Göße in Neustadt Dresden (5 Abbildungen). Die Arbeiten am St. Gottbardstunnel (7 Ab- bildungen). Die Städtewappen des Deutschen Neichs:; Coblenz.

Land- und Forfiwirthschaft.

Auf den in diesem Jahre im Verwaltungsbezirk Stralsund: |

abgehaltenen Remontemärften wurden 174 Pferde zum Ver- kauf gestellt; davon sind 30 Pferde für die Summe von 19,590 4 gekauft worden. Der gezahlte höchste Preis für ein Pferd betrug e “6 der niedrigste Preis 450 A und der Durchschnittépreis 5

Aus Saaz wird gemeldet: die Hopfenernte ift größtentheils beendet, und die Produzenten wären wol mit dem Ertrag, allein nit mit dem Preis zufrieden, da die Regieauslagen zu groß sind. Käufe werden täglich abgeschlossen und je nah Farbe bezahlt: Stadthopfen von 90 bis 110 Fl., Bezirkshopfen von 80 bis 95 Fl, Kreishopfen von 70 bis 80 Fl. per Wiener Centner.

Gewerbe und Handel.

Die Aktionäre der Kontinental-Aktien-Gesellschaft für Wasser- und Gas-Anlagen werden zu einer außerordent- lihen Generalversammlung berufen, in welchèr ein Bericht über die geschäftliche Lage der Gefellschaft erstattet werden und ein Antrag des Aufsichtsrathes zur Erledigung kommen foll; -der leßtere zielt ab auf Realisirung der Akiiva der Gesellschaft bis zur Tilgung sämmtlicher \{webenden Schulden, unter Kontrole einer von der Gläubigerver- fammlung gewählten und eventucll noch zu ergänzenden, in allen wih- tigen Fragen die Entscheidung treffenden Giäubigerkommission.

Die gegenwärtig Seitens der Cöln-Mindener Eisen- bahn zur Sub)kription aufgelegten 15,00:,000 M 45% Prioritäts Obligationen VI. Ser. Litt. B. entsprechen dem Privilegium, das der Gesellschaft unter dem 31. August vorigen Jahres ertheilt wurde. Durch dies Privilegium sollten die Mittel beschafft werden, für die vollständige Herstellung und Ausrüstung der Venlo-Hamburger Eisen- bahn nebst der Rheinbrücke bei Wesel und den Elbüberbrückungen

zwischen Harburg und Hamburg, sowie / zur Erbauung von Arbeiter- -

wohnungen im Gesammtbetrage von 45,000,000 A. Im Dezember vorigen Jahres wurden hiervon bereits 18,000,000 4A an den Markt gebracht zum Course von 994. -

Die Genalversammlung der Aktionäre der Hannoverschen Disconto- und Wechslerbank lehnte die auf der Tage8ordnung ftehenden Anträge auf Statutenändetung ab. Den Hauptpuukt bildete der Antrag auf Aenderung des die Liquidation behandelnden Artike1s. Bei der Abstimmung hierüber gab jede Aktie eine Stimme und fiel der Autrag mit 3466 gegen 2006 Stimmen.

Wien, 11. September. (W. T. B.) Das Handelsgericht hat die von dem Generalrathe der Anglo-Austrian-Bank beschlossene Zusammenlegung der 200,000 Interimsscheine à 120 Fl. in 120,000 vollgezahlte Aktien à 200 Fl. für unzuläffig erklärt, da dies einer Reduktion des Aktienkapitals gleichkomme, eine solche aber geseßlich von der Generalversammlung der Aktionäre beschlossen werden müsse und erf 3 Monate nach der offiziellen Bekanntniächung des Beschlus- ses durchgeführt werden könne.

Verkehrs-Anstalten.

«- Triest, 12. September. (W. T. B) Der Aovddampfer „Vesta“ ist heute früh 54 Uhr mit der indo-chinefischen Ueberland- post aus Alexandrien hier eingetroffen.

New-York, 11. September. (W. T. B.) Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Rhein“ ift hier angekommen,

Berlin, den 13. September.

Die diesjährige Versammlung des Vereins für Sozial- politik findet statt in Eisenach in den Tagen vom 10. bis 12. Okto- ber. Die vom Auss{uß vorläufig festgestellte Tagesordnung lautet : Die Einkommensteuer im Verhäitniß zur Ertragsbesteueruna, inson- derheit zur Grundsteuer. Referent : Haudelskammer-S-kretär Dr. Gen- sel (Leipzig). Korreferent : Professor Dr. Held (Bonn). (Der Verein für Sozialpolitik publizirte bezüglich dieser Frage: „Gutachten über Personalbesteuerung“, erstattet von Nasse, Held, Gensel, Graf Winßzin- gerode, C. Rößler, und „die Einkommensteuer im Staats- und Gemeindehaushalt“ von Professor Dr. J. F. Neumanù in Freiburg.) Reform des Lehrlingswesen. Referent: Gewerbekammer-Sefkretär Pr. Brinckmann (Hamburg). Korreferent : Professor Dr. Schönberg (Tübin- gen). 2. Korreferent: Vorsißender des Centralraths deutscher - Gewerk- vereine Liebau (Berlin). Den Debatten werden Berichterstattungen über die österreihische Gewerbegeseßgebung von Dr, von Plener und über die {weizerishe von Dr. von Scheel vorangehen. (Vom Ver- ein publizirt: „Die Reform des Lehrlingêwesens." Sechzehn Gut- achten und Berichte. gr. 8, 1875.) Der gegenwärtige Stand der Wünzreform in Deutschland. Referent: Professor Dr. Nafse (Bonn).

Die Sißungen beginnen am Sonutag, den 10. Oktober, Mittags um 12 Uhr, und \{ließen Dienstag, den 12. Oktober. Sie finden statt im Saale der Erholung. Ebendaselbst werden am Abend des 9. Oktober von 7 Uhr an und am 10. Oktober von 11 Uhr an die Eintrittskarten ausgegeben und alle sonst etwa nöthigen Informationen ertheilt werden. Etwaige vorherige Anfragen wolle man richten an das Ausshußmitglied, Buchhändler Bacmeister in Eisenach.

Die dieéjährige Hauptversammlung des deutschen

Vereins von Dirxigirenden. und Lehrenden an höheren

Mädchensc{hulen wird am 27. und 28. d. Mts, in Dresden stattfinden. Der Verein, welcher vor 3 Jahren auf einer Versamm- lung in Weimar gegründet wurde, zählt augenblicklich {on zwölf Zweigvereine mit mehr als 1200 Mitgliedern. Jn Dreêden werden zwei wichtige gf agen ur Verhandlung kommen, die Stellung, welche der höheren ädiben{cule in dem Gesammtorganismus des höheren Schulwesens zuzuweisen ist, und der Normallehrplan derselben.

Theater.

Am Sonnabend ging im Residenztheater Octave Feuillets Schauspiel: „Eine vornehme Ehe“ in Scene. Es ift mindestens ein „vornehmerer*“ Geshmack, als man ihn bei der Mehrzahl der neufranzösishen Sittendramen findet, der hier zur Geltung kommt. Der ebenso elegante wie geistreiche Dialog, eine feine Sprache und spannender Gang der Hand: ung vereinigen sich, um den Beifall des Publikums herauszufordern, welcher bei der im Ganzen vortrefflichen Darstellung das Spiel dauernd begleitete. - Frl. Pauline Ulrich verstand in der Rolle der Camilla des Dichters Intentionen voll gerecht zu werden. Neben dieser verdient dasz feine Spiel der HH. Kepler und Beckmann einer besonderen Erwähnung. Das Schau- spiel erleidet übrigens, wie wir vernehmen,“ durch die Abreise“ des

rl, Ulrich zu den Festvorstellungen nah Liegniß keine Unterbrehung.

ouise Western, die talentvolle Jnterpretin von „Frou-Frou*, hat auch die Rolle der „Gräfin von Vardes* {nell übernommen, und ihre hervorragende, dürch Geift und Jugend unterstüßte Befähigung für derartige diftinguirte Aufgaben, eben erft als „Frou-Frou* glän- zend gerechtfertigt. Es dürfte somit die „vornehme Ehe“. noch auf längere Zeit hinaus dem Repertoire erhalten bleiben, was um so wünschenswerther, als dieses Stück mit seinen durchgehends großen Rollen, nah langer Pause wicder einmal Gelegeuheit ‘bietet, nicht

Gäste oder vereinzelte Kräfte des Residenztheaters allein, sondern das gesammte Personal dieser fleißigen und trefflich geleiteten Bühne in seinem mustergültigen Ensemble wirken und für seinen künstlerischen Ruf eintreten zu sehen.

Den unansgeseßten Bemühungen der Direktion dieses Thea- ters ist es gelungen, unter erheblihen Opfecn die berühmte Tragödin des Kaiserlichen Hofburgtheaters in Wien, Frl. Char- lotte Wolter, für ein dreiwöchentlihes Gastspiel zu gewinnen, welhes im nächsten Frühjahr an der genannten Bühne stattfinden wird. Da die Künstkerin hier noch gar niht aufgetreten is, darf man diesem Kunstgenuß mit um so gespannterer Erwartung entgegensehen.

Durch die nachdrückliche Betonung des Umstandes in den. f

Leipziger Zeitungen, daß die Leistungen der augenblidli dort gastiren- den Wiener Kindergesellschaft ebenso interessant für Erwachsene wie für Kinder sind, sieht sich Hr. Direktor Thomas veranlgßt, nicht sämmtliche hiesige Vorstellungen der Gastspieltruppe am Wolters- dorf-Theater in den Nachmittagsstunden stattfinden zu lassen. An den Abenden des Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag beginnen vielmehr die Vorstellungen ¿er gewöhnlichen Theaterzeit (7 Uhr), an Sonntag, Mittwoch und Sounabend um 4 Uhr. Zuerst wird die Gesellschaft hier am Donnerstag, den 16. d. Mts., auftreten. Ueber die Aufführungen in Prag und Leipzig hat sich die gesammte dortige Presse mit großer Anerkennung ausgesprochen.

RNedacteurt F. Prehm. Verlag der Expedition (Kessel), Druck W. Elsner-

Drei Beilagen (eins{ließlich Börsen-Beilage).

Berlin:

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich

Berlin, Montag, den 13. September

M P ainsetate für den Deutschen Reichs- u. Kgl. Preuß. Staats-Anzeiger, das Central-Handelsregister und das Postblatt nimmt ant die Inseraten-Expedition des Deatschen Reichs-Anzeigers uud KÄöniglich Preußischen Staats-Auzeigers: Berlin, s, F. Wilhelm-Straße Nr. 32.

1, Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen,

2. Subhastationen, Aufgebote, Verladungen u, dergl

3. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ete.

4, Verloosung, Amortisation, Zinszahlung

u, s, w, von öffentlichen Papieren,

Deffentlicher Anzeiger.

g Preußischen Staats-Anzeiger.

1878s.

5, Iadustrielle Etablissements, Fabriken nund Grosshandel.

6. Versehiedene Bekanntmachungen,

7, Literarische Anzeigen,

8, Theater-Ánzeigen, | In der Börecen-

9, Familien-Nachrichten, heilags.

M Inserate nehmen an: die autorifirte Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Berlin, Breslau Chemniß, Céla, Dresden, Dortmund, Frankfurt a.M., Haile a.S,, Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg, Prag, Straf burg i. E., Stuttgart, Wien, Zürich und deren Agenten, L sowie alle übrigen größeren Aunoucen-Bureans,

Preußische Berg

[7112]

Aktiva.

Hütte Bulkan. Saldo 1873/4 M 2,351,982. 28.

1. Immobilien 65616. 63. A 2,417,598. 91.

Zunahme im Jahre 1874/59 3 29, Maschinen, Utensilien und Mobilien Saldo 1873/4 A 59566,199. 47. Abschreibung de 1873/4 , 34,230. 07. ¿& 931,969. 40, Zunahme im Jahre 1874/5 , 1418. 4 . Vorräthe und Cassa Saldo 1873/4 ÆA 1,777,210. 73. G C ta: im M 1514/0. 1102,008 99. »y 674,552. 20. A 83,625,538, 96.

Teutonia-Hütte und Eiseusteiu-Gruben,

1. Immobilien Saldo 1873/4 A 491,983. 90. Zunahme im Jahre 1874/9 7 1,2883. 29. A - . 493,272, 19.

2. Maschinen, Utensilien - und

Mobilien Saldo 1873/4 Zunahme im Jahre 1874/5 - 3, Vorräthe und Cassa Saldo 1873/4 11,046. 12. - Mehr ult. 1874/5 ,y 348. 12.

Eiseusteingruben. 1. Immobilien Saldo 1873/4 #4 2,186,930. 83. Zunahme in eigenen Gruben 1874/5 , 15,080, 91. Antheil (1/5) an „Alter Flußberg“ 1873/4 ÁÆ 166,367, 50. Zunahme im Jahre 1874/5 116,704. 65. » 2. Maschiuen, Utensilien und Mobilien Saldo 1873/4 4 Zunahme im Jahre 1874/5 , ; 3, Vorräthe und Cassa Saldo 1873/4 # 219,816. 58. s f Weniger ult. 1874/5 , 27,359. 19.

4 K 95.304028. 07 Saldo 1873/4 # 3,904,923. Ol. | 425,008, 05.

533,387. 89,

30,004. 34,

3,110, 90. 33,115. 24.

11,394. 24. A 937,781. 67.

283,072. 15. 2,485,083. 89,

77,374. 65.

14,639. 21. 92,013. 86.

252,457. 39. M 2,829,559, 14.

1, Immobilien Zunahme im Jahre 1874/5 ,

2, Maschinen, Utensilien und Mobilien Saldo 1873/4 1,193,006. 36. Abschreibung de 1873/4 ,„ 81,560. 46. A. 1,111,445. 90, Zunahme im Jahre 1874/5 y 113,595. 29. 3, Vorräthe und Cassa Saldo 1873/4 M. 55,953. 09. f Mehr ult. 1874/5 , 3,482. 06.

Zeche Erin. 1, Immobilien Saldo 1873/4 Æ 83,799,205. 17. Abschreibung ds 1873/4 , __4,653. 60. 6 3,600,001, 97. Zunahme im Jahre 1874/5 258,922. 11.

2. Maschinen, Utensilien und

nt os Saldo 1873/4 M 1,129,755. 48. Abschreibung deo 1873/4 ,„ 80,697. 98. e 1,049,057. 90. Zunahme im Jahre T 124,422. 78. 3, Vorräthe und Cassa Saldo 1873/4 A 190,207. 27. Weniger ult, 1874/5 , 101,611. 04.

Zewhze Zolleru, Saldo 1873/4 #ÆA 83,028,433. 49. 461,613. 50.

3,729,931. 12.

1,225,041. 19. 59,435. 15. M 5,014,407, 46.

4,044,473. 68.

1,173,480. 68.

88,596. 23. 9,306,550, 59.

1. Immobilien Zunahme im Jahre 1874/5 , 2. Maschinen, Utensilien und Mobilien Saldo 1873/4 M 494,099. 61. Zunahme im Jahre 1874/5 89,677. 10. 3, Vorräthe und Cassa Saldo 1873/4 M. 24 376. 85. Mehr ult. 1874/5 , 8198 73,

Eisenbahn -Waggons- Conto.

Calbe 1E r A 2 Ps M

Zuschaffung. im Jahre 1544/9 «o « « 9 Hauptbureau.

1. Mobilien Saldo 1873/4 M 9,208. 13. Abschreibung de 1873/4 E 19: 6 8,286. —. Zunahme im Jahre S E 328. 20. M

L ; e u s

3,490,046, 99,

583,776. 71. 32,510. 58. A 4,106,334, 28.

215,239. 63.

233. 10. A 215,472, 73.

8,614. 20. 39,671. 97. 21,000. —. 496,570. 07.

2. Saldo des Haupt-Cafsa-Conto . . 8: Ge O os a l 4. Conto der diversen Debitoren .

5. Gewinn- und Verlust-Conto . . " 869,530. 09.

Paffiva. . Actien-Capital-Conto

Total-Summe der I. Emission, Serie 1.—V. . , ,

» x o u YI,—YVIII, o

, D gettquem Gens otal-Summe der I. Emission. ., K 3,600,000.

Davon zur Amortisation ausgeloost . , 198,600.

Total-Summe der Il. Emisfion . eé. 6,000,000.

Davon zur Amortisation ausgeloost , . y 60,000.

M. 5,940,000.

Biee UiGt Degebt eo s e DOOUO, —.

Der U e E a e LOUOOOO . Bank-Credite-Conto S Gon Got L. « »ck e M 558,600, —,

do. S .__e_ 1,600,000. —. . Conto rückständiger Betriebs-Aus8gaben

A DOUTROUDIIE Ka s 6 o ao d s pla

I E A E e . Obligationen-Zinsen-Conto . : L L A . Capital-Amortisations-Conto

tes nit eingelöste Obligationen aus 187/74 4 7,800. —.

hierauf bezahlte Zins-Coupons E A 7,305. —.

pro 1875 faturo zur Amortisation ausgelooste Obligationen , 44 400. —. . Accepte-Conto

A L

E c a C , Conto der diversen Creditoren

S QUS Dn E s ao va es ee ao o f8 462,979. 73.

D E AUTOCIDEE E e do » o 6 GOO0O, k: Duo E e B ; s

VOOIber anf Drilotes Uen a e on lee a #0 . Conto pro nuovo i : i 2

Statutarishe Abschreibungen auf die Maschinen, Utensilien und Mobilien m M a) a ae o e606 è e

Uebertrag auf Gewinn- und Verlust-Conto «x

M 12,393. 10. 172,792. 23.

280,546. 50.

20 4 33,071,0N7. 16. De det

An -DbligatiouetZinsen-Sto a L ao o a » zweifelhafte Forderungen aus dem Betrie . „eee op Betriebs, Conti, Verluft aus dem Betriebe auf

A C E O S oli d nf a Dla C MOTOT OL,

r aeg

6. E E e Ls as ae 15s 124,390. 60.

d, Zeche Hansa . E 211,304 12. »y 600,671. 29, e Abschreibungen :

9 uf Eisenstein-Vorräthe 2e. auf Hütte Vulkan uud den

Eisenfteingrubet o -+ auf Maschinen, Utensilien 2c. gemäß Statut

M 257,943. 67. 4,795, 67.

A 92,911. 50. „/ 197/155. 06, 290,066. 56.

Áé6. 1,153,477. 19. Düsseldorf, im Auguft 1875.

Gewinn- und Verlust-Conto pro 30. Juni 1875.

Revidirt, mit den Büchern übereinstimmend und richtig befunden.

Credit.

Per Betriebs-Conto der Gisensteingrube „Alter Flußberg" E E E S R S eis s M O Uebertrag von Reserve-Fonds-Conto « . . Saldo, Verluft e

Der Vorstand: Th, I, Mulvany,

Die RNevifious-Commission,.

H, C. Cruys.

Gusev. Arudt.

A 280,546. 50.

iverk3- und Hütten-Aectien-Gesellschaft.

(Prussían Mining and Iron Works Company.)

| Bilanz pro 30. Juni 1875.

7,365,600, 1,051,153. 2,158,600.

185,185. 160,035.

91,705, 272,946.

528,979.

299,667. 197,155.

A 33,071,027. 16