1832 / 241 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

e, Olänzenden Siegen “/ zu bilden, von denen wir so viel gehört haben. Ohne den Angreifenden, was das Fech- ten betrifft, ihr Verdienst bestreiten und ihrer Tapferkeit Gerechtigkeit versagen zu wollen, sind wir doch jeßt im Stande zu dem Schluß zu kommen, daß an den denkwürdigen Tagen des 22, und 23. Juli, wo Dom Pedro jede in seiner Macht stehende Anstrengung aufbot, die Zahl der Streitenden gleich war; aber die Truppen Dom Miguels fochten unter Nachthei- len, die von unserm Korrespondenten sehr genau aufgefaßt und sehr uusrichtig eingestanden werden. So wie die Sachen je6t sichen, wird sich die Entscheidung der großen Frage noch einige K8vothen länger verzögern; es ist jeßt aber. keinem Zweifel mehr teuterwotfen, daß das Resultat gänzlich von dem abhängt, wer on h¿ufigsten kämpfen kann; und în dieser Hinsicht überlassen wir unsere Leser ihtem eigenen Urtheil, indem wir sie auffordern, die aus Bortugal jen. Mittlerweile wollen wir nur bemerken, daß Dom Pedro und feine Truppen sich nun niht mehr über die gastfreun d- liche Aufnahme, die ihrer in Portugal harrt, täuschen können. Als ste landeten, nein, lange bevor ihre Bewaffnungen die Küsten “-ritaniens verließen, um sich in Belle Jsle zu sammeln und zu organisiren, behaupteten -sle, daß junge Mädchen ihren Weg nah der Hauptstadt wit Blumen bestreuen würden; aus verschiedenen Gründen aber fanden sle bei ihrer Ünkunft, statt der blumenstreuenden Und glückwünschenden Mäd- cen alle Pläße von ihren Bewohnern wvêrlassen, und in Porto nur den Pôbel geifeigt, sie “zu begrüßen. Sie hofften mit Zu- versicht auf cine Kollision, die das gesellschaftliche Gebäude dis auf jeine Grundlage zerftdren würde; aber als sie nur einen Schritt über ihren E hinaus thaten, sahen sie die grimmigen Gesichter bewaffneter Bauern. Sie machten die Ent- deckunF, daß die Provinzen sich in dem geordnetsten Zustande befänden, und daß die Einwohner unter den Wasen ständen. Nachdem die ersten Momente des Rausches vorúber waren, und cs ihnen klar würde, daß sie sich nur auf die Kraft ihrer (Zéhwerter “verlassen könnten, sandten sie spionirende Abtheilun- cen ins Innere, um dem Volke an den “Puls zu füh? len, und dasselbê, wenn. sie es widerspänstig fänden, durch Wegnahme ihrer Pferde “und Geräthschaften zu bestrafen, Die Klöster zu verbrennen, weil sie wüßten, daß die Bewohner derselben iht mit ihren Ansichten übereinstimmten; und Alles dieses in dem lugenblick, wo ihre Freunde in England uns versicherten, daß ein hervorstechender Zug in den Operationen“ der Wesreiungs- Armee die Achtung, für das Eigenthum sey? Bald darauf entschloß man sich zu einem entschiednern Operations- Plan, und da die Vertheidi zer ihres Vaterlandes sich geradë auf dem Punkt gesammelt hatten, der in militairischer: Hinsicht als der Schlüssel von Porto betrachkêt werden kann, #o schien ein kühner und Überraschender Streich nothwendig, um die Herzen der Gegner mit Schrecken zu erfüllen. Der royalistishe Pha- lanx erwartete fest und Unbeweglih den Angriff und obgleich wir je6t Grund haben, zu glauben, daß der Verlust von beiden Seiten größer, als bisher angegeben wax, so erlangten doch die Angrei- inden keinen Vortheil. General Santa Maktha begegnete ih- ven Manövern mit einer Schnelligkeit, die feiner Tapferkeit ind seinem richtigen Blicë gleiche Ehre macht. Nur der Mangel an Munition untersagte ihm eine längere Ausdauer in seinen An- firenfungen. Nach der Schlacht om 23sten {lug General Santa Martha sein Hauptquartier in Pennafiel auf, während die Feinde sich nach Porto zurúckzogen, ‘und in dieser Stellung blieber bis zum7.d. ungestdrt, Magazine errichtend und dieMaßregeln zueinem vereinigten Angriff auf Porto vorbereitend, als die Truppen Dom Pedro's ihn mit einem zweiten Besuch beehrten, dessen Resul- tat wir gestern mitgetheilthaben. Den Berichten aus Lissabon zufolge, scheint gleichzeitig ein Angriff} auf die Division des General Povoas, Fie an dem südlichen Ufer des Duero steht, ausgeführt urid zupückgewiesen worden zu seyn. Jn Lissabon war nur eine telegraphtsche Depes eingegangen, worin in Eile gemeldet wurde, daß am 7ten d. um 4 Uhr Morgens acht Bataillone Dom Pedro’s einen Angriff versucht hätten, aber mit Verlust ciner Fahne, einer Haubiße und vieler Getödteten und Verwun- deten zurückgetvieben worden - wären. Ein aus Engländern be- stehender Vorposten-soll von den Truppen des General ‘Povoas überruffpelt worden seyn. Nach welchen Punkt hin die Angrei- fenden auch bisher ihre Schritte gewendet haben, sind sie überall mit gefälltem Bayonett empfangen worden. Die Guerilla s sollen alle Verbindungen zwischn Porto und dem Jnnern abgeschnitten haben ; auch haben “sie bereits mehrere Transporte Lebensmittel, die nach ‘Porto bestimmt waren, aufgefangen. Am 1sten d. M. macdh- ten zwei {feindliche Schooner einen Angriff auf das kleine Fort an der Mühdung des Mondego, wurden aber urückgetrieben. Dieses"war, wie wir vermuthen , der lang Sdrvitts Angriff auf Figueira, und «wir müssen nun einräumen, daß unsere Kollegen Recht hatten, als sie von einer beabsichtigten Landung an jener Stelle spxachen ; ‘sie ließen sich indessen gewiß nicht träumen, daß die ganze Macht, welche Dom Pedro zu diesem Unternehmen verwenden konnte, in zwei Schoonern bestand. Unseren Be- richten aus Penafiel zufolge, geben die Portugiesen keinem Frem- den Pardon, und nur mit der gr8ßten Mühe“ konnte das Leben zwei Engländer, die von kinigen Bauern gefangen genommen worden waren, unter dein Vorwande gerettet werden , daß. es rathsam sey, sie als. lebende Beweise für Lord Palmerston's Ein- mischungs - System aufzubewahren. ‘/ Der Courter meldet Nachstehendes aus Falmouth vom 21. August: „So eben is der „Ebenezer“/ von Porto hier ein- getroffen, “Am Bord befinden sich der Baron von Renduffe, vormaliger Polizei - Intendant in Lissabon unter der: constitution- nellen Regierikng, und ein anderer Passagier mit Depeschen für die Agenten-Donna Maria's. Die Berichte stimmen sämmtlich darin überein, daß Dom Pedro's Truppen nicht den Muth ver- loren haben und auf Sieg hoffen. Dek „Ebenezer‘/ segelte am 1áten von Pofkto ab, hatte aber in der ersten Nacht Windstille ; er verließ die Geschwader Dom Miguels und des Admiral Sat- torius auf Kanonenshuß-Weite von Ainander entfernt, ohne daß die Absicht einés Kampfes auf irgend einer Seite zu bemerken gewesen wäre. Sartorius hat noch nicht die Hälfte seiner Flotte zusammen, sobald er- alle Schiffe herangezogen haben wird, werden wir gewiß von „einem entscheidenden Schlage hören. Bei Porto fallen täglich kleine Scharmübel vor; aber die Kavallerie Dom Miguels verhindert es, daß Dom Pedro irgend eine bedeutende Bewegung ausführen kann. Alles wird je6t von den Flotten abhängen; denn wenn Dom Miguel das Spiel umwenden und Porto blokiren sollte, so wúrde der Man? gel an Zufuhren bald die Räumung dieser Stadt herbeiführen. Dom Miguels Geschwader bleibt noch immer fest zusammen, und Sartorius ist noch niht im Stande gewesen dasselbe zu trennen, die beste Aussicht dazu gäbe eine gänzliche Windstille oder ein heftiger Sturm; im erstern Fall könnte er das Dampf- \chi} im Schlepptau agíren lassen, im leßteren könnte er die durch das Wetter herbeigeführte Trennung der Flotte benuken.

gekommenen Berichte aufmerksam durchzule- -

964 Miguels haben zusammen 252 Kanonen, die Flotte Dom Pedro’'s nur 191. Nachstehendes sind Aus- züge aus dem Tagebuche eines Offiziers am Bord der ¿¿Rainha de Portugal‘, das Flaggen-Schiff des Admiral Sar- torius :

„Freitag, 3. August. Vor Anker bet Cachops. Um 9 Uhr wurde das Geschwader Oom Miguels, aus dem „Don Juan‘/ von 74 Kanonen, 3 Korvetten und 4 Briggs bestehend, unter Segel ge- schen. Da wir ‘allein vor“Anker lagen und unser Geschwader in offener Sce war, so gingen wir sofort unter Segel, um unseren Schiffen Zeit zu geben, sich mit uns zu vereinigen. Während wir im Begriff waren, die Anker zu lichten, sandte der Amerikanische Kommodore cinen Lieutenant an Bord, erkannte die “Blokade an und bat“um die Erlaubniß, in den Tajo einlaufen zu dürfen, wel- ches ihm sogleich bewilligt wurde. Nachdem die „Amelia//, „Donna Maria// und der Schooner „Eugene// sich mit uns vereinigt hat- ten, wendeten wir das Stcuercbord hart gegen den Wind und um 5 Uhr. war es uns gelungen, den Vortheil des 2Windes über das ganze Geschwader zu erlangen, mit Ausnahme dev Fregatte „Prin- cipe Real//, welche zurückkehrte, um cin Gefecht zu vermeiden. Von dieser Zeit an bis um 10 Uhr blieben wir. in unserer Stellung und segelten dann „auf den Feind los. Um 114 Uhr feuerte der „Don Juan‘/ mét seinen Spiegel-Kanonen auf uns; wir kamen näher und gaben ihm zwei volle Ladungen. Die Finsterniß det Nacht hindecte unser: Geschwader, sich dicht an uns zu halten, und daher uns, das Gefecht fortzusetzen.// i . de

„Sonnabend, 4. August. Heute Morgen ist“ der Feind in einer großen Entfernung mit dem Winde; ex wünscht augenschein- lich ein Gefecht zu vermeiden, obgleich er Uns doppelt überlegen ist.//

„Sonntag, 5. August. Heute Vormittag unm 11 Uher marh= ten wir einen vergeblichen Versuch,

Die 7 Schiffe Dom

die feindliche Fregatte , welche im Rücken aufgestellt i, abzuschneiden ; sle bielt sich gleich, ohne Rückstcht - auf ihre Skellung oder auf die Sicherheit dexr Korvetten zu nehmen, dicht an decn „Von Juan.// Als sic fich in Sicherheit glaubte, gab sie uns ciue volle Ladung, die aber nicht bis zu uns reichte. Die „„Amelia// verklicß uns, da lte sich als schlechter» Seg- ler erwies. ‘/

„Montag, 6. Aug. Der Feind in ciner großen Entfernung. Der Admiral hatte eine Konferen; mit dem Capitain: da der Wind bedeutend zunahm und der „„Villafior// zu uns acstoßen war, o wurde cin nächtlicher Angriff verabredet. Der Wind licß aber wie- der nach und vevreitelte den Plan des Admirals. |

/¡„Dienftag, 7. Aug. Der Feind 12 Meilen auf Wind= Seite. Wir sind beim Kay, um uns zu verstäeken und Nachrichten cinzuzichen. Da wir fortwährend den Vortheil des Windes haben, und es uns gelungen ift, zwischen dem Lande und dem Feinde zu bleiben, so hoffen wir noch immer eine Gelegenheit zu finden , die Fregatte ‘vot dem Übrigen Theil der Flotte zu trennen, und dann find wir des Sieges gewiß.

In einem |päteren Artikel seines heutigeu Blattes ent- hält der Courier noch Folgendes: „Die durch den „Roydlist// mitgebrachten Briefe aus Porto find so eben ausgegeben wor- den. Sie efithalten keine Nächkichten von Wichtigkeit. Wir haben ein Schreiben von einen Offizier am Bord der „Nainha de Portugal‘/ erhalten, welches über ein Gefecht Bericht erstat- tet, das zwischem diesem Schisse und einer ihrer Fregatten, und Und den beiden Fregatten von 47 und 39 Kanonen Dom Mi- guels stattgefunden hat. Es begann spät am Abend und dauerte zwei und cine halbe Stunde, worauf die feindlichen Schiffe ab- zogen, und sie zu ihrem großen Bedauern genöthigt ‘waren, iß- nen zu folgen, um nicht den Vortheil des Windes zu ‘verlieren. Dom Pedro's Schiffe hatten 4 Todte und Verwundete. Es wird hinzugefügt, daß Briefe von der Barre vor Porto vom 16ten Morgens eingegangen sind, zu welcher Zeit Sartorius seine sämmtlichen Schiffe zusammenzgehabt Haben soll, mit Einschluß des Dampfschisses „City of Edinburg‘/, das mit 350 Soldaten an Bord zum -Entern der feindlichen Schiffe bestimmt E

Nachdem der Courier in seinem gestrigen Blatte aus- führliche Berichte Über dié Overationen der Portugiesischen Av- meen ‘und Flotten gegeben hat, sagt er: „In der verzweifelten Lage, in welcher“ sich jezt Dom Pedro's Angelegenheiten befinden und wir dürfen & uns ffachrôhmen, -daß =wir dem Bubli- kum die Thatsachen unparteiisch vorgelegt haben kann in die? sem Augenblick nur ein Wunder die Sache der Donna Maria in Portugal retten. Die außerordentlich sien Wechselfälle eines guten und bösen Geschicks sind die natürlichen Bealeiter des Krieges. Aber der wirklihe Stand der Sache ist der, daßz wenn nicht die Rechte der Königin von Portugal von der B e- völkerung des Landes nicht allein anerkaunt, sondern auch thätig untersüßt werden, feine Gewalt, die ihr Vater zusam- menzubringen vermag, im Stande ist, sie, ohne fremden Bei- stand, auf den Portugiesischen Thron zu seßen.“/

Die Morning- Post meldet: „Seit vorigen Montag sind Dom Pedro’s Agenten in England sehr thätig damit beschäftigt, neue Rekruten für dessen Armee zu werben. Bereits haben fich auch einige Hundert von ihnen einschreiben lassen. Jedes In- dividuum, welches seinen Namen eintragen läßt, erhält 18 Pence, und täglich, bis zu seiner Absendung nach Porto, werden ihm eben so viel gezahlr; sobald die Leute eingeschisst sind, empfangen sie außer dem Proviant einen monatlichen Sold von 2 Pfund 10 Shilling. Vorgestern hatten sich Hunderte von Menschen in der Wohnung des Herrn Hettinger eingefunden, die sich anwer- ben ließen und Alle 139 Pence bekamen. An Geld scheint es nicht zu fehlen, und in ein oder zwei Tagen sollen die Rekruten auf besonders zu diesem Zweck bereit gehaltenen Dampfbooten eingeschifft werden. Die Rekruten werden unter dem Kommando eines Offiziers abgehen, der sein Patent in der Britischen Armee verkauft hat, um die Sache Dom Pedro's in Portugal zu unter- stüßen. Auch in mehreren anderen Häusern der Hauptstadt re- frutiren Dom Pedro’'s Agenten mit großem Erfolg, und Waf- fen und Equipirung für diese Mannschaften sind ebenfalls schon angeschassc.// Der Albion fügt dieser Meldung Folgendes hinzu: „Nach dem, wie die Sachen in Porto stehen, scheint dies Alles nußlosee Mühe zu seyn, wenn nicht etwa diese Re- kfruten und ißre Werber eine besondere Lust verspüren, sich ‘von einem Schiff des Dom Miguelschen Blokade - Geschwaders fan- gen zu lassen. Aber obgleich es schon oft gesagt worden, so sey es noch einmal verkündigt: daß all dies Rekrutiren jo öffent! ich in London vor sich geht, ist in direktem Wideëspruch mit ur se- ren Geseßen, und alle dabei betheiligte Personen verdienten Je: richtlich belangt zu werden. //

Der Eigenthümer des „Nova Paqueta‘/, eines von ten Schiffen, die von Dom Pedro's Flotte vor dem Tajo genom-

men worden sind, hat Nachricht von Porto erhalten, daß der | dortige Finanz - Minister Befehl gegeben hat, das Schiff auszu- laden, die Ladung zu verkaufen, ein Zehntel der Blokade zu ge- ben, und die übrigen neun Zehntel ad depositum zu nehmen. Gegen dieses Verfahren hat der Capitain protestirt, und bietet Alles auf, um die Interessen seiner Eigenthümer zu schüzen. Vorgestern fand vor den Assisen von Abingöon das Ver- hdr des Dennis Collins wegen Hochverraths stat. Es hatte sich eine große Menschenmenge aus der Umgegend in Abingdon eingefunden, um der Verhandlung dieses Prozesses beizuwohnen. Am Vorabend trafen der General - Anwalt und der andere Ad-

vokat der Krone in der genannten Stadt ein. Am 22sten Mor-

*

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er zum erstenmale vor dem Gerichtshofe erschien. selbe Kleidung und benahm sich noch eben \o ungestüm. hevreingebraht wurde, lachte er fortwährend, „nite den Männe, unter den Zuschauern mit dem Kopfe zu und warf den Dame Kußfinger hin. Als die beiden Richter Bosanquet und Gum Pla6 genommen hatten, wurde dem Gefangenen die vorgelesen.

ter verschiedenen Beziehungen behauptet ward. Jn dem erst wurde ihm die Absicht Schuld gegeben, dem Kduige das Lebe zu nehmen; in den anderen 4 Punkten aber wurde er besu, digt, daß er die Person Sr. Majestät auf irgend“ eine Weiss l habe verleßzen oder verwunden wollen. Der Gefangene ertliyF sich für „nicht schuldig.‘ Auf Verlangen seines Anwalisg da man ihm seiner körperlichen Verstämmlung wegen einen Stus um sich zu seßen, indem nicht gut lange stehen konnte. Cu dann wurde die Jury zusammenberufen, und nachdem auf t Antrag des Herrn Frankom, Anwalts des Angeklagten , geg

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an deren Stelle geseßt worden, leisteten die Geschworenen d Eid. Der General-Anwalt erhob sich nunmedr, um seine y klage zu begründen; er führte die Parlaments - Akte vorn Stu 1796 an, wodurch ein Attentat auf den König, um ihn zu „F leßen oder zu verwunden, mitder Todesftrafe belegt wird, 08. selzte sodann aus einander, daß der BVorgeladene ein folches Att, F tat begangen habe, wobei ‘er die befannten näheren Umstiny

des Vorfalls bei den Pferderennen zu Ascott schilderte und diy Jury die Frage vorlegte, ob sie nicht glaube, daß der Gefangq,W dem König nach dem Leben getrachtet, da er be! seiner Beth

tung gezeigt habe, daß er die möglichen Folgen seiner That 1:0 wohl“ gekannt; der Angeklagte habe im Dienst des Landes (M fochren und dabei ein Bein verloren, aber obgleich er auch q Kopf verwundet worden, so sey doch kein Grund vorhanden, ihy deshalb für geistesabwesend zu halten. Ob der Gefangene E, Majestät wirklich habe verlesen wollen, das könne wohl fuy geèfragt werden, da es ganz natürlich sep, daß ein auf sol Weise geworfeter Stein darauf berechnet gewesen, (p entstellende Verlebung beizubringen oder den Verlust eig

|

weitere Bemerkungen ve&zrößern, sondern den Urtheilssyrud ganz. der Gerechtigkeit der Jury anhetmstelle). És wun hierauf zum Zeugenverhör geschritten. Der anwesenden A gen waren sechs, nämli der Capitain George Smith, Be min Turner, Oberst Wood, Lord John Brown(ow, Rich Gardner und Richard Dredge. Die Aussagen derselbe? entli ten meistentheils nichts Anderes, als was Über jenes tr: Ercigniß und über das darauf erfolgte èrste Verhôr®des Di Collins bereits bekannt ist. Der Ekste sagte unter A

1 CnNor m N chENOCLCI ( if

nüchtern gewesen sey und ihm von einer erhaltenen K wu! nichts gesagt hätte. Hiernächst begann der Vertheidiger du Angeklagten, Herr Swabeyÿ, sein Plaidoyer.

eine lange. Anrede an° die Geschwornen gehalten

nen die strengste Gewissenhaftigkeit anempfohlen, wähnt hatte, daß man allgemein glaube, die Kroñe werde d Angeklagken begnadigen, wenn er von der Jury als schuldig b funden würde, machte er namentlich darauf aufineztsam, daf tj Richter nach den- Beweggründen forschen müßten, welche dies Mann zu einex so venkehrten und sinnlosen Handlung verlei haben fönnten. Er bemühte sich nun, die" That des Dent Collins so auszulegen, als ob er sich dadurch selb| habe um si Leben bringen wollen; „wer aber diese Absicht hahe, sey geist: zetvüttet, denn kein Mensch von gesunden Sinnen zerstöre si jelbst; der Gefangene, meinte ex, sey seines- Lebens 1h25 gewesen, er selbst habe gesagt, daß er lieber gehängt wer! auf der Straße vor Hungek sterben wolle; er Habe âlsc diese im Angesichte des ganzen Hofes und einer ungeheuren (s menge offen verübte unsinnige That sich selbs in die Häude du Gerechtigkeit liefern und den Tod zuzichen wollen. Der Th sey daher kein Meuchelmörder, fondern nur ei sinnloser dem die Verzweiflung seinen gesunden Verstand geraubt hast, Herr Swabey nahm sodann das Mitleid der Richteu für sea Klienten in®Anspruch, indem er ihn, als detselbe die That b! gangen habe, für non compos mentis erflárte und das At! als aus einer augenblicklichen Geistesverrúckung hervorgegan bezeichnete, da nichts dafür spreche, daß er cinen pefönlidu Haß gegen Se. Majestät genährt. oder seine Handlung lanz vorher überdaht und planmäßig angelegt habe. Hunger u! Verzweiflung, nebst einer verkehrten Vorstellung von êéineit v! meintlich erlittenen Unrecht, seyen ‘die Beweggründe zu dies wahnsinnigen That gewesen; aber von Verschwörung odek Plau sey durchaus nicht die geringe Andeutung vorhanden. Aus diesen Prämissen folgerte der Anwalt weiterhin , daß dieser Fal nicht als Hochverrath- bezeichnet werden könne, Und trug dal! auf an, ihn als einen Geisteszerrütteten, der in demn Aut blick, wo er die That verúbt, nicht bei gesundem Sine? ( wesen und also auch nicht dafür verantwortlich \cy, nach Eund- lage ciner Parlaments - Akte auf so lange in cinen solchen gu fänglichen Verwahrsam zu segen, als Se. Majestät für gut W finden möchten. Hierauf erhob sih Heir Carfington * ul as zweiter Anwalt des Dennis Collins zu plaidoyiren ; der General Anwalt aber behauptete, es sey ungebräuchlih, daß ein zweite Vertheidiger auftrete, wenn kein “Zeuge zu Guusten des gt klagten aufgetreten sey. Jndeß Herr Carrington vchauptete A Recht, indem er sich auf ein früheres Beispiel bevief. Cl wo den vorliegenden Fall ebenfalls nicht als einen Hochverrath gelt lassen und erwähnte noch, daß ‘der Gefangene kurz vor J That eine starke Portion Branntwein getrünken habe; nun [6 es aber bekannt,» daß Leute, die am Kopf verwundert worde, keine - hißkige Getränke vertragen könnten und sogleich dadurd verwiret wurden. Sodann hob er namenilih hervor, Daß Angeklagte ein so unbedeutendes- Individuum scy, da e ihm schwerlich einen hochverrätherischen Plan unterlegen werd

auch gehe diese Verfolgung nicht von Sr. Majestät, nichl von dem General-Anwalt, sondern von den Ministern aus, mit denes Le6terer in Verbindung stehe, und die besser gethan hätten, zügellosen Ausfälle der Presse gegen die erhabene Person Königin, als diese aus einer augenblicklichen Geistesabwe]e, hervorgegangene That, zu verfolgen. Jeßt wurde noch E fangene selb| aufgefordert, sich zu vertheidigen. Zuersf ays derselbe: „Jch kenne hier Niemanden, sie sind mir Alle fremd Dann aber that er, als besánne er sih, Und meinte, ev me i einige Worte sagen, wenn es Ihren Herrlichkeiten gent wäre. Seine Bemerkungen waren hd unzusammenhänze?

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und er sprach außerordentlich hastig. - Er erzählte nochmals

f ; » Do (E i i / :

gens Um 9 Uhr wurde der Gefangene vor die Schrankep (4, aué dem früßer Gbr bereits b s gens um 9 irde Del ( “lbe, wie dame V dqn àalté dem früheren Verhör bereits bekannten Lebenslauf, seine fährt. Sein Aecußeres war noch ganz dasselbe, wie dainals, gf, rwcisung aus dem Greenwich-Hospital, L

(ird Erbarmen mit mir haben. “/

de ess Serrn Carrington, daß dieses Verhör e Anllaaieitát eindáeleitet sey, und daß derselb . 8 U, T (de L I AIC 6 C )y se G Sie enthielt fünf Punkte, worin das Attentat Un heit seine políti)

\dersprah er de j derselbe in einem Anfalle von Geistes-Abwesenheit das Ver-

5 der Gefangene gewußt, was er

Nan t CTi

1 Wan santg joy müsse, durchaus unrichtig und von dein Geselz ; E - e u U T

einzelne Mitglieder derselben Ausstellungen gemacht und Ande vifelien Zustande sich befunden und daher eine nigen hade, sey noch viel weniger ein

m wo ben

) M) Ui j sie nicht die äußersten seyn würden, hier t, well bie Jury nichts weiter ven

n Aitor M fanquier

jint werde, hinreichend sey, ‘um das Verbrechen des Hochver-

haben

/ fragte Herr Bosanquet: „Meine Herren, glauben Sie, wie

Auges zu verursachen; indeß wolle er die Sache nichi du ufigen, mit der Absicht, Se.

die an ihn gestellten Fragen, daß der Gefangene jest nichts mehr b so wohl aussehe, als zu Ascott, wo er eine rothe _und gesun Gesichtsfarbe und feineswegês das Ansehen eines Notßleidenduffs,„;- gehabt, jedoch zerrissene Kleider getragen habe, übrigens gan Wen

amt

1 s c @ e ' Y ofen fnc» Holland am Dienstag und Freitag Abend.

und hielt eine Verfolgung -desselben für nicht der Mühe wer.

i den und wie ihm glle seine cen jéyen abgeschlagen worden, und sagte am Schluß: „Es t mir herzlich leid, was" ih gethan, und ich hoffe, der König | | Der General - Anwalt ‘erhob nun nocmais und erwiederte namentlich auf das Plaidoyer mit dem Willen Sr. sep, und sich bei dieser Gele- chen Ausfälle hâtte ersparen können. Dann 2 Behauptung der Anwalte des Angeklagten,

hen verübt have; auf diese Weise, meinte er, fónne man die ßten Verbrecher der Strafe entziehen; so viel sey ausgemacht, eg er gethan, ja, er habe auch gehandeit, indem er mit seinem Wurf sehr gut gezielt ; y auch der von Herrn Swabey aufgestellte Grundsaß, ens), der darauf ausgehe, seinen Tod herbeizufüh-

ig igens se

"Del

tannt; daß der Gefangene in‘ciném nothdürftigen und ver- sinnlose Handlung be- | oh Vertheidigungsgrund, cchtige Noth jemals zu Gétwaltthätigkeit ? Endlich Ünjspielung des Anwalts auf die Folgen, welche Verurtheilung haben würde, wenn man auch glauben dúrfe, durchaus nicht am | als die Sache an s{ zu be- und zu richten habe. Nachdem zuleßt noch der Nicßter der Jury vorgestellt hatte, ‘daß die bloße Absicht, die Zonigs zu verlegen, wenn sie von zwei Zeugen kon-

a

1 Ot (

son des

é zu begründen, und daß es sich hier hdeJury glaube, der Jnkulpat habe «Majestàt zu "verleben, zogen si die Geschworenen zurü; (einer Adtoesenheit von 10 Minuten kehrten sie wieder, und 1 Melceste derselbén sagte? „Wir finden den Gefangenen \chu l- q, einen Stein mit der Absicht auf Se. Majestät geworfen , dem Könize ein kdrverliches Leid zuzufügen.// Hier-

bloß darum handele,

der Anlage heißt, um dem Könige ein kdvperliches ¡Leid d Majestät zu verwunden oder | / er Aelteste elwiederte: „Wir finden den Ge- i niche schuldig, Sr. Majestät_nach dem Suos gestanden aven, jotidern, nach dem fünften Punkt der Anklage, die jechabt zu haben, Sr. Majestät ein körperliches Leid zu- Herr Bosanquei; „Also, meine Herren, finden Sie csangenen, nach dem fúnfien Punkt der Anklage, {uldig, ige ein éôrperliches Leid zugedacht und ausekxsonnen zu

ver Absichk, Se. Majesrát zu verwunden oder zu vet-

* Aelteste antwortete bejahend, Und das Verdikt

Der Hefangene den Tod und die

tung verdtent zu haben glaube; aber er antworteté nicht, ieb auch in diesem furchtbaren Augenblick ganz der- y wie dei dem Verlauf des Verhörs. Die- Richter bedeÆten ierauf, der Justiz-Richter Herr Bosanquet hielt eine kurze de an®en Gefangenen, und dieser hôrte das Todesurcheil Lt» verbeugte sich und

vrlotan 24

der angeführten Weise abgefaßt. nun hereingerufen, um zu sagen, ob er

inersGutterlichem Gleichmuth an. de adactuhrt. Por den Assisen zu Leicester wurde kürzlih die Schadens- des Herzogs von Newcastle wegen seines im Oktober des ijen Jahres, nach Eingang der Verwerfung der Refortnbill i einm aufrührerischen Volkshaufen eingeäscherten Schlosses Vltinggam Castle/‘/ verhandelt. . Die Schadensklage lautete 21,000 Pf. St., die Jury eutschied auf 21,000 Pf. St. hadtaung. a

as Geschwader des Adzziral Malcolm ist von Ck nach Mmout) abgech)egelt. Die folgende Bekanntmachung ist heute von dem General- erlassen worden :

_, (General-Post-Amt, 23, August.

1 nd vom Freitag, den 31sten d. ab, werden die regélmäsi- cli „nach Hamburg und Holland, durch Dampfschiffe " Licnmse& anstatt von Harwich befördert. Die Posten nach ut, Hannover u. s. w. werden teden Freitag Abend abgehen; IÍn iwenobdaren Fällen werden nach Hamburg und Rotterdam llt Dae! Dampfschiffe gehen.“ e Hotera-Derichte aus England und Schottland melden A Craungen und L270 Todesfälle. Jn Bilston nen an einem Tage 188 Personen und starben 42. Jn poos evérankten 74 und starben 20. JIn- Glasgow 6{ f «l Dublin 65 und 14. Jn Sligo (Jrland) 205 02, i , Mode rilanhe. lus dem Haag, 24. Aug. Der Geburtstag Su. Maj. igs wurde heute durch Gottesdienst in sämmtlichen hie- lrcen, und da dffentliche Feierlichkeiten» untersagt waren, \zamiltenkreisen auf das Herzlichste begangen.

us dem Lager bei Reyen wird gemeldet, daß der Gesund- and der Truppen fortdauernd erwünscht ist, obgleich sich "ersien Zie nah dem Beziehen des Lagers“ wie gewöhrt m größere Anzahl. von leichten Erkrankungen gezeigt hatte. “e von einigen Buchhändlexn in Gröningen veranstaltete Loiteeie, deren Ertrag dem Besten des Staats géwid- nr, hat die ansehnliche Summe von 6370 Fl. eingetragen. rus sel, 24. Aug. Morgen wird zur Feier des Geburts- ber Königin eine große Musterung der Brüsseler Bürger- lattiinden. tr Vicomte Chs. Vilain X11. wird heute vom Könige pl Abschieds-Audien)z empfangen werden, da er im Begriff « ßerordentiicher Gesandter und bevollmächtigter Minister om abzugehen. [Ls 1 \cade ,‘’ sagt Fer Lynx, „, daß unser Ministerium ijen nicht liebe Wenn es sich ein wenig von seinen 1 Geschäften erholen und die Provinzen durchlaufen wollte, (de es finden, daß die Journale, deren Sprache es zu ver- »orgiebt, das getreue Echo der dffentlichen Meinung sind, le die Regierung auffordern, die Armee und das Geld, vie Fammern nur im Interesse des Landes bewilligt (Zu diesem Zwecke zu verwenden. _Wenn indeß jede an- ast, als die der Hauptstadt, den Ministern nicht zusagt, ft és ein anderes Mittel, sich aufzuklären. Unsere Depu- Wen jeßt einen Monat in ihrer Heimath zugebracht. ‘haupten , ohne Furcht, widersprochen zu werden, .daß von ihnen Klagen und bitterèn Tadel reichlich eingesam- "i Es is zu erwarten, daß Keiner von ihnen Anstand \ vird, die Wünsche und den Willen seiner Kommittenten i Uibune auszusprechen. Minister, wenn IJhr nicht rei- ‘/ ruft die Kammern zusammen ! ‘/

rússel

n 2sten bis zum 22sten d. M. erkrankten in B

init der Absicht gehandelt,

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 21. Aug. Auf eingegangene Nachricht vom Wiederausbruche der Cholera in Kronstadt hat S E, Kollegium unterm 19ten d. Kronstadt und St. Petersburg für angesteckt, und alle Häfen in Ingermannland, Esthland und dem Wiborgschen Lehne für verdächtig erklärt.

Der Vorsiger der Quarantaine-Kommission, Contre-Admiral Graf Cronstedt, hat am 17ten d. eine IÎnspections- Reise nach den südlichen Küsten angetreten. Dem Gransfkare zufolge, dürfte auch der Kronprinz nach Karlskrona abreisen.

Dánemarfkf.,

Kopenhagen, 23. Aug. Zufolge wiederholten allerunter- thänigsten Gesuchs des General-Majors v. Haffner haben Se. Maj, der König geruht, demselben die erbetene Entlassung als Chef der Königl. Artillerie zu gewähren, wie auch dabei den Befehl zu erlassen, denselben, bis anderweitige Anstellung erfolgt, unter Beibehaltung des bisher bezogenen vollen Gehalts, à la suite in der Armee anzustellen. Jn die Stelle desselben ist der Oberst v. -Lübow zum Chef der Artillerie ernannt. Die beiden Brigade-Commandeure, Oberst v. Ville und Oberstlieutenant v. Wachler, sind des Artilleriedienstes in Gnaden entlassen und Ersterer als Kommandant der Festung Rendsburg angestellt wor- den. Die beiden Oberstlieutenants v. Baudiß und v. Glahn sind dagegen, Ersterer zum Commandeur der Dânischen und Leßterer zum Commandeur der Holsteinischen Artillerie : Brigade, ernannt worden.

Deutscch{hland.

: Aug. Gestern früh musterte Se. Königl. Hoheit der Prinz Johann die Eskadron. und die übrigen einzel- nen Compagnicen der National-Garde, die sich Höchstdessen Zu- friedenheit erwarben. Nachmittags besuchte der Prinz die ôffent- liche Handels - Lehr - Anstalt und Abends das Theater. Ge

Leipzig, 25.

Morgens is Se. Königl. Hoheit wieder von hier abgereist.

Hanau, 21. Aug. Das gestrige Geburtsfest Sr. Hoheit des Kurprinzen und Mitregenten is am Wilhelmsbade durch ein großes Gastmahl gefeiert worden, woran viele Militair - und Civil-Personen Theil nahmen und wobei mehrere Toaste auf das Wohl Sr. Hoheit, unter Abfeuerung des Geschüses, mit herz- licher Uebereinstimmung ausgebracht wurden. Die hiesige Gar- nison ist am Abend dieses festlichen Tages bewirthet worden.

. Zrantfurt a, M. M. August, In einem gegen den Messager des Chambres gerichteten Artikel äußert die hiesige Ober-Post-Amts-Zeitu ng: „Der ,„Messager// Vom 21. Aug. liefert abermals einen Artikel, der unsichtbar den Spruch .„divide el impera!” an der Stirne trägt. Die ganze Polemik der Fran- zösischen Oppositionsblätter, wir können es nicht oft gèênug wie- derholen, dreht sich unverkennbar und namentlich in Bezug auf Deutschland um die Logik dieses alten Herrscherspruches. Schade, daß die Volksstämme , die durch die kräftigste und kultivirteste Sprache, die das neuere Europa kennt, verbunden, und auf dem fruchtbarsten Boden im Herzen unseres Erdtheils wohnen, und die, 36 Millionen Seelen zählend, sich alle Deutsche nennen, troß der Verläumdungen des Messager und Konsorten civilisirt genug sind, um die ganze Stärke des divide et impera im Munde der Revolution fassen zu föônnen. Nein, nie wird den Revolutionéjournalisten an der Seine das willklommene Schau- spiél werden, Zwietracht in die Herzen der Deutschen Volks- stämme zu säen, die faum in den ahren 1813, 14, 15 mit ib- rem. Blute die Schmach abwaschen konnten, welche die durch in- neren Zwiespalt hervorgerufene momentane Unterjochung unter Frankreich úber sie gebracht.‘/

Es heißt, daß die Residenz Darmstadt einen neuen Glanz durh Verlegung der Landes - Universität von Gießen nach der Hauptstadt ‘erhalten werde. Dem Vernehmen nach soll dieser Gegenstand beim nächsten Landtage zur Sprache gebracht werden.

Destervreich.

Wien, 23. Aug. Die hiesigen Blätter enthalten nach- stehende amtliche Meldungen :

Se. Kaiserl. Königl. Majestät haben mittelst cines an Se. Königliche Hoheit den Durchlauchtigsten Erzherzog Ferdinand Este, und an den obersten Kanzler, Grafen von Mittrowsky, erlassenen Allerhöchsten Kabinetsschreibens vom 20, August l. J. Jhres Allerhöchsten Dienstes* befunden, dem Königreiche Gali- zien in der Person erstkgenafinten Durchlauchtigsten Erzherzogs einen General-Gouverneur vorzuseken, der die Civil - und Mi- litairgewalt in sih zu vereinigen haben wird. Zugleich ge- ruhten Se. Majestät, den Vice-Präsidenten der allgemeinen Hofkammer, Freiherrn v. Krieg, zum Gubernial-Präsidenten von Galizien allergnädigst zu ernennen.“

„Se. Majestät der Kaiser haben am verflossenen Sonn- tag, den 19ten d. M., den außerordentlichen Gesandten und be- vollmächtigten Minister Sr? Majestät des Königs der Belgier an Allerhdchstißrem Hofe, Freiherr von Loe, die Antrittsaudienz in Baden zu ertheilen geruht. ® Um dem Magistrate, der Bürgerschaft und den Bewoh- nern Wiens die Gelegenheit zu verschaffen, ihre Gefühle der Freude und des heißen Dankes der Vorsehung fär die von der Allerhöchsten Person des jüngeren Königs von Ungarn und Kronprinzen der übrigen Oesterreichischen Staacen abgewendete Lebensgefahr auf eine feierliche Weise darzubringen, hat der Magistrat von Wien am 19ten d. M, Vormittags um 11 Uhr, ein feierlihes Hochamt in der Mertropolitankirche- zu St. Ste- phan, unter Paradirung der*Bürger-Corps, veranstaltet. Se. K. K. Majestät, Allerhöch{stwelccher die Anzeige von diesem feier- lichen Hochamte durch den Herrn obersten Kanzler, Grafen von Mittrowsky, erstattet wurde, geruhten diesen neuerlichen un- geheuchelten Beweis der so oft schon erpröbten treuen Auhäng- lichkeit und Liebe für Allerhöchstdero Person und das gesammte Allerdurchlauchtigste Kaiserhaus aus Anlaß des am 9ten d. M. in Baden durch die göttliche Gnade so glücklich von Sr. Majestät dem jüngeren Könige von Ungarn, dem geliebten Sohne und Thronfolger, abgewendeten Unglücksfalles mit dem Ge- fühle innigster Rührung und dankbarer Anerkennung zu verneh- men, und zugleich zu befehlen, daß diese Allerhöchste Gesinnung und die frohen Empfindungen, welche die von allen Klassen der Bewohner Wiens hier wieder bewiesene herzlichste Theilnahme in dem hdcchsten Vaterherzen hervorbrachte, niche nur dem Ma- gistrate und der treuen Bürgerschaft, sondern allen Einwohnern der Kaiserstadt bekannt gegeben werde.“

Der Oesterreichishe Beobachter bemerkt: 1, Jn seie nem Blatte vom 15. August zicht der Messager des Chambres stark gegen diejenigen zu Felde, welche ihm den nahe bevorstehen- den Ausbruch des Krieges nicht aufs Wort glauben wollen. /7/7Ja‘/‘, ruft er aus, „der Krieg ist unvermeidlich! /// Hätte der Messager sich mit diesem Kraft - Ausspruche begnügt,

Cholera 72 Personen und starben 47,

so würde cs wohl s{chwer gewesen seyn, einem solchen Ge-

währsmann nicht vollen Glauben beizumessen; zum Unalick für ihn führt er jedoch abermals Beläge zur Unterstúßung seiner Weissagung an, die einige Zweifel bei unbefangenen Lesern er- wecken dürften. Als ein Muster dieser Beläge wählen wir das Folgende, welches für den Werth der übrigen zeugt, e ¿Einer unserer Freunde (sagt der Messager ), der die Öester- reichischen Gränzländer \o eben durchstreifte, hat dieselben voll von Halb-Kroaten und Halb-Ungarn gefunden, die den Namen Grögler führen, ín Ungeschlossenen Reihen, wie die Kosaken, fechten, und lauter Diebe sind, wie alle ihre Lands- leute.//// Wenn der Messager diesem reisenden Korresponden- ten ein starkes Honorar zahlt, so muß er des Geldes wahrlich zu viel haben! Wir hoffen übrigens, daß der Freund seinen

usflug bis zu dem Lande der Grögler fortseßen möge. Er wird dur dessen Entdeckung die Geographie bereichern !

S panien.

Weaorio, 14. Aug. Die Hofzeitnng meldet, daß der Kdnig am 10. d. seit seinem Gichtanfalle zum ersten Male*wie- der in San Ildefonso einen Spaziergang gemacht habe. Die hier eingegangenen Nachrichten aus Porto ‘und Lissabon reichen bis zum 6. Die Hofzeitung versichert , daß es den Truppen Dom Pedro s in Porto bereits an Brod zu mangeln anfange, da die um die Stadt herumschweifenden Guerillas Dom Mi- guels, von alten kriegZerfahrenen Offizieren befehligt, mehrere Mühlen zerstört hätten, in denen das Mehl fúr die Armee Dom Pedro's gemahlen wurde.

Portugal. Hof-Zeitung enthält folgende Mit-

August. Eine Depesche vom Oberst Pedro de Mello, Gouverneur von Buarcas und Figueira, und Ee von Barbacena vom 2, August giebt einen Bericht von dem Cx- scheinen zweier Schooner der Rebellen vor jenem Plaß iw der Nacht des 1. August, mit denen einige Schüsse gewechselt wurden. Die Depesthe lobt den ‘Eifer de Einwohner und der Miliz seht. Se Majestät haben geruht den General - Lieutenant Visconde Pezo du Roga zum Befehlshaber der Truppen zu ernennen, die gegen die Re- bellen in Porto zu operiren bestimmt sind, und den Herzog -vo in Cadaval zum Béfehlshaber der 1sten Division der Armee. Briefe aus Lamego vom 2isten d. sagen, daß die Rebellen , da sie jeßt cinschen, daß das ganze Land feindlich gegen sie gesinnt is , Nice- manden mehr erlauben, nach Porto zu kommen, oder dasselbe zu verlassen. Die Miliz und die Guerillas nehmen fortwährend viele Transporte fort, die nach Porto bestimmt sind. Ein Schreiben aus Moimenta da Beira vom 31. Juli sagt: „Der Enthu- slasmus der Einwohner für die Sache des Königs is dem in allen Theilen des Königreichs gleich; sie bringen ungaufgefordert alle Vor- räthe’ für die Armee herbei, und werben umd bewaffnen aus eigenem Antricb uttd auf eigene Kosten.//// Jn gleichem Sinne lauten dic En gus Villa do Conde vom 25. Fuli,/

/¿Ll\sabon, 10. Aug. Der Jusliz-Mini ides Cir- vulad erlassen; g. Der Justiz-Minifter hat folgendes Cir

/-Da Se. Mai. von den Mittheilungen der Lokal-Behdrden über den

lobenswerthen und allgemeinen Enthusiasmus, mit welchem die Ein- wohner aller Distrikte zu den Waffen gegriffen und das Anerbieten der größten Opfer gemacht haben, Bericht erstattet worden is, und da der Kdnig sich überzeugt hat, daß die Portugiesen mit Freudeir Leben und Eigenthum hingeben, um ihre Religion , ihren legitimen König, ihre Rational-Würde und Unabhängigkeit gegen den unver- nunftigen und schändlichen Angrif einiger entarteten Unterthanem zu vertheidigen, die, alle Grundsäße dev Ehre und der Pflicht mit Füßen tretend,- es gewagt haben, das große - Verbrechen des Angrifs auf ihr Vaterland zu begchen, und da Se. Majestät in diesem Enthusiasmus einen neuen Beweis der Liebe des Volkes {zu Fhm Und der den Portugiesen innewoþnenden guten Grundsäße und der Tapferkeit sicht, in welcher sie mit ihren Vorfahren wett- cifern, und da der Kdnig wünscht, daß Seine Unterthanen die Ge- nugthuung haben, zu wissen, daß ihnen ihr Betxagen den Beifall thres Kduigs ekworben hat, der lieber Kdnig der Portugicsen als König der ganzen übrigen Welt is, so gefällt es Se. Majestät, daß Ewr. Excellenz den Lo al-Behörden befehlen, das Gegenwärtige det Einwohnern ihrer resp. Distrikte bekannt machen. Palast voir Cachias, 9. Aug. 1832.

(gez.) Luis de Paula Furtado de Castro, do Rio

de Mendoca.//

,Aus Skt. Joao de Madetra wird unterm 3. August gemel- det: /-/-Die Rebellen haben von neuem versucht, zur Sce von Villa do Conde Besiß zu nehmen; der Visconte von

| N; ontealegre Über fiel sïe aber mit den royalistischen Freiwilligen von Barcellos, mit

Die Lissaboner theilungen :

der Miliz von Vianna und mit Guerillas, und zwang fie nicht al lein zum Rückzuge, sondern tddtete ihnen 7 Mann und machte 4 Gefangene. Es scheint , daß bei dieser Gelegenheit 2 Compagnicen der Rebellen zu uns Übergegangen sind. Die Deserteure, wel= che täglih von Porto hier eintreffen, versichern, daß Brod und Fleisch in der Stadt anfangen, sehr selten zu wer- den. // In einem Schreiben qus Bemposisa vom 3. Au- gust heißt e ////FN der vergangenen Nacht kehrte ein getreuer Einwohner dieser Stadt zurück, der nach Porto gesandt wuyr- dett war, und erzählte mir, daß er cinen dortigen Kaufmaun ge- sprochen habe, der fúr die Rebellen gesinnt ist. Dieser habe thni versichert, daß unsere Truppen Porto sicherlich bcim ersten Angriff nehmen würden, und daß er deshalb scine Familie schon aus der Stadt gesandt habe. Gestern sind 64 Deserteure der Rebellen hier durchgekommen. Unser Distrikt ist vollkommen ruhig. Die Ein

wohner geben der Armce Alles, was sie haben, und zeigen dic größte Anhänglichkeit für den König, unsern Herrn.//// : L

Die Hof-Zeitung giebt außerdem die Namen von 60 Pläken, von denen gesagt wird, daß daselbst die gróßte Ruhe herrsche und daß der Geist des Volkes vortrefflich sey.

Wer Albion enthält folgendes Schreiben aus Porto, vom 15. August: „Nachdem ic gestern mit derselben Gelegen- heit an Sie geschrieben hatte, ging ih nach St. Johannes hinab, von wo aus ih die beiden feindlichen Flotten sehen konnte. Das Geschwader Dorh Miguels bestand aus einem Linien- Schiff, dem „Dom Joao VI. ‘/, einer Fregatte, 3 Kor- vetten und 2 Briggs, und Dom Pedro's aus 2 Fregatten und einer Brigg, nebs dem Danipfboote „„Ramona“/. Beide Ge- schwader steuerten um 6 Uhr Nachmittags gegen Westen, indem sih Sartorius stets auf der Windseite seines Gegners hielt. Diesen Morgen“ um 9 Uhr fruh, als ih mich von St. Johan- nes entfernte, sah ih nur noch 3 von Dom Miguels Schiffen und von Sartorius Geschwader gar nichts mehr, weil es etwas nebelig auf der See war. Die Englischen Schiffe „Stag “‘, 7; Childers‘/ und „„Nautilus‘/ kehren diesen Morgen von Westen her zurück, um die gestern verlassene Stellung wie- der einzunehmen, von der sie sich bei der Annäherung von

Dom Miguels Geschwader entfernt hatten. Heute ganz

früh hieß es hier, daß Dom Miguels Truppen aus dem

Súden anrückten, und ín Folge dessen ward das Gepäck von

Dom Pedros Truppen, welches sich auf dem jenseitigen Ufer

des Flusses zu Villa Nova befand, zum Theil wieder ‘nach dies-

seits herübergeschaffflt; indeß, es scheint, daß die Miguelistischen

Truppen nicht von Goijo aufgebrochen sind. Die Stadt ist voll-

kommen ruhig. Es wird uns bald an Brod fehlen; überall if

großer Mangel, weil die Guerilla- Truppen und Dom Miguels