1835 / 8 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Admiralität steht, war anfangs zu dem Vice- Königthum von Jrland bestimint, soll es aber deshalb abgelehnt haben, weil seine Fanasie in Jriand, namentlich sein Schwager, der Graf! von Snnitskillen, zu den elfrigst:n Orangisten gehdtt. L acn fragen, ob es wahr sey, daß jeder Lord - Licutenant von Fle Und nah sriner Entlassung auf eine jiliße Pension von 4/00 Pfund Anspruch hade. i : f

Dem Brafen von Abecdeen matte gestern eine Deputation der zue Vertheilung der Corschädizung für die Westindtichen Pfiarzer ernannten Kommisfartèen iti Zclonial-Amte ihre Aufs ari mng,

‘Lord Avckland kat erf gestern seine ehemalige Amtêwohnung n der Admiralität verlassen; es heißt, der Staats-Secretair für 2 Snnere, Herr Gou!éurn, werde dieselbe jt bezichen. Lotd Lowtker reiste gestern von hier nah dem Norden ven England ab. E Herr von Bacourt hat den neucn Franzöfischen Geschüfts- träger. bei den Besuchen, die dieser ben Linistern absta tete, be- gleitet und gesern no4 im auswärtigen Amte gearbeitet.

Die Adresse der Kaufleute, Banquiers, Rheder, Händler und auderer mit der Londoner City in Verbindung stehenden Personen an Se. Majestät den Kên'g, zu welcher die Times deute nachträglich noch drittehalb Spalten vell Unterschriften liefert, trägt deren nun im Ganen, nach der eigenen Anaabe der Times, 573), und wurde gestern durch eine aus den Herren W. Ward, Lyall, A‘derman Lucas, Alderman Brown, Tho- mas Wilson und ‘Porwles bestchende Deputation des Ausschusses, der die ganzen Verhandlungen über diese Adresse geleitet hatte, an Sir Robert Peel überreicht, der den Abgeoröneter die Ver- sicherung gab, daß der König dieses Aktenstück ,- welches er Sr. Majestät bei der ersten Gelegenheit einhändigen wolle, gewiß mit der größten Genugthuung ertpfangen würde. Die Times be- merkt zugleih, daß das Mökeln einiger Zeitungen an diejer Adresse Überaus erbärmlich sey. denn es fänden slch auf der gan- zen Lifte der Unterschriften höchstens ein halbes Dußend Wieder- Hoiungen, und was das Gesthrei betreffe, das mehrere der Un- terzeihner in den Verstädten wohnten, so sey es doch wohl ail- gemein bekannt, daß nur sehr wenige Kaufleute in der City an- sásiîig seyen.

Die Times beharrt, alien Angriffen der Opposition 40 Troÿg, bei ihrem einmal angenommenen Systeme und fährt fort, nicht allein das Peel’schée Ministerium und das kenservative Prin- zip aufs nachdräcflichse zu vertheidigen, sondern auch die soge- nannten Reformer mit Hohn zu überhäafen. Sie beruft sich auf die großen Dienste, die sie (die Times) von jher den df- fentlichen Freilzeiten geleistet, und erklärt ihre pidulihe Sinnes- Aruderunz in folgende: Weise: „Unsere Vesorznmiß wird gegen- wärtig weit raehr turch die Androhung einer wirklichen, raschen, verziveifelten Hinnetzung zur Revolution, als durch ten Wahn einer tnmdelichen Reaction gegen tie Abstellung von Beschwer- den oder Misbrärchen angeregt. Unsere Pflicht ist es mehr als je, den Kainps des Volkes zu kämpfen, wenn dieses nicht für lich selbi zu kämpfen weiß. Wir wollen dasseibe vor din F-l- gen des verwerfiüichen Leichtsinns oder der schändlichen Boëheit derer reten , die dasselbe mißleiten ndchtmn. Haben tir dem Voike schen oft mit der grdfiten Gefahr für unser Eigenthum uind vusre Freiheir genüst, so wollen wir ihrn jeßt den größten aller Dienste erweisen: wir wollen es vor sich selbst retten. Wir wellen mit Gottes Hülfe das Land vor dem Fiuche einer zer{td- renden un biutdürstigen Anarchie bewahren, worin eine gott- lose Faction daseibe zu stürzen Tag und Nacht bemüht i,

Die Oppositionéblätter beflagen es mit Hinsilt auf ein df: fentlicy publizirtes Schreiben des Grafen eon Veinto, wörin dieer Ach als heftiger Gegner des jegigen Vinifieriums und alé eisriger j geihan“’, indem fie ihn, dem Standard folgend, unter den zu cr- nennenden Kammerherren aufgeführt hätten. Der Albion gatte

p n Ey a g “ean g oh b ct r tee S ap LOR Zsit 6 edoch son frúßer (wie Feiner Zeit auch in der Staats-Zeitung | M i Aae i schen Kirche, in Betreff der Finanz-Refornien und in Betcesf der | den Agrikuiiuristen zu gewähre c einzubringe | Herivg rechn-t bei diesen Maßregeln auf eite Vajoritáät in bei-

gemelder worden) die Ernennung des Grafen zu eineia folen BDosften als sebr unwahrscheinlich varzefteilt.

Jn der Versammuleng der Fonservariven, welche vorzostern in der Cy gehalt. n wurde, um Vorbereitongen zu den Thl: n zu treffen, führte Her Thomas Baring den Voris. Dies Eeíffnere die Versammiung durch ele Rede, woria er ertlárt-, an fich würde es ihm gleich seyn, eb Whigs oster Tories as Ruder f2hrten; aüein es sey ein großér Untersci?d, ov na? R-form und Ablellung von Mikbräuchen af tuhigem Wege ohne Aufregung oder burch gervaltiame Mittel und ohne Dice cht auf die verderblichen Folgen herbeiführen wolle, Ohne unbedingtes WBertrauin in irgend cine Werwascung zu protestirt? er gegen jeden Eingriff in die Köntgüchen P1700 rve und forderte die Anwejenden auf, die von Sir osdert Peel aufgestellten Grundiäte auf die Probe zu stellen. Ferner trug ex auf die kestensre:e Ernennung der Kandidatin an. Cs wutte cine Rethe vou Resolutionen beschlossen; eine von Alder- man Brown, daß es diz Pfitcht ailer derer sey, welche auf die fe stitutionen d2s Landes Werth setttn, zu deren Vertheidigung gegen. den Geist gewaltsamer Neuerung aufzutreten, der utise- ren censtitutiennellen Regierunasformen mit Umsturz drohe; cine von Herra B=ckle gegen das oefahrvolle Prinzip, den fich meldenden Kandidaten Bärgichaften geg-n olle und jede Maßÿregel der neu ernannten inister äbzufortern; von Herrn Gould zu Gunsten etner umsichtigen Reformz end- (icd von Aldertnan Îcas ivezen KXufforderung der Herrn L wr d, T6, Wiison und G. Lyall, sich als Kandidaten für die City zu melden. Die Resolutionen wurden sämmilich angenoinmen, und die drei legtzenannten Herren hielten Reden; - die beiden Ersteren hatten zwar gegen die Reform-Bill geiinimt, erklärten aber, sle würden fi sti, da dieselbe Lantes-Geseß geworden fep, ibren Wirkungen uicht e K Beide versprachen fich von dein Herzoge von Wellington Frieden im Junern und nach Au- ßen. Hr. Lyall war vor der Zeit der Reform-Bill kein Parsa- mentsgalied gewesen, versicherte aber, er sey von jeher ein Feind der WBejtehungen; übrigens werde er vor allen Déngen die Con: stitution aufrechzt halten, welcher England seinen Rang ats erste Nation der Welt verdanke. Schließlich wurden ansehnliche Sum- men unterzeichnet, und man ließ den König, Sir Robert Peel und den Herzog von Wellington hoch leben.

Biele Wähler von Middlesex haben die Wiederernennung der Herren Byng und Hume, beides Reformer, beschlossen. Jn einer Versammlung zu Westminster wurde beschlossen, die Wie- dererwählung des Obersten Evans zu untersiüßen, und man be- {werte sih über das zweideutige Benehmen des Sir Francis HBardett. Jn Southwark traten die Freunde des Herrn D. W. Harvey, eines der eifrigsten Reformer, zusammen, welcher unter Anderem erklárte, die ihm Gleichgésinnten wären die wahren Konservativen! Achnliche Ber:chte gehen von beiden Parteien von verschiedenen Punkten des Landes ein. An sehr vielen Or- ten, wo man sonst an der Erwählung von Reformern nicht ge-

zweifelt, sogar zu Birmingham, melden sich jezt Tory - Kandida-

Einige Zeitunés -

setzen, |

30

ten, mit aller. Aussicht auf Crfelg. Graf Srey hat ein Cirk: lar scine Untersassen erlassen, worin er erkiärt, sich jeder Einwirkung auf die Wahlen enthalten- zu wollen. Man bes chwert sich, daß bier und da Mittel gebraucht werden, unt ‘die Wäßler einzuschüchiern. Die Blätter find mit Adressen der ein- zelnen Kandidaten angefüllt, unter denen- eine von Herrn Ten- nyfon an die Wähler von Lambeth besonders gelobt wird. Aus der Masse widersprechender Nachrichten ist es \{chwer, auf cin bestimmtes Resultat úber den Autgang der Wahlen zu schließin;z nur tin Irland zweifle Niemand an der Erwählung ven Refor- mern und Anti: Unionifte, außer in einigen nördlichen Graf: schaften, wo die Orangisten die Mehrzahl bilden.

Die Herren Spaukie, Hobhouse und G. Ä. Young ßaben sich gewetgert, den Vorschriften eigenmächtiger Agenten _von Kirchspiels - Versammlungen in Betr f der bevorstehenden Wad- sen zu geßotchen Die Times ¿ußert ihre Freude hierÏber und hofft, das das mánnliche Beispiel“diescr Herren zahlreiche Nach: ahmer finden werde.

Ueber den Plan, welchen dos ncu?z Minisierium, dem Par- lament gegenüber, wahrscheinlicher Weise befolgen dürfte, soll fich na dem Bericht des Pariser Korrespondenten des Courier, der Fürst Talleyrand zu einem Pair folgendermaßen ausgespro: chen haben: „Der Herzog von Wellington rechnet darauf, daß er durch die Aufiósung des jetzigen lUnterhauses eine Majorität gemäßigter Männer, wo S Gunsten, so doch zu Gunsten einer gemäßigren Politif gewinnen wird. Der Herzog glaubt, daß Lord Ebrington nicht im Stande seyn werde, cin neues Unterhaus zu überreden, daß es eine Adresse an den Köníg votire, worin Se. Maj-stäc um eine Ver- änderung des Minifterlums ersucht würden, oder auch nur, daß es die Resolutton votire, das Haus habe fein Vertrauen zu den Ministern. Wenn auch ein neues Unterhaus nicht im et- gentlichen Sinne des Worts cin Torp-Haus seyn dürfte, so wird es doch cin gemáßigtes Haus seyn und ungefähr aus denseiben Elementen bestehen, wie die jeztge Deputirten-Kammer, indem, so wie aus diescr Kammer, fat alle leidenschaftliihen Männer aus demselben ausgeinerzt seyn werden, So baut denn der Her- zog darauf, daß er durch keinen Staat? streich von Seiten des Unterhauses von selnem Posten verdrängt werdcn könne, und daß es der Majorität des neuen Hauscs niche cinfallen werde, dem Beispiel der Französischen 221 zu folgen. Sollte aber wüklich eine Adresse an den König votirt werden, worin Se. Maj. ers sucht würden, die Minister zu wechseln, so würde der s se nent Kdnigl. Herrn ohne Zweifel rathen, dieselbe, als einen Eingr: f in seine Prárogativen, nicht anzunehmen. Der Herzoz fürchtet sich also weder vor der Adresse, noch vorx irgend einem hastiaen Votum des neuen Unterhauses. Außerdem werden cine große Menge der neu gewählten Parlaments-Mitglieder, wenn auch nicht gerade miè dem Vorjaß, die Verwaltunz zu unterstüßen, so do auch niht mit der vorgefaßten Al sicht, thc gänzlich ihr Vertrauen zu verweigern, im Unte: hause erjcheinen. Diese Mitglieder würden fich zwar einer rúckwärts schreitenten Pelitik von Seiten des Herzogs widersetzen, si: würden aber andererseits auch gegen jede, der Königlichen Prärogrative Abbruch thuende Adresse oder Resolution stimmen. Und selbst die Annahme eîis ner solchen Adresse oder Resolution durch eine Majorität des Unterhauses würde das Kabinet nicht vecwirren oder zu seiner Ausidjung fóhren, dean der Herzog würde den Könige rathen, auf seine Prärogativen zu fußien, und dieser Entschluß allein würde sehr viele Mitglieder des Unterhauses ershüitern. Auf diese Weise würde der Herzog von Wellington im Siande syn, es clb mie einer ihm feindlichen Majorität aufzunchumen, bis die Zeit heran käme, mo das Budget - oder die Äktttel und Wege disfutirt werden müssen. Von der Erdssnung der Sefs-

Reformer erweist, das sle demselten „arofes Unrecht | sion und Votirunig der Adresse bis zur Crêrterung des Budgets

wird aber natúrlich eine geraume Zeit verîreiche#, und in die: fem Zwiieenramune werden ter Herzog und Sir Nobert Peel Gelegenheit haben, ihre Maßregeln in Betrcsf der Jriändi-

gewährenden Abhülfe einzubringen, Dev

den Häusern und if überzeugt, daf, wenn dieje Maßregeln crjt vorgelezt und genehmigte find, die Majorität bes neuen iin- cerhauscs auch der Regierung das Budget und alie Mittel und Wege nicht verweigern wird. Zivar wäre es möglich, daß die Minister bei einigen Regierungs- Maßregeln eine Nieberlage er: litten, aber dann werden fle dern Beispiel ihrer Vorgänger fol- gen und sich, wein auch hin und wieder eine Abstimmung ges gen sle ausfálit, deshals nickt zucückziehen. Die einzige Ge- fahr also, bie der Herzog zu besorgen hat, is das ersie Wotum des neuen Haus:s, wenn dasselbe eniweder die Entlassung dêr Mintster oeclanaen over der Kabinet (cin Bertrguen versagen joilte. Auf dirse Gefahr aber is der Herzog gefaßt; er wird thr zu begegnen wisscn und sle bei seinem gewshulichen Glück wol auch beslegen, Wenn jedo das Unterhaus eine Adresse oder einen Besczlaß votiren pollte, woburch Manzel an Ver- trauen ¿zu dem Ministerium cusgedrúidt müirde, so wird das Oberhazs ein entzezengesehtes Votum abaebcn, und der Herzeg wird wezen ciner seinen Katinet feéindl:chen Adresse des Unter- hauses nicht gleich seine Entlassung nezmen. ‘“

Dr nzue Controleur ves Königlichen Hauêhalts, Herr Certyv, is der Sohn des Ocangistisch gesinnten Lords Belmore ; der zum Vice: Kammerherrn ernannte Lord Castlereazh ein Neffe des ehemaligen Ministers Castlereagh.

D:r Stamford Mercury meldet, daß der Federviehhänd- ler Herr Clark zu Bosten in der Grafschast Lincoin in den leb ten beiden Wochen die Uungeheure Quanticät von 13,000 Srück Gäns:n und 2000 Stäck Kalkuttischen Hühnern zum Weihnachts- Ma: kt nach London gesandt hade.

D elgien,

Brüssel, 1. Jan. Sir Rebert Adair, Englischer Gisand* ter zu Brüssel, ist gestern von Paris hiec angekommen.

Ein Portugiesischer Gesandtschafts Secretair bei dem Lon- doner Hofe ist gestern auf seiner Reise von London nah Müän- hen hicr durchpassirt. s

Der gestrige Ball beim Könize ist ungemein glänzend gewesen; das diplomatische Corps, die Minister und die Mitzlieder des Se: nats waren im Kostüme, die Mitglieder der Repräsentanten- Kammer in schwarzen Kleidern ohne distinktive Zeichen ; die Damen - Toilette war sehr reich und geschmackvoll. Jhre Ma: jestäten erschienen um 8 Uhr und haben sih erst spät wieder entfernt. Der Ball hat bis 2 Uhr Morgens gedauert.

Brässel, 2. Jan. Der Moniteur Belge vom heuti- gen Tage enthält die Anreden an den König, welche am gestré- gen Meujahrstage von den Präsidenten der Repräsentanten- Kammer, des Cassations:, des Rechnungs-, des Ober-Militair- Gerichtshofes u. \. w. gehalten worden sind, so wie die Ant- worten, welche Se, Majestät darauf ertheilt haben. An der

S pi6e des diplomatischen Corps, welches ebenfalls seine Glück, dds che abstattete, bifand sich der Enalische Gesandte Sir Ros bect Adair. Der König hat namentiih der Repräsentanten Kammer auf ihre Anrede geantwortet, daß es ihn freue, der- Deputation mittheilen zu können, “ie die Besorgnisse, welche zu Ende des abzelaufezen Jahres nit ohne Grund sich verbreitet hätten, gegenwärtig als ganz besetrtigt angesehen werden F¿üärften, inden Se. Maj. nah den genauesten Erkundigungen die voll- fommenste Gewißheit in dieser Beziehung erhalten hâtten, so daß bestimnit anzunehmen wäre, daß der Europäische Friede von kei-e ner Seite bedroht sey.

Deutschland. : :

Hamburg, 6. Jan. Das hiesige große Kirchen-Kollegiun

u Stk. Petri hat gestern den Professor der Theologie, Dr. de; Wette in Basel, zum Hauptpastor an dieser Kirche erwähle.

Altona, 5. Jan. Ein fár die beiden Herzogthümer erlas sencs Plakat vom 94. Dezember v. J. verfügt, daß der dur das- Plakat vom 10. Dezember 1831 für Gußeisen: Waaren, besttmmte Einfuhr : Zoll von 3 Rbthlr. 12 Rbbl. à 100 ‘Pfand, annoch auf fernere: 3 Jahre, vom 1. Januar 1335 ahgerechnei,

en hell. i fortb f) Biaetitade feierte: am 1sen d. M. der General - Major von Leschly, Chef des Regiments „„Königin‘/, sein 60 jährige Dienft: Jabiläurn.

Frankfurt a. M, 2. J

Frankfurts, Herr Konsistoriai- Rath Anton Kirchner, ein Mana |

von ausgezeichneten Eigenschaften, is gestern im 55en Jahre

seincs Alters mit Tode abgegangen.

Frankfurt a. M., 3. Jan. Die Ergebnisse der Abres nung für den Ra Dezember waren für die Svekulanten aufs Steigen günsiig. Obschon die Liquidation beim Fay resschluß g

_wdhnlich die bedeutendste is, weil sich da viele Engage ments uny

rämicnhändel aufldsen, gingen dennoch diesmal sämmt1 ‘che Ausr Teichangen rasch i glücklich vorúber, und von keinem Eff: ct os ben Stucke übrig. Die zeitherigen Versendungen Oesterreichische und Folländischer Paplere nach cinigeu auswärtigen Märkten, ¿U der Zufluß an baaren Mitteln, gaben die nächste Veranlassung zu dem befriedigenden Stande unserer Bôrse. Durch den Ueberfluß an Comptanten fiel der Zinsfufi bei Prolongationen auf 4 pCt., bei Depsot auf 3 pCt. Unsere Kapitalisten, denen dieser niedrige Zin(- fuß nicht zusagt, haben am Liquidations - Tage neuerdings starke Posten - Effelten gegen baar ankaufen lassen, wodurch ein nerkliches Gesuch in Metalliques, Actien und Futegralen entfand. Die Schwankungen der Course während des Dezembers waren nichk be: | trächtlih. Die dproc. Metalliques hoben sich um 2 pCt, die prt, Me: alliques um 14 pCt., Acticn um 12 Fl. pr. Stü; Integrale sticgen um 1, pCt. Dagegen blieben die Spanischen Fonds Î yCt. im Nachtheil. Preußische Prämien- Scheine stiegen von 69 auf 60 ¿, Polnische voti 677 auf 68. Mit Beginn des neuen Jahres war wenig Leben im Fondshandel zu beobachten : die Umsähe blicben chr beschränkt. Man fand die : ( N Notirungen, welche von Wien und Amstecdam famtt, und in dem Mangel an Aufträgen von auswärts. Das Geschäst in den Spanischen Perpetuellen liegt ganz danieder: es zrigten sch für diese Fonds weder Geber noch Nehmer. Bon den Papieren, welche nicht im täglichen Börsen - Verkehr sind, waren die 2 zpru. Domiefifcal - Obligationen schr gesucht, und wurden bis 52 pCt. bi zahlt. Das Wechsel - Geschäft if nicht belebt: Amsterdam, Haüe burg und London waren am meisten begehrt. Paris, Augsburg und Berlin waren cher ausgeboten. Diskom49-Papier wurde zu 3x pCt. angebracht.

.Desterrei eh.

Agram, 27. Dez. Am 38fen d. M. 1rd der Bischis

von Agram, Alexander von Alagowich, sein „„go!denes8 Meßopyfer" abha!cen; es werden nämli) an diesem Tage funfzig Jahr, daÿ der genannte hohe Prálat die priesteclihe Weide empfangen, Als ein seltenes Ereigniß is es wohl zu bezeichnen, daß au der vorige Bischof von Agram hier sein goldtnes Jubiläum ge ciert hat. / Zu Zara in Dalmatien |arh am 7. d. M. der in der gu lehrten Welt, namentlich wegen seiner ausgezeichneten Latinität, bekannte Schriftitellcer Appendini, Priester aus dem Ordsn dit frommen Schulen.

Spanien,

Englische Blätter enthalten folgeide Privat-Mittheilun gen aus Madrid bis zum 20. Dezember: „Die Sitzung dit Prokuradoren: Kammer vom 12ten wurde mit nußlosen Diskus sionen ausgefüllt. Der Prásident und die vier Secretaire hélden nämlich ein Bureau (la mesa), welches auch die Kommissionet zu ernennen hat. Le6tere waren nun der Meinung, daß, auft} den Kommissionen zur Prüfung der einzelnen Abtheilungen des Budgets, auch noch eine Kommission ernannt werden müsse, dit úber das Ganze einen Bericht abstatte; der Präsident dagegil hielt dies für unndihig und verlanate, daß die Diskusfion eint Abtheilung, nämlich der Civil-Liste, Fo L L selle. Nd eincr langen Debatte nahm endlich die Diskussion der leßteren thr

Deputirten waren auf Seiten der Secretaire, und Erstere n E mentlich wollten durch weitere Hinausschiebung der Diséussio! den Minister nöthigen, einen P'an hinfichtlich der inneren Schuld vorzulegen. Doch hatten sle dabei durchaus nicht die Absid/ die Regierung ohne Geld lassen zu wollen, vielmehr ertlárte F eines der heftigsten Oppositions - Veitglieder sh bereit, der R gierung, zur Bestreitung der nothwendigen Ausgaben, eint Supplementar-Kredit bewilligen zu wollen. Der neue Kriegs" Minister, Liauder, hat in der Proceres-Kammer den Eid geleisis und darauf seinen Sitz daselbst eingenomnien. Bei einer kussion úber die Vermehrung der Armee empfing er einen {s fen Verweis von dem General-Major Marquis von Aspe[l einem Procer, und der neue Minister war sehr verlegen. Kutj darauf begab er si in die Kammer der Prokuradoren. / der Sigung der Prokuradoren vom 17. bemerkte der Graf de ld Navas, bei Gelegenheit einer Debatte über eine Bewilligung vil 98 Millionen Realen, er- wolle cin Dokument vorlegen , worall hervorgehe, daß Joseph Buonaparte während seiner Regier weit wenizer gebraucht habe, ais die jeßige Regierung. Dit Acußerung veranlaßte eine beredte heftige Erwiederung von Sl ten des Ministers Martinez de la Rosa, wobei er sich eini) beleidigender Worte bediente, die jedoch nicht genau verstandel wurden. Man behauptet indeß, daß er gesagt habe, wer irgeV Gefüßl für Schaam oder Vaterlandéliebe befke , werde derglt chen Dokumente nicht vorlegen. So wie diese Worte gesprode waren, gerieth das ganze Wte in Aufruhr, der Ruf „zur O00 nung‘/ ertônte von allen Seiten, und es herrschte eint vdllis i Verwirrung. Die Ruhe wurde jedoch endlich wiederherge und die Bewilligung der 28 Millionen mit 78 gegen 43 SktW men angenommen. Der Graf de las Navas ließ wegen der geführten O dem Minister, ungeachtet derselbe erflärtt daß ex Nicmand persdnlich gemeint habe, die Wahl, ob er dffentl

an. Der Verfasser der Geschicht N

Ursache der Stockung in den un-|

} Die Regierun Anfang. Viele Oppositions-Mitglieder und mehrere ministeridlt

widerrufen oder ihm Genugthuung geben wolle. Herr Arguel- se, welcher zum Schieds - Richter in dieser Scidälchenbelt er- rannt ift, giebt sich alle Mühe, den Streit zu {lichten, und

¿ute (20sten ) erfahre ih, daß die Sache im Guten beigelegt it, Die Königin erschien unerwartet am Sonnabend in der per, kehrte daro"f nah dem Pardo zurück und kam am fol- Lenden Morger, ngch Madrid, um hier zu bleiben. Der Jn- (ant Don Brancisco de Paula und seine Gemahlin sind nach dem Escv.cial abgegangen. Die Spannung zwischen beiden Schwestern droht in offene Feindschaft überzugehen. Die Kd- \nigin yat dem Infanten Don Francisco und seiner Gemahlin das Privilegium, ihre Wagen von einer Leibwache begleiten zu losen, genommen, eine Ehre, die nah der Hof - Etiquette dem Z;fanten gebührt, und als dieser deshalb eine Audienz bei Jh- jer Majestät verlangte, erhielt er zur Antwort 7 er könne nicht porgelassen werden, sondern solle sein Gesuch schriftlich vorbrin- Ü gen. Die Geröchte von einer unter dem Namen der Jsabelinas Dhestehenden geheimen Gesellschaft, welche den Jnfanten Don Fran- cióco zum Regenten erheben will, sind, wenn auch nicht ganz unge- gründet, doch jedenfalls sehr übertrieben. Eine andere Jntrigue geht damit um, das gegenwärtige Ministerium zu stürzen und den General Llauder an die Spihe eines neuen zu stellen. Der Schlag ist vornehmlich gegen Martinez de la Rosa und Toreno gerichtet, Die liberale Opposition nimmt natürlich an derglei- en Umtrieben nicht Theil. Eine Verwaltung, die weniger li: heral ist, als die jeßige, kann sh niht eine Woche vor der Hrofuradoren- Kammer halten, und auch von Seiten der Pro- “eeres wäre die Unterstüßung zweifelhaft und jedenfalls ohne Gewicht. Das Wetter ist unerträglich kalt und es herrschen laligemein Krankheiten. Der Graf von Almedovar, Präsident der Prokuradoren : Kammer, is ernstlih krank, und bei seiner Anwesenheit in der Kammer wäte der Streit zwischen Marti- ez de la Rosa und dem Srafen de las Navas gewiß nicht so veit gediehen. Außer Llauder, der als Premier-Minister das riegs- Departement beibehalten soll, nennt man je6t auch noch Torremija für das Ministerium des Jnnern, und den Banquier Remisa, einen Verwandten des Kriegs - Ministers, für das Fi anz-Ministerium. Jch glaube jedoch von dem Allen nichts. Die Siege Mina's in Navarra sind insofern wichtig, als sle der Armee neuen Muth einfldßen.‘/ (Die Sigungen der Pro- uradoren:Kammer vom 18. und 19. Dezember, so wie die An-

ahme der Civilliste, sind {on in Nr. 3 der Staats-Zeitung nitgetlzeilt. )

Dée Times giebt ein Privat-Schreiben aus Madrid vorn 20. Dezémber, worin es unter anderm heißt: „Am 18ten Vormittags wurde das Gesez für die Ausschließung des Don Carlos und seiner Nahkommen vom Spanischen Thron in Ge- genwart der Garnison, der Stadt-Miliz und einer großen Volks- enge von dem Balkon des Rathhauses und an einigen der be: ebtesten Orte putlizirt, Die an demselben Tage eingegangenen

achrichten von den erfochtenen Siegen sldßten den Karlisten großen Schrecken ein, und mehrere begaben sich aufs Land, weil sie Beleidigungen von Seiten des Pöbels fürchteten ; ts ereignete sich jedoch nichts. Estefani, welcher der Verschwörung gegen die Königin angeklagt war, ist zu zehnjährigem Gefängniß verurtheilt. Diese Sentenz hat jedo die heftigen Liberalen nicht befriedigt, indem sle sagen, er sey ein reicher Mann, und da in Spanien das Geld nicht ge- hangen werde, so müsse man dies mit den Besigzern desselben

F hun, auch sind sie der Meinung, daß er baid wieder aus dem 5 Gefängnisse entkommen werde. Die gegenwärtige Regierung be-

folgt ein versdhnendes System, sie sucht so viel als möglich Hin- tihtungen zu vermeiden, vorzüglich wegen politischer Beigehen, Man spricht fortwährend von einer hauptsächlih unter den Geistlichen bestehenden Verschwörung, und es haben si in ver- schiedenen Gegenden Beweise davon gefunden. Ein Geistlicher, welcher vor einigen Tagen Über die Gränze nach Portitaal ‘zu entwischen suchte, wurde ergriffen und bekannte, um sein Leben zu retten, daß in der Hauptstadt einer jeden Provinz eine Kar- listische Junta bestehe. Er gab genauere Nachrichten und be- wies durch Vorlegung von Papieren, daß diese geheime Besell- chaft úber ganz Spanten verbreitet scy. Aus den von ihn ge- gebenen Aufscchiüssen ergiebt sich Folgendes: 1) Der Ziveck die- ser Verbindung is, die Religion, die Bourbonische D} acstie

und die Legitimität zu untersiüsenz 2) der Mittelpunkt dieser |

Gesellschaft befindet fich in Madrid; 3) ihr Protektor is der König Karl V.; 4) in jeder Provinz befindet sih ein älteres Mitglied, um die Neuangeworbenen zu vereidigen und die Zwecke der Gesellschaft zu befördern; 5) dieses Mitglied, wel-

| ches allein alle übrigen kennt, hat das Recht, diejenigen, wel-

he sich eines Vergehens schuldig machen, zu strafen und selbst das Todes - Urtheil über sie auszusprecßen; 6) um Verdacht zu vermeiden, werden keine Versammlungen ge- halten; 7) jedes Mitglied is verpflichtet, seinen ganzen Einfluÿ anzuwenden, diejenigen Personen, welche der Ge- sellschafe von Nutzen seyn könntea, im Amt zu erhalten. : joll {hon das ganze Jahr hindurch von dieser Fhindung Kenntniß gehabt haben, ailein die Schwierigkeit, die verdächtigen Jundividuen zu überführen, hat die Anwendung aewaltsamer Maßregeln verhindert. Mehrere {reiben das Er-

| scheinen der zahlreihen Räuberbanden der Wirksamkeit dieser

Gesellschaft zu. Man erwartet, daß die von Herren Ardouin fontrahirte Anleihe in kurzem vor die Kammer gebracht werden witd, um die Neugier des Publikums zu befriedigen, da noch kein offizieller Artikel in dieser Beztehung in der Hof- Zeitung erschienen ist, Es sollen in diesem Monat hon mehrere Sum- men gezahlt worden seyn , namentilich 11 Millionen Realen in

adrid und 6 Millionen an Mina. Man spricht von der nahe bevorstehenden Abreise des Hrn. Ardouin nah Paris, da nunmehr alles in Betreff der Anleihe abgemacht ist, Jn Hinsicht der inneren Schuld sieht man auch baldigen Maßregeln des Finanz- Ministers entgegen. Bis das Budget beide Kammern passirt seyn und die Königliche Bestätigung erhalten haben wird, hat die Kammer der Prokuradoren vorläufig ein Gesez angenommen, welches die_ Regierung autorisirt, die Abgaben nach der alten Weise zu erheben. Die Regierung hat Anordnungen getrof- én, Um Ungeachtet der bestehenden Censur die Herausgabe von

chern 2c. zu erleichtern. An sämmtliche Gouverneure der Provinzen is der Befehl ergangen, in jeder Hauptstadt drei lalentvolle Männer, von denen wenigstens einer ein Geistlicher seyn muß, zu Censoren zu wählen. Sie erhalten keine Besol- dung, aber die Versicherung, daß ihre Dienste später berücksich: tigt werden sollen. Die Post aus Saragossa bringt die Nach- tiht, daß der Insurgenten - Chef Carnicer so lebhaft verfolgt Werde, daß ein Soldat ihn \{chon am Ro ergriff, allein sämmt- liche Jnsurgenten , 15 an der Zahl, waren zu Pferde und ent- lamen. Ein Oberst Anon wurde tödtlich verwundet und gerieth lit drei anderen Jusurgenten ina Gefangenschast. Lestere wur- den sogleich erschossen, Vièle Prokuradoren waren in der vori-

. [itishen Gegnern steht, seinen Zweck erreichte. Man

31 gen Nacht bei dem Leichenbegängnisse des verstorbenen Jose Maria de Trueba y Cosio, eines Bruders des Prokuradors, zugegen.‘

P ortugal.

Die Times enthált nachstehendes Schreiben aus Lissa- bon vom 20. Dezember: „Die Deputirten-Kammer beschäftigte s{ch in der lezten Woche unter Auderem auch mit der Abschaf- fung der Zehnten, und es wurden bei dieser Gelegenheit schr heftige Bemerkungen gemacht über den Nachtheil, welcher den öffentlichen Einkünften durch die Fortdauer des Tabacks - Mono- pols erwahse. Die Regierung is in dieser Beziehung jedoch außer Schuld. Der Graf Farrobo, früher Baron Quintella, unterstüßte die Regierung der Königin in Porto mit 18,000 Pfund, die größtentheils zur Bezahlung der Flotte unter dem

dmiral Sartorius verwendet wurden. Er erhielt fr diesen Dienst auf medrere Jahre das Tabacks - Monopol, das er indeß gegen einen jährlichen Gewinn von 16,000 Pfd. Anderen über- ließ. Er hat also das von ihm vorgeschossene Kapital nebst Zinsen schon längst aus dem dffentlichen Schaße zurückerhalten und seine patriotische Uneigennütigkeit erscheint hierdurch nicht in dem besten Lichte. Ein Geses zur Versorgung der Wittwen und Waisen der Gebliebenen wurde fast einstimmig angenommen. : Außer mehreren Gesezen von bloß lofalem Jnteresse wurde noch die Abschaffung der Juizes ordinarios (Volks-Richter) und die Einsezung von 130 geseßlichen Richtern, so wie die Zulaf- sung aller Waaren in Funchal auf Madeira, sie mögen daselbst verbraucht oder wieder ausgeführt werden, beschlossen. Es sind nun einige Tage, bis zur Wieder - Versammlung der Cor- tes, Ferien; aber der Geist der Opposition is, allem An- schein nach, so heftig wie jemals, obgleich Viele glauben, daß einige von den Führern dieser A sich mit der Regie- rung versdhnen wollen. Jch bin überzeugt, daß die Herren Silva Carvalho und Freire Alles anwenden werden, um dies zu bewirken, und es sollte mi nicht überraschen, wenn Ersterer, bei der großen Achtung, worin er bei Allen, selbst bei seinen 40 at be- merkt, daß Saldanha's Krankheit mit dem Schließen A mern vershwunden ift; er befindet sich sehr wohl und erscheint überall. Der Nacional enthält eine Liste von 49 De- putirten, die unter verschiedenen Vorwänden von der Re- gierung Geld erhalten und die daher für dieselbe stim- men, wodurch L in einer Kammer, die nicht mehr als 95, und gewöhnlih nur 88 Mitglieder zählt, sich immer eine Majorität sichert. Diese Angabe ist indeß nicht ganz rich- tig, wenn sie Überhaupt wahr ist, denn bei mehreren Gelegen- heiten haben vier bis fünf von den genannten Mitgliedern gegen die Regierung gestimmt. Es is der Regierung gelungen, die Entschädigungs - Frage bis zur nächsten Zusammenkunft der Cor- tes hinauszuscheben; dann wird es aber auch um so nöthiger seyn, sie sogleich zu erledigen, weil die dabei Betheiligten {on ungeduldig werden und laut die Erfüllung der Versprehungen verlangen. Wird Silva Carvalho's Plan, cinen Theil der Ent- shädigungen mit National- und Kirchengütern zu bezahlen, an- genommen, so wird die Erledigung dieser hdch|ck wichti- gen Angelegenheit um vieles erleichtert. Die unter dem Namen Caza de Braganza bekannten Güter sind durch ein Dekret der Königin, auf ausdrckliches Verlangen der Kai- serin, dem offentlichen Schaß Überwiesen. Alle Brasilianer, welhe im Dientte Dom Pedro’'s standen, als: der Marquis von e Gomez da Silva, der Leibarzt Tavarez, Almeida, der Erzbischof von Lacedätnon, alle Adjutanten Dom Pedro's, haben, mit Ausnahme des älteren Almeida, des Kammerherrn der Kaiserin, auf Verlangen der Königin den Palast Necessida- des verlassen. Dies Verfahren wird von dem Volke sehr gebil- ligt, doch sind einige Personen der Meinung, daß die Königin aus Achtung gegen ihren Vater noch einige Zeit mit Ausführung dieser Maßregeln hätte warten sollen. Uebri- gens glaubt man, daß das Ganze auf Anrathen der ver- wittweten Marquisin von Ficalho geschehen sey. Marschall Beresford soll an den Kriegs-Minister geschrieben, und die Aus- zahlung einer rückständigen Summe, verlangt haben. Jch habe weder das Schreiben noch die Antwort gesehen und kann daher die Richtigkeit der ganzen Erzählung nicht verbürgen. Wie ich hôdre, hat die große Summe, welche der Königin bewilligt worden isi, große Unzufriedenheit im Lande erregt. Der Marquis von Niza, ein Neffe des Herzogs von Palmella, hat sich geweigert, fich mit der Herzogin von Goyases, einer natür- lichen Tochter Dom Pedro’s, zu vermählen und steht im Begriff, sich- mit der zweiten Tochter des Grafen da Ponte, welche sich jezt in Paris aufhäit, zu verbinden. Die Pairs haben eine Deputation an die Königin gesandt, um für das ihnen beigelegte Prädikat Excellenz ihren Dank abzustatten.“

Griechenland.

Eine Bekanntmachung vom Minisker des Junern, Joh. Koletti, meldet, daß die Königl. Regierung, um die Ueberfede- lung der Samter zu erleichtern, ihnen alle öffentlichen Gebäude in Chalkis úberlassen habe, und unter ihuen die ebenfalls öffentlichen Acker in der Nähe der Stadt vertheilen werde, im Betrage von 50,000 Stremmen. Ein Geometer sey abgeschickt worden, das Kataster der Gegend herzustellen. Die Diatriben der Journale gegen den Präsidenten des Minister-Rathes (Koletti) werden im Sotir als cpnische, einfältige, besoldete Angriffe, die keiner Widerlegung verdienen, bezeichnet, gerichtet gegen ei nen Mann, dessen Patriotismus und Verdienst allgemein aner- kannt sey, und der durch den Haß der Schlechten nur noch mehr geehrt werde. „Die Kommission“/ sagt die genannte Zei- tung, „welche beauftragt war, im westlihen Griechenland die Natur der Klagen gegen die Finanz-Verwaltung zu untersuchen, hat, wie wir hôren, dort noch andere und schwere Beschuldigun- gen an das Licht gezogen, als welche wir bezeichnet hatten.“ Eine Klage, in welcher der Finanz-Minister des Mißbrauches der Amts-Gewalt beschuldigt wird, ist beim Tribunal von Nau- plia eingegeben worden. .Die Verdienste mehrerer Beamten um die Zufréiedenstellung der Maina werden angeführt, der Hrn. Praides, Monasteriotis und Baltínos; hiernächst unter mehreren andern Griechen und Bayern in ganz besonderer Ausführlichkeit das Lob des Major Feder, „welhèr zuerst in den Angele- genheiten der Maina abgeordnet wurde, und dort mehr ge- than hat, als alle Uebrigen. Er durchreiste allein die ganze Maiïna, zwei- und dreimal, brachte die Thúrme des Landes jn Ordnung, und leitete den Vollzug der Königlichen Verordnun- gen u. st. w.‘/ „Die Natur, scheint es, beeiferte sh, diesen aus- gezeichneten jungen Mann mit allen guten und glänzenden Eigen- schaften zu shmücken, die Vertrauen und Neigung erwerben. Er ijt tapfer und selbst ein kühner Soldat, ein scharfsichtiger und kluger Anführer u. s. w./ Jn einem Artikel über die Palifkaren heißt es: „„¿Der Palikare ist das echteste Original des militairischen Geistes in Griechenland. Er is Künstler in seiner Art, in seiner Person. Keiner hat, wie er, diese shône und origi-

e

nale Haltung, Wendung, Sitte, mit mehr Unerschrofenheit im Auf- treten, mit mehr Feinheit und Jronie im Blicke. Erist Krieger, von Natur brav, abgehärtet und mäßig bis zum Unglaublichen, gut, enthusiastish, ergeben, und in dem allgemeinen Verderbniß hat er allein Züge der großen Gestalten seiner Vorfahren erhaiten.‘ Dasselbe Blatt sagt über Colonisation: „Griechenland er- wartet von ihr seine materielle Wiedergeburt. Vor Allen die Einwohner des Landes ansiedeln, nächst ihnen die Flöcht- línge aus Kreta, Samos, Thessalien, daun ers Fremde be- rufen nah dem Beispiele anderer Staaten, mit dem Blicke auf den Segen und das Wachsthum, welches vorzüglich Deutsche Kolonisten in dio Wälder von Amerika und die Step- pen von Rußland gebracht haben, das sey Plan der Regie- rung.“ Die Anwendung des Militairs zu öffentlichen Arboi- ten wird gewünscht Schon scy mit 2 Compagnieen vor den Thoren oon Nauplia ein guter Anfang gemacht. Nicht entwaff- nen könne und dürfe man jet, wo die inneren Feinde bereit wären, wieder zu dem Schwerdt zu greifen, um ihre alten Pläne - durhzuseben, und nur durch die Furcht im Zaume gehalten wür- den, wohl aber nüslich gemacht kônne Alles werden, was man als bewaffnete Macht halten müsse.

(Ode O R O O P O T A O P L L CROETDS E E E ETOR E A A E R S R S S E R Kerr

Kunst - Nachrichten.

Berlin. Jn der Versammlung des wissenschaftlichen Kunsk- Vereins am Zten d. M. legte Hr. Eichens der Gesellschaft dis von ihm so eben vollendete Zeihnung nach Raphaels Andbe- tung der heil. drei Könige, felder im Besize der Familis Ancajani in Spoleto, jet eines der shäbbarsten Kleinode des Königl. Museums, vor. Bekanntlich befindet sch dieses Ge- mälde in einem sehr zerstörten Zustande, indem die grüne und blaue Farbe der Gewänder fast spurlos verschwunden iff. Wun- derbarer Weise haben sich die Fleishtdne der Köpfe sehr gut ers halten, und da sich zur Bestimmung des Faltenwurfs die ur- sprängliche Zeichnung mehrentheils erhalten hat, so war es Hrn. Eichens möglich, das Ganze in seiner Zeichnung wiederherzu- stellen. Allerdings bedurfte es zu dieser Arbeit eines schr geüb- ten Künstlers, welcher sich so ganz in den Geist Raphasis hin- einzudenken vermochte, um das Fehlende zu erzeugen, und mit gibagter glücklicher Erfindung die Linien eines Sanzio tveiter ortzuführen und auszufüllen. Dies ist Hrn. Eichens vollkom- men gelungen, und da er nun daran geht. das Blatt in Kupfer zu stehen, so können wir die Kunstsreunde zum Voraus auf eine shône Bereicherung ihrer Sammlungen A machen.

Meteorologische Beobachtung.

| Morgens | Nachmitt. | Abends | Nach einmaliger 6 lhr. 2 hr. 10 hr. Beobachtung.

l Ad . (344,3 0” Par SM4 2 s “Par. 343,1 4 Par sQuellwärme 7,6 ® L. uftwärme \— 2,0 ® R.\4++ 0,6 R.|— 2,6? R}. E A Thaupunkt |— 4,5 ® R.\— 3,7 °R.|— 3,9 °N Flufwärme 0,° ® M. Dunfisättg.| 82 pCt. 69 pEt. 89 pCt. [Bodenwärme 2, 9 ® Y. Wetter .….| heiter. heiter. heiter. uédänfi. 0,0 1” Hit,

NW. NW. Wolkenzug | icdsrfchlæz 6,

1835. 6. Januar.

NW. m

Auswärtige Börsen. St. Petersburg, 30. Dezember,

Lond. 10{. Mamburg 918. Paris 11114. Silber-Rub. 833582.

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 8. Jan. Jm Schauspielhause: Zum crfen- male wtederholt: Franz Walter, Charakter-Gemälde in 4 Abw., von Bauernfeld, Hierauf: Zum erstenmale wiederholt: Jugend muß austoben, Lusispiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely.

Freitag, 9. Jan. Jm Opernhause: Die Hochzeit des Fi garo, Oper in 2 Abth. , mit Tanz. Musik oon Nèozart.

Jm Schauspieit ause: 1) ketily, vaudeville en 1 acie. 2) Camilla, vaudeville en 1 acte, par Scribe. 3) Les freres ferocis, grand melodrame en 1 acte. par Carmouche,

Königstädtisches Theater.

Donnerstag, 8. Jan. Zum erstenmale wiederho{t: Sappho, Trauerspiel in 5 Akten, von Grillparzer. (Mad. Crelinger, K, O Sappho; Dle, Bertha Stich: Eucharis; Dise,

lara Stich: Melitta, als le6te Gastrollen.)

Meueste Nachrihten.

Paris, 1. Januar. Das Bureau der Deputirten: Kam- mer hatte vorgestern Abend die Ehre, dem Könige den von die: ser Kammer angenommenen Geseß - Entwurf über das Avanse: a der Zöglinge aus der Militair - Schule zu St. Cyr vorzu- egen.

Die allgemeine Debatte über den Gesetz - Entwurf wegen des Baues eines neuen Gerichts - Saales für den Pairshof, ist auch in der gestrigen Sißung der Deputirten-Kammer noch nicht geschlossen worden. err Berryer, der nach dein Gene ral Bugeaud die Rednerbühne bestieg, hielt einen sehr interes- santen Vortrag wider den Geses- Entwurf. Er schioß deusel- ben mit folgenden Worten: „Wenn man sich zum Nichter über eine politische Meinung aufwerfen will, so solite man wohl be- denken, daß eine exaltirte Anficht, wie man sich auszudrücken pflegt, niemals eine vorübergehende ist; daß sie vielmehr aus einer gewiss sen Ueberlegung, aus den im Lande mehr oder weniger verbreiteten Begriffen hervorgeht. VersezenSie sich einmal in die Zeit von 1830. Erinnern Sie sich an die geheimen Gesellschaften, die damals gebildet wurden, an die Männer, mit denen die Jugend sich umgab. Wie nun, wenn sich unter denen, die man je6t zu Richtern der Theilnehmer an den lehten Unrußen bestellte, ir- ged Einer befände, dem ein Republikaner ins Gesicht sagte: /7 ¿Auf demselben Dolche, wie Zhr, habe i ch dem Königthum ewigen Haß geschworen !//// (Sensation.) Sie werden fühlen, m. H., wie ernst eine solche Frage wäre. Jch begreife sehr wohl, daß, wenn man, nahdem man in den Rethen der Oppo- fition gefochten und die Einbildungsfkraft der Jugend entflamme hat, sh am Staats - Ruder befindet, 2 begreife wohl, sage i, daß man alsdann gern jenem Strome Stillfiand gebieten möchte, dem man alle Schleusen geöffnet hat. Jch begreife wohl, daß Ihr Minister Euch nah Kräften abmüht, die moralischen Hins dernisse, die sch Euch von allen Seiten entgegenstellen, zu besiegen, so daß Jhr sogar auf fremdem Boden den Professor sucht, der dem Lande das constitutionnelle Recht lehren soll. Dies