1835 / 73 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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wenn man tänftighin bei den Abstimmungen die muthmaßliche Minorität nicht mehr aus dem Saale abtreten ließe, da Pla6 genug vorhanden scy, um beide Parteien auf zwei Seiten von einander zu sondern, während der jezige Gebrauch nur Unbe- quealichfeit und Verwirrung mit slch fühke, Herr Warbur- ton sprach sih gegen diesen Vorschlag aus, der, wie er behaup- rete, die Schwierigkeit, eine authentishe Liste von den Namen der für und gegen einen Antrag stimmenden Mitglieder anzufer- tigen, nur noch vermehren würde. Herr Littleton stimmte dem vorigen Redner bei und fragte, wie es möglich seyn wúrde, wenn die Versammlung aus 620 Mitgliedern Und die Minori- tât etwa einmal nur aus 20 bestände, die Majorität auf die eine Seite des Hauses treten Zu lassen. WhHallkley bemerkte dagegen, daß derselbe Fall ja auch in den Auêscchzüssen eintreten könnte, wo doch keine der beiden Parteien sich bei der Abstimmung aus dem Saal entferne; übri- gens ab:r könnte in solhem Falle der Sprecher ja dic Majori- tát in eine oder in beide Galiericen hinaufgehßen heifen. Sir G. Clérk sagte, das würde die Verpirrung- nur noch größer machen; dey j\Gige Gebrauch habe Zeit-Erxsparnmiß zum Zwe, in- vet dis Entscheidung, welche Partei das Haus verlassen \oLe, in 0e Hände des Sprechers gelegt. sey; freilih,- fügte er Hinzu, VUrde es aber diesmal fr den Sprecher shwieriger, als jemals lea, die jedeémalige Minorität im voraus zu ermitteln, da in vléser Session auf beiden Seiten des Hauses falt gieich viel Mitglieder fäëen. Es wurde hicräuf der von Herrn Ward hes

attragte. Aus]chuß ernannt.

London, 6, März. Der Herzog pon Sussex befindet sich | “s v i -, s A - zivar jet ziemlich wohl, sein Gesicht 1 aber noch immer sehr |

iGwach.

Der Morning Herald twiderspri Blätter, als habe Ver SChOUGON von. Canterbury dieser Parla- menté- Session noch nit ‘eigeivohnt; Se. Gnaden sey vieimehr glo.ch atn ersien Tage auf. jeinein Posten im Oberhause gewe- sen; rben so widerlegt dieses Blatt das Gerücht von dem bald zu erwartenden Ende des Bischoss von. Norwich und versichert, daß dieser Yrälat, so hochbejahrt er auch sey, sich doch noch der trefflichen Gesundheit exfreuè. ; i

Die Wähler des Kirchspiels St. Pancratius, welches zu Marylebone gehört; Haben. atstern eine General-Versammlung gehalten Und in Betreff der Subsidien-Bewilligungen im Unter- hause ein Schreiben an die. Repräsentanten von Marplebone, Sir S. Whallep und H. L. Bulweèr , gerichtet, worin sie diesen anempfehlen, bei jeder Gelegenheit im Subsidien-Aus\{chuß in Gemäßheit folgendes von der Versammiung gefaßten Beschlusses zu stimmen: „Wir haben mit großem Erstaunen gesehen, daß vas Unterhaus sih in-einen Subßdien-Aus\{huß verwandelt hat, oßne vorher einige auf Abstellung der: Beschwerden, unter dencn das Land seufzt, gerichtete Maßregeln von dem Ministerium acfordert zu haben: und- da es sich. bei der lezten Wahl für Marylebone ergeben hat, daß die Wähler dieset Ortschaft auf die Faction, aus welhèr damals das Ministerium bestand und noch jest besteht, tein Vertrauen seßen, so sollen Sir S. Whalley und H. L. Bulwer aufgefordert werden, bei jeder Geldfrage im Hause auf eine Abstimmung anzutragen, bis wejentliche Reform- und Ersparuiß- Maßregeln angenomtnen seyn werden.“

Herr J. W. Scoit, Parlaments- Mitglied von Nord- Hampshire, welches zwei Reformer zu seinen Repräsentanten ge- wählt hat, rechtfertigte h am Sonnabend zu Alton vor seinen Konstituenten wegen seines Degen gegen das Amendement zu dcr Ädresse, Er erklärte, daß es ihm schon sehr leid thue, bei der Sprecher - Wahl für Hertn Abercromby gestimmt zu haben, weil er die jezige Verwaltung für stärker halte, als irgend eine andece, die aus den übrigen ggtheilten Parteien gebildet werden könnte, und sagte, daß er sich zu der Dolicit der Stanleyschen Partei belenne. Als darauf ein Wähler hervortrat und den Redner fragte, ob er in dem Fall, daß man ihn aufforderte, |ci- nen Parlaments wegen seiner Ansichten aufzugeben, darein wil- lizen würde, antwortete Herr Scott, er würde dies thun, wenn cine solche Ausforderung von derx Majorität seiner Wähler un- rerzcihnet wäre, für jeßt aber glaube er, daß er die Majorität derselben reprásentire.

Die Ostindische Compagnie hat am Dicnstage mit iß,rem vierteljährlichen Thee: Verkauf begonnen ; es sind diesmal 6 Mil lionen Pfund Thee: von’ verschiedenen Sorten zum Verkauf be- immt; die Preise sind 3 dis 4 Pence hdher für das Pfund, als das leßtè Mal. i

Der Spectator sagt: „Es heißt abermals, daß das Bri- tische Ministeriuua Vor|chläge zur Ausgleichung der Streitigkci- ten ‘zwischen Don Carlos und seiner Nichte in Spanien ge: macht habe, daß aber die Spanischen Liberalen das Anerbieten verworfen hätten. Eine gewisse Nachricht scheint jedoch darúber noa) nicht vorhanden zu seyn.‘/

Das Paketboot „Spey“‘, welches in 23 Tagen von den Lee- watbe- Inseln hier angekommen ist (es verließ St. Thomas am 6. Februar), hat schr erfreuliche Nachrichten von diesen Jn: sesn mitgebracht; es herrschte überall Ruhe, und die Neger zeig-

t der Angabe anderer

ten sich geneigt, ihre Arbeiten nah dem neuen Spstem in allem |

Ernt zu beginnen; besonders guf Antiguag waren sie äußerst be:

reitwillig, und de zum Unterricht für die jungen Neger ein- |

gerichteten Schulen hatten, die beste Aufnahme gefunden. Man hoffte, daß dieses gute Beispiel auc von den anderen Jnseln bald befolgt werden würde. Die geseßgebende Versammlung von UAntiaua war am 8. Januar zusammengekommen. Der Bericht der Kommission, welche mit der Erwägung der Depeschen tes Staats-Secretairs für die Kolonieen, die Aufmunterung des Auswanderuns von Europäern nach dieser Insel betressend, beauftragt worden war, empfahl die Annahme dieses Vorjschla- ges nur untér Einschränkungen, indem. bloß die Auswanderung solcher Personen begünstigt werden sollte, die ciniges. Vermögen, einen guten Charakter und Fähtgkeiten besäßen, die den Einge: borenen zur Belehrung Und Unterstägung dienen könnten. Jn demselben Bericht wurde den arbeiteuden Klassen der Jnsel das Zeugniß gegeben, vaß sié sth im Allgemeinen mäßig und ordent- lich aufführten. Der Schaßmelster erklärte sich gegen die Be- günstigung des Einwanderns, indem er meinte, dgs neue Arbeits- System fange unter den Negern an, trefflih zu wirken, und es sey nicht mehr zu“ befürhtea, daß man nicht genug willige Arbeiter finden dürfte; man solle es daher den Einzelnen Überlassen, wenn sie auf ihre Privat - Rechnung Europäer wollten herschaffen lassen, aber die Sache nicht zu ei: net öffentlichen Maßregel machen. Die“ darauf. bezügliche Bill würde auf die Tafel des Hauses niedergelegt, Man weiß noch nicht gewiß, weiches fernere Schicksal diese Maßregel gehabt hat, aßer als in einer späteren Sißung Dr, Coull auf die Ernen- nung einer Kommission antrug, um mit den Agenten in Eng- lan&úber die’ Sache zu fkorrespondirén, erhob sich eine Debatte, dérén Tot dein Plan èntschieden feindlich zu sepn schien, indem man meinte, die Maßregel wärde füt die ‘arbeitenden Klassen der

Sir S.

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Insel von dem größten Nachtheil seyn Und sie der Gefahr aus- seßen, mit dem Auswurf der Englischen Gefängnisse und Kirch- spiele in Gemeinschaft zu gerathen. Der Antrag des Dr, Coull wurde auch verworfen.

Aus Caraccas sind Zeitungen vom 15. Januar hier eingegangen, welche Nachrichten aus Mavacaibo bis zum 23. Dezember enthalten, denen zufolge die Ordnung dort durch den General Urdaneta wiederhergestellt war, der an der Spise der Truppen seinen Einzug in diese Stadt gehalten hatte. Zu -Cu- mana war ein Streit über die Gese&lichkeit der- lezten Wahlen zu der Provinzial - Versammiung entstanden. Der Gouverneur der Provinz hatte nämlich wegen der gegen die Wahlen erhobe- nen Einwendungen sih geweigert, die Versammlung anzuerken- nen, und es wurde dethalb vor dem Ober-Gerichtshof von Oriente ein Prozeß gegen ihn eingeleitet, in Folge dessen er von- seinem Amte suspendirt (s. Diese Angelegenheit hatte große Aufregung in jener Gegend veranlaßt, in den üdri- gen Theilen der Republik Venezuela soll aber allgemeine Ruhe herrschen. Zwei Blätter, der „„Constitucional“/ und der „Nacio- nal‘, haben über die von der Regierung Venezuela's zur An- züpfung von Unterhandlungen hinsichtlich der Anerkennung der Republit von Seiten Spaniens nach Europa abgefertigten Mis- sion cinen Federkrieg unter cinander beconnen, Das erstge- nannte Blaët, vertheidigt diese Maßregel, das le(ztere aber bicibt dabei, daß Spanien slch von selbst gendihigt sehen würde, die Unabhängigkeit seiner chemaligen Kolonieen anzuerkennen, und daß, da die gese6gebende Versammlung von Venezuela die erte Mission nicht habe genehmigen wolien, der Staats - Secretair der auswärtigen -Anzelegenheiten für die durch die zweite ent- staudenen Kosten verantwortlich sey.

WBelgilien., Antwerpen, 7. März. Nach den gestern Abend hier

eingegangenen Nachrichten waxen alle von hier abgegangene und auf den Rheden von Terueuzen und Vliessingen liegende Schisse durch das Zusammenstoßen, das in Folge des Verlustes der An-

fer und Kazel statthatte, mehr oder minder beschädigt worden.

Die Galiotte „la Reine‘ ist an der Küste von Blankenberg ge-

scheitert; man hat nur einen Theil der Ladung, die Mannschaft aber ganz gerettet. Der Holländische Dreimaster „Koophandel““, von 700 Tonnen, mit Kassee von Batavia nah Rotterdam bes laden, und ein anderes großes Holländisches Schif, „der Kor- tenaar““’, mit Kassee von Batavia nah Rotterdam bestimmt, ha- ben zu Vliessingen angelegt. Die Zah! der Schisse, die sowohl im Mittelländischen Meere, als ia dem Kanal la Manche seit dem Monat Januar an die Küste geworfen worden, beträgt 75. Seit langer Zeit hat man eine solche Menge Unglücksfälle nicht in einem so kurzen Zeitraume erlebt. / f

Die Stürme folgen in allen Theilen des Erdballs auf ein- ander. Nach einem Schieiben aus Martinique hat dort in der Nacht voin 20. uad 21. Okc, v. J. ein Sturm alle Bananas- Bâume und Manéocskauden verzichtet. Martinique und vorzúg- lich Dominica haben sehr gelitten. Ein Schiff mit 500 Faß Zucker ist auf der Rhede von Martinique zu Grunde gegangen ; nur mit der größten Múhe hat man die Mannschaft und die Passagiere gerettet. Drei andere Schiffe sind auf der nämlichen Rhede Úúber cinander geschleudert worden. Dominica ist ganz verwüstet; es giebt dort weder Zuckerrohr noch Kaffeestauden mehr. Fgst alle Häuser sind umgestürzt und mehr als 100 Per- sonen umgekommen. G ; d

Zu Östende sind im Monat Februar, mit Jubegrisf der Dampfböte, jedoh ohne die Fischer Schasuppen, 41 Schisse von

eincm Gehalt von 3719 Tonnen mit verschiedenen Ladungen ein:

und 37 Schifse von einem Gehalt von 3520 Tonnen ausgelaufen.

Deuts chland.

Dresden, 10. März. Heute Vormittags 11 Uhr wurde in der fatholischen Hoffkirche für weiland Se. Kaiserl. Königl. Majestät den Kaiser Franz 1. von Oesterreich ein feierliches Todtenamt gehalten.

Se. Königl. Majestät und Se. Königl. Hoheit der Prinz Mitregent haben dem dermaligen provzjorischen Regierungs-Com- missar zu Leipzig, Hof- und „Justizrath Friedricz Albert von Langenn, welcher mir der Erziehung des Prinzen Albert Königl. Hoheit, ältesten Sohnes Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Jo- hann, beauftragt worden ist, deu Charakter eines Geheimen Raths beigelegt und denselben zum ordentlichen Mitgliede des Staatsraths erizaunt,

Kassel, 4. März. Es hatten sich mancherlei Andeutungen zu erkennen gegeben, daß es dem Mpstiziómus gelungen, sich auch bei dem Militair der hiesigen Garnison Eingang zu verschaffen. Die auf höchsten Befehl vorgenommene Untersuczung hat dies bestätigt. Besonders fanden lich in den Kasernen der Kurfürst- lichen Leibgarde unter den Cffekten der Soldaten allerlei Trak- tätlein. Die seitdem stattgehabten Verhdre vor Militair - Kom- missionen haben zur Entdeckung tehrerer Fndividuen geführt, welche es sih hatten angelegen seyn lassen, dergleichen mystishe Schrif- ten unter die jungen Soidaten zu verbreiten. Se. Hoheit der

Kurprinz:-Regent hat bei dem Empfange der diesfallsigen Berichte :

sein Mißvergnügen zu erkennen gegeben und geäußert, Pro- selytenmacherei dürfe niht gedulder werden. Den Militairs ist zur Pflicht gemacht worden, künstig diejenigen Personen, die ihnen Druckschriften einhändigen würden, jedesmal bet ihren

Öffizieren zur Anzeige zu bringen. Die Untersuchung gegen den-

Pajtor Lange ist in vollem Gange.

Die Kurßessischen Standesherren wollen sich keinesweges bei dem beruhigen, was die neue Gemeinde-Orduung im Allgemei- nen vorschreibt, indem sie in taehreren Bestimmungen derselben eine wesentliche, cinjeitig von der Gejeßgebung vorgenommene Schmälerung ihrer Rechte finden. Crstlich wurden bisher dié Gemeinde-Vorstände in den standesßerrlihen Bezirken von den betressenden Standesherren ernannt, während diesen nach der jépigen Gemeinde:Ordnung bloß deren Bestätigung zusteht, die Wahl hincegen den Gemetuade - Ausstüssen eingeräumt ist. Zwei- tens stand den Standeéherren vorher die Erlaubuiß- Erthei- lung fär den Fall der Aufnahme neuer Mitglieder in den Ges meinde: Verband zu, während sie nach der promulgirten Ge- meinde: Ordnung in Zukunft dabei bloß gehört werden |ol- len. Drittens flossen die Polizei-Strafen in den standesherr- lichen Ortschaften jonst in dis Kasse der Standesherren, wäh- renò fie fúnstig deu. Gemeinde - Kassen zu gut fommen solien. Sie haben sich als nicht abgeneigt erkläiït, diesen und anderen ihnen zustehenden Rechten zu entsagen, aber nur auf. dem Wege einer gútlicien Vereinbarung und eins Vertrags, mit gleich-

zeitiger Feststellung einer anaemessenen Cnischädigung für die

von ihnen darzubringenden Opfer; dagegen sind si2 auf feine

Weise geneigt, das bei dieser Gelegenheit geltend gemachte Prin-

zip, daß es, von. der geseßgebenden Geivalt abhängen solle, etwas in ihrez Regierungs-Rechten, sey es auch nur formell, zu ändern, anerkennen zu wcllen. Sie haben sich von einem Marburger

Professor ein juridisches Gutachten fertigen lassen, nah welche) keinesweges auf Seiten der Standesherren eine Verbindlichk,i obwaltet, sich die oben gedachten Bestimmungen der neuen 6. meinde - Ordnung gefallen zu lassen, und sie wollen, fallz di Staats? Regierung sich nicht auf gütliche Weise mit ihnen yy ständigt, eine Berufung an die Deutsche Bundes - Versammlun eintreten lassen. ;

ÆW ismar, 1. März. Nach einem hier allgemein verbrei teten Gerucht soll Wismar künstig die Station der Kaise;l Russischen Dampfschisse werden, jedoch, wie es heift, ers nag Ablauf des Kontrakts mit Lübe, welcher noch ein Jahr dauer, sol. Es würde dies für Wismar einen unberechenbaren (6,

winn haben, indem sich der Russische Handel mehr nach hie ziehen und Wismar, welches gegen Rostock so sehr im Nj

theile steht, einem neuen Aufschwunge entgegen schen wür zumal da die Chaussee von Sch%werin bis Ludwigélust fommey den Herbst hoffentlich fertig wird, und man dann von hier hy nah Berlin, und von da nach allen bedeutenden Gegenden qy den Chausseen reisen fônnte. Au Dobberan mdchte si day eines größeren Besuchs zu erfceven haben.

Múnchen, 7, Márz. Das Reaierungs- Biatt enthält fol gende Bekanntmachung: „Se. Majeßát der König haben lerhôchßihrer treuen Haupt- und Residenzstadt guf deren gl, unterißänigsie Bitte das alte Stadt-Wappen sammt dey ih vou Kaiser Ludwig dem Bayer verliehenen s{warzen Und (eley Wecken mit der huldreichsien Bemerkung wieder zu bewilizn geruht, wie Allerhöchst Sie dem diesfallsigen Wunsch dieser by

ven Stadt um so mehr gerne entsprochen, als Bayern mit Sih, E

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gtundschreiben an die Stände erlassen. Unter den Flüchtlingen im Kanton Bern bemerkt man auch nicht das Geringste, was sothen Verdacht erregen könnte. Das in Deutschen Zeitungen verbreitet gewesene Gerücht von cinem Ueberfall von Constanz oll, wie behauptet wird, seinen Entstehungs-Grund darin ha- ben, daß in Frauenfeld bei einem Trinkgelage einige Handwerks- Gesellen und fluchtige Deutsche Studenten eine solche Jdee, her- yorgerusen durch den Wein, besprachen, ohne an eine Ausfüh- rung zu denken. Dieses wurde der Thurgauer Polizei hinter: bracht, Lan ¡telite cine Untersuchung an, und die Studenten, wovon der eme Schwab hieß, und aus Frankfurt seyn soll, wurden für ihr Wein-Phantasiestük über die Kantons - Gränze gebracht. E:n Beweis, daß es der Schweizer - Polizei Ernst ht, Wichtiger als dieses ist, daß die Aufregung in unscrem Hernee Seeland nicht unbedeutend ist, welche die Nachricht von amer Gránz-Deseßung und ven neuen Noten, wenn sie sich bestá- tigte, vermuthliÞh noch vermehren wird. Der größte Theil der Mitglteder der Gemeinde - Behörden des Sre - Landes sind Raditale, Unsere. Regierung selbs t besorgt; auf- rúhrerische ‘Proflamacionen sind audsgetheilt worden, und wahr- peinlich wird defwegen eine Untersuchung eingeleitet. Auch be- abüchtigt man Volks-Versammlungen im Seeland. Die Voiks- piumung in dem an das leßtere angränzenden Französischen Theil des Kantons ist g{eichfalls nit die aúnstiaffe fúr die Re- gierung, Und im Oberlande benußen die Aristokraten die Unzu- sriedenheit für sich. Aus Lem greßen Rathe sind bereits zwei | von denjenigen Mitgliedern, welche den ‘am 2ten behandelten Antrag gestellt Haben, ausgetreten, und Andere werden noch aus-

gefühl auf seine Geschichte sehen könne und als Allerh öchstitn S treten Die Schnellsche Partei, welche das Precaire ihrer Stels

| Absichten seyen, daß alte Namen und Zeichen durch Jahrhuy j Diese älli

derte fortleben bis zu den spätesten Gejchlechtern. höchste Entschließung wird hiermit zur allgemeinen Kenntnj ebracht. f Müúnchen, den 24. Februar 1835. Auf Sr. Königlichen Majestät Allerhöchsten Befehl, Fürst von Oettingen- Wallerstein.“/

Heute verbreitete sich hier die Nachricht, daß die Sówe von Seiten Oesterreichs, Dayerns und Württembergs gespen werden solle. Dfiese Nachricht scheint durch die Maßregeln de Bayerischen Regierung bestätigt zu werden. Nachdem nämli kürzlich die Garnison von Lindau verstärkt, in München seh militairische Vorkehrungen geirofsen und die Beurlaubten de Ober- Donaukreises einberufen worden waren, ist, wie man ay sicherer Quelle erfährt, unter dem Gestrigen der Befehl erga gen, daß die zwei in Augsburg und Dillingen liegenden Cu vauxlegers- und vier an andern Örten liegende Jufanterie- Ny menter an die Schweizer-Gränze zu rücken haben.

Die von der hiesigen Polizei - Direction verfügte Beschl naßme der Druckschrift: ¿„AÄbsolutiémus und Freiheit von Abi la Mennais‘/, wurde durch Entschließung des Königl. Staal minifteriums des Jnnern unter Androhung der Confiscation un) des ôffentlicen Verbots der Verbreitung bezeichneter Schiiß bestätigt.

Stuttgart, 8. März.

der Frou Herzogin und der Prinzessin Tochter Therese wied von hier abgereist.

Oesterreich.

Heute Vormittag sind Se. Durh| laucht der Herzog von Nassau mit Jhrer Königlichen Hohi|

lung selbst fühlen mag, ist zu den fräftigsten Schritten entihlof- sen, um ihr Ansehen zu behaupten. Es wäre zu wünschen, daß die Differenzen mit dem Auslande bald ein Ende nöhmcn, weil dadurch nur Stoff zur Unzufciedenheit gegeben wird.

Türkei,

Die Times enthält ein Privat-Schreiben aus Konsan-

| tinopel vom 4. Febcuar, worin es heißt: „Ein in der ersten PVoihe des Ramasan erlassener Ferinan hat viel Murren uriter pem Volke erregt. Es sollte danach Niemand auf der Straße

| in einer Tracht erscheinen, die in Gegenwart eines Höheren als ungeziemend angesehen werden könnte, damit die Würde des Sultans, der während der Faftenzeit in den Straßen umherzu- chen pflegt, nicht verleßt werde, Unter den hiernach zu tragen wrbotenen Artikeln waren auch Regenschirme. Bald darauf er-

| griff die Polizei auch sirenge Maßregeln gegen die Taschenspie- ler und Bänkelsänger, welche das Volk ergöken, und ließ se von allen dentlichen Piäzen wegweisen. Am 23. Januar ist der Ober- Rabbiner oder Chacham- Baschi zum Sültan entboten und in dessen Gegenwart auf gleiche Weise, wie einige Tage vor-

| her die verschiedenen chrisilichen Patriarchen, dekorirt worden. | Briefe aus Aleppo bis zum 9. Januar enthalten keine neuere | Nachrichten von Wi-htigkeit. Die Aegyptische Regierung ver- } folgt hartnäckig ihre Pläne, das Volk zu entwaffnen, und statt ia ihrem Verwaltungs: System Aenderungen einzuflhren, die das Mißvergnügen beschwichtizgen könnten, wird ihr Mili- | tair-Despotiómus von Tag zu Tag unerträglicher. Keine Re- | gierung kann sich allein auf eine Militairmacht stüßen, am we- | nigsten aber kann Jbrahim auf die Länge einem Heere vertrauen, Ï das schon so oft Anzeichen seiner Unzuverlässigkeit und \{wan-

Die Allgemeine Zeitung berichtet aus Wien vom 4 kenden Anhänglichkeit an die Sache seines Führers hat blicken

Mârz: „Gestern Nachmittag und diesen Morgen hatten Se, Mas jestät der Kaiser mit den Mitgliedern des Staats-Raths mehre ständige Konferenzen, nach welchen mehrere Couriere ab: geschickt wurden. Die Beobachtung ailer Formalitäten, welche der Antritt einer neuen Regierung verlangt, und die vielfachen neuen Änordnungen, die damit verbunden sind, vergönnen unsern Staatsmännern keinen Uugenblick Ruhe, und gebieten bei den sonst schon úberhäuften Geschäften verdoppelt hâätigkeit. Auch ist das Personal bei allen Ministerien Ty und Nacht in den verschiedenen Bureaus zurückgehalten und fast permanent versammelt. Dex Kaiser {cheint mit seinen Ministern an Thätigkeit wetteifern und zur \chnellern Betr bung der Geschäfte persönlich beitragen zu wollen. Er beobay

| lassen. Jbrahim scheint dies auch zum Theil zu fühlen, und } feiner Besorgniß um die Sicherheit seiner Macht in Syrien man es zuschreiben, daß er die Dampf- Fregatte, dic ihn "A Aegypten abholen sollte, leer nah diesem Lande zurúk- ite.‘ j Der Morning Herald theilt folgende spätere Privat» Nachrichten aus Konstantinopel vom 11. Februar mit: „Ge- sern sind alle Türkische Schiffe neuerdings in Aktivität gesest wörden. Man giebt vor, die Mannschaft solle geübt werden. Indeß um eines solchen Grundes willen würde die Pforte gewiß nicht 12 große Schiffe auf 4 Monate mit Vorräthen versehen | haben. Man behauptet hier, Mehmed Ali habe in Folge einer | Gehirn: Congestion fast den Verstand verloren, und Ibrahim

tet mithin ganz das Verfahren seines unvergeßlichen Vater E Pascha sey aufs dringendste aufgefordert worden, nach Kahira der oft zu sagen pflegte: Jeder muß seine Pfsliht thun, ih wi zu fommen. „ergl. die Nachrichten aus Konstantinopel in Nr. der Letzte im Staate muß fúr das allgemeine Beste wirken, nus 70 der St. Ztg.) Der Sultan scheint entschlossen, seine Armee

mit dem Unterschiede, daß ih als Kaiser mit dem guten Bis So fam es denn, daß der Kaist*

spiele vorangehen muß.

u verstärken; er hat befohlen, alle Arbeiter den Reihen seiner tuppen einzuverleiben, doch dürfen es nur Türken jeyn, und

Feanz schon Morgens um 5 Uhr aufstand, sogleich an die Gu Ÿ sollen sie in ihren früheren Diensten durch Griechen und Arme:

{äfte ging, alle ihm zur Entscheidung vorgelegten Ausarb 1

tungen prúfte und erledigte, dann Audienzen ertheilte oder mi scinen Ministecn konferirte, Eben so scheint es der jetzige Kal

ser haïten zu wollen, und die ersten Tage seiner Regierung zi|

gen schon, was Oesterreich von ihm erivarten, mit welche Vertrauen es der Zukunfc entgegen sehen darf. Die Bdish die während der Krankheit des verewigten Kaisers wahrhal demoralisirt war, und sih fast erscrockener. als bei der Kun) von der Juli - Revolution gebehrdere, fängt an, beson ner zu werden, und sich von keinen Schrebildern mehr ei s{hüchtern zu lassen, Die Fonds sind im Steigen, sie wad bald den alten Standpunkt wieder eingenommen haben , und (

am besten beweisen, wie wenig die Furcht zu rechtfertigen gel}

sen, der man sich so schnell und unüberlegt hingegeben hatkt Man hätte doch einsehen sollen, daß wenig oder gar keine Vet änderung in den bestehenden Verhältnissen eintreten werde, und daß der neue Regent, sobald er das Beste seiner Völker behet zigte, woran doc gewiß nicht zu zweifeln war, allein in den Sinne seines gefeierten Vorgängers handeln könne. Die Fur! samsten mußten dies erwägen, und wenn die gestern erschien! nen Kaiserlichen Handbillets, die allerdings der Ausdruck eint

| nier erse6t werden. Briese aus Smyrna melden, daß man | dort erwarte, die Englische Flotte werde von Malta auf ihre | Station bei Vurla wéeder zurückkehren.“

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

Washington, 7. Februar. Jn der Sitzung des Re- [präsentanten: Hauses vom 31. Januar machte Herr Gil- ¡er mehrere Vorschläge zur Abänderung der Constitution der | Vereinigten Staaten und trug darauf an, daß sie den Legisla- luken der einzelnen Staaten vorgelezt werden und wenn sie von drei Vierteln derselben angenommen würden, Gesebeskraft er- alten sollten. Ex schlug demnach vor: 1) Der Präsident der Leveinigten Staaten kann zu diesem Amte nicht wieder gewählte | Werden. 2) Die Wahl des Präsidenten und des Vice-Präsiden- [fen der Veceinigten Staaten soll an dem ersten Montag, Dien- | flag und Mittwoch im Monat August des Jahres 1836, und [n denselben Tagen in jedem vierten Jahre, an denselben Orten | Und auf dieselbe Weise, wie die Wahlen der geseggebenden Ver- j sammlung eines jeden Staates durch die wahlfähigen Bürger j siattsinden. Sinèr der beiden Wahl - Kandidäten muß jedoch | Einwohner eines anderen Staates scyn. Der Gouverneur

ganzen Regierungs- Systems sind, gleichsam zauberhaft auf di tines jeden Staates muß sogleich nah Beendigung der Wahl

öffentliche Meinung wirken, und das gewdhnte Vertrauen wit} der neu beleben, so hätte man doch schon aus dem Geiste, df

in unserer Verwaltung vorherrscht, hinlängliche Beruhigung {d} pfcn und dem Gedanfen von einer zu befürchtenden Veränds rung keinen Raum geben soilen.“

Schweiz,

Bern, 5. März, (Schw. Merk.) Die hier angelangl! (nah andern Berichten übrigens nit ganz gegründete) Nad! richt, daß Badische Truppen an der Schweizer Gränze zusa mengezogen werden, war um so Überraschender für uns, ais mal sich keinen Grund für eine solche Maßregel anzugeben weiß. Zwar bringt man damit in Verbindung, daß gestern bei den Vororte neue, schr kategorishe Noten mit ernstlihen Drohungen und bestimmten Forderungen angekommen. seyn sollen, aber etwas Gewisses* über diese Noten is bis jegt noch nicht békannt. Eint Beunruhigung der Deutschen Gränzstaaten durch Flüchtlinae, e hièr aus, ijt in der That nicht zu befürchten. Unsere ‘Polizt ist schr wachsam, und der Vorort hat in dieser Beziehung e

F die Namen derjenigen Personen, welche als Präsident und Vice- Y sident die meilten Stimmen erhalten haben, den Senatoren j bes betrefff:nden Staates, dem Präsidenten des Senats und dem Sprecher des Unterhauses mittheilen. Der Kongreß hat das Ret, die Zeit der Wah! zu ändern, doch muß sie dur das Sanze Land zugleich stattfinden. Deer Kongreß soll sich am 4tcn Oktober 15830 und in jedem vierten Jahre an demselben Tage versammeln und der Präsident des Senats alsdann, ín Gegen- wart des Senats und der Repräsentanten, Über das Resultat der Wahlen berichten. Derjenige, welcher die meisten Gesammt- Stimmen hat, wird Präsident, wenn er zugleich die Majorität der einzelnen Stimmen für sich hat. J| dies nicht der Jall, oder stirbt der Erwählce vor der Versammlung * des | Kongresses , #0 findet im Dezember an dzn genannten Tagen eine neue Waht{ satt. Dasselbe gilt fär, die Erwählung des Vice, Prásidenten. 3) Kein Senator oder Repräsentant darf während der Zeit, für die er erwählt is, und noch sechs Monate B Verlauf derselben, ein dfentlihes Amt annehmen.“ Der

orschlag wurde auf die Tafel gelegt und zurn Druek beordert.

O 7 e)

Auf den Antrag des Herrn Pearce beschloß das Haus, von dèm Bericht des Capitains Reynoiïds über die Untiefen und Riffe u. st. w. der Südsce- Inseln 2000 besondere Abdrücke ma- hen und an die Seefahrer der Vercinigten Staaten vertheilen zu lassen.

In der Sißung vom 2. Februar wurden mehrere Bitt schriften von Bewohnern des Staates New-York vorgelegt, worin sie um die Abschaffung der Sklaverei und des Sklavenhandels in dem Distrikt Columbia ersuchen. Eine ders:'6:n war von 800 Dainen „unterzeichnet. |

Aus den Berichten des Missionary Herald ergiebt si, daß die Amerikanische Missions- Gesellschast, theils in fremden Ländern, theils unter den Amerikanischen Judianecn, 36 Missio- nen unterhält, zu denen 103 Prediger (worunter 5 EingeborneZ, 7 Aerzte, 53 Lehrer (wovon 32 Eingeborne sind), 8 Buchdrukt- Fer, 11 Handwerker und Aerbauer und 162 weibliche Missio- nare, zusammen 349 Personen, gehdren. Die Missionen besizen 41 Kirchen und 474 Schvlen mit 24,664 Schülern, wovon 20,184 auf die Sandwich- Jnseln kommen, und worunter nur diejenigen aufgeführt sind, die lesen können.

__ Die Amerikanische Kolonisicungs- Gesellschaft wird im Laufe dieses Monats von New-Orleans ein Schiff mit 62 Negern, die kürzli zur Disposition der Regierung geftellt wurden, nach Li- beria senden. Das Schiff hat außerdem neh eine bedeutende Ladung von Lebensmitteln und Waaren, so wie mehrere Ballen Baumwolle an Bord. Die Gesellschast hat auch alle zur Ver- arbeitung der Baumtvolle ndôthigen Werkzeuge gekauft und wird sie, von Philadelphia aus, nah der Kolonie senden, um die Frauen, Kinder und diejenigen Männer, welche niht an dem Landbaue Theil nehmen können, auf nüsliche Weise zu beshâf- tigen.

Jn Natchez wurde am 4. Januar ein reicher Pflanzer, Mamwmens Foster, der seine Frau mit einer Negerpeitiche erschlacen | hatte, freigesprochen. Statt der Justiz úbte jedoch nun das Voik Vergeltung an ihm, und zwar auf eine empdrende arausame Weise, denn so wie er sich auf der Straße blicken ließ, ergriffen ihn mehrere von den angeschensten Bürgern von Natchez und der Umgegend, führten ihn aus der Stadt hinaus, zogen ihn aus und schlugen ihn mit Peitschen so lange, bis sein Nücken ganz zerfleisht war. Hierauf bestrichen sie ihn mit erwärmtem Theer , bestreuten ihn dicht mit Federn und führten ihn dann, begleitet von einem großen Volkshaufen und Unter dem bestän- digen Geschrei: „„Peitscht ihn noch einmal! schlagt ihn todt !‘/ dur alle Straßen der Stadt. Während er ausgepeitsht wurde, baten einige um Gnade für ihn, allein sie erhielten zur Ancr- wort: „Als er seine Frau todtschlug, bat sie ihn auch um Gnade, aber er hörte sie nicht./’ Das Volk wollte ihn in ein Boot ohne Ruder segen Und mitten auf dem Missisippi sich selbst Überlassen. E unterblieb jedoh, weil es hieß, daß einige ihn erschießen wollten.

Der Tonnen-Gehalt der Fahrzeuge, welche im Jahre 1834 den Erie-Kanal bei Utica passirten, úbertrifst den aller einheimi- hen sowohl, als fremden Schiffe, die im Jahre 1833 in den Hafen von New-York einliefen.

Dem Nantucket Jnquirer zufolge, beschäftigt der Fang der Kaschelots (Wallfische, die den Wallrath liefern) im Ganzen 273 Schiffe, wovon 257 je6t abwesend sind. Die größte An- ub besißen die Bewohner von New - Bedford, nämlich 94,

tantuer 63, Fairhaven 14 u. f. w., dagegen haben Städte wie Mew -York, Boston, nur 1. ‘Der Tonnen: Gehalt dieser 257 Schiffe beträgt etwa 100,000 Tonnen, und die Zahl der Sees leute an Bord derselben nahe an 9000 Mann. Die Ausrüstung dieser Flotte sür eine dreijährige Reise kostet úber 6 Millionen Dollars. Man erwartet in diesem Zahre, wenn nicht besonders ungünstige Umstände eintreten, die Rückkehr von 70 Schiffen mit einer Ladung von 135,000 Barrels, die einen Werth von etwa 3 Mill. Dollars haben.

L la n d.

Berlin, 13. März. Am 7ten d. M. fand zu Bonn die vierte General-Versammlung des Nitder- Nheinischen landwirth- schaftlihen Vereins unter dem Vorsitze des Freiherrn von Car- nap statt, welcher die Verhandlungen mit einem allgemeinen Berichte Úber die Wirksamkeit und Fortschritte der Gesellschaft, deren Mitglieder bereits die Zahl 200 überstetgt , einleitete. Es folgten darauf mehrere interessante Vorträge über die Errich- tung eines Wollmarktes zu Köln, über die Verbesserung der Viehzucht, über Gegenstände der Forst- Kultur und des Wein- baues, über Runkelrúben- Zucker - Fabrication u. s. w. Auch wurden vielsältige landwirth\chaftüiche ‘Versuche in Vorschlag ge- bracht, und von verschiedenen Seiten übernommen.

Man schreibt aus Posen unterm 9ten d. M.: „Der Kaufmann Joseph Sala aus Berlin hat im vorigen Jahre den Versuch gemacht, eine Hol¡sldßerei auf dem Welna-

Fluß von dem See bei Schokken, Wongrowiecer Kreises, Brom- berger Regierungs - Bezirks, bis zur \c{ifffbaren Warthe bei Oboruaifk zu eröffnen, welcher Versuch von einem glücklichen Er- folge begleitet gewesen is. Schon hat Herr Sala im vergan- genen Jahre mit der Verflöÿung von 600 Stk großer und starker Balken begonnen, und beabsichtigt jest 4000 Siek der- gleichen Balken zur Warthe hinabschiffen zu lassen, wodur den an der Welna belegenen Grundbefi6ern, deren reichhaltige Wals- dungen, bei der seitherigen Schwierigkeit des Transports, wenig oder gar keinen Ertrag gewährten, ein nachhaltige- und mit geringen Kosten verbundener Ubsasz ihres Holzes gesichert wird. Da das gemeinnüsige Unternehmen des 2c. Sala alle mögliche Berücksichtigung verdient, so hat die Behörde Maßre- geln getrossen, um dasselbe vor BDeeinträchtigungen zu shúben, und dem 2c. Sala das Verdienst, den Wohlstand eincs nicht un- bedeutenden Theils des Depariements dauernd gehoben zu ha- ben, zu sichern.“ E

Nach der von dem Direktorium der Sparkasse zu Ma ç- deburg herausgegebenen Nachricht über die Verwaltung der Sparkasse im Jahre 1834 betrug beim Ablauf gedachten Jahres die Summe der einzelnen Contos 254,486 Rthlr.; neu beiegt waren in diesem Jahre 86,466 Rthlr., und dagegen zurückge- nommen 83,945 Rihir. Die Kasse batte einen Ueberschuß von 13,851 Rthtr., am Ende des Jahres 1833 betrug derselbe nur 11,251 Rthlr., und hatte sich al'o im Jahre 1834 um 9600 Riólx. vermehrt. Adbrechnungs: Bücher waren 5827 ausgegeben, wovon die Mehrzahl 1650 Handwerkern, 1365 Gesellen und Dienstboten, 860 Wittwen uad vnverehelichten Personen, 603 Kindern 2c. gehörten. Jm Durchschnitt fielen auf jedes Buch 43 Rthlr. 14 Sgr. 10 Pf.

Der ver|torbene katholische Pfarrer Bauer zu Frelen- berg im Kreise Geilenkirchen des Reg. Bez. Achen hat ein Ka- pital von 5213 Rthlen. zu einer Stipendien - Stiftung für Stu-

Konzert der Sing-Akademie...

Man kann in der Regel nicht begreifen, wie’ die Griechen einen so großen Nachdruck auf die Erziehung durch Musit „legen und be- haupten konnten, daß dieselbe für die Bildung des Geisies und Chas- rakfters den wesentlichsten Einfluß ausübe. Niemals ift wohl so viel

Jugend beiderlei Geschlechts; und doch sehen wir nichts von den gerühmtcn Folgen, welche daraus hervorgehen sollen. Aber freilich, slnde Aristoteles wieder auf und hdrte den sinn- und charakterloscn Wirrwar, die unnatürlihen Künste und Seiltänzereten,- womit Kin= der und Jünglinge sich Fahre lang beschäftigen, er oúrde sich wun= dern, wie man dies Alles Musik nennen und von dieser Zeitvergeu=- dung irgend eine heilsame Folge erwarten tdnne. Seine Ueberzeu= gung und seine Lehre würde er aber, allen Zweiflern gegenüber, be- stätigt finden an den wahren musikalischen Kunsiwerken der neueren Zeit: so insbesondere an Händels Fudas Makkabäus, den die Sing - Akademie am 12ten d. M. mit gewohnter Vollendung gab.

Weit besser als aus den âroits de l’homme et du citoyen fante man hier lernen, was die wahre Freiheit sey und wie Kopf und Herz beschaffen scyn müssen, um sie zu erkennen, zu fördern und ndthigenfalls sih für sie zu opfern. Keine Freiheit giebt es ohne innere Heiligung und Liebe, feine Lebenserziehung ohne Wechsel des Schmerzes und der Freude. ;

Mir inniger Liebe und tiefem Schmerze beginnt das Gedicht. Der Fürst, der Vater seines Voltes, ist nicht mehr : durch Alle geht das gleicve Gefühl, in der Vereinigung liege das Heil, nicht in der fcivolen Trennung oder gar in der fcechen Entgegenschung. Vers suche doch Femand, etwa moderne Ministerial - Wechsel nah den Ans sichten des Tages in Musik zu seßen; sein Werk wird nicht länger dauern, als bis die wenigen Kohlen vershwelt sind, welche das Schif in neuer oder in der alten Richtung forttreiben sollen. ___ Sind die Thränen des Schmerzes fromm, das Filehen edel und innèg, so erwächst unter Gottes Beistand von neuem die Eintracht, und das Gebet geht in Erfüllung: |

,¿Gieb einen Mann voll Muth und Geist, ,_ Der utisere Bande kühn zerreift.// H

_ Ein heldenmüthiges Volk findet immerdar seinen Helden, und

beide flehen alsdann: /,Hôdr* uns, 0 Herr, der Gnade Gott! „Und gieb uns Freiheit oder edlen Tod!// /

Allein auch die Begeisterten, Gott Vertrauenden werden geprüit- dem Glücke folgt Unglück, und JFsrael sinkt vom Sitze der Freudem in des JFammers Grab. Fn den Siegern fehlt jedoh der echte Brunnquell des Lebens, das Bewußtseyn des Rechts und das Vers trauen auf Gott. Aus tiefster Erniedrigung erheben sich deshalb die zu Boden Geschlagenen, die Verspotteten, Mißhandelten, Verachtes ten. Fudas Makkabäus ruft:

¡Fn Euch entbrenn? ein neuer Heldenmuth! Denn unser Eifer ist gerecht und gut.//

Und Alle antworten:

,„Wir folgen Dir zum Siege! Wärs zum Fall: Wie schôn o Freihcit is für Dich der Fall !//

_Sieg indeß und Friede is der leßte Lohn der Ausdauer, der Va- terlandslicbe, des Heldenmuths, und Fürst und Volk geben in freus diger Demuth dem die Ehre, welchem sie allein gebührt.

ZU der Zeit, als fremde Zwingherrschaft uns angestammtetr Herrschern entfremden, ja uns dahin bringen wollte, in der eigenen Nichtigkeit einen Gewinn und in den Ketten nur großmúüthig ge- schenkte Blumengewinde zu sehen, da that Fudas Maktkabäus eine große, aber herzzerreißende Wirkung, denn das Werk schien mit den Falle zu {ließen Nach der Auferstehung und Befreiung folgen wir mit vateriändischen Gefühlen bis zum Siege, zum Frieden und zum Dankgebete.

Ein Volk, das dieses wundervolle Kunstwerk von der tiefster Wehmuth bis zum Jubel des Heldenmuths und zu den Hymnen der Frömmigkeit versieht und in Kopf und Herzen erklingen läßt, es trägt die Bürgschaft seines Daseyns und Werthes in sich. Jn solch einer Musik liegt die Kraft und Heilsamkeit derjenigen Erziehung, von welcher Aristoteles spricht; einer Erziehung, woran Jugend und Alter gleichmäßig Theil nehmen, und welche die Regierungen möglichst befördern sollten. 0—0

S R e Gartenbau- Verein.

In der 138sen Versammlung des Vereins zur Befdrderung des Gartenbaues in den Königl. Preuß. Staaten am 1. März c. wurdet vorgetragen: ein Bericht des Plantagenmeisters Herrn Arendt in Achen über den erfreulichen Zustand der seincv Sorge anvertrauten 83 Gemeinde- Baumschulen des dortigen Regierungs - Bezirks, w0= nach în denselben vorhanden sind: 50,256 Obstwildlinge und 72,140 veredelte Obstbäume, und aus dem Verkauf der seit dem Fahre 1821 bis Ende 1834 aufgeräumten 30,626 Obsibäumen geldset rourdewn 7307 Rthlr. 12 Sgr. 2 Pf. ; Mittheilungen des Thüringer Gartett« bau-Vereins zu Gotha, úber die von einem Mitgliede desselben ge- machten Erfahrungen hinsichtlich der Heilung der Hyacinthen-Zwie=- belt von der Ringelkrankheit ; Beobachtungen des Premier - Licute« nants Herrn von Randow hierselbst Über die Vertreibung der Re« genwürmer, die sich in den Blumentdpfen finden: eine Mhandlung des Gärtners an der Gärtner - Lehr - Anstalt t Schöncberg, Herrn D. C. P. Bouché, über die Kultur der Veltheimien ; Bemerkungen des Kunstgärtners Herrn Schwabe zu Sceppau bei Beuthen Uber die Erziehung von Hesperis matronalis, Uber die Farben - Veränderung der Levkoyen bei Düngung mit Seifensieder- Asche, und Über den guten Erfolg der Oúngung von Baumschulen mit Holz- Erde, mit altem Bau - Lehm und mit frischem Lehm, imgleichen mit Bruch - Erde, ganz vorzüglich aber mit dünn abgestochenem Rasen; Nachricht des Vikarius Herrn He- cking zu Ottenstein Über einen im Garten des Kapellans Herrn Poppe zu Findlohn, im Regierungs - Bezirk Münster, befindliche ungewöhnlich großen Hortenfien-Strauch, der im verflossenen Fahre nahe an 1000 Blumenbüscheln getragen; Mittheilung des Hoss Gärtners Herrn Hempel hierselbst Über eite zweckÉmäßtge Methode der Aufbewahrung von Weintrauben, untér Vorzeigung sehr wöhl konservirter Trauben von Malvasier und Schdnedel Bemertunigetr des Instituts- Gärtners Herrn P. C. Bouché in Schdneberg über die im Sommer 1834 daselbs versuchsweise kultivirten 300 Sorten Bohnen: Mittheilungen des Ober- Försters Herrn von Pfuhl ‘it Hamm über die Erziehung der Kernobst- Bäume und über die Zweckmäßigkeit des Bleidrahts zur Befestigung von Baum - Ett= ets; ein Aufsaß des Garten - JFnspektors Herrn Schweykert zir Gaydbach bei Würzburg über die Kultur von Chrysauthemum in- dicum, nebst Beschreibung einer dortigen Garten-Anlage; Mitthbei= lungen des Herrn Barons von Riedesel zu Altenburg bei Alsfeld itr Hessen, Uber sein Verfahren, aus Ananas - Kronen in einem Fahre schöne und wohlshmeckende Früchte zu ziehen. Eingesandt waren noch: von dem polytechnischen Vereine in München das 10fe bis 12te Heft seines Kunst- und Gewerbeblattes: von den Handelszâärts- nern Herren Fames Booth und Söhne und F. G. Booth u Comp in Hamburg die neuesten, beraus reichhaltige Verzeichnisse iorer rühmlich b.fannten Fnstitute, und von dem Herrn Lieutenant Wats ber zu Eliscnsruhe bei Oresden der pro 1835 ausgegebene Nachtra zum Verzeichniß seiner großen Sammlung von Hauspflanzen, Geor ainen/ Rosen, Azaleen 2c., der durch die beigegebcne Abbildung einer Auswahl von 50 Varietäten Calceolarien in den mann gfaltigsten Farben, sich besonders auszeichnet und Überhaupt wegen des Reich thums des Waeberschen Etablissements die Beachtung der Gartit« freunde verdient, Von dem Kunstgärtner Herrn Limprecht hiters,lbjt waren zur Stelle gebracht zwei ausgezeichnet schdne Camellicn, dle in der Versammlung als Ehrengahen verlooset wurden. 1

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dirende testamentarisch ausgeseßt, und hat dieses Legat die lan: desherrlihe Genehmigung erhalten. 4 Ì |

Zeit auf Musik verwandt worden, als in unseren Tagen von der