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laube auch aus meiner Berehnuttg folgern zu können, daß die Zahl A in England Schul - Unterricht empfangenden Kin- der in demselben Verhältnisse zugenommen hat, #0 daß da, wo 478,000 Kinder unterrichtet wurden, jeßt zwischen 900,000 und 1 Million die Schule besuchen. Fch habe dies in der festen Hoffnung ausgesprochen, daß die Berichte meine Muthmaßungen vollkommen bestätigen werden, und ich bin jeßt im Stande zu zeigen, daß in den Kirchspielen von 32 Grafschaften, welche 10,110,000 Seelen ¡âh- len, meine Angaben sich als vdllig richtig erweisen. Jn diesen 32 Grafschaften, mit Einschluß von Lancashire und Middlesex - sind die Resultate hôchst zufriedenftellend. Statt daß die 480,000 Kinder, welche die nicht dotirten Schulen besuchten, wie ich annahm, sch auf 800,000 oder 1 Million vermehrt hätten, is ihre Zahl bis auf 1,144,000 gestiegen. Während nun die Schülerzahl in den nicht dotirten Schulen auf diese Weise zugenommen, isl tn den dotirten Schulen keinesweges dasselbe Verhältniß wahrzunehmen. Die Schülerzahl in den leßteren hat sich vielmehr von 166/000 auf 150,000 vermindert. Dies führt natürlich zu dem untwiderleglichen Schlusse, daß da, wo so viele Schulen bestehen, deren Mittel theils von den Aeltern selbst, theils von gutgesinnten Personen aufgebracht werden, das System der nichtdotirten Ünterrichts-Anstalten den Vor- zug vor jedem andern zu verdienen scheine. J will jedoch keines- weges damit sagen, daß nichts mehr zu thun bleibt, daß Alles so gut ist, wie nur mdglich, daß genug Schulen vorhanden sind, und daß das Parlament und die Regierung keine Verbindlichkeit in Bezug auf diese Ange= legenheit haben. Wenn ich diese Schulen, die Kinder, welche darin unterrichtet werden, und diesen Unterricht selbst betrachte, so scheinen sie mir vielmehr in vielen Hauptpunkten mangelhaft ju seyn. Er- stens nämlich giebt es zu wenig Schulen im Verhältniß zu der Schüler-Zahl; zweitens kommen die Schüler nicht jung genug in die Schulen, und drittens is der Unterricht zu dürftig. Fch habe mich Überzeugt, daß diese Schulen und die Zahl ihrer Schüler, selbs nach ihrer Vermehrung, noch unzureichend sind. Es ist ferner er- wiesen, daß, während ste Kinder von 7—12 Fahren aufnehmen, doch nur 1 der ganzen Bevölkerung auf diese Weise Unterricht erhält. Die Leßtere beläuft sich auf 13/894,000 Seelen, und die Zahl aller Unterrichteten beläuft sich au etwa 15 oder gar nur 1's dieser Ra, Demnächst is der Unterricht Über das Land auf sehr unverhältnißmäßige Weise vertheilt und gerade da hôchst mangelhaft, wo er am meisten Noth thut. Jm Durchschnitt empfängt, wie bereits gesagt, von der ganzen Bevöôl- Xerung unter 12 Einer Unterricht; das richtige Verhältniß würde Ein Neuntel seyn, *) aber in gewissen Grafschaften is es nur 7's e Und 7, und unter den shlechtesten befinden sich Middlesex und Lancashire. Jn diesen volkreihen Grafschaften wird nur x5, und in den großen Städten London, Westminster und Southwark und in den Manufaktur- Distrikten des Nordens nur ctwa 1's der Bevölkerung unterrichtet. Jm Jahre 1818 empfing von der ganzen Bevölkerung Englands nur „7 Unterricht, in Lancashire N Middlesex », iebt dagegen in diesen beiden Grafschaften 1x Das traurige Resultat dieser Erforschungen ist, daß es in den großen Städten des Landes noch schr an Elementar- Unterricht fehlt. Jch fordere Sie daher auf, diejenigen Mittel zur Abhülfe dieser Uebel zu ergreifen, die in dem Bericht des Unterrichts-Comité's vom F. 1818 € upfohlen worden sind. Dies Comité empfahl dee Regierung als vas beste Mittel , den dffentlichen Unterricht zu befördern, sich an die großen Städte zu wenden, und zwar auf eite Weise, wodurch der Freigebigkeit der Privatpersonen keine Hindernisse in den Weg gelegt würden. Die große Schwierigkeit bei der Errichtung von Schulen war das Aufbringen von Kapitalien zur Erbauung von Schulhäusern. Man {lug vor, diese Schwierigkeit dadurch zu he- ben, daß man nicht sagte: //,-Wir wollen Euch 100 oder 1000 Pfd. geben zur Erbauung Eures Schulhauses/‘///, soudern: „Wenn Jhr eine gewisse Summe durch Subscription aufbringt, so wollen wir das Fehlende zulegen.//// Diesen Grundsaß befolgte die Kir- chenbau-Kommission, und er förderte in der That die Bestrebungen der Einzelnen. Dasselbe sichere Verfahren befolgte die Regierung auch bei der Vertheilung der von dem Unterhause inden Jahren1833 uttd 1834 bewilligten 20,000 Pfd., und ich freue mi / sagen zu Ffönnen/ daß die Art der Verwendung den von den Beförderern des Plans vor- hergesagten Erfolg gehabt hat. Es ward dadurch die Errichtung von Hunderten von Schulen und die Unterzeichnung von vielen tausend Pfd. für den Unterricht veranlaßt. Jch hoffe, dies wird dazu dienen, ale Schwierigkeiten zu beseitigen, die fsih etwa der Bewilligung einer größeren Summe, die auf aleiche Weise verwen- det werden soll, entgegen stellen möchten. — Das Nächste, worauf ih nun aufmerksam zu machen wünsche, ist, daß die wenigen dffent- lihen Schulen die Kinder ers in einem hon zu sehr vorgerüctten Alter aufnehmen. Fch halte die Errichtung von Schulen für kleine Kinder für eine derwichtigsten Verbesserungen der búrgerlichen Verfassung un- seres Landes in diesem Fahrhundert. Wer irgend dite Fähigkeiten, Ge- wohnheiten und den Charakter der Kinder kennt, muß wissen, daß ste lange vor dem siebeuten Jahre, wo sie gewöhnlich zuerst die Schule besuchen, vollkommen reif für den Unterricht sind. Ein Kind is vor dem sechsten Fahre weit fähiger, etwas zu lernen, als nach demselben. Seine Geistesfräfte sind schärfer, scine Aufmerksamkeit ist lebhafter, sein Gedächtniß stärker. Vom zweiten Jahre an lernt das. Kind fortwährend, und seine Wißbegierde vom zweiten bis zum sechsten Jahre ist so groß, so ausdauernd , so unabweislich, daß ich behaupte, es lernt in dieser Zeit, selbs wenn es keine Schule besucht, mehr, und zwar mehr von dem, was ihm in seinem späteren Leben von Nußen ist, als in jeder späteren Periode, und wenn derselbe Mensh auch achtzig Fahre alt würde. Nimmt man etnem Menschen diese Kenntnisse und läßt ihm allein das, was er als alter Bursche in Cambridge gelernt haben mag, o wird er das unwissendsie Geschdpf auf der ganzen Erde seyn. Wie indeß ießt der Unterricht im Allgemeinen ertheilt wird, geht diese, zur Einwirkung auf den kindlichen Geist so geeignete Periode nicht nur vorüber, ohne daß die Kinder lernen, was ste lernen soll- ten, sondern sie lernen gerade das, was ihnen absolut {chädlich ist. Es wäre úÚberflüssig, zu zeigen, welche Vortheile daraus entstehen würden, wenn man diesem Uebel abzuhelfen suchte, das mit den Kinderschulen, sowohl in England als in Frankreich , welches unse» rem Beispiele folgt, verbunden ist. Vor Pediehu Jahren wurde die ersie Klein - Kindershule in Wesiminster errichtet, und Ew. Herrlichkeiten dürfen nur von diesem Hause aus einen {lei- nen Spaziergang machen, um sich von dem wohlthätigen Einflusse dexselben niht nur auf die Kinder, sondern auch auf die Aeltern in der Nachbarschaft zu Überzeugen. Man wird mich vielleicht einen speculativen , sanguinischen , theoretisiren- den Menschen nennen, allein ih habe unter dergleichen Beiwörtern mein ganzes Leben zugebracht, und stets gefunden, daß sie, obgleich sie mich, wie die Luft umgeben, nur wenig Widerstand leisten, wenn man gegen sie drúckt. Fch behaupte daher, daß die Errichtung von Schulen für kleine Kinder in großen Städten, wo Verbrechen häu- fig sind „ das wahre und, mit aller Hochachtung vor meinem edlen Freunde, dem Ober-Kriminal-Richter in England (Lord Denman), sey cs gesagt, auch das einzig wirksame Mittel zur Verhütung der Berbre- chen ist (Hört, hört!) Daß man Strafen verhänge, am von Verbrechen abzuschrecken, und daß es deshalb gut ist, mit dem Galgen „ dem Transport\hi}, dem Zuchthause und der Tretmühle zu strafen, ist eine Sentenz, die man so oft wiederholt hat, daß das Volk am Ende vergessen hat, die Wahrheit derselben zu untersuchen. Fern sey es von mir, zu sagen, daß die Galgen abgeschafft werden und die Kriminal- Richter keine Sihungen mehr halten sollten; denn, obgleich sie we- nig Gutes a: \0 würde ihre Abschaffung doch vielen Nachtheil haben. Es is aber unglaublich, wie wenig unsere Kriminal-Gesehe für die Verhinderung der Verbrechen thun. Alle, die Über diesen Gegenstand geschrieben haben, nehmen an, daß, wenn Jemand ein Verbrechen begehen will, er zuvor den Grad der Strafe, die ihn treffen könnte, berechnet, wie ein Kaufmann die Möglichkeit des Gewin-
*) Jn Preußen und im Großherzogthum Baden is es (wie gestern auch un- ter Karlsruhe erwähnt wuvde) ein Sechstel der ganzen Vevölkerung, das durch-
schnittlich Unterricht genießt,
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nes und Verlustes berechnet. Kann aber wohl irgend Femand daratt zweifeln, daß die aue Verbrechen, welche die Gesellschaft am meisten zu verhindern suchen sollte, in einem Zustande der Raserei, wo die Vernunft úbertäubt i, begangen werden? Da nun die Strafe sie nicht verhindern kann, so muß man auf andere wirksame Mittel sinnen. Fch seße großes Vertrauen auf die Gewohnheit, auf welche zu allen Zeiten die Geseßgeber, wte die Schullehrer, sich mit Recht verlassen haben. Man mache die Rüchternheit zu einer Gewohnheit, und die Unmäßigkeit wird verabscheut werden; man mache die Klugheit zu einer Gewohnheit, und das sorglose Laster wird dem Kinde eben so zuwider seyn, wie die gröbsten Ver- brechen es Euren Herrlichkeiten sind. Es ist nicht die obere oder die Mittel - Klasse in großen Städten, welche die Gefängnisse des Landes fúllt, ja es ist auch nicht die Klasse, welche unmittelbar auf die Mittel - Klasse folgt, die der Handwerker und ihrer Gesellen; die Quelle des Uebels findet si unter dem niedrigsicn und unwis- sendsten Theile der Bevölkerung großer Städte. Fch zweifle durch- aus nicht, daß, wenn man dem System der Schulen für kleine Kinder eine größere Ausdehnung giebt, dies so schnell und in cinem solchen Grade den moralischen Zusiand des Volkes bessern wird, wie wohl nur Wenige sih vorstellen mögen. Unsere Gefängnisse sind jeßt mit Hunderten von sogenannten jugendlichen Verbrechern von 8, 9, 10 Fahren angefüllt, die nur durch Zufall Uebertreter der Geseße wurden. Aber wenn diese Kinder ihr Noviziat im Gefäng=- nig überstanden haben und entlassen werden, sind ste zu jedem Ver- hrechen geschickt. Wenn, statt dieser Pflanzschulen des Lasters, Schu- len für fleine Kinder errichtet würden, so kann ih zuversichtlich vovrhersagen , daß dadurch mehr, als durch irgend ein anderes Mlt=- tel, für die Ausrottung der Verbrechen geschehen wird. Andere Schulen stiften allerdings einiges Gute, aber es ist sehr wenig, und es giebt, im Allgemeinen, nichts Absurderes, als das, was man dort Unterricht nennt, und das selten besser is, als eine Art von Faul- heit oder Unthätigkeit; unter 10 Kindern verlassen 9 die Schule, ohne etwas mehr gelernt zu haben, als was sie schon beim Anfange ihres Schulbesuchs lernen mußten. Jn Lancashire besucht von 210 Kindern 1 die Schule, in Cheshire 1 von 221, in Derbyshire 1 von 206 und in Cumberland, Wesimoreland und anderen ndrdlichen Graf- schaften giebt es gar keine Schulen für kleine Kinder. Ehe ich wet- ter gehe, muß ich noch ein Wort sagen über einen Ausspruch , den man so oft wiederholen hdrt, daß nämlich mit der Vermehs- rung- des Unterrichts auch die Verbrechen sich vermehrten. Fch leugne dies. Verbrechen und Unwissenheit sind dagegen fast îmmer verbunden. Es ergiebt sh aus den Untersuchungen in den Fahren der Brandstiftungen, 1830 und 1831, daß von 700 Gefan- genen nur 150 thren Namen schreiben konnten. Von den in Newgate eingesperrten Knaben konnte nicht cin Drittheil und in dem Hospi- tal für Dürsftige kann nur Einer unter 30 oder 35 lesen. Der innige Zusammenhang zwischen Verbrechen und Unwissenheit ist da- her ganz deutlich. Fm Jahre 1817 wurde in Frankreich nur ein Kind von 35 unterrichtet. Die Bekanntmachung dieser Thatsache hatte die Folge, daß durch Privatpersonen, unter Beistand der Ré- gierung, in zwei Fahren schon ein Kind von 28 Unterricht genoß. Fn Holland giebt es, nach Cuvier, Schulen für un- gefähr ein Zehntel der Bevölkerung. Jn Württemberg, werdet Schulen dur die Kirchen - Fonds unterhalten. Jn Dânemark, in Bayern und Sachsen giebt es elite Schulsieuer. Fn Rußland hat die Regierung Schulen für den Volks-Unterricht in den Städ- ten errichter. Fn Schweden und Preußen ift unter 1000 nicht Einer, der nicht SchuT-Unterricht empfängt. Fn Frankreich ist fast in jedem Winkel des Landes eine Rormal-Schule, d. h. eine Schule zur Bildung von Lehrern. Fn Nassanr , Württemberg, in einigen Theilen von Oesterreich, in Baden und in anderen Ländern des Kontinents sind Rormal- Schulen, und -nirgends begnügt man sich dort mit den erbärmlichen Brosamen des Unterrichts, der in den Volks-Schulen Englands ertheilt wird. Außer dem Lesen, Schrèiben und Rechnen erhalten die Schüler auch Unterricht in dexr Geographie, Mathema-= tif, in einigen Zweigen der Naturgeschichte und im Zeichnen. Mein Vorschlag beabsichtigt keinesweges, irgend eincr der ießt beste- henden vortrefflichen Schulen in den Weg zu treten. Es würde indeß von unendlichem Nußen seyn, in London vier oder funf Normal- Schulen zu errichten, worin die Lehrer in der besten Lehrmethode Unterricht. empfingen. Diese Normal-Schulen könnten bald 5—600 geschikté Lehrer liefern, deren Wirken im ganzen Lande von den wohlthätigsten Folgen seyn würde. Jn feüberen Zeiten haben man- che Leute geglaubt, durch die Gründung von Findelhäusern ein gu- tes Werk zu stiften, und im vorigen Jahrhundert hielt man die Er- richtung eines solchen Findelhauses în jedem Kirchspiel für das beste Mittel zur Verminderung der Fmmoralität. Diese Täuschung ist längst verschwunden, die Fonds dieser Stiftungen stnd anderweitig verwen=- det und nur der Name derselben ist Úbrig geblieben. England isi in dieser Beziehung in den leßten Fahren sehr vorgeschritten und hat Insti- tute abgeschafft, welche die ernstlichsten Uebel erzeugt haben. Jch habe die Findelhäuser erwähnt, um zu zetgen- daß, obgleich die Schenkungen von Geld und Ländereien ursprünglich nur für die Unterhaltung solcher Anstalten gemacht wurden und Hunderttau- sende darauf verwendet wurden, das Parlament dennoch feinen An- ftand nahm, die Fonds zu cinem anderen Zweck zu verwenden „ als wozu sie ursprünglich bestimmt waren. Das Parlament hat dasselbe Recht, in jedem anderen Falle, wo eine schädliche Verwendung mild- thâtiger Stiftungen stattfindet, einzuschreiten. Es sind große Sums- men Geldes bei Vertheilung der Fonds mehrerer dotirten Schulen auf die nußloseste Weise vergeudet worden So betrugen im Fahre 1819 die Fonds der dotirten Schulen in Middlesex 31,000 Pfd. und die Zahl der Schüler 2260. Fn London beliefen sich die Fonds für einen ähnlichen Zweck auf 84,000 Pfd. jährlich, und die Zahl der Kinder überstieg nicht 1630. Ob man die Fonds dieser Fnstitute auf eine andere Weise verwenden darf, ist eine Frage, die mit bedeutenden Schwierigkeiten verknüpft ist, und in die ich hier nicht eingehen will. Jedenfalls muß man jedoch ein wachsames Auge auf diese Fnstitute haben und die Vorsteher zur Rechenschaft über die Verwendung der Fonds anhalten. Jm Laufe von dret Monaten sind mir im Kanzleihofe vier oder fünf Fälle vorgekom- men, wo sich in den Stiftungen die Zahl der armen Zöglinge von 180 bis auf einen oder zwei vermindert hatte. Die Ein- künfte wurden so pünktlich wie immer gezahlt, die Einrich- tung für Schüler war eben so gut, als damals, wo die Dotirung fiattgefunden hatte, alle Ausgaben der Schule waren bezahlt, aber aller Vortheil, welcher daraus erwuchs, kam nur dem Reichen und nicht dem Arnien zu gute, und das Juteresse des Vorstehers schien allein dabei berücksichtigt zu werden. (Hört!) Solche und noch ârgere Mißbräuche müssen fortbestehen, so lange die Direktoren ihre Stellung einnchmen, ohne daß thuen Bedingungen gemacht werden, und so lange nicht eine verantwortliche Körperschaft ernannt wird, mit der deutlichen Vollmacht, den Direktoren Bedingungett, unter denen ihnen das Amt als Lehrer übertragen werden soll,- vor- ulegen.// i ; i Nachdem Lord Brougham seine Rede beendigt hatte, legte er dem Hause vierzehn Vorschläge in Bezug auf das Unter- richtswesen vor. |
Unterhaus. Sigzung vom 22. Mai. (Nachtrag. ) Nachdem Sir R. Peel (wie gestern gemeldet) erklärt hatte, daß er das weitere Verfahren mit seiner Bill in Betreff der Trau- ungen der Dissenters den jeßigen Ministern überlassen wolle, trug er nur noch pro forma auf die Me Lesung derjelben an, die auch nah einigen Debatten genehmigt wurde, mit der Hinzufü- gung, daß sie über drei Wochen an den Aus\{uß verwiesen wer- den solle. Die Bill über die Registrirung der Wähler wurde auf Antrag des Lord John Russell einer besonderen Kommission zur Prúfung überwiesen, obgleich dieser Minister (wie die Times bemerkt) im verflossenen März erklärt hatte, die einzige Folge
von einer solchen Ueberweisung würde seyn, daß die Bill ganz verstümmelt wieder in das Haus zurückgelangen würde. Lord
| dem vorgeschlagenen Vertheidigungs -Plan gegen die H
Russell zeigte in derselben Sißung noch an, daß er am 1, Jy sgtaatsstreich se
um die Erlaubniß nachsuchen werde, eine Bill zur Verbessery
des Englischen Munizipal - Corporationswesens einbringen Tad)
dürfen, und erklärte auf eine von Oberst Sibthorp an ihn
richtete Frage, daß das Ministerium nicht daran denke, den Oberli se Fox als Kommissar nah Kanada zu senden. Der übrige Tis Seiten der Sißung wurde mit Bewillignng U Veranschlagungy
für die Armee im Subsidien-Ausschusse hingebracht. Niederlande.
Amsterdam, 19. Mai. (Alt. Merk.) Wir leben biet in Beziehung auf unsere Verhältnisse zu den südlichen Nag! ren, fortwährend in einem provisorischen Zustande, a ded Krieg noch Frieden, müssen den größten Theil der Krieg Vsta noch tragen, und befinden uns, in sofern bloß von den industrie, len und Handels - Interessen der Nation die Rede is , gy gut dabei. Es muß jedem Reisenden auffallen, der Holland {i 163A nicht besucht hätte, welch ein reges Leben sich hier in der turen Zeit entwickelt hat. Unsere Schwesterstadt Harlem is nit wi, derzuerkennen. Die Grundstucke wie die Baupläße sind uy das Doppelte im Preise gestiegen. Bereits sind drei große Fah, Gebäude aufgeführt, ihre Maschinen und Arbeiter in voller Wz, tigkeit, und viele andere im Entstehen begrissen. Die Besuluy gen sind so ansehnlich, daß man nicht allen ein Genüge kann. Obgleich für die Verbindung mit Amsterdam dur h kostbare Klinker-Chaussee und durch die künstlichen zu den nat, lichen hinzugekommenen Wasser-Communicationen hinlängli y sorgt ist, jo findet doch der Plan, eine Eisenbahn anzulegen, Wh nahme, weil die Ausführung als eine bloße Luxus-Unternehmunse die reichere Klasse allerdings einige Annehmlichkeiten mit sich füy würde; auch dürfte sie gute Zinsen für die Interessenten ahy fen, wenn die Kosten, die, nah dem Anschlage im Prospecy eine Million Gulden betragen sollen, diese Summe nicht ih, stiegen. Fiele die Speculation zur Zufriedenheit der Untern mer aus, so wúrde die Bahn wohl nach Leyden, dem Pan un Rotterdam verlängert werden, auch die hier gemachten rfahrw gen bei der nah Cöln anzulegenden Bahn vortheilhaft zu nußen seyn. Jn Rotterdam hat mit dem vermehrten Wohlsanh die Bevölkerung so zugenommen, daß man darauf bedacht if, die Stadt bedeutend zu erweitern. Unser Handel mit Deutsch land hat vorzüglich sehr gewonnen. Man kann rechnen, d längs dem Rheine das Doppelte von dem versandt wird, was zur Zeit unserer Vereinigung mit Belgien dorthin abgest wurde. Ein Zweig, bei dem ansehnlich verdient worden und nh verdient wird, ist die Rhederei für die Fahrt nach Ostindien, Ueber 80 große Schiffe treiben jeßt dieses Geschäft, das frühn allein in den Händen der Amerikaner und Engländer wt, Unter den Javaschen Erzeugnissen, deren Kultur besonders u nimmt, spielt Jundigo eine Hauptrolle, wovon die Qualität da Bengalischen ähnlich ist und ihr beinahe gleich kommt. Diesy vermehrten Ergiebigkeit so mancher Quellen des Wohlstandes if es allein zuzuschreiben, daß die Regierung bis jeßt ohne gros! Schwierigkeit die nöthigen Gelder zur Erhaltung des Staat gebäudes gefunden hat. Unsere Fonds werden fortwährend y hohen Preisen nach England, Frankreich, Deutschland und sells
nach Jtalien abgeseßt. Bei einer neuen Anleihe von 10 Mill Gulden, welche dieser Tage für Rechnung der Östindischen Hay dels - Gesellschaft zu einem besonderen geheim gehaltenen Zwei
erdffnet worden, die nur 42 pCt. Zinsen giebt, ohne alle Aui sicht auf eine außerordentliche Dividende, sind 129 MiGone Gulden al pari gezeichnet worden und sie sind bereits 1021 hi 103 notirt. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, d der Handelsstand und die Fabrikanten mit der Erhaltung d Statu quo in unseren Verhältnissen zu Belgien ganz zufried sind und fúrs erste keine Veränderung wünschen.
Belgien.
Brüssel, 25. Mai. Zur Ergänzung der in beiden F mern gescblich ausscheidenden Zahl von Mitgliedern sindl Wahlkollegien der ‘Provinzen Ostflandern, Hennegau, Lüttichu Limburg auf den 9. Juni d. J. zusammenberufen.
Der Moniteur meldet, daß die Regierung, in Gemijhi des Geseßes vom 1. Okt. die Auslieferung zweier nach Belt geflüchteter Franzosen, von denen der Eine wegen Falschmünzt und der Andere wegen Fälschung von Aktenstücken in Frankrei fontumacialiter verurtheilt worden, angeordnet habe.
Neben der Eisenbahn sind gestern auch auf der Chauss von Brüssel nach Mecheln Versuche mit Dampfwagen angestel worden.
— Jn einem von der Times mitgetheilten Privat-Sh ben aus Brüssel vom 15. Mai liest man: „Die pldgli
Schließung der beiden Kammern durch eine höchst unerwat} i, j l Botschaft der Regierung, welche der Minister des Jnnern V, das die Gränze zwischen Jndien und stern der Deputirten-Kammer mittheilte, hat hier große S1}
tion erregt und wird wahrscheinlich im ganzen Lande einen ungünstigen Eindruck machen. Der ostensible Grund zu Maßregel ist die geringe Wahrscheinlichkeit, daß die Kam noch vor der Zeit der neuen Wahlen über verschiedene ihnen | liegende Gegenstände würden entscheiden können. Aber dies auch wirkli der Fall wäre, so kann das Publikum do! rin keine Nothwendigkeit für dies plôbliche Aufhören allt} gislativen Geschäfte erkennen, wenn es nicht etwas tiefer W die Oberfläche der ministeriellen Sreláeung blit. Der richt Grund für diesen, entschieden unpopulairen Schritt is! Wahrscheinlichkeit, daß das Ministerium bei der Abstim über die Ernennung der Schöffen eine zweite Niederlage den würde. Diese Entscheidung war auf den nächsten Mi festgeseßt und es is anzunehmen, daß die Deputirten ihr f res Votum, wonach die Munizipalräthe und nicht der M jene Magistrats-Personen ernennen sollten, würden bestätigt) ben. Ein anderer Grund fr das gestrige Ereigniß liegt N bar in den an die Minister gerichteten Fragen über die 4 \a6-Centimen, deren Discussion die Minister in sehr große hi legenheit geseßt haben würde. " Dieser Zuschuß zu dem W wurde bekanntlich im vorigen Dezember bewilligt, als die? lassung des Melbourneschen Ministeriums in England und f drohende Demonstrationen der Holländer die Möglichkeit L Krieges sehen ließen. Da die Bewegungen an der Hollánd e schon lange aufgehört haben und das Melbourl Mini ¿ Oppositions - Mitglieder behauptet, daß die Nothwendiglel die erwähnte Auflage nicht länger vorhanden sey. Die i rung dagegen hat die Absicht zu erkennen gegeben, die auf Weise erhobenen 6 Millionen Franken zur Errichtung eines theidigungslinie in der Campine (Kämpenland) zu verw s ist niche wahrscheinlich, daß die Kammer über diesen “u bedeutende Schwierigkeiten erhoben hätte, denn die De | günstig. Es giebt daher vielleiht noch ernstere
welhe das Ministerium gezwungen haben, zl V
ine Zuflucht zu nehmen, der die Folge hat, Lande in einem ungünstigen Lichte erscheinen. Jag halte es zunächst für wahrscheinlich, daß die Regierung die ¡age über die Befestigungen keiner übereilten Diskussion aus- Diese neue Befestigungs-Linie würde wohl von
Hollands und anderer Mächte Widerspruch erfahren und zeitige Darlegung in den Kammern den ganzen Plan ver- en haben. Dies mag man wohl bei dem unangenehmen und legenen Verfahren des gestrigen Tages berúcksichtigt haben. e Frage Über das Kommunal-Ge
seß ist ohne Zweifel eine sehr für die politische Organisati aRLS e
on des Landes, indeß haben ournale und selbs einige Deputirte sie, auf eine hdchst ebene Weise, als Vorläuferin einer neuen Revolution dar- , Das Wahre ist, daß das Volk dieses Landes zu glück- , um anders als dur gewaltsame Aufreizungen erregt zu und die Liberalen sind genöthigt, zu viel ster handeln zu lassen, wie es ihnen belie
Dänemark. Kopenhagen, 23. Mai.
u thun, oder
} Dienstag Abends um 10 Uhr Se. Königl. Hoheit Prinz Christian Frederik nebst Ge- mhlin und Gefolge von hier nah Fühnen. Nachdem der Prinz jn Gouvernement inspicirt hat, gedenken Jhre Königl. Hoheiten ch Alsen Und nah Schleswig zu gehen und erst nach zwei Monaten wieder in der Sommer-Residenz Sorgenfrey einzutreffen. Der Königl. Preußische Gesandte, Freiherr Schoulß von st von Stettin hier angekommen. Versammlung der Königl. Gesellschaft der Wissen- schaften am 8. May, ertheilte der Secretair, Etatsrath und Pro- fessor Dersted, einen Bericht über die merkwürdige Uebereinstim- mung zwischen den am 5. und 6. Nov. v. J. in Kopenhagen ind Mayland angestellten magnetischen Beobachtungen und hielt (nen Vortrag Über einige Bemerkungen, die er über das Glatt- (is (Jisflag) gemacht hatte. — Auf Anlaß der Frage eines Un- b zu der Prämie für die beste Schrift über Kom- nunälwesen, auch eine Schrist eingesendet werden könne, welche hlog Schleswig oder Schleswig - Holstein betrefse? hat die Ge- sllchaft beschlossen: „daß sie keine Schrift, die bloß das Kom- minalwesen in den Herzogthümern betreffe, zum Anspruch auf gmunnte Prämie empfangen könne ; 1 besondern ‘Prämie belohnen wolle, deren Größe sie nach den \nstánden bestimmen werde.
Deutschland.
Braunschweig, 25. Mai. Jn Folge und zur Ausführung js Steuer- und Zoll - Vertrags mit Hannover ist für die Ver- waltung der mit diesem Staate gemeinschaftlichen Abgaben eine hesondere, unter der Aufsicht und Leitung der Herzogl. Steuer- Direction stehende Behörde, unter der Benennung: „Ober- Jn- jection der indirekten Steuern“, hierselbst angeordnet worden, hie aus einem Ober-Steuer-Jnspektor und einem oder mehreren decretairen, so wie dem nöthigen Unter-Personale besteht, und wilcher sämmtliche hinsichtlich der gemeinschaftlichen indirekten gaben angestellte Beamte, namentlich die Kreis-, Stadt- und haéhofs - Controlleure, so wie die Erhebungs- und Kontroll- Beamten aller Art, unmittelbar untergeordnet sind.
Durch Geseße vom 7ten und 10ten d. M. sind die Grund- bgaben, die direkten persdnlichen Abgaben und die Stempel- Steler auf Courantgeld festgeseßt und eine neue Sportel- Ord- ung ex(assen worden.
UAscheradet,
etaninten y o
daß sie solche aber mit ei-
Ostindien.
Die Direction der Ostindischen Compagnie fürchtet, im leßten Jahre ein Defizit von 00,000 Pfd. St. geben. Man erwartet die Abschließung der Rechnungen, aber sie wird das vorausgesehene Resultat nur in Wenigem ändern : es ist die unausbleibliche Folge der Abschaf- ung des Thee-Monopols. Der Verkauf des Eigenthums der kompagnie als Handels-Corporation, Waaren und Waarenhäuser, Diffe, Seiden- und Baumwollen - Faktoreien u. \. w. wird al- {dings Mittel geben, das Defizit durch Zurückbezahlung des proc. Anlehens zu vermindern, aber die Finanzen der Com- agnie können sich nicht erholen, bis das Parlament die Gleichstel- ung der Zölle auf Ost- und Westindische , vas die direkte Steuer in Indien sogleich Es ist umsonst, Naßregel die Z
ie Finanzen von Judien
Produkte zugegeben j wieder heben würde. sich gegen die Evidenz zu sträuben, daß an dieser ukunft von Jndien hängt; alle sonstigen Versuche schen Regierung, dem Agrikultur - Jnteresse des Landes elfen, kdnnen nur dann gelingen. — Man scheint sich in Utta große Hossnungen auf den E em“ Abhange des Himalaya zu machen ;
Suddea in Assam auf dem westlichen
rfolg der Thee-Kultur auf Capitain Jenkins hat Abhange des Gebir- der Chinesischen Pro- , und einige den, Botaniker der Compagnie g daß es die eigentliche Chinesische und ihre Blätter einen dem Bohea ähnlichen Thee hat das Gouvernement von Bengalen einen um sih Thee - Samen die mit dem Bau dessel- y Der Agent begab sich in ei- n Schisse an die Küste der Provinz Fokien, schwarze Thee produzirt wird, landete mit Missionair Gúzlaff als Dolmetscher und einem Wegweiser, und drang ohne Schwierigkeit bis. ins te, und die Behandlung der zelingen dieses Planes im weil die viele
JUn-nan bildet, die Theepflanze wild gefunden Dr. Wallich, ; welcher erklärt hat,
erselben an
genten nach d Pflanzen, n bekannt seyen Y nellsegelnde
geschickt und Chinesen, zu verschaffen.
hi Deutschen
er sich Samen verscha ) Allein das is überaus zweifelhaft, Bereitung der Blätter erfordert, | edern Arbeitslohn, / in den Thälern des Himala
anze beob
Handarbeit, rt, eine große Bevdlke- wie in China, vorausse6t, was ya und in Assam nicht findet.
_Fnland. Im verflossenen Jahre hatte
( Stettin ein Verein zur aft in allen ihren Zweigen, Fabri- so wie zur Beförderung chst mit besonderer Rücé- K Das in der Versamm- . J. entworfene Statut des Vereins ist I n l Da oes Königs von dem Mini- er Polizei bestäti Vereine Cor / N
lin, 39. Mai.
hagener Kreise des ung der Landwirthsch Und Neben - Beschä ntelligenz und Sicttli genannten Kreis, gebildet.
Reg. Bez.
ftigungen ,
erium wieder zur Macht gelangt i o haben ‘F ô E A I cchfeit, zuná
g vom 17. Fi Allerhdchste
: und in Folge des- porations-Rechte beigelegt worden. Nach eht der Verein aus wirklichen
itgliedern und zerfällt in steren den
, Ehren- und for- 7 Abtheilungen , von Ackerbau nebst Futtergewächs- und
pondirenden
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tenbau und Obstzucht, Nebengewerbe der Landwirthschaft und endlich Wald - Kultur umfassen, die 7te Abtheilung aber für alle Bestrebungen gebildet ist, welche auf die Erhöhung der Andustrie, Intelligenz und Sittlichkeit im Allgemeinen berechnet sind. Jn etnigen, den Statuten beigefügten begleitenden und erläuternden Worten hat der zeitige Direktor des Vereins, Gutsbesizer Dr. Cranz auf Brusenfelde, die Gesichtspunkte näher angedeutet, welche insbesondere jene siebente Abtheilung zu befolgen bemüht seyn wird. Sie wird auf die Belebung der Ÿntelligenz und Industrie in den unteren Volks - Klassen, vorzüglich durch Bei- spiel, mündliche Belehrung, Vertheilung gedruckter Anweisungen zur Einführung und Verbesserung einzelner Zweige der Kultur, Austheilung von Sämereien, Aussebung von Prämien und ganz besonders durch die Anlegung von Gemeinde - Obstbaumschulen in Verbindung mit dem Schul-Unterrichte und eigener Bearbei- tung durch die Schulkinder einwirken; in Hinsicht auf Befödrde- rung der Moralität und Sittlichkeit, und Bewirkung ihrer Grund- Bedingungen, der Arbeitsamkeit, Ordnung, Mäßigkeit und Spar- samkeit aber, dem immer mehr überhand nehmenden Betteln der städtischen Armen durch alle geeignete Mittel entgegenwirken, durch Errichtung von Prämien- und Spar - Kassen, nah dem Beispiele des Vereins jur Beförderung der Sparsamkeit in Achen, sowohl bei jener Menschenklasse, als auch bei dem Gesinde, Tageldhnern und kleinen Handarbeitern den Sinn für Sparsam- keit und Mäßigkeit überall aaregen und fördern, und auf die moralische Besserung des Gesindes ihr besonderes Augen- merk richten. Zu dieser siebenten Abtheilung ist auch allen denen und zwar gegen einen ermäßigten jährlichen Beitrag, der Zutritt gestattet, welche sich weniger für die landwirthschaftlichen Zwecke des Vereins, als vielmehr nur für die damit verbundenen Werke der Nächstenliebe und ande- ren moralischen Einwirkungen interessiren. — Am 15ten v. M. fand statutenmäßig die lezte Versammlung für das erste Ver- einsjahr in der Stadt Greifenhagen statt, welche si{ch einer zahl- reichen Theilnahme der seit dem Entstehen des Vereins sehr ver- mehrten Zahl der Mitglieder erfreute. Der Direktor des Ver- eins, Dr. Cranz, eróffnete die Sißung mit einer Rede, in wel- cher er zunächst der als sicheren Beweis für die Billigung und Theilnahme an den auf erhdhte National - Wohlfahrt berechneten Zwecken des Vereins geltenden Ms der Mitglieder, noch che einmal die Statuten durch den Druck veröffentlicht waren, erwähnte, die gedruckten Statuten vorlegte, deren möglichste Ver- breitung bevorwortete, die Resultate der bisherigen Wirksamkeit des Vereins erwähnte, zu neuen landwirthschaftlichen Versuchen, insbesondere zum Anbau mehrerer Futterkräuter, Gemüsearten 2c. unter Austheilung von Samen aufforderte, die Fortsezung ei- nes früher von ihm begonnenen Aufsaßzes über die vorzüglichsten Düngungsmittel vorlegte, der Eröffnung der von ihm begutach- teten und bis zur gänzlichen Ausführung gefdrderten Errichtung einer staats- und landwirthschaftlichen Akademie in Greifswald und Eldena gedachte und mit dem Wunsche \{loß, daß der 10. Oktober d. J., als der nächste Tag der Versammlung , diese in- mitten eines reichen Schaßes aufs neue gemachter Erfahrungen wieder vereint sehen möge. Der Vortrag einiger von andern Mitgliedern des Vereins verfaßten Abhandlungen, und darauf ein gemeinschaftliches, durch Frohsinn gewürztes Mahl beschloß die Versammlung.
Meteorologische Beobachtung.
1835. Morgens | Nachmitt. | Abends Nach einmaliger 29. Mat. | 6 Uhr. 2 Uhr. | 10 ubr, | Beobachtutg,
Luftdruck . (335, 6 o’’Par. 334,6 3 ’Par./333/9 6 "Par.fQuellwärme 7,3 ® R. Luftwärme| 10,8 ® R. 17,7 ° R. | 11,2 R. !Flufwärme 12,3 ® R. Thaupunftt| 8,5 ° R. 10,6 °R. | 10,3 ° R. [Bodenwärme 11,0 ° R. Dunstsättg| 84 pCt. 58 yCt. 93 pCt. [Ausdünst. 0,080" Rh. Wetter, | halbheiter. | halbheiter. trübe. [Niederschlag 0, e 8 1 "Rh. On O. SO. SW. {Nachmittags 5 Uhr Go- Wolkenzug| — SED.… witd
Tagesmittel : 334,3 6/// Par... 13 29R... 9,s5%R... 78 PCt.
Berliner Börse. Den 30. Mai 1835. Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preufs. Cour.)
| Z/\BriefGeld] |Zf. |Brief\@eld.
St.-Schuld-Scb. | 4 [1002 [1001 sOstpr, Pfandbr. | 4 [102 | — Pr. Bugl. Obl. 30.) 4 | 982 | 981 Pomm. do. 4 [1063 | — Präm.Sch.d.Seeh.| — | 632 | 631 IKur- u. Neum. do.! 4 1035 ! — Kurm. Obl, m.1.C.| 4 [101 — jSchlesische do.| 4 [1068 | — Neum.fnt.Sch.do.| 4 [1002 | — [Rkst.C.u.Z.-Sch. Berl. Stadt-Obl] 4 [1003 | — d. K- u. N |—! — |81 Königsb. do, 4 | — | — — Elbing, do. 45 | 995 | — jGold al marco | -— |216 |215 Danz. do, in Th.| — | x —- [Neue Duk. ..|— [1823| _— Westpr. Pfandbr.| 4 (102 | — Friedrichsd’or. .| — 137 | 132 Grossùz. Pos. do.| 4 [1622 | — Disconto. .... L IA T C I S T ITS A T G Q
Preufss. Cour.
Wechsel-Cours. A Bruef. | Geld.
E T A Amatordân a 250 Fl. Kurz 1417 — Qt A eia S R 250 Fl. |2 Mt. 1A h C 300 Mk. |Kurz 1515 | — O E e O S 300 Mk. |2 Mi. 1DLE þ odo es 00A L A 1 LSt. |3 Mt. -— 6 247 S 300 Fr. |2 Mt. 807 — Wien in 20 N N 150 Fl. |2 Mt. 1035 | 1033 A E l 150 Fl. |2 Mi. 103# | — Be 100 Thl. |2 Mt. 991 — V 100 Thl. |8 Tage — 102{ Frankfurt a. M WZ. ..... 150 Fl. [2 Mt. 1027 —- Bee 100 Rbl. 13 Woch. 304 30 Watnchal s aa 600 Fi. [Kurz — —
Auswärtige Börsen,
edes t ¿Mater dams 25. Mai.
ieder]. wirkl. Schuld 56. 52 do. 1011, Ausg. Schuld 1. Kanz-Bill. 25/7. 448 Amort. 951. 342 804. Russ. 992, OesteZ 995. Preuxss. Präm,-Seheine 1112. do. 48 Anl, —. Span. 52 45 32 271. e
R L Ml Petersburg, 22. Mai.
ond. 1035. Amsterdam —. Hamburg 912, Paris 1112. Silber- Rub. 3571. 58§ Inscript. Ser. Il. 108, 4
Königliche Schauspiele. Sonntag, 31. Mai. Jm Opernhause : Ich irre mich nie,
esen-Kultur, Viehzucht aller Art, Handels-Gewächsbau, Gar-
Lustspiel in 1 Aft, von C. Lebrun. Hierauf, auf Befehl: Die Sylphide, Ballet ‘in 2 Abth., von Ph. Taglioni 9
Im Schauspielhause: Fanchon, Operette in 3 Abth. Musik von Fimmel. 9 èontag, 1. Juni. Jm Schauspielhause: Die Dame auf Schloß Avenel, Oper in 3 Abth. Musik von Boieldieu. Jn Potsdam: Die Einfalt vom Lande, Lustspiel in 4 Abth., vom Dr. C. Töpfer. Und: Solotanz.
Königstädtisches Theater.
Sonntag, 31. Mai. Endlich hat er es do gut gemacht! Lustspiel in 3 Akten, von Albini. Hierauf: Sieben Mádchen in Uniform, Vaudeville - Posse in 1 Akt, nach Théaulon, frei bearbeitet von L. Angely. (Neu einstudirt. Olle. Burghardt : Julie.) Zwischen beiden Stücken: Ouverture aus der Oper: ¡Die Stumme von Portici.‘ Hierauf: Variationen von Rode vorgetragen von Dlle. Vial. \
Montag, 1. Juni. Das Königreich der Weiber, oder: Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, von Friedr. Ae Vorher: Der Lügenfeind, Lustspiel in 1 Akt, von A.
oland.
Neueste Nachrichten.
_ Paris, 24. Mai. Der König und die gesammte König- liche Familie begaben sich gestern, in Begleitung des Prinzen Leopold von Sicilien, nah Neuilly, wo sie zu Mittag speisten. Heute findet, dem fremden Gaste zu Ehren , eine große Parade der Truppen der Garnison auf dem Marsfelde statt.
Heute Vormittag hielt der König einen l! stündigen Mini- ster - Rath.
Nachdem in der gestrigen Sißung der Deputirten- Kammer der Berichterstatter Herr Sauzet die Debatte über den Antrag, Herrn Audry - de - Puyraveau von der Pairs - Kammer belangen zu lassen, zusammengefaßt haite, trug Herr Baude darauf an, daß die verlangte Auto- risation auch in Bezug auf diesen Deputirten verweigert werde, da kein Grund vorhanden sey, ihn als Theilnehmer an dem inkrimirten Schreiben zu betrachten. Die Herren Dufaure und Odilon-Barrot, so wie mehrere andere Oppositions-Mit- glieder versicherten, Herr Audry-de-Puyraveau habe ihnen selbft gesagt, daß er jenes Schreiben nicht unterzeichnet habe. Auch Herr Garnier-Pagès erklärte, daß der Name des Herrn Audry: de-Puyraveau ohne dessen Mitwissen unter das gedachte Schreiben geseßt worden sey. Nichtsdestoweniger wurde, als es zur Abstimmung kam, der Antrag der Kommission mit beträcht- licher Stimmen-Mehrheit angenommen. Die Versammlung trennte sih um 6: Uhr in großer Aufregung.
Morgen erscheint der Herausgeber des „, Reformateur““, Herr Jaffrenou, vor den Schranken der Deputirten - Kammer, um sich wegen seines Artikels über die „geselzgebenden Todtschlä- ger“, mit welchem Namen er gestern die Deputirten belegt hatte, zu rechtfertigen.
Der diesseitige Botschafter in London, General Sebastiani, zeigt seinen bisherigen Kommittenten in Vervins an, daß, da sein gegenwärtiger diplomatischer Posten ihm eine forrgejekte E von der Hauptstadt zur Pflicht mache, er sein De- putirten-Amt hiermit niederlege.
Der heutige Moniteur enthält drei Königl. Verordnun- gen, wodurch die Wahl-Kollegien zu Tournon, Mont-de-Marsan und Vervins resp. auf den 13., 15. und 29. Juni einberufen werden, um, da Herr Boissy d’Anglas im Amte befdrdert, die Herren Laurence und Sebastiani aber als ausgeschieden aus der Kammer erklärt worden sind, neue Deputirte zu wählen.
Die Akademie der s{önen Künste hatte gestern an die Stelle des verstorbenen Boyeldieu ein neues Mitglied zu wähs len. Halevy, Reicha und Onslow waren die vornehmsten Kan- didaten. Reicha wurde mit 20 Stimmen gewählt. Halevy, als Opern-Compositeur weit bekannter und beliebter, erhielt nur 16 Stimmen.
Auch gestern Abend bildeten sih wieder einzelne Gruppen in der i des Thores St. Martin; sie verhielten sich indessen ziemlich ruhig.
Von der Spanischen Gränze vernimmt man, daß das Ausreißen der völlig demoralisirten Truppen der Königin täglich mehr überhand nimmt. Zumalacarreguy soll ganze Bataillone aus Deserteuren bilden. Dieser General hat sich am löten des Forts Ligory bemächtigt und die etwa 400 Mann starke Besaz- zung zu Gefangenen gemacht. Er soll dort auch viel Kriegs- Munition vorgefunden haben.
Die Nachrichten aus der Hauptstadt Spaniens gehen bis zum 18. Mai. Die Madrider Zeitung enthält eine „Dar- legung des Regentschafts-Rathes an die Königin.““ Es wird darin Unwillen ausgedrückt über das Attentat vom 11. Mai, das sich an die Mord-Scenen vom 17. Juli 1834 und 18. Jan. 1835 knüpfe. Diese Darlegung war von Herrn Martinez de la Rosa an Herrn Medrano, den Minister des Junern, der zu Aranjuez ist, gerich- tet, um von ihm der Königin übergeben zu werden. Die Ma- drider Zeitung giebt auch die von Jhrer Majestät darauf ertheilte Antwort. Dée Königin dankt für die dargelegte Ergebenheit des Re- gentschafts- Rathes und erklärt, daß sie fest entschlossen sey, alle nôthigen Maßregeln zu trefen, um den Thron ihrer erhabenen Tochter aufrecht zu erhalten , ihre Völker gegen die Verbrechen der Aufwiegler zu vertheidigen, die Hydra der Anarchie nieder- zuwerfen und zu ersticken, und mit unerbittlicher Strenge die Empôrung, in welcher Gestalt sie sich auch zeigen möge, zu züchtigen. — Die Revista berichtet, daß an der Befestigung von Burgos mit der größten Thätigkeit gearbeitet und dieser Plaß mit allen möglichen Vorräthen wohl versehen werde, damit er den Karlisten zu widerstehen im Stande sey, wenn Zumalacarreguy in Casti- lien einfallen sollte. — Der Sohn des Deputirten Galiano war noch im Gefängniß. — Die Angabe , als sollten die Cortes am 27. Mai geschlossen werden, is ohne Grund. Die Berathung über den Geseh - Entwurf, die innere Schuld betreffend, soll noch zu Ende gebracht werden.
Frankfurt a. M., 27. Mai. Oesterr. bproc. Metall. 102. 102,1. proc. 974. 974. 22proc. Vi. B. Iproc. 251. B. Bank-Actien 1595. 1593. Part. - Obl. 1411; 1407, Loose u 100 G. 2124. Br. Preuß. Präm.-Sch. 631, G. do. 4proc.
nl. 981. G. Holl. 5proc. Obl. von 1832 1012. Br. Poln. Loose 697. B. 5proc. Span. Rente 414. 413. Zproc. do. perp. 243. 21.
Redacteur Cotte t.
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Gedruckt bei A. W. Hayn.
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