1836 / 196 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

„„Da man meine Vertheidigung nicht hôren will, so \chweige ich. Meine Schuld ist es niht, wenn die Wahrheit gewisse Ohren verlest.‘“ Der Präsident fragte den Vertheidiger, ob er noch etwas hinzuzufügen habe, und auf dessen verneinende An(wort {loß er die Debatten. Alibaud ward abgeführt, und der Gerichtshof zog fich um 12/4 Uhr in sein Berathungs-Zim- mer zurúck. Um 2 Uhr ward die Si6ung wieder eröffnet. Der Angeklagte ist abwesend, und Herr Bonjour“ befindet sich allein auf der Bank der Vertheidiger. Der Präsident verlas das Ur- theil, wonach Louis Alibaud des Angriffes auf die ‘Person und auf das Leben des Königs für schuldig erkannt und zur Strafe der Vatermörder verurtheilt wurde. Demgemäß soll Alibaud im Hemde, baarfuß und einen schwarzen Schleier úber dem Kopf, zum Richtplake geführt, während der Verlesung des Urtheils auf dem Schaffot ausgestellt und dann unverzüglich vom Leben zum Tode gebracht werden. Die Sißzung wurde aufgehoben, und- die Versammlung ging schweigend aus einander.

Als Alibaud gestern in sein Gefängniß zurückgekehrt war, wurde er von einem heftigen Unwohlseyn befallen. Der Direk- ror des Gefängnisses ließ ihm allen Beistand leisten, den sein

ustand erforderte. Sein Advokat verließ ihn erst um acht Uhr Abends, nachdem er sich überzeugt hatte, daß diese plôbliche Un- päßlichkeit keine weitere Folgen haben würde. Um zehn Uhr \chlief der Gefangene ein, und um zwei Uhr Morgens, als er erwachte, gab er den Wunsch zu erkennen, den Geistlichen des Gefängnisses, den Abbé Montes, zu sehen. Diesem Wunsche wurde sogleih Folge gegeben und die auf heute festgeseßte Hin- richtung des Peyrerer (des bekannten Mörders eines Spanischen Priesters), bei der der Abbé Montes gegenwärtig seyn sollte, des- halb aufgeschoben. .

Im Journal de Paris liest man: „Aus Santander wird unterm Äten d. gemeldet, daß die Karlistische Expedition in Asturien von dem General Espartero, an der Spiße dreifach úberlegener Streitêräfte, aufgehalten und eingeschlossen ist.“

An der heutigen Börse stiegen die Spanischen ‘Papiere auf die Nachricht von einer zu Madrid abgeschlossenen neuen Anleihe.

Großbritanien und Jrland.

Parlaments-Verhandlungen. Unterhaus. Siz- zung vom 5. Juli. (Nachtrag.) Als Herr Plumtre den Antrag gestellt hatte, daß eine Adresse an den König erlassen werden möchte, um Se. Majestät zu bitten, daß Englische Un- terthanen, die im Auslande in Civil - oder Militairdiensten stän- den, von der Theilnahme an religidsen Feierlichkeiten, die ihrem Glauben entgegen wären, befreit würden, erhob sich der Kriegs- Secretair, Lord Howick, und sagte: „Jch will gern glau- ben, daß das ehrenwerthe Mitglied seine Motion aus den besten Beweggründen macht, aber es scheint mir kein Argument von ihm vorgebracht worden zu scyn, welches das Haus vermögen ?ônnte, in dieser Angelegenheit einzuschreiten. Der Zweck des Antrages scheint dahin zu gehen, unsere Truppen, wenn sie im auswärtigen Dienst beschäftigt sind, davor zu bewahren, daß sie nicht gegen die bestehenden Gebräuche oder, wenn man sie so nennen will, Vorurtheile der Eingeborenen äußere Zeichen der Ehrerbie- tung abzulegen brauchen. Jch glaube jedoch, daß es keinem von den Herren, die in unserem Civil- und Seedienst im Auslande angestellt sind, \chwer fallen wird, jene äußerlichen Zeichen der Achtung vor den- Gefühlen fremder Nationen kundzugeben, und ich bin Überzeugt, daß. es, wenn wir mit Hinsicht auf die mit uns verbündeten Nationen ein anderes Verfahren einschlagen wollten, die Grundlage, auf welcher diese Verbündung beruht, sehr erschüttern wúrde. Ich werde mich daher der Motion wi- derseben, und ich glaube auch, das Haus wird nicht der Mei- nang seyn, daß in dem Gebrauch, der seit der frühe|ten Zeit be- standen hat, irgend etwas zu ändern sen.‘ (Hôrt!) Herr Ha vdy war der entgegengeseßten Ansicht: er meinte, es sey hohe Zeit, daß dieser Gebrauch abgeschasst würde, und wenn der edle Lord nur nachforschen wollte, so würde er zahlreiche Fälle finden, wo Offiziere ch eine Verleßung ihres Gewissens und ihrer religidsen Grundsäße hätten gefallen lassen müssen, weil sie es nicht gewagt, sich dar- über zu beschweren, aus Furcht, daß sie dadurch ihrer künftigen Carrière schaden könnten. Es sey wohl nicht zu verwundern, daß viele Offiziere der Britischen Armee einen heftigen Widerwillen dagegen hätten, an Ceremonien Theil nehmen zu müssen, die ih- rem Pflichtgefühl und Glauben widersprächen; werde doch dies Argument den Ministern von einem anderen Ort her und mit Bezug auf andere Fragen fortwährend vorgehalten: (Hört: ) Herr Hume glaubte auch, daß sowohl in der Armee und der Marine, wie im Civilleben, die Beseitigung aller Beschränkungen religiöser Grundsätze und alles Gewissenszwanges höchst wünschens- werth wäre. (Hört!) „Deshalb“/, sagte er, „Habe ich mich stets der Eintreibung der Kirchen-Steuern und jeder anderen gezwunge- nen Auflage, welche das Gewissen derjenigen verleßt, die sie be- zahlen follen, widerseßt. (Hört!) Ich bin selbst Zeuge davon gewesen, wie Britische Offiziere im Auslande religidsen Pro- zessionen beiwohnen , Fackeln tragen und Salven zu Ehren von Gebräuchen, die ihnen widerstrebten, abfeuern mußten, um dem Volk des Landes, wo sie si befanden, ein Kompliment zu ma- hen. Auch Capitain Boldero sagte, er habe gesehen, wie protestantische Offiziere und Gemeine der Britischen Armee, zu ihrem großen Verdruß, genöthigt gewesen, in katholischen Län- dern an Heiligen - Prozessionen Theil zu nehmen. Herr Wyse äußerte sich in ähnlicher Weise, wie He. Hume, und wollte nicht zugeben, daß der herrschende Gebrauch als Argument gegen die Motion dienen könne; er hoffte, England werde seine Ko- lonieen in gutem Geist verwalten und guf diese Weise ein Band zwischen sich und ihnen begründen, welches die Erledigung aller jolcher Fragen, wie die vorliegende, leicht machen könnte. Herr Lefroy meinte, wenn das Haus die in der vorgeschlagenen Adresse an den Thron enthaltene abstrakte Frage bejahte, so müßte dies die Kriegsgerichte vieler Verlegenheit überheben und den Soldaten so wie den Offizieren die peinliche Alternative er- sparen, entweder ihre militairische Pflicht, oder ihre religiösen Gefühle zu verlezen. Herr H. L. Bulwer bemerkte dagegen, daß viele Personen, zum Beispiel die Quäker, es mit ihren re- ligidsen Gesinnungen unvereinbar fänden, zu fechten, und daß sie daher gar nicht in die Armee einträten; fänden nun andere Unterthanen des Königs andere militairische Pflichten mit" ih- ren religiósen Grundsäßen unvereinbar, so würden sie auch bes- ser thun, gar keine Militairdienste zu nehmen; wären sie aber einmal in der Armee, so múßten sie auch den Befehlen gehor- chen, besonders da in den Kolonieen ein Mangel an Achtung vor den dort bestehenden religiösen Gebräuchen oft als eine Beschimpfung angesehen werde, deshalb stimme er in dieser Sache der Ansicht des Ministeriums bei. Sir J. Beckett erinnerte daran, daß, als Malta und die Jonischen Jnseln unter den Schuß von England gestellt worden, eine Klausel in dem desfallsigen Trak- tat ausdrücklich festgeseßt habe, -daß alle religiósen Ceremonien daselbst respetsivt iverden sollten. Herr T. Duncombe unter- stüßte den Antrag und fragte kurzweg, ob das Haus den Reli,

S0

ions-Skrupeln der Armee Schuß gewähren wolle, oder nicht ; R mk er, múßten die Tories dohch, um fonsmquent zu seyn, für die Adresse stimmen. O Connell erklärte sich ebenfalls zu Gunsten der Motion, indem er bemerklich wte, daß in Jrland vor mehreren Jahren tatholische Soldaten über eine ähnliche Verlebung ihrer religidsen Gefühle Beschwerde eführt hätten, und daß man ihrem Gesuch nachgegeben babe 7 so músse es auch seyn, und er sehe nicht ein, warum Protestanten einem Zwang oder etner Unannehm- lichkeit in religiöser Hinsicht unterworfen seyn _ sollten. Als jedoch zur Abstimmung geschritten wurde, ergaben sich (wie bereits gemeldet) 38 Stimmen für und 44 gegen die Motion, also eine Majoritét von 6 Stimmen zu Gunsten der Minister. Der Kanzler der Shalßkammer zeigte in dieser Sigung an, daß die Regierung die Bill hinsichtlich der Papier-Zölle erst am 10. Oktober wolle in Kraft treten lassen. Bei dieser Gele- genheit bemerkte Herr Hume, er werde das Haus nächstens auf das bestehende ausschließliche Privilegium în Betreff des Drucks von Bibeln und Testamenten aufmerksam machen, wel- ches jeßt die Königliche Druckerei und die Druckereien der bei- den Universitäten Oxford und Cambridge besäßen, und welches, wenn auch die auf diese Weise gedruckten Bibeln- chon Ziemlich wohlfeil verkauft würden, doch verhindere, daß dieselben dem Pu- blikum um ein Drittel wohlfeiler geliefert werden könnten. Am Schluß der Sißung wurde die Bill in Betreff der infolventen Schuldner zum drittenmal verlesen.

London, §8. Juli. Die beabsichtigte Reise Jhrer Königl.

Hoheiten der Herzogin von Kent und der Prinzessin Victoria nah dem Norden von Großbritanien scheint einen Theil unserer reiselustigen Großen nach derselben Richtung zu ziehen. Edin- burg dúrffe deshalb in den nächsten Monaten sehr lebhaft verden. "O wurde in einer Versammlung des Gemeinde-Raths von London cinmüthig beschlossen, dem Herzoge von Sussex eine Glückwunsch-Adresse wegen der Wiedererlangung seines Augen- lichts zu überreichen.

Der Türkische Botschafter renz mit Lord ‘Palmerston. : e

Die Lords der Schaßkammer lassen anzeigen, daß die Staats-Einnahme von Großbritanien und Jrland in dem Jahre vom 5. April 1835 bis 5. April 1836 nach Abzug der Ausga- ben einen Ueberschuß von 1,376,306 Pfd. 12 Sh. ergeben hat, und daß der vierte Theil dieser Summe (344,076 Pfd. 13 Sh.) zum Tilgungs-Fond verwendet werden würde.

Herr Wilks hat darauf aufmerksam gemacht , Bill über die Ehen der Dissenters bei der dritten eine Bestimmung zwar. abgelehnt worden sey, daß aber „doch dieselbe noch in dem Entwurfe stehe, der dem Hause Hey Lovds zugeschickt worden wäre. Jn der nächsten Unterhaus - Sißung \oll darúber berathen werden, wie diesem Jrrthume abzuhel- en ist. M | O'Connell hat unterm 4. Juli auf Verantassung des Schick- sals der Corporations-Bill wieder ein Schreiben an das Jrlän- dische Volk erlassen, in welchem er zur Bildung der (bereits er- wähnten) neuen „General-Association von Jrland aussordert. Jeder, der ein Pfund Sterling zahlt, soll Mitglied dieses Ver- eins seyn, mit der Befugniß, zu reden und zu stimmen; Jeder, der einen Shilling zahlt, soll ein ¡„„Associat‘/ seyn und den S4 u6 des Vereins genießen. O’Connell verspricht, bald nach Dublin zu kommen, um zur Bildung des Vercins mitzuwirken. „Wir sind“, so schließt das Schreiben, „in einer großen,/ gewal- tigen Krisis. Festigkeit, Geduld, Ruhe, Ausdauer, Kraft dies sind die jeßt nöthigen Eigenschaften ; vor Allem unablässige Beharrlichkeit. Jch verzweifelte nie an Jrland. Mein Gemüth ist jet voll großer Hofssnung und hohen Entschlusses. i

Die Times sagt über die Antwort des Lords Palmerston im Parlamente in Bezug auf den Tages-Befehl des Generals Evans: „Also ein General, welchen die Seemacht des Königs unterstüßt, erklärt, daß die Engländer, die gegen ihn dienen, in Folge jener Unterstüßung der Regierung, Rebellen gegen den König von England sind und nach Engiischen Gese(zen erschossen werden sollen; und doch soll das Englische Ministerium für die- ses Verfahren des Generals nicht nur nicht verantwortlich sevn, sondern es hat gar keine offizielle Kenntniß davon. Guter Gott, fann man denn das ertragen? Unterthanen des Königs sollen im Namen des Königs und durch Truppen des Königs erschos- sen werden, und das Ministerium, welches dieje Truppen stellt, soll sagen dürfen, es sey dafür nicht verantwortlich, es habe da- von keine amtliche Kenntniß zu nehmen. Das is denn doch die Absurdität zu weit getrieben. Lord Palmerston sagt, als Minister der Krone habe er von dem Tag es-Befehle feine Kennt- niß, aber als Privatmann glaube er, derselbe scy wirk- lich erlassen. Was für ein trefflicher Minister. Was fúr ein bewundernswürdiger Raisonneur! Die Truppen des Königs werden verwendet, um Unterthanen des Königs zu fangen; diese Unterthanen werden für Rebellen den König erklärt und erschossen ; aber Lord Palmerston hat in seiner Eigenschaft als Minister davon keine Kenntniß, obgleich er als Privatmann glaubt, daß solche Abscheulichkeiten in dem Namen des Kdnigs und unter dem Scheine der Engli- hen Geseßze gethan werden. Wahrlich! das Unterhaus darf feine Zeit verlieren, um Lord Palmerston zu lehren, daß eine solche Sprache für einen Minister der Krone nicht paßt ; und wir hoffen, daß dieser Abend nicht vorbeigehen wird, ohne daß die Führer der Regierung in den beiden Häusern aufgefordert werden, sich gegen diese Lehren des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten zu erklären und zu versprechen, daß sie die Truppen des Königs von einem gegenseitigen Morden zurück- rufen werden, welches, oóvgleich durch den Nebel vorgeblicher amtlicher Unkenntniß von Lord Palmerston versteckt/ doch ganz Europa bekannt V und dem Britischen Volke ewige Schande bringen muß. : i F M beate Abenteurer, Baron Thierry, der sich König von Neuseeland nennt, scheint schlechte Geschäfte zu machen. Ex wollte auf Otaheiti Truppen ausheben und reguliren, aber die Königin fragte den Befehlshaber eines dort stationirten Englischen Schisses, wie England dies aufnehmen würde. Der Befehlshaber, Capitain Filroy, erklärte, daß ein L A fahren von Seiten der Königin gegen eine befreundete ® U von England nicht geduldet werden würde, und daß die K ni- gin für die Folgen denen verantwortlich sey, gegen welche die Expedition gerichtet wäre. Die Häuptlinge auf Otaheiti erklär- ten darauf den Baron fúr einen dffentlichen Feind, und man glaubt, sein gesammeltes Truppen, Corps werde sich von selbst auflôsen.

hatte gestern eine lange Konfe-

daß in der Berathung

Niedevrlande. E S

Aus dem Haag, 10. Juli. Der Fürst Heinrich XIA.

von Reuß is gestern in Scheveningen angekommen, um die da- sigen Bäder zu gebrauchen.

gegen

Das Mitglied der zweiten Kammer der Generalstaaten, Herr Frets, zeigt in difentlichen Blättern an, daß man ihn in einem anonymen Schreiben aufgefordert habe, die auf ihn neuer; dings gefallene ständische Wahl nicht anzunchmen, weil er von den §0 Stimmen der ‘Provinz Süd-Holland nur U für sich er halten und mithin beinahe die Hälfte der Provinz gegen s| habe. Herr Frets fügt, satt aller Antwort, das Schreiben hinzu, wodurch er den Provinzialständen von Süd-Holland gezeigt daß er, ohne Rücksicht auf irgend ein Privat-Interesse, seine! Pflicht nachkommen wolle und die wieder auf ihn gefallen, Wahl annehme. : :

Deutscchlano.

Dresden, 9. Juli. Der als Abgeordneter Sr. Majesti des Kaisers von Rußland“ hier eingetroffene Kaiserlich Russisch General - Major von Mansurof}f hatte gestern die Ehre, Seine Majestät dem Könige in der ihm ertheilten Audienz ein Kondy, lenz - und Glückwunsch - Schreiben Sr. Kaiserl. Russischen Mz jestät nebst den Jnsignien des Kaiserl. Russischen St. Andrea Ordens zu überreichen. R ,

—— Weimar, 12 U Unsere Don Herrschafte bezogen vor acht Tagen die Sommer-Residenz Belvedere. Ai diesem reizenden Landsize erfreut sich besonders der kleine Priy Friedrich, Sohn Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Wilhelm voi Preußen, die Freude Sr. erlauchten Großältern, eines recht 9 deihlichen Wohlseyns. Se. Königl. Hoheit der Großherzo werden Montag den I8ten d. M. zur Badekur nach Kissinge abgehen.

Heute Morgen sind die die beiden Prinzessinnen von abgereist. i

Der Großherzogliche Geh. Legationsrath Thon isk von hi siger Seite zum Zoll-Kongreß nach München abgegangen.

Die Bauern einiger Dörfer in der Nähe hiesiger „chde haben plößlich, nachdem sie in Erfahrung gebracht, daß au Thier-Knochen bei der Reinigung des Zuckers angewandt wi den, einen seltsamen Widerwillen vor dem Gebrauch desselb bekommen und bedienen sich nur des Honigs zum Hausgebraud Für die hier projeftirte Runkelrübenzucker-Fabrik ist dies von ! ner guten Vorbedeutung. o 7 R

Nach Briefen aus Ober - Jtalien grassirte Ende Juni d Cholera dort fast allgemein. Hauptsächlich hat sie in Berga gewüthet, doch war sie dort bereits im Abnehmen begriffen. J Verona starben täglich an 59, und in Brescia und Lodi fa man die tägliche Sterblichkeit auf 100 Menschen annehm Auch in Como und Mailand sind in Folge der Cholera \* Sterbefälle täglich im Zunehmen. S 2: N

Wiesbaden, 109, Juli. Jhre Königliche Hoheit die H zogin von Nassau ist gestern von einer Prinzessin glücklich 1 bunden worden. ; U

Hannover, 11, Juli. Gestern empfingen Se. Königl Hoheit der Vice-König, Herzog von Cambridge, den Magistra Direktor der Stadt Göttingen, r. Ebell, welcher im Nan des Magistrats und der Bürger-Vorsteher von Göttingen demselben ein Gedicht zu überreichen die Ehre hatte, das kt Königlichen Prinzen, Herzog von Cumberland, Herzog Sussex und Herzog von Cambridge, zur 5vjährigen ZUbelfel Höchstihrer Jmmatriculation in Göttingen, am 10, Juli 178 gewidmet war. a Hamnnóver,.12, Zul, * Diexhitesige Seitutig enthi in Bezug auf die zuerst von ihr angeregte und seitdem durch el) Artikel des Herrn Schul-Direktors Ye. Grotesend noch befan ter gewordene Auffindung der Phönizischen Geschichten d

erlauchten Gäste unseres Hofei Württemberg, wieder von hig

Sanchuniathon die nachstehende neuere Erklärung des Her

Grotefend: „So nüßlich es scheint, Wagenfeld's Auszug dl Sanchuniathon bekannt gemacht zu haben, auf daß sich ein Y der selbst überzeugen kônne, was von den allgemein erregt Erwartungen zu halten sey; o nothwendig dúunkt es mir do um den schon beabsichtigten Ueberjeßungen desselben in andi Sprachen vorzubeugen, baldmöglich|t dfffentlich auszuspredch daß ich mich durch die bis jeßt eingezogenen Erkundigungen 1 ralish überzeugt habe, jener Auszug ley nur eine sehr gelung! Dichtung *), und darum ersuche ih Ew., diejes mein Beken niß in die Hannoversche Zeitung aufzunehmen, ohne zu 1 sih hinausziehende Untersuchungen abzuwarten, weil es aud dem Falle, daß es sich später noch als nicht begründet auswl den Hrn. Wagenfeld am ersten bewegen muß, seine morali Ehre durch überzeugende Beweise von seiner Redlichkeit zu ten. Hannover, den 9. Juli 1836. G. F. Grotefeu! De Ce O

Wien, 9. Juli. (Schles. Ztg.) Se. Maj, der i von Neapel fährt fort, die Sehenswürdigkeiten Wiens in genschein zu nehmen, nebenbei aber auch die dffentlichen B \kigungsorte der Wiener zu besuchen. Heute Vormittag ws er cinem kleinen Artillerie -Mandver auf der Simmeringer H | bei und besichtigte hierauf die hiesigen militairischen Etal ments. Vorgestern hat der hohe Gast, in Begleitung (d Oheims, des Prinzen von Salerno, de Augustiner - Kircht sucht, wo er sich die Loretto-Kapelle, in welcher befanntlid Herzen dev verstorbenen Mitglieder der Kaiser / Familie al wahrt werden, dffuen ließ und in ein andächtiges Gebet vet Ueber die Abreise Sr. Maj., so wie über seine Pläne überhaup! nichts mit Bestimmtheit zu erfahren, obwohl sich die alten,Gerüf und zwar troß der Nachricht , er sey mit einer Toskani| Prinzessin verlobt, fortwährend erhalten. : ]

Se. Durchl. der Herzog von Braunschweig, welcher, | einigen Tagen hier anwesend, den militairischen Producti® gewöhnlich auch beiwohnte, dürfte noch einige Zeit hier vel len. Er hat häufige Konferenzen mit dem Staatskan) Fürsten von Metternich. Leßterer hat gestern eine kleine 4 sion unternommen, von welcher er morgen zurückkehren wi}

Vor einigen Tagen is der der Englischen Botschaft Konstantinopel zugetheilte bekannte Herr Urquhart hier 4 fommen und hat am öten d. an Bord des Dampfboots N seine Reise fortgesebßt. Er reist in Gesellschast eines nacl ran bestimmten zahlreichen Gesandtschafts - Personals u diesem ber Bucharest. Ein Englischer Konsul für Serie findet sich jedoch nicht in seiner Gesellschaft, wie einige \che Zeitungen irrig berichtet haben ; indessen hört man 5 verlässiger Quelle, daß die Errichtung diescs Postens vo *) Hier in Berlin sind sofort nach dew Erscheineu de M feldschen Schrift schr erhebliche Zweifel gegen on R el geblich in Lissabon wicder aufgefundenen Sanchuniat Jon euti chen worden. Zunächst famen dieselben in, der leuten e db geographischen Gesellschaft zum Bortrag: seitdem hat a e reisen bier erscheinende literarische Zeitung (Nr. 29) na S hen / sucht, daß sich in dem bisher befaunt gemachten Theile de der an der aus außern, noch aus 11nern Gründen die Echtheit lich aufgefundenen Handschrift darthun lasse.

hinigen Tagen wollten die Aerzte zwar eine Abnahme der Seuche

\ritischen Regierung definitiv beschlossen ist. Der von Seiten | esterreichs nach Belgrad ernannte Konsul, Herr v. Mihanovich, findet sich noch hier, wird aber spätestens binnen §8 Tagen auf inen Posten abgehen. ; :

| Die Cholera durchzieht fortwährend unsere Stadt. Seit

merken; es war aber ein Jrthum. Auch in den benachbarten reschaften haben sich Cholerafälle ereignet, und fast auf der anzen Strecke von Triest bis hierher haust sie überall mehr ver weniger stark. Jn Triest soll sie wieder überhand genom- en haben, besonders stark aber im Fiaul und vorzüglich in der ¿tadt Laibach grassiren. Auch nah Ungarn hat sich diese Seuche jeder gewandt; in Preßburg herrscht sie stark, und selb in esth und Ofen ereignen sich täglich wieder Cholerafälle. Tepliß, 12. Juli. Se. Majestät Karl K. und hre Königl. Hoheiten die Herzöge von Angouleme und von hordeaux, so wie der Kardina! von Latil, sind gestern von hier ch Budweis abgereist, welches für jeßt auf unbestimmte it wieder zum Aufenthaltsorte dieser Herrschaften gewählt orden ist; auch die Herzogin von Angouleme ist von Karlsbad jer Pilsen dahin abgegangen. Hier heißt es, Se. Majestät arl X. werde vielleicht gegen Ende des Monats August d. J. hermals und zwar zum Gebrauch einer zweiten Badekur hier- r zurückkehren, da die erste fúr ihn von überaus gutem Erfolg wesen.

E n

Jtalten

Rom, 25. Juni. (Allg. Ztg.) Seit gestern erfahren ir, daß der heilige Vater beschlossen hat, dem Monsignore atrizi die Kardinalswürde zu ertheilen, und daß diesem Prä- en die hierbei Übliche Anzeige zugekommen ist. Seine Stelle s Maggiordomo und Prefetto dei Sacri EOe soll durch n Monsignore Fieschi, Maestro di Camera, eseßt werden, d dessen Posten an den Monsignore Amat di S. Filippo e orso ertheilt werden, Durch diese Ernennung scheint das nsistorium abermals eine Verzögerung erlitten zu haben, und leiht hôrt man bis zum nächsten Monat noch von einigen,

mit dem Purpur bekleidet werden.

it der Reorganisation der Centurioni geht es nach Wunsch; , Verwaltung schenkt diesem wichtigen Geschäfte ihre ganze

fmerksamkeit, so daß man hoffen darf, sie werde alle Schwie- (keiten glücklich Úberwinden. Der Papst hat den General- spektor dieser Miliz, Herrn Della Noce, der sich in diesem genblicke hier befindet, als Belohnung seiner Dienste zum aron mit Erblichkeit des Titels ernannt.

Es sind hier zwei Zoll - Verordnungen erschienen; die eine gt einen Zoll uf alle Wagen und Pferde, die andere auf alle srten Schlachtvieh, die vom Auslande eingehen ; leßterer erleidet ir eine Ausnahme, wenn das Vieh zur Veredlung der Racen rwendet werden soll, doch muß, bevor es eingeführt wird, vom tinisterium die Erlaubniß dazu eingeholt werden.

És ist der Polizei gelungen, eine förmlich organisirte Die- ¿¿Bande, welche nächtlih unsere Straßen unsicher machte, cin- angen, und sie der Gerechtigkeit zu überliefern.

Spanien.

Madrid, 2. Juli. (Franz. Blätt.) Da bei den Vor- reitungen zu den Wahlen die politischen Leidenschaften eine oße Rolle spielen, so is die Censur genöthigt, gegen die der egierung feindlichen Blätter mit großer Strenge zu verfahren. s i dies eine nothwendige Maßregel, allein sie erzeugt einen ftigen Unwillen gegen das Ministerium. Der Liberal sagt } einem Artikel, dessen Aufnahme die Censur nicht zuließ, aus- rúclich, daß, da der Augenblick der Wahlen herannahe , das dolf sich endlich an seinen Feinden rächen werde. Eine solche prache muß natúrlich diejenige Strenge nach sich ziehen, die

verdient, und wenn auch die Censur die Bekanntmachung eses Artikels mit Recht verbot, so glauben wir doch auch, daß rselbe nur wenig Beifall gefunden haben würde.

Man versichert, daß der Graf von Toreno in Asturien erde gewählt werden; auch will eine große Anzahl von Wäh- n ihn fur die Hauptstadt in Vorschlag bringen.

An unserer Börse unterhält man sih hauptsächlich von der bereits erwähnten) Operation des Ministeriums, sich durch sgebung von Schaßscheinen, gegen die vorauszubezahlenden bgaben, 100 Millionen Realen zu verschaffen, die zur Beendi- ing des Bürgerkrieges durchaus unerlößlich sind. Ein Hand- n Cadix soll sih zu Vorschússen an die Regierung oten haben.

Nan sagt, daß eine Karlistische Division, die sih Expedi- dus:Armee von Asturien nennt, in ‘Portugal eindringen wolle,

die Gränz - Provinzen dieses Landes aufzuwiegeln. Es be- den sich in der That eine große Mnz0hl Portugiesisc{cr Of- iere, unter denen cin General, bei diesem Corps; doch sind alle forderlichen Maßregeln getroffen worden, um das Ueberschrei-

der Gränze zu verhindern.

Die Nachrichten aus Valencia und Cartagena lauten gün- g. Jn leßterer Stadt is es dem Grafen von Mirasol ge- ngen, die- Ordnung wiederherzustellen.

In Folge der Nachricht von dem Eindringen der Karlisten

s

derx in den Fahren 1831— 1835 durch die Posi versandten Gelder und Pakete.

——_—_———————

Baar-Sendungen.

Gold. Co

T T Ms

Uan

E omit todten

porto- pflichtig. Rthtr.

porto- frei. Rthlr.

porto- pilichtig.

Rthlr.

porto- frei. Rthlr.

Summa.

Rrhlr. |

23928904 22334221 20774540 184197529 23149488

14697620 15789840 15981988 13335295 17375351

9231284 6544381 4792552 5162234 5774137

24210686 29409863 20208199) 32144146 29132543

48809380 44061952 413802865 59573450 48040369

/ im Jahre 1831

Summa aller Geldsendungen - 1833... - 1834 -- 1835 -

Summa.

73020066 73471815 73011064 91717596

77172912

«310,990,041 Thaler . 18A

805

in die Encartacionen oder die Grafschaft Oñate in Guipuzcoa waren die Fonds an unserer Börse etwas gedrückt.

Man schreibt aus-Sarago sa vom 30. Juni, daß der General Rotten, aus Verdruß darüber, daß der General Mon- tes ihm vorgezogen worden, seine Entlassung eingereicht habe.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 15. Juni. Der Häuptling der Tschippewäs, Makunsi, oder Es-Ton-A-Quet, welcher sich (wie schon gemel- det) mit einer Deputation dieses Stammes in Washington be- findet, hat an die ebenfalls dort angekommenen Abgeordneten der Tscherokesen nachstehende Anrede gehalten :

„Freunde und Brüder! Der große Geist hat befohlen, daß wir uns hier begeguen sollen, und es is uns erlaubt worden, uns gegen- seitig die Hand der Freundschaft zu reichen. Jch fann wahrlich sa- geu, daß ich mi schr glücklich fühle, daß ih einer von denen bin, die cinen freundlichen Verkehr mit Euch unterhalten haben. Meine Freundschaft für Euch ist so groß, daß ih mich nicht enthalten fann, zu sagen, ih hoffe, Jhr werdet Alle das Heil nur von obeu erwar- ten, und so lange Jhr auf der Erde lebt, Alles thun, was in Euren Kräften steht, zum Besten des aufwachscuden Geschlechts. Jch bin entschlossen, uichts zu unterlassen, was zu der Wohlfahrt meines Volïes beitragen fanu, und ich hoffe, ih bin nicht der Einzige un- ter den Tschippewäs, welcher diesen Entschluß hegt. Jch habe unseren Vater, den Präsidenten der Verciuigten Staaten, besucht ; ich habe ihm meine Hand gegeben und ihm gesagt, daß ih und mein Volk ihn stets als unseren Freund betrachten würden. Jch hoffe, Ihr habt dasselbe gethan und werdet ihn auch stets als Euren Freund betrachten. Meine Freunde! Jch höre, es i} cin Krieg unter den Kriks, Euren Nachbarn, ausgebrochen. Wenn Jhr uach Hause zu- rücffehrt, so kommen vielleicht Einige, die Euch schlechten Rath er- theilen. Deffnet nicht solhen Reden Euer Ohr! Warum wollt Jhr Unheil über Euch und Eure Kinder bringen? Jch halte Euch für Männer, und ich brauche nichts mehr über diesen Gegeustand zu \a- gen; doch muß ich noch hinzufügen, daß, wenn ich, nach der Rück- fehr zu meinem Volke, erfahre, daß Jhr gutem Rathe fein Gehör gegeben, sondern auf das Geschwäß derer gehört habt, die Verderben über Euer Volk bringen werden, ich glauben muß, daß die Tschi- rofis keine Männer, sondern Kinder sind, die nicht wissen, was gut für sie ist. Erlaubet mir, noch hinzuzufügen, daß wir nichts Besseres für unsere Kinder thun köunen, als daß wir unsere Aufmerfsaufeit auf den Anbau des Landes richten. Jch sage nichts mehr. Fch bin Euer Freund und der Freund Eures Volkes.“

Wie sehr der Indianer - Krieg um sich greift, geht unter Anderem auch daraus hervor, daß am 6. Juni in Washington hon zehn Posten aus Florida und Louisiana nicht angekommen waren.

Nach der Aussage eines Delawaren - Jndianers haben die Kriks und Tschirokis eine Versammlung gehalten, um ein Schrei- ben Santana’s in Erwägung zu ziehen, worin er sagt, daß er, nach Beendigung des Krieges in Texas, Louisiana angreifen und seine Eroberungen bis St. Louis ausdehnen wolle, indem das Land südlich von dem genannten Orte eigentlich zu Mexiko gehôre. Er habe zwar cinen starken Fuß, aber er wolle seine rothen Brüder nicht unterdrücken, sondern werde ihnen, wenn sie sich seinen Fahnen anschlössen , in Texas so viel Land geben, als sie nôthig hätten. Die genannten Jundianer behandelten in- deß diesen Vorschlag Santana’s mit großer Verachtung, traten das Schreiben mit Füßen und erwiderten darauf, daß sie eige- nes Land genug besäßen, das sie auch zu vertheidigen bereit wä- ren; was seinen starken Fuß betrefse, so würden sie Sorge tra- gen, daß sie nicht unter denselben geriethen. Dagegen berichtet man, daß die Kamantsche - Indianer und fast alle Stämme an der Mexikanischen Gränze, so wie die Osagen und. die wandern- den Kickapus, sich den Mexikanern anschließen wollen.

In Massachusetts ist ein Geseß gegeben worden, wonach Jeder, der einen ihm nicht gehörenden Baum beschädigt, zu einjährigem Gefängniß und 100 Dollars Geldstrafe verur- theilt wird.

Das New-Yorker Packetboot „Jndependence“‘/ hat die Fahrt von New-York nach Liverpool in 14 Tagen und 5 Stunden zu- rúckgelegt. Der Capitain Nye glaubt den Weg in noch kürze- rer Zeit, nämlich in 11 Tagen, machen zu können, da das Schiff eigentlich nur 18 Stunden mit der möglich größten Schnellig- keit gesegelt ist, sonst aber mehrentheils leichte Winde und eine Windstille von 18 Stunden gehabt hat.

Zu Vincennes am Wabash-Flusse, im Staate Jllinois, wo vor wenigen Jahren ein Dampfboot zu den außerordentlichsten Erscheinungen gehörte, sind in diesem Jahre schon 200 Dampf- bôte angekommen.

Ein Ost-Sturm, der mit mehr oder minder großer Heftig- feit vierzehn Tage lang währte und fast mit beständigem Re- gen begleitet war, hat bedeutenden Schaden angerichtet. An einigen Orten haben die Kanäle ihre Dämme durchbrochen, wo- dur die Schifffahrt gehemmt wurde und große Strecken Lan- des überschwemmt worden sind. Die Fluthen im Delaware- Fluß waren ungewöhnlich hoh, und der durch den Regen an- geschwollene Fluß hat die schönen Wiesen von New-Jersey meh- rere Fuß hoch mit Wasser bedeckt. Auch der Susquehannah ist über seine Ufer getreten, und der Potomac hat die Brücke bei Alexandrien (im Distrikte Columbien) weggerissen. Die Flöße der Allurial-Regioz von Süd-Karolina haben die Baumwollen- und Reis-Felder zerstört, und der Ohio und Mississippi, welche

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Sendungen in Staats - Papieren.

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jeßt erst zu steigen beginnen, bedrohen die anliegenden Land- schaften mit ähnlichem Schicksal. ;

Die Kanadischen Landbauer vom Richelieu- oder St. Johns- Flusse verlassen in Menge ihre Heimath, um sich in den west- lichen Theilen der Vereinigten Staaten, namentlich in Jllinois und Michigan, niederzulassen. Jn diesem Jahre sind hon 300, meist junge Leute, hier angekommen, und jedes Dampfboot bringt deren zwanzig bis dreißig mit.

Nachrichten aus Quebek zufolge, war der St. Lorenzo-Strom am 11. Mai noch mit s{wimmenden Eisschollen bedeckt.

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Berlin, 15. Juli. Se. Königl. Hoheit der Prinz August ist am 1lten- d. M. in Königsberg in ‘Pr. eingetroffen.

__— Die seit 26 Jahren V ela de Pommersche dkono- mische Gesellschaft, jeßt unter dem Protektorate Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen, hat, nach Verschmelzung mit dem land- wirthschaftlichen Verein zu Regenwalde und Aufnahme eines im Lauenburgschen Kreise gestisteten landwirthschaftlichen Ver- eines und des in Köslin ganz kürzlich zusammengetretenen Gar- tenbau-Vereines, auf einer am 2ten d. M. in Köslin gehalte- nen außerordentlichen General - Versammlung diejenigen Verän- derungen in ihrer bisherigen . Verfassung vorgenommen, welche durch die neuen Verhältnisse nöthig geworden waren. Sie wird künfcig den Mittelpunkt wo möglich aller in Pommern bestehen- den landwirthschaftlichen Vereine bilden und also bestehen aus der Summe aller ihr angehörenden Zweig-Vereine unter einen Haupt - Direktorium. Sie wird dahin wirken, daß nicht bloß die übrigen bereits bestehenden Vereine in Pommern ebenfalls zum Anschluß bewogen, sondern auch in den Theilen und Kreisen, wo dergleichen noch nicht bestehen, solche gebildet werden. Alle diese Zweig-Vereine werden zwar, was ihre innere Einrichtung, Zusam- menseßung und die Wahl ihrer Beamten, Bestimmung und Verwen- dung der Beiträge und dergl. betrifft, ihre volle Selbstständigkeit be- halten; ihre Thätigkeit wird jedoch in beständigem Einverständ- niß mit der Central-Gesellschaft bleiben, die auch von den Re- sultaten derselben in fortwährender Uebersicht erhalten werden soll. Aus dieser neuen Einrichtung ergiebt sih von selbst, daß die Central-Gesellschaft ihrer Wirksamkeit künftig mehr eine ge- nerelle Richtung geben, die Bearbeitung des Speziellen aber den Zweig-Vereinen überlassen wird, deren Thätigkeit sie auf über- einstimmende, in einandergreifende Zwecke zu lenken hat. Sie wird außerdem die nöthige Berichterstattung an die Höchsten Behörden im Interesse der Gesammtheit übernehmen, die Ver- bindung mit auswärtigen Societäten unterhalten, für Anlegung und Erweiterung von Central-Sammlungen Sorge tragen und die Herausgabe einer landwirthschaftlichen Zeitschrift veranlassen, in welcher von ihrer und aller Zweig - Vereine Thätigkeit regel- mäßige Rechenschaft wird abgelegt werden. Das Haupt-Direk- torium derselben besteht aus cinem Präsidenten und Vice -Prä- sidenten, welche auf zwei Jahre gewählt werden und von denen jährlich einer ausscheidet, einem permanenten General-Secretair, den jedesmaligen Direktoren aller Zweig-Vereine, als Beisißern, und einem Schabßmeister. General - Versammlungen finden regelmäßig zweimal im Jahre statt, am 22. April, als dem Stif- tungstage der Gesellschaft, und am 15. Oktober. Jn jeder Ge- neral-Versammlung wird beschlossen, wo die nächste stattfinden soll. Die auf den 15. Oktober d. J. fallende wird wieder in Köslin gehalten werden. Zum Präsidenten is der Geheime Over-Regierungs-Rath Beckedor} auf Grünhos, zum Vice-Prä- sidenten der Freiherr Senfft von Pilsach auf Gramenz erwählt worden. Die Ernennung des General-Secretairs ist einstweilen noch vertagt.

Jm verflossenen Monat Juni betrug die Zahl der in den Hafen von Danzig eingelaufenen Schisse 163; aus dem- selben sind gesegelt 100 Schisse. Hiervon waren 45 mit Ge- traide und Mehl, 42 mit Holz und 4 mit Zink befrachtet.

Der hier seit dem Jahre 1833 wöchentlich erscheinende ¡„„Soldatenfreund““, Zeitschrift für faßlihe Belehrung und Un- terhaltung des Preußischen Soldaten, herausgegeben von dem durch seine mannigfachen militairischen Schriften. und neuerdings durch das Werk úber Kalisch vortheilhaft bekannten Unter-Offi- zier Schneider im 20sten Landwehr-Regimente, war bisher aus- \chließlich nur für die Preußische Armee bestimmt und gab außer den belehrenden Aufsäßen über dienstliche Gegenstände auch die vollständigsten Nachrichten über Alles, was in dem Heere geschah. Seit dem 1. Juli aber, wo das genannte Blatt- seinen vierten Jahrgang begann, hat sich der Herausgeber, auf mehrfach aus- gesprochenen Wunsch, entschlossen, Bestellungen auf die Zeitschrift, welche bisher nur direkt von der Redaction und innerhalb des Preußischen Staates bezogen werden konnte, auch durch die ldb- lichen Postämter und das Zeitungs-Comptoir anzunehmen und Exemplare zu versenden. Der eben so reiche als für jeden Mi- litair interessante Jnhalt, so wie die vielen Beilagen, besonders die gelungenen Lithographieen, deren jährlich 27 erscheinen, sichern diesem anerkannt verdienstlichen und mit derselben Tendenz noch in keiner Armce bestehenden Blatte auch fúr die Zukunft dieselbe lebhafte Theilnahme, welche es seit seinem ersten Erscheinen in der ganzen Preußischen Armee gefunden.

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Courshabende Papiere.

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