zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staatsanzeiger.
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(Schluß aus der Ersten Beilage.)
unserem Arbeitspunkt waren die Wetterluiten au nicht vor- [@riftmähig in Ordnung, und waren die Lutten zeitweise
40 m zurüdck. Es hing dies aber haupisählih mit der Mauerung in der Strecke zusammen.
V, g.
Der Zeuge Gottlieb Heitkamp 3: : i l p, 33 Jahre alt, jeu at ren l Dorstfeld beschäftigt, sagt n 28 S bclieie sammen in der M er 1903 mit K. Sqculte und Kiese zu- hofsbank; eines Tergenschicht in der Nichtstrecke in Flôz Plaß- fannt wurde Tant band als die Ankunft des Einfahrers be- und cite Kiese er Steiger Bosselmann vor unsere Arbeit dort eine Spri in ein Aufhauen im Flöze Sonnenschein Mich d Squlte Wo asserleitung schnell in rdnung zu bringen. j 60—70 m Ra er vor Ort weg und beauftragte uns verbgiten: Er bemerkte dabei Sue, wo gemauert wurde, zu Wir Pan en darunter, da E D, nicht R S komme und L D der Glauben erweckt e a chorde das Ort R e egt fei. Es waren nämli die Lutt eia ces Na i f rud und die Bewetterung vor Ort mas id haft. _ Nach einiger Zeit kam ein P erdetreiber i r „mange - des Steigers und bestellte uns, wir ara r im Auftrage Steine laden, die in der Schicht vorher herein vor Ort wieder Die Bewetterung vor nulerm Ort war sehr geschossen waren weten Linie e Gr T rie ins teiger me , r, er habe keine ; - NRichtstrede monatlich etwa 20% m aufge r baben in der wurde die ganze Länge an Lutten nachgebaut Manchmal solche da waren. , wenn gerade
oft inangetpat
v. g.
Der Zeuge Caspar Schulte, 26 Ja ; anf Dorstfeld beschäftigt, sagt aus: Bais pit Bg cgahren hat uns selbst mitgeteilt, daß der Einfahrer Foer Bosselmann darauf den Kiese in das Aufhauen ges idt me, und hat eitkamp an das Verbauen der Strecke vor d und mich und fllt. Der Steiger hatte bemerkt, daß, wen f gel e ge- wieder fort sei, wir wieder vor Ort gehen follten Einfahrer dann dort einen Stempel gestellt und find e ir haben gegangen. Das Verbauen der Strecke an der Ma er vor Ort notwendig, weil das Gebirge an der First ebräc gung war bin damals niht der Meinung gewesen, daß vo E FÓ fahrer etwas verborgen gehalten werden solle Zu d em Ein- . des Stempels waren zwei Mann nötig. : em Stellen
V. g.
Der Steiger Bosselmann erklärt hierzu: es manchmal vor der Richtstrecke an Stier ¿n el bat und gebe ferner zl M 0 die Arbeiter, wie angegeben, be schäftigt habe. Jh bestreite indes entschieden, daß dies in der
bsicht geschehen ist, S vor dem EÉinfahrer eine Unregel- mäßigkeit zu verberge en Kiese, der gelernter Schlosser ist, habe ich mehrmals sl usbesserungen- an den Sprißleitungen in meinem Revier gebraucht, und kann darin, daß ih ihn zu der fraglichen Zeit in das Aufhauen BOUE habe, nihts Auf- fallendes liegen. Das Verbauen der Strecke an der Mauerung war jedenfalls nóôtig, Und konnte ih hierzu nur die beiden anderen Hauer benußen, u deren Arbeit dies gehörte. Daß i den Leuten gesagt haben solle, der Einfahrer komme, oder die Luft sei nicht rein, muß ih als unwahr bezeichnen. -
v. g.
n des Bergreviers wird sodann festgestellt, us dei he Richtstrede am 7. September 1903 P daß die Ledder und am 6. Dezember 1903 und 22. Februar 4 dem Einfahrer Diancourt befahren worden ist. Jn 1904 von ten über die beiden leßten Befahrungen wird die den Beris naß und frei von Schlagwettern bezeichnet. Ueber Sus emperatur findet si nichts darin bemerkt. i erat der Zeuge Heitkamp an: Jm Jahre 1901 Ferner E bér 1, ittelsohle beschäftigt. Die Seilfahrt war ih an. bloß bis zur V. Sohle, sodaß keine Gezähe- ging zur gei Mittelsohle befördert wurden und die hier wagen jut U ee ihr Gaze in offenen Wagen vor ihr go I fte transportieren mußten. Da die Wagen einen G s war man nicht in der Lage, das Gezsl e immer zu überwachen, as s ae it oi äustel, j logendelt ein Habn qetommen, Ms i ¿ha 9 Monat darauf von Dorsfeld abt (en. 36 "hatte es allerdings “ 0 . A c at aus vor he den Byrlus sofort J nf nebel anderes Mal sind mir_im Dezember v. A bohrer auf ähnlihe Weise verloren gegang cieilî bee Me pieômal dem Steiger Boe een E E bee Verlust erscht wird DeINe ree Meinung ist die Zechenverwaltung hierzu
verpflichtet. v. g-
. ierbei, daß au Der Belegschaftsvertreter Nüter bemerkt hierbey, ihm im S b J. eine Hacke auf dem E a p Gezähebude zur Schmiede abhanden gekommen 1 ‘nbaehalten ihm der Betrag hierfür bei seiner Abkehr im E Stei f worden sei, troßdem er den Verlust sowohl i e Menter wie auch dem Betriebsführer an ezei s 2 Gr habe von einer Verfolgung der Angelegen)! LS
Zweite Beilage
Berlin, Sonnabend, den 11. März
dem Berggewerbegeriht wegen des geringen Betrages Abstand genommen. |
Der Uge: Bosselmann, 36 Jahre alt, seit 8 Jahren Neviersteiger, bemerkt zu der Beschwerde des eitkamp über den Verlust von Gezähe, daß er sih erinnere, daß Heitkamp im Dezember v. J. ihm den Verlust von Meißelbohrern ge- meldet habe. Er habe die Sache darauf verfolgt und O daß die Bohrer in der Schmiede mit denen anderer Kamerad- aften verweselt worden seien. Ein Teil der Bohrer habe ih bereits wiedergefunden. Wenn es sich herausstelle, daß die übrigen niht mehr herbeizuschaffen seien, würden sie dem H: erseßt werden, wie dies immer geschehe, wenx derartige Verluste sofort zur Anzeige gebracht würden.
Der Betriebsführer Hirse erklärt bezüglih der Gezähe- wirtschaft: Die, Gezähe der Arbeiter werden auf denjenigen Sohlen, zu denèn Schachtförderung geht, in besonderen Gezähe- buden L etcantitelt. Von hier aus werden sie in geschlossenen Gezähewagen zur Schmiede geschickt. Die reparierten Gezähe werden auf demselben Wege aus der Schmiede wieder in die Gezähebuden gebraht und hier von den Arbeitern wieder in Empfang genommen. Für dasjenige Gezähe, das aus den Gezähebuden und auf dem Wege von dieser zur Schmiede und
umgekehrt abhanden kommt, leistet die Grube Ersahÿ. Sobald aber der Arbeiter sein Gezähe selbst in Ver- wahrung genödmmen hat, hat er auch für dasselbe
Es wird nur dann Ersay geleistet, wenn nachgewiesen wird, daß es ohne Verschulden des Arbeiters verloren gegangen ist. Die Arbeiter sind verpflichtet, in jedem Fall den Verlust von Gezähe sofort jur Anzeige zu bringen, damit die Schuldfrage ca ekflärt werden kann. Jn dem Falle Nüter lag die Sache so, daß Sve sich für den Verlust der alten Hake eine neue aus dem On geholt und in der Schmiede zum Stempeln abgegeben hat. Hier hat der Gezähe- \{hmied diese Hake für die Per begegan gene gehalten und dem Steiger gemeldet, die Hacke habe sich wiedergefunden. Dies wird vielleicht ein An gewesen L Die Sache wurde aber nicht weiter verfolgt, weil Rüter ih weiter darum
niht mehr bekümmerte.
aufzukommen.
v. g-
Von dem Belegschaftsvertreter Rüter liegt eine schriftliche Beschwerde vor, betr. die Wetterführung in Flôz F. und in gl Präsident. Nüter erklärt, daß er nach eingehender Er- andi ung erfahren habe, daß die Beschwerde unbegründet und Cigénitán slos sei. ;
Der peuge Heinr. Witthaus, 32 Jahre, 3 FURE auf Dorstfeld bis 31. Mai 1904 beschäftigt gewesen, jagt aus: Meine Fame beh war im Frühjahr v. J. beim Quer- schlagsbetrieb“ bejchäftigt. Wir gerieten in Lohnstreitigkeiten mit der Zeche und beabsichtigten, im Mäi beim Berggewerbe- A flagbar zu werden, und hatten deswegen f on die
rbeit gekündigt. Unser Reviersteiger Neuhaus holte mich dann eines Tages von der Arbeit fort und sagte zu mir unter vier Augen, wir möchten nicht klagbar werden, weil wir sonst auf anderen Gruben keine Arbeit finden würden. Die Be- triebsführer hätten monatlih eine e üben und dann würde ih wohl wissen, daß wir verfolgt würden. Wir haben die Klage aber doch eingereiht und sind damit unterlegen. 3d bin darauf auf Zeche Borussia in Arbeit genommen nd ist mir weiter nts passiert. *
v. g.
Der Steiger Neuhaus bemerkt hierzu: Jch bestreite ent- schieden, daß ih die Aeußerung dem Witthaus gegenüber getan A Jch habe allerdings mit ihm über die Klage gesprochen und Ie eäußert, daß, wenn sie klagten, ih ihnen folgen müßte. Jh meinte damit aber, als Zeuge vor Gericht. Jch habe garnicht die Absicht gehabt, ihn davon ab- zuhalten, sein Recht zu suchen.
i v. g.
__ Der Betriebsführer Hirse bemerkt noch hierzu, daß zwei bis dreimal im Zahre Zusammenkünfte 2 Belriebafa rer stattfänden, daß aber hierbei derartige Angelegenheiten gar nicht A würden. 5 vot j
i: er Bergmann Herrendorf sagt aus: Die Fahrüberhauen in Flôz Sonnenschein von der Il. Mitielsobl vid be- ria sih im Sha v. J. in einem Zustande, daß es ge- ährlich war; dieselben zur Fahrung zu benußen. Diese Ueber- hauen werden gleichzeitig als Bergerollen benußt und sind mit geschlossenen eisetnen Rutschen versehen, durch die die Berge nah unten gleiten. Ueber den Rutschen find die Fahrten angebraht. Die Rutschen waren in der genannten Zeit mehr- Fat defekt, sodaß die Berge in den Fahrshaht hinein- rollten. Ein Unfall in den Fahrüberhauen is hierdurch, soviel ih weiß, noch nicht vorgekommen. Diese Ueberhauen müssen von den Arbeitern zur Fahrung benußt werden.
v. g. Der Betriebsführer Hirse bemerkt T Die fraglichen Ueberhauen dienen ledig ih als Bergerollen. Die Fahrten sind in denselben nur zu dem Zwecke angebraht, um die Ueberhauen zugänglih zu machen, wenn Störungen an den Rutschen zu beseitigen sind. Zur Fahrung für die Leute dienen andere, eigentliche Fahrüberhauen. v. g.
Dér Königliche Einfahrer Vedder bestätigt die Aussagen des Betriebsführers und bemerkt, daß er das fragliche Ueber- hauen am 24. Januar d. J. befahren und in Ordnung be-
funden habe. s Der Zeuge Heinr. Schlöscher, 36 Jahre alt, seit 1. Oktober
1903 auf Dorstfeld, sagt aus: Als ih in der Nacht vom 20. bis 21. Dezember v. J. mit meinen Kameraden Lange
1905.
und Böhmer zusammen einen mit Schienen beladenen
durch die SiBitteede der V. Sohle \{leppte, enlaleiie 4 er Wagen unterwegs und wurde ih hierbei jo stark gequet cht daß ih niht mehr gehen fonnte. Meine Kameraden su ten r einer Tragbahre, konnten aber keine finden. Am Schachte trafen sie den Steiger Hoßmann, der ihnen erklärte, daß er in der Grube keine Dae wüßte, es befinde sih aber eine über Tage in der Verbandstube. Meine Kameraden haben dann einen leeren Teckel geholt und auf diesem bin ih zum Schachte gefahren. Durch das Rütteln des Wagens habe ih" shwere Schmerzen ausstehen müssen, die mir E geblieben wären, wenn eine Tragbahre vorhanden ge- wesen wäre. Es war dies im Revier des Steigers Neuhaus.
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Der Betriebsführer Hirse sagt aus: Nach de
der Bergpolizeiverordnung soll auf je 100 in dee S LeNeE E beschä e Personen mindestens je eine Tra bahre vor- anden sein. de 1904 waren auf Dorstfeld TI1/IIT in der Hauptschiht etwa 520 Mann unter Tage beschäftigt und. 7 Tragbahren vorhanden, entsprechend den 7 Steigerrevieren. ür jedes Revier is eine Tragbahre in einem besonderen Naum, der zugleih als Magazin benußt wird. Die Räume sind per ole Den Schlüssel führt der auffihtführende Beamte mit sih. Außer in den Revieren befindet ies noch über Tage eine Tragbahre in der Verbandstube, zu welcher der Kauenwärter den Schlüssel hat. Für die 7 Reviere be- finden si fünf Hilfssteiger in der Nahtshiht unter Tage. 8 ÿ
1 Be V. - g. S G Et L A ay!
R A: : Endlich ist noch ein Verzeichnis der Löhne von 7 e leuten und eine Anzahl von 9 Lohnbüchern P die Ves Liste weist folgende Löhne für Dezember nah: 450, 430 4,00, 4,70, 4,16, 4,60, 450, 2,70 /& Aus den Lohnbüchern sind die Nettolöhne für die Schicht und die Abzüge aus- gezogen und ‘ist dieser Va E dem Protokoll als nlage beigefügt. (Anlage 5.) Die Velegschaftsvertreter erklären, daß. mit diesen Löhnen nicht bewiesen werden solle, daß die Lohnverhältnisse Fn Dorjftfeld TTI/IT im all- gemeinen ungünstig seien. Es sei aber wünschenswert, daß die Löhne möglichst gleihmäßig gehalten würden. Der Zechenvertreter erklärt demgegenüber, daß auf Dorst- feld IT/TTT immer gute Durhschnittslöhne ae seien. / És habe der Durchschnittslohn der Belegschaft aus|hließlich der
im Monatsgehalt stehenden Arbeiter und Beamten betragen: 1901. «e489 Mh 1902 ; ; 108 Ä 1903 416-5
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Nah den einzelnen Arbeiterkategorien haben die Löhne betragen: ; : für Gesteinshauer i
1901 . 5,22 M
1902 298 5
1903 A BL S
1904 491 ,
für Kohlenhauer
1901 5,22 M
1902 . 475 ,
19083 . 483 ,
1904 490 ,„
für Reparaturhauer
1901 437 M.
1902 406 ,
1903 D s
104, 399
für Schlepper, Bremser usw.
1901 3,04 M
1902 B -
1903 292
1904 2,84 ,„
für Tagesarbeiter (auss{chl. Kokerei)
A0 . 2,81 M 1902 298 „ 1903 309 ;, 1904 321 ,,
Das Protokoll wurde sodann vorgel igt unterschrieben. | getejes, peneiatdigt Unn H. Squlte-Witten. Sarter. Neustein.
v. w. o.
Bergreferendar Falke als Protokollführer.
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