1839 / 195 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

befañden si auf hiesiger Universität 625 Studirende, davon sind Ostern 1839 abgegangen 163 und es sind demnach geblie- ben 462. Vom 25. Dezember 1838 bis 14. Juni 1839 sind hinzugekommen 164, die Gesammtzahl der immatrikulirten Stu- direnden beträgt daher 626. Die theologische Fakultät zählt 372, (313 Jn- und 59 Ausländer); die juristische Fakultät 77, (69 Jn- und 8 Ausländer); die medizinische Fakultät 120, (77 Jn- und 43 Ausländer ); die philosophische Fakultät 57, (48 Jn- und 9 Ausländer). Außer diesen immatrikulirten Studirenden besuchen die hiesige Universität: 1) von anderen Universitäten gekommene Studirende, deren Immatrikulation noch suspendirt ist §8, 2) nit immatrikulirte Chirurgen, unter der Direction des Professors Dr. Blasius, als Direktor des chi- rurgischen Studiums bei hiesiger Universität 9; zusammen 17; so daß folglich an den Vorlesungen im Ganzen 643 Zuhörer

Theil nehmen.

Paderborn, 12. Juli. (Westph. M.) Der unlängst hier stattgefundene Wollmarkt is, sowohl was den Verkehr, als die Markt-Einrichtungen betrifst, zur Zufriedenheit der Käu- fer und Verkäufer ausgefallen. Von dem von 249 Verkäufern zu Markte gebrachten Woll-Quantum, 2660 Ctr. (982 Ctr. feine, 778 Ctr. mittel und 900 Ctr. ordinaire), wurde Alles bis auf 91 Ctr. verkauft und zwar zu folgenden Durchschnittspreisen : feinste Wolle 78 bis 86 Thlr.; feine Wolle 65 bis 78 Thlr. ; Mittelwolle 50 bis 65 Thlr. ; beste Landwolle 35 bis 50 Thlr. ; ordinaire 28 bis 35 Thlr. Der Verkehr auf dem diesjähri- gen Wollmarkte hat den des vorigen Jahres um 255 Ctr. über- troffen und steht zu erwarten, daß derselbe in der Zukunft noch bedeutender werden wird. An ausländisher Wolle wurden 129 Ctr. zu Markte gebracht und auch abgeseßt.

Elberfeld, 9. Juli. Vor den Assisen im Bezirk des hiesigen Königl. Landgerichts, die am 19. Juni erdffaet und am 26sten desselben Monats geschlossen wurden, standen úüber- haupt 25 Angeklagte, und zwar 19 männliche und 6 weibliche, vor Gericht, von denen 8 freigesprochen und Einer wegen Meu- chelmordes aus verschhmähter Liebe zur Todesstrafe verurtheilt wurde.

Marienberg bei Boppard, 7. Juli. (Rh. u. M. Z.) Die täglich zunehmende Frequenz unserer in jeder Beziehung für diese Gegend neuen Wasser-Heil-Anstalt leitet immer mehr die Aufmerksamkeit des Publikums auf ein Heil-Verfahren, wel- ches hon die ausgezeichnetsten Resultate hervorgerufen. Die neue Anstalt, sowohl durch das schon seit Jahrhunderten rühm- lichst bekannte, treffliche Quellwasser, wie durch die gesunde,

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Gegend des Rheines vorzüglich zu einer solhen Anlage gecig- net, scheint sehr rasch in die Reihe bedeutenderer Bade- Orte eintreten zu wollen.

Wisssenschaft , Kunst und Literatur.

Breslau, 5. Juli. Ein aufmerksamer und glücklicher Weise au sahfundiger Beobachter hat am 1. Juni d. Y. Nachmittags um 3!/, Uhr zu Pologwit, 2/4 Meile im Süden von Bresiau, den ín Sclesien ziemlich seltenen Anblick dreier Wasserhosen gehabt, welche sich nach einander aus einer schwarien Gewitterwolfe entwickelten und zur Erde berabneigten. Die erste war schon dem Ende nahe und da- her ziemlich unregelmäßig geworden. Ungefähr 5 Minuten nach ihrem gänzlichen Verschwinden fam wesiwärts von derselben eine zweite zum Vorschein und konnte während ihrer ganzen Dauer beobachtet wer- den. Die dritte, an Länge die Größte, entstand wieder 10 Minuten nach der zweiten und ebenfalls westwärts von dieser. Alle drei senften fich aus shwärzlihen Wolfenmassen herab und nahmen nach und nach an Länge und Umfang zu. Dem Anscheine nach bestand ihre Masse aus dichtem, weißlih grauen Dunste. Die Formen waren scharf begränzt und die Spißen sichtlih vom Sturmwinde umgebogen, so daß die ganze Erscheinung die Gestait einer Sense erhielt, deren Spitze schräge westwärts nach unten gerichtet war. Jede Wasserhose löste sich auf, indem sich die Spigze zu spalten und in viele Fasern zu theilen schien, welche nah und nach vom oberen Ende des Meteors aufgesogen wurden, wodurch die Form an Dicke zunahm und die Gestalt cines Sacfes erhielt. Hiernach pflegen auch die Land- leute diese Erscheinung einen Wassersack zu nennen. Oersted hat vor- geschl1gen, sie Wetitersäule oder Luftwirbe! zu nennen. Das Legtere ist sie im eigentlichsten Sinne des Worts und von den kleinen dahin ziehenden Aufwirbelungen des Staubes nur in der Größe und Aus- dehnung verschieden. Die meisten fommen erst oberhalb der untersten Wolfenschicht, also von uns ungesehen vor, bis zu dieser von noch böber ziehenden Wolken herabgescnkt. Doit sind sind fie die gewöhn- lichen Laboratorien der Platregen, der Wolfkenbrüche und des Hagels. Von ihnen aus geben Blitz und Douner, als Verkündiger der in ih- uen sih erzeugenden gewaltigen Natur-Prozesse. (Bresl. Ztg.)

1

Dauer der Eisenbahn-Fahrten am 13. Juli. Abgang von |um Uhr | St. M.

Zeitd auer

von |um Uhr St. | M.

Berlin |7 t 40 IPotsdam |5 Mrg.| 1 | 34 Berlin [102 40 ÎPotsdam |82 » | | 56 Berlin |13 40 [Potsdam |12 Mitt.| | 38 Berlin |3 | 48 \Potsdam [42 Nm.| | 44 Berlin 1) v | 46 [Potsdam |8 Abds.| | 43 Berlin 11 Abds.| 1 | 45 Potsdam |92 » | 59

| Zeitdauer Ada

Auswärtige Böôraen ÁAmsterdam, 10, Juli.

Niederl. wirkl. Schuld 55!/, 4. 59% do. 1023/,, Kanz-Bill. 27/4, Span. 185/,. Passive Ausg. Sch. —. Zinsl. —. Preuss, Präm. Sch. —. Poln. —. Oesterr. Met. 104.

Antwerpen, 9. Juli. Zinsì. —. Neue Anl. 18!/,. 183/,. Hamburg, 12. Juli. Bank - Actien 1512. Engl. Kuss. 107!/,. . London, 9. Juli.

Cons. 39/9 92"'/g. Belg. 102!/,. Neue Anl. 19. Ausg. Sch. 8!/». 21/29 Holl. 543/,. 50/7 1033/5. do. 39// 203/, Engl. Russ. 113!/,. Bras. 78. Mex. 26!'/,. Peru 18. Chili 381/,.

Faris, 9, Jui

59/, Rente fin cour. 111. 85. 39%, fin cour. 79. 70. 59%/, Neap.

fin cour. 99.90. 59/4 Span. Rente 19. Passive 4!/,. 39/4 Port. —. Wien, 9, Juli.

59/ Met. 1077/2. 40/6 1021/7: 130/0 822. 210 / ie; I

Bank-Actien 1499!/,. Anl. de 1834 134!/,. de 1839 108.

Passìve 4!/,. 59/7 Port. 34. Columb. 33!/,.

Königliche Schauspiele.

Montag, 15. Juli. Jm Schauspielhause: Die Gouver- nante, Lustspiel in 1 Aufzug, von Th. Körner. Hierauf: Der reisende Student, musikalisches Quodlibet in 2 Abth.

In Potsdam: Die Geschwister, Schauspiel in 5 Abth., von E. Leutner. (Dlle. Lilla Lôwe, vom Großherzogl. Baden- {hen Hoftheater zu Mannheim: Eugenie, als Gastrolle.

Dienstag, 16. Juli. Im Schauspielhause: Der Freischübs, Oper in 3 Abth. , Musik von C. M. von Weber. (Dlle. Ost, vom Königl. Hoftheater zu Stuttgart: Agathe, als leßte Gast: rolle. Dlle. Galafré: Annchen.)

Mittwoch 17. Juli. Im Schauspiekhause: Die Geschwister, Schauspiel in 5 Akten, von E. Leutner. (Dlle. Lilla Lôwe, vom Großherzogl. Badenschen Hoftheater zu Mannheim: Eugenie, als Gastrolle.)

Königstädtisches Theater.

Montag, 15. Juli. Norma. Oper in 2 Akten, nach dem Ftaliänischen, von Seyfried. Musik von Bellini. (Dlle. Häh- nel wird, von ihrer Urlaubs - Reise zurückgekehrt, hierin als „Norma“‘“ wieder auftreten. Herr Dobrowsky, neu engagirtes Mitglied: Sever, als drittes Debüt.)

Dienstag, 16. Julí. Der Verschwender. Original-Zauber- Máährchen mit Gesang in 3 Akten, von F. Raimund.

Verantwortlicher Redacteur Arnold.

Gedrucft bei A. W. Havn.

romantische Lage der geräumigen Lokalitäten in einer der schönsten

Die leßte Fahrt von Berlin und

p B T E S LIN O E P O A E D i “P E ri E T E AT “O

Allgemeiner Anzeiger für dic Preußischen Staaten.

Bekfanntmachungen.

BVeltannuntmaGunga

wegen Verpachtung des Königlichen Vor-| Hypothekenbuchs, abgeshäut auf 5041 Thlr.

werks Merzdorf bei Landsberg a. d. W. Das Königl. Domainen-Vorwerf Merzdorf, 4 Meile von der Stadt Landsberg a- d. W. und 4 Meile von der Warthe und der Küstrin - Laudsberger Chaussée ent- fernt, im Landsberger Kreise belegen, soll von Trini- tatis 1840 an bis Johannis 1852, also außer der durch Veränderung des Pacht-Termins hinzutretenden Zeit, auf zwölf nach einander folgende Jahre, im Wege der Submission verpachtet werden. : Der Flächen-Juhalt der zu diesem Vorwerk gehöri- gen Grundstücfe beträgt : an Gärten 9 Morg. 14 (IR. an Aer .. » 137 » an Wiesen 2 » » an Hütung » 93 » an nußbaren Gewässern 12 » 160 » an unnugbarem Lande. 77 » 151 » zusammen 3151 Morg. 15 []R. Mit Ausnahme der Wiesen, die, 11 Meile vom Vorwerke entfernt, im Warthebruche liegen, bilden jene Grundstücfe eine zusammenhängende Fläche, in deren Mitte sich das Vorwerks - Gehöft befindet. Sie sind sämmtlich, einschließli der Wiesen, separirt und hü- tungsfrei. Die Lage des Vorwerks ist für den Absaß seiner Erzeugnisse sehr günstig. Dasselbe hat hinläng- liche Tagelöhner -Wohnungen und zur Erleichterung der Bewirthschaftung der Wiesen einen bestimmten Theil der bei denselben befindlichen Heuscheune. Das zum Vorwerk gehörige Königliche Jnventarium besteht, außer den Königlichen Wohn- und Wirthschafts : Ge- bäuden, nur in Bäumen, Saaten und deren Bestellung. Das Minimum der jährlichen Pacht für das Vor- werk nebst Zubehör is auf 1675 Thlr. 7 sgr. 1 pf., incl. 5572 Thlr. Gold, festgestellt. Die näheren Pachtbedingungen, so wie die Beslim- mungen über das Verfahren bei Submissionen, fön- nen in unserer Registratur eingesehen werden; auch

24 sgr. (51 pf. zufolge der nebt Hypothekenschein und Bedin- ¡gungen in der Registratur einzusehenden Taxe, soll

am 16. November c., Vormittags 11 Uhr, vor dem Herrn Kammergerichts-A}essor Haase an or- dentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden.

Georg von Gottes Gnaden Großherzog

von Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin und

Rateburg, auch Graf zu Schwerin, der Lande Rostock und Stargard Herr 2c.

Nachdem Wir, auf geziemeude Vorträge der Haupt- Direction des ritterschaftlihhen Kredit-Vereins, von der jeßigen Lage des Justituts genaue Kenntuiß haben nehmen lassen und dadurch zu der Ueberzeugung ge- langt sind, daß die veränderten Zeit - Verhältnisse, in- sonderheit der heruntergegangene Zinsfuß und die da- durch herbeigeführte fortschreitende Steigerung des Agio der Pfandbriefe, welche deren Herdeischaffung für das Bedürfniß des sinfenden Fonds schon jegt ershwerte und in der Folge unausführbar machen wird, den statutenmäßigen Zwecken hinderud entgegen- treten und eine veränderte, zeitgemäße Einrichtung ecforderlih machen, die in Berückfichtigung aller cin- schlagenden Verhältnisse auf dem Wege eiuer im §. 81 der Vereins - Statuten vom 28. Juli 1818 für Fälle solcher Art vorgesehenen und bis auf Unsere Gench:- migung freigelassenen bedingten Auflösung des Vereins angemessen zu erreichen ist, so genehmigen Wir, im Einverständniß mit des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin Königlicher Hoheit und Lieb- den, diese Auflösung unter der Bedingung, daß sie im Antoni-Termiíne 1840 eintrete, sich aber der Verein sofort mit seiner Auflösung, nach den deshalb in der General - Versammlung vom 28sten und 29sten v. M. vercinbarten Bestimmungen und auf den Grund der veränderten Statuten in seinen gegenwärtigen Mitgliedern wiederherstelle.

find wir bereit, dieselben abschriftlih, gegen Erstattung der Kopialien, und zwar bei Auswärtigen mittelst Ein- ziehung durch Post-Vorschuß, mitzutheilen.

Wir fordern hiernach die betreffenden Pachtbewerber auf, ihre Submissions-Gebote bis zum 16. September dieses Fahres, Abends sechs Uhr, dem Justitiarius der unterzeichneten Abtheilung, Herru Regierungs - Rath Bennecke, versiegelt einzureichen, zugleich demselben ihre Qualification als Landwirthe und das zur Ueber- nahme der Pachtung erforderliche Vermögen glaubhaft nachzuweisen, und die Erklärung zu Protokoll zu ge- ben, welche in den Pee nas über Submissionen 108. 3 vorgeschrieben is. Später als bis zu obiger

eit eingehende Submissions-Gebote werden nicht an- genommen. Der Termin zur Eröffnung der Submis- fions- Anträge is auf den 17. September d. t Vormittags 10 Uhr, in unserem Sessions- Z'm- mer bestimmt, und können die Pachtbewerder demsel- ben beiwohnen. Unter den sämmtlichen Bewerbern bleibt dem Königlichen Ministerio die unbedingte Aus- wahl vorbehalten. Es erlangt feiner derselben dur die Submission ein Anrecht auf den Zuschlag, bleibt aber an sein Gebot fo lange gebunden, bis er dur

uschlag an einen Anderen oder auf sonstige Weise avon entbunden wird.

Franffurt a. d. O., den 3. Juli 1839. Königliche Regierung, Abtheilung für die Verwaltung der direften Steuern, Domainen und Forsten.

Rothwendiger Verkauf. Laaud- und Stadtgericht zu Brandenburg, den 24. April 1839.

Die Uns zu solchem Zwecke vorgelegten neuen Statuten haben Wir den Verhältnissen und Bedürf- nissen entsprechend gefunden und werden sie demnächsi nach vorgängiger Unserer Confirmation, noch vor dem zur Auflösung und Wiederherstellung des Vereins, zu Antoni 1840 bestimmten Zeitpunkte publiciren lassen; ertheilen aber auch, was insbesondere die Verhältnisse der Gläubiger des wicederherzustelenden Vereins an- gebt, hierdurch schon jeßt die Zusicherung: daß alle Bestimmungen der bisherigen Statuten, welche die Sicherheit der Forderungen der Pfand- brief-Fnhaber betreffen, insonderheit hinsichtlich der Tax - Grundsäge unverändert beibehalten und die neuen Pfandbriefe nur die Abänderung erleiden sollen, daß der Zinsfuß zu 34 ‘Precent festgestellt wird, eine Auffündigung derselben von Seiten der Fahaber gänzlich aufhört und von Seiten des neuen Kredit - Vereins zwar ebenfalls eine willkür- liche Aufkündigung einzelner Pfandbriefe sonst un- zulässig seyn soll, nur daß eine halbjährige Einzie- hung so vieler Pfandbriefe durch Ausloofung, als das Bedürfniß des sinkenden Fonds wozu von den verbundenen Gutsbesißern 1 Procent der be- willigten Pfandbriefsumme jährlich gezahlt werden muß und bis zu 5 Procent gezahlt werden fann es erfordert, eintreten wird und die Pfaudbrief- Jnhaber verpflichtet sind, den Betrag der ausge- looseten Pfandbricfe gegen deren Rülieferung im nächsten Zablungs- Termine entgegenzunehmen. Da nun die JFnhaber der gegenwärtigen Pfand- briefe von deren im Antoni.-Termine 1840, als deu Zeitpunkte der bediugten Auflösung des bisherigen

die erste von Potsdam mit Pferden.

C [L PLAAILL A T E E 7M MONEP E T E

sub Nr. 531 belegene Wohnhaus nebst Hauskavel und niß zu seßen sind, um sich über die Annahme von Braugerechtigkeit des verstorbenen Schneidermeisters 'Baarzahlungen oder neuen Pfandbriefen bestimmen | Carsten Heinrich Boecker Vol. 12 pag. 433 des neuen [und ihre Erklärung darüber zur rechten Zeit abgeben

zu fönnen, so autorisiren Wir hierdurch den gegen- wärtigen ritterschaftlichen Kredit-Verein, sämmtlichen Pfandbrief-Jnhabern sofort nach Erlassung dieser Un- serer Verorduung, durch Notifikatorien in öffentlichen Blättern die Anzeige zu machen, daß die Einlösung aller gegenwärtigen Pfandbriefe, und zwar unter wel- chen náheren Bedingungen, durch Baarzahlung oder Aushändigung neuer Pfandbriefe zur besagten Zeit eintreten wird, und erklären hierdurch sämmtliche gegen- wärtige Pfandbriefe mit den dazu gehörigen Zins- Coupons von Termino Antonii 1840 exclusive an, mit deim Ablaufe des Antoni-Termines k. J. dergestalt für gänzlich erloschen und wirkungslos, daß darauf gegen den ritterschaftlihen Kredit-Verein keine weite- ren Forderungen und Ansprüche als die verheißene Auslieferung neuer Pfandbriefe oder die Baarzahlung des Kapital - Betrags derselben, nebst den bis Antoni 1840 davou fállig gewordenen Zinsen, begründet wer: den fönnen. An dem geschiebet Unser gnädigster Wille. Datum Meu-Streliß, den 19. Juni 1839. (L, 9) Georg G. H. vou Mecklenbur g. D D O Bro O Un 0, betreffend die bedingte Auflösung desritter-: schaftlichen Kredit-Vereins zu Antoni 1840. Jun Gemäßheit der Allerhöchsten Verordnungen bei- der Allerdurchlauchtigsten Laudesherren voin 19. Juui d. J. zeigen wir nunmehr den Juhabern der Mecklen: burgischen Pfandbriefe hierdurch an, daß, in Folge der bedingten Auflösung des bisherigen Kredit - Vereines, die Einlösung sämmtlicher coursireunden Pfandbriefe mit dem Antoni-Termine 1820 durch Baarzablung oder Auslieferung neuer voy dem refonstituirten Kredit: Vereine auszugebendey 32 procentigen, vo1 Seiten der Inhaber unkündbaren, aber nah den Bedürfnissen des sinfendeu Fonds ausloosungsfähigen Pfandbricfe ein- treten werde, und eröffnen selbigen, daß von dem ge- genwärtigen ritterschaftlichen Kredit-Bereine beschlo}scn worden if, denjenigen Pfandbrief - Jnhabern, welche sich binuen einer bestimmten Frist bereit erflären, neue Pfandbriefe zu nehmen, Prämien zuznugestehen, und ¡war wenn solches geschieht: a) bis zum 1. August d. J., zwei Procent, h) bis zum 1. September d. J., cin und cin halb Procent, c) bis zum 1. Oktober d. J., ein Procent.

Diesemnach fordern wir sämmtliche Pfandbrief. Jn: haber hierdurch auf, bei der Haupt-Direction oder den Kreis -: Directionen zu Gadebusch, Güstrow und Nen: Brandenburg, oder bei den Mandatariaten zu Ham: burg, Hannover und Leipzig bis zum 1. Oltober d. J. die Anzeige davon zu machen, ob sie baares Geld oder neue Pfandbriefe begehren, und follen ibnen auf Ver- langen Bescheinigungen über die geschebene Anzeige mit der Angabe der Zeit, wanu solche stattgefunden hat, ertheilt werden.

Diejenigen, welche diese Anzeige bis zum 1. Oftober d. X. nicht beschaffen, haben es sich selbst beizumessen, wenn sie vou den Naä theilen getroffen werden, welche die Unterlassung nur zur nothwendigen Folge haben wird. Unumgänglich erforderlich is außerdem die vor- gängige Rücklieferung sämmtlicher gegenwärtiger Pfand- briefe vor der Baarzahlung des Kapital-Betrags oder der Auslieferung neuer Pfandbriefe, und fordern wir deshalb sämmtliche Pfandbrief - Juhaber ferner auf, ihre Pfandbriefe nebst den dazu ausgegebenen Coupons von Termino Antonii 1840 exclusive an, im Monat Oftober d. J. bei der Haupt-Direction oder den vor- genannten Mandatariaten cinzureihen, um dagegen, je nahdem sie Baarzahlung oder Pfandbriefe zu ge- wärtigen haben, die resp. in Termino Antonii 1840 fälligen Zahlungsscheine oder Juterimsscheine über die

Das allhier in der Neuenthorstraße der Neustadt

Vereins, statthabenden Einlösung zeitig vorher in Kennt-

Auslieferang neuer Pfandbriefe entgegenzunehmen.

Die Baarzahlungen werden gegen die auf die Jn-

haber lautenden, von ihnen zu quittirenden Zahlungs-

Scheine in Termino Antonii f. Y. bei der Haupt-Kasse zu Rosto und bei den Mandatariaten zu Hamburg, Hannover und Leipzig geleistet, und wird die Auslie- ferung der Pfandbriefe gegen Rückgabe der Jnterims- Scheine baldmöglichst nach dem Antoni-Termine 1840 erfolgen.

Die Zahlung der Prämien findet im Antoni - Ter- mine k. J. statt und erfolgt gegen Quittung bei der Haupt-Kasse zu Nostock, den Kreis-Kassen zu Gade- busch, Güstrow und Neu-Brandenburg, so wie bei den Mandatariaten zu Hamburg, Hannover und Leipzig, je nachdem die Anzeigen bei der Haupt-Directiou, den Kreis-Directionen oder Mandatariaten geschehen \iad.

Rostock, den 20. Juni 1839.

Haupt- Direction des Kredit- Vereins. Ge Nieben: E.A. v Blücher. J Nv, LEErs.

Jch bringe hierdurch zur Kenntniß des Publikums, daß folgende Herren die Besorgung der von mir er- fundenen patentirten Schorusiein-Aufssäße zur Verhin- derung des Rauchens in den Gebäuden übernommen haben und daher bis jeßt fein Anderer berechtigt ift, dergleichen Aufsäße anfertigen lassen zu dürfen, als:

Herr Stadt -Baurath Zernicke in Danzig für die

Provinz Westpreußen,

Herr Mcchauikus F. Pensfy in Königsberg für

die Provinz Ofilpreußen,

Herr Maurermeister C. F. Trampe in Köslin für

den Reg. Bez. Köslin,

Herr Kaufmann F. Wegner in Stettin für den

Reg. Bez. Stettin,

Herr Kaufmann H. Jaeger in Elberfeld für West-

phalen und Rheinprov,

Herr Kaufmann E. Harnack in Berlin für den

Reg. Bez. Potsdam und Stadt-Bezirk Berlin,

Herr Maurermcister W. Mohrenberg in Liegniß

für den Reg. Bez. Liegniß.

Diejenigen Herren, welche în den übrigen Theilen der Monarchie die Anfertigung meîiner E oder Besielluugeu auf dieselben zu übernehmen wünschen, ersuche ih, fich der Bedingungen wegen an Herrn Kaufmaun C. Harnacck in Verlin, oder meinen Va- ter, den Maurermeister W. Mohrenberg in Liegniy, zu wenden. Vis eine Bekanntmachung erfolgt, über- nehmen indeß die beiden leßtgenannten Herren die Besorgung für alle noch nicht erwähnten Theile des Staates. Auch sind bei denselben allcín Modelle mit den von mir erst später angebrachten Verbesserungen und Beschreibung des Aufsauzes für 2 Thlr. zu erhal- ten, wodurch es Jedem leicht möglich wird, sich genaue Kenntniß von der Erfindung zu verschaffen und die Zweckmäßigkeit derselben felbst zu prüfen. Alle für mich in dieser Beziehung portofrei einlaufenden Brief- haften übernimmt während meiner Abwesenheit Herr C. Harnack.

Schließlich bemerke ih noch, daß von jeßt an Auf- säße und Modelle durch einen Stempel als patentirt

bezeichnet sind. Berlin, den 10. Juli 1839. C. Mohrenberg.

Literarische Anzeigen.

So eben ift im Verlage des Unterzeichneten erschienen : Allgemeines Archiv des Judenthums (Jo- didja, neue Folge), Zeitschrift für Reli- gion, Kultus, Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. 1r Bd. 1s Heft. Preis 15 sgr. L, Fernbach jun, Spandauer Straße Nr. 33.

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J. Heinemann.

Preußisd

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e Sktaats-Zeiltung.

Amtliche Nachrichten. Noi bes Tages,

Se. Königl. Majestät haben den bisherigen Ober - Landes- gerihts-Assessor Berge zum Land- und Stadtgerichts-Rath in Magdeburg Allergnädigst ernanut.

Abgereist: Der Geheime Kabinets-Rath Müller, nach Teplib.

BDeitungs-Nachriht en. R N

M Ulan Und D olen

wi Petersburg, 8. Juli. Se. Kaiserl. Hoheit der Großfürst Thronfolger ist am Morgen des lebten Freitags, 5. Juli, in vollkommener Gesundheit in Petershof, von seiner Reise zu- rückfehrend, eingetroffen. :

S Hier starb am 28. Juni, nach langwieriger Krankheit, im 62sten Jahre seines Alters, der bekannte Schriftsteller, Mitglied der Russischen Akademie, Stagtsrath Alexander Fedorowitsch Wojeilow. i

Srantreli Q.

__ Deputirten-Kammer Sibung vom 9 Juli: (Nachtrag.) Erörterung des Geseßz-Entwurfes wegen Eröffnung eines Kredits von 12 Millionen zur Vol- lendung der in Folge dexr Gese6e vom 5. Augusr 1821 und 14. August 1832 begonnenen Kanalbauten. Die Kommission hatte vorgeschlagen, den verlangten Kredit auf acht Millionen herabzusezen und anstatt der Summen, welche zur Vollendung der Kanäle gefordert waren, glaubte sie nur die Gelder anweisen zu müssen, welche zur Vollendung der Arbei- ten erforderlich seyen, bei denen die Vorarbeiten {hon weit ge- nug gediehen sind. „Es wird freilich nothwendig tverden““, heißt es im Bericht, „daß der Minister der dentlichen Arbei- ten in der nächsten Sißung einen neuen Kredit verlangt, und es werden neue Summen für die Ausgaben, welche nicht vorhergesehen werden konnten, angewiesen - werden müssen.“ -— Herr d’ Ange- ville bekämpfte den Plan der Regierung mit großer Bitterkeit. ¡Die Geseße von 1830 und 1832, sagte er, „haben die Errich- tung mehrerer großen Kanal- Linien bestimmt. Was unter der Restauration geschehen is, will ih nicht berücksichtigen: seit 1830 sind aber 3 außerordentliche Kredit: Forderungen für die Kanäle eingereicht worden, und jede dieser Forderungen sollte, nah den Erklärungen der Verwaltung, zur Vollendung der Kanäle dienen. Die leßte dieser Forderungen ist im Jahre 1837 der Gegenstand einer ernsten Prúfung von Seiten der Kom- mission gewesen und diese hat sich sehr ernst darüber auége- sprohen. Jebt wird wieder eine Kredit: Forderung von 12 Nil- lionen, wie es heißt, zur Vollendung der Kanäle, eingereicht, aber auch diese wird nur eine Abschlags - Zahlung seyn.“ Der Redner ging fodann zu einer Betrachtung der bei Kanal- bauten zu berücksichtigenden Umstände über und sagte bei dieser Gelegenheit: „Sonst fcagte man sich, ehe ein Kanalbagu begonnen wurde, ob auch Wasser da st|cy. Jekt baut man cinen Kanal und sieht sch dann erst nah Wasser um. Im Kanal von Berry fehlt zum Beispiel noch immer das Wasser.“ Herr Leyrand übernahm die Vertheidigung der Verwaltung und sagte dabei unter Andern: „Mein Vorgänger auf der Nednerbühne wundert sich, daß die in Folge der Geseße im Jahre 182!/,, begonnenen Kanalbauten noch nicht beendet seyen. Darauf kann ih ihm antworten, daß der Kanal du Midi, der seit 155 Jahren existirt, noch immer unvollendet ist. Ein Ka- nal is fertig, sobald er eröffnet wird, aber er ist immer noch zahlreicher Verbesserungen fähig und müßte man warten, bis alle diese Verbesserungen ausgefährt wären, so würde ein Kanal uie fertig werden.“ Nachdem Herr d’Augeville noch ôdfter re- plizirt und der Minister der dffentlichhen Arbeiten erklärt hatte, daß díe Regierung dem Entwurfe der Kommission bei- trete, wurde dieser angenommen. Der Präsident schlug noch der Kammer vor, die Stunde ihrer Sigungen um zwölf ein halb Uhr zu beginnen, womit sich die Kammer einverstanden erklärte. ] si F Sib una vom 10. Juli. Erörterung úber die Krbedit-Dewilligung von 12 Millionen zur Bollen- dung der Kanäle u. s. w. Der 2te Artikel bestimnt daß von dem bewilligten Kredit | Million zu Ausgaben für die 8 beendeten Kanäle, nämlich den der Rhone und des i

den der Somme, den der Ardenne, den der Jlle und Ranace

,

Œ ¿ss i . 5 7e - Slusse Jöle und Oise verwendet werden sollen. 7 Milltdnoa

und der Ueberschuß der vorigen Summe sollen aber fúr die |

fünf noch nicht beendigten Kanäle, nämlich den von Bour e den von Nantes nah Brest, den in Nivernais Um Berry und den Seitenkanal der Loire verausgabt wer- den Eine in diesem Paragraph enthaltene Bestim- mung, vermöge welcher die Pläne, nach vorgängiger Be- Zvtachtung des obersten Raths der Brücken: und Chaussee-Ver- waltung, der Verwaltung vorgelegt werden sollen, gab zu einer furzen Eröôrterung Anlaß. Herr Lesnière {lug die Strei- chung dieses Saßes vor. Diesem Vorschlage trat auch der Mí- nister der dffentlihen Arbeiten bei. Die Kammer ent- schied sich ebenfalls dahin. An der Tagesordnung war so- dann die Erörterung zweier Gesez-Entwürfe über die Bewil- ligung von 2 Millionen zur Unterstüßung derjeni gen Gegenden, welche durch Feuersbrünste Hagel U. st. w. besonders gelitten hätten, und über die Bewil- ligung eines Kredits von 2 Millionen zur Ergän-

zung des Erlassungs-Fonds für 1832 den ersten Geseß-Entwurf hatte die Kommission die Verdoppe- sung der Summe vorgeschlagen. Abstimmung dem Vorschlage der Kommission bei. Entwurf wurde ohne Ecörterung angenommen.

Die Kammer trat bei der | Der zweite |

_ Paris, 10. Juni. Durch eine Ordonnanz vom Tten d. M. | ivird der Marquis Gueilluy von Rumigny, bisher Gesandter | am Turiner Hofe, zum Gesandten bei der Königin von Spa- | : eine Verbindung mit Staats-Paketböten zwischen den Vereinig:

nien, an die Stelle des Herzogs von Monteëquiou Fezensac, ernannt. Marquis von Dalmatien.

Den Posten des Marquis von Rumigny erhälc der |

Durch eine Königliche Ordonnanz wird die Zucker - Aus- fuhr unter fremder Flagge ins Ausland, welche der Erlaß des |

Gouverneurs von Guadeloupe gestattet hatte, untersagt.

__ Die Berathung des Pairshofes, welche vorgestern nach dem | Schlusse der Debatten begonnen worden war, wurde gestern |

von 12 bis 6 Uhr fortgesest.

Dem Vernehmen nah hat si |

der Pairshof bis jest erst über die Strafbarkeit der Gefange- | nen berathen und is sogar über diesen ersten Punkt noch zu |

feinem Beschlusse gekommen. Heute werden also erst die Erôr-

terungen über die Anwendung der Strafe beginnen können, |

und das Urtheil dürfte erst morgen gefällt werden.

Der Ministerrath hat sich in den leßten Tagen mehrere- | male versammelt, um darúber zu berathschlagen, ob es zweck- |

der Mai - Angeklagten ausgesprochen wüúrde.

| mäßig sey, die Todesstrafe zu vollstrecken, wenn sie über einige | Diese Debatten |

sollen durch den König veranlaßt worden seyn; das Resultat |

derselben ist aber nicht bekannt geworden.

das Todesurtheil über ihn verhängt würde, nicht an diz Königl. Gnade appelliren. Mialon dagegen habe sich bereit erkiärt, alle Schriite zu thun, die sein Vertheidiger ihm anrathen würde. Alle anderen Angeklagten, Martin Bernard ausgenommen, ver- trauea auf die Nachsicht ihrer Richter. i

__ Die Herzöge von Aumale und Montpensier haben heute das Collège Heinrich 1). nicht besucht. Dies Auébleiben soll durch eine Anzeige der Polizei veranlaßt worden seyn, die ermitteit hätte, daß die beiden jungen Prinzen von der republifanischen Partei aufgegrifsen und verborgen gehalten werden sollten, um sie als Geiseln für die vor dem Pairshofe Angeklagten zu behalten.

Die Gazette des Tribunaux meldet, daß man vor zwei Tagen in einer Straße des fauhbourg du temple eine heim- liche Presse in Beschlag genommen habe, wo eine neue Num- mer des „Moniteur republiçain‘/ vorbereitet wurde, die an den Pairshof gerichtet war; in Folge dieser Beschlagnahme haben mehrere Arretirungen stattgefunden. H :

Der Pairshof wird noch zwei Kategoricen der Mai- Ange- klagten zu richten haben. Die erste derselben wird aus 40 und die zweite aus 30 Judividuen bestehen. Eine weit größere Anzahl Angeklagter aber, ungefähr 240 bis 250 Jndividuen, werden vor das Zuchlpelizei-Gericht gestellt werden.

Dem Vernehmen nah werden in diesen Tagen mehrere Deputirte in der Kammer den Antrag stellen, daß dieselbe ihren Beschluß wegen Vertagung des Zuckergeseßzes zurück- nehme und die Erörterung desselben unverzüglich beginne.

Das Journal des Débats spricht dée Hoffnung aus, daß |

die Kammer vor ihrem Auseinandergehen noch das Zucêer- und Hafengeselz erörtern werde. Jn Bezug auf das leßtere sagt es: „Die Lage unserer großen Häfen is wirklich beklagens- werth. Wahrscheinlich weil es an genauen Planen fehlte, hatte die Regierung weder Marseille, noch Havre, noch Bordeaux noch Nantes in die Geseze vom Jahre 1827/,, begriffen. Nan/ tes ist in der That nur noch ein Hafen dem Namen nach, seine Existenz als Seestadt gehört der Geschichte, niht mehr der Ge- genwart an. Die großen Schiffe gelangen nicht mehr in den Hafen, und da die Loire versandet ist, kann sie die Waare nicht mehr ins Junere verführen. großen Unglück bedroht; das Meer hat die Pointe de Grave

unterwÜühle und wenn man nichts dazu thut, wird der Tele- |

graph uns nächstens melden, daß eine Aequinoctiial Fluth das Unter- Medoc verwüstet hat. Jn Havre ist kein Raum mehr für die Schiffe, welche von allen Seiten herbeikommen. Die Bassins find durchaus ungenügend und sie haben den großen Fehler, daß ihre Múündungen zu eng sind, um den Dampfboten für die transatlantische Schifffahrt den Durchgang zu gestatten. So ist also Havre, welches Liverpool zur Noth die Spike bieten könnte, vergleichsweise nur ein Küstenhafen. England hat Dampfdoote, welche von Bristol, Liverpooi und London nach Neu York fahren. Bald werden auch Dampfschiffe nach Phi-

| ladelphia/ Neu-Orleans und Charleston abgehen und schon hat | die Englische Regierung cinen Kontrakt abgeschlossen, vermöge des- e 5 | sen cine Verbindung zwischen London und Halifax zu Stande Rheins, |

gebracht werden wird. Für Havre und Bordeaux sind Dampf-

den von Blavet, den von Arles nah Bouc und díe kanalisirten E naer nale La M ae

keit. Vor allen Dingen muß aber in Havre ein neues, beson-

| ders für die Damwpsschiffe eingerichtetes Bassin gebaut werden. | Nicht minder fehlt es hier an Docks, obgleich die Zoll-Verwal- | : tung schon lange darum eingekommen ist, und mehrere Kapita-

listen sich erboten haben, solche auf ißre Kosten zu errichten. Vielleicht noch größere Ansprüche auf Berücksichtigung hat Mar- seille, erstlih weil es der bedeutendste Hafen ist und dem Schake am meisten cinträgt, und zweitens weil er von allen Höfen am meisten vernachlässigt worden ist. Nirgend is die Ein- und Ausladung eines Schisses mit so vielen Zeit- und Geldkosten verbunden; seine Quais sind enge, sein Hafen schwer zugänglich und vershlamint. Hätte Marseille einen zugänglihen Hafen, der nur die Hälfte der Vorzúge hâtte, mit denen alle Großbri- tanischen Häfen ausgestattet sind, so würde Marseille unbedingt die Königin des Mittelländischen Meeres werden und in weni- gen Jahren den Wohlstand des Rhonethales verdoppeln.“ Herr Laffitte beabsichtigt, eine Proposition wegen Abschaf- fung der Todesstrafe einzureichen, und es sollen außerdem meh- rere Mitglieder der Kammer gesonnen seyn, sih beim Grofsie-

Bordeaux wird von einem |

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In Bezug auf gelbewahrer dafür zu verwenden. Unter diesen werden die Her:

ren Tracy, Lamartine, Arago, Dupont, G. Lafayette, Carnol 1A w. genannt.

In dem Entwurfe der Regierung sind die Auëgaben für das Jahr 1840 auf 1,100,805,028 Fr. angeseßt. Die Kommis- sion hat eine Reduction dieser Summe um 2,067,316 Fr. beantragt.

Man liest im Journal du Hâvre: Die von den Jour: nalen gemachte Mittheilung, daß die Regierung beabsichtige,

ten Staaten und Bordeaux herzustellen, muß dahin berichtigt werden, daß die Regierung den Plan hat, zwei Dampsschiffss Course herzustellen, von denen einer zur Verbindung zwischen Havre und New-York, der andere zur Verbindung zwischen Bordeaux und dem Golf von Mexiko dienen soll.

__ In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind in Frank- reich 3206 gedruckte Werke, 596 Kupferstiche und Litographieet) und 228 Musikstücke verdffentliht worden.

Großbritanien und Jrland.

Parlaments-Verhandlungen. Unterhaus. Siz» zung vom 9. Juli. Von den Antworten, welche Lord Pa l- mer sto an diesem Abend auf mehrere an ihn gerichtete Fra- gen gab,-ist noc die mitzutheilen, daß der Britische Gesandts in Mexiko, der in der Vermittelung der Differenzen zwischen Mexiko und Frankreich so glúcklich gewesen, den Auftrag erhal- ten habe, daß er sih bemühen solle, eine ähnlihe Ausgleichung zwischen Mexiko und Texas zu Stande zu bringen. Als Lor

Man versichert, daß Barbés erklärt habe, er werde, wenn | John Russell sodann die Annahme der vom Oberhause in

der Jamaika-Bill vorgenommenen Veränderungen vorschlug, die auch, wie schon gemeldet, ohne weitere Debatten erfolgte, sprach er sich folgendermaßen über jene Amendements ausz „Die Hauptveränderung, welche die Bill erlitten hat, ist die Weglassung der ersten Klausel, über die hier gac keine Erörte: rung ftatifand. Diese Veränderung raubt der Bill einen gro: ßen Theil ihrer Macht und ihres Nubens; dennoch halte id) fúr besser, daß die so veränderte Bill, die dem Gouverneur neue Gewalt verleiht, angenommen, als daß demselben gar keine Bill zugesandt wird. Eine andere Veränderung is dig Bestimmung, daß nach der Zusammenkunft des Versammlungs: hauses zwei Monate vergehen sollen, bevor der Gouverneur er- mächtigt seyn soll, ein erloschenes Geses zu erneuern.“ Siz Robert Peel sprach hierauf nohmals die ernstliche Hoffnung aus, daß das Versammlungehaus von Jamaika das Vertraucet? des Parlaments rechtfertigen und die Erwartung erfüllen, dasz es nicht nur seine Functionen wieder aufnehmen, sondern aud? mit jenem Geiste und jener Mäßigung handeln werde, wodur) es in der öffentlihen Achtung steigen und zugleich den Bewei( liefern tónne, daß die Absicht, die Verfassung zu suspendirer! und die legislativen Functionen aufzuheben, durch das Resultaz nicht gerechtfertigt werde. Dies jey der Nath, den er den) Versammlungshause von Jamaika zu geben habe, und e: scy Überzeugt, dasselbe könne fein besseres Verfahren annehmen um sich in der öffentlichen Achtung wieder zu heben. Nad) diesen Bemerkungen über die Jamaika-Bill wünschte Sir Ro- bert ‘Peel von dem Minister des Jnnern zu wissen, wie vie! Polizei: Beamte von London nach Birmingham gesandt wordetz seyen. Er glaube, man müsse sich derselben bei solchen Gele- genheiten mit großer Vorsicht bedienen. Er wolle zwar in die- sem Falle das Verfahren der Regierung nicht tadeln, dodc) glaube er, daß der Charakter und die Wirksamkeit der City:Po- lizei dadurch geschwächt werden würde, wenn man sie ohne hin- reichenden Grund gegen Ruhestörer in verschiedenen Theiler; des Landes verwenden wollte. Lord John Russel erwiedert: hierauf, daß die von dem sehr ehrenwerthen Baronet an ihn gerichtete Frage es nöthig mache, einige mit dem Gegenstand) in Verbindung stehende Umstände anzugeben.

„Was in Bezug auf Birmingham geschehen if“, fubr er fort „unterscheidet fich nicht schr von dem, was in den leßten drei Fabre in B ¿tref anderer Theile des Landes fiattgefunden hat. Der Mavoex von Birmingham fam iu Begleitung zweier andecer Magistrats - Pers- fouein jeuer Stadt ausdrücilichh nach Loudon, um das Ministeriunz des Junern 1m Beistand zu bitten. Sie sagten mir, daß in Jede: Nacht zur großen Bestürzung der Einwohner tumultuagiische Ver sammiungen gehalten würden, und daß feine hinreichende Polizcimack; vorhanden scy, um diejenigen zu verhaften, die sich der Ruheslörung schuldig gemacht hätten. Die Munizipalität von Birmingham ist er}! vor furzem neugebildet wordeu, die von ihr getroffenen Anorduun- gen zur Organisirung einer Polizei-Macht haben noch nicht vollsiäu- dig ausgeslbrt werden köunen, und sie wollte nicht gern dée Militair- Machi zu Hülfe rufen, wenn sie mit der Polizci ausreichen könnte. Jch gab daher izrem Wunsche, daß 60 Maun vou der City - Polizei sie nah Birmingham begleiten sollten, nah, und auf meine Frage, ob sie eine hinreichende Militair - Macht hätten, erwtederten sie, daß dieselbe vollkommen genüge. Bet ihrer Anfuuft in Birmingham fan- den die Magisirats-Yersonen es für gut, sogleich die Verbaftuug meh- rerer Personen, die auf einem dortigen Plate, dem Bullring, versam- melt waren, zu veranlassen. Jch will darüber, so wie über das in irgend einem Augenbli bei eiucm Tumulte zu ergreifende Verfahren, feine Meinung (ußern, da nan, ohne au Ort und Stelie gewesen zu sevu, nicht darüber zu urtheilen vermag. Unter dem Pöbcl, gegen den die City - Polízei verwendet wurde, befaudeu sih Einige, die mit Messern und anderen gefährlichen Waffen versehen waren, und einige Polizei - Beamte sind verwundet worden ; es freut mi jedoch, sagen zu können, daß fie sh, den leßtea Berichten zufolge, außer Gefahr bcfinden. Am folgenden Morgen erbielt ih Nachrichten aus Birmingham, mit der Bitte, noch 40 Polizei-Beamte zu seuden. Jch nabur Anfland, déescm Gesuch zu willfahren, und fragte den Obersien Rowan, welche Wirkung ein solches Verfahren wohl auf die Polizei- Macht im Allgemeinen haben werde: ich erbielt die Antwort, daß die bereits in Birmingham befindlichen Polizei-Beamten dadurch an Zu- versicht gewinnen wkirden, wenn sie sich durch Leute ihres eigenen Corps unterstüßt sähen. Jch sandte daber am zweiten Tage nocchz 40 Polízet- Beamte nah Birmingham, wo sie am Abend desselben ages anfamen. Es ergiebt sih, daß, obgleich das Militair

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mit derselben Schnelligkeit und Mäßigung wie bei ähnlichen Gelegen- heiten gehandelt hat und die speziellen Konstabler ihre Pflicht gethan haben, doch die Anwesenheit einer geringen gutorganisirten Polizei-