In dem huldreichen Anwortschreiben, womit der Kurförst den Magistrat und die Munizipalität der Stadt Kassel auf deren Be- glückwünschung zum Geburtstag beehrt hat, erklärt Se. Königl.
- ‘ - .‘ . € / “ E.F 5 cki 5. G e Hoheit, daß bei ihm Alles, was in einer früheren Zeit der Auf-
sprochen hâtten. Das Steigen und Fallen der Skala habe nur Schwindelei und Scheinkäufe erzeugt, und während der leßten zwei Jahre habe man die Durchschnitts - Preise nur nach den be- sten Qualitäten berechnet, da die schlechteren zurúckgehalten wor- den, bis jene Preise ihr Minimum erreicht. Der Protest hebt | regung vorgegangen, in Vergessenheit begraben sey und fortan ferner die nachtheiligen Folgen dieses - Fluctuations - Systems | nicht mehr von ihm beachtet werde, daß er sich indessen, nach {o auf das Geld- und Bankwesen hervor und weist besonders | vielen Tagen eines bewegten Lebens, für seine Person nach Ruhe auf die Nothwendigkeit hin, die auswärtige Einfuhr nicht | sehne. durch unndthige Schwierigkeiten zu hemmen, um nicht durch Nepressalien des Auslandes einige der besten Märkte für die Englischen Fabrikate zu verlieren, Schließlih erklärt er es : für die erste Pflicht der Regierung, die arbeitenden Klassen | Großherzoglichen Armee-Corps hat vorgestern ihren Anfang ge- niht unnöthig zu belasten, welche Pflicht durch die Erhe- | noimmen. Beauftragt dazu find von Seiten Oesterreichs der Ge- bung hoher Steuern zu Gunsten spezieller Jnteressen ausdrücklich | neral-Major von Wisiak, dermalen Kommandirender in Frank: verleßt werde. Auch Lord’ Cloncurry hat einen besonderen Pro- furt, von Seiten Hannovers der General-Major Baring, Koni- test erlassen, der direkt gegen die Tories als Partei gerichtet is, | mandant der Hauptstadt Hannover, und von Seiten Kurhessens und zwar aus dem Grunde, weil die Jrländischen Katholiken in | der General-Major Schmidt, Chef des Generalstabs. Zum Be- jenen nur ihre Tödfeinde erblicken konnten. i 2 hufe der FJnspizirung waren vorgestera von den in der Residenz Die neuesten Nachrichten aus China und Mitte - Asien ver- | jeßt garnisonirenden Truppen das erste Bataillon des Leib- anlassen die Times, von neuem darauf aufmerksam zu machen, | Garde - Regiments, eine Schwadron der Garde - Chevaux- in welcher verwickelten Lage ‘die vorigen Minisker alle Angelegen: | legers und an Artillerie 4 Sechspfünder, 2 Haubißen und heiten ihren Nachfolgern übergäben, und wie viel die Chefs des | 2 reitende GeschÜbstücke auf dem Exerzierplaße versammelt. auswártigen Departeménts und der Ostindischen Kontrole in den | Gestern führten diese Truppen Manövers in der Umgegend von náchsten Monatén zu thun haben wurden, _ Admiral Parker | Darmstadt aus. Heute soll die Artillerie ihre Fertigkeit im Ba- sol in Bombäh geäußert haben: „Der Streit mit China | taille-Feuer und das vorbefragte Jnfanterie:Bataillon die seinige fann vielleiht in wenigen Monaten abgemacht seyn, er | im Scheibenschießen erproben. Von den Pionieren und den úbri- fann aber auch Jahre lang dauern.“ Das ge: | gen Truppen war bis jeßt noch keine Nèedez doch verniuthet man nannte Blatt hofft indeß, man werde nun keinen Augenbüick | es würde sich die Jnspection auch auf die Úbrigen Garnisonen mehr mit Unterhatidlungen verlieren, weil sonst eine höchst gefähr- | des Großherzogthums erstrecken. Fúr die Jnspizirung des Kö- liche Stockung im Englischen Handel entstehen fönnte. Auch niglichen Bayrischen Bundes- Kontingents is diesseits der Chef des gegen den Schah von Herat wird vermuthlich, wenn die leßten | Großherzoglichen Generalstabs, General-Major von Lynker, er- Nachrichten fich bestätigen, eine Britische Expedition abgeschickt | nannt worden, der in der zweiten Hälfte d. M. nach München werden mússen, um ihn zur Unterwerfung unter seinen Lehns- | abgeht, wo er mit dem Oesterreichischen Feldmarschall - Lieutenant herrn, den Monarchen von Afghanistan, zurückzubringen. Man | von Czaniß und einem Königl, Sächsischen General zusammen- Besezung der gro- | treffen wird. i diese Angelegenheit erledigen
glaubt, nah der Times, daß eine en Pâsse durch die Engländer diese egenh e | und die Stabilität der Dynastie Schach Sudscha?s sichern | wúrde. . Ein Theil des Afghanischen Stammes der Gilzies, der | höchsten Gipfel der ehrwürdigen Grotenburg am Eingange des sich gegen den jeßigen König von Afghanistan emporte, war erst Baues des Hermans - Denkmals die Flaggen sämmtlicher Deut- fürzlich wieder in einem glanzènden Treffen von einer Abtheilung | scher Bundesfkaaten aufgestellt, welches einen wahrhaft imponi- der Bengalischen Armee Unter Oberst Wymer geschlagen worden. | renden Eindruck hervorbringt. Rund um das Denkmal herum Im Pendschab soll es jeßt so ziemlich ruhig seyn, da es dem Fur: | erhebt sich aus Zelten und Bretterbuden eine kleine Stadt. Für sten Schiri Sing gelungen wär, setne Truppen zur Ordnung zu | die Damen if ein eigenes sehr gerâumiges Gerüsk erbaut, und bringen. Ein Gerúcht, daß Lord Auland, der General-Gouver: mehrere Ehren- Kavaliere vom Civil und Militair sind dazu aus- neur von Ostindien, von jenen Hauptling der Sik's eine Berstär- | ersehen, ihnen jede mögliche Bequemlichkeit zu verschasfen. — Am fung von 10,000 Mann verlángt habe, bedarf der Bestatigung. | Tage des Festes wird dèr ganze Bau, auf dejfen Höhen schon die Nach amtlichen Angaben war in dem Vierteljahre von An- | Kanonen hinaufgewunden sind, mit Kränzen geschmúc{t seyn. | | Der Baumeisker, Ernst von Bandel, hat in dieser Beziehung einen sehr sinnigen Aufruf vom alten Teut herab in die umliegenden Exemplare; 2) der beiden Blätter des Su n, des Morgens- und Thâléèr’ erlassen. — ‘Die an heutigen Tage seit 2 Uhr eröffnete Abend-Blattes, eines Blattes der Whigs, das sich zu den Radi: | Ausstellung der Einlagen für den Grundstein ist von Fremden und falen hinneigt, zusammengerechnet 3400; 3) des Standard, ei: | Einheimischen Úber alle Erwartung zahlreich besucht. Es wogt nes Blattes der Konservativen, 2775; und 4) des C ourier, | auf der Rathhaus-Treppe immer auf und nieder, und der große ebenfalls cines Blattes der Konservativen, 725 Exemplare, | Saal kann alle Schaulustigen nicht fassen, Dem katholischen Journal the Tablet zufolge, strömen jeßt | L i ganze Massen fostbarer Geräthe, die aus den aufgehobenen Kld- | | S Desterreich. fern und Abteien der Pyrenäischen Halbinsel, besonders Spaniens, _ Wien, 2. Sept, (L. A, Z.) Die Militairfahrt von Hra- stammen, nach London, und mitunter ganz auëerlejene Kunstwerke | disch nach Brünn zum dortigen Lager ist sehr zufriedenstellend des Spanischen Mittelalters und der Spanischen Renaissance | und imposant ausgefallen, Das Jâger- Bataillon, 800 Mann werden zu Spottpreisen verschleudert. Auch von Spanischen | statk, nahm stestnd 22 Galleriewagen ‘ein, einige andere Wagen Kirchenglocken, welche bei ihrem bedeutenden Silber-Amalgam das | waren fur die Bagage und Ofstziens: Pferde bestimmt; der ganze melodischste Geläute bildeten, hat man ganze Schisfsladungen nach | Train von 33 Wagen, dev auch dèh Brigade - General, die Offi- England gebracht und dort größtentheils zertrümmert. e ziere nebst Reisenden mit sich führte, wurde von einer einzigen “ Die Direktoren der Bank von England zeigen an, daß die | Lokomotive gezogen und traf in Lundenbursg, dem Mittelpunkte Bank die gewöhnlichen Darlehen auf gute Wechsel und Deposi- | des Weges, um H Uhr mit klingendem Spiel ein, wo der General ten in Beträgen von mindestens 2000 Pfd. Stk. zu 5 pEk. jahr: | die u ‘Parade aufgestellte Mannschaft die Musterung pasfiren ließ. lich zu bewilligen geneigt ist. i f | M Brünn, wo der «Train um die Mittagszeit angelangt war, Die Gesändtschaft in Paris wird, wie es heißt, Lord Cowley | zeigte sich eine große Menge Neugieriger versan!melt, und das Musik: übertragen werden, der sie auch während der leßten kurzen Ber- | Corps M N bewillfommnete mit fröhlichen Klän- waltung Sir R. Peel's bekleidet hatte. E Ms S gen die Anfommlinge. DieMannschaft sprang wohlgemtth von ihren Die Actionaire der großen westlichen Eisenbahn - Gesellschaft | Waggons und wurde alsobald in Parade aufgestellt. Die Länge hielten gestern ihre General - Versammlung. De Ueberschuß l | Os Wegés, der in einem Bormittage zurügelegt wurde, beträgt If zar bedéutend und eine Dividende von 5 pCt, erftlart Ot, Praga und wurde auf die ‘gewöhnliche «rt, mie Inbegriff {weier indessen wollen die Direktoren noch eine Anleihe von 550,000 Pfd. | Ha rage, _achí E bia he gee Ein Ma fontrabhiren, was nach einigen Debatten bewilligt wurde, jedoch | men det Staats-Verwaltung mit der Nordbahn wegen der Vergü- mit dem Versprechen, daß höchstens nur 50,000 Pfd. mehr erfor- | fung für fünstige ahnliche _Miilitair-Fahrten Ur noch nicht getrof: dert wwrdeit. i | 2 / : 7 fen, und dieser Fall vorerst mehr ais eine Probe angesehen wor- Das Dampfschiff „Great - Weskern“ iff am 1sten d. mit 119 e i ilE der E! der Nordbahn wegen Ent- Passagieren, worunter der bisherige Amerikanische Gesandte in schädigung des Bran? es von G anserndorf ist noch nicht definitiv St. Petersburg, Herr Cambreleng, von Bristol nach New York | erledigt, und der Rekurs wegen eines gleichen Unfalles in Barag- A E, f: noówiß vor furzem der Landes-Regierung vorgelegt worden, Jn- APYegAl ge dessen wird jeßt bei dem Eisenbahn-Baue wegen Feuersicherheit WBelgien. der Umgebungen mehr Rücksicht von Seiten der Behörden auf- Brüssel, 5. Sepk. O C lgi sche Moniteur meldet: | érlegt, #0’ daß'z, B, auf der neuen Strecke zwische! Hradisch „Der Fúrsk von Ligne und seine Familie sind vorgestern von einer | und PYrerau mehre nahe Gebaude aus diesem Grunde auf Ko- Reise na Polen hier wieder eingetroffen.“ E z N sken der Unternehmung theils niedergerissen, theils mit Ziegeln ge- Mit großer Theilnahme hat man hier die bevorstehende Er: | deckt werden mußten, dnung der Bahn von Köln nach ¿lachen am l. C ia ht ver: Schiveiz nommen, Es is ein máchtiges Anregungsmittel für Belgien, seine | E _ Hg O : : Linie von Lfittich bis zur Gränze baldmöglichst zu beendigen, auh Vom Bernischew ÖDberlaude, 24. Aug, (A. Z.) Die wird mit beschleunigter Thâtigkeit auf allen Punkten zwischen Lut- Erpeditton, welche Agâssiz, Professor in Neuenburg, zur Untersu- tich und Verviers gearbeitet , und wahrscheinlich „ein Theil dieser chung der GSletscher in unfer Hochgebirge geführt hat, beschäftigt Strecken, so wie die stark abschúfsige Bahn von ns bis Lüttich, | auf das lebhafteste Eingeborene wie Fremde und bildet jeßt das ws eine stehende Maschine angebracht werden muß, noch in die- | Tagesge|präch 1in unseren Ga,khöfen und Pensionen. Man er- wartet die bedeutendsten Resultate von dieser Unternehmung, da außer den Reise-Gefährten Desor und Vogt, welche den berühm-
{em Jahre beendigt werden.
Deutsche Bundesstaaten. ten Gelehrten schon auf seinen früheren Ausflúgen bealeiteten, noch Hannover, 6. Sept. (Hann. Z.) Der Königl, Preußi- | mehrere der ausgezeichnetsten Naturforscher sich Agassiz angeschlos- \{che Gesandte, General-Major Freiherr ven Caniß, hatte geskern | sen haben, um vereint mit ihm die Lösung der mannigfaltigen die Ehre, Sr. Majestät dem Könige seine Abberusfungs - Schrei- | Fragen zu versuchen, welche das Studium der Glet cher ’in sich ben vom hiesigen Hose in einer Privat-Audienz zu überreichen, ließt. Wir brauchen nur den berühmten Physiker, Professor : | Forbes von Edinburg, Martins von Paris, bekannt durch seine Stuttgart, 4. Sept. Se. Kbnigliche Hoheit der Kron- | Reisen nah Spibberg, und unsere beiden Schweizer Geologen prinz “isf gestern Abend von Berlin hier angelangt, um während | Huder von Bern und Escher von der Linth von Zürich zu nen- der Herbstferien bei der Königlichen Familie zu verteilen, | nen, um zu beweisen, welchen Anklang diese Untersuchungen bei den | Naturforschern finden. Jn der That seinen auch alle Hulfsmit- j tel aufgeboten, um die schon im vorigen Jahre begonnenen Arbeiten wärtigen Angelegenheiten und des Kurfürstlichen Hauses, Herr | zu einem fruchtbringenden Ziele zu führen, und mit Erskaunen von Steuber, i nah dem Johannisberg abgereist, um im Auf- | sahen die Bewohner des Hasle lange Zúge von Trägern und trag Sr. Hoheit des Kurprinzen - Mitregenten den Fürsten Met- | Saumrossen, mit allem Apparat einer Artesischen Bohrmaschine ternich dort zu bewillfommnen. des : | beladen, ihr Thal durchziehen, um bei der auf dem Eismeer des Ünser Armee-Korps wird, den früheren Anordnungen gemäß, | Unter-Aar-Gletschers aufgeschlagenen Hütte die Durchsenkung des am 8. September das Lager beziehen. Da aber die Truppen | Gletschers zu versuchen. Fask scheinen die bedeutenden Kosten bis zu Ende des Septembers versammelt bleiben, #0 wird der | einer solchen Unternehmung die Kräfte eines Einzelnen zu über- Kurprinz nach seiner Rückfehr aus Preußen noch bei einem gro: | steigen, und es is zu erwarten, daß das Beispiel des Gouverneurs
gen Theile der vorzunehmenden I&affen-Uebungen anwesend seyn,
Darmstadt, 1. Sept. (Schwäb. Mark.) Die im Na- men des Deutschen Bundes veranstaltete Besichtigung auch des
Detmold, 4. Sept. (Hannov, Z) Schon sind auf dem
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fang Januar bis Ende Márz 184! der Absaß der Londoner Abéndblätter: ) des Globe, eines Blattes der Whigs, 2950
Kassel, 31. Aug. (Schw. M.) Der Minister der aus-
' ( von Neuchatel, Generals von Pfuel, welchen sein lebhaftes Jn- “ Zur Jhspection unseres Armee - Korps treffen in Folge der An: | teresse für die Wissenschaft zu einem mehrtägigen Besuch auf dem
_— a Spanien.
Madrid, 20, Augusk. (Times.) Die Subsidien sind bewilligt, die Maßregeln der Verwaltung genehmigt; die Session ist so gut wie geschlo)sen und fúr nächsten Montag hat man ein die ewig wiederholten Englischen Fragen: „Warum zahlt ihr eure Zinsen nicht? Warum laßt ihr unsere Baumwollenzeuge nicht zu 2“ uns einzulassen. Jch weiß, es ist s{wer, John Bull zu über- reden, daß seine Schuldner ehrliche Leute sind und sich gut auf: führen, ich will darum die Spanischen Finanzmänner zu vcrthei- digen gar nicht versuchen. Jch weiß ferner, daß bei der zweiten Frage schon der Ton verräth, wie ihr überzeugt seyd, dieses Länd liege noch in halber Barbarei, Um des Friedens willen mag auch das zugestanden werden. Wir kommen um so rascher zu dem Puntt, um den es sich doch eigentlich handelt. John Bull will nämlich wissen, wie er sein Guthaben heraus und seine Fabrifate hinein bekommen fónne, Was ihm nun dabei vor Allem zu ra- then ware, ist eine Dosis Geduld; er muß sich vorerst noch mit der Bersicherung bester Absichten und der Konvertirung des Zins- rúckstandes in Zproc. Rente zufrieden geben, Er maß sich hú- ten, den Kastilianischen & tolz durch harte Worte zu verleken z was hilft es ihm, wenn er die Mendizabals und Konsorten Schwindler nennt? Er sellte sich erinnern, daß er selbst den ‘er- sten und größten Fehler begangen, indem er #0 große Summen, aller Warnungen ungeachtet, ohne Sicherheit ausliehz; er sollte nicht allen Tadel auf die Leute werfen, die nicht gestohlen, sondern nur empfangen haben, Doch es ist, in Bezug auf die Schuldfrage, noch nicht alle Hoffnung aufzugeben, weder für England noch für Spanien, wenn nur Europa der Halbinsel eine Ruhezeit gewährt, damit die Lava der politischen Leidenschaften sich abkühlen und zu einer Grundlage für neuen Aufbau werden fönne. Wirklich sind die Spanier nicht ohne industrielle Energie; dabei aber haben sie leider einen unglücklichen Geschmack für Bürgerkrieg, und wenn ihnen dazu die Versuchung irgend nahe gelegt wird, so weiß nur der Himmel, wie bald das Land im Stande seyn mag, seinen Gläubigern einen Heller zurÜczuzahlen, Für den Augenblick ha- ben die Dinge eine leidliche Wendung genommen, eine sparsame, produktive, friedliche Wendung; die Regierung schämt sich der Armuth und der Unwissenheit des Volkes im Vergleich zu den anderen Nationen Europa’s; sie schamt sich der eingewurzelten Mißverwaltung bei den großen Hülfsquellen des schönen Landes z sie empfindet Verdruß bei dem Gedanken, daß sie ganz gut ein- sieht, wo das Uebel liegt, aber nicht im Stande ist, ihm ab- zuhelfen, während ihr Ruf auf dem ‘Spiele steht und ihre Starke durch fremde Ränke täglicher Erschütterung ausgesekßk ist, Das Spanische Ministerium hat in der That mit gro- ßen Schwierigkeiten zu kämpfen; die Reform und die Vermin- derung des Heeres wird bei jedem Schritte gehindert durch die Besorgniß vor einer Französischen Intervention. Jn deu Hauptstadt besteht eine Tagespresse, die Alles, was geschieht, an- greift, Unzufriedenheit verbreitet und den unbefangenen Beobachter oft im Zweifel láßt, ob Patriotismus oder Verrath die Feder führt. Unselige Meinungs - Verschiedenheit herrscht unter dem Personal der Verwaltung, Nimmt ein Minister irgend eine Aen- derung zum Besseren vor, so findet er in diesem Augenblick, wo die Früchte seines Strebens reifen sollen, daß nichts gethan wor- den isk. Warum? Weil die Büreaus angefúllt sind mit den Kreaturen seiner Vorgänger im Kabinet; da wimmelt es von Christinos, Moderados , Afrancesados, Eskatuto - Realisten Karlisten, sämmtlich gute Spanier, die nie die Hoffnung auf- geben, ihre Partei könne wieder an die Gewalt fommen, einsiwei- len aber es fúr ihre Pflicht halten, den Anordnungen des. jewei- ligen Ministers so wenig als möglich Folge zu leisten. Statt zu thun, was ihnen aufgegeben wird, schreiben sie endlose Berichte, um nachzuweisen, daß die getroffene Verfügung nicht ohne Nach- theil für den Staatsdienst ausgeführt werden könne. Entläßt der Minisker die unbequemen Rathgeber und erseßt er sie durch Leute aus seiner Partei, so schreien die Fortgeschickten, und die dffent- liche Meinung fieht in ihnen Märtyrer des Patriotismus. Doch das Schlimmske von Allem ist der Augiasstall des Finanz-Depar- tements, den zu saubern der Herkules nicht so bald gefunden werden dürfte, Der Minisker weiß recht gut, daß es ein Ersparniß seyn würde, wenn man die Douanen in Cadix, Algesiras, Barcelona und anderen Contrebande - Hâfen zuschlösse, die Stadtthore auf- machte, die Zoll-Beamten verabschiedete. Aber es geht nicht an! Die Negierung is den Angestellten verschuldet; die Gehalte sind im Rúckstande, und man macht sich bezahlt durch Förderung des Schleichhandels. Dazu kommt nun noch, daß die Central-Finanz- Verwaltung ganz abhängig ist von dem Bunde der Darlehn- Unternehmer, einer Anzahl Kapitalisten, die seit lange schon tem- poraire Vorschüsse zu enormen Zinsen leisten, die entwertheten Pa- viere der Reaierung zu Spokttpreisen ankaufen, solche bei neuen Anleihen an Zahlung geben und sich als Hypothek für ihre durch Wucher aller Art angewachsenen Forderungen die flússigsten Staats-Einkünfte verschreiben lassen. : i
© Madrid, 28, Aug. Da die Umstände, welche der Râu- mung des bisher von den Franzosen pachtweise inne gehabten Hospitals auf dem Jslote del Rey bei Port Mahon voraufgingen, einiges Aufsehen erregen dürften, und das in Paris erscheinende Englische Journal die Behauptung, als ob die Englische Negie- rung sich in jene Angelegenheit eingemischt habe, für abgeschmackt erklärt, so halte ih es nicht fúr Úberflüssig, zur Steuer der Wahr- heit, meinen neulich (vergl. Schreiben aus Madrid vom 24, Aug. Preuß. Staats-Ztg. Nr, 248.) gemachten Angaben noch Folgen- des hinzuzufügen. i
Ursprünglich hatte die Regierung der Vereinigten Staaten Nord-Amerika?s das besprochene Lokal als Depot für die Kranken ihrer im Mittelländischen Meere kreuzenden [Kriegsschisse pacht- weise eingeräumt erhalten, und erst nachdem sie es aufgegeben, wurde es den Franzosen unter gleichen Bedingungen und auf eine bestimmte Zeit zugestanden. Als diese sich dem Ablauf nâherte, erhielt die hiesige Englische Gesandtschaft von dem damali- gen Minister-Präsidenten, Grafen Ofalia, auf ihr Verlan- gen die Zusage, daß die Spanische Regierung den Pacht- Kontrakt nicht erneuern werde. Ehe aber die Zeit ablief, trat der Graf Ofalia aus dem Ministerium, und als späterhin ver- lautete, daß Herr Perez de Castro als Minister - Präsident den Kontrakt zu erneuern gesonnen sey, erhob der damalige Englische Geschäftsträger, Herr Southern, ernstliche Vorstellungen dagegen, indem er sich auf die von dem Grafen Ofalia gegebene Zusage berief. Herr Perez de Castro hielt sich jedoch durch diese nicht für gebunden und wies die Vorstellungen des Herrn Southern, der feinen großen Einfluß bei der Spanischen Regierung ge- noß, als ungebúührlich zurück. Wenn seitdem ein Französischer Ex-Minisier, Graf Jeaubert, in der Deputirten - Kammer keinen Anstand nahm, zu erklären, diè nach Toulon zurückgerufene Fran-
Stiergefecht angekündigt. Wir haben nun etwas Zeit übrig, auf
verdenfen, daß sie es den Franzosen nicht länger gestatten will, gleichviel unter welchem Vorwande, dort festen Fuß zu fassen, :
Unterdessen hat der sharfe Ton, în welchem diejenigen Pari: ser Blätter, die man hier nun einmal als die Organe des Fran- zösischen Kabinettes zu betrachten gewohnt ist, sich Uber den Re- genten und das hier herrschende politische System überhaupt aus- zudrücken pflegen, auf die hiesigen Parteien einen lebhaften, wenn- gleich sehr verschiedenartigen, Eindruck gemacht. Die Anhänger der vertriebenén Regentin werden durch die Worte des Miktge- fúhls, welche ihnen durch jene Blâtter zukömmen, zu sehr san- guinischen Hoffnungen begeistert, während der Regent und seine DNinister die Französische Regierung, als ob auch sie jenes straf: bare Mitgefühl hege, mit einem förmlichen Bruche bedrohen und die Kriegs- Erklärung nur auf so lange zurühälten zu wollen cheinen, bis Herr Olozaga, der vorgestern in Eile auf seinen Ge- fandtschafts:Posten nach Paris zurückgegangen ist, die verlangte Ge- nugthuung oder wenigskens zufriedenstellende Erklärungen erhalten haben wird. Bis dahin wird von hier aus der Federkrieg mit großer Rüstigkeit fortgeseßt. Eine Probe desselben habe ich Zh- nen neulich aus dem Espectador mitgetheilt. Sie würden sich {ehr irren, wenn Sie das darin aufgestellte Raisonnement in das Gebiet der Kaffeehaus-Politik stellen wollten, jenes Blatt wird unter den Augen af Behbster P aps Jnfante geschrieben,
d vo iesen als ihr Organ anerkannt. y i i E @ n Erscheinen nes Artikels erschöpfen fich die úbri- gen hiesigen Blätter in Betrachtungen uber die Ausfüßrbarkeit oder Unmöglichkeit einer Franzósischen Jntervention zu Gunsten der vertriebenen Regentin. Die Anhänger des Jeßt herrschenden Systems behaupten im Eco del Comercio, eine solche Jnter- vention sey schon deshalb undenkbar, weil die Majse des _Franzd- sischen Bolkes für die Spanische Revolution das lebhafteste Mit- gefühl hege, und weil die großen nordischen Machte sich Jeder Intervention Frankreichs widerseßen würden, in der Ueberzeugung, daß nur die Regentschaft Espartero's die Ruhe und das wahre Glúcé Spaniens auf eine genúgende Weise sicher stellen fönnte, Sollten die nordischen Mächte, meint das Eco del C omercio vom 24ften, eine solche Jntervention zugeben, so würde die da- durch eingeseßte Negierung ihnen sehr unterwürfig seyn; ein Ber- hältniß, wodurch der Einfluß Großbritaniens geschwächt werden wúrde, und das also von dieser Macht befäampft werden muß. Die Moderirten geben sich zwar des Ansehen, ebenfalls jeder frem- den beroassneten Jntervention abgeneigt zu seyn, „Wir begnügen uns damit,“ fagt der Correo Nacional vom 26sten, „daß Europa ausspreche, was es 11 Bezug auf das Recht, auf die Mo- ralitát, auf die Schicklichkeit (la conveniehñcia) der S eptember Revolution denkt, Auf diese moralische Erklärung, falls man fie wirklich aussprechen sollte, beschränkt sich die ganze Unterstüßung, welcher die von uns vertretene Meinung von Selten des monar- chischen Europa's zu, Theil werden würde." - „Erfolgte eine sol- che Erklârung, so würden wir nichts weiter verlangen; feine Jn: terventionen oder Protokolle würden nothig scyn, um die Partei der Progressisten auf die ihr zukommenden Gränzen zu beschrän- fen. Ein anderes Blatt sagt: „Wir bedürfen keiner bewaffneten Dazwischenkunft. Unsere unfähigen Machthaber haben sich in einen solchen Mißkredit verseßt, die Meinung, welche sie gegen sich haben, isé so mächtig, daß eine feierliche Erklärung der fünf großen Mächte hinreichen würde, damit die Macht, welche“ sie noch besißen, ihren Händen entfiele.“ Hierauf erwiedert das Eco del Comercio, eine solche Erflárung sey weiter nichts, als ein Blatt Papierz dieses kônne man den Netrograden gönnen. „Europa (sagt das Eco vom 20sten) mag über Spanien berathschlagen, weil es úber die Anerkennung unserer Königin einen Beschluß fassen muß, und kann diese aufschieben oder sogleich beschließen. Weiter gehen darf es nicht.“ Einer der Minisker, der nicht fonderlich Französisch spricht, scheint friedliebend zu seyn. Er erklärte neulich ei- nem fremden Diplomaten: quant à nous, nous désirons avyoir our alliés toutes les pótences du monde, (Machte auf Spa- nisch polencias.) : E
Uebrigens hat die Regierung fünf Regimentern den Befehl gegeben, nach den Baskischen Provinzen zu marschiren, Auch der Umstand, daß der Ex-General Don Ramon Narvaez durch seine früheren Händel mit Espartero bekannt, in Gibraltar ang- fommen, (f, Hat Dre Progressisten in große Aufregung verseßt, Sie befürchten, Cadix könne in. seine Hände fallen! Fn der That meldet der Espectador von heute, ein Capitain der in der Li- nie von Gibraltar stehenden Truppen hâtte den Versuch gemacht, ein Bataillon zu insurgiren, sey aber auf der That ertappt, und verhaftet worden. Diesen etwas räthselhaften Yorfall will das: selbe Blatt mit der Anwesenheit des Generals Narvaez in Gibral-: tar in Verbindung seben. Zehn Offiziere des Regimentes Laredo, welches sich hier in Madrid zuerst zu Gunsten der September- Revolution erklârte, haben sich geweigert, länger in diesem Regi- mente zu dienen,
Portugal.
Lissabon, 18. Aug. Ein arger Tumult hat am leßten Sonnabend in der Deputirtenkammer stattgefunden, bei Gelegen- heit einer sehr lebhaften Diskussion zwischen dem Justiz-Minister und Herrn Ferrer, in welcher der Erstere den Herrn Ferrer Re- dacteur des Constitution al genannt hatte. Herr Scabra ver- langte, daß der Präsident den Minister zur Ordnung rufe, indem er sagte, in der Kammer gebe és nur Deputirte und feine Jour- nalisten. Hierauf ließen mehrere Stimmen im Saale den Ruf: zur Ordnung! zur Ordnung! hóren; man schlug auf die Bânkez die ministeriellen Deputirten wendeten sich mit einer drohenden Miene zu den Chartisten, und die Einen skürzten Über die Ande- ren ber; man behauptet sogar, der Justiz-Minister habe ein Pistol aus seiner Tasche gezogen, um sich dessen gegen einen Deputirten zu bedienen, der zuy Ordnung gerufen hafte. Die Depuktirten der linfen Seite blieben bloße Zuschauer dieser Scene. Da der Tumult sich vermehrte, so bedeckte sich der Präsident, und die SGißung wurde suspendirt ; indeß stellte sich die Ruhe nicht wie- der her; zwei Deputirte stürzten über Herrn Ferrer, zwei andere über Herrn Scabra her; das Geschrei verdoppelte sich, und der
Präsident trat wieder in den Saal, um die Sißung zu schließen.
S A T n epa —. E e
A. 10. 0d.
Liegnitz, 4. Sept. (Schles. Z) Heute Morgen gegen 9 Uhr fuhren Se, Königl. Hoheit der Prinz von Preußen und die meisten der hier anwesenden hohen Herrschaften nah Wahl: flatt, um die dortige Kadetten - Anstalt zu besuchen. Nach der Rückkehr um Mittag geruhten Se. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen die Ritte:-Afademie, in welcher Hbchstderselbe wohnte, mit dem Prinzen Karl, dem Erzherzoge Karl Ferdinand von Oesterreich und einigem Gefolge in Augenschein zu nehmen, Nach-
| Allgemeines. — Preisbildev. —
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Geh. Regierungs-Rath von Schweiniß vorgestellt war, besuchten Höchstdieselben das Naturalien: und physikalische Kabinet, die Bi: bliothek, auf welcher sammtliche Höchste Anwesende nach Besich- tigung einiger literarischen Merkwürdigkeiten Jhre Namen in das Aibum der Ritter - Akademie eintrugen. Darauf verfügten sich Höchstdieselben auf dem angränzenden Korridor noch in einige Stuben der Zöglinge. Nachmittags war großes Diner auf dem Schlosse, wozu die Landstände, die höhere Geistlichkeit und die Chefs der Behörden eingeladen waren. Abends fuhren Se. Ma- jestät nah Wahlstatt.
Liegnis, 9. Sepk. Heute Morgen wohnten Jhre Maje- staten dem Gottesdienste in der Peter- und Paul - Kirche bei, Gleich nach dem Gottesdienste beehrten Se. Majestät die Ritter- Akademie mit Jhrer Gegenwart.
AKahlstatt, 5. Sept. (B resl, Z.) Auch das historisch bekannte Wahlstatt, woselbsk 1838 durch die Gnade des hochseligen Königs eine Kadetten - Anstalt errichtet wurde, hat das hohe Glück gehabt, Jhre Majestäten den König und die Königin zu schen. Am 4. September gegen / Uhr Abends langten Se, Majestät der König unerwartet von Liegniß aus in dem Kadet- tenhause an, erlaubten, daß General-Marsch geschlagen wurde, um die Zöglinge, Erzieher und Beamten zu sammeln, warteten noch die Ankunft Jhrer Majestät der Königin Und des Prinzen Wil- helm Oheims, so wie der Prinzessin seiner Gemahlin und Tochter ab, worauf Allerhöchstdieselben die Lokalitäten besichtigten, in der, zwischen den Institutéraumen gelegenen ‘katholischen Kirche sich mit den Geistlichen beider Konfessionen sehr gnädig unterhielten, die Kadetten vorbeimarschiren ließen und den General von Below, Commandeur der Kadettèn-Corps, der sich gegenwärtig befand, fo wie den Commandeur des Wahlskätter Kadettenhauses, durch Aeu- ßerungen der Zufriedenheit beglückten,
Sauer, 5. Sept.
i (Bro, 3, ) Ehre Majestäten der König und die Königin sind heute gegen Abend hier eingetroffen und haben nach furzem Aufenthalt die Fahrt nach Kolbniß, wo- selbs Allerhochstdieselben beim Landrathe Baron von Czettriß Wohnung nehmen, fortgesest. leich nah der Ankunft Sr. Majestät nahmen die Feldmandver ihren Anfang, und in die- sem Augenblick (Abends 9 Uhr) umgeben uns von allen Seiten Bivouakfeuer, während die Stadt im Jnneren von Brillantbe- leuchtunz skrahlé. Der König bleibt bis zum Sten in unserer Gegend, und geht erst dann nah Domanze, Die Stadt is von Fremden angefúllt, — die Preise der Lebensbedürfnisse sind in- deß máâßig. — Jn Liegniß dagegen war Alles Über die Maßen theuer.
Wesel, 5. Sept. (Elberf. Z) Nachdem die Regiments- und Brigadè- Uebungen der Jnfanterie und Kavallerie bei Wesel und Düjseldorf beendet sind, versammelte sich die 14te Division gestern bei Wesel und in der Umgegend, um dort ihre gewdhnli- chen 14tägigèn Uebungen abzuhalten, größtentheils auf dem linken Rhein-Ufer, wo auch vom 19ten bis 27sen Feld-Mandver in ge- mischten Detaschements stattsinden. Morgen ist Revüe und Feld- Manöver der 14ten Division vor Sr. Excellenz dem Herrn Ge- neral-Lieutenant von Psuel bei Alpen und in der Umgegend, dann besichtigt derselbe eben so am 17ten in Haltern die 13te Division. Am 7ten wird das Feld- Mandver bei Alpen fortgeseßt, am 8ten fehren die Truppen hierher zurück. Se. Excellenz der komman- dirende General, Herr von Thile 1l., wird das Bundes - Armee- Kontingent des Kurfürstenthums, Hessen inspiziren.
“
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Die Gemálde- Ausftellung in Geut.
(Vergl. St. Ztg. Nr. 239.) _— Gallait/s TDhvron- e Biesve, — Wicry, — Meck —— O O
Nt Ra S L Gere der: Schluß. Q Brüssel, im August, Die am 5. Juli in Gent erdffnecie Ge- máälde-Ausstcllung, welche einen Monat später 340 Nummern «ählie, cy- scheint im Ganzen minder bedeutend als mehrere der früheren. Die große Mengedes Eingesandten kommt von jüngeren oder wenig bekannten K unst- lern, und einige der berühmtesten Namen, wie Wappers, de Keysec 1. A. werden im Kataloge gänzlich vermißt. Der Grund davoit ist keineswegs
in einem Erschlafen der Kunstihätigkeit in Bezug auf die Malerei
ltgtbse Bilder
zu suchen; dies könnte man cher, für den Augenblick, von der Skulp- tur sagen, welche überaus wenig Proben aufzuweisen hat; sondert vielmehr darin, daß der Zwischenraum eines Jahres nicht gusreichk, um aus den Werkstätten der Maler eite größere Fülle des Vortreff- lichen hervorgehen zu lassen. Zudem ist auch die Hauptstadt des Lant- des cin geetgneterer Schauplaß, um die Früchte des fünsilerischen Talents auf längere Zeit dem Genuß und dem Urtheile des Publi- tums darzubieten.
Es findet in Gent, — in welcher Stadt die früheste Ausstellung, nämlich {hon 1792 gehalten ist, — außer der, bei allen ähnlichen Gelegenheiten üblichen Vertheilung von Medaillen, noch eine besoitz dere Preis-Bewerbuig, für alle Zweige der zeichnende Kuünske/ statt, Die auzgeseßten Gewinne sind an Werth von 1000 bis 450 Franken. Zuerst einige Worte Úber die zu diesem Konkurs eingesandten Arbeî- len. Wie begegnen darunler/, wie zu vermuthen ist, Werken jüngerer Künstler, obschon die Bewerbung allgemein für die Produzenten des Landes offen sieht. Für die Historten - Malerei war die Aufgabe: „„Roah, nebst scinem Weibe und seinen dret Sdhnen, nachdem er aus der Arche gestiegen, verrichtet ein Dankgebet. Das gekcöônte Bild war von Batgille, einem Antweryner Maler, der sich schon frú- her durch einige treffliche Stücke bekannt gemacht hat z seine Arbeit verrâth ein ahtbarces Talent, wenn auch das Kolorit foäftiger und das Relief klarer scyn könnte, Das Accessik was de Vlgemincck, Zdg- ling des Genter Malers van Hanselaere zuerkannt worden. — Dgs Preisstück im Genre: „eine höhere Magistrats-Person, oder cin Prä- lat, besucht cin Hospital; beim Eintritt empfängt ihn die Vorstche- rin in Begleitung von barmherzigen Schwesiern,(/ trug den Namen P. Verreydt, Zögling de Keysers zu Antwerpen. Ja diesem Bilde allein spricht ch cine bestimmte Handlung gus; bei den übri- gen war es nur eine mehr oder minder zahlreiche Zusammenstellung. — Für die Landschaft war der Vorwurf; „eine waldige Gegend, rechts vom Beschauer ein Bach, oder irgend ein Wasserstück, links in einiger Entfernung ein Kirchthurm oder ein altes Herrschafts - Ge- bäude mit Thürmchen.// — Das gekrönte Stück, von Roffiaen in Brüssel, zeichnete sich durch die natürliche, einfache Behandlung der Aufgabe aus; dic meisten andern waren ins Gesuchte, Schmuck= hafte gerathen. — Der Preis füy's Basrelief : „die Taufe Philipps vou Arlevelde (1340)// war, Ron mchrere Arbeiten vorlagen, noch nicht zuerkannk, Es scheint, als wenn. die ernstere Kunsi des Meißels nicht so viel Talente anzieht, wie sie doch in unserer an Denkmä- lernt ergiebigen Zeit wohl iy Thätigkeit sehen dürfte. — Der Preis der Architektur: „Entwurf. zu“ eiter Pfarrkirche in einey großen
S L i , Fm Historienfache begegnet wir dem Hauptbilde der ganzen Aus=- stellung, „die Thronentsagung Karls V.“ vorstellend. Der Meister dieses von der Belgischen Regierung bestellten Stüde if L, Q lait aus Tournai. Zwar wird Gallatt, der seit längerer Zeit in Paris lebt, wenigstens wegen früherer Werke von den Pariser Kunfi= rihtern gen:einlich den Franzdfischen Schulen zugesellt ; indessen zeigt er sich, in seiner neusten Arbeit, der Niederländischen unsiweise zu- gethan ; vielleicht, daß ein gründlicheres Studtum der Venetianer in Ftalien selbs, wohin sh Gallait vor Beendigung seines Karl V. degeben, einigen Einfluß auf die Ausbildung sctties Kolorits achte hat. Das Gallait sche Bild is \{chon mchrere Monate vor rdff- nung des Genter Salons in Paris zur Schau gesellt gewesen, und von dg aus auch in Deutschen Blättern besprochen worden. Während die cinen es für die Zterde der ganzen Partser Ausstellung ansahet, woll- ten andere darin einen Rückschritt des Malers finden, bezeichneten die Auffassung des Gegenstandes als matt und geifklos, mehrere wicch=- tige Figuren als ausdruckslos oder gemein, das Kolorit, in Betracht des Gegenstandes, als zu bunt oder zu licht, Wir wissen, daß es
| der Pariser Kritik {wer wird, gegen ein Belgisches Produkt gerccht
zu seyn; ihr Geshmack in Kunstjachen stimmt sa so wenig mit dem der Belgier, und nichts is natürlicher, da der Unterschied der Riederlän-
| dischen Anlage und Lebensweise von der Framdsischen wohl einer der
| stärksten und durchgreifensten unter den Wesi-Europäischen Volkssäm= men i. So siellte se auch diesmal die Bewunderag, welche das | Vild, chon vor sciner Ankunft im Vaterlande des Meisters, erregt | hatte, als einen Erweis des Partikfulgrismus und der Kleinstädteret dar; ohne Nücksicht auf die historische Thatsache, welche der Maler vor Augen hatte, verlangt sie, wie es scheint, ein heroisches, etn soge | nanntes poetisches, aber vielleicht, besser gesagt, nur ein malerisches | Bühnensilik. Jn Belgien dagegen is das Werk Gallait's, die Frucht mchrjähriger Skudien, im allgemeinen als ein Mcister- " werk begrüßt worden, welches mit den berühmtesten Erzeugnissent der neuesten Malerei des Landes in eine Neihe gehört. Jedenfalls mußte {hon der Gegenstand dieses Gemäldes eine höhere Theilnahme er- | regen. Es if nicht leicht, cinen Stoff der Geschichte zu findett- | welcher in dem Grade das lokale und allgemeine, das heimathliche und weltgeschichtliche Fnteresse in sh vereinigte, wie die Thron- | Entsagung Kaiser Karls V, Diese leßte That des großen Fürsten, aus dem ersten Jahrhundert der kämpfenden Reformation, dessett Name ganz Europa angehdrt, und in dessen Zurücktritt von der Hdhe der politischen Macht sich eine ganze Lebens-Entwickeluttg ab- | schliefit, während eine neue, nicht minder ereignißschwere sich darin | ansvinnt, if freilih der Kunsi würdiger, als eine Schlacht, elir | Bolks-Aufstand oder irgend eine obskure Heldenthat, wodurch das bewegliche Schiksal einer Stadt oder ciner Landschaft vorübergehend bestimmt wird. Die wahre Kunst lebt auf den freisten Höhen der | Geschichte; wiewohl auch das eine threr würdigen Aufgaben ist, den | Thaten niederer Kreise eine allgemeinere Bedeutung, ein reineres Fnteresse zu leihen. Doch nur wenigen Künstlern ist es gegeben, das Anckdotenartige in den Geist und Styl des Epischen umzudichten. | Werfen wir cinen näheren Blick guf das große Bild, wel= | ches die hintere Wand des leßten Saales der Genter Akademte cine nimmt. Die Pariser Kritik sagt, es sey das grdßte Bild unserer Zeit, | weil allerdings cine so ausgedehnte Leinewand noch in feinem Sa-= | son in unseren Tagen zur Schau stand. Gallait hat den Mo- | ment der Handlung gufs glücklichsie gewählt; es ist der wahre Mit- | tel- und Hochpunkt jenes ergreifenden Aftes, der in der Burg zu | Brüssel im Fahre 1555 am 25. Oktober stattfand. *) In der durch | Stufen erhöhten Mitte des Saales, unter dem reichverzierten Throne | erblickt man den Kaiser, wie er, nach der Beschreibung Strada's, seinem Sohne Philipp „die Hand auf das Haupt legt, und einige Augenblicke mit thränenerfüllten Augen unbeweglich bleibt. Er hat sich, nachdem er seine Rede an die Stände, durch Rührung ut- terbrochen, beendigt, eben erhoben, er slüßt sich mit der Linke guf die Schulter Wilhelms von Oranien, der neben ihm steht. Die Zirge des Kaisers drücken die äußerste Erschöpfung eines durch vanfheit, und noch mehr durch geistige Arbeit aufgeriebenen Le= ens ausz; er hat das Ansehen eines aus dem Grabe Erstiegenen- nd, mit dem glänzenden Königsmanutel bekleidet, geziert mit dem oldenen Vlicß/ erscheint ex nach dem Ausdrucke mehrerer Schrift= eller wie cin „in Gold gehülltes. Gespenst.// Die etwas gebüdte Haltung hindert nicht, die ragende Gestalt des früh ergreisten Kaix sers erfennen zu lassen. Vor ihm, auf dei Stufen, kniet Philipp der Zweite, nah Spanischer Weise gattz schwarz gekleidet in ceckig gebúckter Stellung, die Hände spiß zusammengedrückckt ; im Profil er= kennt mant aufs deutliche die Linien des falten, unerbittlichen, | scheinheiligen Antlißes. Die Position dieser markirten Figur if viel= | leicht das Gelungenste der oberen Gruppe, in jedem Gliede, im Ge=- | wand selbs drückt sich das Herbe, Unfreundliche, aber anscheinend | Unterwürffge dieses Charakters aus. Wilhelm von Oranièeu, eine | l |
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kräftige, hohe Gestalt, zur Linken des Kaisers, die Augen zu Bodetr geschlagen , behält jenen Ausdruck, der ihm den Beinamen des , Schwetgsamen// zugezogen hat; doch hinter diesem verschlossener Gesichte scheint ein ernsiliher Gedanke an dîe Zukunft fich auszu=- arbeiten; die vortretcnde Stellung auf den oberen Stufen giebt ihm daz Ansehen , als wollte er aus der Versammlung herausschreiten. | Die zahlreiche, den Saal erfüllende Versammlung theilt fich in | zwei Haupt-Gruppen. Zur Rechten des Kaisers sißt seine Schwester, die Statthalterin der Niederlande, Marie, Wittwe des Köntgs Lud= wig von Ungarn. Von einem frühen Alter crfchdpft, legt sie, gleich ihrem Bruder, die Macht nieder, um sich in die Einsamkeit zurück= zuziehen ; fle überlebt diesen Entschluß, wie er, nur drei Jahre, Un= ter den Frauen, die meistens durch eincn sprechenden, oft feiv.cte Ausdruck sich bemerklich machen, unterscheidet man Elconora, Ccni- gin Wittwe von Frankreich, ältere Schwester Karl's; Christinz, Her= zogin von Lothringen, Nichte des Kaisers, mit bleichem, abgehärm= tent Gesicht; Marte, Tochter Karl’'s, Gemahlin Maxin,llian's U. von Oesterreich, cine stolze, feste Miene. Auf derselben Seite, auf deur vordersten Plan , sicht man einige Kardinäle, den Staatsrath Phi= libert von Brüssel u. a. Auf der entgegengeseßten Seite, zur Lin=- fen des Kaisers, zeigt sich zuvdrderst dey Kanzler des Ordens vom goldenen Vlicß, knieend, guf cinem Kissen die Fnsignien haltend 5 neben ihm seht in ganzer Figur der nachmalige Kardinal Gran= vella; unter den versammelten Ständen bemerkt man das ofene Angesicht Egmont?s und die kräftige Figur des Grafen von Horn, welcher cinen mißtrauischen Blick auf Philipp's Spanisches Gefolge wirft. Die ganze in diesem Bilde vorgestellte Handlung ist schr einfach; jedoch umfaßt sie, in den drei anfangs erwähnten Perso- nen, charaftervolle, in der Geschichte gegebene Gegensäße, Fn dew übrigen Anwesenden stuft sich das Miterlebniß und die Theilnahme an dem Vorgange auf mancherlet Weise ab; und dg alles edel, fas, hier und da nah Gebühr feierlich gehalten ist, so haben wir nichts zu rügen, was in den Eindruck der Gesammtheit störend einficle. Von Einzelheiten wäre vielleicht zu bemerken, daß die sißende Figur der Königin Wittwe zu sehr in Parade gestellt is, da überdies da® starr Passive und scheinbar Unempftndliche ihres Wesens wenig zun Bilde zuträgtz die lange Gestalt Granvella's, vorn zur Rechten des Beschauers, erscheint steif; eine etwas mehr leidenschaftliche, bewegte Stellung einiger Hauptpersonen der großen Gruppen würde auch mehr Leben in diese fast nur pasfiv erregte Versammlung gebracht haben. Die Färbung dieser großen, in klarster, breiter Perspektive geordttetet- Composition, iff überaus reich und glänzend ; die Farben scheitten, bek gehdriger Beleuchtung, durch den Saal hinzustrahlen. Fn der obert Mitte herrschen helle Tinten, welche jedoch mît der gatiz shwarz be= fleideten Figur Philipps und mit den dunklern Tbnen der Seiten= vláne in vollkommenen Einklang gebracht sind. Für den künstlerischen Werth dieses Gemäldes iff es au bezeichnend, daf mehrere iges / auch die des Kaisers, vortraitartig gehalten stnd. Es (chene dies etl Grund der von Paris aus gegen das Stück geübfett Kritik ge
*) Die Burg lag in der Region der Stadt, wo iebt der Kd=
nigsplab befindlich ;
LAordnung der Bundes: Milicäir-Kommilhn Königlich Preußi- | Gletscher bewog, Nächahmung finden und so dem Herrn Agossiz sder, ein Großherzoglich Badischer und ein Herzoglich Braun- | zur Unterstüßung gereichen werde, “scweigischer General ein,
. els V. geschah nicht in den dem Hbskdenenselben däs gesammte Lehr-, Verwaltungs - und e Abdanung Fe bauses, wie man e Ber fs
Lern-Personal der Anstalt von dem Direktor derselben, dem Herrn
Stadk, / war Ch, Leelerc, Schüler von Roelgndts in Gent, zu
zösische Flotte sey bestimimt gewesen, die Balearischen FJnseln zu Theil geworden,
L sogenannten Botbiiben Saale des Rath nehmen, so darf mán es wohl der Spanischen Regierung nicht
2 erstatter vermeint haben,
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